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Bericht Klötzli Toro Januar 2015 - sattlerei-landwirtschaft

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SERVICE
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Z’Alp: Der Stufenbetrieb Marchbach/Schnitta in Achseten BE
Lederschnitzen als Ausgleich und Standbein
Stillstand kennen Christa und Markus Klötzli aus Achseten bei Frutigen im Engstligtal
nicht. Wichtige Anker sind dabei die Simmental-Reinzucht , die Liebe zu Haflingerpferden, die Sattlerei und für Markus Klötzli das Schnitzen von Treichelriemen.
Marchbach bildet die unterste Stufe, …
… Schnitta die oberste.
ash. Der Talbetrieb von Christa
und Markus Klötzli in Achseten
bei Frutigen liegt auf 1’140 Metern
über Meer. Marchbach, bildet die
unterste von drei Stufen. Hier leben
die beiden mit ihren Tieren jeweils
von Oktober bis Mitte Mai. Dann
gehen sie mit den Tieren für zirka
vier Wochen auf die Vorweide.
Anschliessend geht es wiederum
für vier Wochen auf die private Alp
Schnitta auf 1’640 Metern über
Meer und dann wieder für vier
Wochen zurück auf die Vorweide.
Von Mitte August bis Ende September bleiben sie dann wieder
oben auf der Alp Schnitta, nach den
2 Wochen Vorweide im Herbst
zügeln sie wieder aufs Marchbach,
so steht den Tieren immer junges,
gutes Futter zur Verfügung. Dieser
auch der behinderte Bruder von
Markus, auf welchen die Begeisterung für die Simmental-Reinzucht
abgefärbt hat. Die Mutter bietet
ebenfalls Unterstützung im Haushalt. Die drei sind auch dabei, wenn
es auf die Alp geht – in der Vorweide melkt der Vater jeweils alleine.
Dann haben Christa und Markus
Klötzli während dieser Zeit keine
Tiere zu versorgen – eine Zeit, die
sie geniessen, da sie den Tag viel
flexibler gestalten können. Und
übers Jahr wird dies auch jeden
zweiten Sonntag so gemacht, damit
sie auch mal ausschlafen können.
Die beiden schätzen die Unterstützung durch Markus’ Eltern sehr.
stetige Wechsel, der nur möglich
ist, weil es sich bei keinem der
Betriebe um Sömmerungsgebiet in
Kooperation handelt, prägt das
Leben der beiden stark – und auch
das der beiden Söhne. Elias ist drei
Jahre alt und schon jetzt sehr
begeisterungsfähig für landwirtschaftliche Maschinen aller Art.
Sein zwei Jahre jüngerer Bruder
Benaja ist dafür noch etwas zu
klein. Doch die beiden werden
schon früh ins «Bure» eingebunden. Zur Familie gehören auch die
Grosseltern, von denen Markus
und Christa den Betrieb per 1. Januar 2013 übernommen haben.
Markus’ Vater Konrad ist nach wie
vor ein begeisterter SimmentalZüchter und arbeitet tatkräftig im
Betrieb mit. Mit dabei ist häufig
Für Schauen produziert Markus Klötzli Dutzende solcher Treicheln.
Liebe zu Haflingerpferden
Die Landwirtschaft sehen die beiden als Lebensform. Besonders
schätzen sie daran, dass man als
Familie häufig zusammen sein
kann. Christa ist gelernte Bäuerin
und Logistikassistentin (Briefträgerin) und kennt das ebenfalls von
Kindsbeinen an – sie ist in Adelboden auf einem Bauernbetrieb aufgewachsen. Ebenfalls gemeinsam
haben die beiden die Liebe zu den
Haflingerpferden. Ein Zuchthengst
und eine Fohlenstute gehören deshalb fest zu ihrem Betrieb. Geritten
werden sie von Markus und Christa
– je nachdem, wer sich von ihnen
dafür etwas Zeit frei machen kann.
Zurzeit ist dies etwas schwierig, da
Christa durch die beiden kleinen
Buben mehr ans Haus gebunden
ist. Doch die beiden geraten bei
diesem Thema nach wie vor ins
Schwärmen: Diese Pferderasse
passt – auch aufgrund der idealen
Grösse (140–150 cm Stockmass)
besonders gut ins Berggebiet.
Die sieben oder acht Rinder geben
die beiden über den Sommer auswärts auf die Alp, da sie selber
dafür zu wenig Weidefläche haben. Sie haben 12 SimmentalKühe und einige Aufzuchtkälber.
Der Betrieb umfasst insgesamt –
über alle drei Stufen – 30 Hektaren Land. Die bestehenden Gebäude auf dem Marchbach bieten zu
wenig Platz für alles konservierte
Futter, das hat zum Entscheid
geführt, auf ein Fahrsilo zu setzen,
dies spart Zeit und Platz. 13 Hektaren umfasst der Talbetrieb. Davon gehen 7 Hektaren ins Fahrsilo,
d.h. es handelt sich hier um eine
intensive Bewirtschaftung. Der
Rest des Landes liegt etwas abgelegen und bildet ebenfalls Dauerwiese, Weide und Ökofläche.
Zudem verfügen sie über eine
vielseitige Hangmechanisierung.
Bisher hat Christa auf der Alp jeweils eigenen Käse produziert.
Doch nächstes Jahr wird dies voraussichtlich schwierig werden mit
zwei kleinen Kindern. Doch längerfristig möchten sie diese schöne Tradition weiterleben.
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SI-Reinzucht als Passion
Schon immer hat Familie Klötzli
auf die Simmental-Reinzucht gesetzt und ist damit immer sehr erfolgreich gewesen. Insbesondere
die Stammkuh Lorenz PIA 98P /
2L 87VG konnte viele Schauerfolge feiern. Mit ihren 16 Jahren steht
sie immer noch zufrieden im Stall
und gibt viel Milch. Sie hat 17 Kälbern das Leben geschenkt – d rei
Mal waren es Zwillinge. 91 Punkte hat sie mit ihrer Zuchtfamilienschau erreicht und bisher 85’000kg
Milch produziert. Markus und
Konrad Klötzli kombinieren beim
Züchten Natursprung und KB.
Zurzeit setzen sie z.B. SIPAN und
AMARONE ein. Bisher aber auch
UNIC, HUGO, NESTOR und
BRANCO. Die Abstammung und
die Milchmenge sind Markus
Klötzli dabei wichtiger als die
Zuchtwerte im Allgemeinen.
Familie Klötzli produziert mit ihren Kühen aare-Milch, den Rest
brauchen sie für die Aufzucht. Sie
haben viel Freude an den Kühen
und schätzen diese Tradition sehr.
Treichelriemen-Schnitzen
als Ausgleich
Eine etwas jüngere Tradition in der
Familie Klötzli ist die Sattlerei und
allem voran die Produktion von
Treichelriemen. Vor etwa 15 Jahren hat Markus Klötzli aus reiner
Freude einen Riemen für sich gemacht. Dieser hat überzeugt. Und
so hat sein Vater ihm einen ersten
Auftrag für fünf weitere Riemen
gegeben. Mittlerweile sind die eigene kleine Sattlerei und das Handeln mit Treicheln und Glocken ein
festes wirtschaftliches Standbein
geworden. Seine geschnitzten Le-
Markus und Christa Klötzli mit Benaja (auf dem Arm) und Elias.
derriemen für Treicheln und Glocken sind sehr gefragt. Eine Weile
lang ging er mit seinen Arbeit auch
«z’Märit». Vor allem für grosse regionale Schauen produziert er jeweils bis 50 Treichelriemen oder
mehr, häufig sind es jedoch Einzelstücke, welche als Geschenk Verwendung finden, z.B. für Hochzeit,
Geburtstag oder Konfirmation.
Meistens ist er sehr gut ausgelastet
mit Aufträgen. Er hat sich das
Handwerk selber beigebracht und
sein Flair fürs Zeichnen kommt
ihm dabei sehr zugute. Meistens
schicken ihm die Kunden per Mail
das gewünschte Sujet – d er Rest
Der 16-jährigen Stammkuh Lorenz PIA haben Klötzlis viel zu verdanken.
gehört zum Berufsgeheimnis. Am
liebsten schnitzt er Kuhköpfe, Blumen und Schneeberge.
Aus den anfallenden Lederresten
stellt er diverse Produkte her, z.B.
Vorführ-Halftern Hornführer, Blumenjoche für Alpabzug, Ringgeschirre für Stiere und AppenzellerGurte – k lassische mit MetallApplikationen oder auch mit Edelweiss, die er ins Leder presst. Die
Presse hat er selber hergestellt und
auch weiteres des übrigen Werkzeuges. Der gelernte Meister-Landwirt schätzt die persönlichen Kontakte, wenn seine Kunden ihre
Treicheln oder Lederwaren abho-
len. Und so ist er jetzt im Winter
jeden Tag in seiner Werkstatt. Im
Sommer nimmt er handliche Stücke mit auf die Alp und schnitzt
dort ebenfalls – eine Arbeit, welche
ihm nach wie vor viel Freude bereitet. Wer sich näher für seine Sattlerei interessiert, findet hier weitere
Informationen:
www.sattlerei-landwirtschaft.ch.
Auch in der kalten Jahreszeit
gehen wir mit Ihnen Z’Alp:
Wir stellen Ihnen spannende
Ganzjahres- und speziell
exponierte Betriebe vor.
Markus Klötzli beim Zuschneiden eines Lederriemens.
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Seele and Geist
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