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Der Kick in kritischen Situationen

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Salzburger Nachrichten
"Salzburger Nachrichten" Nr. 5 vom 08.01.2015 Seite: 9 Ressort: Kultur/TV Österreich
Der Kick in kritischen Situationen
Was Hanno Settele in seiner Reportage „Angst – Die Mutter aller Dinge“
herausgefunden hat.
WIEN. Was ist Angst und was bedeutet sie für jeden von uns? Hanno Settele, sein
Regisseur Alfred Schwarzenberger sowie Kameramann Thomas Kirschner begeben
sich auf einen Streifzug durch das Land. „Es ist weniger eine Dokumentation,
sondern eher eine Talkshow unterwegs“, so Settele. Auf die Reise in den ältesten,
den animalischen Teil unseres Gehirns, gehen Settele und Kristina Hennig-Fast,
Psychologin an der Uni Wien, Seite an Seite.
Sie beiden beginnen ihr Abenteuer ganz unterschwellig beim Geisterbahnfahren mit
der Frage „Warum gruseln wir uns gern?“, stehen einem Messerwerfer gegenüber,
besuchen einen Herrn, der sein Leben mit 600 Vogelspinnen teilt – und stellen sich
am Ende der Doku selbst auf die Probe: mit einem Fallschirmsprung. Für Frau
Professor, die unter starker Höhenangst leidet, eine immense Herausforderung.
„Wir wollten zum Beispiel herausarbeiten, wie unterschiedlich sich Tier und Mensch
in Angstsituationen verhalten“, erzählt Settele den SN. „Das Tier flüchtet oder wird
aggressiv, der Mensch kann die Angst überwinden oder sie auch für sich
verwenden.“
Um Beispiele für Menschen zu zeigen, die schon große Situationen voller Angst
überwinden mussten, wurden nicht nur Sportler befragt, sondern etwa auch ein
Mitglied der Spezialeinheit Cobra, das sich auf die Entschärfung verdächtiger
Gegenstände spezialisiert hat. Was treibt ihn an, wie wird er mit der Situation fertig?
Es zeigt sich, dass es nicht nur einen gewissen Kick gibt, wenn man sich in kritische
Situationen begibt, sondern dass auch ein enormes Detailwissen nötig ist, um die
Gefahr möglichst gering zu halten. „Im Vergleich etwa zu Sportstars sind solche
normal bezahlten Beamten die spannenderen Leute“, sagt Settele.
Für David Lama, den zurzeit waghalsigsten Freikletterer, gilt: Ein falscher Handgriff
kann den Tod bedeuten. Settele konnte bei den Gesprächen mit Lama feststellen,
dass ihn seine bisherigen Erfahrungen sehr wohl verändert haben. Die verbreitetste
Phobie in Österreich ist die Zahnarztphobie. Etwa zehn Prozent aller
Österreicherinnen und Österreicher leiden unter krankhafter Angst vor dem Zahnarzt.
Settele hat einen Zahnarzt besucht, der sich darauf spezialisiert hat, Menschen zu
behandeln, die oft 20, 30 Jahre nicht beim Zahnarzt waren.
Unter anderem kommt auch Schriftsteller Josef Haslinger zu Wort. Er hat mit seiner
Familie 2004 den Tsunami in Thailand überlebt. Froh ist Settele über die Chance, am
Hauptabend eine Dokumentation mit 90 Minuten zu machen. Und: „Schon bei der
ersten Doku haben wir die Sendeplatzquote geschafft.“
paw
TV: „Angst: Die Mutter aller Dinge“, heute in ORF 1 um 20.15 Uhr
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Kategorie
Seele and Geist
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