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Informationen für Prädikantinnen und Prädikanten Prädikantenbrief

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Informationen für Prädikantinnen und Prädikanten
Prädikantenbrief Nr. 37 Januar/Februar 2015
____________________________________________________
Liebe Prädikantinnen, liebe Prädikanten,
freie Plätze
gibt es noch für den Aufbaukurs: „Glauben bekennen – Das
apostolische Glaubensbekenntnis und mein Bekennen“
22. – 25.01.2015 in Bad Liebenzell-Maisenbach.
Perikopenrevision 2018 – Erprobung in Württemberg
Manche von Ihnen haben schon gehört, dass die derzeitige
Perikopenordnung in der EKD maßvoll revidiert werden soll. Für die
Erprobungsphase hat Kirchenrat Dr. Frank Zeeb vom Referat 1.1 –
Theologie, Kirche und Gesellschaft des Ev. OKR folgendermaßen die
Pfarrämter informiert:
I.
Geschichte der Perikopenordnung
Ziel einer Perikopenordnung ist es, dass im Bereich eines
Kirchengebietes in den Gottesdiensten möglichst einheitlich die Schrift
verwendet wird. Anfänge einer Perikopenordnung finden sich schon im
vorchristlichen Synagogalgottesdienst, die Thora (später auch die
Propheten) werden in einem festen Turnus vorgelesen und ausgelegt.
Die entstehenden christlichen Kirchen übernahmen diesen Brauch. Erste
Ansätze einer „festen Ordnung“ finden sich bei Justinus Martyr (Mitte 2.
Jhd.), auch das Vorhaben des Marcion setzt letzten Endes eine
allgemeingültige Perikopisierung voraus.
In der westlichen Kirche finden sich etwa im 6. Jhd. die so genannten
„altkirchlichen Evangelien“, also eine feste Reihe von Evangelientexten
über das Kirchenjahr, die den jeweiligen Sonntag prägen. Dieser Reihe
wird bald eine Reihe „altkirchlicher Episteln“ zur Seite gestellt, die dann
über Jahrhunderte hinweg in Geltung stehen.
Luther hat diese Perikopenordnungen beibehalten (siehe die
„Postillen“), die reformierte Tradition sie weitgehend zugunsten der
Lectio continua aufgegeben. Üblicherweise wurde in Württemberg im
Hauptgottesdienst das Sonntagsevangelium gepredigt, in
1
Frühgottesdiensten die Epistel, an Wochentagsgottesdiensten
Katechismus oder ein biblisches Buch in Continua.
Im 19. Jhd. wurde vielerorts die ständige Wiederholung und die
Auswahl kritisiert, es kam zu einer Ausweitung der Predigtreihen, bis
hin zu dem heute vorfindlichen Schema mit sechs Reihen: Reihe I sind
Evangelien-Texte, Reihe II Episteln, Reihe III AT, Reihe IV Johannes,
Reihen V+VI weitere Texte, vornehmlich aus den Briefen, wobei die
Linien nicht immer ganz durchgehalten sind. In vielen EKD-Kirchen gibt
es eine festgefügte Leseordnung mit drei Schriftlesungen, worunter
eine der Predigttext ist. Die römisch-katholische Kirche hat im 2.
Vatikanum das frühmittelalterliche stadtrömische Modell zugunsten der
gegenwärtigen Einteilung in drei Lesejahre aufgegeben.
Die gegenwärtige Gliederung und Texteinteilung wurde 1977/78 von
der damaligen „Lutherischen Liturgischen Konferenz“ erarbeitet und in
weiten Teilen der EKD in Kraft gesetzt. Die damalige württembergische
Landessynode hat im Perikopengesetz diesen Entwurf weitgehend
übernommen, hat jedoch an etlichen Stellen andere (vor allem
eschatologische) Texte eingefügt, an anderen die alte Fassung
beibehalten. Bei der Einführung des gemeinsamen „Evangelischen
Gottesdienstbuches“ (1999) in VELKD und EKU wurden an ca. 30
Stellen Änderungen durchgeführt, die die Evangelische Landeskirche in
Württemberg ebenfalls nicht mitgemacht hat.
In Württemberg gibt es zudem die Besonderheit, dass im Verlauf eines
Reihendurchgangs zweimal in der Passions- und Osterzeit die Passionsund Ostergeschichte eines Evangeliums (Matthäus bzw. Johannes) der
vorgesehene Predigttext ist.
II.
Desiderat der Perikopenrevision
Die Perikopenrevision ist ein gemeinsames Anliegen der EKD, der
VELKD und der UEK. …
„Maßvolle Revision“ bedeutet:
Zahl der Reihen und ihre Tradition soll erhalten bleiben
Texte sollen jedoch besser „durchmischt“ werden (damit z.B.
nicht ein Konfirmand während seines KU-Jahres kein einziges
Evangelium gepredigt hört)
Die Zahl der alttestamentlichen Texte soll verdoppelt werden
(von jetzt ca. 17% auf ein Drittel)
Orientierung am Kirchenjahr und an der Lebenswelt der
Menschen soll mehr gepflegt wer-den.
Dies gilt auch für Wochensprüche, -Psalmen, -Lieder
2
Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Gesamtheit der für einen
Sonntag vorgeschlagenen Texte einen „Klangraum“ aufspannen, die
Texte und Lieder an jedem Sonntag einen kohärenten „Kosonanzraum“
bilden – also mehr als bisher auch darauf Wert gelegt wird, dass Texte,
Wochenlieder etc. zueinander und zum jeweiligen Sonntag passen.
III.
Gremien, Stand und Zeitplan
Stand: Der Erstentwurf ist fertig, zwei Probephasen sind …
abgeschlossen und ausgewertet. Zeitplan: Die Erprobungsphase soll
zum Kirchenjahr 2014/15 beginnen, dann 2015/2016 Überarbeitung
durch die Arbeitsgruppe, Einführung wohl zum Kirchenjahr 2018/19
IV.
Vorgeschlagenes Verfahren zur Erprobung in Württemberg
Der zur Erprobung vorgesehene Vorschlag ist insgesamt knapp 700
Seiten stark und im Internet verfügbar, z.B. unter
http://www.ekd.de/download/20140826_perikopenrevision.pdf
... Ich bitte also herzlich darum, dass sich aus den Kirchenbezirken im
Kirchenjahr 2014/2015 nach untenstehendem Schema je etwa ein bis
zwei Kirchengemeinden mit der jeweiligen Perikopenreihen befassen
und ihre Rückmeldung in das Onlineverfahren einspeisen.
…
Soweit in Auszügen Dr. Frank Zeeb, der auch maßgeblich in die
Revisionsarbeit einbezogen ist.
Es geht also bisher(!) nur um eine Erprobung der einzelnen Reihen in
einzelnen(!) Gemeinden. Die bisherige Perikopenordnung gilt weiterhin,
entsprechend bleiben die Predigtvorlagen der Prädikantenpredigten bei
der bisherigen Ordnung. Allerdings könnte es sein, dass Sie in einer
Kirchengemeinde zum Predigtdienst eingeladen werden, die bei der
Erprobung mitmacht. Dies wird Ihnen dann (hoffentlich) vom Pfarramt
mitgeteilt, ebenso zu welcher Perikope Sie dann dran sind.
Sollten Sie in eine Erprobungsgemeinde eingeladen sein, dann
verwenden Sie eine Vorlage aus den Vorjahren und passen diese der
aktuellen Situation an. Über Ihr Papierarchiv bzw. die Suchfunktion
unter predigtvorlagen.de lässt sich eine solche leicht finden. Der
Textbestand bleibt ja weitgehend erhalten. Falls Sie nicht fündig
werden, werden zu den neu vorgeschlagenen Perikopen Predigthilfen
erstellt, z.B. unter predigtzentrum.de.
Wer sich näher informieren will, sollte sich den oben angegebenen EKDText downloaden, hier gibt es ausführlichere Erläuterungen.
Am übersichtlichsten sind die geplanten Änderungen zu sehen in den
Übersichten - Die sechs Predigtjahre (I-VI) auf Seite 552ff des
3
Downloads. Hier wird deutlich, wie geplant ist ab 2018/19 von Sonntag
zu Sonntag Evangelium, Epistel und Altes Testament durch zu
wechseln. Auch über weitere Änderungsplanungen finden Sie hier
Übersichten. Ebenso wird dort informiert, wie man Rückmeldungen
geben kann.
Ich persönlich freue mich auf vieles, da doch die Einseitigkeit in manchen
Predigtjahren vermieden ist, manche Wochenlieder überdacht werden und
zentrale alttestamentliche Texte hinzukommen.
Predigthilfe "StichWorte"
Manchmal genügt ein Stichwort - und es geht weiter im Text...
Das Zentrum für evangelische Predigtkultur schickt eine gute Woche
vor dem Predigttermin „StichWorte“: Ein kurzer exegetischer
Kommentar, ein inspirierender Text und eine fertige Predigt.
Wenn Sie das StichWort beziehen wollen, genügt eine Email an
predigtzentrum@wittenberg.ekd.de.
http://www.ekd.de/zentrum-predigtkultur/stichworte.html
Lutherdekade
„Reformation-Bild und Bibel“ – zum Themenjahr 2015 ist ein
Themenheft erschienen. Sie können dieses herunterladen unter
www.reformation-bild-und-bibel.de
Leid
Verstorben ist (soweit mir bekannt) aus dem Kreis der Prädikanten:
Walter Lochstampfer, Kirchenbezirk Aalen, am 9.10.2014, und
Dr. Otto Hill, , Kirchenbezirk, Ludwigsburg, am 16.10.2014
„Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die
jeden rettet, der glaubt.“ Römer 1,16 (Monatsspruch Februar 2015)
In herzlicher Verbundenheit bin ich Ihr
Hartmut Mildenberger
_________________________________________________
Herausgegeben vom Pfarramt für Prädikantenarbeit Pfarrer Hartmut Mildenberger, Evang.
Bildungszentrum Haus Birkach, Grüninger Str. 25, 70599 Stuttgart; Tel.0711/ 45804-9410 Fax
0711/45804-9407; Mail: Hartmut.Mildenberger@elk-wue.de Konto: EBZ Prädikantenarbeit
Konto: DE65 6005 0101 0002 4236 92 www.praedikanten-mesner.de
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Seele and Geist
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