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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis des Historischen Seminars für das
Wintersemester 2014/15
Stand: 13.10.2014
1.Vorlesungen
Alte Geschichte
DIE L EHRENDEN DES SEMINARS FÜR A LTE GESCHICHTE
081313 Vorlesung: Einführung in die Alte Geschichte / Introduction into Ancient History
Mo 12-14
Raum: F 5
Beginn: 13.10.2014
Die Vorlesung richtet sich vor allem an Studierende, die das Studium der Alten Geschichte
aufnehmen. Nach einer knapp gehaltenen allgemeinen Einführung in das althistorische Fachstudium
bietet sie einen chronologischen Überblick über die Geschichte der antiken Welt von der
mykenischen Zeit bis ins Zeitalter Justinians. In einem zweiten Teil werden unter strukturellen
Gesichtspunkten Grundlagen und Eigenart der antiken Welt ausgeleuchtet. Die einzelnen
Vorlesungsstunden werden von verschiedenen Dozenten gestaltet so bietet sich auch die
Möglichkeit, die am Seminar für Alte Geschichte Lehrenden, ihre Arbeitsweise und Schwerpunkte
kennenzulernen.
Literatur: H.-J. Gehrke – H. Schneider (eds.), Geschichte der Antike. Stuttgart ²2006; W. Dahlheim,
Die Antike. Griechenland und Rom, Paderborn ²1995; O. Murray u.a., dtv-Geschichte der Antike, 7
Bde., München 1985ff. (und Neuauflagen; auch in zwei Sonderausgaben mit den zusammengefaßten
Bänden zu Griechenland bzw. Rom erhältlich).
PROF. DR. ENGELBERT WINTER
081328 Vorlesung: Christentum und Römischer Staat / Christianity and the Roman state
Do, 10-12h
Raum: F 4
Beginn: 16.10.2014
Obwohl das Christentum erst zu Beginn des 4. Jhs. n. Chr. den Staus einer religio licita, einer
erlaubten Religion, erhielt, verhielt sich der römische Staat gegenüber den frühen Christen lange Zeit
grundsätzlich tolerant. Dennoch können im Verlauf der ersten drei nachchristlichen Jahrhunderte
gegen die Christen gerichtete staatliche Erlasse und Repressalien ebenso wenig übersehen werden
wie einzelne Christenverfolgungen. Deren Ursachen, Anlässe, Verlauf und Auswirkungen zu klären
sowie die Situation der frühen Christen in Staat und Gesellschaft der vorkonstantinischen Zeit zu
analysieren, ist zentrales Anliegen dieser Vorlesung.
Quellengrundlagen: P. Guyot/R. Klein, Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen, Bd. 1:
Die Christen im heidnischen Staat; Bd. 2: Die Christen in der heidnischen Gesellschaft, 1997 (zuerst
1993-1994).
J. Moreau, Die Christenverfolgung im Römischen Reich, 19712; R. Klein (Hg.): Das frühe Christentum
im römischen Staat, WdF 267, 1971; J. Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten
und dritten Jahrhundert, 19752; K. Bringmann, Christentum und römischer Staat im ersten und
zweiten Jh. n. Chr., GWU 29 (1978) 1 ff.; R. Freudenberger, Christenverfolgungen, TRE 8, 1981, 23ff.;
H. D. Stöver, Christenverfolgung im Römischen Reich: ihre Hintergründe und Folgen, 1987; J.
Molthagen, Christen in der nichtchristlichen Welt des Römischen Reiches der Kaiserzeit (1.–3.
Jahrhundert n. Chr.), 2005; B. Bleckmann, Zu den Motiven der Christenverfolgung des Decius, in:
Deleto paene imperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert
und ihre Rezeption in der Neuzeit. Hg. v. K.-P. Johne u.a., 2006, 57 ff.; K. Piepenbrink, Antike und
Christentum, 2007.
PROF. DR. NORBERT EHRHARDT
081332 Vorlesung: Griechische Geschichte im Zeitalter der Perserkriege und der Pentekontaetie
/Greek History in the Times oft he Persian Wars and the Pentekontaetia
Fr, 10-12h
Raum: F 2
Beginn: 17.10.2014
Nach der Abwehr der Perser, an der nur ein Teil der griechischen Mächte beteiligt war, vollzog sich
die politische Entwicklung Griechenlands ohne Druck von außen. Relevant war der Aufstieg Athens
zur zweiten Großmacht neben Sparta: Der Dualismus dieser beiden Staaten prägte das 5. Jh., wobei
ein Antagonismus nur zeitweise bestand – anders als Thukydides es darstellt. Auf gesellschaftlichem
und kulturellem Gebiet kam es vor allem in den Städten zu einem beachtlichen Aufschwung
(Literatur, Philosophie, Architektur, Kunst), der oft als ‚Klassik’ bezeichnet wird. Ebenfalls in den Blick
zu nehmen sind die mittleren Staaten, auch wenn sie quellenmäßig schlechter greifbar sind.
Schließlich wird die athenische Demokratie als Besonderheit unter den damaligen Verfassungen zu
analysieren sein.
Literatur: J. M. Balcer, The Persian Conquest of the Greeks 545-450 BC, Konstanz 1995 (Xenia, 38);
W. Will, Die Perserkriege, München 2010 (Beck'sche Reihe, 2705); K.-W. Welwei, Das klassische
Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999; M. Dreher, Athen
und Sparta, München 2001; P. Funke, Athen in klassischer Zeit, München 32007 (Beck’sche Reihe,
2074); A. Pabst, Die athenische Demokratie, München 2003 (Beck’sche Reihe, 2308).
Mittelalterliche Geschichte
PROF. DR. WOLFGANG ERIC WAGNER
081715 Vorlesung: Einführung in die Geschichte des Mittelalters
Do, 10-12h
Raum: F 2
Die Vorlesung gibt einen konzentrierten Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Strukturen der
Geschichte Europas im Mittelalter. Sie will Studienanfängern und historisch Interessierten auf
verständliche Weise zeigen, welche Probleme und Sachverhalte die „Geschichte des Mittelalters“
bietet. Dabei sollen elementare Kenntnisse vermittelt und zu eigener Lektüre von Quellen und
weiterführender Literatur angeregt werden.
Literatur: M. HARTMANN, Mittelalterliche Geschichte studieren (2011); P. HILSCH, Das Mittelalter –
die Epoche (2012); H. MÜLLER, Mittelalter (2008).
PROF. DR. MARTIN KINTZINGER
081720 Vorlesung: Krieg und Frieden im Mittelalter
Di, 8-10h
Raum: F 4
Beginn: 07.10.2014 (in QISPOS war zeitweise irrtümlich 14.10. als Beginn ausgewiesen!)
Politische Theorie im Mittelalter fand einen ihrer zentralen Gegenstände in der Definition des
Friedens als Leitkategorie politischen Handelns. Ein guter König sollte ein Friedenskönig (rex
pacificus) sein. Zugleich wurden seit der Spätantike Modelle entwickelt, die erklärten, unter welchen
Bedingungen ein Krieg gerechtfertigt sein sollte (bellium iustum). Militärische Verteidigung nach
außen, auch eine als legitim verstandene Expansion von Herrschaftsverbänden und sogar die
militärisch begleitete Mission einschliesslich der als bewaffnete Pilgerfahrten deklarierten Kreuzzüge
galten zugleich als begründet oder sogar notwendig. Das Verhältnis von Krieg und Frieden war
komplex in der mittelalterlichen Weltwahrnehmung, die einerseits durch kirchliche Friedensgebote
organisiert war, andererseits durch die Werte einer adeligen Kriegergesellschaft bestimmt blieb. Die
Durchsetzung königlicher Hoheitsrechte im eigenen Territorium wurde einerseits als Element von
Friedenspolitik begrüßt, andererseits als Bruch adeliger Freiheiten der Rechtsfindung kritisiert. Die
Vorlesung wird sowohl mit der theoretischen Argumentation über Krieg und Frieden als auch mit der
praktischen Erfahrung von Krieg und Gewalt wie mit den Verfahren der Friedenssicherung für die
Zeit des gesamten Mittelalters bekannt machen.
Lit. Christoph Mauntel, Gewalt in Wort und Tat. Praktiken und Narrative im spätmittelalterlichen
Frankreich, Ostfildern 2014; Malte Prietzel, Kriegführung im Mittelalter. Handlungen, Erinnerungen
und Bedeutungen, Paderborn 2006; Martin Clauss Kriegsniederlagen im Mittelalter. Darstellung,
Deutung, Bewältigung, Paderborn 2010.
PROF. DR. DR.HC. PETER JOHANEK
081734 Vorlesung: Europäische Geschichte der Juden im Mittelalter
Do, 16-18h
Raum: Johannisstr. 12-20 - Audi Max
Beginn: 23.10.2014
Die Vorlesung wird eine Einführung in die Geschichte des Judentums in Europa und in den
islamischen Ländern um das Mittelmeer seit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. geben,
die Grundzüge der jüdischen Religion und der dadurch bedingten Lebensformen sowie die
Entwicklung des Zusammenlebens mit anderen Völkern in der europäischen Diaspora beschreiben.
Angestrebt ist, die Entwicklung bis zur entscheidenden Zäsur in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu
führen.
Weiterführende Literatur wird während der Vorlesung genannt werden.
PROF. DR. MICHAEL GRÜNBART
081749 Vorlesung: Byzantinische Geschichte und Kultur II: Von der Dynastie der Komnenen bis zu
den Palaiologen (11.-15. Jh.) (2st) / Byzantine history and culture II: From the 11th to the 15th
centuries (The imperial families Komnenos and Palaiologos)
Mi, 12-14
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 15.10.2014
Nach dem sich im 11. Jahrhundert die politischen Verhältnisse im byzantinischen Reich sehr rasch
änderten, konnte Alexios I. Komnenos wieder einigermaßen Ordnung herstellen (ab 1081). Ab dem
ausgehenden 11. Jahrhundert wird das byzantinische Kaisertum mit den beginnenden
Kreuzfahrerzügen konfrontiert, welche 1204 zur Einnahme der Hauptstadt Konstantinopel führten.
Die politische Landkarte änderte sich im 13. Jahrhundert grundlegend, 1261 konnten wieder
byzantinische Kaiser in Konstantinopel residieren, doch waren die letzten zweihundert Jahre des
einstigen mediterranen Reiches von einem unablässigen Schrumpfungsprozess betroffen, bis 1453
die Osmanen das Zentrum am Goldenen Horn einnehmen konnten. In der Vorlesung wird besonders
Rücksicht auf kulturgeschichtliche Entwicklungen (z.B. Wissenstransfer) und gesamteuropäische
Verflechtungen (z.B. Unionskonzilien) genommen.
Literatur: M. Grünbart, Das byzantinische Reich. Darmstadt 2014; R.-J. Lilie, Byzanz und die
Kreuzzüge. Stuttgart 2004; R.-J. Lilie, Byzanz. Geschichte des oströmischen Reiches 326 – 1453.
München 2010; D.M. Nicol, The last centuries of Byzantium 1261 – 1453. Cambridge 1994; D.
Stathakopoulos, A short history of the Byzantine empire. London 2014.
PROF. DR. PETER OESTMANN
030727 Vorlesung: „Geschichte der Rechtsdurchsetzung“
Mo, 10-12h
Raum: Juridicum - JUR 111
Beginn: 13.10.2014
Es handelt sich um eine Vertiefungsveranstaltung zur Geschichte der Gerichtsverfassung und des
Prozessrechts. Schwerpunkte bilden der mittelalterlich-ungelehrte Rechtsgang sowie der
römisch-kanonische Zivilprozess, aber auch der Strafprozess ist Gegenstand der Vorlesung.
Vorkenntnisse in Rechtsgeschichte und im Prozessrecht sind hilfreich, aber nicht zwingend.
Neuere und Neueste Geschichte
DR. ASTRID WINDUS
081753 Vorlesung: Transatlantische Wissensgeschichte (15.- 19. Jh.)
Di, 12-14h
Raum: F 4
Die Geschichte transatlantischer Beziehungen, die mit der europäischen Eroberung, Christianisierung
und Kolonisierung Amerikas begann, ist gleichzeitig auch die Geschichte eines Kulturkontaktes, der
die Produktion, Vermittlung und Aneignung, aber auch die Zerstörung unterschiedlicher
Wissensbestände und -ordnungen beinhaltete. Was aber genau ist unter „Wissen“ eigentlich zu
verstehen? Wie wird Wissen produziert, vermittelt und bewahrt, und wer bestimmt, was wann
gewusst wird? Was wussten Europäer über Amerika, seine geographische Beschaffenheit und seine
Menschen vor, während und nach der Eroberung Mexikos und Perus – und was nicht? Wie schafften
es die Indigenen und die als Sklaven nach Amerika verschleppten Afrikaner, trotz der kolonialen
Repression eigene Wissensbestände zu erhalten und was ist eigentlich unter „indigenem“ oder
„afrikanischem“ Wissen zu verstehen? Welcher Medien und Praktiken bedienten sich die
unterschiedlichen Gruppen, um ihr Wissen zu artikulieren und zu kommunizieren?
Ausgehend von neueren wissensgeschichtlichen Ansätzen beleuchtet die Vorlesung diese Fragen und
die mit der transkulturellen Wissensproduktion zusammen hängenden Dynamiken anhand
ausgewählter Beispiele der lateinamerikanischen Geschichte. Dabei wird besonderer Wert auf einen
weiten Wissensbegriff gelegt, der sich nicht auf Elite- oder Expertenwissen beschränkt, sondern der
Pluralität dessen gerecht wird, wie Wissen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten produziert,
kommuniziert und bewahrt wird.
Einführende Literatur: Arndt Brendecke: Imperium und Empirie. Funktion des Wissens in der
spanischen Kolonialherrschaft. Köln u.a. 2009. Peter Burke: A Social History of Knowledge. From
Gutenberg to Diderot. Cambridge 2002. Walter D. Mignolo: Local Histories, Global Designs:
Coloniality, Subaltern Knowledges, and Border Thinking. Princeton 2000.
PROF. DR. ANDRÉ KRISCHER
081768 Vorlesung: Geschichte der Außenbeziehungen in der Frühen Neuzeit, 1650-1800
Di, 14-16h
Raum: F 2
Außenpolitik galt lange Zeit als Inbegriff einer „verstaubten“ Geschichte der „Haupt- und
Staatsaktionen“. Seit einigen Jahren hat sich diese Bild deutlich gewandelt. Unter dem Begriff
Außenbeziehungen wird versucht, den spezifisch frühneuzeitlichen Dimensionen und Charakteristika
gerecht zu werden. So ist nicht mehr im Sinne des 19. Jahrhunderts von „Staaten“ und ihrer
„Außenpolitik“ die Rede. Frühneuzeitlichen Außenbeziehungen existierten nicht nur zwischen
souveränen Herrschern, sondern auch zwischen all jenen kleinen Fürsten, Republiken und
Freistädten, deren politischer Status ambivalent war. Diplomaten – und dazu gehörten in einem
erweiterten Sinne auch Frauen – werden wiederum als Akteure betrachtet, die die zwischen
verschiedenen, auch außereuropäischen Kulturen und Gesellschaften vermittelten, die vor Ort
„mikropolitisch“ handelten und spionierten, die Experten für Rituale und Verhandlungstechniken
waren usf. Die Vorlesung vermittelt unter diesen Vorzeichen einen Überblick über die Geschichte der
Außenbeziehungen vom Westfälischen Frieden bis zum Ende des Ancien Régime. Es wird dabei nicht
nur um Europa gehen, sondern auch um die Kontakte und Interaktionen mit außereuropäischen
Kulturen, die zuletzt ganz besonders im Fokus der Forschung gestanden und einen neuen Blick auf
das Konstrukt „Europa“ und seinen Status in der globalen Frühen Neuzeit geworfen haben.
Erste Literaturhinweise: Heinz Duchhardt: Altes Reich und europäische Staatenwelt 1648–1806
(Enzyklopädie Deutscher Geschichte 4), München 1990; Christian Windler: «Normen aushandeln. Die
französische Diplomatie und der muslimische «Andere» (1700-1840)», in: Ius Commune. Zeitschrift
für Europäische Rechtsgeschichte 24 (1997), S. 171-210; Hillard v. Thiessen / Christian Windler (Hg.):
Akteure der Außenbeziehungen. Netzwerke und Interkulturalität im historischen Wandel (Externa 1),
Köln u.a. 2010; Corina Bastian (u.a.) (Hg.): Das Geschlecht der Diplomatie. Geschlechterrollen in den
Außenbeziehungen vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert (Externa 5), Köln (u.a.) 2014.
DR. ANDREAS RUTZ
081772 Vorlesung: Die zwei Hüte des Fürstbischofs. Verfassung, Politik und Kultur der geistlichen
Territorien im Nordwesten des Alten Reiches
Do, 10-12h
Raum: S 2
Ein Spezifikum des Alten Reiches waren Territorien, die von Bischöfen regiert wurden. Diese
sogenannten Fürstbischöfe vereinigten in ihrem jeweiligen Herrschaftsbereich die weltliche und die
geistliche Macht in einer Hand. Besonders hervorgehoben waren diesbezüglich die
Kurfürst-Erzbischöfe (Köln, Trier, Mainz), da sie auch als Kaiserwähler auftraten. Im Nordwesten des
Alten Reiches ist eine besondere Massierung geistlicher Territorien festzustellen. Neben dem
Kurfürstentum Köln mit seinen rheinischen und westfälischen Landesteilen sind die Fürstbistümer
Lüttich, Münster, Osnabrück, Paderborn, Minden und Hildesheim zu nennen. Die Vorlesung zielt
nicht auf eine erschöpfende Gesamtgeschichte der genannten Territorien. Vielmehr werden die
spezifischen Gegebenheiten und Probleme der geistlichen Territorien allgemein aufgezeigt und an
Fallbeispielen erläutert. Thematisiert werden Verfassung und Struktur der geistlichen Territorien,
Reformationen und Reformversuche, Gegenreformation und Konfessionalisierung, die Kriege des
langen 17. Jahrhunderts, die barocke Herrschaft der Fürstbischöfe, die katholische Aufklärung sowie
das Ende des Reiches als Ende der geistlichen Territorien. Aufgrund der breiten zeitlichen
Perspektive vom 15. bis zum frühen 19. Jahrhundert vermittelt die Vorlesung auch Überblickswissen
zur Frühen Neuzeit insgesamt.
Literatur: BRAUN, Bettina / GÖTTMANN, Frank / STRÖHMER, Michael (Hrsg.): Geistliche Staaten im
Nordwesten des Alten Reiches. Forschungen zum Problem frühmoderner Staatlichkeit (Paderborner
Beiträge zur Geschichte 13), Paderborn 2003; BRAUN, Bettina: Princeps et episcopus. Studien zur
Funktion und zum Selbstverständnis der nordwestdeutschen Fürstbischöfe nach dem Westfälischen
Frieden (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz 230), Göttingen 2013;
außerdem exemplarisch für Köln und Münster: Geschichte des Erzbistums Köln, Bd. 2–4 (Wilhelm
Janssen, Hansgeorg Molitor, Eduard Hegel), Köln 1979–2008; Geschichte des Bistums Münster, Bd.
3–4 (Hubertus Lutterbach, Andreas Holzem), Münster 1998/2006.
PROF. DR. ULRICH PFISTER
081787 Industrialisierung im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert zugleich Vorlesung: Einführung in
die neuere und neueste Geschichte
Mi, 14-16h
Raum: F4
Beginn: 08.10.2014
Zunächst beinhaltete die Industrialisierung eine Veränderung von Technik und Organisation der
gewerblichen Produktion mit sich: Maschinen, die zunächst mit Wasser, später mit Dampfmaschinen
angetrieben wurden, spielten im Herstellungsprozess eine wachsende Rolle, und die Produktion
wurde in Fabriken zentralisiert. Im weiteren Zusammenhang und in langfristiger Sicht war die
Industrialisierung mit einer Reihe grundlegender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher
Veränderungen verbunden. Dazu zählen die Veränderung des Arbeitsalltags der Unterschichten, die
Verstädterung sowie der Übergang zu einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum. Die Vorlesung
gibt sowohl einen inhaltlichen Überblick zum Thema als auch eine Einführung in damit im
Zusammenhang stehende Konzepte und Forschungskontroversen.
Literaturhinweise: Robert C. Allen, The British Industrial Revolution in global perspective, Cambridge
2009; Dieter Ziegler, Die industrielle Revolution, Darmstadt, 2005.
PROF. DR. HEIKE BUNGERT
081791 Vorlesung: Geschichte der Indianer in den USA
Di, 12-14h
Raum: Schlossplatz 46, H2
Beginn: 14.10.2014
Vorfahren der ungefähr 600 Gruppen von „Indianern“ heute wanderten zwischen 15.000 und 10.000
vor Christus nach Nordamerika ein. Die Vorlesung folgt den Spuren dieser Besiedlung, behandelt die
ersten Kontakte zwischen Europäern und indianischen Gruppen und verfolgt anschließend die
Situation der Indianer über Handelsbeziehungen, Kriege, panindianische Bewegungen und
Organisationen, Assimilationsversuche bis zum Umzug in Städte, der indianischen
Bürgerrechtsbewegung und der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Situation heute. Dabei
liegt der Schwerpunkt auf der aktiven Rolle der indigenen Gruppen und auf der Interaktion und
gegenseitigen Beeinflussung zwischen weißen und indianischen Kulturen.
Literatur: R. David Edmunds et al., The People: A History of Native America. New York 2006; Clifford
E. Trafzer, As Long as the Grass Shall Grow and Rivers Flow: A History of Native Americans. Fort
Worth 2000; Michael L. Oberg, Native America: A History. Malden MA, 2010; Roger L. Nichols,
American Indians in U.S. History. Norman, OK, 2003; Philip Weeks, Farewell, My Nation: The
American Indian and the United States in the Nineteenth Century. Wheeling 2001; Peter Iverson, We
Are Still Here: American Indians in the 20th Century. Wheeling, IL, 1998.
PROF. DR. OLAF BLASCHKE
081806 Vorlesung: Die Welt im 19. und 20. Jahrhundert: ein Überblick – zugleich Vorlesung:
Einführung in die neuere und neueste Geschichte
Do, 10-12h
Raum: Schloss S 10
Beginn: 09.10.2014
Die Vorlesung setzt mit der so genannten atlantischen Doppelrevolution ein und zeichnet in groben
Linien die Entwicklungstrends in Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur von 1776 bis etwa
1990 nach. Dabei werden die entscheidenden Zäsuren und die sechzig wichtigsten
weltgeschichtlichen Daten, die jeder Studierende auf einfache Weise lernen kann, vorgestellt, vor
allem aber europäische und globale Zusammenhänge und zentrale Kontroversen, die jede
angehende Historikerin und jeder angehende Historiker kennen sollte. Die Vorlesung hat
Einführungscharakter. Sie setzt außer normaler Allgemeinbildung und dem historischen Interesse an
der Vergangenheit unserer Gegenwart nichts voraus.
Literatur: Bert Altena u. Dick van Lente, Gesellschaftsgeschichte der Neuzeit 1750-1989, Göttingen
2009; Christopher A Bayly, Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780-1914,
Frankfurt 2006; Walther L. Bernecker, Europa zwischen den Weltkriegen 1914-1945, Stuttgart 2002;
Gernot Dallinger u. Hans-Georg Golz (Bearb.; Hg.: Lexikonredaktion des Verlages F. A. Brockhaus),
Weltgeschichte der Neuzeit, Bonn 2005 [bpb Schriftenreihe Bd. 486]; Jörg Fisch, Europa zwischen
Wachstum und Gleichheit 1850-1914, Stuttgart 2002; Eric J. Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme.
Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 1998 (1995); Harold James, Geschichte Europas im
20. Jahrhundert. Fall und Aufstieg 1914-2001, München 2004; Tony Judt, Die Geschichte Europas seit
dem Zweiten Weltkrieg, Bonn 2006; Hartmut Kaelble, Sozialgeschichte Europas 1945 bis zur
Gegenwart, Bonn 2007; Michael Mann (Hg.), Die Welt im 19. Jahrhundert, Wien 2009; Mark
Mazower, Der dunkle Kontinent. Europa im 20. Jahrhundert, Frankfurt 2002; Jürgen Osterhammel,
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009; Lutz Raphael,
Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation. Europa 1914-1945, München 2011; Emily S. Rosenberg
(Hg.), Geschichte der Welt. 1870-1945: Weltmärkte und Weltkriege, München 2012; Akira Iriye u.
Jürgen Osterhammel (Hg.), Geschichte der Welt. 1945 bis Heute: Die globalisierte Welt, München
2013.
PROF. DR. ULRICH PFISTER
081810 Vorlesung: Alltagsgeschichte
Di, 14-16h
Raum: Schlossplatz 46 - H4
Beginn: 07.10.2014
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die historischen Entwicklungen, die unsere alltägliche
Lebenswelt hervorgebracht haben: die Veränderung der Beziehung zum Körper durch
Medikalisierung, Sport, Mode etc., den Wandel der Arbeitswelt, fassbar durch Tailorisierung und
Rationalisierung, die Veränderung der Bedarfsdeckung durch die Verlagerung von der
Selbstversorgung zu Konsumwelten unter Einschluss der Werbung sowie schließlich die starke
Steigerung der Mobilität bzw. des Verkehrs.
Literaturhinweise: Alfons Labisch, Homo Hygienicus. Gesundheit und Medizin in der Neuzeit,
Frankfurt a. M. 1992; Alf Lüdtke, Eigen-Sinn. Fabrikalltag, Arbeitererfahrungen und Politik vom
Kaiserreich bis in den Faschismus, Hamburg 1993; Axel Schildt / Detlef Siegfried, Deutsche
Kulturgeschichte. Die Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart, München 2009.
DR. MASSIMILIANO LIVI
081825 Vorlesung: Westeuropäische Geschichte seit den 1950er Jahren: Krise und Transformationen
in Deutschland, Italien und Großbritannien
Mi, 12-14h
Raum: F 4
Beginn: 15.10.2014
Zweifellos nimmt für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts die Leitvokabel „Transformation“ eine
eher positive Valenz an, die sich z.B. mit dem Wirtschaftsboom und mit der Entstehung einer
sozialen Kultur des Massenkonsums und des Wohlstands verbinden lässt. Demgegenüber bedeutet
Transformation ab den 1970er Jahre vor allem „Krise“. Diese manifestiert sich zunächst in den
Feldern der Wirtschaft, der Industrie, der Politik.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die westeuropäische Geschichte seit den 1950er Jahren am
Beispiel von Deutschland, Italien und Großbritannien. Für die Studienanfänger bietet sie eine erste
Orientierung in die europäische Geschichte. Behandelt werden die wichtigsten Schwerpunkte der
Geschichte Westeuropas von den 1950er Jahren bis zum neuen Millennium (Kalter Krieg,
Wirtschaftsboom, internationale Politik, europäische Integrationspolitik, Mauerfall und globale
Welt). Zugleich setzt diese Vorlesung ihren besonderen Fokus auf jene zentralen Krisen- und
Transformationsprozesse, die sich unter anderem mit den Kategorien von Modernisierung,
Individualisierung bzw. Pluralisierung der westeuropäischen Gesellschaft verbinden lassen. So geht
es in dieser Vorlesung nicht nur um Krise und Transformationen in Bezug auf Wirtschaft und Staat,
sondern vor allem um ihre Deutung auf der Ebene der Kultur, der Gesellschaft, des Individuums, von
Generationen, Gender, Lebensstilen sowie von Glaube und Religiosität usw. Die Veranstaltung wird
für die fortgeschrittenen Studenten durch ein Hauptseminar ergänzt.
Empfohlene Literatur: M. Clark, Modern Italy, 1871-1995, 2. Aufl., London/New York 1995. U.
Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, C.H. Beck, München 2014. W. I. Hitchcock,
The struggle for Europe. The turbulent history of a divided continent 1945 to the present, Anchor
Books, New York 2013. T. Mergel, Großbritannien seit 1945, Göttingen 2005.
Weitere Literatur wird vor Semesterbeginn auf Learnweb zur Verfügung gestellt.
2. Proseminare
Die Teilnahme an den Proseminaren für Alte, Mittlere und Neuere Geschichte wird durch ein auf
Wahlgängen beruhendes Verteilverfahren geregelt.
Dieses wird für die Proseminare in Alter Geschichte vom Seminar für Alte Geschichte, für die
Proseminare in Mittlerer und Neuerer Geschichte vom Historischen Seminar durchgeführt.
Es wird auf die entsprechenden Hinweise zur Durchführung der Verteilverfahren hingewiesen. Um
Verzögerungen bei der Zuteilung zu vermeiden, wird darum gebeten, diese Hinweise ohne
Abweichungen zu befolgen.
Termine für das Verteilverfahren
Proseminare in Alter Geschichte
Der 1. Wahlgang findet statt:
von Montag, 23.06.2014, 10.00 Uhr, bis Donnerstag, 17.07.2014, 12.00 Uhr, an der Aufsicht der
gemeinsamen Bibliotheken (Keller Fürstenberghaus)
Bekanntgabe der Ergebnisse für den Bereich der Alten Geschichte: Freitag, 18.10.2014.2014
nachmittags (am „Schwarzen Brett“ des Seminars für Alte Geschichte)
Der 2. Wahlgang findet statt:
Von Montag, 22.09.2014, 10.00 Uhr, bis Donnerstag, 09.10.2014, 12.00 Uhr; an der Aufsicht der
gemeinsamen Bibliotheken (Keller Fürstenberghaus)
Bekanntgabe der Ergebnisse für den Bereich der Alten Geschichte: Freitag, 10.10.2014 nachmittags
(am „Schwarzen Brett“ des Seminar für Alte Geschichte)
Alte Geschichte
DR. DOROTHEA ROHDE
081347 Einführung in das Studium der Alten Geschichte: „Vorwärts, ihr Söhne Griechenlands, rettet
die Freiheit!“ / „On, you sons of Hellas! Save our Freedom!“ The Greco-Persian-Wars and their
Interpretations
Di, 14-18h
Raum: F 33
Beginn: 14.10.2014
Die Schlacht bei den Thermopylen gehört sicherlich zu den wenigen Ereignissen der Antike, von
denen in der zeitgenössischen Gesellschaft ein Basisnarrativ vorhanden ist. Ähnliches gilt auch für die
Schlacht von Salamis: „Die Perser“ des Aischylos werden auch heute noch auf die Bühne gebracht
und jüngst lief „300: Rise of an Empire“ in den Kinos. Die verschiedenen Deutungen der Perserkriege
zeigen dabei beispielhaft, wie „Geschichte gemacht wird“. Um diesen Prozess nachzuvollziehen,
vermittelt die Veranstaltung einen Überblick über den historischen Verlauf der griechisch-persischen
Auseinandersetzungen, die durch den Ionischen Aufstand ausgelöst wurden und die letztlich zur
Gründung des Ersten Attischen Seebundes führten. Darauf aufbauend wird die Rezeptionsgeschichte
der vier großen Schlachten Marathon, Thermopylen, Salamis und Plataiai exemplarisch analysiert.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: A. Albertz: Exemplarisches Heldentum. Die Rezeptionsgeschichte der Schlacht an den
Thermopylen von der Antike bis zur Gegenwart, München 2006; A. R. Burn: Persia and the Greeks.
The Defence of the West, c. 546–478 B. C., 2. Auflage, London 1984.; M. Jung: Marathon und Plataiai.
Zwei Perserschlachten als „lieux de mémoire“ im antiken Griechenland, Hypomnemata 164,
Göttingen 2006.
DR. A RMIN SCHULZ
081351 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Sparta: Aufstieg und
Niedergang / Rise and Fall oft he City of Sparta
Mi, 10-12h und Fr, 10-12h
Raum: F 030
Beginn: 15.10.2014
Im Süden der Peloponnes, im Flusstal des Eurotas liegt jene berühmtgewordene Polis Griechenlands,
Sparta. Wie kein anderer Name ist Sparta untrennbar mit kriegerischen Auseinandersetzungen
verbunden. Der Ruf der Unbesiegbarkeit haftet den Spartanern bis heute an. Sowohl für den Aufstieg
als auch für den Niedergang Spartas scheinen zwei Faktoren entscheidend: Die geographische
Isolation und die von Mythen bestimmte Ordnung. Diese daraus gewonnene anfängliche Stärke wird
für Sparta zur einseitigen Entwicklung. Ohne gewollte Erneuerung der inneren Strukturen kann
Sparta nicht auf Dauer bestehen.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Lit.: Clauss, M., Sparta. Eine Enführung in seine Geschichte und Zivilisation, München 1983; Christ, K.,
Sparta, Darmstadt 1986; Murray, O., Das frühe Griechenland, München 51995; Baltrusch, E., Sparta.
Geschichte, Gesellschaft, Kultur. München 1998; Welwei, K.-W., Sparta. Aufstieg und Niedergang
einer antiken Großmacht, Stuttgart 2005;.
EVA BAUMKAMP, M.A.
081366 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Der Peloponnesische Krieg /
Peloponnesian War
Mi, 8-10h und Do, 10-12h
Raum: F 043
Beginn: 15.04.2014
Der Peloponnesische Krieg erschütterte in den Jahren 431 bis 404 vor Christus große Teile der
antiken Mittelmeerwelt. Zwei Blöcke standen sich dabei gegenüber: Der Attische-Delische Seebund
unter Führung Athens und der Peloponnesische Bund unter seinem Hegemon Sparta. Schon der
Zeitzeuge Thukydides erkannte die Bedeutung dieses Krieges in seinem Geschichtswerk. Ziel des
Seminars ist es, die Ursachen zu beleuchten, die den Peloponnesischen Krieg auslösten, und seine
Phasen näher zu betrachten. Neben dem Krieg steht auch ein Einblick in die innere Entwicklung der
beiden Stadtstaaten Athen und Sparta im Fokus des Seminars.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: Bleckmann, B., Der Peloponnesische Krieg, München 2007. Bleicken, J., Die athenische
Demokratie, Paderborn 41995. Funke, P., Athen in klassischer Zeit, München 32007. Schulz, R.,
Athen und Sparta, Darmstadt 42011.
DR. MATTHIAS HAAKE
081370 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Sizilien in hellenistischer Zeit /
Sicily in the Hellenistic Period
Do, 10-12h und Fr, 10-12h
Raum: Do: F 102, Fr: F 3
Beginn: 09.04.2014
Die Geschichte Siziliens war in hellenistischer Zeit überaus wechselvoll und in vielerlei Hinsicht in
historische Prozesse eingebunden, die nicht nur die Insel, sondern die gesamte mediterrane Welt
betrafen. Dabei spielten sich viele späterhin typische Phänomene erstmalig auf Sizilien ab. Dies liegt
zweifellos in der Tatsache begründet, daß zwischen dem späten vierten und dem späten ersten
Jahrhundert v.Chr. Sizilien im Spannungsfeld von hellenistischen Königen, griechischen poleis,
Karthago, Rom, indigenen Bevölkerungsgruppen und Sklaven lag. Dabei prägten u.a. monarchische
Experimente in Syrakus und im Osten der Insel, der Kampf zwischen dem ‚karthagischen‘ Westen
und dem ‚griechischen‘ Osten, zwischen Karthago und Rom und die Provinzialisierung durch Rom die
Geschicke Siziliens. Ziel des Seminars ist es, die Geschichte Siziliens aus mediterraner, regionaler und
lokaler Perspektive zu analysieren dabei auf politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen
zu fokussieren.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Lit.: H.-J. Gehrke, Geschichte des Hellenismus, München 42008. M.I. Finley, Das antike Sizilien,
München 1993 u. M. Dreher, Das antike Sizilien, München 2008. L.-M. Hans, Karthago und Sizilien.
Die Entstehung und Gestaltung der Epikratie auf dem Hintergrund der Beziehungen der Karthager zu
den Griechen und den nichtgriechischen Völkern Siziliens (VI.–III. Jahrhundert v. Chr.), Hildesheim –
Zürich – New York 1983; E. Dench, Beyond Greeks and Barbarians: Italy and Sicily in the Hellenistic
Age, in: A. Erskine (ed.); A Companion to the Hellenistic World, Malden, MA – Oxford 2003, 294-310;
C. Lehmler, Syrakus unter Agathokles und Hieron II. Die Verbindung von Kultur und Macht in einer
hellenistischen Metropole, Fankfurt 2005; E. Zambon, Tradition and Innovation. Sicily between
Hellenism and Rome, Stuttgart 2008; J.R.W. Prag – J.C. Quinn (eds.), The Hellenistic West. Rethinking
the Ancient Mediterranean, Cambridge 2013; C.L. Lyons – M. Bennett – C. Marconi (eds.), Sicily: Art
and Invention between Greece and Rome, Los Angeles 2013.
PD DR. MARTIN FELL
081639 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Vom Helfer zum Herrscher.
Rom im hellenistischen Osten vom 3. zum 1. Jh.v.Chr. / From Reliever to Ruler. Rome in the
Hellenistic East from 3rd to 1st Century B.C.
Mo, 10-14h
Raum: F 040
Beginn: 13.10.2014
Rom wurde im Zuge innergriechischer Auseinandersetzungen in die Belange im Osten
hineingezogen. Zunächst kurzfristig und begrenzt, sodann immer wieder und auch längerfristig, bis
am Ende der Entwicklung weder in Griechenland selbst noch in den hellenistischen Nachfolgestaaten
des Alexanderreiches eine eigenständige Herrschaft geduldet, sondern alles dem Imperium
Romanum einverleibt wurde. In diesem Seminar wird den historischen Prozessen in all ihren
Aspekten nachgegangen: Sowohl diplomatische Missionen wie kriegerische Auseinandersetzungen,
freundschaftliche Beziehungen wie Rivalitäten werden zur Sprache kommen, um zu verstehen, worin
die Gründe für die römische Dominanz lagen.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik, Papyrologie etc.), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, das Gestalten eines thematischen Teiles einer Sitzung, eine schriftliche Hausarbeit und
eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: Hans-Joachim Gehrke, Geschichte des Hellenismus, 4. Durchgesehene Auflage München
2008 (= OGG 1B); Jochen Bleicken, Geschichte der römischen Republik, 6. Aufl. München 2004 (=
OGG 2); zum allgemeinen Überblick die entsprechenden Passagen aus: Hans-Joachim Gehrke,
Hellenismus (336 - 30 v. Chr.), in: ders., Helmuth Schneider (Hgg.), Geschichte der Antike. Ein
Studienbuch, 4. erw. Aufl., Stuttgart, Weimar 2013; Helmuth Schneider, Rom von den Anfängen bis
zum Ende der Republik (6. Jh. bis 30 v. Chr.), ebenda; aus der Cambridge Ancient History besonders
die Bände VII 1: Frank W. Walbank u.a., The Hellenistic World, Cambridge 1984² und VIII: Alan E.
Astin u.a., Rome and the Mediterranean to 133 B. C., Cambridge 1989²; Linda-Marie Günther, Volker
Grieb (Hgg.), Das imperiale Rom und der hellenistische Osten. Festschrift für Jürgen Deininger zum
75. Geburtstag, Stuttgart 2012; Charlotte Schubert, Kai Brodersen (Hgg.), Rom und der griechische
Osten. Festschrift für Hatto H. Schmitt zum 65. Geburtstag, Stuttgart 1995
KATHARINA KNÄPPER, M.A.
081385 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Die Krise der römischen
Republik / The crisis oft he Roman Republic
Di, 12-14h und Mi, 12-14h
Raum: Di: F 33; Mi: F 040
Beginn: 14.10.2014
Wie beschreibt man einen römischen Kaiser ? Um nicht in vordergründig-Biographischem zu
verharren, soll im Seminar insbesondere mit den Kategorien ‚Politikfelder’ und ‚Zielgruppen’
gearbeitet werden. Es wird also um Innen-, Provinzial- und Außenpolitik sowie um das Verhältnis des
Kaisers zu relevanten Gruppen wie Senatoren, Ritter und römisches Volkes gehen. Davon nicht zu
trennen ist auch die Frage nach dem „Image“, das Claudius bei der politischen Elite hatte. Im übrigen
steht für das Seminarthema eine Vielzahl von Quellen unterschiedlicher Gattungen zur Verfügung,
die einen breiten Einstieg in die Alte Geschichte ermöglichen.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Geographie,
Chronologie, Epigraphik, Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden
vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den
Scheinerwerb sind regelmäßige Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine
Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: Sueton, Leben des Claudius und Nero. Textausgabe mit Einleitung, kritischem Apparat und
Kommentar herausgegeben von W. Kierdorf, Paderborn 1992 (UTB, 1715); B. Levick, Claudius,
London 1990; V.M. Strocka (Hrsg.), Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41-54 n. Chr.): Umbruch
oder Episode ?, Mainz 1994; W. Kierdorf, Claudius, in: M. Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser. 55
historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997 (2. Aufl. 2001), 67-77.
EVA BAUMKAMP, M.A.
081390 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Vom Bürgerkriegsgeneral zum
Friedenskaiser: Augustus / From Civil War General to Emperor of Peace: Augustus
Mo. 10-12h und Di, 10-12h
Raum: F 043
Beginn: 13.10.2014
Nach dem Ende einer langen Reihe von Bürgerkriegen, die die römische Republik erschütterten,
erhielt der junge siegreiche Octavian, der testamentarisch adoptierte Sohn Caesars, im Jahr 27 vor
Christus neben weiteren Ehrungen auch den Namen Augustus. Er rühmte sich fortan, das alte
Staatswesen wiederhergestellt zu haben. Trotz des Slogans der res publica restituta war die
Herrschaft des Augustus (31 v.- 14 n. Chr.) einerseits eine Zeit des Wandels und der Umbrüche, die
weite Teile des politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens betrafen, andererseits
lassen sich auch Kontinuitätslinien aus der römischen Republik verfolgen. Neben der politischen
Geschichte soll daher im Seminar ein Augenmerk auf die gesellschaftlichen und sozialen Prozesse zur
Zeit des Augustus gelegt werden.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: Eck, W., Augustus und seine Zeit, München 42006. Kienast, D., Augustus. Prinzeps und
Monarch, Darmstadt 42009.
CAROLIN PURKOP, M.A.
081404 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: „Glücklich ist dieser Ort!“ Die
Lebenswelt der römischen Stadt am Beispiel Pompeiis / „Felix hic locus est!“ Life in a Roman town:
the exemple of Pompeii
Di, 8-10h und Do, 8-10h
Raum: F 234
Beginn: 14.10.2014
Am Beispiel Pompejis und der benachbarten Vesuvstädte soll die Lebenswelt einer römischen Stadt
des 1. Jh. n. Chr. rekonstruiert werden. Ziele des Seminars werden zunächst sein, die institutionellen
und soziopolitischen Rahmenbedingungen einer antiken römischen Stadt zu erarbeiten sowie das
Nebeneinander verschiedenster gesellschaftlicher Gruppierungen und Bevölkerungsschichten
aufzuzeigen. Im Mittelpunkt detaillierter Betrachtung werden im weiteren Verlauf des Seminars
insbesondere Kult und Religion, Handel und Gewerbe sowie Formen der Unterhaltung und
Freizeitgestaltung stehen. Die Erarbeitung individueller Themenfelder soll dazu befähigen, den Alltag
einzelner Bewohner der Vesuvstädte exemplarisch nachzuvollziehen. Schließlich sollen auch der
Vesusvausbruch von 79 n. Chr., seine unmittelbaren sozialen und politischen Konsequenzen und
seine literarische Verarbeitung beleuchtet werden. Die reichen archäologischen Befunde, bedingt
durch die Verschüttung im Jahr 79 n. Chr. und das teilweise gänzliche Fehlen moderner Überbauung,
sowie eine Fülle von epigraphischen und literarischen Quellen ermöglichen einzigartige Einblicke in
den Organismus der antiken Vesuvstädte.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Geographie,
Chronologie, Epigraphik, Numismatik und Papyrologie), ferner werden die wichtigsten Hilfsmittel
und Methoden vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für
den Scheinerwerb sind regelmäßige Teilnahme, ein Referat, eine Abschlussklausur und eine
schriftliche Hausarbeit obligatorisch.
Einführende Literatur: M. Beard, Pompeji. Das Leben in einer römischen Stadt, Stuttgart 2011; R.
Étienne, Pompeji. Das Leben in einer antiken Stadt, Stuttgart 51998; M. Grant, Cities of Vesuvius,
London 1971; H. Meller – J.-A. Dieckmann (Hrsg.), Pompeji – Nola – Herculaneum. Katastrophen am
Vesuv, München 2011; U. Pappalardo, Pompeji: Leben am Vulkan, Mainz 2010; K. Christ, Geschichte
der römischen Kaiserzeit, München 62009.
PROF. DR. ENGELBERT WINTER
081419 Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Das Zeitalter der Flavier / The
Age of the Flavians
Mi, 12-14h und Do, 14-16h
Raum: Mi: F 3, Do: F 33
Beginn: 23.10.2014
Der Tod Neros 68 n. Chr. bildetet den Auftakt turbulenter Ereignisse im Kampf um den Kaiserthron.
Als nach den Wirren des sogenannten Vierkaiserjahres Vespasian am 01. Juli 69 n. Chr. zum neue
Princeps ernannt wurde, bedeutete dies den Beginn der Herrschaft einer neuen Dynastie – die der
Flavier. Ziel des Proseminars ist es, die bis zur Ermordung Domitians 96 n. Chr. erkennbaren
politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in Rom, Italien und
den Provinzen zu analysieren und dabei der Frage nachzugehen, inwieweit die in diesem Zeitraum
herbeigeführten Veränderungen die Herrschaft der Flavier als eine eigenständige Epoche erscheinen
lassen
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik,
Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand
ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige
Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur: A. Garzetti, From Tiberius to the Antonines, 1974; H. Bengtson, Die Flavier. Vespasian –
Titus – Domitian. Geschichte eines römischen Kaiserhauses, 1979 (dazu auch die Rezension von W.
Eck, Gnomon 53, 1981, 343ff.); M. Griffin, The Flavians, CAH 9, 2000, 1ff.; B. Jones,/R. Milns,
Suetonius: The Flavian Emperors. A Historical Commentary, 2002; A.J. Boyle/W.J. Dominik (Hg.),
Flavian Rome. Culture, Image, Text, 2003; St. Pfeiffer, Die Zeit der Flavier. Vespasian – Titus –
Domitian, 2009.
Mittelalterliche Geschichte
DR. NILS BOCK
081830 Proseminar: Einführung in das Studium der Mittelalterlichen Geschichte: Formen der
Frömmigkeit im Mittelalter
Mi, 12-16 h
Raum: F 041
Beginn: 15.10.2014
Einem großen Interesse an der Frömmigkeit des Mittelalters in unterschiedlichen Medien, steht ein
differierendes Verständnis von Frömmigkeit gegenüber. Zugleich weist auch das Christentum im
Mittelalter eine Pluralität der Formen von Frömmigkeit auf. Neben einem Überblick über die
Entwicklung der Hauptlinie mittelalterlicher Frömmigkeit soll auch die religiöse Praxis und Konflikte
um Glaubensfragen betrachtet werden. Anhand von Quellen unterschiedlicher Gattungen sollen in
dieser Veranstaltung Einblicke in mittelalterliche Handelsgesellschaften und die wichtigsten
Strukturen des Mittelalters geboten sowie Ergebnisse der aktuellen Mittelalterforschung angewandt
werden. Von der Bearbeitung des Themas ausgehend werden Grundprobleme und –begriffe des
Studiums der mittelalterlichen Geschichte sowie seiner Methoden, Techniken und Hilfsmittel
behandelt. Für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige und aktive Teilnahme an den
Sitzungen, die Übernahme eines Referats, das Bestehen einer Abschlussklausur sowie die
Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit obligatorisch.
Bitte beachten: Im Rahmen des Seminars wird eine Exkursion angeboten. Der Termin wird mit den
Studierenden vereinbart.
Literatur: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Auflage, Stuttgart 2006;
Mathias Meinhardt u.a. (Hgg.): Mittelalter (Oldenbourg Geschichte Lehrbuch), München 2007; Bernd
Schneidmüller: Grenzerfahrung und monarchische Ordnung. Europa 1200-1500, München 2011;
Arnold Angenendt: Grundformen der Frömmigkeit im Mittelalter, München 2003 (Enzyklopädie
deutscher Geschichte, 68).
PROF. DR. MARTIN KINTZINGER
081844 Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Wissensgesellschaft
im Mittelalter
Mi, 8-12h
Raum: Orléans-Ring 12 – SRZ 18
Lange hat man das Mittelalter als dunkle Zeit missverstanden, in der Aberglauben, Vorurteile und
kirchliche Normen das Denken der Menschen bestimmt hätten. Schon die Mönche des
Frühmittelalters waren aber neugierig auf die Überlieferungen der Antike und lasen die erhaltenen
Texte, ab dem 12./13. Jahrhundert wurden die Werke des Aristoteles zunächst in der Wissenschaft,
dann in vielen Lebensbereichen rezipiert, gleichzeitig profitierte man von der Kenntnis der
arabischen Kultur, die der europäischen damals überlegen war. Wissen zu wollen, Fragen zu stellen,
Widersprüche aufzudecken und Kenntnisse für die Verbesserung der eigenen Lebensverhältnisse zu
nutzen, gehörte selbstverständlich zum Alltag der Menschen im Mittelalter. Deshalb hat man
neuerdings eine „Wissensgesellschaft“ auch schon für das Mittelalter angenommen. Das Proseminar
geht der Frage nach, ob diese Annahme zutreffend ist. Es führt zugleich in die Kenntnis wesentlicher
Entwicklungsphasen des gesamten Mittelalters ein und macht mit den methodischen Standards des
geschichtswissenschaftlichen Arbeitens in der Mittelalterforschung bekannt.
Lit. Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart (3. Aufl.) 2006; Johannes Fried,
Die Aktualität des Mittelalters. Gegen die Überheblichkeit unserer Wissensgesellschaft, Stuttgart
2001; Martin Kintzinger, Wissen wird Macht. Bildung im Mittelalter, Ostfildern (2. Aufl.) 2007.
PROF. DR. WOLFGANG ERIC WAGNER
081859 Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Heinrich I., Otto der
Große und die Entstehung des deutschen Reiches
Di, 14-16h und Mi, 10-12h
Raum: Di: F 040, Mi: F 153
Seit zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Suche nach dem „deutschen Mittelalter“ begann, zählten die
„sächsischen“ Könige Heinrich I. (919-936) und Otto I., „der Große“ (936-973), zu den
herausragenden Gestalten der deutschen Geschichte. Denn der herrschenden Meinung zufolge
standen Sie am Anfang der Geschichte des deutschen Volkes und des deutschen Reiches. In den
letzten drei Jahrzehnten sind gerade im Hinblick auf die Zeit der Ottonen neue Fragestellungen und
Methoden durch die Geschichtswissenschaft erprobt und dadurch auch bislang stumme Quellen zum
Sprechen gebracht worden. So lässt sich das Verhältnis zwischen König und Großen in neuer Weise
als ein System von Leistung und Gegenleistung im Rahmen vielschichtiger Bindungen und Bündnisse
verstehen und beschreiben. Zudem ist erkannt worden, wie sehr Formen der rituellen
Kommunikation das Zusammenleben in einer rangbewussten Gesellschaft prägten, indem sie über
Rechte und Pflichten informierten und den Zustand der Beziehungen signalisierten. Am Beispiel der
ersten beiden Herrscher aus der Königsdynastie der Ottonen soll mit Hilfe von urkundlichen,
historiographischen, bildlichen und liturgischen Quellen sowohl in zentrale Themenbereiche der
mittelalterlichen Geschichte als auch in grundlegende Arbeitstechniken, Methoden und Hilfsmittel
der Mediävistik eingeführt werden. Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind
regelmäßige und aktive Teilnahme am Seminar, die Übernahme eines Referats, die Abfassung eines
Übungstextes, das Bestehen einer Abschlussklausur sowie einer schriftlichen Hausarbeit.
Literatur: G. ALTHOFF, Die Ottonen (2012); H. KELLER/G. ALTHOFF, Die Zeit der späten Karolinger
und der Ottonen (2008); J. EHLERS, Die Entstehung des deutschen Reiches (2012); J. FRIED, Der Weg
in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024 (1994); H.-W. GOETZ, Proseminar
Geschichte: Mittelalter (2014); L. KÖRNTGEN, Ottonen und Salier (2013); M. PUHLE (Hrsg.), Otto der
Große, Magdeburg und Europa, 2 Bde. (2001).
DR. KÁROLY GODA
081863 Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Die Länder der
Heiligen Wenzelskrone: Das Königreich Böhmen im Mittelalter
Fr, 10−14h
Raum: Georgskommende 14 – G 209
Beginn: 17.10.2014
Als Schwerpunkte der mittelalterlichen Geschichte Mitteleuropas bezeichnet die traditionelle
Forschung die Landes-, Politik-, und Wirtschaftsgeschichte der westlichen und südlichen Regionen
des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Prioritäten der bisherigen Untersuchungen
lagen dabei in der Analyse der Tätigkeit von Herrschern, Landesherrn usw. der Territorien des
Reiches, der Rechtsgeschichte dieser Gebiete, der Wirtschaftsentwicklung sowie des allgemeinen
Finanzwesens. Ziel dieses Proseminars ist es, Zugänge zur spätmittelalterlichen böhmischen
Geschichte zu erarbeiten und einen Überblick zu den Charakteristika der ob genannten historischen
Thematik im Zeitraum von etwa 850 bis 1526 zu geben. Zusätzlich zu diesen Themenfeldern widmet
das Proseminar besondere Aufmerksamkeit den religions- und kulturgeschichtlichen Aspekten.
Weiterhin unterscheiden sich die mittelalterlichen Kernländer der Heiligen Wenzelskrone genuin auf
vielfältige Weise von z.B. Polen und Ungarn. In der Zusammenschau wird es also nicht zuletzt darum
gehen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der spätmittelalterlichen Landes-, Religions- und
Kulturgeschichte Ostmitteleuropas kennenzulernen. Die allgemeinen Besonderheiten und
Gemeinsamkeiten der böhmischen bzw. anderen ostmitteleuropäischen Länder sowie ihre
zeitspezifischen Aspekte und Bedeutungen sollen vergleichend untersucht werden. Ausgehend von
einem generellen Überblick wird das Proseminar die Thematik aus ganz unterschiedlichen, etwa
landes-, sozial- und religionsgeschichtlichen Perspektiven betrachten, um die kulturelle Komplexität
der ostmitteleuropäischen Regionen zu vermitteln. Für den Scheinerwerb sind rege Mitarbeit in den
Sitzungen, die Übernahme eines Referats, das Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit und das
Bestehen einer Abschlussklausur obligatorisch.
Einführende Literatur: Harald Roth (Hg.): Studienhandbuch Östliches Europa. Band 1: Geschichte
Ostmittel- und Südosteuropas. Köln, 2009; Josef Engel (Hg.): Großer Historischer Weltatlas. 3 Bde.
und Kommentarbde., 2. Aufl., München, 1979; Karl Bosl (Hg.): Handbuch der Geschichte der
böhmischen Länder. 2 Bde., Stuttgart, 1967–1974; Friedrich Prinz: Böhmen im mittelalterlichen
Europa. Frühzeit, Hochmittelalter, Kolonisationsepoche. München, 1984; Jörg K. Hoensch:
Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis ins 20. Jahrhundert. München, 1992;
Alexander Begert: Böhmen, die böhmische Kur und das Reich vom Hochmittelalter bis zum Ende des
Alten Reiches. Studien zur Kurwürde und zur staatsrechtlichen Stellung Böhmens. Husum, 2003;
Manfred Alexander: Kleine Geschichte der böhmischen Länder. Stuttgart, 2008.
DR. MARIA HILLEBRANDT
081878 Proseminar: Einführung in die mittelalterliche Geschichte: Umbrüche im 11. Jahrhundert.
Di, 14-16h und Do, 12-14h
Ort: Di, Institut für vergleichende Städtegeschichte; Mi, F 33
Beginn: 14.10.2014
Die jüngere historische Forschung betrachtet das 11. Jahrhundert als eine Wendezeit mit tief
greifenden politischen, kulturellen und sozialen Umbrüchen. Besonders in der zweiten Hälfte des 11.
Jahrhunderts erfolgten entscheidende Veränderungen. Während des sogenannten Investiturstreits
kamen Konflikte zwischen Anhängern des Reformpapsttums und Anhängern der Könige bzw. Kaiser
zum Ausbruch, die in der Folge zu weitreichenden Machtverschiebungen führten.
Anhand ausgewählter Beispiele aus diesen Themenkomplexen behandelt das Seminar
Grundprobleme und -begriffe der mittelalterlichen Geschichte und gibt Einblick in Arbeitsweisen,
Hilfsmittel und Methoden des Fachs Mittelalterliche Geschichte. Als Leistungsnachweis sind neben
regelmäßiger und aktiver Teilnahme an den Sitzungen ein Kurzreferat, eine Abschlussklausur und
eine schriftliche Hausarbeit erforderlich.
Literatur: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4., aktual. und erw. Auflage,
Stuttgart 2014; Stefan Weinfurter, Canossa. Die Entzauberung der Welt, 3. Auflage, München 2007;
Wilfried Hartmann, Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 21), 3., überarb. und
erw. Auflage, München 2007.
PROF. DR. JAN KEUPP
081882 Proseminar: Das Abendland im Aufbruch: Der Erste Kreuzzug (1095-1099)
Mi und Do, jeweils 14-16h
Raum: Mi: F 040, Do: F 102
Kinder und Habe auf Karren geladen, so hätten sich im Jahr 1095 zahlreiche Bauernfamilien ins
Heilige Land aufgemacht: „Sobald die Kleinen aber eine Burg oder Stadt erblickten, fragten sie nach,
ob das denn schon Jerusalem sei“, so berichtet der Chronist Guibert von Nogent. Sein spöttisch
Kommentar markiert zugleich das Erstaunen des gelehrten Abtes: Der Kreuzzugsaufruf Papst Urbans
II. veranlasste Menschen aus allen Bevölkerungsschichten dazu, den Aufbruch in die unbekannte
Welt des Ostens zu wagen. Staunen und Begeisterung der Zeitgenossen lässt sich produktiv nutzen:
Im Zentrum des Proseminars stehen die Gründe und gedanklichen Voraussetzungen der
Massenbewegung, das geistige Marschgepäck der Teilnehmer und die Erweiterung ihres
Wissenshorizonts auf den einzelnen Etappen ihrer bewaffneten Pilgerreise. Unter Rückgriff auf die
reiche Quellenüberlieferung zum ersten Kreuzzug sollen Arbeitstechniken und Methoden der
historischen Mediävistik vorgestellt und eingeübt werden.
Literatur: Ernst-Dieter Hehl, Was ist eigentlich ein Kreuzzug?, in: HZ 259, 1994, S. 297-336; Nikolas
Jaspert, Die Kreuzzüge (Geschichte kompakt). 6. Aufl. 2013; Peter Thorau, Die Kreuzzüge, München
2004.
DR. CHRISTIAN SCHOLL
081897 Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Häresie und
Inquisition im Mittelalter
Mo, 14-18h
Raum: F 153
Seit den ersten Jahrhunderten seines Bestehens hatte sich das Christentum mit Ansichten und
Bewegungen auseinanderzusetzen, die von der „offiziell“ vertretenen Lehrmeinung abwichen. Das
Proseminar beschäftigt sich mit diesen Gruppen von den spätantiken Donatisten und Arianern über
die hochmittelalterlichen Waldenser und Katharer bis zu den spätmittelalterlichen Hussiten. Dabei
wird den Fragen nachgegangen, unter welchen Voraussetzungen diese Bewegungen entstanden und
warum sie von „der Kirche“ als „häretisch“ eingestuft und bekämpft wurden. In diesem
Zusammenhang liegt ein weiterer Schwerpunkt des Seminars auf der unter Papst Gregor IX.
(1227-1241) eingerichteten Inquisition, die gegen Häretiker und ihre Anhänger vorgehen sollte.
Vor dem Hintergrund dieser Thematik gibt der propädeutische Teil des Proseminars einen Einblick in
die Arbeitsweisen, Hilfsmittel und Methoden des Fachs Mittelalterliche Geschichte. Als
Leistungsnachweise sind neben regelmäßiger und aktiver Teilnahme die Beteiligung an einer
Stundengestaltung, eine Abschlussklausur und eine Hausarbeit erforderlich.
Bitte beachten: Im Rahmen des Seminars wird eine Exkursion angeboten. Der Termin wird mit den
Studierenden vereinbart.
Literatur: Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert,
Münster 2006; Christoph Auffarth, Die Ketzer. Katharer, Waldenser und andere religiöse
Bewegungen, München 2005; Herbert Grundmann, Religiöse Bewegungen im Mittelalter, Berlin
1935; Malcolm Lambert, Häresie im Mittelalter. Von den Katharern bis zu den Hussiten, Darmstadt
2001; Jörg Oberste, Ketzerei und Inquisition im Mittelalter, Darmstadt 2007; Gerd Schwerhoff, Die
Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit, München 2004; Hans-Werner Goetz,
Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart ³2006; Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte
studieren, Konstanz 32011.
DR. ALEXANDER BERNER
081901 Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Der „Schwarze Tod“
in Europa / The Black Death in Europe
Mo, 10-14h
Raum: F 33
Der als „Schwarzer Tod“ bekannten Pestpandemie der Jahre 1346-1353 fiel etwa ein Drittel der
europäischen Bevölkerung zum Opfer. Die demographischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen
dieser Katastrophe veränderten die Gesellschaften des späten Mittelalters nachhaltig, sie hatte aber
auch erheblichen Einfluss auf Frömmigkeit, Theologie, Wissenschaft und Literatur. In diesem
Proseminar sollen ausgewählte Aspekte der Geschichte der Großen Pest anhand von
verschiedenartigen Quellen und einschlägiger Forschungsliteratur beleuchtet werden.
Im propädeutischen Teil dieser Veranstaltung sollen am Beispiel des „Schwarzen Todes“ die
spezifischen Arbeitsmethoden vermittelt werden, die für ein erfolgreiches Studium der
mittelalterlichen Geschichte Voraussetzung sind.
Einführende Literatur: Benedictow, Ole J.: The Black Death 1346-1353: The Complete History,
Woodbridge 2004; Bergdolt, Klaus: Der Schwarze Tod in Europa. Die Große Pest und das Ende des
Mittelalters, München 52003 (Beck'sche Reihe); Graus, František: Pest – Geißler, Judenmorde. Das
14. Jahrhundert als Krisenzeit, Göttingen 1987 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für
Geschichte 86); Jankrift, Kay Peter: Krankheit und Heilkunde im Mittelalter, Darmstadt 2003
(Geschichte kompakt).
PROF. DR. WOLFRAM DREWS
081916 Proseminar: Isabella und Ferdinand: Das Zeitalter der „Katholischen Könige“ im
spätmittelalterlichen Spanien
Mi, 10-14h
Raum: F 33
Die Eheleute Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón, in der Geschichte meist mit dem ihnen
1496 verliehenen Titel „Katholische Könige“ bezeichnet, regierten in einer Umbruchszeit, die mit
dem angeblichen Beginn eines „einheitlichen“, „national“ geeinten Spaniens, mit der Errichtung
eines „modernen“ Staates, mit dem Übergang von „Reconquista“ zu Conquista, aber auch mit dem
Ende des multikulturell geprägten Spaniens des Mittelalters in Verbindung gebracht wird.
Unabhängig davon, ob die Verwendung dieser Begriffe sinnvoll ist, wird man konstatieren können,
daß in dieser Umbruchszeit zahlreiche Weichenstellungen erfolgten, die für die weitere Geschichte
Spaniens, Europas und Amerikas von nicht zu unterschätzender Bedeutung waren. Als
einschneidende Ereignisse seien hier nur die Errichtung der monarchischen Inquisition, die
Vertreibung der Juden, die Eroberung des letzten islamischen Reiches auf der Iberischen Halbinsel,
die Zwangsbekehrung der Muslime Kastiliens und die „Entdeckung“ Amerikas genannt. Das Seminar
problematisiert die angesprochenen Politikbereiche sowie ausgewählte Aspekte des kulturellen
Lebens und fragt danach, welche mittelalterlichen und neuzeitlichen Züge die spanische Gesellschaft
in der Regierungszeit der Katholischen Könige aufwies.
Literatur: Miguel Angel Ladero Quesada, .Das Spanien der katholischen Könige. Ferdinand von
Aragon und Isabella von Kastilien, 1469 – 1516, Innsbruck 1992; Joseph Pérez, Ferdinand und
Isabella. Spanien zur Zeit der katholischen Könige, München 1989; Klaus Herbers, „Das kommt mir
spanisch vor“ Zum Spanienbild von Reisenden aus Nürnberg und dem Reich an der Schwelle zur
Neuzeit, in: „Das kommt mir spanisch vor“ – Eigenes und Fremdes in den deutsch-spanischen
Beziehungen des späten Mittelalters, ed. Klaus Herbers / Nikolas Jaspert, Münster 2004, 1-30; Klaus
Herbers, Pilgerfahrten und Nürnberger Pilger auf der Iberischen Halbinsel in der Zeit um 1500, in:
Pirckheimer Jahrbuch für Renaissance- und Humanismusforschung 17 (2002), 53-78; Henry Kamen,
Die spanische Inquisition, München 1967; ders., The Spanish Inquisition. A Historical Revision. New
Haven 1997.
GESA WILANGOWSKI
081920 Proseminar: Einführung in das Studium der Mittelalterlichen Geschichte: Ende des
Mittelalters? Die Zeit Maximilians I.
Mi, 12-14 und 16-18h
Raum: F 030
Dass Albrecht Dürer den alternden Kaiser mit einem Granatapfel in der Hand porträtierte, verweist
neben aller Symbolik auch auf die belegte Liebe des Habsburgers zu exotischen Früchten. Eine
Extravaganz, die unsere Vorstellung eines mittelalterlichen Kaisers stören mag, der sich gleichsam
traditionell als "Ritter" inszenierte. Ausgehend von der Person Maximilians I., soll gemeinsam die
Epochenschwelle zur Neuzeit erarbeitet, hinterfragt und in ihrer Sinnhaftigkeit problematisiert
werden.
Das Themenfeld wird dazu breit angelegt und geht von aktuellen Forschungsfragen aus. Lassen sich
„Ritter“ und „Granatapfel“ nicht als Zeichen herrschaftlicher Propaganda zusammen denken und
interpretieren? Anknüpfend an die Thematik werden im propädeutischen Teil des Proseminars
Arbeitsweisen, Hilfsmittel und Methoden der Mediävistik erlernt und eingeübt.
Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige und aktive Teilnahme an
den Sitzungen, die Übernahme eines Referats, das Bestehen einer Abschlussklausur sowie die
Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
Literatur: Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Auflage, Stuttgart 2006.
Wiesflecker, Hermann: Kaiser Maximilian I. Das Reich, Österreich und Europa an der Wende zur
Neuzeit, 5 Bände, Oldenbourg [u. a.] 1971–1986.
JAN CLAUß
082912 Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Die Teile und das Ganze – das
Reich der Staufer die Staufer und das Reich
Fr, 12-16h
Raum: F 042
Mit der Dynastie der Staufer bringt man gemeinhin die Namen vermeintlich großer
Einzelpersönlichkeiten wie Kaiser Friedrich I. „Barbarossas“ und seinen Enkel Friedrich II. in
Verbindung. Ob als Kreuzfahrer, erbitterter Gegner des lombardischen Städtebundes, (wiederholt)
exkommunizierte Kontrahenten des Papstes oder als Staunen der Welt als stupor mundi haben die
beiden Staufer sowohl unter ihren Zeitgenossen als auch bei späteren Generationen von Historikern
bewundernde Anhänger und entschiedene Kritiker gefunden. Die schnell einsetzende
Legendenbildung trug dazu bei, dass sie auch heute zu den bekanntesten Herrscherfiguren des
(deutschen) Mittelalters gehören. Damit erscheinen die beiden Friedriche gewissermaßen als Fluch
und Segen ihres Adelsgeschlechts und ihrer Zeit; einerseits regen sie zur Beschäftigung mit sich und
ihrer Lebenswelt an. Gleichzeitig drohen sie den Blick auf die komplexen, dynamischen
Konstellationen, in denen sie agierten, zu verstellen. Das Proseminar möchte daher besonders auf
die weiteren strukturellen Bedingungsfaktoren staufischen König- und Kaisertums eingehen und
damit Gelegenheit bieten, verschiedene politische und kulturelle Horizonte und
Handlungsspielräume im ausgehenden Hochmittelalter zu thematisieren.
Für den zu thematisierenden Ausschnitt des ausgehenden Hochmittelalters liegt eine große Anzahl
von Quellen verschiedener Gattungen vor. Anhand einer thematisch relevanten Auswahl erfolgen im
propädeutischen Teil des Seminars Einleitung und Einübung in die für das mediävistische Arbeiten
erforderlichen Methoden, Hilfs-Mittel und -Wissenschaften.
Für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige und aktive Teilnahme am Seminar,
worunter die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen in Form kleinerer (schriftlicher) Hausarbeiten
fallen können, erforderlich. Zudem sind als Einzelleistungen Referat, Abschlussklausur und eine
Seminararbeit erfolgreich zu absolvieren.
Engels, Odilo: Die Staufer, 9. erg. Aufl., Stuttgart 2010. Goez, Werner: Lebensbilder aus dem
Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer, 3. Aufl., Darmstadt 2010. Keller, Hagen:
Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und
Staufer 1024 bis 1250, Frankfurt a.M. 1990. Kölzer, Theo (Hrsg.): Die Staufer im Süden. Sizilien und
das Reich, Stuttgart 2000.
Neuere und Neueste Geschichte
DR. PHILIP HOFFMANN-REHNITZ
081935 Proseminar: Der Bauernkrieg
Mi, 14-16h und Do, 12-14h
Räume: Mi: F 042, Do: F 102
Der sogenannte „Deutsche Bauernkrieg“ von 1524/25 gehört zu den konstitutiven historischen
Ereignissen am Beginn der Neuzeit in Mitteleuropa. Von dieser Aufstandsbewegung waren weite
Teile im Süden und der Mitte des Reichs betroffen; sie umfasste neben den ländlichen Gesellschaften
auch zahlreiche Städte. Die Ursachen hierfür waren vielschichtig und lagen in tiefgreifenden
Veränderungen der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen an der
Wende vom Mittelalter zur Neuzeit begründet. Enge Wechselbeziehungen bestanden zudem zur
Reformation. Die Veranstaltung wird demnach zum einen den Ursachen, historischen Hintergründen
und Grundlagen, dem Verlauf, den Folgen wie auch der kulturellen und historiographischen
Rezeption des „Großen Bauernkriegs“ nachgehen. Darüber hinaus werden aber auch vergleichend
andere Fälle von überregionalen bäuerlichen Aufstandsbewegungen bzw. „Bauernkriegen“
besprochen, die sich in größerer Anzahl im Verlauf der Frühen Neuzeit in Mitteleuropa ereigneten
(jedoch ohne dieselbe Prominenz wie der Bauernkrieg von 1524/25 erlangt zu haben). Im Rahmen
des Proseminars werden am Beispiel des Themas Bauernkrieg zentrale Techniken des
wissenschaftlichen und historischen Arbeitens besprochen, der Umgang mit Quellen und
wissenschaftlicher Literatur eingeübt und wichtige Ansätze und Theorien in der
Geschichtswissenschaft bzw. der Neueren Geschichte diskutiert.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige aktive Teilnahme, die
Übernahme eines mündlichen Referats, das Bestehen einer Abschlussklausur über die
propädeutischen Inhalte des Proseminars sowie die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
Einführende Literatur zum Bauernkrieg: Peter Blickle: Der Bauernkrieg. Die Revolution des Gemeinen
Mannes, München 4. Aufl. 2012 (zur Anschaffung und vorbereitenden Lektüre empfohlen). Peter
Blickle: Die Revolution von 1525, München 4. Aufl. 2004. Peter Blickle: Unruhen in der ständischen
Gesellschaft 13000-1800, München 2. Aufl. 2012.
DR. ANDREAS RUTZ
081940 Proseminar: Das Täuferreich von Münster
Mi, 14-18h
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte
Das Täufertum ist eine der schillerndsten Bewegungen der Reformationszeit. Es umfasst eine Vielzahl
religiöser Gruppen, die insbesondere durch die Ablehnung der Kindtaufe schon früh in Gegensatz zu
den herrschenden konfessionskirchlichen Strömungen der Zeit gerieten. Seit 1529 wurden sie
reichsrechtlich mit der Todesstrafe bedroht. Die Ursprünge des Täufertums liegen in der Schweiz, in
Süddeutschland und in den Niederlanden. Von hier gingen wichtige Impulse für die Entwicklung der
täuferischen Bewegung im Rheinland und in Westfalen aus. Eine überragende Bedeutung kommt in
diesem Raum dem 1534 etablierten Münsteraner Täuferreich zu, das als die wohl radikalste
Ausprägung des Täufertums gelten kann. In der zum neuen Jerusalem ausgerufenen Stadt wurde –
vielfach gewaltsam – eine neue Gesellschaftsordnung eingeführt, die auf Taufgesinnte im
Nordwesten des Reiches eine große Anziehungskraft ausübte. Dem Fürstbischof von Münster als
Stadtherrn gelang es schließlich im Juni 1535 mit Unterstützung benachbarter Fürsten die Stadt
einzunehmen und den katholischen Glauben wieder herzustellen.
Im Proseminar soll die Geschichte des Täuferreichs anhand von Quellen und Sekundärliteratur
diskutiert werden. Dabei werden sowohl die spezifischen stadt- und landesgeschichtlichen Aspekte
des Themas als auch allgemeine Fragen der Reformationsgeschichte erörtert. Darüber hinaus führt
das Proseminar anhand des Themas in Methoden und Hilfsmittel der neueren Geschichte ein und
vermittelt die grundlegenden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.
Literatur: LAUBACH, Ernst: Reformation und Täuferherrschaft, in: JAKOBI, Franz-Josef (Hrsg.):
Geschichte der Stadt Münster, Bd. 1, Münster 1993, S. 145–216; LUTTERBACH, Hubertus: Der Weg in
das Täuferreich von Münster. Ein Ringen um die heilige Stadt (Geschichte des Bistums Münster 3),
Münster 2006; ROTHKEGEL, Martin: Art. ‚Täufer‘, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 13, Stuttgart
2011, Sp. 282–289.
PROF. DR. MICHAEL SIKORA
081954 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Adel in der Frühen Neuzeit
Di, 16-18h und Mi, 10-12h
Räume: Di: Orléans Ring 12 – SRZ 115, Mi: F 043
In der Zeit vor der Französischen Revolution spielte der Adel noch eine ganz andere Rolle als heute.
Als privilegierter Herrschaftsstand repräsentierte er in besonders herausgehobener Weise die
Prinzipien einer vormodernen Gesellschaftsstruktur. Nicht zuletzt spiegelte sich diese Rolle in der
Herausbildung einer spezifischen Standeskultur. Die Untersuchung adliger Lebensweisen eröffnet
daher besonders aufschlußreiche Einblicke in eine Epoche, an der uns vieles fremd vorkommt, bei
der es also auch besonderer Herangehensweisen bedarf, um sie angemessen begreifen zu können.
Adelsgeschichte ist überdies zur Zeit ein intensiv bearbeitetes Forschungsfeld. Nicht zuletzt deshalb
ermöglicht es ein solches Thema, unterschiedliche Perspektiven der Geschichtswissenschaft zu
erproben, etwa im Hinblick auf Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte,
Landesgeschichte oder auch Rechts- und Verfassungsgeschichte. Allerdings werden wir es nicht mit
linearer Ereignisgeschichte zu tun haben. Erforderlich ist daher auch die Bereitschaft und Flexibilität,
sich immer wieder neu auf verschiedene Fallbeispiele und Konstellationen einzulassen. Die
Beschäftigung mit dem Thema dient zugleich dazu, exemplarisch die Arbeitsweisen des Studiums
und der Forschung kennenzulernen. Zu diesem Zweck werden begleitend die wichtigsten Hilfsmittel
und Grundsatzfragen des Faches vorgestellt und besprochen. Wichtige Fertigkeiten wie
Recherchieren, Interpretieren und Präsentieren sollen durch Referate, schriftliche Ausarbeitungen
und eine Abschlußklausur geübt werden.
Erste Literaturhinweise: Martina Schattkowsky (Hrsg.): Adlige Lebenswelten in Sachsen, Köln 2013;
Jörn Leonhard, Christian Wieland (Hrsg.): What Makes the Nobility Noble?, Göttingen 2011; Eckart
Conze u.a. (Hrsg.): Adel in Hessen, Marburg 2010; Michael Sikora: Der Adel in der Frühen Neuzeit,
Darmstadt 2009 (mit weiterführenden Literaturangaben); Gudrun Gersmann u. a. (Hrsg.): Adlige
Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen der Frühen Neuzeit, Köln u. a. 2009; Walter
Demel, Ferdinand Kramer (Hrsg.): Adel und Adelskultur in Bayern, München 2008; Ronald G. Asch:
Europäischer Adel in der Frühen Neuzeit, Köln / Weimar / Wien 2008.
DR. STEFAN LEHR
081969 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren und neuesten Geschichte: Aufklärung in
Russland im 18. Jahrhundert
Do, 12-16h
Raum: Krummer Timpen 5 – ULB 202
Ob und in welchem Maße Russland an der Aufklärung teilgenommen hat, ist unter Historikern
umstritten. Gewöhnlich spricht man im Falle Russlands von einer Aufklärung ‚von oben‘: die
Petrinischen Reformen zu Beginn des 18. Jahrhunderts legten die Grundlagen für die
„Frühaufklärung“. Die seit 1762 herrschende Kaiserin Katharina die Große gilt als bedeutende
Vertreterin des aufgeklärten Absolutismus.
Das Proseminar möchte mit russischen Aufklärern vertraut machen und allgemeine Fragen der
Aufklärungsforschung am Beispiel des Russischen Reiches betrachten. Hierzu untersuchen wir
geographische (Moskau, St. Petersburg, Provinzstädte) und institutionelle Orte (Wissenschafts- und
Bildungseinrichtungen, kaiserlicher Hof und Adelssalons), an denen die Aufklärung stattfand. Anhand
ausgewählter Themen und Diskurse der Aufklärung fragen wir nach den Praktiken der Übernahme
und Umformung des westlich aufgeklärten Gedankengutes in Russland.
Die Lehrveranstaltung führt in grundlegende Methoden, Techniken und Hilfsmittel der neueren und
neuesten Geschichte ein. Für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind neben einer regelmäßigen
und aktiven Teilnahme die Übernahme eines Referats, das Bestehen einer Klausur sowie das
Verfassen einer Hausarbeit erforderlich.
Einführende Literatur: Manfred Hildermeier: Geschichte Russlands. Vom Mittelalter bis zur
Oktoberrevolution. München 2013; Claus Scharf: Aufklärung „von oben“: Das Russische Reich, in:
Wolfgang Hardtwig (Hg.): Die Aufklärung und ihre Weltwirkung. Göttingen 2010, S. 169-202; Michael
Schippan: Die Aufklärung in Russland im 18. Jahrhundert. Wiesbaden 2012; Barbara
Stollberg-Rilinger: Die Aufklärung. Europa im 18. Jahrhundert. Stuttgart 2000; Dies. (Hg.): Was ist
Aufklärung? Thesen, Definitionen, Dokumente. Stuttgart 2000.
DR. TILMAN HAUG
083024 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Der Westfälische Frieden
von 1648 und seine Folgen
Mo, 10-12h und 14-16h
Raum: 10-12h: Orléans-Ring 12 - SRZ 202; 14-16h: F 33
Der 1648 in Münster und Osnabrück geschlossene Westfälische Frieden war nicht nur eines der
zentralen politischen Ereignisse der Frühen Neuzeit, das einen dreißig Jahre dauernden Krieg
beendete, in den die europäischen Mächte ausweglos verstrickt schienen. Er beeinflusste auch das
Völkerrecht und die Theorie und Praxis der Diplomatie so nachhaltig, dass mancherorts das gesamte
System moderner Zwischenstaatlichkeit als „Westfälisches System“ bezeichnet wird. Das Proseminar
wird sich nicht zuletzt kritisch mit der Frage auseinandersetzen, wie „zukunftsweisend“ der Frieden
tatsächlich war, wo er ältere Traditionen fortschrieb und wo spätere Entwicklungen in den
Außenbeziehungen grundlegend von den Intentionen der Friedenschließenden abwichen. Neben
Diplomatie- und Völkerrechtsgeschichte sollen aber auch kultur- und sozialgeschichtliche
Fragestellungen eine wichtige Rolle spielen: Warum war bspw. das Zeremoniell auf dem
Friedenskongress für die Akteure so wichtig? Wie wirkten sich die vielfältigen Sozialbeziehungen von
Gesandten auf ihre Diplomatentätigkeit aus? Wie wurden Frieden und Friedenskongress als
Ereignisse von den Zeitgenossen in Text und Bild dargestellt und erinnert?
Das Proseminar soll anhand eines zentralen Ereignisses in die Geschichte frühneuzeitlicher
Außenbeziehungen einführen und dabei grundlegende geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken
vermitteln.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige aktive Teilnahme, die
Übernahme einer Präsentation bzw. eines Kurzreferats im Seminar, das Bestehen einer
Abschlussklausur sowie die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
Lektüre zur Einführung in das Studium der Neueren Geschichte: Birgit Emich, Geschichte der Frühen
Neuzeit studieren (UTB basics), Konstanz 2006. Zur ersten Einführung in das Thema: Derek Croxton /
Anuschka Tischer (Hrsg.): The Peace of Westphalia. A Historical Dictionary. Westport / London 2002;
Christoph Kampmann: Europa und das Reich im Dreissigjährigen Krieg: Geschichte eines
europäischen Konflikts, Stuttgart 2008 (2. Aufl. 2013). Sowie das entsprechende Kapitel in Heinz
Schilling: Konfessionalisierung und Staatsinteressen. Internationale Beziehungen 1559-1660
(Handbuch der Geschichte der Internationalen Beziehungen 2), Paderborn u.a. 2007.
DR. RÜDIGER SCHMIDT
081973 Proseminar: Die Französische Revolution
Mo, 18-20h und Mi, 16-18h
Räume: Mo: F 102, Mi: F 041
Die Französische Revolution „wurde zum Laboratorium der Moderne, indem sie in der kurzen
Spanne eines Jahrzehnts die unterschiedlichen Verfassungsformen entwickelte, die für das 19. und
20. Jahrhundert wirkungsmächtig werden sollten, von der konstitutionellen Monarchie über die
Republik bis zur bonapartistischen Diktatur“ (Thamer). Die Ursachen und Ziele des umstürzenden
Umbruchs von 1789 erstreckten sich mit gleicher Intensität auf die Sphäre von Staat und Politik wie
auf die primär lebensweltlich integrierten Daseinsbereiche des öffentlichen und privaten Bereichs.
Immer weniger hat sich seit geraumer Zeit eine Vorstellung von der Revolution behaupten können,
die in den sozial-ökonomischen Wandlungsprozessen die entscheidende Zäsur der Jahre um 1789
ausmachte. Immer mehr hat sich demgegenüber die leitende Perspektive von einem revolutionär
induzierten „Bruch des gesellschaftlichen Bewußtseins“ (Koselleck) durchgesetzt, der sich nicht nur
als Folge, sondern mindestens genauso als Voraussetzung für die gravierenden Umbrüche in den
Bereichen des kulturellen Lebens, der veränderten Kommunikationserfahrung und dem
tiefgreifenden Wandel der Wertesysteme bewerten läßt. Das Seminar thematisiert die finale Krise
des französischen Ancien Régimes sowie die Ursachen und Ziele, den Verlauf, die Zäsuren und die
Folgen der Revolution bis zum Beginn des napoleonischen Zeitalters.
Ferner bietet das Seminar im propädeutischen Teil eine Einführung in die Theorien und Methoden,
Hilfsmittel und Arbeitstechniken der neueren und neuesten Geschichte. Für den Erwerb eines
Seminarscheins sind die regelmäßige Teilnahme, die Übernahme eines Referats, eine schriftliche
Hausarbeit sowie eine Abschlussklausur obligatorisch.
Literatur zur Einführung: François Furet/ Denis Richet, Die Französische Revolution, Frankfurt a.M.
1989. Rolf Reichardt, Das Blut der Freiheit. Französische Revolution und demokratische Kultur,
Frankfurt a.M. 1998. Christina Schröer, Republik im Experiment. Symbolische Politik im
revolutionären Frankreich (1792-1799), Köln/Weimar/Wien 2014. Zur Anschaffung empfohlen:
Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution, München 42013.
DR. THOMAS TIPPACH
081988 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Der Deutsche Bund
Di, 12-14h und Mi, 12-14h
Räume: Di: F 153, Mi: Orléans-Ring 12 – SRZ 214
Beginn 14.10. 2014
Die politische Organisation Deutschlands nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft war eines
der zentralen Verhandlungsfelder des Wiener Kongresses. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage
einer bundesstaatlichen oder staatenbündischen Ausgestaltung der föderativen Ordnung. Die am
8. Juni 1815 verabschiedete Bundesakte schuf schließlich eine in erster Linie auf die Verteidigung
nach außen und die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung im inneren ausgerichtete Allianz
deutscher Fürsten und freier Städte. Im Seminar sollen zum einen die unterschiedlichen Interessen
der europäischen Mächte und der deutschen Staaten auf dem Wiener Kongress untersucht werden,
zum anderen richtet sich das Interesse auf die Politik des Deutschen Bundes, vor allem auf das
Verhältnis zur entstehenden deutschen Nationalbewegung.
Literatur: Helmut Rumpler (Hg.), Deutscher Bund und deutsche Frage 1815 [- 1866 : europäische
Ordnung, deutsche Politik und gesellschaftlicher Wandel im Zeitalter der bürgerlich-nationalen
Emanzipation, Wien 1990; Jürgen Angelow, Der Deutsche Bund, Darmstadt 2003; Jürgen Müller, Der
Deutsche Bund 1815-1866, München 2006; Wolf D. Gruner, Der Deutsche Bund 1815-1866,
München 2012.
DR. LENA KRULL
081992 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren und neuesten Geschichte: Geschichte
der Urbanisierung im 19. und 20. Jahrhundert
Mi, 10-12h und 14-16h
Raum: 10-12h: Orléans-Ring 12 - SRZ 203; 14-16h: Schlossplatz 46 - H 4
Berlin ist arm, aber sexy, Münster die „Friedensstadt“ und Essen Kulturhauptstadt Europas –
Stadtverwaltung und Stadtmarketing bemühen sich seit einigen Jahrzehnten eifrig, ihrer Stadt ein
unverkennbares, einmaliges Image zu geben. Entsprechend fragt die Stadtsoziologie nach Eigenlogik
(Martina Löw), Habitus und Bild der Städte. Auch in der Geschichtswissenschaft haben diese
Anregungen Aufnahme gefunden und die ohnehin stark auf die Stadt als zentralem Ort der
Vergesellschaftung fokussierte Forschung ergänzt.
Die Lehrveranstaltung behandelt schwerpunktmäßig die Entwicklung deutscher Städte im 19. und 20.
Jahrhundert unter den Vorzeichen von Urbanisierung und Industrialisierung (Kommunalverwaltung,
Städtebau, Lebensbedingungen). Auch „Theoretiker“ der Stadt wie z.B. Max Weber oder Georg
Simmel werden Berücksichtigung finden. Das Seminar führt außerdem in das wissenschaftliche
Arbeiten sowie zentrale Arbeitstechniken, Methoden und Hilfsmittel der neueren und neuesten
Geschichte ein.
Für den erfolgreichen Abschluss des Seminars sind die regelmäßige und aktive Teilnahme (inkl.
wöchentlicher Hausaufgaben), die Übernahme eines Kurzreferats, das Bestehen der
Abschlussklausur sowie das Verfassen einer Hausarbeit (10-15 Seiten) erforderlich.
Literatur: Wolfgang R. Krabbe, Die deutsche Stadt im 19. und 20. Jahrhundert. Eine Einführung,
Göttingen 1989; Jürgen Reulecke, Geschichte der Urbanisierung in Deutschland, Frankfurt a.M. 1985;
Barbara Wolbring, Neuere Geschichte studieren, Konstanz 2006.
DR. SANDRA KRAFT
082009 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: "Race" im 20. Jahrhundert
in den USA
Mo, 12-12h und Di, 10-12h
Räume: Mo: F 153, Di: Orléans-Ring – SRZ 17
Während mit Ende des Bürgerkrieges 1865 und mehreren Verfassungsänderungen die Sklaverei in
den USA abgeschafft worden war, war es dennoch nicht gelungen, tatsächliche Gleichheit zwischen
"schwarz" und "weiß" herzustellen. Vielmehr sorgte das Segregationssystem im Süden der USA
dafür, dass die Rechte der AfroamerikanerInnen auf allen gesellschaftlichen Ebenen eingeschränkt
wurden. Dementsprechend wurde die innenpolitische Entwicklung im 20. Jahrhundert stark von
diesem Konflikt geprägt. Untersucht werden deshalb die fortwirkende Ungleichheit in Bezug auf den
Faktor "race". Anhand einzelner Beispiele – vom New Deal über den 2. Weltkrieg bis hin zur
Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre – soll die Emanzipationsbewegung der
AfroamerikanerInnen untersucht werden. Diese Entwicklung soll mittels politischer wie auch sozialer
und geschlechterspezifischer Fragen in den Blick genommen werden.
Sehr gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung, da die Literatur nahezu ausschließlich in englischer
Sprache vorliegt!
PROF. DR. EDUARD MÜHLE
082013 Proseminar: Die Volksrepublik Polen / The People's Republic of Poland
Do, 16-20h
Raum: Johannisstr. 12-20 - ES 24
Beginn 16.10.2014
Das Proseminar wird am Beispiel der polnischen sozialistischen Nachkriegsgesellschaft der Jahre
1945-1989 eine Einführung in die neueste Geschichte bieten. Dazu werden exemplarische
Schlüsseldokumente der Geschichte der Volksrepublik Polen sowie zentrale Texte der einschlägigen
Sekundärliteratur analysiert und – in Verzahnung mit einer systematischen propädeutischen
Einführung in das Handwerkszeug und die Arbeit des Neuzeithistorikers – jeweils in Einzelreferaten
und gemeinsamer Seminararbeit 'zum Sprechen gebracht'. Dazu sind alle im Learnweb
bereitgestellten Quellentexte und Sekundärtitel von allen TeilnehmerInnen zur jeweiligen Sitzung
vorzubereiten. Intensive Mitarbeit ist mithin neben den im Modulhandbuch ausgewiesenen weiteren
Anforderungen (Referat, Klausur, Hausarbeit) unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche
Teilnahme.
Einführende Literatur: Włodzimierz Borodziej, Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, München 2010,
S. 253-382; Adam Krzemiński, Polen im 20. Jahrhundert. Ein historischer Essay, München 1993, S.
109-180.
FREDERIK SCHULZE
082028 Proseminar: Modernisierungsdenken und Entwicklungspolitik in Lateinamerika und Afrika
(1960er-1970er Jahre)
Do, 10-12h und 14-16h
Räume: 10-12h F 33, 14-16h: Orléans-Ring 12 – SRZ 216
Modernisierungsdenken und Entwicklungspolitik waren im Kalten Krieg wichtige Themen in
Lateinamerika und Afrika und bestimmten die Wirtschaftspolitik sowohl der gerade unabhängig
gewordenen afrikanischen Staaten als auch der vornehmlich von Militärdiktaturen regierten
lateinamerikanischen Länder. Die USA, aber auch die UdSSR propagierten Wirtschaftswachstum und
technischen Fortschritt als universal wünschenswerte Ziele und betrieben Entwicklungshilfe, auch
um ihren Einfluss in der Dritten Welt, so der Sprachgebrauch der Zeit, auszubauen. Selbst die
Vereinten Nationen riefen Entwicklungsdekaden aus und regten Infrastruktur- und
Industrialisierungsprojekte an. Das Seminar soll zum einen diese größeren Politiken im Kontext des
Kalten Krieges und historischer Vorläufer erklären, als auch anhand von ausgewählten Fallbeispielen
– etwa Staudämmen, Kernkraftwerken, Straßenbauprogrammen und Vierjahresplänen – die
nationale und regionale Implementierung solcher Ideen nachvollziehen.
Einführende Literatur: König, H.-J.: Kleine Geschichte Lateinamerikas, 2009, Speitkamp, W.: Kleine
Geschichte Afrikas, 2009, Westad, O. (Hg.): Reviewing the Cold War, 2000.
DR. CHRISTOPH LORKE
082032 Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Kommunismus am Ende.
1989/90 in der DDR und Osteuropa
Mo, 12-16h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 204
"Unglaublich", "unfassbar", oder einfach nur "Wahnsinn": Ausrufe wie diese waren häufig zu hören
an jenem Abend des 9. November 1989, unmittelbar nach der Öffnung der ersten Berliner
Grenzübergangsstellen. Die Reaktionen aus dem Herbst 1989 drücken vor allem die zeitgenössische
Überraschung aus, galt die DDR seinerzeit doch neben der Volksrepublik Bulgarien als stabilster
kommunistischer Staat. Wie konnte dieser Staat innerhalb nur weniger Wochen derart rasch
zusammenbrechen? Welche Faktoren begünstigten die „Implosion" der SED-Herrschaft? Die
gängigen Erzählungen suggerieren nicht selten eine gewisse Zwangsläufigkeit nicht nur auf den
Fluchtpunkt „1989“ hin, sondern auch in Richtung Wiedervereinigung. Wie wenig geradlinig die
Geschehnisse im Doppeljahr jedoch waren und wie unterschiedlich die getrennte bzw. geteilte
Zukunft von den wichtigsten Entscheidungsträgern beurteilt wurde, wird ebenfalls im Seminar
fokussiert. Ein wichtiges Anliegen ist es dabei, 1989/90 in einen (ost-)europäischen Zusammenhang
einzuordnen, treten doch erst nach Vergleich und Kontrastierung mit weiteren Staaten des
„Ostblocks" nationale Spezifika sowie transnational übergreifende Entwicklungen hervor.
Im Seminar werden die Studierenden ferner mit den grundlegenden Methoden und Techniken der
Neueren und Neuesten Geschichte vertraut gemacht. Hierfür sind umfangreiche praktische
Übungsanteile vorgesehen. Für einen Leistungsnachweis sind neben einer regelmäßigen und aktiven
Teilnahme das Halten eines Referats, das Bestehen einer Klausur sowie das Verfassen einer
Hausarbeit erforderlich.
Literatur zur Einführung: Dalos, György: Der Vorhang geht auf : das Ende der Diktaturen in
Osteuropa, München 2009; Düring, Michael: 1989 - Jahr der Wende im östlichen Europa, Lohmar
2011.Großbölting, Thomas/ Kollmorgen, Raj/Schmidt, Rüdiger (Hg.): Das Ende des Kommunismus.
Die Überwindung der Diktaturen in Europa und ihre Folgen, Essen 2010; Henke, Klaus-Dietmar:
Revolution und Vereinigung 1989/90. Als in Deutschland die Realität die Phantasie überholte,
München 2009; Kowalczuk, Ilko-Sascha: Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, München
2009; Rödder, Andreas: Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der Wiedervereinigung,
München 2009.
3. Kurse
PROF. DR. ULRICH PFISTER
082047 Kurs: Einführung in die Wirtschaftsgeschichte
Mo, 14-16h
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte
Beginn 13.10.2014
Der Kurs verfolgt drei Ziele: Erstens sollen die Teilnehmer(innen) durch Kenntnisse zentraler
Konzepte der Volkswirtschaftslehre in die Lage versetzt werden, wirtschaftshistorische Literatur zu
verstehen. Dies erfolgt zweitens überwiegend anhand von historischen Beispielen, die einen Bezug
zu meiner Vorlesung aufweisen und somit deren Inhalt vertiefen. Drittens wird ein Überblick über
die von der Wirtschaftsgeschichte behandelten Themenfelder geboten. Chronologisch liegt der
Schwerpunkt auf der Zeit vom 18. zum 20. Jh.
Literaturhinweise: Ambrosius, Gerold et al. (Hg.), Moderne Wirtschaftsgeschichte. Eine Einführung
für Historiker und Ökonomen, München ²2006; Christoph Buchheim, Einführung in die
Wirtschaftsgeschichte, München 1997.
4. Hauptseminare
Alte Geschichte
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
PD DR. M ARTIN FELL
081423 Hauptseminar: Die Ägäis im langen 5. Jahrhundert v. Chr. / The Aegean Sea During the 5th
Century B.C.
Di, 10-12h
Raum: F 102
Beginn: 14.10.2014
Das ägäische Meer ist im 5. Jahrhundert vor Christus nicht nur als für lange Zeit durch Athen im
delisch-attischen Seebund beherrschte Region zu sehen, sondern hat viele weitere Facetten: Es ist
durchzogen von Handelsrouten; dort liegen zahlreiche wichtige Poleis, die je für sich ihre eigene
Entwicklung nehmen, womit die Ägäis unmittelbar Kontakt- und Konfliktfeld dieser griechischen
Poleis wird wie gleichzeitig auch zwischen den Griechen und äußeren Mächten. Neben den
kriegerischen Auseinandersetzungen nach außen (z.B. Perserkriege) wie nach innen (Staseis in den
Poleis) oder unter den Griechen (Peloponnesischer Krieg) hat die kleinasiatische Ägäisküste schon
lange die Rolle des Übermittlers eingenommen, was sich an der wirtschaftlichen wie kulturellen
Blüte der dortigen Poleis erkennen lässt.
Das Seminar nimmt die unterschiedlichen Aspekte in den Blick, beginnend im ausgehenden 6. Jh. und
bis in den Anfang des 4. Jh. hinein. Dabei steht sowohl die kleinasiatische Seite dieses Meeres im
Blick wie die mutterländische, insbesondere Athen.
Literatur: Zum Einstieg sind die gängigen Überblickswerke geeignet, am einfachsten die
entsprechenden Kapitel aus Hans-Joachim Gehrke, Helmuth Schneider (Hgg.), Geschichte der Antike.
Ein Studienbuch, 4. Auflage Stuttgart 2013 (hierin Wiesehöfer, Hölkeskamp und Stein-Hölkeskamp zu
Kulturkontakt und der Archaik, sowie Funke zur Klassik) bzw. die einschlägigen Bänder der CAH
(Bände 4 – 6 der zweiten Auflage). Zur Polis s. die verschiedenen Publikationen von Mogens Herman
Hanson und dem Copenhagen Polis Centre.
Wenige ausgewählte weitere Titel: Ernest Badian, From Plataea to Potidaea. Studies in the History
and Historiography of the Pentekontaeia, Baltimore, London 1993; John Boardman, Die Perser und
der Westen, Mainz 2002; Johannes Heinrichs, Ionien nach Salamis. Die kleinasiatischen Griechen in
der Politik und politischen Reflexion des Mutterlandes, Bonn 1989 (= Antiquitas 1,39); Russelll
Meiggs, The Athenian Empire, Oxford 1972; Margret C. Miller, Athens and Persia in the Fith Century
B.C. A Study in Cultural Reciptivity, Cambridge 1997; Robert Rollinger, Christoph Ulf (Hgg.),
Griechische Archaik. Interne Entwicklung – externe Impulse, Berlin 2004; Bernhard Smarczyk,
Untersuchungen zur Religionspolitik und politischen Propaganda Athens im Delisch-Attischen
Seebund, München 1990 (= QFAW 5); Barry S. Strauss, Athens after the Peloponnesian War. Class,
Faction and Policy 403 – 386 B.C., London, Sydney 1986; Markus Witte, Stefan Alkier (Hgg.), Die
Griechen und der Vordere Orient. Beiträge zum Kultur- und Religionskontakt zwischen Griechenland
und dem Vorderen Orient im 1. Jahrtausend v. Chr., Fribourg 2003 (= Orbis Biblicus et Orientalis 191)
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
DR. DOROTHEA ROHDE
081438 Hauptseminar: „Die Ausgaben dürften nicht größer sein als die Einkünfte“: Die öffentlichen
Finanzen Athens im 4. Jahrhundert / „Keeping expenditure within the limits of revenue“. Athenian
Public Finances in the 4th Century BC
Mi, 10-12h
Raum: F 102
Beginn: 15.10.2014
Athen stand im 4. Jh. vor großen finanziellen Herausforderungen. Insbesondere militärische
Neuerungen, wie die Verbreitung des Söldnerwesens, innovative und kostspielige Waffentechniken,
die geographische und zeitliche Ausweitung von Land- bzw. Seekriegen ließen die Kosten für Kriege
in die Höhe schnellen. Zusätzlich erschwerten der Zusammenbruch des Attischen Seebundes mit
dem Ausbleiben von Tributzahlungen und das Aufstreben von ressourcenstarken Militärmonarchien
die Suche nach Mitteln und Wegen, die Kosten gemeinschaftlicher Aufgaben im Rahmen des
politisch Möglichen zu bestreiten. Ziel des Seminares ist es, das „politisch Mögliche“ und die dahinter
stehende politische Mentalität auszuloten.
Literatur: Andreades, A. M.: Geschichte der griechischen Staatswirtschaft. Von der Heroenzeit bis zur
Schlacht bei Chaironeia, München 1931 (ND 1965 Hildesheim); Eich, A. (2006): Die politische
Ökonomie des antiken Griechenland. (6. - 3. Jahrhundert v. Chr.), Passauer Historische Forschungen
14, Köln u.a. 2006; Gabrielsen, V.: Financing the Athenian fleet. Public Taxation and Social Relations.
Baltimore u. a. 1994; Hansen, H. H.: Die Athenische Demokratie im Zeitalter des Demosthenes.
Struktur, Prinzipien, Selbstverständnis, Berlin 1995.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
PD DR. M ARTIN FELL
081643 Hauptseminar: Von Aigai bis über den Indus. Krise, Aufstieg und Erfolg der makedonischen
Monarchie in der Zeit Philipp II und Alexander des großen / From Aigia Beyond the Indus. Crisis, Rise
and Success of the Macedonian Monarchy During the Time of Philip II and Alexander the Great
Mo, 16-18h
Raum: F 030
Beginn: 13.10.2014
Der Name Alexanders ist mit einem der tiefgreifendsten Umbrüche in der antiken Welt verbunden,
nämlich einerseits dem Zusammenbruch des bis dahin größten Reiches, dem der Achämeniden, und
der damit andererseits verbundenen Hellenisierung der gesamten Region bis nach Indien. Das
Seminar nimmt die hierfür grundlegenden Voraussetzungen in den Blick, nämlich die Situation
Makedoniens in der Mitte des 4. Jh. v. Chr., die Lage der Argeaden, das Handeln Philipps vor und
nach der Machtübernahme und zwar sowohl nach innen wie nach außen; außerdem das Verhältnis
zwischen dem Makedonenkönig und seinem Sohn sowie dessen Handeln als neuer Monarch. Im
Zentrum stehen hierbei die politischen und diplomatischen Aktivitäten, der Alexanderzug bleibt
weitestgehend ausgeklammert. Es interessiert die Frage, warum und wie das „Modell“ der
Königsherrschaft ursprünglich makedonischer Prägung so erfolgreich werden konnte.
Literatur: Zur ersten Orientierung: Hans-Joachim Gehrke, Geschichte des Hellenismus, 4.
durchgesehene Auflage München 2008 (= OGG 1B); ders., Hellenismus (336 - 30 v. Chr.), in: ders.,
Helmuth Schneider (Hgg.), Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, 4. erw. Aufl., Stuttgart, Weimar
2013; aus der Cambridge Ancient History die Bände VI: David M. Lewis u.a., The Fourth Century,
Cambridge 1994² und VII 1: Frank W. Walbank u.a., The Hellenistic World, Cambridge 1984²;
Malcolm Errington, Geschichte Makedoniens. Von den Anfängen bis zum Untergang des Königreichs,
München 1986 - Näher: Johannes Engels, Philipp II und Alexander der Große, 2. Aufl. Darmstadt
2012; Richard A. Gabriel, Philip II of Macedon. Greater than Alexander, Washington 2010; zu
Alexander dem Großen gibt es zahlreiche Publikationen, die wichtigsten sind über die angegebene
Literatur zu erreichen, knapp und gut: Hans-Joachim Gehrke, Alexander der Große, 6. aktualisierte
Aufl. München 2013
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
PROF. DR. NORBERT EHRHARDT
081442 Die Nobilität der römischen Republik. Geschichte einer Elite / The Nobility of the Roman
Republic. The History of an Elite
Fr, 12-14h
Raum: F 234
Beginn: 17.10.2014
Die Nobilität war die soziale und politische Elite der römischen Republik. Sie bildete sich bis ca. 300 v.
Chr. heraus, war lange Zeit äußerst homogen und blieb personell weitgehend abgeschlossen; nur in
Kriegs- und Krisensituationen akzeptierte man homines novi. Im Seminar wird zu fragen sein, auf
welchen Faktoren diese starke Stellung beruhte und weshalb die Nobiles trotz ausgeprägter
Rivalitäten ein Politikmonopol besaßen. In diesem Zusammenhang müssen auch Selbstverständnis
und Selbstdarstellung der gentes analysiert werden; lateinische Ehren- und Grabinschriften stellen
dafür eine erstrangige Quelle dar.
Die Teilnehmer sollten sich bis zum Beginn der Veranstaltung mit dem Begriff „Nobilität“, mit der
Ämterlaufbahn (cursus honorum) und der Quellenlage vertraut machen. Eine Einarbeitung in die
komplizierte Entstehungsgeschichte der Elite vor 300 v. Chr. ist nicht erforderlich.
Literatur: M. Gelzer, Die Nobilität der römischen Republik, Leipzig 1912, NA Stuttgart 1983; J.
Bleicken, Die Nobilität der römischen Republik, Gymnasium 88, 1981, 236-253 (= Gesammelte
Schriften I, 1998, 466-483); K.-J. Hölkeskamp, Die Entstehung der Nobilität, Stuttgart 1987, 2. Aufl.
2011; B. Linke – M. Stemmler (Hrsg.), Mos Maiorum. Untersuchungen zu den Formen der
Identitätsstiftung und Stabilisierung in der römischen Republik, Stuttgart 2000; C. Lundgreen,
Regelkonflikte in der römischen Republik, Stuttgart 2011 (Historia Einzelschriften, 221).
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
DR. DOROTHEA ROHDE
081457 Hauptseminar: Der Kaiser in der römischen Welt / The Emperor in the Roman World
Mi, 14-16h
Raum: Schloss S 1
Beginn: 15.10.2014
Nach dem Ende der Bürgerkriege und den Kämpfen um die Alleinherrschaft ging der Adoptivsohn
Caesars als Sieger hervor. Mit ihm brach eine neue Phase der Römischen Geschichte an: die
Römische Kaiserzeit. Der princeps wurde zur zentralen Figur im politischen, sozialen, religiösen,
rechtlichen und wirtschaftlichen Gefüge des Römischen Reiches. Beginnend mit Augustus nutzten die
römischen Kaiser spezifische Methoden der Herrschaftssicherung und Stabilisierung des Imperium
Romanum. Ziel des Seminars ist es, einerseits einen Überblick über die Geschichte der Kaiserzeit zu
geben, und andererseits die verschiedenen Bereiche, in denen die Kaiser agierten, und die
Bezugsgruppen, mit denen der Kaiser vernetzt waren, zu analysieren.
Literatur: Ausbüttel, F.M., Die Verwaltung des Römischen Kaiserreiches. Von der Herrschaft des
Augustus bis zum Niedergang des Weströmischen Reiches, Darmstadt 1998; Christ, K., Geschichte
der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Konstantin, 6. Auflage, München 2009; Millar, F., The
Emperor in the Roman World (31 BC–AD 337), London 1977.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
PROF. DR. ENGELBERT WINTER
081461 Hauptseminar: Die Epoche der Soldatenkaiser / The Period of the Barracks Emperors
Mi, 14-16h
Raum: Mi: Schloss - S 2, Do: Johannisstr. 8-10 - KTh II
Beginn: 15.10.2014
Bereits in der 2. Hälfte des 2. Jhs. n. Chr., vor allem aber im Verlauf des 3. Jhs. n. Chr., wurden im
Imperium Romanum auf allen Gebieten des politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen,
religiösen und kulturellen Lebens Veränderungen erkennbar. Sie lassen diesen Zeitraum römischer
Geschichte als eine Übergangszeit zwischen dem Ende der hohen Kaiserzeit und der Spätantike
erscheinen, die von den sogenannten Soldatenkaisern geprägt und lange Zeit in der Forschung mit
dem Begriff „Krise“ beschrieben wurde. Welches waren die eigentlichen Ursachen und welches die
Auswirkungen dieses viel diskutierten historischen Problems? Gab es zudem Reformbestrebungen,
die sogenannte „Krise“ zu überwinden? Diesen Fragen nachzugehen ist zentrales Anliegen des
Hauptseminars.
Literatur: F. Hartmann, Herrscherwechsel und Reichskrise. Untersuchungen zu den Ursachen und
Konsequenzen der Herrscherwechsel im Imperium Romanum der Soldatenkaiserzeit; G. Alföldy, Die
Krise des Römischen Reiches. Geschichte, Geschichtsschreibung und Geschichtsbetrachtung.
Ausgewählte Beiträge, 1989; K.P. Johne (Hg.), Gesellschaft und Wirtschaft des Römischen Reiches im
3. Jahrhundert, 1993; K. Strobel, Das Imperium Romanum im 3. Jahrhundert. Modell einer
historischen Krise?, 1993; Chr. Witschel, Krise – Rezession – Stagnation? Der Westen des römischen
Reiches im 3 Jhdt. N. Chr., 1999; W. Kuhoff, Diokletian und die Epoche der Tetrarchie, 2001; M.
Sommer, Die Soldatenkaiser, 2004; K.-P- Johne (Hg.), Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und
Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284). Unter Mitwirkung von U.
Hartmann und Th. Gebhardt. 2 Bde., 2008.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
Mittelalterliche Geschichte
PROF. DR. WOLFRAM DREWS
082047 Hauptseminar: Die frühmittelalterlichen Barbarenreiche: „Völkerwanderung“, „Untergang
Roms“ oder „Transformation der römischen Welt“?
Di, 14-16h
Raum: F 3
Populäre Geschichtsbilder assoziieren das „Ende der Antike“ häufig noch immer mit der sogenannten
Völkerwanderung („age of migrations“) oder mit dem vermeintlichen Untergang des Römischen
Reiches. Modernere Interpretationen sprechen allerdings eher von der Transformation der
römischen Welt, aber auch von der Spätantike oder dem Frühmittelalter als einer eigenen, spezifisch
charakterisierten historischen Epoche. Das Seminar behandelt sowohl einige grundlegende Etappen
der Forschungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert als auch die wichtigsten Barbarenreiche, die auf
römischem Gebiet gegründet wurden und mit der provinzialrömischen Bevölkerungen auf dem
jeweiligen eigenen Territorium, aber auch mit dem fortbestehenden byzantinischen Reich in
widerspruchsreichen Wechselbeziehungen standen, die mit den modernen Begriffen Inklusion und
Exklusion, Akkulturation, Verflechtung, Hybridität und Migration bezeichnet werden können. Das
Seminar wird zeigen, welchen Sinn die Anwendung moderner Terminologie auf die Epoche des
Frühmittelalters haben kann.
Literatur: Peter Heather, Invasion der Barbaren. Die Entstehung Europas im ersten Jahrtausend nach
Christus, Darmstadt 2011; Hans-Werner Goetz (ed.), Regna and gentes. The relationship between
late antique and early medieval peoples and kingdoms in the transformation of the Roman world
(The transformation of the Roman world 13), Leiden 2003; Richard Corradini (ed.), The construction
of communities in the early Middle Ages . Texts, resources and artefacts (The transformation of the
Roman world 12), Leiden 2003
PROF. DR. GERD ALTHOFF
082051 Hauptseminar: Die Rolle der Kirche bei der Beratung des Königs im 9. Jh.
Mo, 16-18h
Raum: F 33
Beginn: Der Beginn des Hauptseminars verschiebt sich leider auf den 20. Oder 27.10. Der genaue
Termin wird auf der Homepage unter ‚Aktuelles‘ bekannt gegeben! Die ausfallenden Sitzungen
werden an noch festzulegenden Terminen nachgeholt!
Beratung mit den wichtigen Getreuen aus Adel und Kirche gehörte im Mittelalter zu den zentralen
Vorgängen königlicher Herrschaft. Dennoch sind wir über Rahmenbedingungen und Regeln solcher
Beratungen sehr schlecht informiert. Es scheint, als verhindere das Prinzip der Vertraulichkeit
weitgehend den Einblick in die sensiblen Vorgänge der Konsensherstellung und
Entscheidungsfindung während des Mittelalters. Vor allem in Konflikten und Krisen finden sich
jedoch Stimmen, die den Schleier des Schweigens über Techniken und Taktiken der
Konsenserzeugung lüften. Im Seminar soll insbesondere die Rolle der Kirche bei politischen
Beratungen untersucht werden, die die Könige auf ein Konzept christlicher Herrschaftsführung zu
verpflichten suchte.
Lit.: JÜRGEN HANNIG, Consensus fidelium, Stuttgart 1982; BERND SCHNEIDMÜLLER, Konsensuale
Herrschaft, in: PAUL- JOACHIM HEINIG u.a. (Hg.) Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und
Neuzeit. Fs. f. Peter Moraw, Berlin 2000, S. 53 – 87; STEFFEN PATZOLD, Konsens und Konkurrenz, in:
Frühmittelalterliche Studien 41 (2007) S. 75 – 103.
PROF. DR. MARTIN KINTZINGER
082066 Hauptseminar: Imperien im Mittelalter: Europa und Asien
Do, 10-12h
Raum: Krummer Timpen 5 - ULB 202
Beginn: 09.10.2014 (in QISPOS war zeitweise irrtümlich 16.10. als Beginn ausgewiesen!)
Die Geschichtswissenschaft steht heute unter der aktuellen Herausforderung der Globalgeschichte
und der transkulturellen Forschungen. Längst kann man nicht mehr unerklärt vom „Reich“ im
Mittelalter sprechen und damit selbstverständlich das Heilige Römische Reich (deutscher Nation)
meinen. In vergleichender Perspektive, etwa seitens der US-amerikanischen Geschichtswissenschaft
vorgetragen, wird die Bedeutung des mittelalterlichen westlichen Kaiserreichs im Vergleich zu
anderen, nichteuropäischen Reichen heute erheblich relativiert. Insbesondere der Vergleich
zwischen den mittelalterlichen Reichsbildungen in Europa und Asien verspricht heute
weiterführende Einsichten. Nichteuropäische Historiker sprechen mitunter von einem „eurasischen“
Entwicklungsraum. Es wird daher nötig sein, genauer zu bestimmen, was unter dem
zentraleuropäischen und dem byzantinischen Reich einerseits, unter den Reichen des asiatischen
Raums, insbesondere Chinas, andererseits zu verstehen ist und inwiefern der Vergleich zwischen
beiden Räumen für das Verständnis der Welt im Mittelalter weiterführend sein kann.
Lit. John Darwin, Der imperiale Traum. Die Globalgeschichte großer Reiche 1400-2000, Frankfurt/M.
2010; Empires in World History. Power and the politics of difference, hrsg. v. Jane Burbank, Frederick
Cooper, Princeton/Oxford 2010; Michael Grünbart, Das Byzantinische Reich (Geschichte kompakt),
Darmstadt 2014.
PROF. DR. KAY PETER JANKRIFT
082085 Hauptseminar: Ärzte, Kranke, Hospitäler. Medizin im Mittelalter
Termin: 09.02.-12.02.2015 jeweils 9-17 Uhr (Blockseminar)
Räume: Mo, 09.02: F 030, Di, 10.02: F 102, Mi, 11.02 und Do, 12.02: F 153
Leben und Sterben weltlicher wie geistlicher Herrscher sind in den Werken der zeitgenössischen
Geschichtsschreibung - von deren Verfassern absichtsvoll verklärt oder verfemt – zumeist gut
dokumentiert. Doch auch die Auseinandersetzung der mittelalterlichen Stadt- und Landbevölkerung
mit Krankheit und Tod lässt sich im Spiegel der Quellen mitunter individuell nachvollziehen. Die Fülle
der unterschiedlichen Zeugnisse unterstreicht die zentrale Bedeutung, die Gesundheit und Krankheit,
Sterben und Tod im Mittelalter zukam. Die Frage, wie sich die mittelalterliche Gesellschaft
medizinisch mit diesen Herausforderungen zwischen alltäglichen Beschwerden, Verwundung im
Kampf, Lepra und Schwarzem Tod auseinandersetzte, steht im Mittelpunkt dieses Seminars.
Einführende Literatur: Klaus Bergdolt, Der Schwarze Tod in Europa. Die Große Pest und das Ende des
Mittelalters, München ³2003. Kay Peter Jankrift, Krankheit und Heilkunde im Mittelalter, Darmstadt
²2012. Kay Peter Jankrift, Mit Gott und Schwarzer Magie. Medizin im Mittelalter, Darmstadt 2005.
Carole Rawcliffe, Urban Bodies. Communal Health in Late Medieval English Towns and Cities,
Woodbridge 2013.
PD DR. THOMAS BAUER
083077 Hauptseminar: Zwischen Pastoralanweisung und Königsermahnung: Hinkmar, Erzbischof von
Reims (845-882)
Fr, 08:30-10h
Raum: Robert-Koch-Str. 40 - RK40.13 (Übungsraum)
Hinkmar von Reims ist zweifellos eine der führenden Gestalten des in jeder Hinsicht ereignisreichen
und wegweisenden 9. Jahrhunderts - und mehr als das: in entscheidenden Prozessen und Strukturen
in Politik, Kirche und Gesellschaft jener Zeit ist er selbst als Mitgestalter festzumachen. Dies
herauszuarbeiten und Hinkmars Anteil zu bestimmen, ist Aufgabe des Seminars: etwa für den
Herrschaftsgedanken, das Verhältnis von Kirche und 'Staat', die kirchliche und insbesondere die
diözesane Organisation, das Kirchenrecht und die Kirchendisziplin, das Ehesakrament, und nicht
zuletzt auch für die Historiographie und Hagiographie. In der Forschung vieldiskutierte
Themenkomplexe wie 'Pseudoisidor' oder 'Ehestreit Lothars II.' werden in ihrer Bandbreite und ihren
Verflechtungen beleuchtet. Vor dem Hintergrund des historischen Kontexts erscheint die skizzierte
Aufgabe lohnend und spannend zugleich: von der durch die Verduner Teilung des Frankenreichs
(843) wider Erwarten irreparabel zerstörten Kirchen- und Reichseinheit zur Herausbildung und
Verfestigung neuer Einheiten, hier konkret des Westfrankenreichs, und damit der Formierung des
mittelalterlichen Europa nach dem Ende des karolingischen Großreichs.
Die einschlägigen Literatur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben und präsentiert. Zur
Vorbereitung auf das Seminar und als Einstieg wird der knapp Überblick über Leben und Werk
Hinkmars von Eleanor Shipley Duckett, Hincmar of Reims, in: Dies., Carolingian portraits. A study in
the ninth century, Ann Arbor/ Toronto 1962, S.202-264, empfohlen.
Neuere und Neueste Geschichte
PROF. DR. MATTHIAS POHLIG
082090 Hauptseminar: Repräsentieren, Verhandeln, Spionieren. Zur Sozial- und Kulturgeschichte der
Diplomatie in der Frühen Neuzeit
Do, 10-12h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 116
Wie funktionierte frühneuzeitliche Diplomatie? Wer waren „Diplomaten“, und was taten sie? Dies
sind die Ausgangsfragen des Seminars. Es soll also weniger um die „großen Mächte“ (Ranke), um
ereignis- und systemgeschichtliche Fragen der internationalen Politik gehen; das Seminar wendet
sich statt dessen der Diplomatiegeschichte aus einer anderen Perspektive zu: Es fragt nach der
Sozial- und Kulturgeschichte eines neu entstehenden und sich ausdifferenzierenden Feldes. Dabei
werden so unterschiedliche Themen zur Sprache kommen wie Akteure (formelle und informelle),
diplomatisches Zeremoniell, die Praxis des Verhandelns, Botschafts- und Botschafteralltag, Spionage
und Bestechung, Patronage, Selbst- und Fremdbilder von Diplomaten etc.
Literatur: von Thiessen, Hillard, Diplomatie vom type ancien. Überlegungen zu einem Idealtypus des
frühneuzeitlichen Gesandtschaftswesens, in: Akteure der Außenbeziehungen. Netzwerke und
Interkulturalität im historischen Wandel, hg. v. Hillard von Thiessen/Christian Windler,
Köln/Weimar/Wien 2010, 471-503
PROF. DR. BARBARA STOLLBERG-RILINGER
082104 Hauptseminar: Der Kaiserhof im 18. Jahrhundert
Mi, 14-16h
Raum: F 3
Beginn: 22.10.2014
Der frühneuzeitliche Hof war der erweiterte Haushalt der Herrscherfamilie, das Zentrum der
Herrschaftsrepräsentation und zugleich der Ort der Regierung und Verwaltung des sich
herausbildenden „Staates“. Der Hof hatte daher eine hohe Anziehungskraft für alle möglichen
Personengruppen; hier wurden symbolische und wirtschaftliche Güter verteilt; hier liefen alle
wichtigen Beziehungsnetze zusammen. Der Soziologe Norbert Elias hat in seinem bahnbrechenden,
aber auch umstrittenen Pionierwerk über „Die höfische Gesellschaft“ die soziale Rationalität des
Hoflebens der Rationalität der modernen „bürgerlichen Gesellschaft“ diametral gegenübergestellt:
Verschwendung statt Sparsamkeit, zeremonielle Form statt Authentizität, Gunst und Patronage statt
Leistung usw. Am Beispiel des Wiener Kaiserhofs, des politischen Zentrums der habsburgischen
Erbländer und des Römisch-deutschen Reiches, soll exemplarisch untersucht werden, wie das soziale
System des Hofes funktionierte und wie es sich unter dem Einfluss „aufgeklärter“ Reformen
veränderte.
Erste Literaturhinweise: Aloys Winterling, Hof. Versuch einer idealtypischen Bestimmung, in: ders.,
Hrsg., Zwischen ‚Haus‘ und ‚Staat‘, München 1997, S. 11-25; Norbert Elias, Die höfische
Gesellschaft (1969), Frankfurt/Main 2002; Andreas Pečar, Die Ökonomie der Ehre. Der höfische Adel
am Kaiserhof Karls V., Darmstadt 2003; Jeroen Duindam, Vienna and Versailles. The Courts of
Europe’s Dynastic Rivals, 1550-1780, Cambridge 2003; Barbara Stollberg-Rilinger, Die Aufklärung,
Stuttgart 2013.
DR. ANDREAS RUTZ
082119 Hauptseminar: „Monsieur des cinq églises“. Clemens August von Bayern (1700–1761) als
Mehrfachherrscher im Rheinland und in Westfalen
Do, 14–16h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 09.10.2014
Clemens August von Bayern war einer der wichtigsten geistlichen Fürsten seiner Zeit. Er amtierte
nicht nur als Kurfürst und Erzbischof von Köln, sondern zugleich auch als Fürstbischof von Paderborn,
Münster, Hildesheim und Osnabrück. Gleichwohl waren seine politischen Möglichkeiten begrenzt,
was sich in einem häufigen Wechsel der Bündnispartner niederschlug: In wittelsbachischer Tradition
arbeitete er mit Frankreich gegen Österreich, näherte sich aber immer wieder auch dem
habsburgischen Kaiser an, der als Oberhaupt des Reiches die geistliche Herrschaft Clemens Augusts
garantierte. Diese Politik war weniger Ausdruck eines ‚labilen Charakters’, wie es die ältere
Forschung einschätzte, sondern resultierte aus den strukturellen Problemen des geistlichen Staates
im 18. Jahrhundert. Um die Mindermächtigkeit zu kompensieren, inszenierte der Fürst in seinen
Schlössern und Residenzen eine beachtenswerte Hofkultur, die zu den glanzvollsten im Alten Reich
zählte.
Das Hauptseminar will die unterschiedlichen Facetten der Herrschaft und Herrschaftsinszenierung
Clemens Augusts in den Blick nehmen und anhand von Quellen und Literatur diskutieren. Das
Fallbeispiel soll darüber hinaus in den weiteren Kontext (geistlicher) Herrschaft im Reich des 18.
Jahrhunderts eingebettet werden.
Literatur: WINTERLING, Aloys: Der Hof der Kurfürsten von Köln 1688–1794. Eine Fallstudie zur
Bedeutung „absolutistischer“ Hofhaltung (Veröffentlichungen des Historischen Vereins für den
Niederrhein 15), Bonn 1986; STOLLBERG-RILINGER, Barbara (Hrsg.) / KRISCHER, André (Bearb.): Das
Hofreisejournal des Kurfürsten Clemens August von Köln 1719–1745 (Ortstermine. Historische Funde
und Befunde aus der deutschen Provinz 12), Siegburg 2000; ZEHNDER, Frank Günter / SCHÄFKE,
Werner (Hrsg.): Der Riss im Himmel. Clemens August und seine Epoche, 8 Bde. u. 1 Katalogbd., Köln
1999/2000; RUTZ, Andreas: Clemens August von Bayern (1700–1761), Kurfürst und Erzbischof von
Köln (1723–1761), in: Portal Rheinische Geschichte, hrsg. v. Landschaftsverband Rheinland
(www.rheinische-geschichte.lvr.de) [30.09.2010].
PD DR. ULF CHRISTIAN EWERT
082123 Hauptseminar: Protoindustrialisierung und Fleißrevolution, 17.-19. Jahrhundert /
Proto-industrialisation and the industrious revolution, 17th to 19th centuries
Di, 16-20h, 14tägig
Raum: 07.10: F 153, 28.10: Schloss – S 055, 11.11: Schloss – S 2, 25.11: Schloss – S 055, 02.12: Schloss
– S 2, 16.12., 13.01. und 27.01.2015: Schloss - S 6
Die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert und der mit ihr verbundene, fundamentale
ökonomische und gesellschaftliche Strukturwandel in Europa und Nordamerika ‒ das zeigt die
neuere wirtschaftshistorische Forschung ‒ kam nicht von ungefähr. Wesentliche Merkmale dieses
Wandels, wie der Übergang vom traditionalen extensiven zum modernen intensiven Wachstum, die
Bedeutungszunahme internationaler Märkte, der signifikante Anstieg des ma-teriellen
Lebensstandards und der Beginn massenhaften Konsums waren langfristig bereits seit dem
ausgehenden 17. Jahrhundert vorgezeichnet. Ebenso waren die seltener werdenden
Subsistenzkrisen und der Ausbruch aus der malthusianischen Bevölkerungs- und Armutsfalle weniger
Folgen der Industrialisierung, als vielmehr sie begünstigende Randbedingungen.
Im Zentrum der wissenschaftlichen Debatte um die lange Vorgeschichte der Industriellen Re-volution
stehen deshalb neben dem demographischen Wandel insbesondere Nordwesteuropas im 18.
Jahrhundert vor allem zwei Prozesse: Einerseits die Protoindustrialisierung, welche das Entstehen
verdichteter Gewerberegionen und die massenhafte Produktion gewerblicher Er-zeugnisse für
überregionale und internationale Märkte unter beschränktem Einsatz mechani-scher Energie meint.
Andererseits die Fleißrevolution (»Industrious Revolution«), die eine zu beobachtende Veränderung
der Einstellung von Bevölkerung, Obrigkeit und Kirche zu Arbeit, Freizeit und Konsum beschreibt.
Im Seminar wird deshalb anhand verschiedener Fallbeispiele ‒ u.a. England sowie Sachsen,
Württemberg, Bayern, Westfalen und Rheinland ‒ nachvollzogen, welche wirtschaftlichen,
demographischen und sozialen Faktoren Protoindustrialisierung und Fleißrevolution beding-ten, wie
sie eine spätere Industrialisierung vorbereiteten, welchen Einfluß Staat und Obrigkeit auf die
Förderung von Gewerbe und Handel nahmen und inwieweit konfessionelle Unter-schiede für die
wirtschaftliche Entwicklung von Regionen und Territorien seit dem späten 17. Jahrhundert relevant
waren. Intensiv und kritisch soll dabei auch die Auseinandersetzung mit den für Lohn- und
Preisentwicklung, Konsumverhalten und Arbeitseinstellung maßgeblichen Quellen ‒ u.a.
Rechnungen, Inventare, Erlasse, Kriminalakten ‒ sein.
Das Hauptseminar findet 14-tägig statt. Der Besuch der Auftaktsitzung am 07.10.2014, in der unter
anderem die Referatsthemen verteilt werden, ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme.
Auswahlliteratur: R.C. ALLEN, The Great Divergence in European Wages and Prices from the Middle
Ages to the First World War, in: Explorations in Economic History 38 (2001), 411-447. M. BERG, E.
EGER (Hgg.), Luxury in the Eighteenth Century: Debates, Desires and Delectable Goods, Basingstoke
2003. J. BREWER, R. PORTER (Hgg.), Consumption and the World of Goods, London 1993. M.
CERMAN, S.C. OGILVIE (Hgg.), Proto-Industrialisierung in Europa: Industrielle Produktion vor dem
Fabrikzeitalter, Wien 1994. M. KÜPKER, J. MAEGRAITH, Human Well-Being and the »Industrious
Revolution«. Consumption, Gender and Social Capital in a German Developing Economy, 1600‒1900,
in: Arbeitskreis für Agrargeschichte (AKA) / Newsletter 25 (März 2009), 19‒41. N. MCKENDRICK, The
Consumer Revolution of Eighteenth-Century England, in: N. MCKEN-DRICK, J. BREWER, J. PLUMB
(Hgg.), The Birth of a Consumer Society. The Commercialization of Eighteenth-Century England,
London 1982, 9‒33. C. MULDREW, Food, Energy and the Creation of Industriousness. Work and
Material Culture in Agrarian England, 1550‒1780, Cambridge 2011. S. OGILVIE, Consumption, Social
Capital, and the »Industrious Revolution«, in Early Modern Germany, in: Journal of Economic History
70 (2010), 287‒325. U. PFISTER, Proto-Industrielles Wachstum: Ein theoretisches Modell, in:
Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1998/II, 21–47. J. VOTH, Time and Work in England, 1750‒1830,
Oxford 2001.
PROF. DR. PETER OESTMANN
030162 „Gerichtsbarkeit im 19. Jahrhundert: Ein Schmuggeleiprozess vor dem
Oberappellationsgericht der vier Freien Städte Deutschlands“
Das Seminar unternimmt ein spannendes Experiment: Im Zentrum stehen fünf Gerichtsakten des
Oberappellationsgerichts der vier freien Städte Deutschlands aus der Zeit von 1821/35. Ein
verwickelter und langjähriger Streit um Schmuggeleigeschäfte zwischen Norddeutschland und dem
damals russischen Baltikum wird hier von vielen Seiten beleuchtet, insbesondere geht es um
Schadensersatzansprüche.
Die Quellen zeigen, wie „Deutschlands gelehrter Gerichtshof“, das angesehenste Gericht seiner Zeit,
arbeitete, welche Rechtsprobleme man dort behandelte, welche Prozessmaximen es gab etc. Alle
diese Einsichten ergeben sich aus den Schriftsätzen der Parteien sowie aus den Entscheidungen und
Urteilsbegründungen des Gerichts. Die zeitgenössischen Akten sind transkribiert und stehen den
Teilnehmern als Dateien zur Verfügung. Auf diese Weise wird eine quellennahe Begegnung mit der
Rechtsgeschichte möglich, die weit über Lehrbuchwissen oder zeitgenössische Gesetze hinausgeht.
Man kann den Anwälten mit ihren Schriftsätzen gleichsam über die Schulter sehen, erkennt das hohe
Niveau der Auseinandersetzung, das Ringen um prinzipienorientierte Rechtsanwendung, den
Rückgriff auf Quellen und Literatur. Das Prozessrecht des 19. Jahrhunderts, das insgesamt viel
weniger bekannt ist als das Recht der älteren Zeit, lässt sich auf diese Weise besser verstehen.
Daneben wollen wir etwas allgemeiner nach der höchsten Gerichtsbarkeit im 19. Jahrhundert, nach
wichtigen Richterpersönlichkeiten und nach der zeitgenössischen Entscheidungsliteratur fragen. Der
Ausblick auf die Reichsjustizgesetze bezieht dabei diejenige Gerichtsverfassung mit ein, die im
Wesentlichen unsere heutige Justiz noch prägt.
Das Seminar wird teilweise wochenweise und dann als Blockseminar im Februar 2015 stattfinden.
Vorbesprechung: Mittwoch, 25. Juni 2014, 15.00 Uhr, Raum J 207
zusätzliche Anmeldung per Email über Herrn Jonas Stephan: jonas.stephan@uni-muenster.de
DR. KLAUS GROßE KRACHT
082138 Hauptseminar: Die Vernetzung der Welt. Kommunikation und Medien im 19. Jahrhundert
Mi, 10-12h
Raum: F 3
Beginn: Zweite Semesterwoche
Die Vernetzung der Welt ist nicht erst ein Phänomen des späten 20. Jahrhunderts. Schon im 19.
Jahrhundert setzte zumindest in Nordamerika und Europa ein grundlegender Wandel der
Kommunikationsmöglichkeiten ein. Die Durchsetzung der Rotationspresse führte zum Aufkommen
auflagenstarker Presseerzeugnisse zu erschwinglichen Preisen, die zusammen mit der steigenden
Alphabetisierungsrate zur Schaffung größerer gesellschaftlicher Kommunikationsräume erheblich
beitrug. Der Siegeszug des Telegraphen ermöglichte zudem eine ungeahnte räumliche Ausdehnung
von Kommunikationsprozessen, die u.a. dazu genutzt wurde, die Peripherien der Kolonien und
imperialen Randgebiete mit den urbanen Zentren zu verbinden. Diese erste Vernetzung der Welt
hatte erhebliche kulturelle, soziale und politische sowie nicht zuletzt auch militärische und religiöse
Konsequenzen, die im Hauptseminar eingehend untersucht werden sollen. Unter dem Blickwinkel
der Mediengeschichte sollen so allgemeine Wandlungsprozesse des 19. Jahrhunderts in den Blick
genommen werden.
Lit.: Frank Bösch: Mediengeschichte, Frankfurt a.M. 2011; Jörg Requate (Hg.): Das 19. Jahrhundert als
Mediengesellschaft, München 2009; Tom Standage: Das viktorianische Internet: die erstaunliche
Geschichte des Telegraphen und der Online-Pioniere des 19. Jahrhunderts, St. Gallen 1999; Winseck,
Dwayne Roy/Pike, Robert M.: Communication and Empire. Media, Markets, and Globalization,
1860-1930, Durham 2007; Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19.
Jahrhunderts, München 2009; Marshall McLuhan: Die magischen Kanäle. Understanding Media
(1964), Düsseldorf 1992.
PROF. DR. HEIKE BUNGERT
082142 Hauptseminar: Indianer in den USA im 19. und 20. Jahrhundert
Mo, 14-16h
Raum: F 102
Beginn: 13.10.2014
Das Seminar untersucht die Situation indianischer Gruppen in den USA des 19. und 20. Jahrhunderts.
Schwerpunkte liegen auf den Aktivitäten indigener Gruppen und Individuen sowie auf dem
wechselnden Verhältnis zwischen indianischen Gruppen und US-amerikanischem Staat. Analysiert
werden u.a. die Bildung religiöser, militärischer und zivilgesellschaftlicher panindianischer
Bewegungen und Organisationen bis zur Bürgerrechtsbewegung, Vertreibung und
Assimilationsversuche vonseiten der US-amerikanischen Regierung und US-amerikanischer Siedler
und Missionare, die Beziehung zwischen Indianern und Afroamerikanern, die Stellung der Frau,
gegenseitige Wahrnehmungen von Indianern und US-Amerikanern, der Indian New Deal, die
indianische Beteiligung an US-amerikanischen Kriegen, die Relokations- und Terminationspolitik und
Reaktionen darauf, die verstärkte indianische Selbstbestimmung sowie die Situation indianischer
Gruppen in den letzten Jahrzehnten. Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung, da ein Großteil der
Lektüre aus englischsprachigen Texten besteht.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um eine Anmeldung im Sekretariat der Abteilung
Außereuropäische und Nordamerikanische Geschichte (F-Haus, Raum 123) gebeten.
Literatur: R. David Edmunds et al., The People: A History of Native America. New York 2006; Clifford
E. Trafzer, As Long as the Grass Shall Grow and Rivers Flow: A History of Native Americans. Fort
Worth 2000; Michael L. Oberg, Native America: A History. Malden MA, 2010; Philip Weeks, Farewell,
My Nation: The American Indian and the United States in the Nineteenth Century. Wheeling 2001;
Peter Iverson, We Are Still Here: American Indians in the 20th Century. Wheeling, IL, 1998.Philip
Weeks, Farewell, My Nation: The American Indian and the United States in the Nineteenth Century.
Wheeling 2001; Peter Iverson, We Are Still Here: American Indians in the 20th Century. Wheeling, IL,
1998.
DR. ASTRID WINDUS
082157 Hauptseminar: Portrait der Tropen: Alexander von Humboldt und Amerika
Mi, 14-16h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 117
Zwischen 1799 und 1804 bereiste der Naturforscher Alexander von Humboldt zusammen mit dem
Botaniker und Arzt Aimé Bonpland das südliche Amerika. Aus dieser Reise ging Humboldts
zehnbändiges Werk „Reise in die Äquinoktialgegenden des Neuen Kontinents von 1799 bis 1804“
hervor, das erstmals ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über Amerika bereitstellte und
botanische, zoologische und geographische Erkenntnisse über die Region ebenso beinhaltet wie
historische, ethnographische und sozio-politische. Humboldt entwirft darin ein umfassendes, für
seine Zeit neuartiges Bild des Kontinents und seiner Menschen, das in vielerlei Hinsicht von den
romantischen Amerikabildern des 18. Jahrhunderts abweicht. Gleichzeitig steht sein Werk für die
naturwissenschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit und markiert den Übergang in die
Wissenschaftskulturen des 19. Jahrhunderts. In dem Seminar werden wir uns mit den verschiedenen
Aspekten von Humboldts Amerika-Werk und seiner Einbettung in zeitgenössische Wissenssysteme
befassen. Neben dem Verfassen einer Hausarbeit und der Übernahme eines mündlichen Beitrags ist
die Bereitschaft zu eigenverantwortlichem und kooperativem Lernen sowie die regelmäßige
Teilnahme und aktive Mitarbeit in Arbeitsgruppen und im Plenum Voraussetzung für die erfolgreiche
Teilnahme am Seminar.
Einführende Literatur: Adolf Meyer-Abich: Alexander von Humboldt. Reinbek 1995, Alexander von
Humboldt: Die Reise nach Südamerika. Göttingen 1991.
PROF. DR. OLAF BLASCHKE
082161 Hauptseminar: Vormärz in Europa (1830-1848): gesellschaftlicher und konstitutioneller
Wandel
Do, 16-18h
Raum: F 102
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und nochmals nach der Julirevolution 1830 ist ein
wachsenden Verfassungsbedarf in europäischen Gesellschaften zu konstatieren. Liberale Ideen
verbreiteten sich, und in deutschen wie europäischen Ländern wurden in drei Wellen (mit und nach
Napoleon, ab 1830 und 1848) Verfassungen erlassen. Das Hauptseminar geht der Vielfalt der
autokratischen, autoritären, parlamentarischen, republikanischen etc. Verfassungstypen jener Zeit
nach und sondiert die dahinter liegenden sozialen und kulturellen Problemlagen.
Bedingung für Teilnahme und Leistungsnachweis: Regelmäßige Diskussionsbeiträge dank wirklicher
Lektüre von Texten, Mitarbeit in einer Themengruppe samt Präsentation eines Problemfeldes,
anschließend wissenschaftliche Hausarbeit bzw. mdl. Prüfung. Damit rasch mit der Diskussion
weiterer Literatur begonnen werden kann, ist es notwendig, sich schon vorher einen ersten
Überblick über die Zeit zu verschaffen. Die Lektüre des Buches von Andreas Fahrmeir wird in der
ersten Sitzung vorausgesetzt.
Literatur: Werner Daum u.a. (Hg.), Handbuch der europäischen Verfassungsgeschichte im 19.
Jahrhundert. Institutionen un Rechtspraxis im gesellschaftlichen Vergleich, Bd. 2: 1815-1847, Bonn
2012; Andreas Fahrmeir, Europa zwischen Restauration, Reform und Revolution 1815-1850,
München 2012; Hans-Werner Hahn u. Helmut Berding, Reformen, Restauration und Revolution
1806-1848/49 (= Gebhardt, Bd. 14), Stuttgart 2010; Ernst Rudolf Huber, Deutsche
Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 1. Reform und Restauration, Stuttgart 1995 (1957; rev. Nachdr.
der 2., verb. Aufl.); Bd. 2. Der Kampf um Einheit und Freiheit, Stuttgart 1988 (1960; 3., wesentl.
überarb. Aufl.); Panajotis Kondylis, Reaktion, Restauration, in: GGr, Bd. 5, Stuttgart 1984, S. 179-230;
Wolfram Siemann, Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne, München 2010;
Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 2: Von der Reformära bis zur industriellen
und politischen “Deutschen Doppelrevolution” 1815-1845/49, München 1987; Dietmar Willoweit u.
Ulrike Seif (Hg.), Rechtshistorische Texte: Europäische Verfassungsgeschichte, München 2003.
DR. MASSIMILIANO LIVI
082176 Hauptseminar: Systemänderung: Die Gründungen der deutschen und italienischen
Republiken (1919, 1946, 1949)
Do, 16-18h
Raum: Bispinghof 3 - BA 006
Beginn: 16.10.2014
Was passiert, wenn ein Regime zu Ende geht und ein neues demokratisches politisches System
entsteht? Welche Dynamiken liegen dem Demokratisierungsprozess zugrunde? Welche Risiken und
„Systemfehler“ haben die Gründung der Italienischen Republik 1946 und der deutschen Republiken
1919 bzw. 1949 charakterisiert? Welche Parallelen und welche Differenzen lassen sich beobachten?
In diesem Kurs werden wir uns mit der Gründung der Weimarer Republik 1919, der Italienischen
Republik 1946 und der sog. Bonner Republik als westdeutscher Teilstaat 1949 beschäftigen. Dabei
werden wir aber nicht nur den Gründungsprozess, sondern vor allem die Transitions- und
Stabilisierungsdynamiken, die Entstehung der jeweiligen politischen Systeme, die Rolle der Parteien,
die Schaffung bzw. die Beibehaltung von staatlichen Institutionen und Behörden sowie das
Aufkommen und die Bewältigung von Krisenmomenten unter die Lupe nehmen.
Erwartet wird die Bereitschaft zur Vorbereitung von Referaten und Protokollen sowie zur autonomen
Beschäftigung mit den unterschiedlichen Themen.
Empfohlene Literatur: A. Birke, Die Bundesrepublik Deutschland. Verfassung, Parlament und Parteien
1945-1998, München 2010. H. Kämper, Demokratiegeschichte als Zäsurgeschichte. Diskurse der
frühen Weimarer Republik, Berlin 2014. E. Kolb, Die Weimarer Republik, München 2009. I. Kneisler,
Das italienische Parteiensystem im Wandel, Wiesbaden 2011. R. Morsey, Die Bundesrepublik
Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969, München 2007. G. E. Rusconi, Parallele
Geschichten? Italien und Deutschland 1945-2000, Berlin 2006. H. Ullrich, Verfassungsgebung,
partitocrazia und Verfassungswandel in Italien vom Ende des II. Weltkrieges bis heute, Frankfurt a.
M. 2001.
PROF. DR. EDUARD MÜHLE
082180 Hauptseminar: Kriegsende und Neuanfang in Ostmitteleuropa (1944-1956) / The End of
World War II and the Restructuring of East Central Europe (1944-1956)
Mi, 16-18h
Raum: F 042
Beginn: 08.10.2014
Mit dem Ausgang des Zweiten Weltkrieges traten im östlichen Mitteleuropa seit 1944/45
grundlegende territoriale, demographische, politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen
ein. Die bereits unter deutscher und sowjetischer Besatzungsherrschaft begonnenen Umbrüche
nahmen mit dauerhaften Grenzverschiebungen, Bevölkerungsaustauschen bzw. Zwangsmigrationen,
mit der Etablierung und Durchsetzung einer neuen Gesellschaftsordnung nach sowjetischem Modell
eine Form an, die Nachkriegseuropa für ein halbes Jahrhundert und darüber hinaus mitgeprägt hat.
Das Hauptseminar wird diesem Vorgang für die verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und
sozialen Bereiche an exemplarischen Untersuchungsobjekten, insbesondere am polnischen Beispiel
nachgehen und auf diese Weise ein tieferes Verständnis von Kriegsende und Neuanfang im östlichen
Mitteleuropa vermitteln. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt; Anmeldungen per e-mail an
remyy_00@uni-muenster.de werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
Einführende Literatur: Redrawing Nations. Ethnic Cleansing in East-Central Europa, 1944-1948, hrsg.
von Philipp Ther/Ana Siljak, Oxford 1997; The Establishment of Communist Regimes in Eastern
Europe, 1944-1949, hrsg. Von Norman Naimark/Leonid Gibianskii, Boulder-Oxford 1997; Padraic
Kenney, Rebuilding Poland. Workers and Communists, 1945-1950, Ithaca-London 1997; Włodzimierz
Borodziej, Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, München 2010, S. 253-300.
DR. CHRISTINE FERTIG / PROF. DR. ULRICH PFISTER
082195 Hauptseminar: Wandel des privaten Lebens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert
Di, 10-12h
Raum: F 33
Beginn: 07.10.2014
Die Zeit seit den 1960er Jahren ist durch grundlegende Veränderung alltäglicher Lebenswelten
gekennzeichnet: Einkommenswachstum und Massenkonsum stellten die Basis für eine
Individualisierung von Lebensstilen dar. Diese sowie ein verbreiteter Wertewandel führten zu einer
Entinstitutionalisierung der Paarbeziehung, die ihrerseits tiefgreifende Folgen für Beziehungen
zwischen den Geschlechtern, die Formen des Zusammenlebens sowie die demographische
Entwicklung hatten. Ein Schwerpunkt des Hauptseminars liegt auf der systematischen Erforschung
langfristiger Entwicklungen mit Hilfe von Reanalysen sozialwissenschaftlicher Datensätze. Deshalb
sei mit Nachdruck die Kombination des Hauptseminars mit der Übung von Christine Fertig zur
historischen Analyse sozialwissenschaftlicher Datensätze empfohlen.
Literaturhinweise: Rüdiger Peuckert, Familienformen im sozialen Wandel, Wiesbaden 72008;
Antoine Prost (Hg.), Geschichte des privaten Lebens, Bd. 5: Vom Ersten Weltkrieg zur Gegenwart,
Frankfurt 1993; Gerhard Schulze, Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart, Frankfurt
a. M. 1993; Otto G. Schwenk, Hg., Lebensstil zwischen Sozialstrukturanalyse und Kulturwissenschaft,
Opladen 1996.
DR. MASSIMILIANO LIVI
082200 Hauptseminar: Das Zeitalter des Konsums. Individualisierung und Pluralisierung der
Lebensstile in Europa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Mi, 16-18h
Raum: Krummer Timpen ULB 1
Beginn: 15.10.2014
Die erdrutschartigen Veränderungen (E. Hobsbawm) in der Wirtschaft, in der internationalen Politik
und in der Gesellschaft seit den 1970er Jahren bzw. die Transformationen und die Krise der
modernen industriellen Welt und ihre Auswirkungen auf alte und neue Lebensentwürfe, Konsum
und Konsumgewohnheiten bilden das Hauptthema dieses Seminars (das sich als Vertiefung der
Vorlesung versteht).
Ausgehend von wirtschaftlichen und politischen Veränderungen, wird der Fokus der Arbeit im
Seminar daher auf den eher kulturellen Transformationsprozessen der Individualisierung und
Pluralisierung der Lebensstile und -standards in Europa von den 1970er Jahre bis heute gerichtet
werden.
Erwartet werden die Bereitschaft zur Vorbereitung von Referaten und Protokollen sowie die
autonome Beschäftigung mit den unterschiedlichen Themen.
Literatur: A. Doering Manteuffel; L. Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte
seit 1970, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010. T. Großbölting; M. Livi; C. Spagnolo (Hrsg.),
Jenseits der Moderne? Die Siebziger Jahre als Gegenstand der deutschen und der italienischen
Geschichtswissenschaft, Duncker und Humblot, Berlin 2014. E. Hobsbawm, Das Zeitalter der
Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 1995. K. H. Jarausch, Das Ende der
Zuversicht? Die siebziger Jahre als Geschichte, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008. W. König,
Kleine Geschichte der Konsumgesellschaft. Konsum als Lebensform der Moderne, Stuttgart 2008.
PROF. DR. ANDRÉ KRISCHER / DR. ALEXANDER KRAUS
082214 Hauptseminar: IRA-Terror in der Bundesrepublik. Eine Online-Reportage
Di, 16-20h (14tägig)
Raum: F 104
Beginn: 14.10.2014
Nachdem zu Beginn der 1970er Jahre die Eskalationsstrategie der IRA im Kampf für ein unabhängiges
vereintes Irland nicht den erhofften schnellen Erfolg brachte, sie zwischenzeitlich gar an den
Verhandlungstisch zurückkehrte, was im Februar 1975 zur Vereinbarung über einen einjährigen
Waffenstillstand führte, veränderte sie in den folgenden Jahren ihre Strategie – und das radikal: Der
sogenannte „lange Krieg“ zielte darauf ab, die British Army über möglichst hohe Verluste zu
zermürben, Nordirland selbst sollte unregierbar werden. Die einsetzende Bombenkampagne streute
dabei von Nordirland aus wie ein Krebs – erreichte London und immer wieder auch die britischen
Stützpunkte in Westdeutschland, darunter Bielefeld, Stuttgart, Osnabrück, Dortmund und zweimal
auch Münster. Auf diesem Wege wurde die Bundesrepublik zu einem Kampfplatz im
Nordirlandkonflikt. Innerhalb des Seminars sollen die Hintergründe des Konflikts rekonstruiert und
die Terroranschläge der IRA auf dem Gebiet der Bundesrepublik quellennah recherchiert werden.
Dabei werden wir uns auch mit aktuellen Ansätzen der Terrorismus-Geschichte auseinandersetzen
und dies in unsere Arbeit einfließen lassen. Unsere Ergebnisse sollen als Online-Reportage
aufgearbeitet werden, daher werden wir uns zu Beginn des Seminars auch mit Methoden und
Herangehensweisen der Public History auseinandersetzen. Neben den obligatorischen
Studienanforderungen sind daher ein überdurchschnittliches Maß an Eigeninitiative und Engagement
gefragt. Ein Teil der Texte und Quellen wird naturgemäß auf Englisch vorliegen.
Erste Literaturhinweise: Frank Otto, Der Nordirlandkonflikt. Ursprung, Verlauf, Perspektiven
(Beck’sche Reihe, 1636), München 2005; Thomas Riegler, Terrorismus. Akteure, Strukturen,
Entwicklungslinien, Innsbruck 2009; Martin Schulze-Wessel, Terrorismusstudien. Bemerkungen zur
Entwicklung eines Forschungsfeldes, in: Geschichte und Gesellschaft 35 (2009), 357-367; Alexander
Spencer/Alexander Kocks/Kai Harbrich, Terrorismusforschung in Deutschland (Sonderheft der
Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik), Wiesbaden 2011; Klaus Weinhauer/Jörg Requate,
Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert,
Frankfurt am Main 2012.
MATTHIAS HARTERMANN / PROF. DR. ULRICH PFISTER
082229 Hauptseminar: Wachstumstheorie und ihre Anwendung in der Wirtschaftsgeschichte
Mi, 8-10h
Raum: F 104
Beginn: 15.10.2014
Die Untersuchung des langfristigen Wirtschaftswachstums zählt zu einem der wichtigsten
Grenzgebiete zwischen Volkswirtschaftslehre und Geschichte. Das Seminar führt in die moderne
Wachstumstheorie ein. Einerseits werden ausgewählte Konzepte und Methoden der theoretischen
Arbeit behandelt. Dies soll andererseits zur Lektüre empirischer Studien zum langfristigen
Wirtschaftswachstum befähigen. Die Veranstaltung eignet sich für Studierende, die im Bachelor als
zweites Fach Ökonomik oder Mathematik belegt haben.
Literaturhinweis: Daron Acemoglu, Introduction to modern economic growth, Princeton 2009.
PD DR. MARTIN KNAUER
082889 Hauptseminar: Napoleon und der Beginn des modernen Europa / Napoleon and the
beginning of the modern world
Blockveranstaltung; Vorbereitungssitzung mit der Vergabe der Haus Hausarbeits- bzw.
Referatsthemen: Montag, 03.11.2014, 18 Uhr; Blocktermin: 09.02.-13.02.2015. Für Rückfragen: PD
Dr. Martin Knauer <martin.knauer@uni-muenster.de>
Räume:
Thomas Nipperdeys oft zitiertes Wort, „Am Anfang war Napoleon“ markiert nicht nur für die
Deutschen den Beginn des bürgerlichen Zeitalters. Französische Revolution und napoleonische
Eroberungen veränderten die kontinentaleuropäische Verfassungs- und Gesellschaftsordnung
grundlegend. Ziel des Hauptseminars ist es, das napoleonische Zeitalter im europäischen Vergleich
zu untersuchen. Im Fokus stehen Nationalbewegung und Konstitutionalismus, Kampf um politische
und bürgerliche Rechte, Kirche und Religion. Neben den Rheinbundstaaten (im Vergleich mit
Preußen) gilt das Hauptinteresse der Entwicklung in Italien, Spanien, Skandinavien, den
Niederlanden und der Schweiz.
Einstiegsliteratur: Braun, Guido u.a. (Hg.): Napoleonische Expansionspolitik. Okkupation oder
Integration?, Berlin 2013; Broers, Michael u.a. (Hg.): The Napoleonic Empire and the New European
Political Culture, Basingstoke 2012; Wunder, Bernd: Europäische Geschichte im Zeitalter der
Französischen Revolution 1789-1815, Berlin/Köln 2001; Weis, Eberhard: Der Durchbruch des
Bürgertums. Europa im Zeitalter der Revolution 1776-1847, 1. Aufl., Frankfurt a.M. u.a. 1978
JUN. PROF. DR. ISABEL HEINEMANN
Hauptseminar: Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert. Sozialgeschichte, Wertewandel,
Visual History.
Fr, 12-14h
Raum: F 229
Beginn: 10.10.2014
Was ist Familie, was soll sie idealerweise sein? Die moderne Kleinfamilie mit Vater, Mutter, Kind
oder eine mehrere Generationen vereinende Großfamilie? Entsprechen die alleinerziehende Mutter
und ihre Kinder noch diesem Ideal, der geschiedene Partner und seine neue Ehefrau, die
Patchwork-Familie, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft? Diese Frage wurde im Verlauf des 20.
Jahrhunderts von den Angehörigen verschiedener ethnischer und sozialer Gruppen in den USA
jeweils unterschiedlich beantwortet. In Debatten über Ehescheidung, Abtreibung, Frauenarbeit und
die Struktur der afroamerikanischen Familie wurden Modifikationen der gängigen Norm
ausgehandelt, wobei ein grundsätzlicher Trend zur Pluralisierung zu beobachten ist.
Grundsätzlich gilt, dass die Familie noch immer als wichtigste Mikroeinheit der Gesellschaft nach
dem Individuum akzeptiert ist – und dies über alle ökonomischen und sozialen
Transformationsprozesse hinweg. Anhand von Texten zur Sozialgeschichte der Familie, zur
Familiensoziologie, zum Wandel der „Family Values“ und zur visuellen Repräsentation von
Familienwerten wollen wir untersuchen, welchen Veränderungen das Familienleben und die
Vorstellungen von Familie in den USA vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre
unterworfen waren und was dies über die US-Gesellschaft selbst aussagt. Hierbei werden uns die
Ergebnisse der aktuellen Genderforschung ebenso beschäftigen wie neuere Arbeiten zur Wirkung
ethnischer und sozialer (Selbst)Zuschreibungen. Gleichfalls untersucht werden die Bedeutung der
Familienvorstellungen der radikalen Rechten und der religiösen Fundamentalisten.
Einführende Literatur: Coontz, Stephanie: The Way We Never Were. American Families and the
Nostalgia Trap, New York 1992. Self, Robert O.: All in the Family: The Realignment of American
Democracy since the 1960s, New York 2012. Zaretsky, Natasha: No Direction Home: The American
Family and the Fear of National Decline, 1968-1980, Philadelphia 2007.
PROF. DR. MICHAEL SCHWARTZ
083010 Der Erste Weltkrieg im Spielfilm. Themen, Deutungen, Ausblendungen".
Blockveranstaltung: 18./19.12., jeweils 9-18h; Vorbesprechung: Mo, 20.10., 11-13h
Raum: Mo, 20.10.: Orléans-Ring 12 - SRZ 17; Do, 18.12.: Schloss - S 6; Fr, 19.12.: Orléans-Ring 12 SRZ 116.
Einführende Literatur: Bernhard Chiari (Hg.), Krieg und Militär im Film des 20. Jahrhunderts,
München 2003; Barbara Korte / Ralf Schneider / Claudia Sternberg. Der Erste Weltkrieg und die
Mediendiskurse der Erinnerung in Großbritannien. Autobiographie - Roman - Film (1919 - 1999),
Würzburg 2005; Rainer Rother / Karin Herbst-Meßlinger (Hg.), Der Erste Weltkrieg im Film, München
2009; Philipp Stiasny Das Kino und der Krieg. Deutschland 1914 - 1929, München 2009; Anton Kaes,
Shell shock cinema. Weimar culture and the wounds of war, Princeton / Oxford 2009.
5. Übungen
Alte Geschichte
DR. MICHAEL JUNG
081476 Übung: Demokratie und imperiale Herrschaft. Athen im fünften Jahrhundert v. Chr. /
Democracy and imperial power. Athens in the 5th centuy B.C.
Do, 16-18h
Raum: F 234
Beginn: 16.10.2014
Der Begeisterung vieler moderner Historiker und vieler Lehrbücher für die athenische Demokratie im
fünften Jahrhundert v. Chr. steht eine scharfe Ablehnung und radikale Kritik vieler antiker Autoren
und auch von Zeitgenossen gegenüber. Diese erkannten in Athens Ordnung keineswegs eine
vorbildhafte Entwicklung, sondern im Gegenteil eine gewaltsame Usurpation von Herrschaft im
Ägäisraum. Das Verhältnis von demokratischer innerer Ordnung und imperialer Herrschaft nach
außen ist komplex, aber die beiden Facetten lassen sich nicht von einander trennen. In der
Lehrveranstaltung soll der Versuch gemacht werden, die Zusammenhänge, Sachzwänge und
Entwicklungen genauer zu untersuchen. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung der
Lehrveranstaltung ausgegeben.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
DR. MICHAEL JUNG
081480 Übung: Hellenisierung und ihre Gegner? Der Aufstand der Makkabäer / The Maccabean
Revolt
Do, 18 s.t.-20h
Raum: Johannisstr. 12-20 - ES 130
Beginn: 16.10.2014
Vielen Gesamtdarstellungen zufolge verlief die Hellenisierung des Ostens in der Epoche des
Hellenismus als Erfolgsgeschichte. Und doch gibt es Beispiele, wo sich innerhalb dieses Prozesses
gravierende Probleme und Konflikte ergaben: Am Beispiel des jüdischen Makkabäeraufstands soll
untersucht werden, welche Konflikte damit einhergingen, inwieweit der wachsende römische
Einfluss diese Konflikte verschärfte oder erst anfachte, welche Lösungsansätze entwickelt werden
konnten. Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Bereitschaft zu intensiver
Quellenlektüre erwartet. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung der Lehrveranstaltung
ausgegeben.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014!!!!)
ANDREW LEPKE
081495 Übung: Die Herrschaft des Wortes? Quellen zur politischen Rhetorik im spätklassischen
Athen / The power of words. Political rhetoric in late-classical Athens
Do, 14-16h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 116
Beginn: 16.10.2014
Diese Übung kann auch als Kurs angerechnet werden!
Die Geschichte des spätklassischen Athens wird für den modernen Historiker v. a. in den zahlreichen
erhaltenen Reden u. a. eines Demosthenes, Lysias oder Hypereides lebendig. Diese Texte, die als
Lehrstücke antiker Rhetorik gelten, geben Einblick in eine Vielzahl von innen- und außenpolitischen
Problemen der Zeit. Sie können daher nicht nur als Einstieg in die Geschichte Athens im 4. Jh. dienen,
sondern gestatten es, Fragen nach der Selbstwahrnehmung führender athenischer Kreise nach der
Niederlage im Peloponnesischen Krieg oder der Rolle des Redners in der spätklassischen Polis zu
thematisieren.
Literatur: R. Sealey, Demosthenes and his time. A study in defeat, 1993; J. Engels, Studien zur
politischen Biographie des Hypereides. Athen in der Epoche der lykurgischen Reformen und des
makedonischen Universalreiches, München 1989; H. Yunis, Political Uses of Rhetoric in Democratic
Athens, in: J. P. Arnason/K. A. Raaflaub/P. Wagner (Hgg.), The Greek Polis and the Invention of
Democracy. A Politico-cultural Transformation and Ist Interpretations, 2013, 144-162; Yunis, H.
Yunis, Taming Democracy: Models of Political Rhetoric in Classical Athens, 1996; I. Worthington
(Hg.), A Companion to Greek Rhetoric, 2007.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
EVA BAUMKAMP, M.A.
081500 Übung: Einblicke in die Alte Geschichte. Wissenschaftliche Lektüre zu Kernthemen der Alten
Geschichte / Insights into Antiquity
Mi, 14-16h
Raum: F 043
Beginn: 15.04.2014
Diese Übung richtet sich insbesondere an Studierende in der Einführungsphase!
Die griechische und römische Geschichte der antiken Mittelmeerwelt und ihrer angrenzenden
Gebiete ist immer weniger Gegenstand des klassischen Schulunterrichts. Ziel der Übung ist es, sich in
gemeinsamer Lektüre Kernthemen der Alten Geschichte zu nähern. Auf diese Weise soll ein
Grundverständnis für die spezifischen Probleme und Zugangsweisen dieser Epoche erlangt werden,
um das eigene Wissen über die Antike ‚aufzufrischen‘. Die zu lesenden Texte folgen dabei weniger
einer rein chronologischen Betrachtungsweise, sondern werden vielmehr systematische Akzente
setzen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit spezielle Themenwünsche der Studierenden aufzugreifen.
Diese Übung richtet sich insbesondere an Studierende in der Einführungsphase. Erwartet wird die
Bereitschaft, sich mit den Texten intensiv auseinanderzusetzen.
Literatur: Gehrke, H.-J. – Schneider, H., (Hrsg.), Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, Stuttgart
42013.
Die Teilnehmerzahl für Studenten der Vertiefungsphase ist auf 10 begrenzt, da sich die Übung
maßgeblich an Studenten der Einführungsphase richtet! Die Anmeldung für einen dieser 10 Plätze
kann erst in der 2. Anmeldephase, also zwischen dem 22.09. und dem 02.10.2014 jeweils montags
bis freitags von 10-12 Uhr erfolgen!
Die Anmeldeliste liegt in der Zeit im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern
(Zimmer 246 u. 248) des Seminars für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
PROF. DR. NORBERT EHRHARDT
081514 Übung: Antike Tatenberichte und Autobiographien / Ancient res gestae and Autobiography
Do, 14-16h
Raum: Johannisstr. 12-20 - ES 227
Beginn: 16.10.2014
Bereits im Alten Orient verfassten Herrscher Tatenberichte, in denen vor allem auf militärische
Erfolge abgehoben wurde. In der Übung soll quellennah an Texten aus dem Hellenismus und der
römischen Zeit gearbeitet werden. Eine zentrale Rolle wird der berühmteste Leistungsbericht der
klassischen Antike spielen, nämlich die res gestae des Augustus.
Literatur: F. Hampl, ‚Denkwürdigkeiten’ und ‚Tatenberichte’ aus der Alten Welt als historische
Dokumente, in: ders., Geschichte als kritische Wissenschaft, Bd. III, Darmstadt 1979, 167-220;
Augustus, Meine Taten. Lateinisch-Griechisch-Deutsch, ed. E. Weber, Darmstadt 5. Aufl. 1989.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
TABEA MEURER, M.ED.
081529 Übung: Manus manum lavat. Gabentausch und Reziprozität in der griechisch-römischen
Antike / Manus manum lavat. Gift-exchange and Reciprocity in Greco-Roman Antiquity
Mi, 16-18h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 114
Beginn: 15.10.2014
Sprichwörter und Redensarten wie „Eine Hand wäscht die andere“ oder „Kleine Geschenke erhalten
die Freundschaft“ weisen darauf hin, dass das moderne Alltagsverständnis Gaben und Geschenken
einen hohen verbindungsstiftenden Wert zuspricht. Zugleich sehen sich diese alltagsweltlichen
Weisheiten mit dem moralischen Postulat konfrontiert, Geschenke sollten freiwillig und ohne
Hintergedanken gegeben werden. Viele Sprichwörter zu diesem Thema sind entweder aus dem
Griechischen bzw. Lateinischen entlehnt oder finden in den alten Sprachen ihre Entsprechungen.
Sowohl Austauschbeziehungen als auch der Diskurs über „wahre Freundschaft“ und „echte Gaben“
lassen sich somit bis in die Antike zurückführen.
In dieser Übung wollen wir diachron Ausprägungen und Funktionen dieses Phänomens für die
griechisch-römische Kultur und Gesellschaft studieren. Um unsere Analysen theoretisch zu
fundieren, steht vorbereitend ebenso die Lektüre kultur- und sozialwissenschaftlicher
Grundlagentexte auf dem Programm.
Einführende Literatur: F. Adloff – S. Mau (Hrsgg.), Vom Geben und Nehmen. Zur Soziologie der
Reziprozität, Frankfurt – New York 2005 (Theorie und Gesellschaft 55); Konstan, D., Friendship in the
Classical World, Cambridge 1997; Mauss, M., Die Gabe. Form und Funktion des Austauschs in
archaischen Gesellschaften, hrsg. und übers. v. H. Ritter, Frankfurt am Main, 1990
(Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 743); Saller, R.P., Personal Patronage under the Early Empire,
Cambridge – New York 1982; M.L. Satlow (Hrsg.), The Gift in Antiquity, Hoboken (NJ) 2013.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
EMANUEL HÜBNER, M.SC
078025 Übung: Gestalt und Funktion antiker Wettkampfstätten. Stadion, Circus, Amphitheater /
Form and function of ancient arenas: stadium, circus, amphitheatre
Do, 14-16h
Raum: Den Raum bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 16.10.2014
In der Antike gab es eine Vielzahl von wettkampfmäßig betriebenen Leibesübungen. Im Laufe der
Zeit bildeten sich für einige davon veranstaltungsspezifische Bauformen heraus. In der
Lehrveranstaltung soll die Entwicklungsgeschichte von Stadion und Circus/Hippodrom, sowie auch
die des Amphitheaters und des Theaters von ihren Anfängen bis in die Spätantike untersucht
werden. Neben der Architektur wird auch deren Nutzung, d.h. der Einfluß der Nutzung auf die
spezifischen Bauformen und etwaige Nutzungsänderungen, in den Blick genommen werden.
Bestandteil der Lehrveranstaltung ist eine Tagesexkursion in den Archäologischen Park Xanten.
Die Zahl der Teilnehmer aus der Geschichtswissenschaft ist auf 20 Teilnehmer begrenzt.
Einführungsliteratur: R. G. Chase, Ancient Hellenistic and Roman Amphitheaters, Stadiums, and
Theatres. The Way they look now (Portsmouth 2002); R. Graefe, Vela erunt. Die Zeltdächer der
römischen Theater und ähnlicher Anlagen (Diss. Tübingen 1976) (Mainz 1979); J. H. Humphrey,
Roman Circuses. Arenas for Chariot Racing (London 1986); K. Welsh, Greek Stadia and Roman
Spectacles. Asia, Athens, and the Tomb of Herodes Atticus, Journal of Roman Archaeology 11, 1998,
117-145; T. Wilmott (Hrsg.), Roman Amphitheatres and Spectalcula in Britain (Oxford 2009).
Die Anmeldung ist bei Herrn Hübner vorzunehmen (Institut für Sportwissenschaft, Sportpädagogik
und Sportgeschichte, Horstmarer Landweg 62b, 48149 Münster)
LISA STRATMANN, M.A.
081533 Übung: „Der Zorn ist eine kurze Raserei“? – Aufstände im Nordwesten des Imperium
Romanum / „Wrath is a short-lived madness“? – Revellions in the Nordthwest oft he Imperium
Romanum
Di, 10-12h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 216
Beginn: 14.10.2014
Mit den gallischen und germanischen Provinzen sowie der Provinz Britannia war die nordwestliche
Region des Imperium Romanum von besonderer militärstrategischer und ökonomischer Bedeutung.
Die in diesem Raum siedelnden Bevölkerungsgruppen wurden durch politische und militärische
Maßnahmen eng an das römische Reich „gebunden“. Dennoch kam es wiederholt zu Aufständen, die
zeitweilig eine erhebliche Bedrohung für die römische Herrschaft in diesem Raum darstellten.
Im Rahmen der Übung sollen auf der Basis literarischer, archäologischer und epigraphischer Quellen
die Anlässe, Abläufe und Folgen der Erhebungen näher untersucht werden. Im Fokus stehen
zunächst die Strukturen und Prozesse, die sich aus einer vergleichenden Betrachtung der Aufstände
erkennen lassen. Darüber hinaus werden auch die spezifischen Eigenheiten der unterschiedlichen
Quellengattungen, die für die „Rekonstruktion“ der Ereigniszusammenhänge herangezogen werden
können, beleuchtet.
Literatur: Daumer, J., Aufstände in Germanien und Britannien. Unruhen im Spiegel antiker Zeugnisse,
Bern – Frankfurt am Main 2005; Fairclough, J., Boudica to Raedwald: East Anglia’s Relations with
Rome, Ipswich 2010; Urban, R., Gallia rebellis. Erhebungen in Gallien im Spiegel antiker Zeugnisse,
Stuttgart 1999 (Historia Einzelschriften 129).
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
DR. FRANK BILLER
081548 Übung: Rom und Germanien / Rome and Germania
Fr, 10-12h
Raum: Krummer Timpen 5 - ULB 101
Beginn: 17.10.2014
In dem Seminar soll ein zeitlicher Bogen von der Eroberung Galliens durch C. Iulius Caesar in der
Mitte des 1. Jhs. v. Chr. bis hin zum Fall des Limes im 3. Jh. n. Chr. gespannt werden. Thematisch wird
es dabei neben den Eckpunkten der Ereignisgeschichte auch um die politische wie administrative
Struktur der Provinzen sowie das Alltagsleben der Provinzialen gehen. Hierbei sollen u.a. Aspekte der
Infrastruktur, der Wirtschaft, der Religion sowie des 'Privatlebens' der Provinzbewohner behandelt
werden. Geographischer Schwerpunkt wird die Provinz "Germania inferior" bilden.
Einführende Literatur: T. Bechert: Germania inferior. Eine Provinz an der Nordgrenze des Römischen
Reiches, Mainz 2007; M. Carroll: Römer, Kelten und Germanen. Leben in den germanischen
Provinzen Roms, Stuttgart 2004; R. Wolters: Die Römer in Germanien München 52006
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
LISA STRATMANN, M.A.
081552 Übung: Tacitus‘ Germania. Ein Römer betreibt „Völkerkunde“ / Tacitus‘ Germania. A Roman
practices „Ethnography“
Di, 12-14h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 18
Beginn: 14.10.2014
In seiner Germania beschreibt Tacitus die Siedlungsräume, Sitte und Gebräuche der Germanen aus
römischer Perspektive. Weil Tacitus unter Rückgriff auf römische und griechische Gattungsvorbilder
gezielt den Kontrast zwischen den politischen und sozialen Verhältnissen in Rom und der Lebenswelt
der Germanen darstellt, erfuhr seine Germania – v.a. vor dem Hintergrund einer deutsch-nationalen
Idee – eine unvergleichliche Rezeptionsgeschichte.
Im Rahmen der Übung sollen auf der Basis des lateinischen Textes (in deutscher Übersetzung) diese
facettenreichen Zusammenhänge beleuchtet werden. Der Schwerpunkt der Übung liegt dabei neben
den literarischen und gattungsspezifischen Besonderheiten des Werkes auf dem „Germanenbild“ des
Tacitus und der in der Forschung nach wie vor kontrovers diskutierten Intention seines Werkes.
Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, von Tacitus näher beschriebene germanische Stämme
insbesondere auf der Grundlage archäologischer Befunde zu lokalisieren. In einem Ausblick auf die
Rezeption des Werkes in der Neuzeit sollen auch wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen
thematisiert werden.
Literatur: Beck, J.-W., „Germania“ – „Agricola“: Zwei Kapitel zu Tacitus’ zwei kleinen Schriften.
Untersuchungen zu ihrer Intention und Datierung sowie zur Entwicklung des Verfassers, Hildesheim
u.a. 1998 (Spudasmata 68); Schmal, S., Tacitus, Hildesheim u.a. 32011 (Olms Studienbücher Antike
14); Timpe, D. – Jankuhn, H., Beiträge zum Verständnis der Germania des Tacitus. Teil I. Bericht über
die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Nord- und Mitteleuropas im Jahr 1986,
Göttingen 1989 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen.
Philologisch-Historische Klasse. Dritte Folge 175); Timpe, D., Romano-Germanica. Gesammelte
Studien zur Germania des Tacitus, Stuttgart – Leipzig 1995.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
TABEA MEURER, M.ED.
081567 Übung: Gute Kaiser, schlechte Kaiser? C. Suetonius Tranquillus, Kaiserbiographien / Good
Emperors, Evil Emperros? C. Suetonius Tanquillus, The Lives of the Caesars
Do, 12-14h
Raum: Krummer Timpen 5 - ULB 101
Beginn: 16.10.2014
Diese Übung richtet sich insbesondere an Studierende in der Einführungsphase!
In zwölf Büchern fasste C. Suetonius Tranquillus um 120 n.Chr. das Leben und Sterben von zwölf
Caesares, angefangen bei Julius Caesar bis zu Kaiser Domitian, zusammen. Moderne Leser erstaunen
oft Komposition, Sprache und Inhalt der Kaiserbiographien. Entgegen ihrer Vorerwartungen erzählt
der antike Biograph die Lebensgeschichte der einzelnen Kaiser nicht diachron nach, sondern gliedert
sie entsprechend antiker Gattungstraditionen thematisch, flicht Anekdoten und Aussprüche (dicta)
ein und scheut sich nicht, ausführlich persönliche Stärken und Schwächen (virtutes et vitia) der
Portraitierten zu bewerten. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Suetons Kaiserviten um einen
zentralen Quellentext für die Geschichte des Prinzipats; zum einen, da sich in der biographischen
Beurteilung zeitgenössische Diskurse darüber, was einen guten oder schlechten Kaiser auszeichne,
widerspiegeln. Zum anderen hatte Sueton als Privatsekretär Kaiser Hadrians (ab epistulis) Zugang zu
sämtlichen Archiven, sodass die Authentizität einiger dicta gesichert scheint.
Einführende Literatur: Suetonius Tranquillus, G., Die Kaiserviten, Berühmte Männer. De vita
Caesarum, De viris illustribus, hrsg. v. H. Martinet, Düsseldorf – Zürich32006; Wallace-Hadrill, A.,
Suetonius. The Scholar and his Caesars, London 1983; Shuttleworth-Kraus, C., Historigraphy and
Biography, in: Harrison, S. J. (Hrsg.), A Companion to Latin literature, Malden (MA) 2007, 241–256.
Die Teilnehmerzahl für Studenten der Vertiefungsphase ist auf 10 begrenzt, da sich die Übung
maßgeblich an Studenten der Einführungsphase richtet!!! Die Anmeldung für einen dieser 10 Plätze
kann erst in der 2. Anmeldephase, also zwischen dem 22.09. und dem 02.10.2014 jeweils montags
bis freitags von 10-12 Uhr erfolgen!
Die liegt im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des
Seminars für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
PROF. DR. NOBERT EHRHARDT
081571 Übung: Einführung in die lateinische Epigraphik / Introduction to Latin Epigraphy
Di, 12-14h
Raum: Johannisstr. 4 - JO 101
Beginn: 15.10.2014
In dieser Übung soll der Wert von Inschriften für den Historiker aufgezeigt werden, und zwar an
historisch relevanten Texten. Kürzere Inschriften sollen gemeinsam übersetzt und interpretiert
werden. – Der Besuch der Übung ist nur sinnvoll, wenn Lateinkenntnisse mindestens im Umfang des
ersten Lateinkurses vorliegen
Literatur: M. G. Schmidt, Einführung in die lateinische Epigraphik, Darmstadt 2004, 2. Aufl. 2011. Die
Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
EVA BAUMKAMP M.A.
081586 Übung: Quellen zur römischen Sozialgeschichte / Roman Social History
Di, 14-16h
Raum: F 043
Beginn: 14.10.2014
Diese Übung kann auch als Kurs angerechnet werden
Diese Übung richtet sich insbesondere an Studierende in der Einführungsphase!
Aus welchen Gruppen bestand die hierarchisch geprägte – aber dennoch durchlässige – römische
Gesellschaft? Ziel der Übung ist es, einen Eindruck vom Aufbau der römischen Gesellschaft und vom
Selbstverständnis einzelner Gruppen zu erlangen. Durch die intensive Lektüre von literarischen
Texten und epigraphischen Zeugnisse sollen grundlegende Phänomene der römischen Gesellschaft
wie die Bedeutung der römischen familia, das Patronatssystem, die Ausbildung und Etablierung einer
Oberschicht, die Stellung der Sklaven und ihre Aufstiegschancen, die Integration von Provinzialen
von der Zeit der römischen Republik bis in die Kaiserzeit hinein verfolgt werden. Engagement und die
Bereitschaft, sich intensiv mit den vorzubereitenden Quellen auseinanderzusetzen, wird erwartet.
Literatur: Alföldy, G., Römische Sozialgeschichte, 42011 (grundlegend). Peachin, M. (Hrsg.), The
Oxford Handbook of Social Relations in the Roman World, Oxford 2011.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
EVA BAUMKAMP, M.A.
081590 Übung: Religiöse Pluralität in der römischen Welt / Religious Pluralism in the Roman World
Do, 14-16h
Raum: F 043
Beginn: 16.10.2014
Das römische Reich war polytheistisch geprägt. Die Übung beschäftigt sich mit dem Phänomen der
religiösen Pluralität im Imperium Romanum. Allgemein erfüllten Kulte im öffentlichen und privaten
Raum bestimmte Funktionen, die es näher zu beleuchten gilt. Neben einem Überblick über die
wichtigsten öffentlichen und privaten Kulte stehen vor allem die Träger von religiösen Praktiken im
Zentrum des Interesses. Das konkrete Nebeneinander von Kulten und das daraus resultierende
inhärente Konfliktpotenzial gilt es ebenso näher zu bestimmen. Erwartet wird die Bereitschaft zum
intensiven Quellenstudium sowie zur Textlektüre. Weitere Literatur wird in der Übung genannt
werden.
Einführende Literatur: Rosenberger, V., Religion in der Antike, Darmstadt 2012. Rüpke, J., The
Individual in the Religions of the Ancient Mediterranean, Oxford 2013.
Die Anmeldelisten zu den Kursen, Hauptseminaren und Übungen im WS 2014/15 liegen in der Zeit
vom 23.06.2014 bis 18.07.2014 (Mo-Fr 10-12) und
vom 22.09.2014 bis 02.10.2014 (Mo-Fr 10-12
im Hilfskraftzimmer (Zimmer 247) bzw. in den Geschäftszimmern (Zimmer 246 u. 248) des Seminars
für Alte Geschichte aus.
Eine Anmeldung nur in HISLSF ist nicht zulässig!
Außerhalb der angegebenen Zeiten werden keine Aufnahmen vorgenommen!
(Letzte Einschreibemöglichkeit: 02.10.2014)
Mittelalterliche Geschichte
DR. ALEXANDER BERNER
082233 Übung zur Einführungsvorlesung: Das Mittelalter / Introducing the Middle Ages
Mi, 10-12h
Raum: Georgskommende 14, G 209
In Anlehnung an die Einführungsvorlesung Mittelalter sollen in dieser Übung Grundstrukturen der
westlichen mittelalterlichen Gesellschaften vermittelt werden. Die Übung vertieft die in der
Vorlesung behandelten Themen wie ‚Grundherrschaft‘, ‚Lehnswesen‘ oder ‚Königtum‘ anhand
einschlägiger Quellen und aktueller Forschungsliteratur, wodurch gleichzeitig die fachspezifische
Auseinandersetzung mit Phänomenen der mittelalterlichen Geschichte eingeübt wird.
Einführende Literatur: Fuhrmann, Horst: Einladung ins Mittelalter, München 42009 (Beck’sche
Reihe); Hilsch, Peter: Das Mittelalter – die Epoche, Konstanz 32012 (UTB Basics); Lubich, Gerhard:
Das Mittelalter. Orientierung Geschichte, Paderborn 2010 (UTB Orientierung Geschichte); Müller,
Harald: Mittelalter, Berlin 2008 (Akademie Studienbücher: Geschichte).
DR. ANTJE DIENER-STAECKLING
082248 Übung: Einführung in die Paläographie I: Mittelalter
Mo, 14-16h
Raum: F 042
Beginn 20.10.2014
Das Lesen handschriftlicher Quellen gehört auch noch heute zu den Grundlagen jeder Historischer
Arbeit. Kenntnisse der Grundlagen der Handschriftenkunde erleichtern nicht nur die Lesefähigkeit
von mittelalterlichen Texten, sondern helfen auch bei jüngeren Quellen. In der Veranstaltung wird
chronologisch die Entwicklung der Schrift (800-1600) im deutschsprachigen Raum erarbeitet. Da
teilweise in Originalen gelesen wird, findet die Veranstaltung im Vortragssaal des LWL-Archivamts,
Jahnstr. 26 statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 18 beschränkt. (Wichtig! Bitte anmelden unter
antje.diener-staeckling@lwl.org)
Literatur: Bernhard Bischoff, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen
Mittelalters (=Grundlagen der Germanistik 24), Berlin 3 Auflage 2004; Ahasver von Brandt, Die
Schrift: Paläographie, in: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen
Hilfswissenschaften, Stuttgart 16. Auflage 2003, S. 65-80.
PROF. DR. MICHAEL GRÜNBART
082252 Übung: Die Sprache der Objekte: Eine Einführung in die byzantinistische Quellenkunde / The
language of objects: An introduction to Byzantine sources
Do, 8-10h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 16.10.2014
In dieser Übung wird einerseits ein Überblick über die unterschiedlichen Quellengattungen (von
archäologischen bis schriftlichen), die für die Rekonstruktion des Lebens im byzantinischen Reich
wichtig sind, gegeben, und andererseits anhand ausgewählter Objekte neue Kontexte, Umdeutungen
und Missverständnisse untersucht.
Anmeldung per Mail beim Lehrveranstaltungsleiter.
Literatur: J. Karayannopoulos – G. Weiß, Quellenkunde zur Geschichte von Byzanz (324 - 1453).
Wiesbaden 1982; A. Kazhdan – G. Constable, People and power in Byzantium. An introduction to
modern byzantine studies. - Washington, D.C., 1982
PROF. DR. MICHAEL GRÜNBART
082267 Übung: Byzantinisches Kaisertum – eine europäische Herrschaftsform? / Byzantine
Kaisertum – a European form of government?
Di, 16-18h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 14.10.2014
Das oströmische / byzantinische Kaisertum galt über Jahrhunderte als das Kaisertum in der
christlichen Welt. Mit Karl dem Großen beginnt im Westen wieder Konkurrenz zu erstarken und die
hochmittelalterliche Ordnung beeinflusst zu werden. In der Übung werden die Ursprünge des
Kaisertums, Herrschaftsvorstellungen, die Ausstrahlungen des byzantinischen Kaisertums sowie die
Nachgeschichte behandelt.
Anmeldung per Mail beim Lehrveranstaltungsleiter.
Literatur: G. Dagron, Emperor and Priest. The Imperial Office in Byzantium. Cambridge 2003; B.
Schneidmüller, Die Kaiser des Mittelalters. Von Karl dem Großen bis Maximilian I. München 2006;
H. Leppin - B. Schneidmüller – S. Weinfurter (Hrsg.), Kaisertum im ersten Jahrtausend.
Wissenschaftlicher Begleitband zur Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich Kaisertum von der Antike zum Mittelalter". Regensburg 2012
PROF. DR. WOLFRAM DREWS
082271 Lektüreübung: Karolingische Herrscherbiographien
Mo, 16-18h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 13.10.2014
Mehrere Jahrzehnte nach Etablierung des karolingischen Großreiches begannen einzelne Autoren,
nach spätantikem Vorbild Herrscherbiographien zu verfassen, in denen sie zum einen bestimmte
Herrscher priesen, zum anderen jedoch auch auf subtile Weise Kritik an anderen Machthabern zum
Ausdruck bringen konnten. Das bekannteste Werk ist sicherlich Einhards Vita Karoli Magni, doch
auch die zwei Lebensbeschreibungen seines Sohnes, Ludwigs des Frommen, verfaßt vom
sogenannten Astronomus sowie von Thegan, sind in diesem Zusammenhang zu nennen. In der
Übung werden ausgewählte Kapitel aus den Texten gelesen, kontextualisiert und miteinander
verglichen.
Literatur: Matthias M. Tischler, Einharts Vita Karoli. Studien zur Entstehung, Überlieferung und
Rezeption (MGH Schriften 48/1-2), Hannover 2001; Ernst Tremp, Studien zu den Gesta Hludowici
imperatoris des Trierer Chorbischofs Thegan (MGH Schriften 32), Hannover 1988.
DR. ALEXANDER BERNER
082286 Übung zur Quellenlektüre: Gesta Francorum et alienorum hierosolimitanorum
Mi, 16-18h
Raum: F 229
Die Gesta Francorum et alienorum hierosolimitanorum, kurz Gesta Francorum, sind der früheste
Bericht über die Geschehnisse während des ersten Kreuzzugs. Der anonyme Autor, wohl ein
einfacher Ritter im Gefolge des Normannenfürsten Bohemund von Tarent, war ein Augenzeuge der
Ereignisse, die schließlich zur Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 führen sollten. Beginnend mit der
Schilderung des päpstlichen Aufrufs und endend mit dem Bericht über die Schlacht von Askalon
vermittelt der Autor der Gesta Francorum ein lebendiges, sprachlich direktes Bild des Kreuzzugs aus
der Perspektive eines begeisterten Teilnehmers jenseits der klerikalen Elite.
In dieser Übung sollen die Gesta Francorum in Gänze gelesen werden. Textgrundlage ist die
zweisprachige Edition von Hill, Lateinkenntnisse sind also wünschenswert, profunde
Englischkenntnisse Voraussetzung. Ausgehend von der Quelle werden verschiedene Aspekte der
Geschichte des ersten Kreuzzugs behandelt, wobei sozialgeschichtliche Fragestellungen im
Vordergrund stehen werden.
Quelle: Hill, Rosalind (Ed.): Gesta Francorum et alienorum hierosolimitanorum. The Deeds of the
Franks and the other Pilgrims to Jerusalem, London u.a. 1962 (Oxford Medieval Texts).
Einführende Literatur: Mayer, Hans E.: Geschichte der Kreuzzüge, Stuttgart 102005; Rubenstein, Jay
C.: What is the 'Gesta Francorum', and who was Peter Tudebode?, in: Revue Mabillon Ser. NS 16
(2005), S. 178-204; Rubenstein, Jay C.: Putting History to Use: Three Crusade Chronicles in Context,
in: Viator 35 (2004), S. 131-168; Morris, Colin: The Gesta Francorum as narrative history, in: Reading
medieval studies 19 (1993), S. 55-71.
PROF. DR. WOLFGANG ERIC WAGNER
082290 Übung: Quellen zur Bischofserhebung im Mittelalter
Mi, 14-16h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 114
Im Mittelpunkt der Übung stehen Vorbereitung, Organisation und technischer Ablauf von
Bischofserhebungen. Ausgehend von erzählenden, normativen, bildlichen und liturgischen Quellen
soll der Frage nachgegangen werden, welche rituellen Handlungen und welche rechtstechnischen
Verfahrensformen die Wahl von Bischöfen und die Übertragung von bischöflichen Amtsvollmachten
im Mittelalter bestimmt haben. Anhand dieser und anderer Fragen sollen grundlegende
Arbeitstechniken und hilfswissenschaftliche Methoden der Mediävistik eingeübt und vertieft sowie
ältere und neuere Forschungsansätze diskutiert werden. Im Interesse einer allseits erfreulichen,
Einsichten vermehrenden Veranstaltung ist die Bereitschaft gefragt, wissenschaftliche Texte (auch in
Fremdsprachen) zu lesen, Quellentexte aus dem Lateinischen zu übersetzen und beide Textsorten
sowie Bilder erläuternd vorzustellen.
Literatur: B. SCHIMMELPFENNIG, Papst- und Bischofswahlen seit dem 12. Jahrhundert, in: Wahlen
und Wählen im Mittelalter, hg. v. R. SCHNEIDER / H. ZIMMERMANN (1990), S. 173-195; F.-R. ERKENS
(Hg.), Die früh- und hochmittelalterliche Bischofserhebung im europäischen Vergleich (1998); K.
SCHREINER, Wahl, Amtsantritt und Amtsenthebung von Bischöfen. Rituelle Handlungsmuster,
rechtlich normierte Verfahren, traditionsgestützte Gewohnheiten, in: Vormoderne politische
Verfahren, hg. v. B. STOLLBER-RILINGER (2001), S. 73-117.
PROF. DR. MICHAEL GRÜNBART
082305 Lektürekurs: Das Strategikon des Kekaumenos: Einsichten in einen byzantinischen Haushalt
(11. Jh.) / The so-called strategikon of Kekaumenos: Insights into a Byzantine household
Mi, 14-16h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen!
Beginn: 15.10.2014
In diesem Lektürekurs wird ein Text aus dem 11. Jahrhundert interpretiert, der zum Verständnis der
mittelbyzantinischen Aristokratie und zum gesellschaftlichen Leben wesentlich beiträgt. Neben
Ratschlägen zur Kriegsführung und zum Auftreten im Alltag findet man darin auch Angaben zur
richtigen Organisation eines Haushaltes, durch den man sich nach außen zeigte. Berücksichtigt wird
bei diesem Kurs das historische und kulturgeschichtliche (byzantinische) Umfeld.
Anmeldung per Mail beim Lehrveranstaltungsleiter.
Literatur: H.-G. Beck, Vademecum des byzantinischen Aristokraten. Das sogenannte Strategikon des
Kekaumenos. Graz – Wien 1964;
http://www.ancientwisdoms.ac.uk/library/kekaumenos-consilia-et-narrationes/
PROF. DR. EDUARD MÜHLE
082310 Übung: Ostmitteleuropäische lateinische Chroniken / East Central European Chronicles of
the 12th Century
Di 16-18h
Raum: ULB 202
Beginn: 14.10.2014
Gegenstand der als Lektüreübung im Vertiefungsmodul angelegten Veranstaltung ist eine intensive
Beschäftigung mit chronikalisch-narrativen Quellen des östlichen Mitteleuropa. Im Zentrum stehen
die Chroniken des Gallus Anonymus, des Cosmas von Prag und des Magisters Vincentius. Sie bieten
einen hervorragenden Einblick sowohl in die Anfänge der Historiographie als auch in die Herrschaftsund Gesellschaftsformen des östlichen Mitteleuropa im 12. Jahrhundert. In der Übung werden
ausgewählte Ausschnitte aus den genannten Texten im lateinischen Original gelesen und auch ein
Blick in die Handschriften geworfen. Da jeweils deutsche Übersetzungen zur Verfügung stehen, muss
die Arbeit gleichwohl nicht ausschließlich am lateinischen Text erfolgen.
Texte: Cosmae Pragensis Chronica Boemorum, hrsg. von B. Bretholz, Berlin 1923/Berlin² 1955;
deutsch: Des Dekans Cosmas Chronik von Böhmen, hrsg. von G. Grandauer und W. Wattenbach,
Leipzig 1895; Galli Anonymi cronicae et gesta ducum sive principum Polonorum, hrsg. von Karol
Maleczyński, Krakau 1952; deutsch: Polens Anfänge. Gallus Anonymus: Chronik und Taten der
Herzöge und Fürsten von Polen, hrsg. von Josef Bujnoch, Graz u. a. 1978; Die Chronik der Polen des
Magisters Vincentius / Magistri Vincentii Chronica Polonorum, hrsg. von Eduard Mühle, Darmstadt
2014 [Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe- Serie A: Ausgewählte Quellen zur Geschichte des
Mittelalters, Bd. 48].
DR. KARSTEN IGEL
082339 Übung: Konsum in der Kathedralstadt
Fr, 14-16h
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte
Beginn: 17. Oktober
Die zahlreichen geistlichen Institutionen und ihre Angehörigen waren zugleich wichtige
Konsumnachfrager auf den Märkten einer mittelalterlichen Kathedralstadt, zum Teil aber auch selbst
Anbieter. Ausgehend von der westfälischen Kathedralstadt Osnabrück soll dieses Phänomen
eingehender in seiner Bedeutung für die Stadt untersucht werden. Dabei steht auch die Arbeit mit
edierten und unedierten Quellen, vor allem der umfangreichen Rechnungsüberlieferung, im
Mittelpunkt der Übung.
Hinweise auf wichtige Literatur erfolgen in der ersten Sitzung.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt und eine vorherige Anmeldung an
karsten.igel@uni-muenster.de daher erforderlich.
PROF. DR. SITA STECKEL
082343 Übung zur Quellenlektüre: Professoren in Weltuntergangsstimmung. Quellenlektüre zu den
Auseinandersetzungen an der Pariser Universität in der Mitte des 13. Jahrhunderts / Professors at
world’s end. Source reading on conflicts at the university of Paris, c. 1250-1260
Mo, 14-16h
Raum: F 229
Beginn: 13.10.2014
Die mittelalterliche Universität fasziniert seit langem die Forschung. Wer sich auf die anspruchsvollen
Quellen zur Pariser Universität des Mittelalters einlässt, wird mit Einblicken in die Formierung
professioneller Wissenschaft in Europa sowie in das Zusammenleben städtischer, studentischer und
religiöser Gruppen belohnt. Wie wir heute wissen, war die Universität freilich nicht nur der Hort
akademischer Freiheit und ‚Aufklärung im Mittelalter‘ (Flasch), den die ältere Forschung gerne
suchte. Sie war gleichzeitig die wichtigste Ausbildungsmaschinerie der lateinischen Kirche, die sich im
13. Jahrhundert in intensivem inneren Ausbau befand. An der Universität trafen sich also nicht nur
Magister und Studenten der Theologie, Juristerei, Medizin und Artes liberales, sondern auch
Mitglieder neuer und alter religiöser Orden, des Klerus und teils des Laienstandes. In der Stadt Paris
verknüpften sich die universitären Kommunikationsräume zudem mit höfischen, kirchlichen und
städtischen Öffentlichkeiten.
Tatsächlich tobten in der Mitte des 13. Jahrhunderts prompt Streitigkeiten zwischen verschiedenen
Gruppen an der theologischen Fakultät. Man stritt um die Anzahl von Lehrstühlen, um zahlende
Studierende und um Rechte des Klerus wie der neuen, asketischen Bettelorden der Dominikaner und
Franziskaner. Die Konflikte provozierten sowohl wissenschaftliche wie hochgradig polemische
Auseinandersetzungen, da sich die Kontrahenten teils im Medium der Theologie und des Rechts, teils
in dem der (politischen) Prophetie angriffen und dramatische Weltuntergangsszenarien entwarfen,
um Gegner religiös auszugrenzen. Diese Konflikte zeigen die Universität des Mittelalters nicht nur als
Ort der Wissenschaft, sondern auch als religiösen, politischen und kulturellen Resonanzraum.
Im Rahmen der Übung sollen an den Konflikten zwischen Weltklerus und Bettelorden, die zwischen
1250 und 1260 an der Universität tobten, exemplarisch verschiedene Bezugsfelder der Universität
Paris vorgestellt werden. Diese Streitigkeiten erlauben, sowohl Strukturen der Universität wie der
neuen und alten religiösen Orden und des Klerus kennenzulernen, und eine Vielzahl
unterschiedlicher Quellengattungen miteinander in Verbindung zu bringen. Im Verlauf der Übung
sollen verschiedene Quellen gelesen werden, die um den Anführer der klerikalen Partei, Wilhelm von
St. Amour, sowie um den Dominikaner Thomas von Aquin und den Franziskaner Bonaventura
kreisen. Aus ihren Texten sollen die Kontexte und einzelnen Schritte des Konfliktes nach und nach
erschlossen werden. Während schrittweise ein Bild der Abläufe der 1250er Jahre entsteht, sollen
gleichzeitig quellenkritische Fähigkeiten geübt werden. Einige der Texte werden aus dem
Lateinischen zu übersetzen sein, so dass funktionale Lateinkenntnisse Voraussetzung für eine
Teilnahme sind. Die Fähigkeit zur Lektüre englischer Sekundärliteratur wird ebenfalls vorausgesetzt.
Es werden regelmäßig Quellentexte oder kurze Ausschnitte aus der Sekundärliteratur als
Hausaufgabe vorzubereiten sein.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich über die Liste bei Fr. Brück, Zimmer 144, an.
Für angemeldete Teilnehmer stehen ab Semesterbeginn im Learnweb Lektüretexte bereit.
Einstiegsliteratur: Ian P. Wei: Intellectual Culture in Medieval Paris. Theologians and the University c.
1100-1330, Cambridge: Cambridge University Press 2012.
DR. GEORG JOSTKLEIGREWE
082358 Übung: Fehde vor Gericht. Transkription und Übersetzung lateinischer und französischer
Akten zum 'Privatkrieg' des 14. Jahrhunderts
Mi, 16-18h
Raum: Krummer Timpen 5 - ULB 202
Beginn: 22.10.2014
„Anders als im Reich gelang es dem französischen Königtum seit dem 13. Jahrhundert, die adlige
Fehdegewalt zu unterdrücken oder zumindest zu kriminalisieren“. Aussagen wie diese findet man in
Überblickswerken ebenso wie in Publikationen namhafter deutscher Fehdeforscher. Richtig sind sie
gleichwohl nicht, denn auch im spätmittelalterlichen Frankreich wurde munter Fehde geführt.
Tatsächlich stellte der Privatkrieg zwischen adligen Herren, Prälaten und auch städtischen
Kommunen nicht nur eine gängige Praxis, sondern deutlicher noch als im Reich auch ein anerkanntes
Recht des Adels dar. Eine konsequente Repression ‚privater‘ militärischer Gewalt gab es auch in der
tatsächlich oder vermeintlich moderneren französischen Monarchie nicht.
Indes läßt sich in Frankreich beobachten, daß gewaltbasierte und gerichtliche Formen der
Konfliktaustragung einander sehr stark durchdringen. Die Verwaltungs- und Justizbehörden des
Königtums bemühten sich nicht nur darum, den Privatkrieg des Adels in bestimmtem Umfang zu
regulieren, sondern stellten – paradoxerweise – auch zusätzliche militärische Zwangsmittel bereit,
mit denen die Untertanen ihre privaten Konflikte weiterführen konnten: Oft kooperierten beide
Konfliktparteien mit unterschiedlichen königlichen Amtsträger, um ihre jeweiligen Gegner mit
Waffengewalt zu schädigen (und zumindest in der Theorie: vor das Gericht der betreffenden
Amtsträger zu zwingen).
In der Übung wollen wir einige solcher Fälle anhand von französischen und/oder lateinischen
Quellen des 14. Jahrhunderts näher untersuchen. Wir lesen, übersetzen und interpretieren die Texte
teils in Transkription, teils transkribieren wir sie selbst. Das propädeutische Ziel der Veranstaltung
besteht zum einen in der Erarbeitung eines Überblicks über die Verwaltungsabläufe eines
spätmittelalterlichen Königreiches und die unterschiedlichen Typen des dabei anfallenden
administrativen Schriftgutes. Zum anderen werden wir die Transkription einer – vergleichsweise
leicht zu lesenden – mittelalterlichen Kanzleischrift einüben und die dafür notwendigen Hilfsmittel
kennenlernen.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung im Sekretariat der Mittelalterliche
Geschichte I (Raum 144) vom 23.06.2014 bis zum 18.07.2014 sowie vom 22.09.2014 bis zum
02.10.2014 jeweils montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr erforderlich!
NILS BOCK, GEORG JOSTKLEIGREWE,
083039 Übung: Einführung in die französischsprachige Forschung zur mittelalterlichen Geschichte –
aktuelle Tendenzen. „La jeune génération des médiévistes français invitée à Münster“
Mo, 18-20h
Raum:
Beginn:
Weil er uns immer wieder neue, spannende Perspektiven eröffnet, wird der Blick über den Tellerrand
der deutschen Forschungscommunity zunehmend unumgehbar. Die französische Forschung hat sich
in den Geschichtswissenschaften immer wieder als wichtiger Ideengeber hervorgetan; wir wollen
uns daher mit aktuellen Ansätzen der mediävistischen Forschung in Frankreich beschäftigen.
In der Veranstaltung werden wir uns den Arbeiten einiger französischer Mediävisten nähern, ihre
Texte lesen und besprechen und im Rahmen der Vortragsreihe "Junge französische Mediävisten ..."
schließlich auch mit ihnen selbst über ihre Forschungstätigkeit diskutieren. Die Übung dient dabei als
Einführung in die französische Mittelalterforschung; zugleich vermittelt sie grundlegende
Fertigkeiten für das Verständnis und den Umgang mit fremdsprachiger Forschungsliteratur
vermitteln.
Die Vorträge im Rahmen der Vortragsreihe „Junge französische Mediävisten zu Gast in Münster“
(insg. 4 Termine, jeweils montags 18-20 Uhr, erste Termin am 6.10.) sind integraler Bestandteil der
Veranstaltung. Grundlegende Kenntnisse der französischen Sprache (Schulniveau) sind erwünscht.
Weitere Informationen:
jeunegen.hypotheses.org
Um vorherige Anmeldung per Email (elisewintz@gmail.com) wird gebeten.
TORBEN GEBHARDT
082927 Lektüreübung: Altenglische Quellen der christlichen Literatur
Fr, 12-14h
Raum: F 153
Altenglisch ist für eine Vernakularsprache vergleichsweise gut erhalten und zeichnet sich durch ihre
relative Nähe zur deutschen Sprache aus. Den überdurchschnittlich großen Korpus verdanken wir vor
allem Alfred dem Großen, der weite Teile der christlich lateinischen Literatur ins altenglische
übersetzen ließ, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Übung hat zum
Ziel den Studierenden einen Einstieg in die altenglische Sprache zu vermitteln. Dafür wird zuerst die
Sprache selbst in ihren Grundzügen vermittelt, um dann anhand ausgesuchter Beispiele eigene
Übersetzungen anzufertigen.
Empfohlene Literatur: Mitchell, Bruce und Fred C. Robinson: A Guide to Old English, 8. Aufl., Oxford
2011. Clark Hall, J.R.: A Concise Anglo-Saxon Dictionary, 4. Aufl., Cambridge 1960. Lapidge, Michael
et. al. : The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England Oxford 1999.
NADEEM KHAN, M.A.
083043 Übung Der fremde Feind – Die Kreuzzüge aus muslimischer Perspektive
Vorbesprechung: Wird rechtzeitig bekannt gegeben; Blockveranstaltung: 10./11.2.2015
Raum: 10.2: F 153; 11.2: F102
Die Übung soll interessierten Studierenden die Möglichkeit bieten, anhand ausgewählter Quellen die
muslimische Perspektive auf die Kreuzzüge zu ergründen. Weiterhin werden aktuelle Forschungen
zur Darstellung der Kreuzfahrer bei arabischen Autoren vorgestellt und diskutiert.
Arabischkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung.
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt.
Um Anmeldung per E-Mail an nadeem.elias.khan@gmail.com wird gebeten.
Einführende Literatur: Gabrieli, Francesco (Hg.): Arab Historians of the Crusades, New York 1989;
Hillenbrand, Caroline: The Crusades. Islamic Perspectives, Endinburgh 1999.
TOBIAS ENSELEIT
083062 Übung: Der Hof der Babenberger Herzöge als literarisches Zentrum
Di, 18-20h
Raum: Georgskommende 14, G 120,
Im 13. Jahrhundert wurde die höfische Literatur vor allem an den großen Fürstenhöfen gefördert
und rezipiert. Die Babenberger Herzöge dieser Zeit waren nicht nur wichtige Figuren im Spiel der
Reichspolitik, sondern auch große Kunstmäzene, die an ihrem Hof prominente Dichter wie etwa
Walther von der Vogelweide, Neidhart von Reuental oder den Tannhäuser unterhielten.
Die Übung will den höfischen Literaturbetrieb am Babenberger Hof von Beginn des 13. Jahrhunderts
bis zum Tod Herzog Friedrichs II. im Jahre 1246 nachzeichnen, die Teilnehmer anhand ausgewählter
Lektüre in die Sprache und Vielfalt mittelhochdeutscher Dichtung einführen und in einem
allgemeineren Zugriff Fragen nach Erfordernissen und Rahmenbedingungen der Produktion und
Rezeption von Literatur erörtern sowie die soziale Herkunft und den Bildungshorizont der Dichter
und ihrer Zuhörerschaft thematisieren. Dabei wird auch der Blick auf die politischen Geschehnisse
geworfen, in welche die Babenberger Herzöge involviert waren.
Ausgeprägte Kenntnisse des Mittelhochdeutschen werden nicht vorausgesetzt; zur Anschaffung wird
ein entsprechendes Wörterbuch – etwa Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch,
2. Nachdruck der 3. Auflage von 1885, Stuttgart 1992 – empfohlen. Ein Reader mit allen
Quellentexten wird im Learnweb bereitgestellt.
Die Übung richtet sich auch an Studierende im Fach Germanistik und im Studiengang
Interdisziplinäre Mittelalterstudien.
Neuere und Neueste Geschichte
PROF. DR. MATTHIAS POHLIG
082362 Übung: Frühneuzeitliche Reiseberichte über das Osmanische Reich
Mi, 10-12h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 115
Beginn: 15.10.2014
Das Osmanische Reich, eine europäische Großmacht an der Peripherie, war in der Frühen Neuzeit
ein Feind, eine Gefahr, eine Kontrastfolie, aber auch ein Spiegel und eine Attraktion. Doch nur
wenige frühneuzeitliche Mitteleuropäer reisten überhaupt dorthin – als Missionare oder Diplomaten
etwa –, und ihre Berichte prägten in hohem Maße das Bild mit, das über „den Türcken“ kursierte. In
der Übung soll in der Auseinandersetzung mit der methodologischen Literatur zum Genre des
Reiseberichts gefragt werden, wie diese als Quellen überhaupt funktionieren und was man ihnen
entnehmen kann: Informationen über ein fremdes Land? Oder doch mehr mehr über das
zeitgenössische Eigene, die Stereotypen und Weltsichten der Europäer? In einem zweiten Schritt
sollen einige der wichtigsten zentraleuropäischen Reiseberichte über das Osmanische Reich gelesen
und diskutiert werden. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie die Themen Religion,
Herrschaft und Alltag von den Autoren präsentiert werden.
Literatur: Höfert, Almut, Den Feind beschreiben. „Türkengefahr“ und europäisches Wissen über das
Osmanische Reich 1450-1600, Frankfurt/New York 2003
DR. ANDREAS PIETSCH
082377 Übung: Libertin! Die Konjunktur einer Verunglimpfung
Mo, 14-16h
Raum: F 040
Beginn: 13.10.2014
Als „Libertin“ mussten sich all diejenigen bezeichnen lassen, die von den gesellschaftlichen Normen
allzu weit abwichen. Diese Bezeichnung mit deutlichem negativem Beigeschmack hat gerade in der
Frühen Neuzeit eine bemerkenswerte Konjunktur besessen. Bemerkenswert ist jedoch nicht nur die
Häufigkeit ihrer Verwendung, sondern auch die Breite der Anwendungsfelder: es konnte eine
angeblich falsche „Freiheit“ (libertinage) in Bezug auf religiöse, moralische oder auch politische
Vorstellungen gebrandmarkt werden. Zudem lässt sich vom 16. bis ins 18. Jahrundert ein deutlicher
Wandel studieren, was als Libertinage wahrgenommen und bewertet wurde. Die Forschung hat sich
schon deshalb mit diesem Phänomen in letzter Zeit vermehrt beschäftigt, weil sich hier Anfänge des
Säkularismus, im Sinne einer „Moderne aus dem Untergrund“ (Mulsow) zeigen lassen.
An ausgewählten Beispielen sollen die Bedeutungsnuancen und –verschiebungen erarbeitet werden.
Literatur: Gerhard Schneider, Der Libertin. Zur Geistes- und Sozialgeschichte des Bürgertums im 16.
und 17. Jahrhundert, Stuttgart 1970/2000; Thomas Berns u.a. (Hg.), Libertin! Usage d’une invective
aux XVIe et XVIIe siècle, Paris 2013; Jean-Pierre Cavaillé, Irréligion et libertinage au début de
l’époque moderne, Paris 2013.
DR. PETER ILISCH
082381 Übung: Westfälische Geld- und Münzgeschichte der frühen Neuzeit (16.-18.Jh.)
Mo, 16-18h
Raum: F 041
Das Währungswesen in Westfalen in der frühen Neuzeit war auf das engstem mit der „großen
Geschichte“ verflochten. Territorialgrenzen und Währungsgrenzen war dabei keineswegs identisch.
Der Raum Westfalen war dabei keineswegs gegenüber den Nachbarlandschaften abgeschlossen.
Aufgabe wird es sein, diese Einflüsse herauszuarbeiten ebenso wie die Abhängigkeit des
Geldumlaufs, von der innerwestfälischen wie außerwestfälischen Münzprägung. Es soll untersucht
werden, welchen Stellenwert die Prägung eigener Zahlungsmittel für die kleineren und größeren
Territorialstaaten hatte sowie welchen Einfluss Krieg und Frieden auf Währungsstabilität und
Landesfinanzen hatten. Hatten die Staaten eine reale Chance sich gegen den Import von
Währungskrisen zu wehren? Welche Instrumente standen zur Verfügung? Betrachtet werden soll
auch die Rolle des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises. Als Quellen stehen dabei sowohl die
schriftliche Überlieferung bezüglich Münzprägung, Regulierung des Münzumlaufes sowie die
Durchführung von Zahlungen als auch die real überlieferten Münzen und die Münzfunde zur
Verfügung.
Allgemeine Vorkenntnisse der westfälischen Landesgeschichte sind angenehm.
Limitierung auf 20 Teilnehmer. Anmeldung an Peter.Ilisch@uni-muenster.de
KLAUS JAKOB JANSEN
082396 Übung: Die Damen von Port-Royal - Geschlecht, Religion und Macht im Frankreich Ludwig
XIV.
Die Termine sind dem HISLSF zu entnehmen!
Raum: Räume des Leibnizprojekts ‚Vormoderne Verfahren‘, Hittorfstraße 17
DR. ASTRID WINDUS
082400 Übung: Bildwissen – Bildwissenschaft. Die Neue Welt in visuellen Darstellungen
Di, 16-18h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 217
Die Veranstaltung befasst sich mit visuellen Formen der Konstruktion und Vermittlung von Wissen
am Beispiel frühneuzeitlicher Darstellungen Amerikas und seiner Einwohner. Die „Entdeckung“ des
Kontinents 1492 eröffnete dem Europa der Frühen Neuzeit einen neuen Raum von Imaginationen
über das Wesen und die Beschaffenheit der so genannten „Neuen Welt“ und ihrer Bewohner. Diese
Vorstellungen basierten auf einer Vielzahl unterschiedlicher Schrift- und Bildquellen, zu denen
Chroniken von Missionaren und Entdeckern, illustrierte Reiseberichte und geographische Studien
ebenso gehören wie Kosmographien, Karten oder Darstellungen der zeitgenössischen Malerei. In der
Übung beschäftigen wir uns auf der Grundlage dieser Quellen mit verschiedenen Aspekten dieser
Imaginationen, wie den frühen visuellen Darstellungen der Neuen Welt als irdischem Paradies; den
Konstruktionen des Amerikaners als Kannibalen bzw. Edlem Wilden oder europäischen
Vorstellungen
von
indigenen
Zivilisationen.
Um
das
vielfältige
Quellenmaterial
geschichtswissenschaftlich angemessen nutzen zu können, ist der inhaltlichen Arbeit mit den Bildern
eine Auseinandersetzung mit theoretischen und methodischen Grundlagentexten der
Bildwissenschaft vorangestellt. Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnehme am Seminar ist neben
regelmäßiger Anwesenheit die Übernahme kleinerer Beiträge bzw. Arbeitsaufgaben, die aktive
Mitarbeit in Plenum und Arbeitsgruppen sowie die Lektüre der erforderlichen Texte.
Einführende Literatur: Hildegard Frübis: Die Wirklichkeit des Fremden. Die Darstellung der Neuen
Welt im 16. Jahrhundert. Berlin 1995. Matthias Bruhn: Das Bild. Theorie – Geschichte – Praxis.
DR. FELICITY JENSZ
082415 Übung: Indianer und Mission: Kontaktzone im 18. und 19. Jahrhundert
Do, 09.10.-13.11, 10-12h; Blockveranstaltung: 14./15.11., 8-18h
Raum: Do: Georgskommende 14 - G 32; Blocktermin: Johannisstraße 4, J102
Beginn: 09.10.2014
Im 18. und 19. Jahrhundert stellte die christliche Mission in Nordamerika eine Kontaktzone dar. Um
„Indianer“ zum Christentum zu konvertieren, haben Missionare und Missionarinnen damals mit
verschiedenen Gruppen von Indianern gelebt, wodurch sie mit der Lebensweise der Indianer
vertrauter waren als viele andere Euro-Amerikaner. Von den Missionaren und Missionarinnen
hinterlassene Tagebücher, Berichte und Briefe dienen als lebendige Quellen, die vom ersten Kontakt
zwischen Indianern und Missionaren und auch vom Alltag in einer Missionsstation berichten.
Gleichzeitig bezeugen diese persönlichen Beschreibungen christliche und europäische Ideologien, die
das damalige Denken geprägt haben.
In dieser Übung wird ebendiese Kontaktzone, in der sich Indianer und Missionare trafen, anhand von
Quellenarbeit und Sekundärliteratur untersucht. Schwerpunkte liegen zum einen auf den Orten und
Institutionen (u.a. Schulen, Kirchen und „Industrial Schools“) an welchen der Kulturkontakt stattfand;
zum anderen auf dem wechselnden Verhältnis zwischen indianischen Gruppen und den Missionaren
und Missionarinnen, sowie auf dem stattfindenden Wissenstransfer zwischen den beiden Gruppen.
Der räumliche Fokus liegt dabei auf den USA und Kanada. Gute Englischkenntnisse sind
Voraussetzung, da ein Großteil der Lektüre aus englischsprachigen Texten besteht.
Literatur: David Wallace Adams, Education for Extinction. American Indians and the Boarding School
Experience, 1875-1928 (Lawrence: University Press of Kansas, 1995); Eugene F. Bliss, Diary of David
Zeisberger a Moravian Missionay among the Indias of Ohio. Translated from the Original German
Manuscript and Edited, vol. 1 (Cincinnati: Robert Clarke & Co for the Historical and Philosophical
Society of Ohio, 1885); Norman Etheringon (Hrg.) Missions and Empire, The Oxford History of the
British Empire (Oxford: Oxford University Press, 2005); John Webster Grant, Moon of Wintertime.
Missionaries and the Indians of Canada in Encounter since 1534 (Toronto, Buffalo & London:
University of Toronto Press, 1984); James R. Miller, Shingwauk’s Vision: A History of Native
Residential Schools (Toronto: University of Toronto Press, 2009); William A. Pencak and Daniel K.
Richter (Hrg.) Friends & Enemies in Penn’s Woods: Indians, Colonists, and the Racial Construction of
Pennsylvania (University Park, Pennsylvania: The Pennsylvania State University Press, 2004), 87–103.
DR.ARNULF JÜRGENS
082420 Übung: Quellen zur Französischen Revolution
Di, 10-12h
Raum: Georgskommende 14 - G 209
Beginn: 14.10.2014
Die Übung möchte aus Quellen wesentliche Vorgänge der Französischen Revolution greifbar
machen. Der Akzent soll einerseits auf das grundlegend tragende
Wirken
der
Nationalversammlung (bis 1791) gelegt werden, andererseits auf
die Jakobinerherrschaft sowie
das Sansculottentum. Historiographisch ist in übergreifender Perspektive etwa der Frage
nachzugehen, inwieweit sich die Französische Revolution bis 1794 in einer kontinuierlich steigenden
Linie darstellt oder inwieweit sie ab 1793 "entgleitet" ("dérapage"). Es werden im wesentlichen
französischsprachige Texte vorgelegt, diese sind gemeinsam zu übersetzen und zu analysieren. Auf
sprachliche Unzulänglichkeiten wird Rücksicht genommen, eine Grundlage von Kenntnissen der
französischen Grammatik und des französischen Wortschatzes bzw. die Möglichkeit einer
Aktivierung derselben werden vorausgesetzt. Neben der zentralen Ausrichtung auf das Sachthema
wird angestrebt, die speziell für den Historiker erforderliche funktionale Beherrschung des
Französischen zu festigen. Bei Bedarf kann diese in einer Klausur erbracht werden. Bei aktiver und
regelmäßiger Mitarbeit wird am Ende des Semesters ein benoteter Leistungsnachweis ausgestellt.
PROF. DR. ROLF AHMANN
082449 Übung: Wandlungen und Kontinuitäten der deutschen Beziehungen zu Rußland/der
Sowjetunion im 19. und 20. Jahrhundert
Mi, 16-18h
Raum: F 33
Beginn: 15.10.2014
Anmeldung im Sekretariat (Frau König) oder in den Sprechstunden!
Die Übung behandelt die Entwicklung der Beziehungen der deutschen Staaten zu Russland bzw. der
Sowjetunion von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie analysiert insbesondere
die Rußlandpolitik des Deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik und der
nationalsozialistischen Diktatur im jeweiligen Zusammenhang ihrer wirtschaftlichen, politischen,
ideologischen und militärstrategischen Aspekte. Dabei beleuchtet sie Fragen und Thesen der
Forschung zu Wandlungen bzw.
Kontinuitäten
hinsichtlich der Art der deutschrussischen/sowjetischen Konflikte, Verständigungen bzw. Kooperationen, ihrer Hintergründe und
Hauptakteure sowie ihrer Auswirkungen auf verschiedene Regionen Europas. Einführende
Literaturauswahl: K.O. FRHR von Aretin, W. Conze (Hrsg.): Deutschland und Russland im Zeitalter
des Kapitalismus 1861-1914. Wiesbaden 1977; H. Müller- Link: Industrialisierung und Außenpolitik.
Preußen-Deutschland und das Zarenreich von 1860-1890. Göttingen 1977;W.Beitzel / J. Nötzold:
Deutsch-sowjetische Wirtschaftsbeziehungen in der Zeit der Weimarer Republik. Baden-Baden 1979;
K. Hildebrand: Das Deutsche Reiche und die Sowjetunion im internationalen System 1918-1932.
Wiesbaden 1977; A. Kaminsky u.a. (Hrsg.): Der Hitler-Stalin- Pakt 1939 in den Erinnerungskulturen
der Europäer. Göttingen 2011; D. S. McMurry, Deutschland und die Sowjetunion 1933-36. Köln 1979;
B. Pietrow: Stalinismus,Sicherheit, Offensive. Das Dritte Reich in der Konzeption der sowjetischen
Außenpolitik 1933-1941. Melsungen 1983; M. Walsdorff: Westorientierung und Ostpolitik.
Stresemanns Rußlandpolitik in der Locarno-Ära. Bremen 1971. Weitere ausführlichere
Literaturverweise erfolgen zu Beginn der Veranstaltung.
NIKLAS LENHARD-SCHRAMM, M.A.
082453 Übung: Die Entstehung des deutschen Nationalismus
Blockveranstaltung: Mo. 11.12.15, Di. 12.12.15, Mi. 13.12.15 (jeweils 10–17h)
Einführungssitzung: Do. 9.10.14 (10–12h)
Der Nationalismus zählt zu den mächtigsten politischen Weltanschauungen des 19. und 20.
Jahrhunderts. Galt das Phänomen „Nationalismus“ noch vor 30 Jahren als überholt und bald
überwunden, zeigten nicht zuletzt die Konflikte infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion die
ungebrochene Anziehungskraft nationalistischer Ideen (zuletzt Ukraine). Die Übung soll am Beispiel
des deutschen Nationalismus der Frage nachgehen, wie und warum sich nationalistische Denkweisen
und Bewegungen ausbilden. Im Mittelpunkt steht dabei die „nationale Sattelzeit“ (Ute Planert) –
jene Phase von ca. 1740 bis 1850, in der sich der Nationalismus in Intellektuellenzirkeln als eine
politische Leitidee entwickelte, die schon bald auf breitere gesellschaftliche Kreise ausstrahlte. Die
Übung wird sich diesem Themenfeld zum einen auf Basis der wichtigsten Literatur nähern, zum
anderen werden auch zeitgenössische Texte maßgeblicher Vordenker des Nationalismus
besprochen. Die Übung findet vom 11.–13. Dezember 2014 als Blockveranstaltung statt. Für die
Teilnahme ist der Besuch der einführenden Sitzung am 9. Oktober von 14–16 Uhr (Raumangabe
unter HISLSF) erforderlich, in der der Veranstaltungsplan besprochen wird. Die Teilnehmerzahl ist auf
20 Personen begrenzt. Anmeldungen unter: niklas_schramm@gmx.de
Literatur zur Einführung: CHRISTIAN JANSEN / HENNING BORGGRÄFE, Nation – Nationalität –
Nationalismus. Frankfurt am Main 2007; HANS-ULRICH WEHLER, Nationalismus. Geschichte, Formen,
Folgen. München 42011; JÖRG ECHTERNKAMP, Der Aufstieg des deutschen Nationalismus (1770–1840).
Frankfurt am Main 1998; BENEDICT ANDERSON, Imagined Communities. Reflections on the Origin and
Spread of Nationalism. London 21991.
DR. MASSIMILIANO LIVI / MASSIMILIANO PASSERINI, M.A.
082468 Übung: Das Risorgimento und die italienische Nationsbildung im europäischen Kontext (mit
Exkursion nach Rom)
Do, 14-16h
Raum: F 040
Beginn: 16.10.2014
Als am 20. September 1870 die Bersaglieri, eine Infanterietruppe des italienischen Königs Viktor
Emanuel II., durch eine Bresche am antiken Stadttor der Porta Pia nach Rom eindrangen, endete der
Prozess der italienischen Nationsbildung, welche mit dem epischen Begriff „Risorgimento“ (dt.
Wiedergeburt, Wiederauferstehung) bezeichnet wird.
Das Seminar nimmt sich als Ziel, wichtigen Akteure und Ereignisse, Phasen und Dimensionen des
Risorgimento im Kontext der Nationsbildungsprozesse Europas im 19. Jahrhundert zu beleuchten.
Italienischkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung für eine Teilnahme. Eine Exkursion
nach Rom zu den Orten des Risorgimento und ins Museo centrale del Risorgimento rundet das
Programm des Seminars ab.
Literatur: Esch, J. Petersen (Hg.), Deutsches Ottocento. Die deutsche Wahrnehmung Italiens im
Risorgimento, Tübingen, 2000, G. Feldbauer, Geschichte Italiens. Vom Risorgimento bis heute, Köln,
2008, J. Kraatz Magri, Der umkämpfte Held. Zur Geschichte des Garibaldi-Mythos in Italien (1882 1948), Köln 2011, L. Riall, Risorgimento. The History of Italy from Napoleon to Nation State,
Basingstoke 2009, P. Stadler, Cavour. Italiens liberaler Reichsgründer, München 2001, F. Traniello/G.
Sofri (Hg.), Der lange Weg zur Nation. Das italienische Risorgimento, Stuttgart 2012.
ANDRÉ SCHNEPPER, M.A.
082472 Übung: Urbanisierung, Industrialisierung und Strukturwandel in Dortmund
Mo, 10-12h
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte
Beginn: 13.10.2014
„Dortmund, jetzt größte Stadt Westfalens, östlicher Vorposten des Ruhrbergbaus, ist Hauptsitz von
Schwer- und Mittelindustrie. Industrie ist das wirtschaftliche Rückgrat des Gemeinlebens, Industrie
hat die Stadtentwicklung zwangsläufig bestimmt: Nordöstlich der Altstadt recken sich die Hochöfen
des Eisen- und Stahlwerks Hösch, nordwestlich die rauchenden Schlote der Union. … Im Süden lässt
Hörde seine Hochöfen aufmarschieren.“
Mit diesen Worten umriss der Hochbaudezernent Heinrich Wilhelm Delfs im Jahr 1928 sein
Aufgabengebiet. Obwohl aus der Beschreibung ein gewisses Maß an Resignation zu sprechen
scheint, versuchten Delfs und vor allem der Stadtbaurat Hans Strobel aus der schnell und in der
allgemeinen Wahrnehmung zumeist chaotisch gewachsenen Industrielandschaft eine moderne
Großstadt zu formen und sich so den Herausforderungen der Industrialisierung zu stellen. Zu diesen
zählten nicht nur der rasante Bevölkerungsanstieg, sondern beispielsweise auch der hohe
Flächenbedarf der Montanindustrie sowie als ein erstes Aufflackern des Strukturwandels das
Zechensterben Mitte der 1920er Jahre. In der Übung werden die Planungen der Dortmunder
Stadtverwaltung vorgestellt und hinsichtlich der ihnen zugrunde liegenden Vorstellungen von
Urbanität diskutiert. Neben städtebaulichen Prestigeobjekten, wie etwa der Westfalenhalle, wird in
diesem Zusammenhang vor allem der städtische Wohnungsbau thematisiert. Um den Grad der
Urbanisierung Dortmunds bemessen zu können, werden ferner unter anderem die kommunale
Verfasstheit, die Gesundheitsfürsorge, die Kulturpolitik und die politische Kultur der Stadt
Gegenstand der Übung sein.
Literatur: Blotevogel, Hans Heinrich (Hg.), Kommunale Leistungsverwaltung und Stadtentwicklung
vom Vormärz bis zur Weimarer Republik, Köln/Wien 1990; Kastorff-Viehmann, Renate/Petz, Ursula
von/Walz, Manfred, Stadtentwicklung Dortmund: Die moderne Industriestadt 1918-1946.
Standortsicherung der Industrie, Wohnungsbau, Stadtplanung (Dortmunder Beiträge zur
Raumplanung, Bd. 70), Dortmund 1995; Krabbe, Wolfgang R., Kommunalpolitik und
Industrialisierung. Die Entfaltung der städtischen Leistungsverwaltung im 19. und frühen 20.
Jahrhundert. Fallstudien zu Dortmund und Münster, Stuttgart 1985; Luntowski, Gustav, Die
kommunale Selbstverwaltung; Dortmund 1977; Luntowski, Gustav/ Reimann, Norbert (Hrsg.),
Dortmund. 1100 Jahre Stadtgeschichte. Festschrift, Dortmund 1982.
DR. PETER FLECK
082487 Übung: Quellen zur Konsum- und Produktgeschichte des Weines im 19. Jh.
Mi, 18-20h
Raum: F 104
Beginn: 15.10.2014
„Am übelsten ergeht es den Weintrinkern“ heißt es in einer wichtigen Denkschrift des Deutschen
Landwirtschaftsrates von 1877 über „Die Verfälschung der Nahrungsmittel“. Ausgehend von dieser
Quelle soll die „Weinfrage“ des 19. Jh. erörtert werden. Es geschieht dies in einem konsum- bzw.
produktgeschichtlichen Rahmen. Gefragt wird nach der Regulierung der Produktion des Produktes
Wein und nach seinen Veränderungen im Gefolge der Entwicklung der modernen Naturwissenschaft,
besonders der Chemie, welche etwa einen völlig neuen Weinbegriff kreierte. Weitere Quellen wären
die Weinbezüge in den sog. „technischen Materialien“ zum Nahrungsmittelgesetz von 1879, welche
auf die Rolle der Bürokratie verweisen, sowie überaus interessante Streitschriften aus der
Weinbranche.
Literatur: Vera Hierholzer, Nahrung nach Norm. Regulierung von Nahrungsmittelqualität in der
Industrialisierung 1871-1914 […], Göttingen 2010; Fritz Wichmann, Der Kampf um die
Weinverbesserung im Deutschen Reiche […], Jena 1902; Peter Fleck, Ein weinbergsbesitzender Jurist
und die Weinfrage im 19. Jh. Ein Beitrag zur Produktgeschichte des Weines, in: Archiv für hessische
Geschichte 70 (2012), S. 283-318.
LUKAS GRAWE, M.A.
082491 Übung: Spionage, Sabotage, „Aufwiegelungen“ – verdeckte Operationen des Deutschen
Reichs im Ersten Weltkrieg
Blockveranstaltung: Vorbesprechung 07.10.2014, 14-16h. Blocktermin: 19-21.02.2015, 08-18h bzw.
am 21.02. 8-12h.
Räume: 07.10.2014: F 042, Blockveranstaltung: F 102
Denkt man an den Ersten Weltkrieg, so verbindet man mit diesem in erster Linie die
„Materialschlachten“ an der Westfront, den damit verbundenen Stellungskrieg, Giftgas und den
erstmaligen großangelegten Einsatz von U-Booten und Flugzeugen. Hingegen sind die zahlreichen
deutschen geheimdienstlichen Aktivitäten von 1914 bis 1918 fast in Vergessenheit geraten. Dabei
lohnt sich ein Blick auf ein bislang eher stiefmütterlich behandeltes Thema: Deutsche Agenten und
Soldaten waren in dieser Zeit beispielsweise an abenteuerlich anmutenden Sabotageaktionen in den
Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt, initiierten Experimente mit biologischen Waffen in
Spanien
und
Südamerika
und
unterstützten
revolutionäre
Bewegungen
und
Unabhängigkeitsbestrebungen von Irland bis in den Kaukasus. Die Übung will derartigen Aktionen
auf den Grund gehen, ihre Motive und Wirkungen klären und dabei auch mit weitverbreiteten
Mythen aufräumen.
Für die Teilnahme an der Übung ist es obligat, an der einführenden Sitzung am 07. Oktober 2014 von
14 bis 16 Uhr teilzunehmen. Hier sollen gemeinsam die Untersuchungsfelder abgesteckt und
Referatsthemen vergeben werden. Für die Raumangabe beachten Sie bitte die Hinweise im HISLSF!
Das eigentliche Blockseminar wird vom 19. bis 21. Februar 2015 stattfinden, Ort und Zeit werden in
der Einführungssitzung bekannt gegeben. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Unbedingt erforderliche Anmeldungen unter: l_graw01@uni-muenster.de.
Literatur: HÖHNE, Heinz, Der Krieg im Dunkeln. Macht und Einfluss des deutschen und russischen
Geheimdienstes, Frankfurt am Main 1988; KRIEGER, Wolfgang, Geschichte der Geheimdienste. Von
den Pharaonen bis zur CIA, München 2009; PÖHLMANN, Markus, German Intelligence at War
1914-1918, in: The Journal of Intelligence History 5 (2005), S. 25-54; ZECHLIN, Egmont,
Friedensbestrebungen und Revolutionierungsversuche. Deutsche Bemühungen zur Ausschaltung
Rußlands im Ersten Weltkriege, in: Aus Politik und Zeitgeschichte Heft 20/61 vom 17. Mai 1961, S.
269-288, Heft 24/61 vom 14. Juni 1961, S. 325-337, Heft 25/61 vom 21.Juni 1961, S. 341-367, Heft
20/63 vom 15. Mai1963, S. 3-54 und Heft 23/63 vom 29. Mai 1963, S. 3-47.
DR. DANIEL SCHMIDT
082506 Übung: Selbstzeugnisse aus dem Großen Krieg. Der Erste Weltkrieg in Feldpostbriefen,
Tagebüchern und Memoiren
Mi, 8-10h
Raum: F 042
Beginn: 2. Semesterwoche
Der Erste Weltkrieg markiert nicht nur eine historische Zäsur ersten Ranges, für die Menschen, die
seinen Folgen unmittelbar ausgesetzt waren, bedeutete dieser Krieg auch einen tiefen
biographischen Einschnitt. In Briefen, Tagebüchern, autobiographischen Aufzeichnungen oder
Memoiren, die in der Geschichtswissenschaft unter die Quellenkategorie der Ego-Dokumente bzw.
Selbstzeugnisse fallen, formulierten Zeitgenossen ihre Wahrnehmung des Kriegsgeschehens und
setzten sich mit der Vielzahl neuartiger, oftmals existenzieller Erfahrungen auseinander, die sie
während des Krieges machten. Im Mittelpunkt dieser Übung steht die Lektüre handschriftlicher
Quellen. Die teilnehmenden Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, diese Quellen im
Original zu lesen und ihre spezifischen methodischen Probleme zu reflektieren. Auf dieser Grundlage
sollen die Erkenntnispotentiale erfahrungsgeschichtlicher Quellen zum Ersten Weltkrieg ausgelotet
werden. Im Rahmen der Übung findet auch eine Exkursion zur Ausstellung „An der `Heimatfront´.
Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg“ statt, die das Museumsamt des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe erarbeitet hat und die zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 im
Emschertal-Museum Schloss Strünkede in Herne Station macht.
Einführende Literatur: Denis Bechmann (Hrsg.): "Wann wird das Morden ein Ende nehmen?"
Feldpostbriefe und Tagebucheinträge zum Ersten Weltkrieg. Erfurt 2008; Didczuneit, Veit/Ebert,
Jens/Jander, Thomas (Hg.): Schreiben im Krieg – Schreiben vom Krieg. Feldpost im Zeitalter der
Weltkriege, Essen 2011; Latzel, Klaus: Vom Kriegserlebnis zur Kriegserfahrung. Theoretische und
methodische Überlegungen zur erfahrungsgeschichtlichen Untersuchung von Feldpostbriefen,
Militärgeschichtliche Mitteilungen 56 (1997), S. 1-30; Ulrich, Bernd: Die Augenzeugen. Deutsche
Feldpostbriefe in Kriegs- und Nachkriegszeit 1914-1933, Essen 1997; Ulrich, Bernd/Ziemann,
Benjamin (Hg.): Frontalltag im Ersten Weltkrieg. Ein historisches Lesebuch, Essen 2008.
DR. ALEXANDER KRAUS
082510 Übung: Soldatenleben. Briefe von der Front
Mo, 14-16h
Raum: Fliednerstr. 21 - Fl 018
Beginn: 13.10.2014
Briefe von der Front waren für zahlreiche Soldaten die letzte Verbindung in ihr eigentliches Leben –
vielleicht erklärt das, warum sie nicht selten drei-, vier-, wenn nicht fünfmal häufiger schrieben, als
ihre Familienangehörigen zu Hause. Insgesamt wurden während des Ersten Weltkriegs rund 28,7
Milliarden Briefe und Karten von den Schlachtfeldern in die Heimat und in umgekehrter Richtung
verschickt. Sie kontrastieren die offizielle Berichterstattung durch individuelle Perspektiven auf
Frontalltag und Kriegserleben. Sie lassen uns teilhaben an Stimmungs- wie Meinungswechseln,
kehrten doch zahlreiche Soldaten als überzeugte Kriegsgegner zurück. Innerhalb der Übung werden
wir eine bislang unedierte Quellensammlung von etwa 150 Feldpostbriefen eines Soldaten
bearbeiten, den der Erste Weltkrieg aus Westfalen bis in die Ukraine führte. Von dort schrieb er
seinem Bruder – deutlich öfter als seiner Frau – regelmäßig nach Hause. Anders als in verschiedenen
Feldposteditionen, in denen oftmals nur ein oder zwei Briefe aus gleicher Feder stammen, rückt
damit in der Übung ein Soldatenleben ins Zentrum unserer Untersuchung. Wie veränderte sich seine
Wahrnehmung des Krieges, was erachtete er für wichtig genug, dem Bruder zu berichten? Nicht
minder interessiert, was er selbst erfragte. Letztlich versuchen wir auch zu ergründen, welche
Aufgabe sein Schreiben für ihn erfüllte. Es ist angedacht, die Briefe kommentiert in einem kleinen
Editionsprojekt einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.
DR. THORSTEN KRUSE, M.A.
082525Übung: Griechenland im Ersten und Zweiten Weltkrieg / Greece in World War I and World
War II
Blockveranstaltung; Vorbesprechung am 30. Oktober 2014 von 16-18h. Weitere Termine: Fr.
16.01.2015 und Sa. 17.01.2015 jeweils ganztägig.
Räume:
Obwohl Griechenland erst im Jahr 1917 auf der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg eintrat, gilt
die Periode von 1912 bis 1922 als Kriegsjahrzehnt. Der Erste Weltkrieg war für Griechenland
umrahmt von den Balkankriegen und seit 1919 von dem militärischen Unterfangen gegen die
Osmanen, das aus griechischer Sicht in der Kleinasiatischen Katastrophe im Jahr 1922 endete. Im
Zweiten Weltkrieg konnte Griechenland zunächst einen italienischen Angriff zurückschlagen, wurde
wenig später aber von Hitler-Deutschland, Italien und Bulgarien besetzt. Nach dem Rückzug der
deutschen Truppen 1944 und nach Kriegsende 1945 gelang in Griechenland – im Gegensatz zu vielen
anderen (west)europäischen Staaten – keine Rückkehr in stabile Verhältnisse. Vielmehr spaltete ein
Bürgerkrieg das Land bis 1949 und brachte es trotz ausländischer Hilfe an den Rand der
Zahlungsunfähigkeit. Ziel der Blockveranstaltung ist es, diese – Griechenland sehr stark
prägenden – Jahre zu analysieren. Hierbei stehen nicht nur die innergriechischen Entwicklungen im
Vordergrund, auch der gesamteuropäische Kontext soll in der Veranstaltung thematisiert werden.
Beispielhaft zu nennen sind hier die Nationale Spaltung in Griechenland und ihre Auswirkungen, die
Umverteilung der europäischen Staatsgebiete, die Megali Idea, aber auch die Folgen der deutschen
Besatzung und des anschließenden Bürgerkriegs.
Einführende Literatur: Ioannis Zelepos, Kleine Geschichte Griechenlands (München: 2014); Heinz A.
Richter, Griechenland im Zweiten Weltkrieg (Bodenheim: 1997); Hagen Fleischer, Im Kreuzschatten
der Mächte – Griechenland 1941-1944 (Frankfurt a.M.: 1986); Heinz A. Richter, Griechenland
1940-1950 – Die Zeit der Bürgerkriege (Mainz und Ruhpolding: 2012); Richard Clogg, A Concise
History of Greece (Cambridge: 2002); Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.), Südosteuropa-Handbuch Bd.3:
Griechenland (Göttingen: 1980).
Anmeldung zur Übung bitte per E-Mail an Thorsten.Kruse(at)uni-muenster.de
PROF. DR. ROLF AHMANN
082530 Übung: Divergenzen und Konkurrenzen der deutschen, britischen und französischen Politik in
Ostmitteleuropa 1919-1939
Mi, 14-16h
Raum: F 33
Beginn: 15.10.2014
Anmeldung im Sekretariat (Frau König) oder in den Sprechstunden:
Die im Gefolge des Ersten Weltkrieges in Ostmitteleuropa erstmals bzw. in neuer Form entstandenen
unabhängigen Staaten wurden in den 1920er Jahren - abseits der Herausforderung ihrer
Eigenstaatlichkeit durch die Sowjetunion - in unterschiedlicher Weise Gegenstand divergierender
bzw. konkurrierender wirtschaftlicher und politischer Ansprüche und Einflussnahmen
Großbritanniens, Frankreichs und zunehmend auch des Deutschen Reiches. Im Rahmen der Übung
soll behandelt werden: Welcher Art diese Divergenzen bzw. Konkurrenzen der
Politik
Großbritanniens, Frankreichs und des Deutschen Reiches hinsichtlich der einzelnen Staaten
Ostmitteleuropas waren, worin sie begründet waren, welche Ausprägungen sie in den 1920er Jahren
erlangten, inwieweit sie zur Destabilisierung Ostmitteleuropa im Wechsel von den 1920er zu den
1930er Jahren beitrugen und wie sie sich im Zuge der Machtausweitung des nationalsozialistischen
Deutschland in den 1930er Jahren bis zum Hitler-Stalin Pakt 1939 gestalteten. Einführende
Literaturauswahl: A. Adamthwaite: Grandeur and Misery. France’s Bid for Power in Europe,
1914-1940. London 1995; R. Ahmann u.a. (Hrsg.): The Quest for Stability. Problems of West
European Security 1918-1957. Oxford 1993; R. Ahmann: Nichtangriffspakte. Entwicklung und
operative Nutzung in Europa 1922-1939. Baden-Baden 1988; W. L. Bernecker: Europa zwischen den
Weltkriegen, 1914-1945. Stuttgart 2002; A. Kaminsky u.a. (Hrsg.): Der Hitler-Stalin- Pakt 1939 in
den Erinnerungskulturen der Europäer. Göttingen 2011; H. Lemberg (Hrsg.): Ostmitteleuropa
zwischen den Weltkriegen (1918-1939). Stärke und Schwäche der neuen Staaten, nationale
Minderheiten. Marburg 1997;; J. Hiden: The Baltic States and Weimar Ostpolitik. Cambridge 1987;D.
E. Kaiser: Economic Diplomacy and the Second World War. Germany, Britain, France and Eastern
Europe 1930-1939. Princeton, NJ 1980; H. Möller: Europa zwischen den Weltkriegen. München
1998; M.-L. Recker: England und der Donauraum 1919-1929. Probleme einer europäischen
Nachkriegsordnung. Stuttgart 1976; P: S. Wandycz: The Twilight of French Eastern Alliances
1926-1936. French - Czechoslovak-Polish Relations from Locarno to the Remilitarization of the
Rhineland. Princerton NJ. 1988. Weitere ausführlichere Literaturverweise erfolgen zu Beginn der
Veranstaltung.
DR. LENA KRULL
082544 Übung: Weimar und das Kino. Historische Perspektiven auf den Film in der Weimarer
Republik
Do, 14-16h
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte
In den 1920er Jahren war der deutsche Film auf seinem künstlerischen Höhepunkt: Werke wie Das
Cabinet des Dr. Caligari oder Der Golem und Regisseure wie Fritz Lang oder Friedrich Wilhelm
Murnau setzten lang anhaltende erzählerische und technische Standards. Parallel wurde der
Kinobesuch selbstverständlicher Teil der Massenkultur.
Die gestalterische Wirkung besonders der expressionistischen Filme des Weimarer Kinos war derart
groß, dass sie bald Gegenstand theoretischer Deutungen wurden: Siegfried Kracauer etwa versuchte
1947, anhand der Filme der Weimarer Zeit tiefenpsychologische Dispositionen aufzuzeigen, die
direkt in den Nationalsozialismus hineinliefen – „Von Caligari zu Hitler“, wie der plakative Titel lautet.
Ziel der Lehrveranstaltung ist, einen Überblick über verschiedene Genres des Weimarer Kinos zu
geben und diese in Beziehung zu den Gesellschaftsstrukturen der Weimarer Republik sowie zu
unterschiedlichen Theorieangeboten zu setzen. Bestandteil der Übung sollen voraussichtlich auch
selbst organisierte Filmabende zum Thema sein.
Literatur: Sabine Hake, Film in Deutschland, Reinbek 2004; Noah Isenberg, Weimar Cinema. An
Essential Guide to Classic Films of the Era, New York 2009; Siegfried Kracauer, Von Caligari zu Hitler.
Eine psychologische Geschichte des deutschen Films, Frankfurt a.M. 1984.
DR. MATTHIAS FRESE / DR. JULIA PAULUS
082563 Übung: (Nach-)Kriegsgesellschaften (1938-1948)
Do, 16-18h
Raum: F 030
Beginn: 2. Vorlesungswoche
Die Übung möchte sich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen, den Lebensverhältnissen und den
Wahrnehmungen des NS-Regimes, von Kriegs- und Nachkriegszeit in der Bevölkerung der Stadt
Münster und des Münsterlandes beschäftigen. Wie erlebten, erfuhren und wie erinnerten Männer
und Frauen, alte und junge Menschen in der Stadt und auf dem Land die Zeit zwischen 1938 und
1948? Die Übung wählt eine Mikroperspektive und wird die städtischen und ländlichen Eigenheiten,
die Einwirkungen des NS-Regimes und die Bindekräfte sozialer Milieus, Traditionen und Institutionen
untersuchen. Behandelt werden beispielsweise der Alltag der deutschen Zivilgesellschaft, die
rassistischen Diskriminierungen und Verfolgungen, die Veränderungen durch die Einwirkungen des
Krieges an der „Heimatfront“, die Lebensverhältnisse und der Umgang mit Kriegsgefangenen und
Zwangsarbeitern, die Erfahrungen des Bombenkrieges, die Kriegsendphase und der Übergang in die
Nachkriegszeit sowie die Veränderungen und die Nachwirkungen des Krieges unter alliierter
Herrschaft.
Den Schwerpunkt der Übung nimmt die „Zweitauswertung“ von Interviewbeständen und von
anderen Ego-Dokumenten aus Archiven vor allem des Münsterland ein. Von den Teilnehmer_innen
wird daher die Bereitschaft zur Arbeit mit diesen Interviews sowie mit weiteren zeitgenössischen
Archivalien erwartet.
Die Übung führt die im Sommersemester 2014 begonnene Lehrveranstaltung fort. Sie ist zugleich für
Neuanmeldungen offen.
Literatur: Zur Einführung in einen der Quellenbestände und als Beispiel für die Auswertung von
Interviews eignet sich besonders das Buch von: Sabine Heise, Kriegsende 1945 und Nachkriegszeit in
Münster. Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Münster 1997.
THOMAS BUSCH
082578 Übung: Russisch für Historiker: Die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Sozialgeschichtliche
Aspekte und offizielle Erinnerung
Mo, 18-20h
Raum: F 030
Der Sieg der Sowjetunion im Krieg gegen Deutschland und seine Verbündeten war zentraler
Bestandteil der Herrschaftslegitimation des Sowjetstaates. Auch nach dessen Zusammenbruch dient
die Erinnerung an den siegreich durchgestandenen Krieg weiterhin der nationalen
Selbstvergewisserung, was auch immer für Russland damit gemeint sein mag. Neuere Forschungen,
die die Mythen schablonenhafter Erinnerungsrituale auf ihren realen Gehalt hin untersuchen, stören
dabei ganz offensichtlich.
In der Übung sollen russische Quellen und Darstellungen gelesen und übersetzt werden.
Soweit Teilnehmer in der Übung funktionale Sprachkenntnisse gem. Studienordnung nach-weisen
wollen, sind Grundkenntnisse des Russischen (nicht nur des Alphabets) erforderlich.
Allen Teilnehmern steht die Möglichkeit eines allgemeinen Leistungsnachweises offen.
Lit. zur Einführung: Hildermeier, Manfred: Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und
Niedergang des ersten sozialistischen Staates, München 1998, bes. S. 585-669; Baberowski, Jörg:
Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt, München 2012, bes. S. 369-453; Merridale,
Catherine: Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939-1945, Frankfurt 2006; Musial Bogdan: Sowjetische
Partisanen 1941-1944. Mythos und Wirklichkeit, Paderborn etc. 2009; Pohl, Dieter: Die Herrschaft
der Wehrmacht. Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion
1941-1944, München 2008.
PROF. DR. MARKUS KÖSTER / DR. RALF SPRINGER
082597 Übung: Als die Amerikaner kamen – Das Kriegsende 1945 in Westfalen im Spiegel von
Filmaufnahmen der US-Truppen
Termin: 4x Donnerstags, 16-18h, sowie Blockveranstaltung vom 12.-13.12.2014
Ort: LWL-Medienzentrum für Westfalen
Beginn: 16.10.2014
Anmeldung erforderlich: markus.koester@uni-muenster.de
Binnen weniger Wochen besetzten amerikanische und britische Truppen im Frühjahr 1945 ganz
Westfalen. Dorf für Dorf, Stadt für Stadt wurden zum Teil gegen den erbitterten Widerstand
deutscher Soldaten erobert. Begleitet wurden die vorrückenden Einheiten von „eingebetteten“
Kamerateams, die die Besetzung der Region zwischen Ruhr und Weser professionell auf Film
festhielten.
Mehrere Stunden des heute in den „National Archives“ in Washington D.C. lagernden US-Materials
bilden die Quellenbasis der Übung. Die unmittelbar hinter den Fronten aufgenommenen
Filmaufnahmen haben sowohl Kampfhandlungen als auch die Entbehrungen der Zivilbevölkerung
oder die Befreiung von Kriegsgefangenenlagern festgehalten.
In der Übung sollen die Aufnahmen kritisch analysiert und in ihren jeweiligen historischen Kontext
eingeordnet werden. Erwartet wird die Bereitschaft, sich im Rahmen einer Referatsgruppe
eigenständig und vertiefend mit Teilsequenzen des US-Filmmaterials und deren jeweiligen
regionalhistorischen Bezügen auseinanderzusetzen und dazu auch in Kommunal- oder anderen
Archiven zu recherchieren. Die wissenschaftlichen Recherchen und Analysen der Übung sollen die
Grundlage für einen professionellen Dokumentarfilm bilden, der die Geschichte des Kriegsendes in
Westfalen aus der Perspektive der US-Quellen erzählt.
Zur Einführung empfohlen: Blank, Ralf: Kriegsendphase und Heimatfront in Westfalen, in:
Westfälische Forschungen 55 (2005), S. 361-421; Henke, Klaus-Dietmar: Die amerikanische
Besetzung Deutschlands. München 1995; Kloft, Michael: Als der Krieg nach Deutschland kam.
Tagebuch 1945, Hamburg 2010.
PROF. DR. ROLF AHMANN
082601 Übung: Art, Entwicklung und Bedeutung der Beziehungen zwischen der DDR und der
Bundesrepublik 1949-1989
Di, 12-14h
Raum: Fürstenberghaus - F 040
Beginn: 14.10.2014
Anmeldung im Sekretariat (Frau König) oder in den Sprechstunden:
In der Entwicklung des Ost-West-Konfliktes und des Kalten Krieges in Europa nach dem Zweiten
Weltkrieg hatten die Beziehungen zwischen den 1949 entstandenen zwei deutschen Staaten - der
Bundesrepublik und der DDR – in vieler Hinsicht nicht nur für diese einen besonderen Stellenwert.
Welcher Art er grundsätzlich war, wie sich die Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten von
1949 bis 1989 im Einzelnen entwickelten und welche Wechselwirkungen sich in dieser Zeit zwischen
Spannungen bzw. Entspannungen im übergreifenden Ost-West-Konflikt einerseits und Konflikten
bzw. Verständigungen in den innerdeutschen Beziehungen andererseits ergaben, soll in der Übung
näher betrachtet werden. Wobei verschiedene Phasen der jeweiligen Entwicklungen und ihre
politischen, wirtschaftlichen und militärstrategischen Aspekte berücksichtigt und in ihrer relativen
Bedeutung näher erfasst werden sollen. Einführende Literaturauswahl: Bernd Stöver: Der Kalte Krieg
1947-1991. Geschichte eines radikalen Zeitalters. Bonn 2007; Jost Dülffer: Europa im
Ost-West-Konflikt 1945-1990. München 2004; Andreas Rödder: Die Bundesrepublik Deutschland
1969-1990. München 2004; Gregor Schöllgen: Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland.
Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 3 erw. Auflage München 2004; Joachim Scholtyseck: Die
Außenpolitik der DDR. München 2003; Werner Weidenfeld/ Karl Rudolf Korte (Hrsg. ) Handbuch zur
deutschen Einheit 1949-1989-1999. Bonn 1999. Weitere ausführlichere Literaturverweise erfolgen zu
Beginn der Veranstaltung.
PROF. DR. OLAF BLASCHKE
082616 Übung: Historikertage und Historikerverbände im 20. Jahrhundert (Quellenübung)
Do, 18-20h
Raum: F 102
Beginn: 09.10.2014
Alle zwei Jahre findet die größte geisteswissenschaftliche Tagung Europas statt: der Historikertag in
der Bundesrepublik. Ausgerichtet wird er – wie auch der 50. Deutsche Historikertag im September
2014 in Göttingen – vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Der Verband
wurde 1895 gegründet, und auch in anderen Ländern wie den USA waren im späten 19. Jahrhundert
Historikerverbände eingerichtet worden, die meisten jedoch erst nach der Einrichtung des
Internationalen Historikerkomitees 1923. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Deutsche
Historikerverband mühsam wieder aufgebaut werden. 1949 fand der erste Nachkriegskongress (20.
Historikertag) in München statt. Welche Konflikte wurden in der Restaurationsphase ausgetragen?
Wie bewährte sich der Verband in den 1960er Jahren angesichts der aufkommenden
Sozialgeschichte, wie im Krisenjahrzehnt der Geschichte zwischen ca. 1970 und 1980? Anhand von
Archivmaterialien
aus
dem
Verbandsarchiv
wird
den
innerwissenschaftlichen
Aushandlungsprozessen zwischen verschiedenen Strömungen sowie dem Verhältnis des Faches zu
Politik und Öffentlichkeit quellen- und forschungsintensiv nachgegangen.
Bedingung für Teilnahme und Leistungsnachweis: Regelmäßige Diskussionsbeiträge dank wirklicher
Lektüre von Texten, Mitarbeit in einer Themengruppe samt Präsentation eines Problemfeldes. Damit
rasch mit der Diskussion von Quellen begonnen werden kann, ist es notwendig, sich schon vorher
einen Überblick über die Historiographiegeschichte nach 1945 zu verschaffen. Die Lektüre des
Buches von Winfried Schulze, Geschichtswissenschaft, wird in der ersten Sitzung vorausgesetzt.
Literatur: Karl Dietrich Erdmann, Geschichte, Politik und Pädagogik – aus den Akten des Deutschen
Historikerverbandes, in: GWU 19, 1968, S. 2-21; ders., Die Ökumene der Historiker. Geschichte der
Internationalen Historikerkongresse und des Comité International des Sciences Historiques,
Göttingen 1987; Georg G. Iggers/ Q. Edward Wang/ Supriya Mukherjee, A Global History of Modern
Historiography, Harlow 2008; Gabriele Lingelbach, Klio macht Karriere. Die Institutionalisierung der
Geschichtswissenschaft in Frankreich und den USA in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
Göttingen 2003; dies., Funktion und Entwicklung von Historikerverbänden im internationalen
Vergleich, in: GWU, Jg. 64, 2013, S. 139-152; Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der
Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2003; Winfried
Schulze, Deutsche Geschichtswissenschaft nach 1945, München 1989 (2. Aufl. 1993); Christian
Simon, Historiographie. Eine Einführung, Stuttgart 1996.
MARKUS GOLDBECK
082620 Übung: Schlüsseltexte zur Neueren und Neuesten Geschichte
Mo 10-12
Raum: Georgskommende 14, G 209
Beginn: 13.10.2014
In der Übung werden Entwicklungen und Tendenzen innerhalb der jüngeren Forschung zur Neueren
und Neuesten Geschichte anhand der Lektüre von zentralen Schlüsseltexten besprochen und
diskutiert. Die Übung gliedert sich neben einem einführenden historiographischen Teil in drei
Themenblöcke: „Macht und Gewalt“, „Arbeit, Kapital und soziale Ungleichheit“ sowie „Wissen und
Medien“. Ziel der Übung ist es, den kritischen Umgang mit geschichtswissenschaftlicher
Forschungsliteratur zu üben und eigenständige Fragestellungen und Positionen zu bestimmten
historiographischen Problemen zu entwickeln. Für den Erwerb von zwei Leistungspunkten sind
neben regelmäßiger Teilnahme an der Veranstaltung und der Textlektüre drei Exzerpte abzufassen.
Für den Erwerb von drei Leistungspunkten ist zusätzlich ein Essay zu schreiben.
Literatur: Georg Iggers: Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im
internationalen Zusammenhang, Göttingen 2007; Lutz Raphael: Geschichtswissenschaft im Zeitalter
der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2. Aufl. 2010.
DR. CHRISTINE FERTIG
082635 Übung: Die vermessene
sozialwissenschaftlicher Datensätze
Do, 10-12h
Raum: Fürstenberghaus - F 042
Beginn: 16.10.14
Gesellschaft:
Einführung
in
die
historische
Analyse
Bei der historischen Arbeit geht es oft darum, Aussagen über viele Menschen, Ereignisse oder
Phänomene gleichzeitig zu treffen, z.B. bei der Analyse von Einkommensunterschieden, von
demographischer Entwicklung, von geschlechtsspezifischen Lebenschancen und vielem mehr. Für die
2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stellt die sozialwissenschaftliche Forschung eine Reihe von
Datensätzen zur Verfügung, die mit Hilfe statistischer Verfahren ausgewertet werden sollen. Die
Übung führt in die Arbeit mit großen Datensätzen und in einfache statistische Methoden und
Verfahren ein. Sie soll die TeilnehmerInnen in die Lage versetzen, inhaltliche Probleme ihrer eigenen
Arbeit in statistische Fragestellungen zu übersetzen und diese mit gängiger Software zu
beantworten. Sie eignet sich besonders für Studierende, die auch das gemeinsam mit Ulrich Pfister
angebotene Hauptseminar „Wandel des privaten Lebens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert“
besuchen. Studierende im Grundstudium sind aber ebenfalls willkommen, Vorkenntnisse sind nicht
erforderlich.
Literaturhinweise: Rainer Diaz-Bone: Statistik für Soziologen (Konstanz/München, 2. Aufl. 2013).
DR. THOMAS TIPPACH
082640 Übung: Kartographie für Historiker
Mo, 14-16h
Raum: ULB 202
Beginn 13.10.2014.
Landkarten stellen eine wichtige Quellengattung dar, gleichwohl sind sie erst in den letzten Jahren
verstärkt in den Fokus der Geschichtswissenschaft gerückt. Im ersten Teil dieser Übung sollen die
Möglichkeiten und Grenzen der Analyse und Interpretation von Altkarten diskutiert werden. In
einem zweiten Teil sollen Konzepte, Methoden und Anwendungen historisch-thematischer
Kartographie vorgestellt werden.
Literatur: Chr. Dipper/U. Schneider (Hg.), Kartenwelten. Der Raum und seine Repräsentation in der
Neuzeit, Darmstadt 2006; U. Schneider, Die Macht der Karten. Ein Geschichte der Kartographie vom
Mittelalter bis heute, Darmstadt 2004; D. Cosgrove,/S. Daniel (Ed.), The Iconography of Landscape:
Essays on the Symbolic Representation, Design and Use Past Enviroments, Cambridge 1988; F.
Dickmann, K. Zehner, Computerkartographie und GIS, Braunschweig ²2001; E. Arnberger,
Theamtische Kartographie, Braunschweig 1997.
DR. LENA KRULL
082654 Übung: Berufe für Historiker (und andere Geisteswissenschaftler)
Mo, 16-18h
Raum: Georgskommende 14 - G 209
Beginn: 13.10.2014
„Was kannst Du denn später damit machen?“ Diese oder ähnliche Fragen zu ihrem Studienfach
haben schon viele Geschichtsstudierende gehört. Abgesehen vom Berufsbild Lehrer/in gibt es den
klassischen Beruf für Historiker/innen nicht. Sie können sich auf verschiedene Arbeitsfelder
spezialisieren: Museum, Archiv, Verlagswesen, Öffentlichkeitsarbeit und viele mehr.
Was Sie erwartet:
• Gäste aus verschiedenen, beispielhaften Berufsbereichen, deren individuelle
Berufsbiographien im Gespräch erarbeitet werden.
• Einblick
in
Einstiegsmöglichkeiten
und
Arbeitsalltag
spezifischer,
für
Geisteswissenschaftler/innen allgemein geeigneter Berufsfelder.
• Die Möglichkeit, sich mit Ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen und Kontakte zu
knüpfen (z.B. für ein Praktikum).
Was die Übung nicht leisten kann und will:
• Ihnen die individuelle Berufsorientierung abnehmen.
• Alle denkbaren Berufsfelder für Historiker/innen vorstellen.
Literatur: Sabine Horn (Hrsg.), Geschichte und Öffentlichkeit. Orte – Medien – Institutionen,
Göttingen 2009; Mareike Menne, Berufe für Historiker, Stuttgart 2010; Frank
Kleinehagenbrock/Stefan Petersen (Hrsg.), Geschichte studiert – und dann? Berufsfelder für
Historikerinnen und Historiker sowie Studierende anderer Geisteswissenschaften. Ein Leitfaden,
Würzburg 2011
(online abrufbar unter: http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2012/6670/).
OLE MEINERS
082669 Frühneuzeitliche Egodokumente als Quelle
Mo, 12-14h
Raum: F 153
Beginn: 13.10.2014
Ego-Dokumente sind im Rahmen der kulturalistischen Wende stärker als zuvor in den Fokus der
Geschichtswissenschaften gerückt. Als (vermeintlich?) besonders authentische Quellen erlauben
etwa Tagebücher, Briefe und Reiseberichte Einblicke in die individuelle Wahrnehmung und
Konstruktion der 'Wirklichkeit' historischer Akteure, was sie für viele Fragestellungen zu einer
bevorzugten Quellengattung macht. Bei der Arbeit mit Ego-Dokumenten sind die spezifischen
Charakteristika der Quellengattung besonders zu berücksichtigen. In der Übung soll sich daher zum
einen der Quellengattung 'Ego-Dokument' in theoretischer Hinsicht angenähert werden: Was ist ein
Ego-Dokument? Was unterscheidet Ego-Dokumente von anderen Quellengattungen und was
bedeutet dies für den Umgang mit ihnen? Zum anderen soll anhand konkreter Beispiele gemeinsam
erörtert und diskutiert werden, wie diese einzuordnen sind, welche Fragen sich aus ihnen ergeben
und zu welchen Themen sich die jeweilige Quelle im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten verwenden
ließe. Im Zentrum soll die Entwicklung von eigenen Fragestellungen aus der konkreten
Quellenlektüre stehen, als Übung für eigene Haus- oder Abschlussarbeiten. Hierbei können gerne
auch konkret anstehende Arbeiten der Teilnehmer_Innen berücksichtigt werden.
Einführende Literatur: Andreas Rutz, Ego-Dokument oder Ich-Konstruktion? Selbstzeugnisse als
Quellen zur Erforschung des frühneuzeitlichen Menschen, in:
http://www.zeitenblicke.de/2002/02/rutz/ Benigna von Krusenstjern, Was sind Selbstzeugnisse?
Begriffskritische und quellenkundliche Überlegungen anhand von Beispielen aus dem 17.
Jahrhundert, in: HA 2 (1994), S. 462–471; Winfried Schulze (Hg.), Ego-Dokumente. Annäherung an
den Menschen in der Geschichte, Berlin 1996; Kaspar von Greyerz, Hans Medick, Patrice Veit (Hg.),
Von der dargestellten Person zum erinnerten Ich: Europäische Selbstzeugnisse als historische
Quellen (1500–1850), Köln 2001; Kaspar von Greyerz (Hg.), Selbstzeugnisse in der Frühen Neuzeit.
Individualisierungsweisen in interdisziplinärer Perspektive, München 2007.
URSULA HORSTMEIER
082692 Übung: Französisch für Historiker I
Di 8-9:30 und Do 14-15:30
Räume: Di: F 102, Do: F 030
Erster Teil des Sprachkurses zur Vermittlung der für das Geschichtsstudium erforderlichen
Sprachkenntnisse.
MARGARITA ALVAREZ
082707 Übung: Spanisch für Historiker I
Mo, 10-12h und Do, 10-12h
Räume: Mo: F 042, Do: Georgskommende 14, G 209
Erster Teil des Sprachkurses zur Vermittlung der für das Geschichtsstudium erforderlichen
Sprachkenntnisse.
MASSIMILIANO PASSERINI
082711 Übung: Italienisch für Historiker I
Di, 16-18
Raum: F 102
Erster Teil des Sprachkurses zur Vermittlung der für das Geschichtsstudium erforderlichen
Sprachkenntnisse.
DR. ALEXANDER KRAUS
082908 Übung: Die Geschichte Europas schreiben. Ein Lektürekurs
Do, 16-18h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 116
In den letzten beiden Jahrzehnten stieg das Interesse der Historiker – und auch ihrer Leser –, die
europäische Geschichte jenseits nationalstaatlicher Perspektiven zu erzählen. Zahlreiche namhafte
Historiker – ob nun Norman Davis oder Michael Salewski – haben seit den 1990er Jahren
umfangreiche, gewichtige Geschichten Europas seit der Antike vorgelegt oder wie Michael
Mitterauer nach den mittelalterlichen Grundlagen des europäischen Sonderwegs gefragt. Innerhalb
der Übung sollen jedoch insbesondere solche Werke miteinander gelesen, besprochen und diskutiert
werden, die die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart thematisieren – demnach die
Geschichte eines während des Kalten Krieges zweigeteilten Kontinents, der Entkolonialisierung, des
wirtschaftlichen Aufschwungs, des Anstiegs des Lebensstandards, des Aufstiegs des europäischen
Wohlfahrtsstaates, der Revolutionen um das Jahr 1989, des Integrationsprozesses der Europäischen
Union und des vielfach diskutierten gleichzeitigen „politischen Niedergangs“. Wie aber funktionieren
Abgrenzung nach außen und Sinnstiftung nach innen, wenn nicht die Geschichte eines
Nationalstaates, sondern die Europas geschrieben wird? Welche Masternarrative tragen eine
Gesamtgeschichte des geeinten Europas (Andreas Wirsching) oder eine Geschichte, die ihre
Gemeinsamkeiten genauso beschreibt wie ihre Unterschiede (Tony Judt)? Kann eine Übertragung
des durch Pierre Nora ausgearbeiteten Konzepts der lieux de mémoire auf europäische
Erinnerungsräume wie -orte gelingen?
DR. MECHTHILD BLACK-VELDTRUP / DR. ALEXANDRA BLOCH PFISTER / DR. WOLFHART BECK
082931 Quellen zum Ersten Weltkrieg im Netz – Möglichkeiten ihrer Auswertung
Do, 14-18 Uhr (vierzehntägig)
Raum: Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, Bohlweg 2, Vortragsraum
Beginn: 9. 10. 2014
Durch das Internetportal „Europeana“ sind seit 2011 in dem Teilprojekt „Europeana 1914–1918“
Privatleute in ganz Europa aufgefordert, ihre ererbten Erinnerungsstücke aus dem Ersten Weltkrieg
zu scannen, zu kontextualisieren und in das Portal hoch zu laden. So ist eine Sammlung von mehr als
100.000 digitalen Bildern von Fotos, Feldpostbriefen, Kriegstagebüchern und 3-D-Objekten aus
zahlreichen europäischen Ländern im Internet entstanden. Anlässlich eines „Aktionstages“ waren am
29. März 2014 Münsteraner Bürger aufgerufen, ihre Dokumente und Objekte im Landesarchiv NRW
Abt. Westfalen scannen und hoch laden zu lassen.
Im Rahmen der Übung sollen die Dokumente dieser 85 Personen im Hinblick auf Möglichkeiten ihrer
Auswertung untersucht werden: Von Leseübungen für Studierende, Modulen für den
Schulunterricht, Bildungsangeboten für die „Zulieferer“ zum Portal über das Aufspüren neuer,
insbesondere auch länderübergreifender Fragestellungen für die Forschung und Angeboten für ein
breiteres Publikum zur Völkerverständigung sind viele und auch weitere Zugänge zu diesem
Quellenpool denkbar. Ziel der Übung ist es, dass die Studierenden vom Studium des
Quellenmaterials im Internet ausgehend Auswertungsmöglichkeiten entwickeln, diskutieren und im
Hinblick auf einzelne Zielgruppen auch praktisch umsetzen. Die Dozentinnen und der Dozent werden
sie dabei unterstützen.
Voraussetzung ist, sich auf Handschriften des frühen 20. Jahrhunderts einzulassen. Kleine
Leseübungen werden in die Übung integriert. Die Nutzung des Internets wird während der
Übungsstunden im Landesarchiv möglich sein.
Maximal 15 Teilnehmer/Teilnehmerinnen.
Anmeldung in Qispos und bei mechthild.black-veldtrup@lav.nrw.de.
PROF. DR. HEIN HOEBINK, M.A.
082946 Übung: Die Außen- und Europapolitik der Bundesrepublik Deutschland
Do, 10-12h
Raum: Orléans-Ring 12 - SRZ 104
Beginn: 09.10.2014
Über Jahrzehnte stand im Fokus der westdeutschen Außenpolitik nach 1945 der grundgesetzliche
Auftrag, die „nationale und staatliche Einheit zu wahren und als gleichberechtigtes Glied in einem
vereinten Europa dem Frieden in der Welt dienen “ (so heißt es in der Präambel des Grundgesetzes
in der bis 1990 geltenden Fassung). So bemühte man sich, die engen Fesseln des geltenden
Besatzungsstatuts so weit wie möglich abzustreifen und mit einer engen Bindung an die Staaten des
Westens die Voraussetzungen für eine deutsche Wiedervereinigung zu schaffen. Diese Politik war
freilich über Jahre hin umstritten. Die politische Opposition argumentierte, eine Wiedervereinigung
könne durch eine Westbindung nicht durchschlagend gefördert werden. Es bedürfe vielmehr auch
guter Beziehungen zur Sowjetunion und zu den osteuropäischen Staaten.
Auch wenn seit der Mitte der 60er Jahre enge politische Beziehungen zu den USA und eine intensive,
konstruktive (West-) Europapolitik nicht mehr strittig waren, erschien dem Außenminister und
späteren Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) eine „Neue Ostpolitik“ gegenüber der Sowjetunion und
den osteuropäischen Staaten als das Gebot der Stunde.
Die im Jahr 1990 völkervertraglich festgelegte Wiedervereinigung Deutschlands schuf dann noch
einmal neue Voraussetzungen für die deutsche Europapolitik, die nunmehr west- und
osteuropäische Staaten umfassen konnte. Zugleich veranlasste sie eine Neudefinition der Rolle
Deutschlands in der Welt, die es im Rahmen des vereinten Europas und in enger politischer
Tuchfühlung mit den USA wahrzunehmen gelte.
Die Übung gibt Gelegenheit,
Etappen und Facetten der Außen- und Europapolitik der
Bundesrepublik Deutschland nachzuzeichnen und gemeinsam zu diskutieren.
ANTJE SCHNOOR
083058 Übung: Politische Ideen in Lateinamerika in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts –
Wissenstransfer und Identitätskonstruktionen.
Do, 10-12h
Raum: Bitte dem HISLSF entnehmen.
Beginn: 09.10.2014
Als sich im Anschluss an die Unabhängigkeitsbewegungen in Lateinamerika (1808-1828)
Nationalstaaten bildeten, war diese Entwicklung nicht nur begleitet von Auseinandersetzungen um
die zu etablierende politische Ordnung, sondern auch von Prozessen der Identitätsbildung. In der
Übung beschäftigen wir uns mit den politischen Ideen und Ordnungsvorstellungen dieses Zeitalters
und fragen nach wechselseitigen Einflüssen zwischen Lateinamerika und Europa auf der einen und
Lateinamerika und den USA auf der anderen Seite. Hinsichtlich der Identitätsbildung werden wir den
Blick einerseits auf die Schaffung nationaler Identitäten in Abgrenzung von den Nachbarstaaten
richten, andererseits auf lateinamerikanische Identitätskonstruktionen in Abgrenzung von Europa
und vor allem von den ehemaligen Kolonialmächten Spanien und Portugal.
Literatur: Safford, Frank: Politics, Ideology and Society in Post-Independence Spanish America, in:
The Cambridge History of Latin America, Vol. III, From Independence to c. 1870, hrsg. v. Leslie
Bethell, Cambridge 2002, S. 347-423; Annino, Antonio; Guerra, François-Xavier (Hg.): Inventando la
nación. Iberoamérica siglo XIX, Mexiko-Stadt
6. Kolloquien
DIE LEHRENDEN DES SEMINARS FÜR ALTE GESCHICHTE
081624 Forschungskolloquium des Seminars für Alte Geschichte / Research Colloquium, Seminar for
Ancient History
Mi, 20-22h
Raum: F 4
Im Kolloquium sprechen auswärtige Gäste und Angehörige des Seminars und der anderen
altertumswissenschaftlichen Institute zu aktuellen Problemen des Faches sowie der
Nachbardisziplinen. Die Vortragsthemen und -termine werden jeweils mit Anschlägen und im
Internet bekannt gemacht.
PROF. DR. MARTIN KINTZINGER / PROF. DR. MICHAEL GRÜNBART / PROF. DR. WOLFRAM DREWS / PROF. DR.
WOLFGANG ERIC WAGNER / PROF. DR. JAN KEUPP / JUN.-PROF. DR. SITA STECKEL / JUN.-PROF. DR. THORSTEN
HILTMANN
082764 400-1500. Forschungskolloquium Mittelalter
Mi, 18-20h
Raum: F 102
PROF. DR. DR.HC. PETER JOHANEK / PROF. DR. WERNER FREITAG / DR. ANDREAS RUTZ / DR. THOMAS TIPPACH / DR.
ANGELIKA LAMPEN / DR. MICHAEL HECHT
082889 Kolloquium: Probleme vergleichender Städtegeschichte
Raum: Institut für vergleichende Städtegeschichte, Königsstraße 46
Fr, 16–18h
Raum: Ist dem HISLSF zu entnehmen.
PROF. DR. BARBARA STOLLBERG-RILINGER / APL. PROF. DR. MICHAEL SIKORA / JUN. PROF. DR. ANDRÉ KRISCHER /
JUN. PROF. DR. MATTHIAS POHLIG
082783 Kolloquium: Forschungskolloquium Frühe Neuzeit
Mi, 18-20h
Raum: F 234
PROF. DR. ROLF AHMANN / PROF. DR. OLAF BLASCHKE / PROF. DR. FRANZ-WERNER KERSTING / PROF. DR. BERND
WALTER / JUN.-PROF. DR. ISABELL HEINEMANN / DR. MASSIMILIANO LIVI
082821 Kolloquium: Münsteraner Gespräche zur Geschichtswissenschaft
Mi, 18-20h
Raum: Johannisstraße 2, JO 101; Ausnahme: 15.10.14: JO 1, 13.12.14: ULB 201 (an diesem Termin
findet die Veranstaltung zudem um 18 Uhr s.t. statt)
PROF. DR. SILKE HENSEL / DR. ASTRID WINDUS
082950 Kolloquium für Masterstudierende und Doktoranden
5.2.2015 (10-18h), 6.2.2015 (10-18h)
Raum: Ist dem HISLSF zu entnehmen.
PROF. DR. THOMAS GROßBÖLTING
082965 Doktorandenkolloquium
Blockveranstaltung: Do, 23.10.2014, 9-19h; Fr, 24.10.2014 9-15h
Raum: Ist dem HISLSF zu entnehmen!
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