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Frühjahrsprogramm 2015 - Leipziger Literaturverlag

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Gespräche mit Dichtern
Band 2
ISBN 978-3-86660-189-5, 254 S., 29.95 EUR
Slobodan Tišma
Das Bernardi-Zimmer
Roman
Aus dem Serbischen von Elvira Veselinović
ISBN 978-3-86660-190-1, 144 S.,
16.95 EUR
Foto: Robert Jankuloski
Der eigene Ton
Foto: Vladislav Mitić
Jordan Plevneš
Frühjahr 2015
Das Achte Weltwunder
Roman
Aus dem Mazedonischen von Will Firth
ISBN 978-3-86660-194-9, 144 S.,
16.95 EUR
Gefördert von der Kulturstiftung
des Freistaates Sachsen.
Beteiligte Autoren, Verleger und Künstler: Wulf Kirsten, Zsuzsanna Gahse, Dorothea Grünzweig,
Brigitte Oleschinski, Olga Martynova, Oleg und Daniel Jurjew, Jens Wonneberger, Hans Joachim
Schädlich, Ulrike Draesner, Catalin Dorian Florescu, Artur Becker, Jan Wagner, Peter MosesKrause, Andreas Hegewald, Hermann Naumann
„Der eigene Ton ist alles“, sagt Loris, „wer den nicht
hält, begibt sich der inneren Freiheit, die erst das Werk
möglich machen kann.“
Pišta Petrović ist Hermaphrodit: die sekundären Merkmale seiner Männlichkeit sind ver-
Ende 1989, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer. Alexander
kümmert und er fühlt weiblich. Doch sein Antrag auf Geschlechtsumwandlung wird abge-
Simsar überlebt einen Sturz aus über 50 Metern Höhe auf ei-
lehnt. Pištas Mutter macht sich aus dem Staub und zieht in eine südserbische
ner Berliner Baustelle und kehrt zurück in seine mazedo-
Hippie-Kommune. Sein Vater dagegen lebt im plötzlichen „Feindesland“ Kroatien. Mit
nische Heimat, um seinem Traum von der Errichtung
dem Auto erkundet Pišta die Adriaküste, beteiligt sich
eines Bauwerks, das die Menschheit mit sich versöh-
an Wettrennen und wird Zeuge eines Unfalls. Lange
nen soll, zur Erfüllung zu verhelfen. Das Monument
Zeit verfolgen Pišta die Bilder von den abstürzenden
Autos. Eines Abends entdeckt er vor seinem Haus das
Die von Axel Helbig geführten Gespräche mit
Autorinnen und Autoren, Verlegern und Künstlern
verführen zu einem vertieften Zugang zur Literatur.
Die Gespräche ergründen Geheimnisse und Privates,
das unsichtbar hinter den Werken steht.
„Die vorgelegten Interviews bezeugen einen Erkenntnisgang
und zugleich den Versuch des Lesenden, das Schreiben als
ein Handwerk zu begreifen, das mit „Gelahrtheit“ wenig zu
schaffen hat, wohl aber mit der Kenntnis von Formen und
Rhythmen im Kontext von Leben und Sprache. Hugo von
Hofmannsthals Diktum, dass nur der als Dichter ernst genommen werden könne, der die Freiheit des eigenen Tons hält, war die Ausgangsüberlegung für die in diesem Band versammelten
Gespräche mit Dichtern.“ (Axel Helbig)
geb. 1955, lebt als Autor und Herausgeber in Dresden. Er ist Redakteur der Zeitschrift
für Literatur und Kunst OSTRAGEHEGE, Mitherausgeber der Anthologien Das Land Ulro nach
Schließung der Zimtläden, Heimkehr in die Fremde und Orpheus versammelt die Geister, sowie Es gibt eine
andere Welt. Im Leipziger Literaturverlag sind von Axel Helbig erschienen: Annäherung an das Unsagbare. 33 Verführungen zur Literatur der Moderne (2006), Der eigene Ton. Gespräche mit Dichtern, Band 1
(2007) und Skeptische Zartlichkeit. Junge deutschsprachige Lyrik (2009).
Wrack eines Mercedes, der einem der Unfallwagen zum
Verwechseln ähnelt. Als er seine Wohnung verliert,
schlüpft er eine Weile in dem Wrack unter – bis ihn die
„Wiege der Welt“ entsteht auf einer Bergkuppe mit
zauberhaftem Blick auf den Ohridsee und den
Prespasee. Doch auf dem Richtfest kommt es zu einem
fatalen Eklat.
Polizei aufspürt. Seine Mutter holt ihn aus dem Gewahrsam ab und verschleppt ihn in die Kommune. Dort
Das Achte Weltwunder ist ein Roman in der Tradition
wird er einem Kreuzigungsritual unterzogen. Doch
des magischen Realismus, der die Ebenen von Wirk-
Pišta befreit sich...
lichkeit und Traum miteinander verwebt. Der Roman
Foto: SiVi
Foto: Viktor Kalinke
Axel Helbig
wurde bereits ins Französische, Kroatische, RumäDie hier vorgelegte Übersetzung von Elvira Veselinović
nische und Russische übersetzt.
stellt den Autor zum ersten Mal im deutschsprachigen
Raum vor.
1946 in Stara Pazova, Serbien, geboren, lebt in Novi Sad, beschäftigte sich mit Poesie
und Konzeptkunst, spielte in den Kult-Bands Luna und La Strada, zählt zu den wichtigsten Vertretern
der jugoslawischen Avantgarde-Bewegung. Bisher sind von ihm folgende Titel erschienen: Marinizmi
(Marinismen), Gedichte, 1995; Vrt kao to (Ein Garten wie das), Gedichte, 1997; Blues diary (Dichtertagebuch),
2001; Urvidek (Geschichten), 2005; Gedichte, 2007; Quattro stagioni (Roman), 2009.
zweisprachig in Deutschland und Jugoslawien aufgewachsen, Studium in Köln und
Galway (Irland), Promotion, freiberufliche Übersetzerin und Sprachlehrerin in Berlin.
geb. 1953 in Mazedonien, schreibt Theaterstücke, Romane, Gedichte und Essays, seine
Werke wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt, sein spiritueller Idealismus ist eng verknüpft mit
dem Mythos vom Balkan als Herz Europas, lebt seit 1988 in Paris, war Professor für Kreatives Schreiben,
von 2000 bis 2005 Botschafter der Republik Mazedonien in Frankreich, Spanien, Portugal und bei der
UNESCO, seit 2007 ist er Rektor der privaten Universität der Audiovisuellen Künste, ESRA.
geb. 1965 in Newcastle/Australien. Nach dem Deutsch- und Slawistikstudium in Canberra
und Weiterbildungsjahren in Zagreb (1988-89) und Moskau (1989-90) lebt und arbeitet er seit 1991 als
freiberuflicher Übersetzer in Berlin.
Schwärzer als Weiß
Doch wenn man irgendwann dir sagt,
es liege Schnee …
glaub es nicht.
Unter der Zunge deines Speichels Nachgeschmack –
nach Nichtgesagtem, NichtDurchdringung.
Angelina Polonskaja
Tel.: 0341 - 26 42 70 38, Fax: 0341 - 26 32 90 56
post@l-lv.de, www.l-lv.de
Unser gesamtes Programm und viele weitere Informationen finden Sie auf:
Anthologie russischer Poesie: Generation 1940 – 1960
Ausgewählt und übersetzt von Robert Hodel
978-3-86660-193-2, zweisprachig, 472 S.,
34.95 EUR
Mit Texten von: Michail Ajsenberg, Juri Arabow, Natalja Asarowa, Sergei Birjukow, Arkadi Dragomoschtschenko, Sergei Gandlewski, Igor Irtenjew, Nina Iskrenko, Alexander Jerjomenko, Witali
Kalpidi, Jelena Kazjuba, Konstantin Kedrow, Swetlana Kekowa, Bachyt Kenschejew, Timur Kibirow,
Nikolai Kononow, Wiktor Kriwulin, Juri Kublanowski, Juri Kusnezow, Eduard Limonow, Andrei
Monastyrski, Olesja Nikolajewa, Aleksei Parschtschikow, Dmitri Prigow, Lew Rubinstein, Sergei
Sawjalow, Iwan Schdanow, Jelena Schwarz, Olga Sedakowa, Sergei Stratanowski, Aleksei Zwetkow.
Angelina Polonskaja
Schwärzer als Weiß
Gedichte
Aus dem Russischen von Erich Ahrndt
ISBN 978-3-86660-192-5, 216 S.,
19.95 EUR
Angelina Polonskaja hat sieben Gedichtbände veröffentlicht, von denen zwei, ins
Englische übersetzt, in den USA erschienen. Ihre Gedichte wurden auch in rus-
Ihre LKG-Ansprechpartnerin für unseren Verlag: Veronika Reumann
(veronika.reumann@lkg-service.de, Tel.: 034206 / 65-288, Fax: -1762)
Zur Förderung einer vielfältigen und unabhängigen Literaturszene unterstützen wir:
geb. 1959 in Buttisholz (Luzern), studierte Slavistik, Philosophie und Ethnologie in
Bern, Sankt Petersburg und Novi Sad. Seit 1997 ist er Professor für Slavische Literaturwissenschaft an
der Universität Hamburg.
Silvia Sasse & Gianna Frölicher (Hg.)
Theater oder Gericht?
Drei sowjetische Agitgerichte (1924-1932)
Aus dem Russischen von Gianna Frölicher
und Joseph Wälzholz
ISBN 978-3-86660-195-6, 260 S.,
24.95 EUR
Gericht über eine Kurpfuscherin (1925)
Gericht über Gott (1924)
Gericht über einen Bücherschänder (1932)
Herausgegeben und eingeleitet von Gianna Frölicher und Sylvia Sasse
sischen Zeitschriften und Zeitungen publiziert, aber in den letzten Jahren konnte
sie praktisch nichts mehr veröffent-
Diese Anthologie versammelt jeweils sechs Texte aus unterschiedlichen Schaffensphasen russischer Dichterinnen und Dichter, die zwischen 1940 und 1960 geboren sind.
Die ältesten Gedichte stammen aus den frühen Sechzigern, die jüngsten aus dem 21. Jahrhundert. Damit
gewährt die Anthologie einen repräsentativen Einblick in fünf Jahrzehnte russischer Poesie. Vielfältig
spiegelt sich in ihr auch das sprunghafte politische
Geschehen vom Chruschtschowschen Tauwetter bis
zur zweiten Amtszeit Putins wider. Jedoch nicht nur
die unterschiedliche Einstellung zum Lauf der Geschichte wird in diesen Texten manifest, sie lassen
auch die sich verändernde westliche Sicht auf die
russische Literatur nachvollziehen. Wurde manch ein
Dichter in den Siebzigern für seine antisowjetische Haltung gefeiert, galt er – wenn er
seinem Credo treu blieb – in den Neunziger Jahren als nationalkonservativer Vertreter
Russlands. Wer sich tiefgründig für die Kultur und das geistige Klima Russlands
interessiert, kommt an dieser Anthologie nicht vorbei.
Fotos: privat,
Vor dem Fenster unten
sind Volk und Macht
Foto: Elvira Polonskaja
Foto: Viktor Kalinke
Leipziger Literaturverlag
Brockhausstr. 56
D-04229 Leipzig
Robert Hodel (Hg.)
lichen: Sie schrieb das Libretto zum
Oratorium „Kursk“ des australischen
Komponisten David Chisholm, einem
Requiem auf die im Jahr 2000 umgekommene russische U-Boot-Besatzung. Es wurde 2011 in Melbourne
uraufgeführt. Seitdem ist Angelina
Polonskaja für die Mächtigen im
Kreml eine Dissidentin. Schnee und
Kälte sind ihre Metaphern für soziale und menschliche Kälte, auch für das Leiden
daran. Den Wunsch nach Harmonie versagt sich Angelina Polonskaja, sie will sich
der nüchternen Analyse und dem Widerstehen-Müssen stellen. Es ist an der Zeit,
diese Lyrikerin, zweifellos eine der bedeutenden Dichterinnen der Gegenwart, im
deutschsprachigen Raum vorzustellen.
: geb. 1969 im Dorf Malachowka im Gebiet Moskau, als Tochter eines Professors der Medizin und einer Eiskunstlauftrainerin. Sie absolvierte das Moskauer Institut für Körperkultur und Sport und studierte Spanisch am Cervantes-Institut. Sie war Eiskunstläuferin im
Moskauer und Kiewer Eiskunstballett, ging dann nach Südamerika, von wo sie 1997 zurückkehrte
und ihre Sportlerkarriere beendete. Heute ist sie Mitglied des Moskauer Schriftstellerverbands und
des russischen PEN-Zentrums.
„Gerichtstheater“ war in der jungen Sowjetunion eines der populärsten Unterhaltungsgenres. Landesweit wurden kleine Broschüren mit Agitationsgerichten (Agitsudy) in Auflagen von teilweise bis zu 100'000 Exemplaren herausgegeben. Die
Stücke gehören in den Bereich der Agitation und bilden die Grundlage für die enge Verbindung von Theater und Gericht, die bis
heute in Russland zu beobachten ist. Die Stücke sind aber zum Teil
auch sehr komisch, geradezu karnevalesk, wenn zum Beispiel Gott
oder eine Mücke vor Gericht gestellt werden. Die drei hier ausgesuchten Agitgerichte stehen für unterschiedliche Phasen des
Genres und zeigen, dass sich Theater und Gericht immer weniger
voneinander unterscheiden lassen. Als das Genre in der 1930er
Jahren verschwindet, wird es von einer theatralen Justiz, Laiengerichten und Schauprozessen, regelrecht abgelöst. Die Stücke sind
aber nicht nur relevant für die Überblendung von Theater und Justiz in der sowjetischen
Gesellschaft, sondern auch für das Theater der 1920er Jahre. Sie bilden einen Kontrapunkt
zu Brechts Lehrstücken, sind politisierter Ausdruck der Einbeziehung der Zuschauer, die
immer mehr zu einer Illusion gerinnt. Auch Walter Benjamin, der als Zuschauer in das Gericht über die Kurpfuscherin gerät, ist sich, wie man im Moskauer Tagebuch nachlesen kann,
zunächst nicht ganz sicher, ob er im Theater oder in einer Gerichtsverhandlung sitzt.
Professorin für Slavistische Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Forschungen
zur Sprachphilosophie des Moskauer Konzeptualismus, zur Beicht- und Geständnispraxis in der russischen Literatur, zu Michail Bachtin. Aktuelles Forschungsprojekt zu »Literatur und Kunst vor Gericht«.
Assistentin für Slavistische Literaturwissenschaft am Slavischen Seminar der Universität Zürich. Promotionsprojekt zu denAgitgerichten der 1920er Jahre.
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Seele and Geist
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