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EinbettenHerunterladen
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
urgenland
Ö ST ER R E I CHS
ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Möbel Schloffer weicht auf neue Märkte aus 10 ◆ Recht Den Wert des eigenen Unternehmens bewerten 22
◆ Karriere Häufige Fehler bei Stelleninseraten 24 ◆ Immobilien Mit Öko-Gebäuden Kosten sparen 26
Weinjahr kommt Winzern teuer
Weingut Esterhazy
Lese. Das klassische Rotweinland Burgenland verzeichnete heuer österreichweit die höchsten Ausfälle bei der Traubenernte. Winzer berichten von Rückgängen bis zu 30 Prozent im Vergleich zu 2013 und einem der arbeits- und kostenintensivsten Jahre im Weingarten. Nach dem verregneten Sommer kam auch kein trockener Herbst, was in vielen
Gebieten Pilzbefall zur Folge hatte. Positiv überraschen soll aber laut Winzern heuer die Qualität des Weines: Es do2-4
minieren exotische Aromen wie Mango, Litschi, Papaya und Ananas.
Interview.
Jetzt bestellen.
Der Hotelier und Erfinder des Wellness-Tourismus,
Karl Reiter, über Arbeitszeiten und Bettenauslastung. 6
Jeden Monat Wirtschafts-News aus Ihrem Bundesland.
Name und Anschrift an: wirtschaftsblatt.at/regional
GZ 13Z039580W Retouren an PF 100, 1350 Wien Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
|3
ERNTE
Wetter wie in England, Weine wie aus der Karibik
Bloomberg
WEINBAUGEBIETE BURGENLAND
Anbaufläche (ha): W eißwein R otwein*/ Ertrag (hl):
Neusiedlersee
E R R
2013
E2014I C 2013/14
Änderung
H
N
E3412
196.536
148.779
M
E R
G
-2,9%
E
R
3514
N
SE
R
E
-24,3%
Eisenstadt
Oggau
Rust
St. Margarethen
Mattersburg
Zagersdorf Mörbisch
a. See
Pöttelsdorf
LANDWIRTSCHAFT
Brennnesseltee oder Orangenhauttee setzte sie als Pflanzenschutz gegen Pilzbefall ein. „Dadurch haben wir heuer nur um 15
Prozent weniger geerntet als
sonst“, sagt Braunstein, die auf
ihrem 20-Hektar-Weingut vor allem die Sorten Blaufränkisch, St.
Laurent und Chardonnay anbaut.
Die Ernterückgänge im gesamten
Burgenland werden heuer laut
Statistik Austria bei minus 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegen. Das sind 517.500 Hektoliter
oder 75 Millionen Flaschen. Im
Vergleich zum Zehnjahresschnitt
wird es um 27 Prozent weniger
Wein geben. Was ist passiert?
Podersdorf a. See
Frauenkirchen
Andau
Illmitz
Apetlon
Oberpullendorf
Lutzmannsburg
Noternte im September
Anfang September kam es zu
Noternten, vor allem bei Zweigelt
und blauem Burgunder. In einer
normalen Saison dauert die Ernte
beim Weingut Braunstein fünf bis
sechs Wochen. Heuer mussten
80.000 Kilogramm Trauben in
zweieinhalb Wochen geerntet
werden. Statt zwölf Mitarbeiter
wie in anderen Jahren benötigte
Statt zwölf Mitarbeitern benötigten
wir heuer 30 Leute
BIRGIT BRAUNSTEIN
Auf Vorräte zurückgreifen
WEINGUT BIRGIT
BRAUNSTEIN
Beigestellt
Auch bei Esterházy im Weingebiet
Neusiedlersee-Hügelland war
heuer der Arbeitsaufwand um ein
Drittel höher als gewöhnlich, wie
Weingutleiter Stefan Tscheppe
berichtet. Unsaubere Trauben
mussten penibel vor der Lese vom
Stock gepflückt werden. „Die für
unsere Gegend ungewöhnlich
kühle, regnerische Witterung im
August beziehungsweise die regnerische, feucht-warme Witterung im September verursachte
bei den empfindlichen Trauben-
2013/14
W
1475
1491
+1,1%
80.282
64.005
-20,3%
1437
1366
-4,9%
73.219
56.234
-23,2%
R
sorten wie Chardonnay, Grüner
Veltliner oder Zweigelt Einbußen
zwischen 35 und 60 Prozent“, sagt
Tscheppe.
Die finanziellen Einbußen halten sich indes – zumindest bei Esterházy – in Grenzen. „Generell
kann in solchen Jahren auf Weinvorräte vor allem im Rotweinbereich zurückgegriffen werden.
Hier produzieren wir immer ein
Zehntel über dem derzeitigen Bedarf“, so der Weingutleiter. Auch
andere Winzer wie Birgit Braunstein ersetzen die Ausfälle 2013
mit Lagervorräten.
Esterházy vermarktet im Burgenland 65 Hektar Weinfläche, 50
Hektar davon in Eigenertrag. Für
2015 rechnet Tscheppe mit
530.000 Flaschen, die Hälfte davon geht in den Export.
Burgenländische Weine wer-
Mittelburgenland
Rechnitz
Oberwart
2013
2014
2013/14
W
191
170
-11,0%
6859
7,4%
1961
-11,1%
78.527
-15,2%
R
Stand:
Oktober
6386
Pi
nk
a
Änderung
A
Braunstein 30 Leute und wesentlich mehr Erntemaschinen-Stunden, die sich auf die Kosten schlagen. Und auf die Gelenke: Bereits
in die Jahre gekommenen Spritzgeräten und Häckslern kostete die
heurige Saison das Ende.
2014
Pinkafeld
Die Idylle in den Weingärten trügt: Um zu retten, was zu retten ist, war permanenter Einsatz gefordert
Die Stoßgebete blieben unerhört. Auf den verregneten,
feuchten Sommer folgte kein trockener Herbst – im Gegenteil. Am
13. und 14. September gab es insgesamt mehr als 100 Liter Niederschlag. Die Winzer kamen in Bedrängnis. Die Trauben waren sehr
reif, hatten sehr hohe Zuckergrade. Aber durch die Wassermengen
brachen sie auf. Fäulnisgefahr!
2013
N
Neckenmarkt
Deutschkreutz
Horitschon
Stand:
Oktober
G
SCHWERPUNKT
Weiden a. See Nickelsdorf
Gols
Mönchhof
Neusiedlersee Hügelland
D
den Trauben beim
Reifen zuzusehen,
war heuer Burgenlands Winzern
verwehrt. „Wir
sind den ganzen
Sommer im Weingarten gestanden, haben Blätter eingestrickt
und die Trauben freigemacht, damit Sonne und Wind dazu kommen“, berichtet die Bio-Winzerin
Birgit Braunstein aus Purbach.
Neusiedl am See
Winden
a. See
Purbach
Donnerskirchen
ER
VON CLAUDIA PEINTNER
Kittsee
Jois
-27,7%I O
144.213
199.353
N
-2,9%
3602
3710
R
M
T U
*
Rotwein
N
DL
W
A
C
U
SI E
Stand:
Oktober
Weißwein
NEU
Burgenlands Winzer erlitten heuer Ernteeinbußen
von bis zu 30 Prozent.
Fäule setzte den Trauben
zu, der Arbeitsaufwand
war enorm. Weintrinker
dürfen sich aber auf exotische Aromen freuen.
R
Eisenberg
2206
N
U
92.594
Änderung
Deutsch Schützen
St
rem
Südburgenland
Güssing Moschendorf
Heiligenbrunn
Stand:
Oktober
2013
2014
2013/14
W
181
201
11,0%
9286
9871
6,3%
213
227
6,6%
10.183
8994
-11,7%
R
Änderung
Jennersdorf
Quelle: Statistik Austria, *Rot- und Roséwein, WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
den vor allem nach Deutschland, in die Schweiz, die USA und
nach Japan geliefert. Burgenlandweit sind das 20 Prozent. „Im Export verkaufen wir Weine, die
international fast keine Konkurrenz haben, wie den Grünen Veltliner, Zweigelt und Blaufränkischen“, sagt Wein-BurgenlandObmann Matthias Siess.
Siess führt auch das Familienweingut Mad in Oggau mit 57
Hektar Weingärten. Wie bei fast
allen burgenländischen Weinbauern überwiegt auch bei ihm der
Rotweinanteil (65 Prozent). Siess
musste in diesem Herbst Ernteausfälle um die 30 Prozent hinnehmen. Der Qualität des Weines
tut dies laut dem Weinkenner jedoch keinen Abbruch. Der Winzer rechnet heuer mit „leichteren
und fruchtigen Weinen mit einem
Alkoholgehalt zwischen elf und
zwölf Prozent“. Winzer Tscheppe
spricht von „sehr eleganten Weinen mit exotischen Aromen. Die
Leute werden heuer überrascht
sein, wie viel Südfrucht in den
Weinen steckt.“
Weingut Esterhazy
Ob Weißwein oder Rotwein:
Während in anderen Jahren Apfel- oder Birnennoten dominant
waren, stechen heuer Mango, Litschi und Papaya hervor. Auch Birgit Braunstein stimmt dem zu:
„Heuer haben wir exotische
Frucht pur.“
Die Natur walten lassen
Trotz großer Ernteausfälle seien
Burgenlands Weinbauern allgemein sehr gut aufgestellt, sagt
Siess. Durch großzügige EU-Förderprogramme wurden in den
vergangenen Jahren Höfe und Anlagen modernisiert. Der Onlinehandel fördert den Verkauf. Man
wolle wieder „ehrlichere Weine“
produzieren, heißt es in der
Branche. „Die Natur schalten und
walten lassen und weniger eingreifen“, lautet die Devise. Ein
Ziel, das sich eher erreichen lässt,
wenn zumindest im nächsten Jahr
eine Bauernregel zutrifft: „Da Wei’
und die Goaß hot’s gern hoaß“.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Stefan Tscheppe (li.) und Milan Arti vom Weingut Esterházy können Ernteausfälle mit Flaschen aus Vorjahren kompensieren
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Tourismus. Urlaub im Haus
auf dem Kellerstöckl
Aufwachen im Weingarten – das
Vermietungsgeschäft ist für Burgenlands Winzer eine wichtige
Einkommensquelle: „Die bäuerlichen Kleinbetriebe lukrieren
rund 30 Prozent ihres Einkommens aus der Zimmer- und Appartementvermietung“, heißt es
von der Vermarktungsorganisation „Urlaub am Bauernhof“.
Seit 2012 gibt es im Burgenland eine eigene Homepage für
„Urlaub am Winzerhof“. Von
Jänner bis Oktober des heurigen
Jahres wurde über die Plattform
ein Onlinebuchungsumsatz von
110.000 € durch die Winzer erwirtschaftet. Im Zweijahrestakt
erscheint ein Urlaubskatalog mit
mehr als hundert Unterkünften
auf Weingütern.
Zehn Betten sind erlaubt
„Beliebte Destinationen sind die
Gegenden um Illmitz, Jois oder
Mörbisch am See“, erklärt Stefanie Thüringer, Leiterin von
Urlaub am Bauernhof Burgenland. Im Südburgenland seien
vor allem kleine Häuschen auf
den denkmalgeschützten Kellerstöckln, in denen früher der
Wein gelagert wurde, beliebt.
Bis zu zehn Betten sind erlaubt,
ohne dass man ein Gewerbe dafür anmelden muss. Derzeit
zählt die Organisation 105 Mitglieder – Tendenz steigend. 2011
waren es 97 zimmervermietende
Weinbauern.
Gäste aus Deutschland
Der Standard sei sehr hoch, sagt
Thüringer. 82 Betriebe befinden
sich in der höchsten Kategorie
mit vier Blumen, lediglich drei
halten zwei Blumen. „Viele Winzerhöfe wurden im Zuge von
Unternehmensübergaben neu
hergerichtet“, berichtet die
Urlaub-am-Bauernhof-Leiterin,
„auch mithilfe von Investitionsförderungen durch die Landwirtschaftskammer.“ Hauptsaison am Winzerhof ist im Herbst.
Aus Österreich reisen 65 Prozent
der Gäste an, aus Deutschland
kommen 26 Prozent.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
6|
INTERVIEW
I
m Tiroler Achenkirch hat Karl
J. Reiter vor mehr als 30 Jahren
den Wellness-Trend erkannt.
Und hat das von den Eltern
übernommene Posthotel zum
Wellness-Luxus-Hotel ausgebaut.
Vor zehn Jahren hat Reiter sich für
einen Standortwechsel ins Burgenland entschieden, hier das Golfhotel Bad Tatzmannsdorf und die
Avance Hotel GmbH übernommen. 2008 folgten das Hotel Allegria, die Familientherme Stegersbach und die Golfschaukel Stegersbach-Lafnitztal. Er ist im Burgenland angekommen, Pläne für weitere Hotels hat er aufgegeben.
WirtschaftsBlatt: Herr Reiter,
können Sie noch über Burgenländerwitze lachen?
Karl J. Reiter: Ich habe nie wahnsinnig über Burgenländerwitze lachen können. Ich habe in London,
Paris, an der Côte d’Azur und in
München gelebt und war immer
ein Ausländer. Im Betrieb war es
für mich ein No-Go, wenn Leute
blöd über andere reden.
Sie sind nun seit zehn Jahren in
Bad Tatzmannsdorf. Fühlen Sie
sich hier heimisch?
Ich bin dort zu Hause, wo meine Arbeit ist. Das besondere hier
ist der viele Platz, es sind 150 Hektar. Von der Idee ist es wirklich
ein „Reserve“, von der Wühlmaus
bis zum Falken, der im Dachstuhl
der Reithalle die Spatzen frisst. Es
gab objektive Kriterien für die
Übernahme, aber auch emotionale. Mir hat es damals hier gefallen.
Gelungen sind uns schließlich
zwei Häuser, die vor zehn Jahren
synchron waren. Wir haben uns
positioniert. Ein Haus total ohne
Kinder, ein Haus total für Familien – und beides versuchen wir,
an die Spitze zu treiben. Wir sind
nun zum neunten Mal bestes
Wellnesshotel, und wir waren das
beste Kinderhotel. Seit beinahe elf
Jahren sind wir voll und haben
seit der Übernahme etwa 40 Millionen € investiert. Natürlich haben uns dabei EU-Förderungen
geholfen. Wir haben bis zu 30 Prozent Förderung bekommen. Jetzt
kommen wir an den Feinschliff.
Sie sprachen kurz nach der Übernahme auch von Schwierigkeiten
bei der Personalsuche. Sie haben
damals sogar Mitarbeiter aus
Achenkirch mitgenommen. Haben
Sie dieses Problem heute auch
noch?
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Foltin π
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
„Auslastung
allein ist für mich
kein Fetisch“
Karl J. Reiter. Als Pionier hat der Tiroler Hotelier bereits in den 1980er-Jahren
Wellness-Tourismus angeboten. International könne sich Österreich in dieser Sparte
sehen lassen, sagt Reiter. Im Inland fehle allerdings oft die Wertschätzung.
VON WOLFGANG DRUCKER
Die Branche hat ein
Imageproblem. Auf
uns haut man drauf,
obwohl auch Hofer
sechs Tage offen
hat
Es war schwierig, es ist schwierig, und es wird schwierig bleiben.
Aber die Suche ist hier nicht
schwieriger als in B-Kirch, CKirch oder M-Dorf. Die Tourismusbranche hat ein Imageproblem. Auf uns haut man beim Thema Arbeitszeiten immer drauf, obwohl längst auch Hofer sechs Tage
die Woche und bis acht Uhr
abends offen hat – von den
Arbeitszeiten in Spitälern ganz zu
schweigen. Es ist ja nicht auf der
ganzen Welt so wie bei uns, wo es
heißt, in der Früh zeitig anfangen
und wieder früh aufhören. Normal
haben Menschen eine lange Mittagspause und arbeiten dann wieder. Wir müssen Mitarbeiter finden mit südländischem Rhythmus.
Brauchen Mitarbeiter auch südländisches Temperament und Herzblut, um bei Ihnen anzufangen?
Mein Credo klingt banal. Aber,
was du nicht willst, das man dir
tu, das füg’ auch keinem anderen
zu. Wenn das die Mitarbeiter beherzigen, wenn wir und die Gäste
das beherzigen, dann geht es nobel. Das genügt. Wir müssen uns
für gute Mitarbeiter enorm anstrengen. Heuer waren wir mit ihnen in Helsinki und Stockholm
und haben das dritte Mitarbeiterhaus gebaut. Sieben Tage die Woche haben wir zwölf Stunden lang
einen Kindergarten, auch für Mitarbeiter. Das schafft nicht einmal
der Staat.
Touristiker hatten heuer nicht viel
zu lachen. Hat Ihnen als WellnessAnbieter der verregnete Sommer
geholfen?
Wir haben vom Wetter profitiert. Mit allen Hotels im Burgenland sind wir vor dem Plan. Aber
mir tun alle am See leid.
Wie sieht es bei der Auslastung
aus?
Auslastung ist für mich ein
Reizthema. Heißt es, dass man
über Wholesaler verkauft oder
nimmt man sogar Diskounter mit
ins Boot? Wir sind in Bad Tatzmannsdorf mit beiden Häusern
99,9 Prozent individual, wir bedienen keine Reisebüros. Unsere
Auslastung ist so gut, dass wir
Zins und Tilgung problemlos be-
dienen können. Ich habe im Leben
noch nie eine Bank um eine Stundung fragen müssen. Darauf bin
ich stolz. Natürlich gibt es Raum
nach oben. Daran arbeiten wir.
Auslastung allein ist für mich kein
Fetisch, wie Verdienst allein für
mich kein Fetisch ist. Für Geld alleine würde ich nichts tun. Es geht
um andere Werte, die wir versuchen zu kreieren. Das müssen
auch die Gäste wahrnehmen. Man
kann nur für passende Kunden
Topleistungen bringen. So bringt
die Branche auch entgegen der
landläufigen Meinung wahnsinnig
viel Freude. Diese Werte sieht
man beispielsweise in der Südsteiermark, wo sich für kleine Betriebe mit Küche und wenigen
Zimmern Chancen auftun.
Aber wie in anderen Branchen
auch sind doch im Tourismus gerade die Kleinen verschwunden?
Für Geld allein
würde ich nichts tun.
Es geht um andere
Werte, die wir hier
versuchen zu
kreieren
|7
Das ist sehr schade. Ich bedauere das sehr, denn am Ende will
doch niemand eine Weltoligarchie. Vielleicht kommt jetzt die
Wende. Auf zurück!
Im Burgenland wurde ein neues
Tourismusgesetz beschlossen. Kritik gab es vor allem wegen der
Neuaufteilung der Ortstaxen. Hat
man hier Chancen vertan?
Es gibt immer Gezerre um die
Beute. Die Allgemeinheit entscheidet. Natürlich wäre es mir
als Touristiker lieber, wenn das
Geld im Tourismus bleibt. Es wäre schön, wenn man wenigstens
anerkennt, dass viel geleistet
wird. Ich unterschreibe jede Woche einen großen Berg Rechnungen, allein hier am Golfplatz beträgt die Pacht 94.000 €. Da reden
wir noch nicht von einer Kommunalsteuer. Deswegen ist es müßig,
über prozentuelle Verteilungen zu
sprechen. Wenn heute die Branche unterstützt werden soll, wer
soll das besser können als die
Touristiker selber.
Man sollte also stärker die Beteiligten entscheiden lassen?
Alle, die Entscheidungen treffen, müssten beachten, was sie
unterstützen. Als Unternehmer
muss ich der oberste Diener sein.
Und da ist es eine Frage des Umgangs. Wenn es für Unternehmer
nur die Wahl gibt, „G’stopfter“
oder Versager zu sein, dann wird
man künftig niemanden dazu
bringen, Unternehmer zu werden.
Das heißt, neben den oft kritisierten bürokratischen Hürden fehlt es
auch an Wertschätzung für Unternehmer?
Umsonst bekommt niemand in
der Privatwirtschaft einen höheren Lohn. Wenn die Öffentlichkeit so viel zahlt, dass jeder lieber
zur Gemeinde geht, dann ergibt
das ein Problem. Auch die vielen
kleinen Auflagen bremsen stark.
Man nehme nur das Bäderhygienegesetz oder die Auflagen für
Gastwirte: Ich habe in Achenkirch 1992 ein Wirtshaus gekauft.
Irgendwann wollte es der Wirt
um einen Schilling Pacht nicht
mehr haben. Aber was ganz
schlecht ist, ist der subtile Klassenkampf. Gib – und dir wird gegeben, heißt es bereits in der Bibel. Ich sage, die Gierigen werden
nie viel Geld verdienen. Das muss
die Gesellschaft sehen.
8|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
Foltin π
Wie leicht war es in Ihrer Familie, Unternehmer zu werden? Sie
haben das Posthotel ja bereits an
Ihren Sohn übergeben.
Mir hat er immer signalisiert, er
will das machen. Ich habe einen
zweiten Sohn, dem kann ich Stegersbach schenken. Der will es
aber nicht. Nichts nehmen, das ist
keine Kunst und trotzdem o.k.
Schlecht wäre es, etwas zu nehmen und an die Wand zu fahren.
Die Wellness-Branche hat in den
vergangenen Jahren geboomt, laufend sind neue Hotels dazugekommen. Nun hat sich das Wachstum
eingebremst. Gibt es in Österreich
zu viele Anbieter?
Wenn es uns gelingt, international bekannt zu machen, welche
guten Betriebe es gibt, hätten wir
viel zu wenig Anbieter. Wir gehen
das in Österreich oft falsch an. Zuerst machen es einige, dann viele,
und schließlich haben wir ein
Preisproblem. So fahren wir viele
Themen an die Wand, ob das Golf
ist, Wellness oder zum Beispiel
die Lipizzaner. Aber man kann
diese Frage nicht beantworten, es
kann ein Schuhgeschäft in einer
Straße zu viel sein, wo anders sind
zehn Geschäfte zu wenig. Unsere
Stärke ist die Emotionalität und
die Leidensfähigkeit. Das steht
aber diametral zum Business. Der
Wellness-Tourismus hat mit der
Hotel-Industry nichts zu tun.
International gibt es also noch viel
Potenzial?
Die heimischen Anbieter sind
exzellent. Das sehen auch viele
meiner ausländischen Freunde so.
Für die sind wir Wunderwuzzis,
aber eben keine Business-Leute.
Könnte man nicht einfach internationaler werben?
Es ist schwer. Der österreichische Ferientourismus lebt von der
Empfehlung. Ein Bauer kann die
schönste Kuh am Berg haben, das
nützt aber nichts, wenn es niemand sieht. Und wir haben in Österreich noch zusätzlich das Talent, alles mies zu machen. In den
USA, in Scottsdale wird gerade
voll auf die Wellnessschiene gesetzt. Das ist Business pur, da wird
man durchgeschoben wie am
Fließband. In Asien wiederum
muss man sich in Wahrheit genieren, weil es für die Personen keine
Würde bringt – das beginnt
eigentlich schon in Dubai. Ein
Kellner kann dort für einen Monatslohn nicht eine Nacht im Luxushotel wohnen. Wir schaffen es,
dass hier ein Bauarbeiter, schwarz
wohlgemerkt, so viel verdient,
dass er sich von einem Tag Arbeit
eine Nacht in einem Luxushotel
leisten kann. Und dann glaubt die
Arbeiterkammer, sich beschweren
zu müssen, dass ein Liter Milch
einen Euro kostet. Mit diesem
Blödsinn müssen wir aufhören.
Also weg von der Preisdebatte, hin
zu einer Wertedebatte?
Jemand, der in Scottsdale war,
weiß, was hier geboten wird. Alles
muss seinen Wert haben. Bei uns
können die Mitarbeiter sich das
Hotel leisten, unsere sowieso.
Und trotzdem schimpft man. Wir
können über alles diskutieren,
aber wenn wir über Öffnungszeiten sprechen, dann auch ehrlich.
In früheren Interviews werden Sie
mit dem Wunsch nach einem Hotel
am Strand und einem in Wien zitiert. Wie ist hier der Stand?
Das ist jetzt zehn Jahre her. Im
September bin ich 65 geworden,
da haben sich auch die Pläne verändert. Ich bin sehr glücklich hier.
Wenn es mir gelingt, die Hotels
in Harmonie zu führen, dann langt
es. Ich würde Projekte noch unterstützen. Selbst habe ich es aber
nicht mehr vor. Allein die Mittelbeschaffung ist zu einer Mega-Herausforderung geworden. Die Frage ist ja: Wann ist man zufrieden?
Mit drei, 30 oder 3000 Hotels.
Nochmals zurück zu den Zahlen:
Auslastung ist die falsche Kennzahl, aber woran richten Sie sich?
Man kann mit 90 Prozent Auslastung danebenliegen oder mit 70
Prozent einen horrenden Ertrag
einfahren. Ich habe sehr früh gelernt, mich nicht von Einzelnen
abhängig zu machen. Wir haben
den Vertrag mit 33 verschiedenen
Reiseveranstaltern nicht verlängert. Das hatte Konsequenzen. An
einem Tag im Jänner sind wir mit
zwölf Gästen dagesessen. Aber wir
haben es geschafft. Für mich ist die
wahre Zahl der Cashflow, also der
Ertrag vor Zins und Tilgung. Da
sind wir immer positiv. Ich gebe
ungern Zahlen bekannt, weil es
Neid verursacht. Es ist auch egal,
wie viel wir verdienen, wir stecken
alles wieder hinein. Nächstes Jahr
investieren wir drei Millionen €.
Das Einzige: ich möchte allen
unseren Mitarbeitern zehn Prozent mehr zahlen können.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
■ Karl J. Reiter (65) hat sich als
Pionier im Wellness-Tourismus
einen Namen gemacht. 1982 hat er
das Posthotel mit fünf Mitarbeitern
übernommen und zu einem LuxusHotel mit 288 Betten ausgebaut.
Das Posthotel hat Reiter mittlerweile an seinen Sohn übergeben.
Er betreibt nun nur noch die Hotels
im Burgenland. Seine Leidenschaft
gilt außerdem der Landwirtschaft.
Neben dem landwirtschaftlichen
Betrieb in Tirol hat Reiter eine der
größten privaten Lipizzanerzuchtanlagen Europas.
10 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
MÖBEL
Schloffer spürt Russlandkrise kaum
Beigestellt
Der Hersteller für Möbel
in der Systemgastronomie
weicht auf neue Märkte
aus und will in Zukunft
Lieferanten und Kunden
in wirtschaftlich-ökologischen Fragen beraten.
VON ISABELLA
HOFMANN-MÄHR
B
ekannt ist der Unternehmer Klaus Schloffer vor
allem für seine Möbel in
der Systemgastronomie.
Die Produkte seiner Schloffer
GmbH liefert er in mehr als 50
Länder weltweit. Größter Auftraggeber dabei ist die Fast-FoodKette McDonalds.
Die gab auch den Anstoß zur
Gründung eines neuen Unternehmens – der ECO Design Group.
Der Fokus soll darauf liegen, alternative wirtschaftliche Modelle
zu entwickeln, bei denen sich
Nachhaltigkeit und Gewinn nicht
ausschließen, sondern sinnvoll
ergänzen. Als Vordenker mit dabei sind unter anderem der Chemiker und Biologe Wolfgang Pekny, der Qualitätsmanager Karl
Steinwender – und Klaus Schloffer selbst.
„Es geht uns um messbare Ökologie, die einen wirtschaftlichen
Hintergrund hat. Aufgrund unserer Erfahrung in Sachen Logistik,
Produktion und Service, die wir
weltweit gemacht haben, können
wir Energieeffizienz messbar machen und aufzeigen, wo ein Unternehmen ökologisch sinnvoll sparen kann“, konstatiert Schloffer.
Energie-Strafzölle
Er geht davon aus, dass es in Zukunft Strafzölle für schlechte
Energiebilanzen von Unternehmen geben wird. „Ein Freikaufen
in Form von ,Wir investieren in
Wald und sind damit CO2-neutral‘
wird es nicht mehr geben.“
Genau hier setzte ECO Design
an und soll Beratung hinsichtlich
wirtschaftlich-ökologischer Kriterien liefern. Wie das in der Praxis aussehen kann? Schloffer:
Mit rund 40 Mitarbeitern erwirtschaftete Klaus Schloffer im Vorjahr rund elf Millionen €. Auch heuer
wird der Umsatz dieses Niveau erreichen, sagt der Unternehmenschef
SCHLOFFER GROUP
n Das Unternehmen wurde als
Familientischlerei 1960 gegründet.
Zu Beginn der 80er-Jahre begann
sich die Schloffer GmbH auf den
B2B-Markt zu spezialisieren und
ging in den Export mit qualitativ
hochwertigen Möbeln. Kunden
sind unter anderem Salamander,
Kaffeehausketten und McDonald’s.
Mit 40 Mitarbeitern wurden zuletzt rund elf Millionen € umgesetzt. Die Exportquote liegt bei 99
Prozent. Pro Jahr gehen 1500 Tonnen Möbel von Großpetersdorf in
54 Länder.
n Firmeninhaber Klaus Schloffer
baute noch weitere Unternehmen
auf wie Vianova GmbH für Medienund Netzwerktechnologie und Designed2work, ein Unternehmen für
Design und Gestaltung. Jüngstes
Kind und gerade in Gründung ist
die ECO Design Group.
„Nehmen Sie zum Beispiel eine
große Möbelkette. Sie stellt jedes
Jahr ein und denselben Tisch her
und beliefert damit alle Filialen
weltweit. Damit verbunden sind
enorme Logistikkosten.“ Würde
jetzt der Spanplattenlieferant die
Platte um nur zwei Millimeter
dünner machen oder ein anderes
Material wählen, würde sich das
Unternehmen 40 Lkw-Ladungen
ersparen und somit seine CO2-Bilanz verbessern. „Wir erfassen
hier die Daten genau, analysieren
alles, von der Wertschöpfung bis
zur Lebensdauer des Produktes,
und geben dann unsere Empfehlungen.“
Schloffer selbst verwendet diese Analysen in seinem Produktionsbetrieb und berät bereits seine Lieferanten in dieser Hinsicht.
„Das wird die Zukunft sein. Wir
können nicht mehr nur wachstumsorientiert arbeiten. Im Bereich der wirtschaftlichen Ökologie kann Österreich Vorreiter
sein. Es gilt jetzt, die Position aufund auszubauen.“
Die Schloffer GmbH exportiert
99 Prozent der Möbel und wird
heuer einen Umsatz von rund elf
Millionen € erzielen. Dazu ist ein
engmaschiges Logistiknetzwerk
notwendig; auch daraus soll das
neue Unternehmen ECO Design
Erkenntnisse ziehen.
Hauptexportland ist derzeit
Saudi-Arabien, vor Russland und
der Ukraine, an vierter Stelle liegt
Ägypten. Schloffer spürt die EUSanktionen gegen Russland im
Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht mehr. „Wir haben nicht
so lange Durchlaufzeiten wie zum
Beispiel ein Maschinenbauer und
sind bereits auf anderen Märkten
aktiv. Wir sehen neben Saudi-Arabien in Georgien und auch Aserbaidschan ein großes Potenzial.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter burgenland@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 11
ÖKO-STROM
Stromtankstellen übers ganze Bundesland
Ökomobil
EISENSTADT. Die Energiewende
im Burgenland manifestierte sich
kürzlich in der Eröffnung des
Ökomobilitäts-Parks in Eisenstadt. Energie Burgenland bietet
vor ihrer Zentrale Ladestationen
und eine 18 Quadratmeter große
Photovoltaikanlage. Der mit hohem Windkraft-Anteil ökologisch
erzeugte Strom kommt auf die
Straße. Landeshauptmann Hans
Niessl sieht „nach der Stromautarkie die Energieautarkie als
nächsten logischen Schritt“.
Die Umstellung läuft, die Ziele
sind hoch gesteckt, doch das Tempo der Umstellung sei zu langsam,
kritisiert Jürgen Zwingl, einer der
Gründer der Werbeagentur „HäcMäc“. Schuld daran sei auch die
Förderkulisse. So existiere „kein
einheitliches Gesetz für ganz Österreich“. Mit 3000 € liege die För-
dersumme des Burgenlands für
einen betrieblich genutzten Pkw
bei nicht einmal einem Drittel der
Zuschüsse in Niederösterreich.
Die Kreativen nutzen seit 18 Monaten zwei E-Renaults „um ein
Drittel günstiger als früher“.
Ladestationen gesucht
Ein Schwachpunkt seien die Lademöglichkeiten. Derzeit stehen im
Burgenland zehn Stromtankstellen. Zwingl: „Wir brauchen Anlagen zum Schnell-Laden zwischen
30 Minuten und vier Stunden und
keine Steckdosen mit Ladezeiten
von zehn Stunden.“
Energie Burgenland hat den
Fuhrpark zu einem Drittel auf alternativ betriebene Fahrzeuge
umgestellt. Andere Unternehmen
tun desgleichen. „Wir sparen im
Jahr Sprit für 19.000 Kilometer“
Noch gibt es zu wenig Stromtankstellen im Land
rechnet Hans-Christian Harnisch
vor. Der Geschäftsführer des
Druckzentrums Eisenstadt nutzt
einen E-Lieferwagen. Die Geografie des Burgenlandes und die
„Kauf im Ort“-Mentalität sprächen für E-Mobilität. „Tagesstrecken bis zu 100 Kilometern sind
locker elektrisch zu bewältigen“,
sagt Harnisch.
Die Energie Burgenland, die
2013 einen Umsatz von knapp 320
Millionen € erzielte, will den Ausbau forcieren. Vorstandssprecher
Michael Gerbavsits: „Wir starten
eine Ausbau- und Beratungsoffensive.“ Ziel sei eine flächendeckende, öffentliche Ladeinfrastruktur.
Auch eine „Wallbox“, die Ladestation für zu Hause, ist bereits in der
Entwicklung.
[graf]
burgenland@wirtschaftsblatt.at
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
MINERALWASSER
Bald sprudeln schwarze Zahlen
Güssinger
Güssinger verschlankt die
Produktpalette und setzt
auf Export nach Russland.
In St. Petersburg trinkt
man schon burgenländisches Mineralwasser. 2015
soll der Durst der Moskauer gestillt werden.
VON DORIS SCHUSTER
SULZ. Güssinger Beverages & Mineralwater stecke noch „mitten
drin im Umformungsprozess“,
sagt Geschäftsführer Stefan Lehrmayer. Der Umstrukturierungsprozess begann vor zwei Jahren,
als die E&A Beteiligungs GmbH
Güssinger von den arabischen
Eigentümern erwarb und das südburgenländische Unternehmen
zurück in österreichischen Besitz
brachte. Damals wurde eine Reduktion des Personals um 20 Prozent auf rund 30 Mitarbeiter eingeleitet.
Die Quellen im Südburgenland
wurden bereits in der Römerzeit
genutzt. Güssinger vertreibt das
Wasser seit bald 200 Jahren und
belieferte sogar den Kaiserhof in
Wien. Die aktuellen Zahlen
schmecken Lehrmayer noch
nicht, eine schwarze Null sei aber
„in Sichtweite“. Ob sie sich 2014
noch ausgeht, traut er sich allerdings nicht vorherzusagen.
JUNGUNTERNEHMER
PORTRÄT
Veganes per
Onlineshop
verbreiten
Der Geschäftsführer von Güssinger, Stefan Lehrmayer: „Wir stecken zwar noch mitten im
Umformungsprozess, aber die Richtung stimmt“
Er tauschte Lieferanten aus und
durchforstete die Produktpalette.
Das Tafelwasser Severin nahm er
vom Markt. Das ist ein Grund,
weshalb er 2014 keine spürbare
Umsatzsteigerung erwartet.
Auf nach Moskau
Lehrmayer: „Severin hatte ein
großes Volumen und daher einen
wichtigen Umsatzanteil, doch es
war nicht kostendeckend.“ Dennoch sei das Unternehmen auch
beim Umsatz auf dem richtigen
Weg. „Es gibt eine Verschiebung
hin zu Güssinger, das stark
wächst“, sagt Lehrmayer. Insgesamt bewege man sich „in Richtung zehn Millionen € Umsatz“.
Neben Güssinger wird in Sulz
noch VitaQuelle abgefüllt. Mit
einem neuen Design, das den burgenländischen Werbepreis „Adebar“ erhielt, setzte Güssinger ein
Zeichen. Eine neue Photovoltaikanlage für 400.000 € liefert mehr
als die Hälfte des Stroms für die
Abfüllanlage.
STADTSCHLAINING. Seit drei Jahren leben Herbert und
Mäggi Kokta vegan, verzichten also auf Nahrung aus Tierprodukten. Seit 20 Jahren ernährt sich die Familie biologisch. Im März 2013 gründeten die Koktas einen OnlineBiovegan-Versand mit 70 Produkten. Heute
versenden sie von Neumarkt im Tauchental
Sie verschicken
köstliches und geaus mehr als 600 Produkte ins ganze Bunsundes Essen:
desgebiet. Sie widmen sich Vollzeit dem
Herbert und
eigenen Geschäft, Sohn Klemens ist an
Mäggi Kokta
Bord und Tochter Christina sorgt für das
Facebook-Marketing. Die Produkte des Biovegan-Versands kommen von 16 Lieferanten; darunter sind
einige in näherer Umgebung wie der Biohof Bruckner in
Podlar und der Biohof Lebenbauer in Hartberg.
[mst]
Hoffnungen setzt Lehrmayer in
den Export, der bei den vorigen
Eigentümern brachlag. Er belebte
den einstigen Güssinger-Auslandsmarkt Slowenien wieder und
fügte Russland neu hinzu. Trotz
der Unsicherheiten wegen der
Ukraine-Krise sei Güssinger im
Großraum St. Petersburg mittlerweile gut vertreten. 2015 will man
sich nach Moskau wagen.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter burgenland@wirtschaftsblatt.at
Beigestellt
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 13
NEU IM GESCHÄFT
LG EISENSTADT
Kruppi Gesellschaft m.b.H., Blumengasse 16, 7033 Pöttsching, FN
423479p. GF+GS: Ing. Franz Kruppi. GS: Philipp Kruppi.
Der Burgenländer Betriebs Gesellschaft m.b.H., Glorietteallee
3/Top 2a, 7000 Eisenstadt, FN
423130a. GF+GS: Nicole Helmreich. GS: Helmut Piringer.
skycom Einzelunternehmen,
Mühlgasse 3/Wohnung/2, 2485
Wimpassing, FN 423266a. Inh.:
Zsolt Varga.
Ressner Heizungstechnik Einzelunternehmen, Brückengasse 7,
7537 Neuberg im Burgenland, FN
422764m. Inh.: Alexander Otto
Franz Ressner.
Danijel Matic d.o.o. Niederlassung - Österreich, Hauptstraße 9,
7452 Frankenau-Unterpullendorf,
FN 423558f. GF: Danijel Matic.
KOP-Entsorgungen Einzelunternehmen, Obere Hauptstraße 57,
2425 Nickelsdorf an der Leitha, FN
422643i. Inh.: Fatjon Koprelli.
Schnell Bau OG, Widderweg 9,
7503 Großpetersdorf, FN 421121x.
GS: Norbert Nagy, Szilard Szentgyörgyvari, Zoltan Koczan.
Autoglanz Schneider Einzelunternehmen, Buchenweg (Limbach) 34, 7543 Kukmirn, FN
422762i. Inh.: Rudolf Schneider.
Lang IT Gesellschaft m.b.H., Grieselstein-Hartegg 5, 8380 Jennersdorf, FN 422581v. GF+GS: DI Mario
Lang.
Aeneas Gesellschaft m.b.H., Florianigasse 26, 7141 Podersdorf am
See, FN 422404h. GF+GS: Mag.
Klaus Hofer. GS: Brigitte Hofer.
WB Arts KG, Neugasse 61, 7341 St.
Martin, FN 422043b, GS: Manuel
Buchsbaum. Komm.: Paul Weidinger, Fabian Weidinger.
Tischlerei Schuh KG, Bonholzweg
4, 7223 Sieggraben, FN 422752w.
Komm.+GS: Ludwig Schuh.
Apotheke zum Mohren KG,
Schloßplatz 1, 7350 Oberpullendorf, FN 422989v. GS: Mag. Alfred
Szczepanski. Komm.: AZM Beteiligungs GmbH.
T & E Blümel OG, Hauptplatz 14,
2443 Leithaprodersdorf, FN
422339m. GS: Tamara Blümel,
Egon Blümel.
KuchenBoutique Einzelunternehmen, Bergäckersiedlung 4,
7100 Neusiedl am See, FN
422304k. Inh.: Snezana Mahr.
Fam. Tangl Bau OG, Hauptstraße
66, 7342 Kaisersdorf, FN 418271f.
GS: Ferenc Tangl, Mario Tangl, Andras Zsolt Buza.
Schwarz Eier Gesellschaft mbH,
Eisenbergerstraße 13, 7512 Badersdorf, FN 422059a. GF+GS:
Marlies Schwarz. GS: Hannes
Schwarz.
Gerhard Kopf Baustoffhandel
Gesellschaft m.b.H., Industriegelände 3, 7082 Donnerskirchen, FN
422674f. GF+GS: Gerhard Kopf.
IEMW Gesellschaft m.b.H., Thomas Alva Edison-Straße 2, 7000
Eisenstadt, FN 422894d. GF+GS:
DI Martin Wieger.
Bosna OG, 7535 Rauchwart
Hausnummer 76, FN 422122v.
GS: Sandra Feuerer, Stefan Angermayr.
Top Event Shows Gesellschaft
m.b.H., Hauptplatz 7, 2421 Kittsee, FN 422338k. GF+GS: Mag.art.
Radovan Michalov.
Zimmerei-Holz Ulram Gesellschaft m.b.H., Wirtschaftsweg 6,
2424 Zurndorf, FN 422688a.
GF+GS: Herbert Ulram.
M & G Gastronomie KG, Lerchengasse 32, 7131 Halbturn, FN
422048i. GS: Christian Mayer.
Komm.: Susanne Gromek.
BWZ Liegenschaftsverwaltung
Gesellschaft m.b.H., Feldgasse
13, 2422 Pama, FN 422501a. GF:
Gerald Szegner. GS: WDH Immobilien Gesellschaft m.b.H., VfG
GmbH, Gerald Szegner Immobilienverwaltung
Gesellschaft
m.b.H.
Elysion Immobilien Gesellschaft
m.b.H., Glorietteallee 1/12, 7000
Eisenstadt, FN 422663p. GF+GS:
Mag. Michael Kienzl. Prok.: Michael Ulrich.
Geier Manuela KG, Hauptstraße
19, 7423 Pinkafeld, FN 423014f.
GS: Manuela Geier. Komm.: Margareta Kerschbaumer, Patricia
Geier, Vera Geier.
SWR Consulting Gesellschaft
mbH, Thomas Alva Edisonstraße
2, 7000 Eisenstadt, FN 420957f.
GF+GS: Ing. Johann Gangl. GS:
Gernot Gangl.
GM Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., Kirchbergweg
5-7, 7100 Neusiedl am See, FN
422500z. GF: Stefan Graf, Magistra Andrea Winkler. GS: Wolfgang
Dinhof, MBA, VfG Gesellschaft
m.b.H.
Schützenhofer Gesellschaft
m.b.H., Grafenschachen 33, 7423
Pinkafeld, FN 422032k. GF+GS:
Manfred Schützenhofer.
AZM Beteiligungs Gesellschaft
m.b.H., Schloßplatz 1, 7350 Oberpullendorf, FN 422238p. GF+GS:
Mag. Alfred Szczepanski.
Dienbauer Bau & Installations
Gesellschaft m.b.H., Eisenstädter
Straße 32, 7202 Bad Sauerbrunn,
FN 421954x. GF+GS: Herbert
Dienbauer.
VT - Handel und Malerei Gesellschaft m.b.H., Mitterweg 2/3/6,
7024 Hirm, FN 419857m. GF: Vlado Tomljanovic.
Wagner BHL Gesellschaft m.b.H.,
Markt Neuhodis 245, 7464 Markt
Neuhodis, FN 422337i. GF+GS: Robert Wagner, Patrick Wagner.
Gassner KG, Kornfeldgasse 14,
7034 Zillingtal, FN 422086s. GS:
Franz Gassner. Komm.: Elisabeth
Gassner.
Bike the Lake Gesellschaft mbH,
Hill 1, 7093 Jois, FN 422125y. GF:
Leopold Hillinger, Michael Hummel. GS: Flat Lake Gesellschaft
m.b.H., See-Optik Gesellschaft
m.b.H., Michael Hummel, Phillip
Andrew Todd.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG EISENSTADT
Martin Höllisch Schilfdecker,
Eisenstädterstraße 14, 7083 Purbach, Einzelfirma. MV: Mag. Wilhelm Lackner, 7000 Eisenstadt.
(K)
Laszlo Majsa Güterbeförderer
whft: H-9400 Sopron, Dalarda ut
25/3, Lisztgasse 17/2, 7062 St.
Margarethen, Einzelfirma. MV:
Mag. Wilhelm Lackner, 7000
Eisenstadt.
(K)
REWA Bau- & Handels Gesellschaft m.b.H., Wiener Neustädterstraße 24, 7023 Zemendorf,
FN396569s. MV: Mag. Klaus Philipp, 7210 Mattersburg.
(K)
Mokka + Gelati Güssing Gesellschaft m.b.H., Hauptplatz 9, 7540
Güssing, FN166725i. MV: Mag.
Barbara Senninger, 7551 Stegersbach.
(K)
Beci Express GmbH, Neusiedlerstraße 16, 7111 Parndorf, FN
393082m. MV: Dr. Felix Stortecky,
7093 Jois.
(K)
Dunst Trading GesmbH, Wienerstraße 56, 7540 Güssing, FN
327875w. MV: Dr. Elisabeth Hrastnik, 7400 Oberwart.
(K)
Lisa Martina Senk Handel mit
EDV-Geräten, Netzwerken, EDVKassen und EDV-Software, Thomas A. Edisonstraße 2, 7000
Eisenstadt, Einzelfirma. MV: Mag.
Gerwald Holper, 7000 Eisenstadt.
(K)
Eder Technik GmbH, Neustiftg.
72, 7123 Mönchhof FN73831a. MV:
Dr. Felix Stortecky, 7093 Jois. (K)
Access networks Gesellschaft
mbH, Hauptgasse 47, 7123 Mönchhof, FN 260545f. MV: Dr. Felix
Stortecky, 7093 Jois.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Planen Sie in
der kommenden
Wintersaison einen
Skiurlaub?
66
Ja
Weiß noch nicht
Nein
Der politische Einfluss ist im
Tourismus kaum gebremst
B
29
%
Diskutieren Sie mit:
burgenland@wirtschaftsblatt.at
5
29%
5%
66%
Ergebnis: Von 454 Lesern
planen 29 Prozent einen Skiurlaub. 66 Prozent legen
keinen Wert auf Pistengaudi.
IMPRESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
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1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 305, Fax 259
Vorsitzender der Geschäftsführung:
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Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
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Gerhard Hofer
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Markus Stingl, DW 164,
regional@wirtschaftsblatt.at
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Romana Stelzl, DW 281,
anzeigen@wirtschaftsblatt.at
Produktionsleitung: Ing. Matthias Netopilek
Marketingleitung: Brigitte Galley
Vertriebsleitung: Regina Giller
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Regionale Ansprechpartner
im Burgenland:
Redaktion: burgenland@wirtschaftsblatt.at
Verkauf: Edwin Sametz,
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Offenlegung gem. § 25 MedienG. http://
www.wirtschaftsblatt.at/impressum
Hersteller: Druck Carinthia GmbH & Co KG
Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
urgenland hat ein neues Tourismusgesetz. Landesrätin Michaela Ressetar glaubt an eine „dynamische Entwicklung“,
die von dem Gesetz ausgehe – an ein Kräftebündeln und eine
Stärkung der Branche. Konkret wurde die Struktur der Tourismuswerbung verändert: Zentrales Element dabei sind die neuen Ortsverbände, in denen sich mehrere Gemeinden und Betriebe zu einer
thematisch sinnvollen Gemeinschaft zusammenfinden sollen.
Von der neuen Struktur sind viele Unternehmer begeistert, sie
warten schon seit einem Jahrzehnt auf Verbände, die die Betriebe
nicht einfach nach den Bezirksgrenzen zur Gemeinschaft zusammenfassen. Stegersbach hat sich zum Beispiel schon vor fünf Jahren zur Thermen- und Golfregion zusammengetan, mit dabei sind
vier Hotelgroßbetriebe und sieben Gemeinden – quasi Vorreiter.
W
eniger begeistert sind manche Touristiker aber von der
Neuverteilung der Mittel. Die Ortsverbände erhalten
von den 1,50 € Ortstaxe pro Gast und Nächtigung künftig 71 Cent für die Bewerbung ihrer Tourismusangebote. An die Gemeinden gehen inklusive Einhebungsgebühr 29 Cent, und der Landesverband Burgenland Tourismus erhält 50 Cent. Die Stegersbacher wollten zum Beispiel 70 Prozent von den 1,50 € für ihren
Ortsverband, nun sind es nicht mal 50 Prozent.
Warum die Kritik? Weil die regionalen Unternehmer gerne
selbst entscheiden wollen, wo und wie sie ihr Geld zu Werbezwecken einsetzen. An die Kraft der internationalen Werbung des Burgenland Tourismus glauben nicht alle – insbesondere dann, wenn
sie in China verpufft und in manchem Nachbarland auf Deutsch
und nicht in der dortigen Landessprache geworben wird. Die Gemeinden können, müssen aber nicht in Kooperation mit den
Unternehmern entscheiden, wie sie ihr Geld ausgeben. Beide Ebenen stehen zudem unter politischem Einfluss.
Übrigens: Die aktuellen Regionalverbände haben bis zum
31.12.2016 Zeit, sich aufzulösen. Warum es nach zehn Jahren nochmals gute zwei Jahre dauern muss, bis die alten
Strukturen beseitigt sind, ist unverständlich: Bleibt zu
hoffen, dass hier nicht mancher Bewahrer bis zum letztmöglichen Zeitpunkt an seinem Geldtopf festhalten will.
MARTINA MADNER
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 15
ZITAT
Das Burgenland ist bedeutend für die
Tourismuswirtschaft Sachsen-Anhalts
Martin Rulsch
REINER HASELOFF
Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt (CDU)
AUSGEZEICHNET
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Martina Madner [mad] Die
Arbeitsmarktexpertin schreibt
über Landespolitik, Bildung,
Karriere und Unternehmen.
Ursula Rischanek [ris]
Berichtet über kleine und mittlere Betriebe in Niederösterreich und dem Burgenland.
Alexander Pfeffer [pepe] Der
Redakteur leitet das Ressort
Business-Talk in allen WirtschaftsBlatt-Publikationen.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
burgenland@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast] Leitet
das Regionalressort im WirtschaftsBlatt. Berichtet über relevante Themen für KMU.
Wolfgang Drucker [drw] Der
WirtschaftsBlatt-Redakteur berichtet über IT-Themen und
Unternehmen des Bundeslands.
Christoph Pridun [chp] Berichtet über wirtschaftliche Events
und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Roland Graf [graf] Der Autor
schreibt über Neuigkeiten aus
mittelständischen Unternehmen
im Burgenland.
Melanie Manner [man]
Berichtet über Immobilienthemen in Wien, Niederösterreich
und dem Burgenland.
ANZEIGENKONTAKT
Edwin Sametz ist Ihr
Ansprechpartner für das
Burgenland. Tel.: 0676/871 970 324
burgenland@wirtschaftsblatt.at
melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
edwin.sametz@wirtschaftsblatt.at
REDAKTION burgenland@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0 DW 305, Fax 259
16 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KONJUNKTUR
UMFRAGE
Die Zukunft bringt ...
Wir bitten Unternehmer und Manager aus führenden Betrieben um ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage.
Das Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklungen in Ihrem Bundesland.
WOLFGANG
TUPY
GF
KROMBERG &
SCHUBERT
AUSTRIA
PETER
BUCHAUER
GESCHÄFTSFÜHRER
FELIX AUSTRIA
BARBARA
ESELBÖCK
GESELLSCHAFTERIN
TAUBENKOBEL
JOSEF
UNGER
GESCHÄFTSFÜHRER
UNGER STEEL
GROUP
MATTHIAS
GRÜN
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
s Der für uns relevante Markt
sollte sich im nächsten Quartal
recht stabil zeigen.
s Wir rechnen mit einem in
etwa gleichbleibenden und
zufriedenstellenden Geschäftsverlauf.
s Ja, HTL- bzw. FH-Absolventen für, Materialmanagement
und Prozessoptimierung.
www.kromberg-schubert.com
t Es scheint, dass sich die generellen Rahmenbedingungen
etwas eintrüben.
s Wir rechnen mit sehr gutem
Geschäft, auch weil wir nun sehr
viele neue und verbesserte Produkte auf den Markt bringen.
s Wir suchen Mitarbeiter in
unterschiedlichen Positionen.
Alle Details finden Sie auf
www.felix.at.
t Die pessimistische Stimmung, die durch Politik und
Medien erzeugt wird, lässt
einen Investitionen aufschieben.
s Das letzte Quartal ist in der
Gastronomie stark von Terminen wie Martini-Gansl-Essen
und Weihnachtsfeiern geprägt.
l Wir sind derzeit nicht aktiv
auf der Suche, sind aber jederzeit offen für engagierte
Initiativbewerbungen.
l Wir hoffen, dass die Sanktion gegen Russland zukünftig
nicht allzu weitreichende
Folgen haben werden.
s Wir sehen einer positiven
Entwicklung unserer Auftragslage in Zentral- und Osteuropa
entgegen.
s Wir freuen uns auf Lehrlingsanfragen im Bereich Metall- und Stahlbautechnik.
www.ungersteel.com
l Es sind keine großen Änderungen abzusehen.
s Durchwegs positiv, die Nachfrage ist z.B. bei Immobilien
gut. Bei Holz sind die Produktionsbedingungen sehr gut.
s Ja, wir suchen für
Spezialistenfunktionen laufend qualifizierte Mitarbeiter.
www.esterhazy.at
l Die Lage wird im Lebensmittelbereich gleich bleiben, nur
bei teureren Produkten spürt
man den Konsumrückgang.
l Unser Geschäft wird sich
nicht besonders verändern,
eventuell sind die Zahlen leicht
nach unten zu korrigieren.
l Nein, unsere Mitarbeiterzahl bleibt konstant.
l Gleichbleibend, die Aussichten auf die Wintersaison im
Tourismus sind gut.
s Wir rechnen mit einer Steigerung des Umsatzes von zwei bis
drei Prozent.
s Ja, im Bereich Service und
Küche. www.vilavitapannonia.
at/ueber-uns/jobs/
GESCHÄFTSFÜHRER
ESTERHAZY
BETRIEBE
JOACHIM
WOLF
GESELLSCHAFTER
UND GESCHÄFTSFÜHRER
WOLF NUDELN
BERT
JANDL
GESCHÄFTSFÜHRER
VILA VITA
PANNONIA
Peroutkaπ (3), beigestellt (3), Mayr π
18 |
BRANCHENREPORT
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 19
Fotoproduction Leo Hims
SKIFAHREN & CO
Wintertourismus
im Zeichen des
Nachwuchses
Niederösterreichs Skigebiete positionieren sich verstärkt als Familiendestinationen.
Im Burgenland punkten Thermen mit Fokus auf Kinder und in Wien Aspern entsteht
eine Kunststoffpiste für den Skinachwuchs.
VON MARKUS PÜHRINGER
D
ie Kinder sollen es
richten. Im Skigebiet St. Corona am
Wechsel ist das die
neue Strategie.
Nachdem der Liftbetreiber im vergangenen Winter
den Skibetrieb aus Kostengründen einstellen musste, soll nun ein
neues Konzept für den erhofften
Aufschwung sorgen.
Für 2,5 Millionen € wurde in St.
Corona ein Kindersportland mit
Förderband und Beschneiungssowie Flutlichtanlage errichtet.
Für die Sommersaison wurden ein
Motorikpark und eine neue Sommerrodelbahn gebaut. Die Ausrichtung ist klar: Familien mit Kindern sollen wieder für Umsatz
sorgen. Geschäftsführer Gerald
Gabauer ist überzeugt, auf dem
richtigen Weg zu sein: „Unser Angebot ist ganzjährig, wir wollen
nun auch im Sommer mehr Gäste
als bisher anlocken.“ Für heuer
rechnet Gabauer erstmals seit Jahren wieder mit einem Umsatzplus.
St. Corona steht exemplarisch
für die Herausforderungen, vor
denen die niederösterreichischen
Skigebiete stehen. Winterurlauber
verlangen von ihren Urlaubsdestinationen laut Wirtschaftskammer vor allem zwei Dinge:
Schneesicherheit und Pistenkilometer. Beides ist in Niederösterreich mit seinen 28 Skigebieten
und 250 Pistenkilometern nur bedingt der Fall. Deshalb setzen die
Liftbetreiber nicht mehr nur auf
die Wintersaison, die im Durchschnitt bislang für zwei Drittel des
Umsatzes gesorgt hat, sondern
auch verstärkt auf Sommergäste.
Sommerattraktionen
Ähnlich die Situation im benachbarten Skigebiet MönichkirchenMariensee, das mit 13 Pistenkilometer auch zu den kleineren in
Niederösterreich zählt. Auch dort
wurde Geld in den Ausbau der
Sommerattraktionen gesteckt, so
etwa in den Ausbau der Rollerbahn.
Wir wollen nun
auch im Sommer
mehr Gäste anlocken
GERALD GABAUER
BERGBAHNEN ST. CORONA
GESCHÄFTSFÜHRER
Markus Redl, Geschäftsführer
der Niederösterreichischen Bergbahnen Beteiligungs-GmbH, die
neben St. Corona und Mönichkirchen auch noch für die Hochkar
Bergbahnen, die Ötscherlifte und
die Annaberg Lifte verantwortlich
zeichnet, sieht neben dem Sommertourismus noch einen zweiten
Trend in Niederösterreich:
„Scheinbar stehen Kurzurlaube
wieder höher im Kurs.“ Drei Viertel der Skifahrer seien Tagesgäste,
großteils aus dem Inland.
Gäste aus Wien
Vor allem höher gelegene Gebiete
wie das Hochkar mit seinem um
6,5 Millionen € renovierten Höhentrainingszentrum, dem Juva
Hochkar Sportresort, profitierten
im vergangenen Winter von den
Tagesgästen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
„Nach der Neuübernahme des
Hochkars im Jahr 2012 können wir
durch gezielte Investitionen und
Unterstützung des Landes, der
Gemeinden und regionaler Partner gemeinsam mit dem Ötscher
auf zwei sehr erfolgreiche Saisonen zurückblicken“, sagt Rainer
Rohregger, Geschäftsführer der
Hochkar Bergbahnen GmbH. Gemeinsam mit den Ötscher-
60 Prozent der
Wintergäste
Niederösterreichs verbringen ihren
Urlaub in der
Hochkar-Ötscher-Region
ZAHL
6,0
Milliarden €
■ Seit dem Jahr 2000 investierten die heimischen Seilbahnunternehmen laut eigenen Angaben
mehr als sechs Milliarden € in Modernisierung der Anlagen, Beschneiungstechnik, Gastronomie
etc. Im Vorjahr waren es rund 507
Millionen €.
Der Kassenumsatz der Branche
ging im Winter 2013/14 im Vergleich zum Jahr davor um 2,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden € zurück. Die Zahl der Beförderungen
sank um etwas mehr als drei Prozent auf 585 Millionen €.
HINTERGRUND
Foltin π
■ Zur Branche gehören laut Zahlen des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie 253 Seilbahnunternehmen
(Winter-, Gletscher- und Zweisaisonbetrieb, dazu elf reine Sommerbetriebe) und rund 550
Schlepplift-Unternehmen. Insgesamt verfügt die Branche über
1098 Seilbahnen und rund 1850
Schlepplifte. Auf den Sommerbetrieb (205 Seilbahnunternehmen
haben zwischen Mai und Oktober
offen) entfallen rund zehn Prozent
des Gesamtumsatzes der Branche.
■ Österreichs Skigebiete verfügen über 23.000 Hektar Pistenfläche; 60 Prozent sind beschneibar.
Laut Branchenangaben konnte der
Energieverbrauch zur Schneeerzeugung zuletzt deutlich reduziert
werden - pro Skifahrer und Tag auf
4,2 Kilowattstunden. Damit käme
ein Pkw sechs Kilometer weit.
■ Die Seilbahnen beschäftigten
rund 15.600 Mitarbeiter. Laut Zahlen der Wirtschaftskammer sichert
die Branche zudem 67.500 Arbeitsplätze bei Partnern und Dienstleistern außerhalb der Bergbahnbetriebe.
■ Der Altersdurchschnitt der Skifahrer auf Österreichs Pisten beträgt laut Gästebefragungsdatenbank der Seilbahnen 38 Jahre, ein
Wert, der sich über Jahre hinweg
stabil halte.
20 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
Sonnentherme Lutzmannsburg
Liften bietet das Skigebiet 38
Pistenkilometer und 18 Lifte.
Mehr als 60 Prozent der Wintergäste Niederösterreichs verbringen ihren Urlaub in der HochkarÖtscher-Region.
Ostregion legt zu
Wien und Burgenland waren im
Winter 2013/14 jene beiden Bundesländer mit den stärksten Zuwachsraten bei den Gästezahlen.
Scheinbar stehen
Kurzurlaube wieder
höher im Kurs
MARKUS REDL
GF BERGBAHNEN
BETEILIGUNGS-GMBH
NÖ
Mario Baier, Geschäftsführer des
Burgenland Tourismus, bestätigt,
dass bereits ein Drittel der Übernachtungen im Burgenland im
Winter getätigt wird.
Dass das Burgenland nicht mit
Pistenspaß dienen kann, liegt topografisch auf der Hand. Bei den
Gästen punkte man, so Baier, mit
Thermen wie Lutzmannsburg,
Stegersbach und St. Martin, die
sich im Winter immer größerer
Beliebtheit erfreuen. Die heurige
Wintersaison starte im Burgenland Ende November mit einem
Kulinarik-Fest rund um den Neusiedler See, wo man 10.000 bis
15.000 Besucher erwarte.
In der Bundeshauptstadt sorgt
indes ein ausgefallenes Projekt für
Aufsehen. Der Unternehmer und
Skilehrer Martin Freiberger plant
in Wien Aspern eine Skierlebniswelt mit Piste, Langlaufloipe und
Rodelbahn. Die Besonderheit:
Keine Schneeauflage, sonder eine
Kunststoffplane soll die Piste wetterunabhängig machen.
Um 700.000 € baut Freiberger
derzeit – bis Weihnachten soll das
Projekt fertiggestellt sein – eine
80 Meter lange und 70 breite
Piste für Kinder. Denn für wirklich Skierprobte ist die Plastikpiste wohl nichts.
Aber auch in Wien sollen es,
was den Wintersport betrifft, erst
mal die Kleinsten richten.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Im Burgenland sind die Thermen das große Thema im Wintertourismus, Skifahren geht dort nicht
Nachgefragt. „Freeride-Trend tangiert die
kleineren Skigebiete nur am Rande“
WirtschaftsBlatt: Die Wintersaison steht unmittelbar bevor – welche Trends orten Sie 2014/2015?
Markus Eck: Der Trend hin zu
Genuss-Skitouren, dem Fahren
abseits der Piste wird nicht abreißen, er wird sich verstärken.
Auch aus Kostengründen, Skitouren sind günstiger.
Skigebiete haben aus verschiedenen Gründen zu kämpfen – wie
schätzen Sie die Situation im Hinblick auf den Freeride-Trend ein?
Je früher es ins Tal schneit,
desto besser für die Skigebiete,
egal ob groß oder klein. Meiner
Meinung nach tangiert der Freeride-Trend die kleineren Skigebiete nur am Rande, für die ist es
ausschlaggebender, ob sie sich
Beschneiungsanlagen leisten
können oder nicht. Wir als Pieps
GmbH (Umsatz 2013: sechs Millionen €, Anm.) arbeiten mit großen Gebieten zusammen, also
Lech/Zürs oder Montafon. Hier
ist der Bedarf an Sicherheitsausrüstung groß.
Wintersportler, die vermehrt den
Weg abseits der Pisten suchen, benötigen Sicherheitsausrüstung –
wie sehr tangiert Sie das?
Sehr, ich kann mich noch an
Zeiten erinnern, als Skigebiete
gesagt haben, „bei uns gibt es keine Lawinen“. Nun treten Skigebiete mit Wunsch nach Schulungen an uns heran, und Organisationen empfehlen Sicherheitsausrüstungen, die unsere Produkte beinhalten: LawinenPieps, Schaufel und Sonde. Auch
Lawinen-Airbags wie unser Jetforce werden immer wichtiger.
Für 2014 erwarten wir eine schöne Umsatzsteigerung.
Hartl
Markus Eck, Geschäftsführer
der Pieps GmbH aus Lebring
Die Pieps GmbH hat eine Exportquote von 70 Prozent sowie einen
Weltmarktanteil von 40 Prozent.
Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb?
Meiner Meinung nach ist es
die enge Verbindung zwischen
Praxis und Ingenieurskunst. In
unserem Entwicklerteam arbeiten drei ehemalige Bergführer,
wir kennen die Anforderungen
an unsere Produkte sehr genau.
Die gesamte Entwicklung passiert in der Zentrale in Lebring,
wir haben auch eine kleine Produktion hier. Zudem sind wir bemüht, alle Produktionsschritte
im nahen Umfeld zu behalten
bzw. aus Asien zurückzuholen.
Die Leiterplatten unserer LVSGeräte werden zum Beispiel von
Anton Paar in Graz hergestellt.
Seit 2012 steht die Pieps GmbH im
Eigentum des amerikanischen
Black-Diamond-Konzerns. Was
hat sich verändert?
Wir sind weiter ein eigenständiges Unternehmen, profitieren
aber vom Netz eines internationalen Konzerns. Das macht auch
die Planung einfacher. [male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
ÜBERBLICK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
-9908
-35%
Burgenland
in Zahlen
EINKOMMEN
Ganzjährig vollzeitbeschäftigte
Burgenländerinnen verdienen
im Schnitt um 22 Prozent weniger als männliche Kollegen. Das
entspricht 9908 €. Aufs Jahr umgelegt, arbeiten sie 81 Tage unbezahlt. Der statistische Equal
Pay Day war heuer am 11. Oktober 2014. Nur in Wien und in
Kärnten waren die Einkommensnachteile von Frauen geringer.
AGRARVERDIENST
Das Einkommen burgenländischer Land- und Forstwirtschaftsbetriebe ist 2013 um 35
Prozent auf 25.485 € gesunken,
so der „Grüne Bericht“ 2014 des
Landwirtschaftsministeriums.
Den höchsten Verdienst pro
Agrarbetrieb erzielten mit 29.112
€ Niederösterreichs Bauern. Sie
verdienten 2013 um 8,4 Prozent
weniger als 2012.
Frauen verdienen im Burgenland um 22 Prozent weniger als Männer. Damit liegt das Bundesland knapp
unter dem Österreichschnitt von 22,7 Prozent. Neuwertige Häuser sind teurer geworden.
34 Tage
996
8%
ZAHLUNGSFRIST
GEBURTEN
PREISANSTIEG
In puncto Zahlungsmoral gibt es ein OstWest-Gefälle, wie eine Umfrage des
KSV1870 zeigt: Während Firmenkunden im
Burgenland ausständige Forderungen im
Durchschnitt nach 34 Tagen bezahlen, machen sie das in Niederösterreich nach 30
und in Vorarlberg nach 27 Tagen.
| 21
Der Quadratmeterpreis für neuwertige
Häuser ist im Burgenland im ersten Halbjahr 2014 um acht Prozent auf 1868 € gestiegen, so Immobilien.net. Einen teureres
Pflaster ist Salzburg mit einem Anstieg von
zwölf Prozent auf 3578 € pro Quadratmeter gegenüber der Vorjahresperiode.
Im September 2014 sank im Burgenland
die Zahl an neu zugelassenen Pkw im Vergleich zur Vorjahresperiode laut Statistik
Austria um fünf Prozent auf 8247 Fahrzeuge. Österreichweit betrug das Minus 4,3
Prozent. Insgesamt wurden im September
237.363 Fahrzeuge angemeldet.
TRENDS
Landwirtschaftliche Produktion
Insolvenzen 1.-3. Quartal 2014
Passiva (in Mio. EUR)
456
401
Wert zu Herstellungspreisen im Jahr 2013 (in Mio. €)
2354
NÖ
1681
OÖ
Gesamt: 7,08 Mrd. €
1292
ST
Anteile an  Pflanzliche
414
399
374
310
149
B
K
T
S
V
 Tierische Erzeugung  Anderes
102
W
W
Gesamt: 2,00 Mrd. €
250
198
142
98
98
45
S
T
V
ST
OÖ
K
B
379
306
152
113
Fälle (absolut)
715
Quelle: Statistik Austria
NÖ
315
429
Gesamt: 2455
141
146
Quelle: RE/MAX AustriaWirtschaftsBlatt
74
Grafik/Cmund
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22 |
RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
RECHT & STEUERN
| 23
colourbox.de, Ecovis
ARBEITSPLATZ
Betriebe
müssen Psyche
prüfen
WIEN. Seit einer Novelle im
Arbeitnehmerschutzgesetz
(ASchG) 2012 müssen alle
Unternehmen in Österreich die
„arbeitsbedingten physischen
und psychischen Belastungen,
die zu Fehlbeanspruchungen
führen können“, ermitteln und
beurteilen. Die Arbeitsinspektorate statten seit 2013 in einem
ersten Schritt vor allem größeren Betrieben Besuche ab, um
diese Vorgänge zu kontrollieren, aber auch, um zu beraten.
Konkret müssen die Unternehmen durch einen standardisierten Fragebogen (Anm. erhältlich auf www.arbeitsinspektion.gv.at) oder in moderierten, anonymisierten Gruppengesprächen ermitteln, wo
Schwachstellen liegen: Liegt
eine hohe körperliche oder
geistige Belastung vor? Beispiele dafür wären ein häufiger
Umgang mit unzufriedenen
Kunden, der Zwang zum Dauerlächeln oder eine Unterforderung bei Aufgaben.
Abgefragt werden muss auch
die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes
oder mit dem Organisationsklima. Gibt es ausreichend
Unterstützung durch Führungskräfte oder Kollegen?
Werden Mitarbeiter aureichend informiert? Passt die Beleuchtung?
Konkrete Maßnahmen
Tauchen psychische Fehlbelastungen auf, sind Betriebe verpflichtet, „konkrete und nachvollziehbare“ Maßnahmen zu
setzen und diese zu dokumentieren. Fühlen sich Mitarbeiter
etwa von E-Mails in der Freizeit belästigt, können Betriebe
Server so einstellen, dass nach
18 Uhr kein Weiterleiten erfolgt. Ausgegangen ist die NeuRegelung im ASchG von der
EU. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankenstände aufgrund psychsicher Fehlbelastung zu reduzieren.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
nehmenswert mittels eines Multiplikators in Verbindung mit Umsatz, Gewinn vor Zinsen und
Steuern (EBIT), Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) oder dem Jahresüberschuss. Vorteil dieser Methode ist die schnelle
Berechnung.
GASTKOMMENTAR
Was mein
Betrieb
Wert ist
Achtung vor Fehlern
Die Planungsrechnung erfolgt durch den Unternehmer bzw. das Controlling im Betrieb. Der
Unternehmenswert wird vom Wirtschaftstreuhänder errechnet. Fehler treten in KMU oft bereits bei der Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung auf und verfälschen die Planungsrechnungen und so die prognostizierten finanziellen
Überschüsse. Ebenso häufig wird der Diskontierungssatz falsch bestimmt. Schon kleine Veränderungen von Annahmen bewirken Schwankungen beim Wert: Es braucht daher niemanden zu
wundern, wenn zwei Gutachter des Öfteren zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Einschätzung des Unternehmenswertes
ist eine der schwierigsten Aufgaben für
Unternehmer. Maschinen oder Kunden sind
nebensächlich. Es kommt auf Zukunftsgewinne und die richtigen Formeln an.
BARBARA
HÖLZL
Was ein Unternehmen tatsächlich am Papier
D
ie Gründe für eine Unternehmensbewertung sind vielfältig:
Unternehmensnachfolge als Erwerber oder Veräußerer, Verkauf
von Unternehmensanteilen, Einund Austritt von Gesellschaftern,
Umgründungen oder als Planungsinstrument für
Unternehmensstrategien.
Die Einschätzung des eigenen Unternehmenswertes ist jedoch einer der schwierigsten unternehmerischen Vorgänge. Bilanzkennzahlen aus
aktuellen Bilanzen zu ermitteln, ist in Sekunden
möglich, da sie auf Vergangenheitsdaten aufbauen. Bei der Unternehmensbewertung sind aber
die zukünftigen finanziellen Überschüsse des
Unternehmens zu planen. Die gängigen Methoden der Bewertung wurden in einem neuen Fachgutachten vom 26. März 2014 von der Kammer
Fehler treten in KMU oft bereits
bei der Analyse der Gewinnund Verlustrechnung auf
der Wirtschaftstreuhänder beschlossen. Wesentliches Ziel ist die Aufwertung rechnerischer Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Planung künftiger Cashflows
Die Basis jeder Bewertung ist die Planung künftiger Cashflows. Zu berücksichtigen sind insbesondere interne Plandaten und Analysen der Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie der
vom Unternehmen angebotenen Leistungen.
Ebenso sind marktbezogene Faktoren wie die Ent-
wicklung der Branche, Konkurrenzsituation und
Absatzmärkte relevant. Der Substanzwert, wie
etwa Betriebsgrundstücke oder Maschinen eines
Unternehmens, haben für die Unternehmensbewertung keine Bedeutung. Die Substanzwertmethode, bei der die aktuellen Marktwerte der Vermögensgegenstände ermittelt werden, wird heutzutage nur mehr herangezogen, um prognostische
Bewertungsmethoden zu untermauern.
Formel zur Berechnung
Die finanziellen Überschüsse werden in der Regel in Phasen geplant, welche abhängig von Struktur, Größe, Branche und Lebensdauer des zu bewertenden Betriebes unterschiedlich lang sind.
Die Detailplanung sollte zumindest für die nächsten drei Jahre durchgeführt werden. Für die Zeit
danach wird die Formel der „ewigen“ Rente herangezogen. Das bedeutet, dass nach Ablauf der
zweiten Phase davon ausgegangen wird, dass der
ermittelte Ertrag auf ewig aufrechterhalten werden kann. Zwei Berechnungsverfahren sind in der
Praxis am gängigsten: das Diskontierungsverfahren und die Multiplikatormethode.
Bei den Diskontierungsverfahren ergibt sich
der Unternehmenswert aus dem Barwert finanzieller Überschüsse. Die Berechnung des Barwerts erfolgt mit dem Kapitalisierungszinssatz
(risikoloser Zinssatz zzgl. unternehmensabhängiger Risikoaufschlag). Je höher der Kapitalisierungszinssatz ist, desto niedriger wird der Wert
des Unternehmens ausfallen. Für einen kleinen
Gewerbebetrieb wird der Kapitalisierungszinssatz aufgrund des Risikoaufschlages höher sein
als beispielsweise bei einem leichter handelbaren
börsenotierten Unternehmen.
Multiplikatorverfahren ermitteln den Unter-
wert ist, steht nicht in den Sternen, sondern beruht auf rechnerischen Verfahren
■ Die Autorin ist Steuerberaterin bei ECOVIS Austria,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
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24 |
KARRIERE
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KARRIERE
| 25
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Wiener Str. 3, 7131 Halbturn, Tel.:
02172/88 06-1, kurse@vhs-burgenland.
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JUGENDLICHE
X NEETs Chancen auf
Bildung geben
EISENSTADT. 78.000 Jugendliche in Österreich fallen in die
Gruppe der NEETs. Die Abkürzung steht für „not in employment, education or training“. An
der Volkshochschule Eisenstadt
wird am 4.12. von 9:30 bis 16:30
Uhr bei der Tagung „NEETs – something to do“ über berufliche
und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten dieser Gruppe
diskutiert. [mad]
Infos: info@vhs-burgenland.at
PERSONALSUCHE
Mit dem
Stelleninserat
für sich werben
Bei der Suche nach den
optimalen Mitarbeitern
bringt so manches Inserat
von Klein- und Mittelbetrieben nicht den gewünschten Erfolg. Dabei
lassen sich manche Fehler
einfach ausräumen.
VON MARTINA MADNER
M
it einer Liste an fachlichen Qualifikationen und einem Anforderungsprofil alleine ist ein Stelleninserat selten
von Erfolg gekrönt. Dessen ist
sich Bert Jandl, Geschäftsführer
des Feriendorfs Vila Vita Pannonia in Pamhagen im Burgenland,
sicher. „Wir unterscheiden uns
mit der sozialen Komponente von
den Stelleninseraten anderer“,
sagt Jandl. Das Soziale spiegelt
sich im 164 Mitarbeiter großen
Betrieb zum Beispiel an Kinderbetreuung vor Ort, Freizeitangeboten für Mitarbeiter oder auch
Aus- und Weiterbildung wider.
Stelleninserate sind für Jandl
auch ein Marketinginstrument: „Es
ist sicher schwieriger geworden,
Fachkräfte zu finden. Tourismusberufe müssen für junge Menschen oder Wiedereinsteigerinnen
attraktiver werden. Auch die Generation 50 plus, in der viele hochqualifiziert sind, ist bei uns herzlich willkommen.“
Was Jandl bereits umsetzt, empfielt Christian Klement, Geschäftsführer der Personalberatung ePunkt, auch anderen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU): „Wesentlich ist beim Stelleninserat, dass Unternehmer es
als Werbeplattform für sich im
Kundenkreis Arbeitsmarkt sehen.
Der Kandidat ist kein Bittsteller.“
Bei der Suche nach den besten der
Besten müssen sich Unternehmen
mit ihren Inseraten aus der Masse
an Angeboten herausstechen. Irma Brazda, Leiterin des Bundesländergeschäfts der Personalberatung Iventa, sieht das ähnlich:
„Nicht nur bei Technikern auch in
der Bilanzbuchhaltung, Lohnverrechnung und im Controlling haben die Bewerber oft zwei bis drei
Angebote in der Hand. Da liegt es
an den Unternehmen, sich um sie
zu bewerben.“
Unternehmen vorstellen
Ziel eines Stelleninserats ist natürlich die rasche Besetzung der
Stelle mit dem passenden Mitarbeiter. Laut Florens Eblinger,
Geschäftsführer von Eblinger und
Partner, geht es deshalb um die
Stressresistenz wird
als 60-StundenWoche interpretiert
FLORENS EBLINGER
GESCHÄFTSFÜHRER
EBLINGER & PARTNER
Technisch und
kaufmännisch
ausgebildete
Bewerber können
aus vielen Stellenangeboten wählen
ANZEIGE
„Treffsicherheit, eine qualitativ
gute und hohe Rücklaufquote“
von Bewerbungen.
Der Stil muss zum Unternehmen passen: „In der Kreativszene
kann das Inserat vermitteln: Bist
du schräg genug für uns?“, meint
Eblinger. Die Industrie müsse dagegen mit eher faktenorientierten
Argumenten wie der Marktposition oder konkreten Alleinstellungsmerkmalen der Produkte
punkten. Klar ist jedenfalls, dass
sich insbesondere KMU, die – anders als Konzerne oder BranchenLeitbetriebe – weitgehend unbekannt sind, sich Bewerbern vorstellen sollten: Die kurz umrissene Unternehmensphilosophie
sollte im Inserat nicht fehlen.
sei in einem Betrieb auch ein Projektmanager, in einem anderen gehe es rein um den Außendienst.
Mit zu detaillierten Vorgaben
könne man sowohl Branchenfremde verschrecken als auch hoch motivierte Personen mit einer fehlenden Qualifikation, die sich im Betrieb erwerben lässt. Für Bewerber
sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere laut Klement durchaus Gründe,
die für einen Betrieb sprechen.
Platz sparen könne man bei Nona-Aussagen, Controller sind per
Definition zahlenaffin und PRLeute kommunikativ. Vor manchem warnt Eblinger sogar:
„Stressresistenz wird von vielen
Häufige Fehler
WUSSTEN SIE …
Das Anforderungsprofil und das
Aufgabengebiet sollten nicht die
Suche nach der Eier-legendenWollmilch-Sau vermitteln. Große
Firmen, die mit 250 Bewerbungen
rechnen müssen, können laut
Eblinger sehr eng ausschreiben.
Ein Nischenunternehmen, sollte
aber Spielraum offen lassen.
Brazda ergänzt: „Interne Positionsbezeichnungen sollte man
besser vermeiden. Damit ist noch
nicht klar, was die konkreten Anforderungen sind.“ Ein Vertriebler
■ Diskriminierung ist in betriebliche Stellenausschreibungen verboten. Nicht gesetzeskonform wäre
die Suche nach einem „Abwäscher
mit sehr guten Deutschkenntnissen“. Das diskriminiert Migranten
und Frauen. Für die Tätigkeit reicht
„gutes“ Deutsch aus und mit der
Formulierung „Abwäscher/in“
spricht der Betrieb auch Frauen an.
■ Gehaltsangaben in Inseraten
sind ebenfalls verpflichtend. Ein
Kandidaten als 60 StundenArbeitswoche interpretiert.“
Aber: „Eine gewisse Ehrlichkeit ist
schon wichtig, schließlich kostet
die Personalsuche Geld. Wenn der
neue Mitarbeiter den Betrieb
gleich wieder verlässt, beginnt die
Suche von neuem.“
Konkret sollten auch die Gehaltsangaben sein: „Der kollektivvertragliche Mindestlohn mit der
Bereitschaft zur Überzahlung ist
eine Nullaussage, die abschrecken
kann. Charmanter ist eine realistische Bandbreite, die auch Topleute anspricht.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
korrektes Beispiel wäre: „2000 €
brutto pro Monat laut Kollektivvertrag, eine Überzahlung ist abhängig
von beruflicher Qualifikation und
Erfahrung möglich“. Die Kür sind
realistische Spielräume, wie „2500
bis 3000 € je nach Erfahrung.
■ Beim ersten Verstoß erfolgt jeweils eine Verwarnung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde, bei
weiteren Verstößen ist mit Geldstrafen bis 360 € zu rechnen.
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
| 27
AAPH, ELK
NACHHALTIGKEIT
Wohnhaus und Labor in
einem: Das energieautarke
Haus in Trausdorf soll
Speicherfragen klären
Wohnen im
Testlabor für
Wärmespeicher
IMMO-TRENDS
GEWERBEIMMOBILIEN
BURGENLAND
Grundstück, Kauf, Oktober 2014
AngebotsTendenz gg. Sept.
Nettopreis
Vom ersten energieautarken Wohnhaus in Österreich erwarten sich alle
Beteiligten Erkenntnisse
über die Langzeitspeicherung von Sonnenenergie.
Allen voran Elk.
VON MELANIE MANNER
R
obert Lechner, Geschäftsführer des Österreichischen Ökologieinstituts
ist überzeugt: Die Zukunft des nachhaltigen Bauens
liegt in den Kernthemen Weiterentwicklung der Energieeffizienz,
Stromverbrauch und Speichertechniken. „Wir sind noch weit
entfernt vom Optimum.“
Mitten im burgenländischen
Trausdorf wird heftig daran geforscht. Hier steht das Haus, in
das Martin Wieger und seine Familie Anfang nächsten Jahres einziehen werden. Das eher unauffällige zweigeschoßige Fertighaus
von Elk mit etwa 200 Quadratmetern Wohnfläche wird das erste
komplett energieautarke Wohnhaus, das auf Lebenszeit von fossilen und nuklearen Energiequellen unabhängig sein soll.
Dort werden die nächsten eineinhalb Jahre Methoden der Energiespeicherung ausgetestet.
Wieger ist Mastermind hinter
dem Projekt. Der Unternehmer
(Innovative Energy Martin
Wieger GmbH) ist Spezialist für
Batteriespeicher und übernimmt
in seinem eigenen Haus gleich
selbst das Gebäudemanagement.
Energie bezieht das „Absolut
Autark Plushaus“ aus Photovoltaikmodulen. Statt die selbst produzierte Energie ins Netz zu speisen,
speichert das Haus sie intern: Zur
(in €/m²)
kurzzeitigen Direktspeicherung
werden Batteriespeicher eingesetzt, für die langzeitige Speicherung testet Wieger parallel vier
thermische Speichersysteme: Sie
setzen Eis, Wachs, das Erdreich
oder Wasser ein.
Die Nase vorn
„Wir wollen sehen, welche Methode die Nase vorn hat. Unsere
Neugierde ist sehr groß“, sagt
Bernd Höfferl, Geschäftsführer
Technik bei Elk Fertighaus GmbH.
Die Kunst sei, die richtige Balance
zwischen Leistungsfähigkeit und
Kosten der Speicherung zu finden.
Eine Million € wurden bereits in
das Haus investiert – die beteiligten Firmen stellen ihre Technologie und ihre Expertise gratis zur
Verfügung: Alle, von der Bewag
bis zur Donau-Uni-Krems, Elk
Wir wollen zeigen,
dass so ein Haus gut
funktioniert
BERND HÖFFERL
GESCHÄFTSFÜHRER
ELK FERTIGHAUS
Gesamt
99,2
Eisenstadt (Stadt)
218,7
Eisenstadt-Umgebung
119,8
Jennersdorf
19,5
Neusiedl am See
109,5
Oberpullendorf
26,4
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
und natürlich auch die Speicherhersteller, erhoffen sich weitreichende Erkenntnisse.
„Diese Entwicklung ist der logische nächste Schritt“, ist
Wieger überzeugt. „Jeder wird
selbst entscheiden können, ob er
weiterhin sein Geld an Putin und
Co. weiterschickt.“ Bernd Höfferl
sagt: „Wir glauben zwar nicht,
dass dann der große Run auf 100
Prozent energieautarke Häuser
einsetzen wird, wollen aber mit
dem Projekt zeigen, dass so ein
Haus gut funktioniert.“
Elk ist laut Eigenangaben
Marktführer bei Passivhäusern –
500 hat das Unternehmen bereits
errichtet. Höfferl sieht die Motivation der Käufer weniger im Innovations- und Umweltgedanken
als darin, Kosten und Komplexität
zu vermeiden.
Für Experte Lechner ist das Absolut Autark Plus Haus ein gelungenes Beispiel für den Einsatz
einer Passivhaushülle zur Senkung des Energieverbrauchs, um
die thermische Solarenergie sinnvoll nutzen zu können. Er sieht
die Herausforderung der Zukunft
aber weniger in der Winterwärme als in der Verhinderung der
Überhitzung.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
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28 |
BUSINESSTALK
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
PARTY
Burgenland Tourismus
Abend in
Schmaus & Braus
EISENSTADT. Gans schön prominent besetzt war
dieser Abend: Burgenland Tourismus hatte gemeinsam mit Genuss Burgenland, der Freistadt Rust und
dem Seehotel Rust zur „Gansl-Party“ geladen – als
Köche waren u.a. Alain Weissgerber (Taubenkobel), Christian Petz (Restaurant Gußhaus) und
Xie Hong (Restaurant On) im Einsatz. Geschmaust haben u.a. Landeshauptmann
Hans Niessl, Kabarettist Josie Prokopetz und Seefestspiele Mörbisch-Intendantin Dagmar Schellenberger.
Weinkönigin Katharina I., die Landesräte Andreas Liegenfeld und Michaela Resetar, Landeshauptmann Hans Niessl, Seehotel RustDirektor Ludwig Staller, Burgenland Tourismus-Direktor Mario Baier und Bürgermeister Gerold Stagl (v.li.)
FEST
Stürmisches
Get-together
JOIS. Ein traubenhafter Abend: Winzer Leo Hillinger
hatte gemeinsam mit Top-Koch Bernie Rieder auf
sein Weingut geladen. Zehn Gänge bildeten dabei das
kulinarische Programm – vom Spanferkel bis zur
Steinpilz-Polenta, von der Kürbiscremesuppe bis
zum Tomatenrisotto. Ausgeschenkt wurden vor
allem frischer Sturm und der neue 2014erJahrgang. Mit dabei waren u.a.: TV-Koch
Andreas Wojta, Radrennfahrer Rene
Haselbacher und Imker Simon
Tötschinger.
www.philipphutter.com
Gute Stimmung
bei der Feier auf
dem Weingut in
Jois (v.li.): Winzer
Leo Hillinger
und die beiden
Top-Köche Andreas Wojta und
Bernie Rieder
beigestellt
20 Jahre
Sonnentherme
LUTZMANNSBURG. „Ziel
war es, mit der Familientherme LutzmannsburgFrankenau, einen Tourismus- und Wachstumsimpuls in der Region zu bewirken. Das ist gelungen“,
freute sich Landesrätin Michaela Resetar. Zum Jubiläum gratulierte auch NR
Niki Berlakovich.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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Seele and Geist
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