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GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Berlin, 9. Januar 2015
Deutscher Airbus „Robert Koch“ verstärkt medizinische
Evakuierungskapazitäten der EU in Ebola-Ländern
Deutschland stellt dem freiwilligen Pool der EU ein eigens für die medizinische
Evakuierung von Ebola-Patienten umgebautes Flugzeug zur Verfügung. Dies kündigte
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in seinem Gespräch in Berlin mit dem für
humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständigen Kommissar Christos Stylianides,
Ebola-Koordinator der EU, an.
Der Medevac-Airbus „Robert Koch“ wurde im Rahmen der deutschen Maßnahmen im
Kampf gegen Ebola in kürzester Zeit entwickelt und ist seit Dezember einsatzbereit. Das
deutsche Flugzeug verfügt über eine Sonderisolierstation, die es bereits während des
Evakuierungsfluges erlaubt, symptomatische Ebola-Patienten intensivmedizinisch zu
behandeln. Über eine Anfrage über das EU-Katastrophenschutzverfahren soll es für die
Evakuierung Ebola-infizierter internationaler Helfer in europäische Krankenhäuser
eingesetzt werden.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu: „Die Bereitstellung des
Medevac-Airbus ist ein konkreter Beitrag zur Umsetzung unserer „EU-WeißhelmInitiative“, die wir im November gemeinsam mit Frankreich angestoßen haben. Unser
Ziel ist es, die Fähigkeiten der EU und ihrer Mitgliedsstaaten so zu stärken, dass wir
künftig effizient und schnell auf internationale Epidemien reagieren können. Mit dem
deutschen Airbus „Robert Koch“ wollen wir sicherstellen, dass europäische und
internationale Helfer, die unter hohem persönlichem Risiko bereit sind, vor Ort Infizierte
zu behandeln und gegen die Ausbreitung des Virus zu kämpfen, im Falle einer
Erkrankung rasch evakuiert werden können. Die kurzfristige Bereitstellung dieses völlig
neuartigen Flugzeugs durch Deutschland unterstreicht die technologischen Fähigkeiten
und den politischen Willen in Europa, mit der Herausforderung der Ebola-Krise
umzugehen.“
„Wir begrüßen diesen Beitrag, der unsere Kapazitäten für die Evakuierung mit Ebola
infizierter internationaler Helfer wesentlich verstärkt. Deutschland reagiert auf diese
menschliche Tragödie großzügig und entschlossen", erklärte Christos Stylianides, EUEbola-Koordinator und Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, der die
betroffene Region kürzlich besuchte. "Die Ebola-Epidemie ist nach wie vor eine akute
Bedrohung, nicht nur für Westafrika. Wir müssen noch mehr tun.“
Zusätzlich zu finanzieller Hilfe in Höhe von 161 Mio. Euro hat Deutschland auch
Ambulanzen, Fachkräfte, Ausstattung für Krankenhäuser, medizinische Hilfsgüter und
logistische Unterstützung geliefert, an der Bereitstellung mobiler Labore mitgewirkt und
medizinisches Personal entsandt. Das Land hat sich auch an Europas jüngsten
Bemühungen beteiligt, die Ebola-Epidemie zu stoppen: Zusammen mit Belgien,
Frankreich und dem Vereinigten Königreich stellte Deutschland den betroffenen Ländern
Westafrikas medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung zur Verfügung, die Ende Dezember
2014 mit dem niederländischen Schiff Karel Doorman geliefert wurden.
Hintergrund
Die bereits fast zehn Monate andauernde Ebola-Epidemie in Westafrika hat einen
verheerenden Tribut gefordert. Mehr als 20 000 Menschen wurden infiziert, über 8000
von ihnen starben in Liberia, Sierra Leone und Guinea, den drei am stärksten von der
Epidemie betroffenen Ländern.
Zusammen mit ihren Mitgliedstaaten hat die Europäische Kommission über 1,2 Milliarden
Euro für humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und medizinische Forschung bereitgestellt.
Als gemeinsame europäische Antwort haben die EU-Mitgliedstaaten Nothilfe und
medizinisches Personal über den Europäischen Katastrophenschutz oder auf bilateraler
Ebene entsandt.
Im November haben Deutschland und Frankreich gemeinsam die „EU-WeißhelmInitiative“ lanciert, mit der im Rahmen der bestehenden Instrumente des EUKatastrophenschutzmechanismus die Fähigkeiten der EU und ihrer Mitgliedstaaten zur
gemeinsamen Bewältigung internationaler Gesundheitskatastrophen verbessert werden
sollen.
Medevac
Beim aktuellen Ausbruch der Viruskrankheit Ebola in Westafrika stellt der sehr hohe
Bedarf an qualifiziertem, ausgebildetem medizinischen Personal nach wie vor eine der
größten Herausforderungen dar. Um die internationalen medizinischen Fachkräfte
mobiler zu machen und ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, hat die EU ein
medizinisches Evakuierungssystem, genannt Medevac, eingerichtet.
Helfer, die in die betroffenen Gebiete reisen und sich hohen Risiken aussetzen, können
im Falle einer Infektion in dafür ausgerüstete Krankenhäuser in Europa ausgeflogen
werden. Einige Mitgliedstaaten wie das Vereinigte Königreich, Frankreich, Dänemark und
Luxemburg haben bereits Vorkehrungen für eine Evakuierung getroffen oder Patienten
aufgenommen. In Deutschland sind seit Beginn der Ebola-Krise vier internationale Helfer
zur Behandlung aufgenommen worden
Das deutsche Flugzeug stärkt diese europäische Evakuierungskapazität beträchtlich, da
es nun auch infizierten, bereits symptomatischen Helfern eine Evakuierung ermöglicht,
bei der nicht wertvolle Zeit für eine Behandlung verloren geht, sondern eine
umfassende, auch Intensivversorgung in der Sonderisolierstation des Flugzeugs
ermöglicht wird. Die deutsche Airbus A340 „Robert Koch“ ist das einzige vorhandene
Lufttransportsystem, mit dem Ebola-Kranke auch bei instabilem Zustand noch während
der Evakuierung ihre Viruskrankheit vollwertig behandeln lassen können. Es ist mit
einem für die Behandlung hochkontagiöser Krankheiten spezialisierten, zwölfköpfigen
medizinischen Team besetzt und binnen 24 Stunden startbereit.
Für weitere Informationen:
Die Webseite der EU-Kommission für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement:
http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm
Die Webseite des Auswärtigen Amtes:
http://www.auswaertiges-amt.de
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Contacts :
Catherine Ray (+32 2 296 99 21)
Irina Novakova (+32 2 295 75 17)
For the public: Europe Direct by phone 00 800 6 7 8 9 10 11 or by e-mail
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