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JUNGEN - FEATURING MÄDCHENARBEIT:
Duell oder Duett?
RAPPORT ANNUEL 2014
Erstellt von Miria Gavilli-Heuper
Aar becht skr ees M eeder cher saar becht
RAPPORT ANNUEL 2014
Der AK hat mittlerweile insgesamt 124 Mitglieder im Verteiler, die aus Jugendund Beratungseinrichtungen, sowie aus Verwaltungen oder aus eigenem
Interesse an den angebotenen Themen kommen. Dies ist eine 100%-Steigerung
im Vergleich zum Jahr 2013!
An den Sitzungen haben durchschnittlich 11 Mitglieder teilgenommen:
-
Jugendhaus Gare
Jugendhaus Leudelange
Jugendhaus Rumelange
Jugendhaus Ettelbrück
Jugendhaus Woodstock
CID–Femmes
Mateenen fir ons Kanner a.s.b.l.
CNFL
Service Oxygéne
infoMann
Efj
Der Arbeitskreis Mädchenarbeit traf sich im abgelaufenen Jahr 2014 zu fünf
Sitzungen. In den jeweiligen Sitzungen ging es um einen allgemeinen
Informationsaustausch, themenspezifischen Veranstaltungen, sowie regionalen
Seminaren und Fachtagungen. Außerdem organisierten wir in verschiedenen
Sitzungen, die von uns beschlossenen Aktivitäten und Fortbildungen, mit der
entsprechenden Evaluation direkt nach den durchgeführten Aktivitäten.
In 2013 wurde an den AK die Forderung gestellt noch mehr Öffentlichkeitsarbeit
zu leisten. Dies ist uns in 2014 mit zwei großen Veranstaltungen mit der
entsprechenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sehr gut gelungen. Weiter in
Planung ist eine Kooperation mit der berufsbegleitenden Fortbildung. Diese
Fortbildung wird im Mai n.J. starten.
1. „Theorie trifft Praxis“
Schon fast traditionell findet unser Fachtag im Mai mit der Universität
Luxemburg. Studenten des 2. Semester „Bachelor en Sciences Sociales et
Éducatives“, haben sich mit pädagogischem Fachpersonal mit dem
Jahresschwerpunktthema JUNGEN-FEAT. MÄDECHENARBEIT? Duell oder
Duett?– auseinander gesetzt.
Mädchen- und Jungenarbeit! Passt das zusammen?
An diesem Fachtag diskutierten wir über die Möglichkeiten und Grenzen einer
gemeinsamen Umsetzung. Wie könnte das funktionieren? Weshalb sollten beide
Konzepte miteinander harmonieren? Warum ist das in der täglichen Arbeit mit
Jugendlichen wichtig?
Der Fachtag griff die Frage auf, wie sich die Mädchen- und Jungenarbeit seit den
Anfangsjahren der Jugendhäuser verändert hat. Die daraus entwickelten
pädagogischen Ansätze in der Jugendarbeit haben bis heute ihre Gültigkeit.
Oder? Brauchen wir neue Konzepte und sollten neue Konzepte für die heutige
Jugend entwickelt werden?
Haben sich die pädagogischen Ansätze in den Jugendhäusern verändert? Sind
sie noch zeitgemäß? Geschlechtsspezifische Jugendarbeit findet heute innerhalb
der verschiedenen Arbeitsfelder und Träger statt. In der täglichen Praxis bleibt
oft wenig Zeit sich über Aufgaben, sowie den gesteckten Zielen zu verständigen.
Der Fachtag wurde unterstützt durch Christa Brömmel/Cid-Femmes, Alexander
Kries/Infoman, Sandra Biewers-Grimm/Uni Luxembourg.
In Workshop-Gruppen haben die TN sich mit den Zielen der Mädchen– und
Jungendarbeit beschäftigt, insbesondere mit der Frage, wo die Gefahren,
Schwierigkeiten, aber auch die Herausforderungen liegen.
Der Fachtag ist zu folgenden Aussagen gekommen:
- Vorbildfunktion, Unterstützung in den verschiedenen Entwicklungsphasen/
Aufgaben, neue Interessen entwickeln,…..
- Sich von Stereotypen lösen, Mädchen sollen andere Rollenbilder sehen und
kennenlernen, neue Erfahrungsräume bieten,…..
- Mädchen brauchen auch kompetente Ansprechpartner
- Vertrauen/Intimität schaffen
- Geschlechtsspezifische Themen z.B. Sexualität, Essverhalten,….
- Auf spezielle Bedürfnisse der Mädchen eingehen
Selbstbewusstsein der Mädchen stärken, Stärkung der Persönlichkeit, damit sie
sich in der Gesellschaft entsprechend entwickeln können….
- …..sie sich öffnen können, Austausch mit anderen Mädchen, ….
- Gruppenstärkung/Stärkung der Solidarität, Körperbewusstsein, Erfahrung
von Konkurrenz vermitteln, Interessen der Mädchen ansprechen,….
- Loyalität fördern
- Rollenkonfusion/Rollensicherung
- Bearbeitung des Männlichkeitsbild (Erweiterung)
- Jungen haben (mehr) Probleme – Schulversagen, Gewalt, Aggressionen…..
- Rollenvielfalt für Jungs erläutern, .., dass es Möglichkeiten gibt zu Hause zu
bleiben, "Kindererziehungszeiten“ später einmal zu genießen (weg von
traditionellen
Rollenbilder),….
- Differenziertes Rollenmodell für Jungs, traditionelle Rollenbilder der Mädchen
aufbrechen
- Handlungsspielräume erweitern…
FÜR MÄDCHEN UND JUNGEN:
- Auseinandersetzung mit der jeweiligen Geschlechterrolle, Sensibilisierung
(in den Gemeinden.....), Präventionsarbeit, Lebenspraxis, Aufklärungsarbeit,
Angebote für die vielfältigen, gemeinsamen, Interessensgebiete
Was sind die Chancen dabei oder Herausforderungen, die wir angehen
sollten?
-
Zielgruppen erweitern
Sensibilisierung, Offenheit, Individualität fördern,…..
Durch Mädchenarbeit – besserer Ausklang des Geschlechts im Jugendhaus
positives Umfeld schaffen – Erweiterung des Freundeskreises
Geschlechterreflexion der Erzieher
Sozialisation hinterfragen
geschlechterneutral/geschlechtssensibel ?!?!
Vorbildfunktion, Vielfalt,
Schutzfunktion
Der ganze Fachtag wurde abgerundet durch eine Pendeldiskussion von Ulla
Peters/Uni Luxemburg, Beate Stoff/Büro PlanB in Trier, Patrick/Jugendhaus
Rümelange, Fachpersonal aus Österreich, Miria Gavilli–Heuper/Arbeitskreis
Mädchenarbeit/Jugendhaus Woodstock. (S. Anhang 1)
2. Gespräch SNJ und EGMJ
Die Mitglieder des AK, SNJ und EGMJ haben sich zu einer gemeinsamem
Versammlung getroffen, um zu analysieren, wie es mit der Mädchenarbeit in
Luxemburg aussieht und wie sie uns unterstützen können.
In diesem Gespräch haben wir uns geeinigt, dass der AK eine Umfrage in den
Jugendhäusern startet, um herauszufinden, inwieweit die Mädchenarbeit
verankert ist. Zudem werden wir uns mit dem “Leitfaden der nonformalen
Bildung im Kinder und Jugendalter“ beschäftigen. Leider konnten wir dies in
2014 nicht bewerkstelligen, werden dies aber im ersten Quartal 2015 angehen.
Wir hatten auch die Gelegenheit uns bei der Versammlung des Jugendinfo
Netzwerkes vom EGMJ zu präsentieren. Uns wurde dabei empfohlen, dass wir
für unserer Außendarstellung ein neues Logo verwenden sollten. Dies planen wir
für 2015, sowie wollen wir einen ansprechenden Flyer erstellen.
3. Umfrage in den Jugendhäuser
Bei der Umfrage, bei denen insgesamt 53 Jugendhäuser über E-Mail, oder über
Onlineportal Survey Monkey, angeschrieben worden sind, erfolgten 24
Rückantworten. Aber auch nur durch Erinnerungsmails, oder durch Telefonate,
die Senada vom JH Ettelbrück getätigt hat. Sonst hätten wir nur 8
Rückmeldungen erhalten.
Es stellte sich heraus, dass viele JH Mädchenarbeit machen, unter dem Aspekt
"Ja, wir machen etwas in der Art", aber es ist nicht im Konzept verankert, z.B.
als allgemeine Mädchenaktivität Kochen, Fotohooting usw. Vereinzelt gibt es JH,
die Mädchenprojekte durchführen, um Mädchen in die Jugendhäuser zu
bekommen. Hingegen bei der Jungenarbeit werden schon Themenschwerpunkte
aufgegriffen werden, wie z.B. Typische Mädchenberufe, usw.
Auf die Frage inwieweit gendersensible Arbeit in ihren JH stattfindet, bekamen
wir oft die Antwort: „Gendersensible Arbeit ist vorhanden, aber eher unbewusst
und wie es gerade passt!“ Bei den Rückmeldungen hat sich auch sehr deutlich
heraus gestellt, dass mehr Unterstützung im Bereich der Mädchenarbeit durch
Erfahrungsaustausch, oder offizieller Unterstützung der jeweiligen Träger,
erwünscht wird. Denn viele JH erhielten zwar Unterstützung von ihren Trägern,
aber sie seien nicht themenbezogen. Nur in zwei JH wird Wert darauf gelegt,
dass gendersensibel gearbeitet wird. Diese beiden JH haben auch intensiven
Kontakt zum Cid-Femmes und zur Chancengleichheitsbeauftragten ihrer
Gemeinde.
Die Mädchenarbeit ist lediglich bei 11 der 24 rückgemeldeten JH konzeptionell
verankert. (S. Anhang 2)
4. Internationaler Mädchentag 11.10.2014
In diesem Jahr haben wir vom JH Leudelange, JH Gare, JH Woodstock, JH
Rumelange, JH Ettelbrück, Institut St. Joseph Betzdorf, Infomobil vom CIJ, Plan
International und vielen KünstlerInnen Unterstützung erhalten. Im Vorfeld
hatten wir Genehmigung erhalten auf dem Place Clairefontaine unsere Stände
aufzubauen. Dort konnten unsere Besucher an einem Quiz vom Infomobil des
Centre Information Jeunes teilnehmen. Die Besucher konnten ihren eigenen
Button gestalten, oder sich am Stand vom Mateenen fir ons Kanner a.s.b.l.
informieren, welche eine Aktionsgruppe von Plan International ist.
Als Dank für ihr Interesse, aber auch um leichter mit Passanten ins Gespräch
zu kommen, hat der AK-Mädchenarbeit "Handy Display–Cleaner" bestellt, um
diese als sinnvolles Giveaway zu verteilen. Auf besagtem Cleaner ist das Datum
der Veranstaltung, sowie der Link/Email zum AK versehen.
Zusätzlich ist es uns gelungen mit einem „Klortext – E lokaat an internationaalt
Thema“ optimale Öffentlichkeitsarbeit im Lëtzeburger Journal zu betreiben. Das
Journal war vom gesamten Aktionstag angetan, so dass sie am darauffolgenden
Montag dies zum "Thema vom Tag" gemacht haben.
Titel war „Weil ich ’n Mädchen bin! WO STEHEN WIR? Der Welt-Mädchentag ist
auch für Luxemburg wichtig!“ (Komplette Reporte siehe Anhang Nr. 3)
Ausblick 2015
Der Arbeitskreis hat sich für
Schwerpunktthema entschieden:
das
kommende
Jahr
für
folgendes
„Och du hues Rechte!“
Es geht dabei darum die Rechte der Mädchen zu stärken, ihnen Hilfe und
Unterstützung anzubieten. Mädchen haben das Recht frei zu wählen,
beispielsweise in der Beziehung, Partnerschaft, ihren Aufenthaltsort, was mit
ihrem Körper passiert. Sie haben Recht frei von jeder Form der physischen und
psychischen Gewalt leben zu können. Mädchen sollen ihr Recht auf
geschlechtergerechten Umgang in der Freizeit und Schule erhalten. Wir haben
in diesem Jahr beobachten können, dass Mädchen immer noch einem
klischeehaften Bild unterworfen sind: Sie werden beispielsweise häufiger zu
Haus- und Versorgungsarbeiten herangezogen. Es ist immer noch so, dass sich
Jungen viel freier bewegen können. So dürfen sie in der Regel früher
Institutionen wie Jugendhäuser besuchen. Das sind Einschränkungen, die wir
vor allem in der Praxis erleben. Generell werden Mädchen stärker und länger an
die Familie gebunden.
Nach unserer erfolgreichen Kooperation mit „Mateenen fir ons Kanner a.s.b.l.“,
werden wir mit ihnen auch im nächstem Jahr zusammen den Internationalen
Mädchentag gestalten. Zusätzlich erhalten wir Unterstützung von Amnesty
International Luxemburg. Sie werden sich mit ihrer Kampagne „My Body, My
Rights“ am Fachtag und am Internationalen Mädchentag beteiligen.
Wir haben uns daher für folgende Aktionen, Seminare, Fortbildungen und
Fachvorträgen entschieden:
o
o
o
o
Seminarreihe „Theorie trifft Praxis“ in Kooperation mit der Uni Luxemburg
und Amnesty International
Vernissage zum Internationalen Mädchentag
Wettbewerb zu unserem o.g. Schwerpunktthema für Jugendliche
organisieren.
Geplant
ist,
dass
mit
Kurzfilmen,
Bildern,
selbstgeschriebenen Liedern, selbstgeschriebenen Geschichten die Rechte
der Mädchen verdeutlich werden sollen
Internationaler Mädchentag mit einer Bühne für (Mädchen)Bands, die sich
für die Rechte von Mädchen textlich einsetzen
o
o
Kooperationspartner mit Snj, Cjf, Script, Infomann und Croix Rouge bei
der Berufsbegleitende Fortbildung - Geschlechtergerechte Arbeit mit
Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Kooperation am Projekttag des Echternacher Lycèe
Um auch noch besser von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, haben
wir vor unsere Homepage attraktiver gestalten.
Anhang 1
Pendeldiskussion im Plenum:
1. an Ulla Peters – Uni Luxemburg:
Wo verortest Du die theoretische Diskussion zu Mädchenarbeit,
Jungenarbeit, geschlechtsspezifischer Jugendarbeit in Luxemburg in den
Erziehungswissenschaften? Gibt die Diskussion Antworten auf die Frage
nach dem Duell oder dem Duett? Welche Vorschläge machst du für
Luxemburg?
In den Sozialwissenschaften gibt es eine lange Tradition, sich mit den Wirkungen
der Zuschreibung von Geschlecht zu beschäftigen. Allgemein geht es dabei um
die Formen der Konstruktion sozialer Wirklichkeiten, die für die Menschen quasi
„natürlich“ erscheinen: natürlich „weiblich“ oder „männlich“. Die Theorien
versuchen zu verstehen und zu zeigen, dass dies Prozesse der sozialen
Herstellung von Welten und Zugehörigkeiten sind, die sowohl Strukturen
schaffen, wie Identitäten auf der Seite jedes einzelnen Menschen und Mitglieds
eines
kulturellen
und
symbolischen
Raums.
Daraus
erwachsen
Selbstverständlichkeiten und Routinen, die dann wieder dazu beitragen, dass
bestimmte Sichtweisen sich stabilisieren.
Seit der zweiten Frauenbewegung (Ende der 1960er Jahre) sind diese Prozesse
vermehrt kritisch diskutiert und theoretisch reflektiert worden. Hier entstand
auch (z.B. unter Bezug auf ein berühmtes Essay der Schriftstellerin Virginia
Woolf von 1929 „a room of one’s own) die Forderung nach separaten Räumen, in
denen sich Frauen ihrer Geschichte und ihrer Weltsichten vergewissern können).
Die erste Frauenbewegung zu Beginn des 20.Jhd. hatte vor allem für das
Wahlrecht der Frauen und ihren Zugang zur höheren Bildung und zu den
Universitäten gekämpft.
Mit dem Werk „Gender Trouble“ von 1990 legt Judith Butler den theoretischen
Grundstein für die Unterscheidung von „sex“ und „gender“ und die heutigen
Konzepte von gendersensibler Arbeit. „sex“ bezeichnet das biologische und
„gender“ das soziale Geschlecht, dass als sozial hergestellt in Blick kommt und
damit
als
veränderbar.
Geschlechtliche
Identität,
„Frausein“
und
„Mannsein“ sind kein Schicksal, sondern als soziale Rollen gestaltbar.
In Teilen der Erziehungswissenschaften werden diese Diskussionen aufgegriffen
und verstärkt seit den 1980er Jahren in der Forderung nach
geschlechtsspezifischer, geschlechtssensibler Arbeit aufgegriffen. Es entstehen
pädagogische Konzepte von Mädchen- und Jungenarbeit, in denen es vor allem
darum geht, mit den starken über die Kategorie Geschlecht vermittelten
Rollenzuschreibungen zu brechen und sowohl für Mädchen, junge Frauen und
Jungs und junge Männer neue Möglichkeitsräume zu eröffnen. Die Gewalt gegen
Frauen und Mädchen war dabei ein zentraler Beweggrund.
2. Ja, ich denke die theoretische Diskussion gibt eine Antwort auf die Frage: es
geht nur gemeinsam, aber mit vielleicht immer wieder notwendigen
Selbstvergewisserungen in „eigenen Räumen“ und weniger Duellen im Namen
der Ehre.
3. In Luxemburg hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr viel in dieser
Hinsicht verändert, was sich auch in der Jugendarbeit spiegeln sollte. Dabei ist
Luxemburg eine sehr heterogene Gesellschaft, was kulturelle Vorstellungen von
Gender angeht. Ich glaube, dass wir sehr tradierte Ideen finden können, wie
auch durch bestimmte Bewegungen getragene weitreichende Ideen von der
Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und Zugehörigkeiten (wie z.B. die
Transgender
Debatte
zeigt).
Von
daher
ist
die
Initiative
des
Mädchenarbeitskreises eine sehr sinnvolle, die diese breite Diskussion in der
Jugendarbeit verankern will und so eine Sensibilität schafft für Möglichkeit der
Wahl von Lebemswegen.
2. an Beate Stoff – Büro PlanB
Als Autorin der Studie « Mädchenarbeit in Luxemburger Jugendhäusern »
behältst du sicher die Situation vor Ort im Auge. Was fällt dir auf, wenn du
Luxemburg mit Deutschland, insb. Rheinland-Pfalz vergleicht?
Es gibt viele Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede. So z.B. der Wille, der da
ist, geschlechtssensibler zu arbeiten. Jedoch fehlt es dann an der Konsequenz,
die sich eigentlich aus den Vorgaben ergeben müsste. Im deutschen Kinder- und
Jugendgesetz, dass immerhin konkrete Vorgaben zu geschlechtsspezifischer
Jugendarbeit macht, sind keine Konsequenzen vorgesehen, wenn die Umsetzung
nicht stattfindet.
Die Umsetzung kann auch unter mangelnder Kompetenz leiden oder an
personellem Wechsel scheitern.
3 an Patrick - Jugendhaus Rümelange
Du bist Mitarbeiter im Jugendhaus Rümelingen und hast dort angefangen,
Jungenarbeit zu machen. Welche Schlussfolgerungen ziehst du als
Praktiker konkret für dein Jugendhaus.
In Rümelingen ist der Wille da, sowohl Jungen- als auch Mädchenarbeit zu
leisten. Ein Coaching mit einem Experten aus DE hat mir sehr gut geholfen. Das
ist eine wichtige Unterstützung!
4 an die österreichischen Gäste:
Wo bewegt sich die Diskussion in Österreich: Duell oder Duett? Welche
Unterschiede stellen Sie in Bezug auf die hier geführten Diskussionen fest?
Auf jeden Fall gehört die geschlechtsspezifische Jugendarbeit zum Programm
und zum Auftrag der Jugendzentren in Wien, und dies schon viele Jahre.
Insgesamt ist die personelle Ausstattung besser, um diese Arbeit auch
durchzuführen
(geschlechterparitätische
Teams,
mindestens
2
Mitarbeiter/innen, die ein Zentrum betreuen...).
5 an Miria Gavilli – Heuper – Arbeitskreis Mädchenarbeit/
Jugendhaus Woodstock
Wo siehst du als Verantwortliche für den AK Mädchenarbeit die größten
Herausforderungen? Welche Voraussetzungen müssen deiner Meinung
nachgegeben bzw. geschaffen werden, damit Mädchenarbeit und
Jungenarbeit im Duett statt im Duell auftreten kann?
Wenn diese Fachtagung dazu beitragen kann, zukünftige MitarbeiterInnen in
Jugendhäusern für die Fragestellung zu öffnen, ist ein wichtiges Ziel erreicht. Es
gilt, die zukünftigen Fachkräfte zu sensibilisieren, das ist einfacher als die
bereits beschäftigten MitarbeiterInnen zu erreichen und zu überzeugen.
Mädchenarbeit und Jungenarbeit sind wichtig, machbar und eine Bereicherung
in der Arbeit im Jugendhaus. Die Tür zum Arbeitskreis steht auch Studierenden
auf.
Anhang 2
Ergebnisse Umfrage
 53 JH angeschrieben, Rückantwort von 24 JH
 4,5 % alleine, zu zweit 55 %, zu dritt 28 % in den JH
 Educateure 65 %, Educatricen 52% - unterschiedliche, denn nicht alle
JH arbeiten mit dem gleichen Personalanzahl
 Von 3 Wochen bis 11 Jahre in einer Equipe
 mind. 1-2 Mädchen am Tag – 5-6 Mädchen am Tag im Durchschnitt
 Mädchenprojekte keine, nur Alltagsaktivitäten wie Kochen, Tanzen,
Fotoshooting, vereinzelt mal Projekte, um Mädchen ins JH zu bekommen
oder Mädchentage
 Jungenprojekte: Typische Frauenberufe testen, Teambuilding, spez.
Jungentage
 Unterstützung wird gewünscht, aber es findet kein Austausch mit
anderen JH statt oder um neue Ideen für Mädchenaktivitäten zu
entwickeln
 Gendersensible Arbeit ist vorhanden, wenn dann eher unbewusst und
wie es gerade passt
 Mädchenarbeit konzeptionell verankert bei 11 JH
 Unterstützung vom Comité bei gendersensibler Arbeit – egal, bei welcher
Aktivität, die Unterstützung wäre da………….
Anhang 3
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