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4. Quartal 2014 Anlagepolitik im Überblick Inhaltsverzeichnis - BLKB

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anlage flash
4. Quartal 2014
Anlagepolitik im Überblick
2015: Anlagenotstand bestimmt die Taktik.
Jean-Daniel Neuenschwander
Chief Investment Officer
Mitglied der Geschäftsleitung
Wir starten mit einer grundsätzlich positiven Einschätzung von Aktien in das neue
Jahr. Die globale Konjunkturerholung ist
nach wie vor intakt. Die Wirtschaftsentwicklung in den USA wirkt stabil und hat mittlerweile eine hohe Dynamik erreicht. Auch ­
die Wachstumsbeiträge aus den asiatischen
Schwellenländern bleiben hoch. Auf der
­anderen Seite verhindert die unverändert
schleppende Entwicklung in der Eurozone
eine überschwängliche Euphorie.
Inhaltsverzeichnis
2Wirtschaft
3Aktien
3 Obligationen und Währungen
Im Jahr 2015 werden die wichtigsten Zentralbanken der Industrieländer
nach einer langen Phase einheitlicher Ausrichtung wohl unterschiedliche
Wege einschlagen. In den beiden angelsächsischen Ländern USA und
UK dürfte es im Laufe dieses Jahres zu einer Beendigung der Nullzins­
politik und einer ersten Leitzinserhöhung kommen. In der Eurozone
­rechnen wir hingegen damit, dass die Europäische Zentralbank die
Geldpolitik mit dem Ankauf von Staatsanleihen zusätzlich lockert.
­Dementsprechend dürften die US-Zinsen, welche im Jahr 2014 trotz der
kräftigen konjunkturellen Erholung nochmals gesunken sind, tendenziell
ansteigen. Dagegen sollten die Schweizer Zinsen auf unverändert tiefem
Niveau verharren, analog denjenigen aus der Eurozone. Diese divergierende Zinsentwicklung diesseits und jenseits des Atlantiks erklärt unsere
anhaltend positive Einschätzung des US-Dollars. Aufgrund der aktuell
sehr tiefen Verzinsung bei sicheren Obligationen bevorzugen wir zudem
Aktienanlagen, weil diese zurzeit ein attraktiveres Rendite-Risiko-Verhältnis aufweisen.
Weitere Finanzinformationen unter
blkb.ch/boersen-und-devisen-flash
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Papier 100% Recycling 606762
Die Skepsis der Aktieninvestoren spiegelt
sich unter anderem in der verhaltenen
Wertentwicklung des europäischen Aktienmarktes wieder. Dabei bekunden insbesondere die Zykliker Schwäche. Im Gegenteil dazu könnten die
exportorientierten Unternehmen in der EU für positive Überraschungen
sorgen: Zum Beispiel unser Nachbarland Deutschland, welches vom
anhaltend schwachen Euro und dem stark gesunkenen Ölpreis profitieren
dürfte. Auch die Schweizer Exportwirtschaft wird dadurch Rückenwind
erhalten.
Lesehilfe zu den Marktattraktivitätsgrafiken
Die im «anlage flash» verwendeten Attraktivitätsgrafiken zeigen
die gegenwärtige Einschätzung der BLKB zur Attraktivität einzelner
Kategorien unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten im Vergleich
zu anderen Anlageklassen.
= unattraktiv
= wenig attraktiv
Positionierung Anlagepolitik
Liquidität
Obligationen
Aktien
Immobilien
= neutral
= attraktiv
= sehr attraktiv
Wirtschaft.
Die US-Wirtschaft erlebte einen sprichwörtlichen Kaltstart
in das Jahr 2014. Aufgrund des Kälteeinbruchs im Januar
schrumpfte die Wirtschaft um 3%, womit das schlechteste
Ergebnis seit fünf Jahren und der erste BIP-Rückgang in
den letzten drei Jahren ausgewiesen wurden.
Umso beeindruckender war dann die darauf folgende
Aufholbewegung. Angeführt von einem starken Konsum
wuchs das Bruttoinlandprodukt der USA im 2. Quartal
um 4,6%. Im 3. Quartal wurde der Aufschwung mit
einem Wachstum von 5% bestätigt.
Diverse Frühindikatoren weisen auf eine Fortsetzung ­
der guten Konjunkturlage in den USA hin. So liegt der
Einkaufsmanagerindex mit einem Wert von über 58
deutlich im expansiven Bereich und auch der Leading
Indicators Index weist für die nächsten Monate auf ein
Wachstum von über 3% hin. Der Konsum, welcher nun
noch zusätzlich durch die tiefen Energiepreise angetrieben wird, dürfte dabei der wichtigste Treiber bleiben.
Die Eurozone entwickelte sich auch im Jahr 2014 nur
äusserst langsam. Obwohl die Wirtschaft aus der Rezession herausfand, bleiben diverse Hemmnisse bestehen.
Dringend notwendige Strukturreformen, vor allem in
Frankreich und Italien, werden kaum umgesetzt – und
wenn doch, dann meistens nur in verschwindend kleinem
Umfang mit zu geringer Durchschlagskraft. Erschwerend
dazu kommt, dass die bisherige Lokomotive Deutschland
unter der Wirtschaftsschwäche ihres Handelspartners
Russland leidet. Vom Westen auferlegte Sanktionen
führten bereits Mitte Jahr zu deutlich rückläufigen Exporten nach Russland. Der stark gefallene Ölpreis verschärfte die Situation in den vergangenen Wochen zusätzlich.
Die schwache Konjunkturentwicklung, gepaart mit den
gesunkenen Energiepreisen, zwingt die Europäische
Zentralbank zum Handeln. Neben bereits eingeführten
Negativzinsen und Massnahmenpaketen zur Förderung
der Kreditvergabe wird der EZB-Chef Mario Draghi in
diesem Jahr zur Deflationsbekämpfung voraussichtlich
den Ankauf von Staatsanleihen beschliessen.
2 | anlage flash | Basellandschaftliche Kantonalbank | 4. Quartal 2014
Für die Schweiz erwarten wir ein Wachstum von 1,5%
für das Jahr 2015. In der Region Nordwestschweiz darf
man aufgrund des Schwerpunktes in der Pharmabranche
ein überdurchschnittliches Wachstum von knapp 2,5%
erwarten. Zu den weiteren Profiteuren dürften im kommenden Jahr auch die exportorientierten Unternehmen
gehören, begünstigt die Abwertung des Euros doch die
Exporte aus dem Euroraum. Von dieser Dynamik profitieren auch die Schweizer Zulieferunternehmen.
Gesamthaft betrachtet ist das Wachstum in den Schwellenländern nach wie vor hoch, wenn auch das Potenzial
nicht ausgeschöpft scheint. In China dürfte die Wirtschaft
im Jahr 2014 mit einem Plus von rund 7,4% im Rahmen
der Zielvorgaben der Regierung gewachsen sein. Die
abnehmende Dynamik zeigt aber, dass die konjunkturelle
Entwicklung noch nicht selbsttragend ist und nach wie
vor auf die Unterstützung der chinesischen Führung angewiesen ist. So hat die chinesische Notenbank denn auch
per 22. November den Richtwert einjähriger Darlehenszinsen für viele Marktteilnehmer überraschend um 40 bp
auf 5,6% gesenkt. Da die chinesische Regierung an der
neuen Norm eines tieferen Wachstums festhält und entsprechend eine leichte konjunkturelle Entschleunigung
zulässt, rechnen wir im kommenden Jahr mit einem etwas
tieferen Wachstum von ca. 7%.
Dagegen stehen in Indien die Zeichen auf einer zunehmenden Wachstumsdynamik. Die Reformen von Ministerpräsident Modi dürften allmählich positive Wachstumskräfte entfalten. So ist zum Beispiel eine Beschleunigung
bei der Bewilligung von Infrastrukturprojekten zu beobachten, wodurch sich das Konsumenten- und Geschäftsvertrauen bereits aufgehellt haben. Des Weiteren dürfte
Indien als grosser Nettoenergieimporteur sehr deutlich
vom gesunkenen Ölpreis profitieren.
Positionierung Aktien
Aktienmärkte: Performance seit 31.12. 2013
30%
Schweiz
Europa
25%
Nordamerika
15%
Japan
Fernost
Lateinamerika
20%
10%
5%
0%
Schweiz Europa ex NordSchweiz amerika
CHF
Lokalwährung
Asien/ SchwellenPazifik
länder
Welt
Aktien.
Höhere Volatilität zum Jahresende
Im vergangenen Börsenjahr wurden die Nerven der
Aktienanleger arg strapaziert. Bereits das erste Quartal
brachte viel Unruhe mit sich, so dass die Aktienmärkte
eine Berg-und-Tal-Fahrt starteten. Die Andeutungen der
neuen US-Notenbankpräsidentin, Janet Yellen, die
­Staatsanleihenkäufe einzustellen (Tapering), wie auch
Wachstumsschwächen in den Schwellenländern und die
Verschärfung der Ukrainekrise sorgten bereits früh im
Jahr für eine negative Stimmung an den Aktienmärkten.
Im 2. Quartal kehrte der Optimismus unter den Anlegern
zurück und die anziehende Wachstumsdynamik in den
USA und in Asien unterstützte den Aufwärtstrend an den
Aktienmärkten in den folgenden Monaten zusätzlich.
Auch die positiven Unternehmensergebnisse erfreuten
die Anleger.
Gegen Jahresende nahm die Volatilität erheblich zu.
Im Oktober führten Konjunktursorgen, insbesondere in
Europa, zu einem Einbruch der globalen Aktienmärkte.
Mitte Dezember waren es dann der dramatisch gesun­
kene Ölpreis und Spekulationen auf Zinserhöhungen der
US-Notenbank, welche erneut für Unruhe sorgten. Nichts
vermochte jedoch die Märkte nachhaltig in die Knie zu
zwingen. So erfreuten sich Aktienanleger über ansehn­
liche Jahresgewinne – je nach Anlageregion teilweise
sogar im zweistelligen Prozentbereich.
Ölpreiskorrektur wird Konjunktur
und Aktienmärkte antreiben
Seit Mitte Juni 2014 ist der Ölpreis um mehr als 45%
gesunken. Verantwortlich dafür sind nicht nur Angebotsfaktoren wie die steigende Ölproduktion in den USA,
sondern auch Nachfragefaktoren wie das nachlassende
Wirtschaftswachstum, insbesondere in China. Der Preisrückgang hat erhebliche negative Auswirkungen auf die
Erdöl exportierenden Länder, weil sich die Situation der
Staatshaushalte dadurch zum Teil dramatisch verschlechtert. Global betrachtet überwiegen allerdings die positiven Effekte. Für die Konsumenten ergibt sich eine erhebliche Erleichterung. Aber auch Unternehmen und Ver­braucher in Japan und der Eurozone werden entlastet,
was Kapazitäten für Konsum an anderer Stelle schafft.
Eine Simulationsrechnung der OECD kommt zu dem
Schluss, dass ein dauerhafter Preisrückgang des Öls um
USD 20 die Wachstumsrate des BIP im Folgejahr in den
genannten Regionen um rund 0,4 Prozentpunkte erhöht.
Darüber hinaus sorgt der preisdämpfende Effekt für
niedrige Inflationsraten. Dies erlaubt den Zentralbanken
eine längere Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik,
ohne ihr eigentliches Ziel, die Preisstabilität, zu verletzen.
Zusammenfassend dürfte der tiefe Ölpreis die Konjunktur
ankurbeln und gleichzeitig eine anhaltend expansive
Geldpolitik begünstigen. Dies dürfte mittelfristig bei
Aktieninvestoren Optimismus verbreiten.
Obligationen und Währungen.
Kursgewinne für Obligationenanleger
und eine Dollar-Rallye
Entgegen den Erwartungen vieler Marktteilnehmer
­entpuppte sich das Jahr 2014 als ein hervorragendes
Obligationenjahr. Die Renditen sicherer Staatsanleihen
sanken sehr deutlich. So verringerte sich die Verzinsung
der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihe um beinahe
1% auf ein Rekordtief von unter 0,3%. Ähnliches war bei
den Renditen deutscher Staatsanleihen zu beobachten.
Und obwohl die US-Notenbank im 4. Quartal den
­Ankauf von Staatsanleihen einstellte und erste Zinser­
höhungen im 2015 ankündigte, sanken auch die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen.
Gleichzeitig verringerten sich die Kreditaufschläge bei
Obligationen von Unternehmen mit guter Bonität. So
legte der Swiss Bond Index, welcher die Gesamtperformance des CHF-Obligationenmarktes misst, im Jahr
anlage flash | Basellandschaftliche Kantonalbank | 4. Quartal 2014 | 3 Positionierung Obligationen und Währungen
Obligationenmärkte: Performance seit 31.12.2013
20%
CHF
EUR
15%
USD
10%
JPY
5%
Fernost
Lateinamerika
2014 um über 6% zu. Für den CHF-Anleger erwiesen
sich Anlagen in USD-Obligationen als besonders rentabel. Denn hier erzielten sie neben den Kursgewinnen
bei den Obligationen zusätzlich einen ansehnlichen
Währungsgewinn. Während der US-Dollar im 1. Quartal
zuerst noch zur Schwäche neigte, setzte er, vor dem
Hintergrund der divergierenden Geldpolitik der Eurozone
und der USA, im 2. Quartal zu einer beeindruckenden
Rallye an. So wertete sich der US-Dollar gegenüber dem
Schweizer Franken in 2014 um über 10% auf.
0%
Swiss Bond
JP Morgan
Deutschland
Index
CHF
Lokalwährung
JP Morgan
USA
JP Morgan
Japan
vermehrt Kapital aus den Schwellenländern abgezogen
wird. Dadurch dürften vor allem die Währungen der
weniger soliden Schwellenländer unter Druck geraten.
Stärke des Greenbacks setzt sich fort
Wir gehen davon aus, dass der Greenback seine Aufwertungstendenz fortsetzen wird. Die Wachstumsaussichten in den USA sind besser als in den meisten grösseren
Ländern. Dies hat zur Folge, dass das Fed im 2015 mit
der Zinserhöhung beginnen wird. Dagegen wird die
Geldpolitik in den zwei anderen wichtigen Währungsblöcken, der Eurozone und Japan, weiter gelockert, was
diese Währungen weiter belasten dürfte. Die besseren
Dollarperspektiven könnten auch dazu führen, dass
SNB: Mit Paukenschlag in das Jahr 2015
Nachdem die Schweizerische Nationalbank an der
geldpolitischen Lagebeurteilung am 11. Dezember keine
Überraschungen lieferte, folgte eine Woche später ein
Paukenschlag. Die SNB hat unerwartet entschieden, per
22. Januar 2015 Negativzinsen einzuführen. Der zuletzt
enorme Druck auf den Schweizer Franken hatte die SNB
zur Verteidigung des Mindestkurses zu den ersten Devisenmarktinterventionen seit über zwei Jahren gezwungen.
Insbesondere die Zuspitzung der Krise in Russland und
damit der Verfall des Rubels erhöhte die Nachfrage nach
dem Schweizer Franken zusätzlich. Die SNB hat in ihrem
neusten Entscheid das Zielband des Dreimonats-Libors
auf –0,75% bis 0,25% ausgeweitet und strebt an, den
Libor in den negativen Bereich zu drücken. Den Negativzins auf den Girokonten hat sie zunächst auf –0,25%
festgelegt.
Die Ausführungen und Angaben in dieser Publikation wurden von der
Basel­landschaftlichen Kantonalbank (BLKB) nach bestem Wissen, teil­
weise aus externen Quellen, welche die BLKB als zuverlässig beurteilt,
aus­schliess­lich zu Informationszwecken zusammengestellt. Die BLKB
haftet nicht für falsche oder unvollständige Informationen sowie aus der
Nutzung von Informationen und der Berücksichtigung von Meinungs­
äusserungen e
­ ntstehende Verluste oder entgangene Gewinne. Die Aus­führungen und Angaben begründen weder eine Aufforderung noch ein
­Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder zum Verkauf irgend­
welcher Anlage­instrumente oder zur Vornahme sonstiger Trans­aktionen.
Ebenso stellen sie keinen konkreten Anlage­vorschlag oder eine sonstige
Bera­tung b
­ ezüglich rechtlicher, ­steuerlicher oder anderer Fragen dar.
Eine positive Rendite einer Anlage in der V
­ ergangenheit stellt keine
Garantie für eine positive Rendite in der Zukunft dar. Die hier gemachten
Aus­führungen, Angaben und geäusserten Meinungen sind nur zum Z
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än­dern. Eine Vervielfältigung oder Reproduktion dieser Publikation, auch
aus­zugsweise, ist ohne schriftliche Einwilligung der BLKB nicht gestattet.
Redaktionsschluss: 06.01.2015
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