close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (07.01.2015) - Die Onleihe

EinbettenHerunterladen
Hürdenlauf im Kinderzimmer: Zweifel an Erziehungsratgebern
Wissen
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
WWW.SÜDDEUTSCHE.DE
HF1
(SZ) Eine schöne Geste kann mit Anstrengung verbunden sein, besonders wenn sie
leicht und souverän daher kommen soll. Jemandem etwas zu geben, worauf er keinen
Anspruch hat, einfach nur ein kleines Dankeschön zu überreichen – das geht nicht
nur komplett am Finanzamt vorbei, es erfordert auch ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl. Das gönnerhaft hinausposaunte „20 Euro! Stimmt so!“ hat seine Tücken,
weil auch Geld schenken gelernt sein will.
Paare verplempern in Restaurants immer
wieder einen großen Teil ihres wertvollen
Rendezvous-Zeitkontingents mit der Frage: Was meinst du, wie viel Trinkgeld sollen wir ihm geben?
In Kanada hat ein Mann nun bewiesen,
dass lange Diskussionen nur zu mickrigen
Resultaten führen. Das beste Argument ist
immer noch die Tat. Er rundete in Barrie,
100 Kilometer nördlich von Toronto, die
Rechnung auf fast 99 000 Dollar auf.
Sieben Dollar galten dem Sandwich, das er
verspeist hatte. 98 932 Dollar waren ein
lässig in Aussicht gestellter tip. Interessant ist an diesem Fall, dass der Mann die
99 000-Dollar-Marke knapp um 61 Dollar
verfehlte. Offensichtlich wollte er den
Bogen nicht überspannen. Und damit
beim Balanceakt auf dem schmalen Grat
zwischen Großzügigkeit und Großmannssucht nicht das Gleichgewicht verlieren.
Das fiel ihm offenbar umso schwerer, als
die Agenturen vermelden, dass der 35-Jährige betrunken gewesen sei. Alkohol macht
spendabel, hat die dpa sofort daraus gefolgert. Aber nicht zahlungsfähig, muss man
miesepetrig hinterherschieben. Die Kreditkarte des Mannes verweigerte nämlich
ihren Dienst, und die Kellnerin alarmierte
die Polizei. Trinkgeld geben ist also nicht
nur schwierig, sondern auch gefährlich.
Das ist wohl der Grund, warum das heikle
Spiel ums Trinkgeld diesen Mann zu einem Befreiungsschlag veranlasst hat. Nie
wieder als Geizhals dastehen. Ein Mann
mit Format denkt und handelt in
99 000-Dollar-Schritten.
Im Grunde sollte der Befreiungsschlag
von Barrie als lehrreiches Beispiel dienen.
Gib immer mehr, als man von dir erwartet.
Rechne nicht wie Hänschen-Klein mit den
Fingern in der Anzugstasche heimlich die
Zehn-Prozent-Regel in Deutschland nach.
Vergiss das 20-Prozent-Pflicht-Gesetz in
USA. Und scher dich eine Nudelsuppe um
die Null-Prozent-Regel in Japan. Nie mehr
Angst im Restaurant. Und wenn du jemanden beschämst, dann wenigstens richtig.
Mach es wie Generaldirektor Haffenloher
in „Kir Royal“ mit Baby Schimmerlos und
sag jeden Tag diesen einen esoterischen
Satz: „Ich scheiß dich so zu mit meinem
Geld, dass du keine ruhige Minute mehr
hast.“ Das beendet das ganze Tamtam ums
richtige Trinkgeld ein für alle Mal. Womöglich mit dem Ergebnis, dass der Restaurantbesuch als solcher ausstirbt. Aber wir hätten wenigstens alle ein gutes Generaldirektor-Gefühl dabei.
MÜNCHEN, MITTWOCH, 7. JANUAR 2015
71. JAHRGANG / 2. WOCHE / NR. 4 / 2,40 EURO
FDP setzt auf
Steuersenkungen
Parteichef Lindner will das Thema
wieder in den Vordergrund rücken
Stuttgart – Die FDP will mit dem Thema
Steuersenkungen und einem klar wirtschaftsfreundlichen Kurs mehr Wähler ansprechen. Parteichef Christian Lindner sagte am Dienstag beim Dreikönigstreffen in
Stuttgart, seit die FDP aus dem Bundestag
gewählt worden sei, sei dort die Steuerpolitik vom Radar verschwunden. Der Plan
von Union und SPD, heimliche Steuererhöhungen durch die kalte Progression von
2017 an zu mildern, sei nur ein fauler Kompromiss. Dabei müsse dringend etwas gegen eine „Verstaatlichung der Gehaltserhöhungen der Menschen“ getan werden. Die
Liberalen waren auch wegen ihrer gebrochenen Steuerversprechen von 2009
(„Mehr Netto vom Brutto“) bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 erstmals an der
Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Lindners
Vorgänger, Philipp Rösler, hatte vor drei
Jahren das Steuerthema für die FDP als
Leitmotiv für erledigt erklärt. Lindner sagte, liberale Grundüberzeugungen würden
nicht verwässert. Im Gegenteil: „Wir wollen die Dosis erhöhen.“ sz
Seite 5
Ölpreis auf tiefstem
Stand seit Frühjahr 2009
Friedenszeichen: Der Anführer der griechischen Linken, Alexis Tsipras, entlässt zum orthodoxen Feiertag Epiphania weiße Tauben.
FOTO: ALEXANDROS BELTES/DPA
Berlin offen für Dialog mit Linken in Athen
Auch mit einem Wahlsieger Syriza werde man sich „an einen Tisch setzen“, heißt es in der
Bundesregierung. Es sei „Unsinn“, dass man es auf einen griechischen Euro-Austritt ankommen lasse
von claus hulverscheidt
und javier cáceres
Berlin/Brüssel – Die Bundesregierung wäre bei einem Wahlsieg des griechischen Oppositionsführers Alexis Tsipras zum Dialog mit dem neuen Ministerpräsidenten bereit. In Regierungskreisen hieß es, alle Gerüchte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lasse es im Falle eines Erfolgs von Tsipras bei
der Parlamentswahl am 25. Januar auf einen Euro-Austritt Griechenlands ankommen, seien „blanker Unsinn“. Ihr Ziel sei es
stets gewesen, die Währungsunion als Ganzes zu erhalten. „Daran hat sich nichts geändert, und deshalb werden wir uns mit jedem gewählten griechischen Regierungschef an einen Tisch setzen“, hieß es.
Der 40-jährige Tsipras ist Chef des linken Parteienbündnisses Syriza, das in Mei-
nungsumfragen vor der konservativen Partei des amtierenden Ministerpräsidenten
Antonis Samaras liegt. Tsipras hatte wiederholt erklärt, er werde bei einem Wahlsieg die Reform- und Sparvorgaben, die
die EU-Partner seinem Land als Gegenleistung für Hilfskredite auferlegt haben, aufkündigen. Zudem verlangt er einen neuen
Schuldenerlass. Um einen Staatsbankrott
zu verhindern, haben die EU-Staaten und
der Internationale Währungsfonds Athen
insgesamt 240 Milliarden Euro geliehen.
Am Wochenende hatte eine Spiegel-Meldung für Aufregung gesorgt, nach der Merkel Tsipras keinesfalls entgegenkommen
wolle, sondern eher einen Austritt des Landes aus der Währungsunion in Kauf nehmen würde. Da es mittlerweile den EuroSchutzschirm und andere Instrumente zur
Krisenbewältigung gebe, schrecke sie ein
solches Szenario nicht mehr, hieß es. Aus
den Kreisen verlautete, tatsächlich sei die
Euro-Zone heute stabiler als vor zwei oder
gar vier Jahren. Auch bleibe sie bei ihrer
Haltung, dass ein Land Hilfskredite nur erhalten könne, wenn es im Gegenzug die Ursachen seiner finanziellen Probleme beseitige. Beides bedeute aber nicht, dass es der
Kanzlerin egal sei, ob die Euro-Zone zusammenbleibe oder nicht. Ein Aufbrechen
der Währungsunion sei nach wie vor mit
großen Risiken behaftet.
Tsipras selbst warf der Bundesregierung vor, seine Absichten falsch darzustellen. Seine Partei wolle „nicht den Zusammenbruch, sondern die Rettung des Euro“,
schrieb er in einem Beitrag für die InternetZeitung Huffington Post. Sie sei deshalb
„keine große Bedrohung für Europa, sondern die Stimme der Vernunft“. Die Rück-
zahlung von Schulden dürfe nicht dazu führen, dass ein Land in der Rezession ersticke und die Menschen in die Armut getrieben würden. Statt dies anzuerkennen, verbreiteten die Regierung und Teile der Presse in Deutschland weiter das „Ammenmärchen vom Austritt Griechenlands“.
Scharfe Kritik an Berlin übte auch Gianni Pitella, der Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europaparlament. Er sagte,
die Zeiten für „Sheriff-Spielchen der deutschen Rechten“ seien vorbei. Er verlange
„vollen Respekt vor dem griechischen Volk
und dessen souveränem Willen“. Außerdem würden Drohungen aus Berlin letztlich nur Tsipras „in die Hände spielen“. Vorwürfe kamen auch von den Grünen. Merkel schiele auf den Applaus der islamkritischen Pegida und der rechtskonservativen
AfD, hieß es.
Seiten 2 und 4
HEUTE
Meinung
Die US-Republikaner wollten
weniger Staat, jetzt sollen sie im
Kongress Staat machen
4
Panorama
Den schickt der Himmel –
ein Franke als Buschpilot in
Papua-Neuguinea
8
Feuilleton
Warum ausgerechnet
Irland das islamischste Land
der Welt ist
9
Wirtschaft
Ein Auto, das sich selbst
steuert, ist das wichtigste Ziel
der Automobilindustrie
22
Vor 25 Jahren fuhr die letzte Schicht ein
im Bergwerk Radbod am Ostrand des
Ruhrgebietes. Viele Jahre lang haben die
Kumpel in Hamm dann noch der Hoffnung nachgehangen, es könne trotzdem
irgendwie weitergehen: Ihr Arbeitgeber,
die RAG, plante ein neues Bergwerk, das
ganz ohne Subventionen auskommen sollte. Nicht zuletzt der fallende Kohlepreis
zerstörte den Traum. Seit ein paar Jahren
werden die alten Schächte zugeschüttet.
In diesem Jahr nun soll ein neuer Bohrer in Betrieb gehen, der sich wieder tief
in die Erde gräbt. Nicht um Steinkohle soll
es diesmal gehen, sondern um das Gas,
das zwischen den Flözen liegt. In einigen
Tagen will das Energieunternehmen
HammGas, an dem die örtlichen Stadtwerke beteiligt sind, einen Antrag auf Probebohrungen einreichen. „Es ist eine große Chance“, sagt Geschäftsführer Ralf
Presse. Etwa 100 Milliarden Kubikmeter
Gas lägen unter der alten Zeche und ihrer
Sport
Der Sportdirektor ist entlassen,
Lionel Messi zürnt – die große
Krise des FC Barcelona
23
Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel & Schach
Familienanzeigen
27, 28
13
26
24
12
Süddeutsche Zeitung GmbH,
Hultschiner Straße 8, 81677 München; Telefon 089/2183-0,
Telefax -9777; redaktion@sueddeutsche.de
Anzeigen: Telefon 089/2183-1010 (Immobilien- und
Mietmarkt), 089/2183-1020 (Motormarkt),
089/2183-1030 (Stellenmarkt, weitere Märkte).
Abo-Service: Telefon 089/21 83-80 80, www.sz.de/abo
A, B, E, F, GR, I, NL, SLO, SK: € 3,00;
Dkr. 23; £ 3,00; kn 27; sfr. 4,80; czk 85; Ft 780
31002
4 190655 802404
Comeback der Kumpel
Mit neuer Technik soll aus alten Kohlezechen Gas geholt werden
Umgebung, mit nur einem Zehntel dieser
Menge könnte die Stadt Hamm 20 Jahre
lang mit Gas versorgt werden – kostengünstig und umweltfreundlich, sagt Presse. Zahlreiche Bürgerinitiativen und Lokalpolitiker befürchten aber, dass HammGas durch die Hintertür doch das umstrittene Fracking nach Deutschland bringen
will.
Das ist zwar nicht grundsätzlich verboten, soll nach dem Gesetzentwurf der großen Koalition aber mit so hohen Genehmigungshürden versehen werden, dass es
nur schwerlich zum Einsatz kommen
wird. Die USA stützen ihren Energieboom
zu einem großen Teil auf die sogenannte
unkonventionelle Förderung durch Fracking, bei der große Mengen Wasser und
Chemikalien in den Boden gepumpt werden, die in der Tiefe lauter kleine tektonische Risse auslösen und das Gas nach
oben pressen. Im US-Bundesstaat Ohio
hat Fracking bereits schwere Erdbeben
ausgelöst, in anderen Gebieten das Gewässer verseucht. Diese Angst geht nun
auch in Hamm um, wo gegen die Bohrungen der Widerstand wächst.
Zu Unrecht, sagt Geschäftsführer Presse. „Wir verzichten auf Fracking.“ HammGas hat eine auf Krisen-PR spezialisierte
Kommunikationsagentur beauftragt, die
nun das Kunstwort Tektomechanik in die
Diskussion eingeführt hat, was allemal
besser als Fracking klingt. Im Kern, so
das Unternehmen, handele es sich dabei
um eine Art Schreibtischtechnologie. Im
Steinkohlebergbau musste penibel darauf geachtet werden, dass kein Grubengas in die Schächte dringt. Deshalb wurden Hunderte Probebohrungen gemacht,
um die Gase zu lokalisieren. Jetzt will sich
HammGas diese Datenlage zum Vorteil
machen, um mit den alten Analysen zentimetergenaue 3-D-Modelle zu erstellen.
Das Gas müsse dann nur noch von oben
angebohrt werden, ohne Chemie oder große Wassermengen. Noch im Jahr 2015 soll
die erste Probebohrung starten. In vielen
Bürgerversammlungen sollen Kritiker
überzeugt werden, die den Austritt von
Methan und Bergsenkungen befürchten.
Dass die Unsicherheit so groß ist in der
Bevölkerung, hängt vielleicht auch mit
der Geschichte zusammen: 1908 starben
im Bergwerk Radbod 350 Menschen, weil
sich das gefürchtete Grubengas entzündete. Es ist fast dasselbe Gemisch, das die
HammGas nun gefahrlos nach oben bringen will.
bernd dörries
AfD streitet über Umgang mit Pegida
Ko-Parteichefin Petry trifft sich mit Organisatoren der Kundgebungen, ihr Stellvertreter Henkel verlangt klare Distanzierung
Berlin – In der AfD-Spitze gibt es Streit
über den Umgang mit den Pegida-Demonstranten. Während ein Teil der Führung die
Nähe zu den „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlands“
sucht, warnt der andere Teil vor einem
Schulterschluss. Frauke Petry, eine der
drei AfD-Vorsitzenden, hat für diesen Mittwoch die Organisatoren der Demonstrationen zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Das Treffen soll im sächsischen Landtag stattfinden, dort ist Petry Vorsitzende
der AfD-Fraktion. Auch AfD-Vize Alexander Gauland sucht die Nähe zu Pegida. Er
hat bereits an einer Demonstration teilgenommen, nach eigenen Angaben „als Beobachter“. Außerdem hat er die Islamgegner
vehement gegen die Kritik durch die Bundeskanzlerin verteidigt.
DIZdigital: Alle
Alle Rechte
Rechte vorbehalten
vorbehalten –- Süddeutsche
Süddeutsche Zeitung
Zeitung GmbH,
GmbH, München
München
DIZdigital:
Jegliche Veröffentlichung
Veröffentlichungund
undnicht-private
nicht-privateNutzung
Nutzungexklusiv
exklusivüber
überwww.sz-content.de
www.sz-content.de
Jegliche
AfD-Ko-Chef Bernd Lucke und ParteiVize Hans-Olaf Henkel gingen deshalb auf
Distanz zu Petry und Gauland. Henkel sagte, es bestehe die Gefahr, dass seine Partei
ins ultrakonservative Lager abrutsche. Er
fordere die AfD deshalb auf, von Pegida
„Abstand zu bewahren“. Seine Partei dürfe
den Demonstranten nicht „nachlaufen“,
sagte Henkel der Berliner Zeitung. Er habe
„wenig Sympathie für diese Bewegung“
und wisse gar nicht, „was die wollen“. Man
könne Hamburger sein und Deutscher,
„aber ein patriotischer Europäer – was soll
das denn sein?“ Henkel sitzt für die AfD im
Europaparlament, früher war er Präsident
des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Auch Lucke wandte sich gegen einen Schulterschluss mit Pegida, allerdings
nicht ganz so deutlich wie Henkel. Für die
AfD sei „Fremdenfeindlichkeit nicht akzeptabel“, sagte Lucke. Zum Abendland gehörten „religiöse und politische Toleranz“.
Die AfD-Spitze streitet aber nicht nur
über den Kurs der Partei, sondern auch
über deren Führungsstruktur. Lucke
möchte, dass es künftig statt der drei Vorsitzenden nur noch einen Chef gibt – und
zwar ihn. Petry und Gauland lehnen das vehement ab. Die beiden hatten als Spitzenkandidaten ihrer Partei in Sachsen und
Brandenburg gute Ergebnisse für die AfD
geholt und treten entsprechend machtbewusst auf. Henkel sprach sich am Dienstag
trotzdem für Lucke aus. Er sagte, die AfD
brauche „einen einzigen starken Vorsitzenden, der in der Lage ist, die unterschiedlichen Flügel zusammenzuhalten“. Henkel
verwies darauf, dass Gauland und Petry
sich im Bund für den Fortbestand der Dreier-Spitze stark machten, in ihren Landesverbänden aber als alleinige Vorsitzende
fungieren.
Der Streit um Führungsstruktur und
Kurs der AfD gefährdet zunehmend die
Aussichten der Partei, zum ersten Mal in
ein westdeutsches Landesparlament einzuziehen. Mitte Februar wird in Hamburg gewählt. In der jüngsten Umfrage liegt die
AfD bei sechs Prozent, also nur knapp über
der Fünf-Prozent-Hürde. Lucke forderte
deshalb in einer Rundmail an die Mitglieder und Förderer der AfD mehr Disziplin
von seinen Parteikollegen. Dabei beklagte
er vor allem, dass in letzter Zeit AfD-interne Meinungsverschiedenheiten gezielt der
Presse zugespielt worden seien.
robert roßmann
Seiten 3 und 4
Frankfurt – Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Preis für
US-Rohöl sank unter die Marke von 50 Dollar. Mit 48,93 Dollar am Mittag erreichte er
den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2009.
Seit Sommer sind die Notierungen um
mehr als die Hälfte eingebrochen, weil ein
hohes Angebot auf dem Weltmarkt für
Druck sorgt. Vereinzelt wird an deutschen
Tankstellen ein Liter Diesel bereits für
rund 1,10 Euro angeboten. sz
Seite 15
Wohl doch Ausschuss
zu Luxemburg Leaks
Brüssel – Im Europäischen Parlament
wird nun wahrscheinlich doch ein Untersuchungsausschuss eingerichtet, der sich
der Affäre um die „Luxemburg Leaks“ annimmt. Es geht darum, von Luxemburg gewährte Steuervorteile zu untersuchen. Einen entsprechenden, von den Grünen gestellten Antrag haben nun auch mehrere
Christdemokraten unterzeichnet. Damit
steigt die Aussicht, dass die nötigen Stimmen zusammenkommen. jc
Seite 6
Staat verfehlt
wichtige Bildungsziele
Berlin – Bund und Länder haben die Zahl
der Schulabbrecher und der jungen Menschen ohne Ausbildung nicht wie angekündigt verringern können. Dies geht aus einer Untersuchung des Bildungsforschers
Klaus Klemm für den DGB hervor. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich 2008 auf entsprechende Ziele für 2015 verständigt. Schon jetzt
ist allerdings absehbar, dass mehrere Vorgaben nicht erreicht werden. sz
Seite 6
Jordanischer Prinz tritt
gegen Joseph Blatter an
München – Der jordanische Prinz Ali bin
al-Hussein kandidiert für das Amt des
Präsidenten des Weltfußball-Verbandes
Fifa. „Ich tue das, weil ich glaube, dass es
an der Zeit ist, den Fokus wieder auf den
Sport zu richten“, sagte Ali. Der 39-Jährige
fordert damit den Schweizer Joseph Blatter heraus, der seit 1998 an der Verbandsspitze steht. Prinz Ali ist Fifa-Vizepräsident und gilt als Vertrauter von Uefa-Chef
Michel Platini. sz
Seite 4 und Sport
Dax ▲
Dow ▶
Euro ▼
Xetra 17 Uhr
9578 Punkte
N.Y. 17 Uhr
17504 Punkte
17 Uhr
1,1915 US-$
+ 1,11%
- 0,01%
- 0,0016
DAS WETTER
▲
TAGS
7°/ -3°
▼
NACHTS
Am Mittwoch ziehen oft dichte Wolken vorüber. Gebietsweise fällt ein wenig Regen
oder Sprühregen, in höheren Lagen auch
Schnee oder etwas gefrierender Regen. Dabei besteht Glättegefahr. Null bis sieben
Grad.
Seite 13
Die SZ gibt es als App für Tablet
und Smartphone: sz.de/app
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
200 KB
Tags
1/--Seiten
melden