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Bericht - Brenzregion

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REGION
Donnerstag, 8. Januar 2015
Rettung von
Illervital
gescheitert
Noch mal schnell
auf die Piste,
bevor’s taut
Für das Gesundheitszentrum Illervital hat sich kein Käufer gefunden. Der Betrieb wurde geschlossen. Mehr als 20 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
„Heute noch, danach wird’s
schwierig“, sagt Michael Hoffmann, Betriebsleiter im
Snowpark Salzwinkel auf der
Schwäbischen Alb zu den
Schneeverhältnissen. Wer sich
vor dem Tauwetter noch von
der „Bergstation“ auf 830 Höhenmeter auf die 400 MeterPiste wagen möchte – wie der
Snowboarder auf unserem
Foto –, sollte den heutigen
Tag oder den Abend nutzen.
Geöffnet hat der Salzwinkel
wie auch der Snowpark in
Donnstetten bis 22 Uhr. Infos
bieten die Internetseiten der
Parks. Für Hoffmann war der
Schnee ein Segen. Nach seiner
Rechnung braucht es weitere
15 Tage, damit sich der Betrieb rechnet. Foto: Matthias Kessler
74-jähriger
Bankräuber kurz
nach Tat gefasst
Leipheim. Ein Banküberfall hat in
Leipheim am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Kurz
nach 9 Uhr hatte ein 74-jähriger
maskierter Mann die Filiale betreten, die Kassiererin mit einer Waffe
bedroht und von ihr Bargeld gefordert. Nachdem der Täter einen vierstelligen Betrag ausgehändigt bekommen hatte, verließ er die Bank,
in der sich zu dem Zeitpunkt drei Beschäftigte aufgehalten hatten.
Bereits wenige Minuten später beobachteten Polizisten, wie eine Person, auf die die Täterbeschreibung
zutraf, eine Arztpraxis betrat. Die
weiteren Ermittlungen ergaben,
dass es sich bei dem Patienten tatsächlich um den Täter handelte.
Bankangestellte erkannten ihn an
seiner Stimme und seinem „auffälligen Bewegungsablauf“ wieder, erläutert Christian Owsinski, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums
Schwaben Süd/West, auf Anfrage
der SÜDWEST PRESSE.
Als der Tatverdächtige gegen
9.30 Uhr die Arztpraxis verließ,
überwältigten Polizisten den 74-Jährigen. Sie durchsuchten ihn und fanden die Beute sowie eine Schreckschusspistole. Beides stellten sie
sicher. Die Beute soll auch vollständig vorhanden sein. Zum Motiv des
Täters, der „sich kooperativ verhält“, wollte Owsinski gestern noch
nichts sagen. Die Kriminalpolizei
ohe
Neu-Ulm ermittelt.
REGINA FRANK
Leader-Geld fließt weiter
Westerheim, Beimerstetten und Lauterach neu im Förderprogramm
Regionale Entwicklung im ländlichen Raum soll mit dem Leader-Programm der EU gefördert
werden. Davon wollen im AlbDonau-Kreis 32 Kommunen profitieren, die drei verschiedenen
Aktionsgruppen angehören.
THOMAS STEIBADLER
Region. Der Aufzug zum Langenauer Pfleghofsaal, die neue Mediathek der Stadt Munderkingen,
ebenso die Sanierung der Schönrainmühle in Breitingen – das sind
nur einige Projekte, die aus dem Leader-Programm der EU (siehe Infokasten) gefördert wurden. Um von
dem Programm zu profitieren,
muss eine Kommune einer sogenannten Aktionsgruppe angehören.
Bis vergangenes Jahr gab es in Baden-Württemberg acht solcher
Gruppen, Gemeinden aus dem AlbDonau-Kreis waren in zwei beteiligt: in der Brenzregion und der Aktionsgruppe Oberschwaben.
Beide Gruppen bleiben auch in
den nächsten sechs Jahren im Förderprogramm, das hat die badenwürttembergische Landesregierung
gestern bekannt gegeben. Sie gehören zu den nunmehr 18 Aktionsgruppen, die bis einschließlich 2020
mit insgesamt 84 Millionen Euro
rechnen können. Von dieser
Summe kommen 60 Prozent von
der EU, der Rest – 33,6 Millionen
Euro – vom Land. Für die Jahre 2009
bis 2014 betrug das Fördervolumen
57 Millionen Euro.
Neu im Leader-Programm ist die
Aktionsgruppe Mittlere Alb. Dieser
gehören 16 Gemeinden aus dem
Kreis Reutlingen an, zwei aus dem
Kreis Sigmaringen, eine aus dem
Kreis Esslingen und Westerheim im
Alb-Donau-Kreis. Die Gemeinde
habe sich der nachhaltigen Regionalentwicklung schon lange verschrieben, sagt Bürgermeister Hartmut Walz. Aus diesem Grund sei
Westerheim auch am Biosphärengebiet Schwäbische Alb beteiligt. Für
die kleine Gemeinde mit etwa 2900
Einwohnern seien solche Pro-
gramme aus mehreren Gründen
von Vorteil: Erstens die Gelegenheit, auf sich aufmerksam machen,
zweitens die eigentliche Projektförderung. Für Leader spricht nach Ansicht von Walz, dass es „kein Verwaltungsprogramm“
ist,
sondern
„auch Privatleuten und Betrieben
dient“. Das werde Westerheim mit
bereits 900 Arbeitsplätzen weiter zugute kommen. Die Beteiligung an
der vom Landratsamt in Reutlingen
koordinierten Aktionsgruppe Mittlere Alb sei für die Gemeinde im
Nordwesten des Alb-Donau-Kreises
ein logischer Schritt: wegen der vielfältigen Beziehungen zu Nachbarkommunen im Kreis Reutlingen.
Auch die beiden anderen Aktionsgruppen mit Beteiligung von Kommunen aus dem Alb-Donau-Kreis
überschreiten Kreisgrenzen. Zur
Aktionsgruppen sollen selbst über Förderung entscheiden
Programm Das Kürzel Leader steht für „Liaison entre
actions de développement
de l’économie rurale“. Auf
Deutsch heißt das: Verbindung zwischen Aktionen
zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Für die Förderperiode 2015 bis 2020
lagen 25 Bewerbungen vor,
eine von der Landesregierung unabhängige Jury hat
die 18 Aktionsgruppen ausgewählt, die nun jeweils
mit etwa 4,7 Millionen
Euro Förderung rechnen
können. Laut Alexander
Bonde (Grüne), Minister für
Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, können die
Aktionsgruppen selbst über
Förderschwerpunkte und
die jeweilige Förderhöhe
entscheiden. Wegen der vielen beteiligten Kommunen
kommen eher kleine Projekte in Frage.
Auszubildende als Filmstars
Mitarbeiter von Heidelberg Cement vor Kamera – Morgen Premiere von „Rock Stars gesucht!“
Einmal der Star in einem Film
sein – vier Auszubildende des
Zementwerks in Schelklingen
haben etwas Außergewöhnliches erlebt. Der Film wird morgen, Freitag, 9. Januar, erstmals
in Schelklingen aufgeführt.
BERNHARD RAIDT
Schelklingen.
Schauspielkunst
zählt üblicherweise nicht zu den
Qualifikationen angehender Industriemechaniker oder Elektroniker.
Doch für vier Auszubildende des
Werks von Heidelberg Cement in
Schelklingen war diese Fähigkeit im
Sommer wichtig – sie waren als
Schauspieler gefragt. „Rock Stars gesucht!“ heißt der Film, mit dem der
Landes-Industrieverband
Steine
und Erden für die Ausbildung in der
Baustoffbranche werben will.
Allzu viel wollen Marcel Weiss,
Tim Benkert, Fabian Schirrmacher
(angehende Industriemechaniker)
und Fabian Hirschle (Azubi als Elektroniker für Betriebstechnik) nicht
vom Inhalt des Films verraten. Immerhin steht die erste öffentliche
Aufführung noch bevor. Aber die
Dreharbeiten müssen teils richtig
spaßig gewesen sein. Zumindest be-
20
Die vier Azubis von Heidelberg Cement – Fabian Hirschle, Marcel Weiss, Fabian
Schirrmacher und Tim Benkert – sind Darsteller in einem Film, mit dem die BaustoffFoto: Bernhard Raidt
industrie für eine Ausbildung wirbt.
richten die Hauptdarsteller von Szenen, in denen sie mit dem Schweißbrenner Würstchen grillten oder
auf einem der Zementwerks-Radlader Schlagzeug spielten. „Das hat alles etwas aufgelockert. Der Film soll
ja zeigen, dass unsere Arbeit auch
Spaß macht“, berichtet Tim Benkert. Ansonsten seien die täglichen
Betriebsabläufe in allen Unterneh-
mensbereichen zu sehen. Dazu gehörte auch eine Sprengung im Steinbruch von Heidelberg Cement.
Weil der Film nicht nur die Ausbildungsplätze in Schelklingen, sondern in der gesamten Baustoffindustrie zeigen soll, waren die Hauptdarsteller auch in den Betonwerken in
Merklingen und Munderkingen zugange. Regisseur Søren Eiko Mielke
sei ein lockerer, jung gebliebener
Typ, sagen die Azubis. Aber ungewohnt war die Schauspielerei
schon. „Es war eine ganz neue Erfahrung“, sagt Fabian Schirrmacher.
Die Azubis von Heidelberg Cement seien als Hauptdarsteller ausgewählt worden, weil das Werk in
Schelklingen mit der Ausbildungswerkstatt das breiteste Spektrum an
Technik anbieten konnte, sagt Zementwerks-Direktor Hans Georg
Kraut. Der Film sei wichtig, weil
sich der demografische Wandel bemerkbar mache: Es stehen immer
weniger Jugendliche für eine Ausbildung zur Verfügung. Heidelberg Cement in Schelklingen spürt allerdings noch keine Probleme, sagt
Kraut: Für die fünf bis sechs Ausbildungsplätze jährlich gibt es weitaus
mehr Bewerber als Stellen.
Die vier Schelkinger Azubis sind
gespannt auf die Filmpremiere am
morgigen Freitag ab 12 Uhr in der
Halle der Heinrich-Kaim-Schule.
Danach wird es eine Podiumsdiskussion geben über die Baustoff-Industrie als „Abenteuer-Arbeitgeber“. Daran nimmt auch Azubi Marcel Weiss teil. Regisseur Mielke hat
eine Showeinlage angekündigt.
Info Der Film ist nach der Premiere
hier abrufbar: baudeinezukunft.de
Brenzregion gehören elf Städte und
Gemeinden im Kreis Heidenheim
sowie 19 Kommunen im Alb-Donau-Kreis, zum Beispiel die Stadt
Langenau. Ohne Leader, sagt Bürgermeister Wolfgang Mangold,
könnten manche Projekte nicht
oder erst später verwirklicht werden. Allerdings sei der bürokratische Aufwand für Antragstellung
und Abrechnung enorm. „Da haben
wir schon sehr problematische Erfahrungen gemacht.“ Gleichwohl
sei er „guter Dinge“, dass in der
neuen Förderperiode weniger Bürokratie notwendig sein werde. Das jedenfalls stellt Ulrich Arzberger, stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums für Ländlichen Raum
und Verbraucherschutz in Aussicht:
„Wir nutzen unsere Möglichkeiten
des Bürokratieabbaus.“
Das dürfte auch Andreas Haas,
Bürgermeister von Beimerstetten,
gern hören. Die Gemeinde ist neu
in der Brenzregion und deshalb
auch neu im Leader-Programm.
„Wir sind sehr erfreut, dass wir dabei sind und wollen die Chancen
nutzen“, sagt Haas: „Was auf der
Straße liegt, soll man aufheben.“
Neu dabei ist auch die Gemeinde
Lauterach, sie gehört der Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben an. So
ist der Alb-Donau-Kreis mit insgesamt 32 Kommunen beteiligt.
Vöhringen. Das insolvente Gesundheitszentrum Illervital ist geschlossen worden. Ein Verkauf kam nicht
zustande, Ende Dezember sagte der
letzte Interessent ab. „Wir haben bis
zum letzten Tag um den Erhalt des
Gesundheitszentrums gekämpft“,
sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Dieter Schmid, der den Betrieb in den vergangenen Monaten
fortgeführt hat. Der Sanierungsexperte war anfangs zuversichtlich gewesen, einen Investor zu finden
und hatte mit mehreren Interessenten verhandelt. Nachdem kein Kaufvertrag zustande kam, war die Stilllegung aber unvermeidlich geworden. Der Geschäftsbetrieb wurde
zum 31. Dezember eingestellt.
Ein Grund dafür, dass der Rettungsversuch nicht gelang, waren
fehlende Investitionen in den vergangenen Jahren. Von Seiten der Interessenten klang an, dass erhebliche Beträge notwendig gewesen wären, um in der Einrichtung ein modernes und rentables Fitnesscenter
mit Physiotherapie betreiben zu
können. Hinzu kommt ein hoher
Konkurrenzdruck in der Branche,
der sich in den vergangenen Jahren
verschärft hat – der zunehmende
Wettbewerb hatte wie berichtet
auch mit zur Insolvenz geführt, weil
In der Vergangenheit
zu wenig in das
Center investiert
die Erträge infolgedessen zurückgegangen waren. Hinderlich für den
Verkauf war aber auch der etwas abgelegene Standort des Gesundheitszentrums an der Industriestraße,
wie bei den Verkaufsverhandlungen
anklang. Die Konkurrenz profitiere
von besseren Lagen mit mehr Publikumsverkehr.
Die 23 verbliebenen Mitarbeiter
wurden bereits informiert, ihnen
wird im Laufe des Januar gekündigt
mit Frist bis Ende Februar oder
Ende März, abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Fünf Mitarbeiter sprangen schon vorher ab und
orientierten sich neu.
Das Gesundheitszentrum Illervital bot klassische physiotherapeutische Leistungen wie Krankengymnastik, Massage und medizinische
Trainingstherapie an, darüber hinaus gab es aber auch Wellnessangebote. Zum Inventar gehören rehazugelassene Kraft- und Ausdauergeräte, Sauna, Dampfbad und Solarium. Ein Teil der Geräte war gemietet und geht nun an die Eigentümer
zurück. Geräte, die dem Gesundheitszentrum gehören, werden verkauft oder versteigert.
Unbekannter wettert
gegen Flüchtlinge
Flugblätter in Altheim/Alb aufgetaucht
Mit Flugblättern hat ein Unbekannter Stimmung gegen ein
Flüchtlingsheim in Altheim gemacht. Die Bürger reagierten
rasch und entfernten die Zettel.
STEFAN BENTELE
Altheim/Alb. Wie erst jetzt bekannt
wurde, hat ein Unbekannter am Tag
vor Weihnachten in der Gemeinde
Altheim/Alb mit Flugblättern gegen
die geplante Asylbewerberunterkunft im Ort gewettert. Laut Rathausverwaltung war die knappe Botschaft an Straßenlaternen und am
Rathaus angebracht. Bürger und
Mitarbeiter der Gemeinde haben
schnell gehandelt und die Zettel
noch in den Morgenstunden entfernt, um der Botschaft des Unbekannten kein Forum zu bieten.
Laut Bürgermeister Andreas Koptisch handelte es sich um einige wenige Exemplare. Er selbst nimmt
den Vorfall ernst, lehnt aber solche
pauschalen Vorverurteilungen von
Flüchtlingen kategorisch ab. Sicherlich könne man sich gemeinsam innerhalb der Gemeinde Gedanken
machen und diskutieren. „Für mich
aber ist es unverständlich, dass
solche Aussagen getroffen werden,
ohne die Menschen zu kennen, die
zu uns kommen“, sagte Koptisch
gestern auf Anfrage unserer Zeitung.
Auch der Polizeiposten in Langenau beschäftigte sich mit dem Fall
und nahm noch zwischen den Jahren Ermittlungen auf. Wie die Polizei in Ulm gestern mitteilte, sei man
allerdings zu dem Schluss gekommen, dass kein Straftatbestand vorliege. „Der Inhalt des Flugblatts fällt
unserer Ansicht nach unter die freie
Meinungsäußerung“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.
Altheim hatte erst Anfang Dezember in einer Gemeinderatssitzung
beschlossen, ein Haus im Ort anzumieten. Damit war die im November getroffene Entscheidung, Asylbewerber in Mietcontainern unterzubringen, ausgesetzt, aber nicht
aufgehoben. Auf 250 Quadratmetern können in dem Haus von Februar an bis zu 20 Flüchtlinge untergebracht werden. Bevor die Bewohner einziehen, sind im Haus kleinere Arbeiten vorgesehen. Außerdem soll eine Gaszentralheizung
eingebaut werden.
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