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Digitoxin

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Version: 3
Leistungsverzeichnis
gültig ab: 01.09.2014
Revision: 01.09.2015
Institut für Klinische Chemie und
Klinische Pharmakologie
Intranet
LV_DGTX
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-Zentrallabor-
1. Klinische Indikation
Analyt:
Digitoxin
Die Digitoxin-Messungen kommen in der Diagnose und Behandlung von DigitoxinÜberdosierung und beim Monitoring der Digitoxin- Konzentration für die Therapiekontrolle
zum Einsatz.
Digitoxin ist das am zweithäufigsten verwendete Herzglykosid. Seine Auswirkungen auf das
Erregungsbildungs- und Leitungssystem sowie auf die Kontraktion des Herzmuskels sind die
gleichen wie bei Digoxin. Digitoxin unterscheidet sich von Digoxin nur durch die Schnelligkeit
und Dauer seiner Wirkung. Diese Unterschiede sind bedingt durch die relativ höhere
Lipidlöslichkeit (Fettlöslichkeit) von Digitoxin. Da Zellmembranen hauptsächlich aus Lipiden
bestehen, kann Digitoxin sie leichter durchdringen. Die Absorption von Digitoxin ist daher
besser vorhersehbar und vollständiger (fast 100 %) als bei Digoxin, dessen Absorption
variabel und weniger vollständig ist (60–85 %). Sobald Digitoxin den Gefäßkanal erreicht, ist
es nahezu völlig an Albumin gebunden. Diese Proteinbindung verzögert den
Wirkungseinsatz, erhöht die relative effektive Plasmakonzentration und zögert darüber
hinaus die Ausscheidung der Substanz aus dem Körper hinaus. Die typische Dosis ist 2,5
mg Digoxin und 1,0 mg Digitoxin. Nach intravenöser Verabreichung wirkt Digoxin innerhalb
von 30 Minuten, während die Wirkungsverzögerung von Digitoxin bis zu zwei Stunden
betragen kann. Die Plasma-Halbwertszeit von Digoxin beträgt 35 Stunden, die von Digitoxin
5–7 Tage.
Erstellt von:
Geprüft von:
Freigegeben von:
Name
Doreen Grun
Berndt Zur
Birgit Stoffel-Wagner
Datum
01.09.2014
01.09.2014
01.09.2014
Gedruckt: 05.01.2015 13:01:09, A. Admin
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-Zentrallabor-
2. Anforderung / Befundmitteilung
Anforderungsformular
Laboranforderungskarte des Zentrallabors
oder Lauris Laboranforderungssystem
DKGNT-Nummer /-Punkte
4161 / 250
Probenart, -volumen
Serum, Monovette braun, mind. 1 ml.
Versand
ungekühlt bis 1 Tag
Nachforderung nach Probengewinnung
3 Tage
Häufigkeit der Untersuchung
tägl. 24 h
Befundung
nach Validation über KAS und / oder
Netzdruck bzw. Fax
3. Anforderungen an das Untersuchungsgut
3.1 Anforderung an die Patientenvorbereitung
Die Blutentnahme sollte Proben sollten im Talspiegel gewonnen werden, mindestens jedoch
8 Stunden nach Dosisverabreichung.
3.2 Entnahme, Transport
Die Dauer der Stauung sollte 30-60 Sekunden nicht übersteigen. Nach erfolgreicher
Punktion ist die Stauung zu lösen und das Blut ohne zu schnelles Aufziehen zu entnehmen.
Bei einer Blutentnahme von Serum-, EDTA-, Citratröhrchen muss das Serumröhrchen immer
als erstes abgenommen werden, um eine Kontamination mit den Inhaltsstoffen der anderen
beiden Röhrchen zu vermeiden.
Blutentnahmen aus Kathetern und Venenverweilkanülen sollten vermieden werden. Muss
aus einem Katheter abgenommen werden, wird der Katheter zweimal mit je 5 ml
physiologischer Kochsalzlösung durchgespült, 2 ml Blut sind zu verwerfen und erst dann
kann die Blutentnahme für die Analytik erfolgen.
Die Proben sind schnellst möglich in das Labor zu transportieren.
4. Prinzip des Untersuchungsverfahrens
4.1 Methode und Prinzip
Messverfahren: EIA
Die Digitoxin-Methode nutzt eine Immunoassay-Technik, bei der freie und an Digitoxin
gebundene Antikörper-Enzymkomplexe mithilfe magnetischer Partikel getrennt werden. Die
DGTX-Chemie ist für die Messung der β-Galactosidase-Aktivität optimiert. Das Enzym wird
durch Magnesiumacetat aktiviert, und HEPES-Puffer (N-2-Hydroxy-Ethyl-Piperazinyl-N‘-1Gedruckt: 05.01.2015 13:01:09, A. Admin
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Ethan-Sulfonsäure) liefert den optimalen pH-Wert. Der bei dieser Methode benutzte
monoklonale Antikörper von Digitoxin geht keine Kreuzreaktion mit Digoxin ein.
Die Methode für DGTX beruht auf einer Vermischung des Antikörperkonjugatreagenz mit
dem Serum oder Plasma des Patienten. Das Antikörperkonjugatreagenz nutzt das F(ab‘)2Fragment des Antikörpers, um Störungen von Seiten des Rheumafaktors auszuschalten.
Das in der Probe enthaltene Digitoxin wird durch die F(ab‘)2-β-Galactosidase an das
Antikörperkonjugatreagenz gebunden. Danach werden mit dem Digitoxin-Analogen Ouabain
beschichtete magnetische Partikel hinzugefügt, um das freie (ungebundene) Antikörper/Enzymkonjugat zu binden.
Dann wird das Reaktionsgemisch magnetisch getrennt. Nach der Trennung wird der
Überstand, der den Digitoxin-Antikörper-/Enzymkomplex enthält, in eine andere Küvette
übertragen und mit einem Substrat vermischt. Der β-Galactosidase(β-gal)-Anteil des
Digitoxin-F(ab‘)2-β-Galactosidase-Komplexes katalysiert die Hydrolyse von CPRG
(Chlorphenolrot β-D-Galactopyranosid) zu CPR (Chlorphenolrot).
Die Änderung der Extinktion bei 577 nm durch die Bildung von CPR ist direkt proportional zur
Aktivität von β-Galactosidase. Da β-Galactosidase im Serum nicht vorhanden ist, ist ihre
Aktivität direkt proportional zu Digitoxin in der Patientenprobe und wird mit der
bichromatischen Kinetik (bei 577 und 700 nm) gemessen.
Auskünfte zur Messunsicherheit erteilen wir auf Anfrage, damit die medizinische
Interpretation labordiagnostischer Ergebnisse sinnvoll und patientenorientiert erfolgen kann.
(siehe Homepage, Rubrik Qualitätsmanagment)
Reagenz: DGTX Flex® reagent cartridge, Siemens Healthcare Diagnostics GmbH
Gerät: Dimension Vista® System, Siemens Healthcare Diagnostics GmbH
4.2 Mögliche Störfaktoren und Fehlerquellen
Bei einer Konzentration von 6000 mg/dl [1500 µmol/l] reduziert Dextran 40 das DGTXErgebnis bei einer Digitoxinkonzentration von 12 ng/ml um 12%.
Endogene, Digitoxin-ähnliche immunreaktive Faktoren (DLIF) konnten im Serum und Plasma
von Neugeborenen, Schwangeren und Patienten mit Nieren- und Leberinsuffizienz
nachgewiesen werden.In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass diese Faktoren mit
den üblicherweise auf dem Markt verfügbaren Immunoassays falsch erhöhte
Digitoxinmessungen verursachen können.
An Fab-Fragmente von Anti-Digitoxin-Antikörpern gebundenes Digitoxin, wie es sich im
Serum und Plasma von Patienten findet, die auf Digitoxin-Toxizität behandelt werden, kann
zu irreführenden Digitoxinwerten führen.
Beim Dimension Vista™ DGTX-Immunoassay kommt ein hochspezifischer monoklonalen
Antikörper zum Einsatz. Im Vergleich zu anderen Tests, bei denen polyklonale Antikörper
verwendet werden, können sich andere Testergebnisse ergeben, die auf die Unterschiede
durch die Kreuzreaktivität mit Digitoxin-Metaboliten zurückzuführen sind.
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5. Referenzbereiche
Therapeutischer Bereich: 14-26 ng/ml
Quelle: Beipackzettel des Herstellers
Die toxische Grenze beginnt unmittelbar oberhalb des therapeutischen Bereiches und sinkt
mit zunehmender Vorschädigung des Herzens.
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