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Erfurter Alibis - Deekeling Arndt Advisors

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LINDE
Ulrich Porwollik
soll Profil schärfen
Als Nachfolger des ReitzleVertrauten Harry Roegnerr soll Ulrich
ADLERAUGE
Porwollik
k Linde-CEO Wolfgang Büchele
Erfurter Alibis
Geltung verschaffen.
Der Bericht aus Berlin von Volker Heck
Spätestens seit Jahresbeginn muss Ulrich Porwollik wieder
pendeln. Der 51-Jährige verantwortet bei Linde in München
Vor knapp 30 Jahren malträtierte der damalige Arbeitsminister Norbert „Nobbi“ Blüm auf dem Bonner Marktplatz
eine unschuldige Litfaßsäule mit demselben groben Charme,
seit dem 1. Januar PR, IR und Marketing mit insgesamt rund
100 Mitarbeitern. Seine Familie wohnt in Hamburg. Unter
anderem weil er keine Lust mehr hatte, zwischen der Hansestadt und Frankfurt zu tingeln, gab er vor zwei Jahren seinen
Job als PR-Chef des Finanzinvestors Permira auf und machte
sich als Berater selbstständig. Mittelfristig müssen wir uns
über einen Umzug nach
Bayern Gedanken machen ,
sagte Porwollik. Ob und was er
in der Kommunikation bei
Linde ändern will, werden
wir sehen . Der Dax-Konzern
stehe mit einem makellosen
Image in der Öffentlichkeit.
Der frühere Wirtschaftschef
der Welt am Sonntag folgt
auf Harry Roegner, der das
Neuer PR-Stil bei Linde
Dax-Mitglied Ende 2014
mit Ulrich Porwollik?
verlassen hat. Roegner, vom
prmagazin als PR-Manager
der Jahres 2006 ausgezeichnet, ist ein langjähriger Vertrauter von Wolfgang Reitzle, bis Mai
2014 CEO von Linde. Porwollik, einst Leiter Kommunikation
der Dresdner Bank, hat einen guten Draht zu Reitzle-Nachfolger
Wolfgang Büchele. Sie kennen sich aus gemeinsamen Tagen im
Dienst von Permira. Für den Finanzinvestor sollte Büchele vor
einigen Jahren als CEO bei der ungarischen Chemiefirma
BorsodChem aufräumen. Als sich chinesische Hedgefonds bei
dem Unternehmen einkauften, kam es zu einer harten, teils
öffentlich geführten Auseinandersetzung, bei der Porwollik an
der Seite von Büchele focht. Offenbar vertraut der Linde-Chef
dem Kommunikator seitdem.
Bei dem Münchner Konzern soll Porwollik auch dessen Profil
schärfen. Wolfgang Büchele ist als CEO von Linde und
Aufsichtsratschef von Merck ein absolutes Schwergewicht der
deutschen Wirtschaft , so Porwollik. Seinen ersten großen
Auftritt hat das Gespann Büchele/Porwollik auf der von Linde
gesponserten Münchner Sicherheitskonferenz Ende Januar.
mit dem die aktuelle Bundesregierung in den Reserven der
Renten- und Krankenversicherung herumfuhrwerkt.
Eins ist sicher, die Rente , so ließ Nobbi damals verlauten.
Geglaubt hat es niemand. Jetzt, aus Anlass des 125-jährigen
Jubiläums der deutschen Rentenversicherung, hat Nobbi
eingesehen, dass er sich damals verplakatiert hat. In wenigen
Jahren werden die Überschüsse bei der Rentenversicherung
verfrühstückt sein. In der Gesundheitspolitik werden noch
vorhandene Überschüsse an Finanzminister, Krankenhäuser
und Ärzte ausgekehrt und die Öffentlichkeit sediert (FAZ,
4. Dezember 2014), um unterschiedliche Interessenlagen
auszutarieren. Streiten ist nicht schön, solange die Kassen
voll sind. Um die Klimaziele zu erreichen, denkt die Bundesregierung sogar an eine Prämie für radelnde Beamte. Auch
eine Form der Sedierung, in diesem Fall der klimakritischen
Öffentlichkeit. Junge Menschen um die 30 überzeugt eine
solche Politik immer weniger, wie die aktuelle Studie
Standort Zukunft von Emnid und RWE zeigt. Man fürchtet
zu Recht, später kräftig zur Kasse gebeten zu werden. Der
Bundesregierung ist es noch hinreichend egal. Kritische
Stimmen, wie der jüngste Bericht der Wirtschaftsweisen,
werden als Majestätsbeleidigung abgetan.
Am Hofe der GroKo belauert man sich lieber gegenseitig.
Eifersüchtig verfolgt die Kanzlerin, welche bundespolitischen
Machtoptionen ihrem Vize durch die Veränderungen in
Thüringen erwachsen. Die SPD fragt entrüstet zurück,
welches Spiel die CDU mit der AfD da treibe. Diese schon
fast unerträgliche Spannung beim gegenseitigen Belauern
der (früheren) Volksparteien kompensiert man folgerichtig
am liebsten gemeinsam, indem man auf der Einnahmenseite
des Haushalts alles zugunsten des Staates regelt. Kein Streit,
nirgends, und der Soli für immer. Na dann lieber nichts zu
Weihnachten.
Volker Heck ist Managing Partner bei Deekeling Arndt
Advisors. Davor war er Kommunikationschef von RWE.
01/2015 prmagazin
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Seele and Geist
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