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Pressemitteilung vom 20. August 2014
LANDAUER
Der Mann, der den
FC Bayern erfand
mit Josef Bierbichler, Janette Hain, Andreas Lust und Herbert Knaup –
am 15. Oktober 2014 im Ersten
Eigentlich ist Kurt
Landauer (Josef Bierbichler), ehemaliger
Spieler und Präsident
des FC Bayern, 1947
nur auf Durchreise in
München. Als „bayerischer Jude“ war er
1933 vom Präsidentenamt verdrängt, ins
KZ Dachau verschleppt und in
Schweizer Exil getrieben worden. Nun will
er sich in der amerikanischen Besatzungszone ein Visum abholen und für immer in die USA ausreisen. Von seiner Familie, als auch
von seinem einstmals geliebten Club ist fast nichts mehr übrig. Und doch findet er ein letztes Familienmitglied: die langjährige Haushälterin im Haus seiner Eltern, Maria (Jeanette
Hain). Zwar hält er daran fest, nur solange zu bleiben, bis der Papierkram mit den Amerikanern erledigt ist, doch kann der Macher Landauer nicht aus seiner Haut und wird schnell
wieder zu einem wichtigen Mann des FC Bayern. Dabei herrscht Misstrauen auf beiden
Seiten. Es gibt genug Mitglieder im Verein, die aus eigenen Schuldgefühlen oder nach wie
vor tief sitzenden Ressentiments gegen den „Juden Landauer“ – diesen lieber so schnell wie
möglich auf dem Dampfer nach Amerika sehen wollen. Doch Landauer setzt sich durch,
bringt das Stadion in einen bespielbaren Zustand, schließt Frieden mit dem Stadtrivalen
1860 München und schafft es tatsächlich, aus jungen, ausgehungerten Männern wieder ein
Team zu bilden. Landauer legt den Grundstein für einen der erfolgreichsten Fußballvereine
der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Landauers Biographie ist außergewöhnlich und doch hat bisher noch niemand sein Leben
erzählt. Der Fokus des Films von Regisseur Hans Steinbichler („Hierankl“ / Polizeiruf 110)
und Produzent Michael Souvignier („Contergan“) nach einem Buch von Dirk Kämper („Der
Raketenmann – Wernher von Braun“) liegt auf einem Abschnitt der deutschen Geschichte,
die ebenso wie Landauer bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren hat. Im Gegensatz zum
„Dritten Reich“, dem Zweiten Weltkrieg und den wundersamen Wachstumsjahren blieb die
Zeit, die unmittelbar auf den Krieg folgte, ein kaum bearbeitetes Thema des deutschen
Films. Genau in dieses zerbombte, zerstörte, desillusionierte Deutschland kehrt Landauer
zurück.
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Besetzung
Kurt Landauer: Josef Bierbichler
Maria Baumann: Jeanette Hain
Siggi Hermann: Herbert Knaup
Conny Heidkamp: Andreas Lust
Inge Streicher: Andrea Wenzl
Radschuweit: Eisi Gulp
Goschner: Bernhard Butz u.v.a.
Stab
Regie: Hans Steinbichler
Buch: Dirk Kämper
Kamera: Bella Halben
Szenenbild: Volker Schaefer
Kostümbild: Katharina Ost
Produktionsleitung: Peter Kreutz
Herstellungsleitung: Till Derenbach
Producer: Daniel Mann und Karoline Gees
Produzent: Michael Souvignier, Zeitsprung
Pictures
Redaktion: Bettina Ricklefs (BR), Cornelius
Conrad (BR), Stefan Kruppa (ARD/Degeto),
Frank Tönsmann (WDR), Werner Rabe (BR),
Werner Reuß (BR-alpha)
Filmidee: Ica Souvignier
Förderung: Film und Medien Stiftung NRW,
FFF Bayern und MFG Baden-Württemberg.
Kurt Landauer (Josef Bierbichler)
Kurt Landauer war in München eine lebende Legende, eine Respektperson. Spätestens mit
der gewonnenen Meisterschaft 1932 hatte der Präsident des erfolgreichen Fußballclubs
Bayern München seinen Status als einer der wichtigsten Söhne seiner Stadt sicher. Doch
mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verliert der Jude Landauer seinen
Posten, genau wie seine Arbeitsstelle bei einer Zeitung und nach der Reichspogromnacht
auch seine Freiheit. Er wird 1938 in Dachau interniert. Zwei Monate später wird er entlassen und flieht in die Schweiz.
Doch obwohl Landauer mit dem Leben davon kommt, wird zuhause in München seine Existenz weiter zerstört. Seine Geschwister werden von den Nazis ermordet. Als der Krieg endet, hat Landauer alles verloren – seine Familie, seinen Verein, seine Heimat. Er kehrt nach
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München zurück und obwohl er die Möglichkeit hat, in die USA auszuwandern, wählt den
Wiederaufbau.
Landauer ist ein Ur-Bayer, ein stolzer Münchner und er will sich seine Heimat nicht nehmen
lassen. Seinen Verein, der für ihn immer für das Gute stand, nicht aufgeben. Landauers Herz
schlägt für den Fußball, für die positive Macht des Sportes. Er will sie nutzen, um seinen
Glauben an eine bessere Zukunft Realität werden zu lassen.
Dabei ist Landauer gar nicht allen willkommen. Manch einem wird er zum wandelnden
schlechten Gewissen, eine Mahnung der Gräuel, die sich in den 12 Jahren von Hitlers Herrschaft ereignet haben. Als jüdischer Rückkehrer balanciert Landauer in seinem neuen alten
Leben auf einem feinen Grat zwischen Selbstaufgabe und Selbstfindung, Scheitern und Siegen, Vergangenheit und Zukunft und ganz besonders zwischen Vergeben und Verantwortung.
Aber es gibt auch noch ein Leben neben dem Sport, eine Liebe, die nicht dem Fußball gilt.
Landauer findet in der Hauswirtschafterin und ehemaligen Geliebten Maria die einzige
Überlebende seines alten Familienverbandes wieder, mit der eine neue Existenz in München möglich und erreichbar scheint.
Sigi Hermann (Herbert Knaup)
Sigi Hermann ist Landauers ältester Freund und war lange Jahre sein Vize-Präsident beim FC
Bayern. Als die Nazis Landauer zwingen, seinen Posten als Präsident aufzugeben, übernimmt Hermann pro forma, während Landauer im Hintergrund weiter die Fäden zieht.
Als Landauer zurückkehrt, gewinnt Hermann die Hoffnung zurück, dass der Club tatsächlich
überleben könnte.
Mit seinem alten Freund an seiner Seite tut Hermann alles dafür, Landauers Pläne Realität
werden zu lassen. Gleichzeitig versucht er, Landauer den Rücken frei zu halten und die Situation zwischen dem Präsidenten und dem aktuellen Trainer und ehemaligen Spieler Conny
Heidkamp zu schlichten. Dabei sind Hermanns Bemühungen letztendlich nicht von Erfolg
gekrönt – eine Niederlage, die ihn fast noch mehr mitnimmt als Landauer selbst. Doch an
einer Stelle kann Hermann an die alten Erfolge anknüpfen: er schafft es, zusammen mit
Landauer, ein Derby zwischen Bayern München und 1860 München auf die Beine zu stellen.
Conny Heidkamp (Andreas Lust)
Conny Heidkamp und Landauer kennen sich noch aus der Vorkriegszeit. Heidkamp war als
Spieler beim FC Bayern aktiv, zum Zeitpunkt von Landauers Rückkehr 1947 ist er der Trainer
des Vereins. Von Beginn an besteht ein Misstrauen zwischen Landauer und Heidkamp, das
auf Heidkamps schlechtem Gewissen beruht. Er hatte nicht den Mut gehabt, bei einem
Spiel des FC Bayern gegen die Schweiz während des Krieges auf Landauer zuzugehen und
sich den alles überwachenden Nazis zu widersetzen. Dies hat Landauer Heidkamp nicht
verziehen und Heidkamp sich selbst auch nicht.
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Aber Heidkamp brüstet sich auch nicht mit seiner Leistung während des Krieges. Ihm ist es
zu verdanken, dass der Club die dunklen Jahre überlebt hat. Er hat die Spieler bei Stange
gehalten, indem er das Vermögen des Clubs für Nahrungsmittel angezapft hat. Er hat junge
Spieler vom Dienst an der Front freigekauft und alles getan, um den Club nicht ganz in die
Hände der Nazis fallen zu lassen.
Dennoch ist es schließlich Heidkamp, der Landauer ins Gesicht sagt, dass man die Uhr nicht
zurückdrehen und die schrecklichen Ereignisse nicht ungeschehen machen kann. Für Heidkamp ist Landauer das personifizierte schlechte Gewissen, das die Menschen daran hindert,
noch vorne zu sehen.
Wenn Sie Interesse an Interviews haben, melden Sie sich gerne unter 022192428235 oder schreiben Sie an weber@presse-partner.de
Herzliche Grüße,
Malte Weber
PRESSE|PARTNER KÖLN
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Seele and Geist
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