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lesen - Genossenschaft Kalkbreite

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Datum: 05.01.2015
Wohnen als Gemeinschaftswerk
Nachhaltig und sozial: In der Stadt Zürich ermöglicht die genossenschaftliche Überbauung Kalkbreite 250 Menschen neue Wohnformen.
Auch Gewerbe und Kultur haben ihren Platz. Geht es nach den Jungen Grünen soll die Kalkbreite ein Vorbild sein für die ganze Schweiz.
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Bild: nzz/Adnaa
nzz/Adrian Bae
definiert.
Wo eine Wohnung anfängt und wo sie aufhört, ist in der Überbauung Kalkbreite dank flexibler Nutzungsmöglichkeiten nicht mehr genau definierl
Datum: 05.01.2015
rungs- und Bauphase konnten
Mittwochs wird in der sie sich so einbringen.
Cafeteria gemeinsam gestrickt.
Wer mitmachen möchte, sei Auf nichts verzichten
herzlich dazu eingeladen, heisst
«Die Bewohner teilen sich
es auf einem Aushang im Lift. In möglichst viele Räume», sagt
der Überbauung «Kalkbreite» im Keller. Individuell belegten sie
EVELINE RUTZ
ZÜRICH.
Kreis vier in Zürich wird die Gemeinschaft grossgeschrieben.
Nicht nur bei Freizeitaktivitäten,
sondern auch im Alltag sollen
sich die Bewohnerinnen und Bewohner begegnen. Mehrere
Wohnungen verfügen jeweils
über einen Gemeinschaftsraum,
in dem gekocht, diskutiert, ge-
Vielfältig genutzt
In der Überbauung Kalkbreite
haben auch das Gewerbe und
die Kultur Platz. Im Bachser Märt
sind unter anderem Teigwaren,
Müsli und Kaffee im Offenverkauf zu haben. In kleineren Lälediglich
32
Quadratmeter den werden Kinderkleider,
Wohnfläche, dennoch müssten Blechbüchsen und Blumen ansie auf nichts verzichten. So gibt geboten. Daneben haben sich
es unter anderem einen gemein- Greenpeace und die Anlaufstelle
samen Fitness- und einen Me- für Sans Papiers eingemietet.
diationsraum; ein Malatelier für Hinzu kommen drei RestauraKinder sowie Sitzungs- und Gäs- tionsbetriebe, das Kino «Houtezimmer, die bedarfsweise ge- dini», ein Geburtshaus, eine
mietet werden können.
Bank sowie eine Kindertages«Wo eine Wohnung anfängt stätte. Nahezu 50 Prozent der
lesen und gespielt wird. Aber
auch in der grossen Wasch- und wo sie aufhört, ist nicht Fläche wird in der Kalkbreite ge-
küche, in der Bibliothek, im mehr ganz klar», sagt Keller. Er werblich genutzt, rund 200 MenInnenhof und auf der Dach- ist überzeugt, dass die flexiblen schen kommen hierher zur Arterrasse trifft man sich.
«Man kann immer zwischen
gemeinschaftlichem und konventionellem Wohnen wählen»,
sagt Res Keller, Geschäftsführer
der Genossenschaft Kalkbreite.
Die Siedlung sei so konzipiert,
dass man sich auch zurückzie-
Nutzungsmöglichkeiten einem
Bedürfnis der Zeit entsprechen.
Trenne sich etwa ein Elternpaar,
könne es ein Zimmer mit Nasszelle zumieten. Das sei wesentlich nachhaltiger, als zwei separate Wohnungen zu unterhalten.
beit.
Architektonisch fügt sich die
Blockrandsiedlung gut in die angrenzenden Quartiere Wiedikon
und Langstrasse ein. Eine beson-
dere Herausforderung war es,
das Tramdepot der Zürcher Ver-
zu integrieren.
hen könne. So sind etwa alle Die 26 Quadratmeter grossen kehrsbetriebe
vom
Dank
einem
Wohnungen über einen direkt Zimmer können ebenso von äl- Stadtparlament privaten,
abgesegneten
Zugang erreichbar.
Wer also teren Familienangehörigen oder
Gestaltungsplan konnte das
nicht will, muss seinen Nach- Teenagern genutzt werden, die Areal
trotz strenger Lärmschutznoch
nicht
auf
eigenen
Beinen
barn nicht über den Weg laufen.
stehen.
Wer nicht selbst kochen kann
Bewohner bringen sich ein
250 Menschen leben hier. Im oder will, ist im Grosshaushalt
April 2014 sind die ersten einge- gut aufgehoben, wo professiozogen, im August die letzten. Es nelles Kochpersonal täglich eine
sind Familien, Studenten, kin- warme Mahlzeit zubereitet. Dies
derlose Paare, ältere Leute sowie soll es älteren Mietern ermögli-
auflagen dicht überbaut werden.
Die Bauherrin durfte zudem auf
Parkplätze verzichten und stattdessen 300 Veloabstellplätze realisieren.
im Monat versammeln sie sich, sellschaftlichen Veränderungen
um Regeln für das Zusammen- anpassen, findet er. Würden weileben festzulegen, über die Nut- terhin vor allem Familienwohzung gemeinsamer Räume zu nungen gebaut und von Einzelverhandeln oder Aktivitäten zu personen belegt, würden Resplanen. Bereits in der Projektie- sourcen verschwendet.
Projekt. An der Zollstrasse beim
Zürcher Hauptbahnhof plant sie
eine ähnliche Überbauung. Mit
200 bis 300 Quadratmeter grossen Hallen will sie sich noch weiter von konventionellen Wohnformen verabschieden.
In Hallen wohnen
Für eine erste Bilanz sei es
Menschen, die auf einen Roll- chen, länger in ihren eigenen noch
zu früh, sagt Res Keller, der
vier
Wänden
zu
bleiben.
«Gerade
stuhl angewiesen sind. Sie bebewusst ausserhalb wohnt. «Wir
in
einer
immer
älter
werdenden
legen 30 bis 400 Quadratmeter
haben uns drei Jahre Zeit ge(ein bis 17 Zimmer) und zahlen Gesellschaft sind solche Angegeben, um uns einzuleben.»
bote
zentral»,
sagt
Geschäftsfühentsprechend abgestufte MieParallel arbeitet die Genosrer
Keller.
Der
Wohnungsmarkt
ten; einzelne profitieren von
senschaft
an einem weiteren
müsse
sich
viel
stärker
den
geSubventionen der Stadt. Einmal
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