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Euro stürzt auf Neun-Jahres-Tief - BÖRSE am Sonntag

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Pflichtblatt der Börsen Frankfurt
D ü s s e l d o r f · St utt g a rt · h a m b u r g · b e r l i n · M ü n c h e n
№ 02 · Sonntag, 11. Januar 2015
Mario Draghi
Euro stürzt auf
Neun-Jahres-Tief
Welche Aktien profitieren,
welche leiden
BASF
Siemens
Airbus
Rohölbaisse
Chemieriese
setzt auf
starken Dollar
Viel Schwung
trotz der
Euroschwäche
Doch wieder
Sieger gegen
Boeing?
Bremsklotz
oder
Turbo?
AKTIEN & MÄRKTE UNTERNEHMEN
FONDS
ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Schliekers Woche
Das süße Gift der Verwerfungen
Sonntag, 11. Januar 2015
AKTIEN & MÄRKTE
Schliekers Woche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Tops und Flops-, Zahl der Woche,
Termine der Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Kopf der Woche: Nikolaus von Myra,
Aphorismus der Woche . . . . . . . . . . . . . . . 4
Pro & Contra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Markt im Fokus: Euro. . . . . . . . . . . . . . . . 6
Märkte im Überblick: S&P 500, DAX,
EURO STOXX 50. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Aktie der Woche:
BASF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Spezial: Eurobaisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
UNTERNEHMEN
Unternehmen der Woche:
Siemens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Airbus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gastbeitrag: Michael Schoenhaut . . . . . . . .
News: Constellation Brands, LYNX,
Google, Samsung, AUDI AG . . . . . . . . . .
16
20
23
24
FONDS
Fonds der Woche:
Source STOXX Europe 600 Optimised
Automobiles & Parts ETF. . . . . . . . . . . . . . . . 26
Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Gastbeitrag: Matthias Scheffner. . . . . . . . . . 29
ZERTIFIKATE
Zertifikate-Idee: Index-Zertifikat auf
den DAXplus Export Strategy-Index . . 30
Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Rohstoffe
Rohstoffe der Woche:
Öl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Rohstoffanalysen: Weizen, Gold,
Kupfer, Kaffee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Lebensart
Produkt der Woche:
Mercedes-Benz F 015. . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Refugium der Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 38
Krisengewinnler,
E x p or t-Ty r a n n,
Globa lisierungsHausierer und nun
auch noch EuroProfiteur? Was hat
man den Deutschen nicht schon
alles vorgeworfen,
Reinhard Schlieker
einfach weil die
ZDF Wirtschafts­
Wirtschaft hier
korrespondent
nicht kaputtzukriegen scheint. Etwas
Ironie der Geschichte, sicherlich, denn diverse Regierungen haben es nach Auffassung
namhafter Handeltreibender hierzulande
schon kräftig versucht. Aber jenseits solcher
Polemik muss man feststellen, dass keine der
Krisen und Widrigkeiten der letzten Jahr
etwas ausrichten konnte gegen Exportboom,
Innovation, feinste Feinmechanik. Nach
einer Studie des Instituts der Deutschen
Wirtschaft musste Deutschland zwar seinen Anteil an der globalen Wertschöpfung
schrumpfen sehen, von 9,2 auf 6,8 Prozent
seit 1995. Legte aber absolut gesehen mächtig zu: 37 Prozent plus im gleichen Zeitraum
bei der industriellen Wertschöpfung. Große
Warnungen begleiteten die Finanz- und
dann die europäische Schuldenkrise seit
2008 – nichts gewesen, so scheint es. Die Beschäftigung hierzulande ist Rekord, und das
keineswegs hauptsächlich bei den sogenannten McJobs im Billigsektor. Damit würde
man solche Zahlen nicht schaffen. Die Wirtschaft sucht Fachkräfte, und wären die Beteiligten des deutschen sehr föderalen Bildungssystems vielleicht nicht ganz so wild auf stets
neue Nivellierungsexperimente, sondern auf
solide Bildungsstandards, dann müsste der
Handwerksmeister oder der Ausbilder im
Chemiewerk den jungen Leuten auch nicht
erst Lesen und Rechnen beibringen, bevor’s
an die Fachkenntnisse geht. Das wäre mal
eine Maßnahme gegen Fachkräftemangel,
die sich wirklich auszahlt – und zudem den
02
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Menschen nützt! Aber das ist eine andere
Baustelle. Im Moment wird der Mindestlohn
als gefährlich angesehen, vor kurzem noch
war es die russisch-ukrainische Krise, und
beides könnte abperlen. Der schwache Euro
schafft Gewinner auf traditionell wichtigen
deutschen Feldern: dem Export vor allem.
Die unverhofft starken Ausfuhranreize eines
Euro, der gerade unter den eigenen Ausgabepreis gegenüber dem Dollar gerutscht ist,
helfen bei hohen Löhnen und Steuern. Das
ist keine Garantie auf Dauer – es wäre auch
ganz schlecht für Importeure und für die
Verbraucher, die gern mal ausländisch Urlaub
machen. Aber es wirkt wie eine ÜbergangsPufferzone. Das günstige Öl wäre bei einem
stärkeren Euro sogar noch günstiger, kaum
auszudenken. Der Schmierstoff hilft aber
wiederum der Industrie, denn die Produktion wird günstiger: Konsumgüter, bei denen
Mineralöl im Spiel ist, profitieren doppelt,
denn gleichzeitig wirken niedrige Benzinund Heizölpreise wie eine Art Steuersenkung.
Die Politik darf den Konsum gern mal beobachten und sich in einer ruhigen Stunde
ausmalen, was wirkliche Steuersenkungen
bringen könnten. Schließlich entlastet nach
Schätzungen des DIHK die aktuelle Gemengelage die deutsche Wirtschaft so stark wie
eine 20-Milliarden-Euro-Konjunkturspritze.
Wenn wir es schaffen, weitere Anpassungen
nicht zu verschlafen, könnte dies der Fitnessparcours für die nächste Krise sein. Die
kommt ja wohl, darf man annehmen, und
wie sie gemeistert wird, muss man nicht jetzt
schon wissen. Wie man es nicht versuchen
sollte, das weiß man aus aller Welt.
Was denken Sie über
dieses Thema?
Schreiben Sie gerne direkt an den Autor
Reinhard Schlieker unter
schlieker@boerse-am-sonntag.de
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FONDS
ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Tops und Flops der Woche
tops
Merck KGaA: Neue Rekorde
Mit einem Plus von 20,4 Prozent war die Aktie des deutsche Pharma- und Chemiekonzerns 2014 der beste Wert im DAX. Im neuen Börsenjahr setzte sich die positive Entwicklung bislang fort. Das Merck-Papier (WKN: 659990) kletterte jüngst über das im
November 2014 markierte Allzeithoch von 80,93 Euro und löste damit die seither gebildete
Konsolidierung nach oben auf. Neue Nachrichten aus dem Konzern selbst gab es nicht.
Am Freitag stufte die Credit Suisse den Wert von „Neutral“ auf „Outperform“ und hob
das Kursziel auf 88 Euro an.
Monster Beverage: Neues Allzeithoch
Der US-Konzern verdient sein Geld mit Energy-Drinks und anderen alternativen Getränken. Er befindet sich auf einem profitablen Wachstumskurs. Die positive Geschäftsentwicklung schlägt sich in der Kursperformance nieder. Der Wert gehörte 2014 zu den
größten Gewinnern im NASDAQ 100. Jüngst setzte sich der Rallye fort. Monster Beverage (WKN: A1JSKK) markierte neue Rekorde. Die Investoren störten sich nicht an der
Nachricht, dass sich Firmenlenker Rodney C. Sacks vom Großteil seines Aktienpaketes
getrennt hat.
J. C. Penney: Gutes Weihnachtsgeschäft
Der US-Einzelhändler betreibt 1.060 Kaufhäuser in den USA. Zum Sortiment von J.
C. Penney (WKN: 851991) gehören unter anderem Kleidung, Schuhe, Möbel, Schmuck,
Kosmetik, Elektrogeräte und Haushaltsgegenstände. Die Geschäfte liefen in den vergangen Jahren schlecht. Die Umsätze sanken kontinuierlich. Zudem schreibt der Konzern
rote Zahlen. Das drückte den Aktienkurs. Jüngst legte er jedoch sehr kräftig zu. Von den
Anlegern gefeiert wurden die Verkaufszahlen für November und Dezember.
Zahl der Woche
48,65
US-Dollar
kostete in dieser Woche ein Barrel WTIÖl. Das ist der niedrigste Stand seit
­Februar 2009.
TERMINE der Woche
14.01.11:00 EUIndustrieproduktion
November
Flops
United Rentals: Unter Druck nach Verkaufsempfehlung
United Rentals (WKN: 911443) vermietet Maschinen und Gerätschaften. Eigenen Angaben zufolge ist er der weltweit größte seiner Zunft. Die im S&P 500 gelistete Aktie gehörte
in der vergangenen Woche zu den schlechtesten Werten im Index. Neue Nachrichten aus
dem Unternehmen gab es jedoch nicht. Auslöser für den kräftigen Rückgang, der von einem hohen Handelsvolumen begleitet wurde, könnte ein negativer Analystenkommentar
gewesen sein. Das Haus Evercore ISIS hatte ihre Empfehlung von „buy“ auf „sell“ gesenkt.
LANXESS: Abstieg droht
Innerhalb der übergeordneten Talfahrt seit dem Allzeithoch von Februar 2013 hat die
Aktie des Spezialchemiekonzerns (WKN: 547040) ausgehend vom Zwischenhoch im
April 2014 eine erneute kräftige Abwärtswelle gebildet. Jüngst setzte sich die fallende
Tendenz fort. Dazu beigetragen haben könnten negative Analystenkommentare. Aufgrund des anhaltenden Kursverfalls nimmt die Marktkapitalisierung von LANXESS,
ohnehin bereits die geringste der DAX-Werte, weiter ab, sodass zunehmend ein Abstieg aus der 1. Börsenliga droht.
Zalando: Wettbewerber warnt
Beim britischen Online-Modehändler Boohoo.com (WKN: A1XFBJ) liefen die Geschäfte in den letzten vier Monaten des Jahres nicht ganz so gut wie erwartet. Er
rechnet daher mit Ergebnissen im Gesamtjahr unter den Marktprognosen. Diese
Warnung belastete auch die im SDAX gelistete Aktie des deutschen Wettbewerbers
Zalando (WKN: ZAL111). Das Wochentief lag bei 21,85 Euro und damit nur knapp
über dem Ausgabepreis von 21,50 Euro. Das Unternehmen war im Herbst vergangenen Jahres an die Börse gegangen.
03
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
14.01.14:30 USAEinzelhandels­
umsätze Dezember
14.01.20:00 USAFed Konjunktur­
bericht (Beige Book)
15.01.08:00 DEBIP 2014
(1. Veröffentlichung)
15.01.14:30 USANY Empire State
Manufacturing
Index Januar
16.01.15:15 USAIndustrieproduktion
& Kapazitätsaus­
lastung Dez
16.01.15:55 USAVerbraucherstimmung Uni Michigan
(1. Umfrage) Jan
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Kopf der Woche
Je suis Charlie.
Marion Draghi
Der Deflationsverhinderer
Ein schwächerer Euro ist
offenbar von
entscheidender
Bedeutung für
Mario Draghi.
Der Präsident
der Europäischen Zentralba nk (EZB)
Fürchtet zu niedrige
versucht auch
Inflation:
im neuen Jahr,
Marion Draghi
mit allen Mitteln dafür zu
sorgen, dass der Eurokurs weiter sinkt. Mit
der schwächeren Währung möchte er die
Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und eine
Deflation, die er fürchtet wie der Teufel das
Weihwasser, unbedingt abwehren. Zu diesem
Zweck schürt der 1947 geborene Bankmanager Spekulationen, dass die Geldpolitiker
bald mit „unkonventionelle Instrumente“
beginnen werden. Mit diesem Begriff wird
der Ankauf von Staatsanaleihen – insbesondere von solchen, die von den schwächeren
Mitgliedern im Euroraum emittiert wurden
– gerne umschrieben.
Seit dem 1. November 2011 ist Draghi Präsident der EZB. Erstmals in dieser Zeit sind
die Preise im Durchschnitt aller Euro-Staaten
in die Minus-Zone gerutscht. Wie Eurostat
in Luxemburg jüngst mitteilte, verringerten
sich die Verbraucherpreise in den Staaten
der Währungsunion im Dezember um 0,2
Prozent. Das letzte Mal hatte es im Oktober
2009 mit minus 0,1 Prozent einen Rückgang
der Preise gegeben. Auch wenn daraus keine
ausgeprägte Deflation werden sollte, bringt
dies die EZB in die Bredouille.
Der unter anderem am renommierten Bostoner MIT ausgebildete Draghi stammt
aus Rom; von 2006 bis 2011 Präsident der
Italienischen Nationalbank. Da macht ihn
vielleicht besonders sensibel für die Probleme
der Euro-Zone, denn ausgerechnet Italien ist
das Land, das bisher kaum erkennbare Erfolge bei der Reform der Finanzsysteme und
des Haushaltsdefizits zeigt; Irland, Portugal
und sogar Griechenland haben hier die Nase
deutlich vorn. Schon auf der nächsten geldpolitischen Sitzung der EZB am 22. Januar
in Frankfurt könnte Draghi also die Tür
zum massenhaften Ankauf von Staatsanleihen aufstoßen. Dies wird tendentiell den
Euro weiter schwächen.
04
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Aphorismus der Woche
Alle Grausamkeit­
entspringt der
Schwäche.
Lucius Annaeus Seneca,
­römischer Politiker, Rhetor und Philosoph
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Pro & Contra
Was bringen Börsen­
ausblicke für den Anleger?
Kein Mehrwert für den Anleger
Orientierungshilfe für Investoren
Nun sind wir wieder mittendrin in
der Hochphase der Finanzmarktausblicke für das neue Jahr. Die Bankhäuser prognostizieren, wie hoch
Dax & Co. Ende 2015 stehen werden.
Doch die meisten Vorhersagen sind
nichtssagend und nutzlos.
Die Prognose, dass „die Notenbanken den Aktienmärkten die Richtung“ vorgeben und die „globalen
Notenbanker zumindest auf kürzere
Dr. Marc-Oliver Lux
Sicht die wahren Herren der AktienGeschäftsführer der
märkte“ sind, mag zwar immerhin
Dr. Lux & Präuner
richtig, aber nicht neu sein. Schon
GmbH & Co. KG
immer wurden die Börsen maßgebin München
lich von der Zinspolitik getrieben.
Originell wäre dagegen die Vorhersage: 2015 werden die Kurse nicht von der Geldpolitik getrieben.
Auch die Empfehlung, „die Entwicklung in den USA genauestens
im Auge zu halten“, ist eine schon seit mehr als einem Jahrhundert
lang gültige Wahrheit – und somit überflüssig. Erstens, weil es
generell gut ist, die Entwicklung in anderen Ländern im Auge zu
behalten, erst recht, wenn es große Staaten sind. Zweitens, weil in
den Vereinigten Staaten schon immer das meiste Börsengeld bewegt wurde. Dort sind milliardenschwere Pensions- und Vermögensfonds beheimatet. Die Aktien unserer Dax-Konzerne werden
nicht in erster Linie von deutschen, sondern von amerikanischen
und britischen Anlegern gehandelt. Deshalb war unsere Börse
schon immer fremdgesteuert von New York.
Wenig originell ist auch die Feststellung „dass der Wind an den
Märkten rauer wird“, „Börsen über Zeiträume von zwölf Monaten nicht als Einbahnstraße verstanden werden dürfen“ und
„der langfristige Blick entscheidend“ ist. Noch nie ging es an den
Börsen ein Jahr lang ohne Unterbrechung nur nach oben. Und
auch noch nie hat allein der kurzfristige Blick an den Aktienmärkten ausgereicht.
Fazit: Viele Einflüsse wie Stimmungen, Erwartungen, Herdentrieb
und Psychologie der Anleger sind nicht wirklich prognostizierbar.
Wer sich dennoch als Guru versteht, begeht Kaffeesatzleserei.
Natürlich: Es ist und bleibt auch
für ausgemachte Finanzmarktspezialisten enorm schwierig Marktentwicklungen zu prognostizieren.
Hierbei kann man Jahr für Jahr in
der Rückbetrachtung erkennen,
dass eine Großzahl der Institutionen und Finanzexperten mit Ihren
Aussagen teilweise kräftig daneben
liegen. Aber: Börsen­ausblicke stellen
Maik Bolsmann
sehr wohl eine Orientierungshilfe
Geschäftsführer der B & K
für Investoren dar. Die Prognosen
Vermögen GmbH, Köln
sind umso aussagekräftiger, wenn
eine Historie verfügbar ist. Das
heißt, man sollte sich die Mühe machen, turnusmäßig die jeweiligen Aussagen der Marktspezialisten mit deren Erfolgen
abzugleichen. Filtert man also Marktakteure, die in speziellen Teil-Segmenten regelmäßig gut liegen, so bringt das dem
langfristig orientierten Investor ebenso Mehrwert wie die Suche nach langfristig erfolgreichen Vermögensverwaltern und
Fondsmanagern. Obligatorisch ist hierbei die Unabhängigkeit
desjenigen, der diese Informationen für den Anleger aufbereitet
und verwertet.
Und: Anleger müssen sich entsprechend davon frei machen, die
genannten Zielmarken als eine verlässliche Richtgröße anzusehen. Es geht vielmehr darum sich eine Meinung zu bilden und
mit dieser in das Jahr zu starten. Regelmäßige Revisionen sind
daher absolut normal, alles andere als tabu und sogar hilfreich,
sofern wir wissen, dass es sich bei den Prognostikern um die
langfristig treffsichersten ihresgleichen handelt.
Übrigens: Die Analyse des Querschnitts der Prognosen kann
durchaus erhellend sein. Es fällt in den aktuellen Aussagen zum
Beispiel ein gewisser Herdentrieb auf. Es könnte ratsam sein eine
entsprechend gegenteilige Meinung aufzubauen.
Zu guter Letzt: Es kann auch belustigend sein, wenn man am
Jahresende die Kursstände mit den Prognosen des einen oder
anderen Auguren vergleicht, der seine Aussage am Jahresanfang
noch mit Vehemenz vertreten hat, letztendlich weit daneben lag.
Wollen wir auf diese Unterhaltung verzichten?
05
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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FONDS
ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Markt im Fokus
Euro bleibt
unter Druck
Im Juli 2008 mussten für einen Euro 1,60 US-Dollar berappt werden. Seither geht es unter großen Ausschlägen abwärts. Innerhalb dieser übergeordneten Talfahrt bildete sich seit Mai vergangenen Jahres wieder einmal eine kräftige Abwärtswelle, die sich Anfang 2015 fortsetzte. Ein Ende des Siechtums scheint nicht in Sicht.
Es gibt derzeit etliche Schreckgespenster,
die auf der Entwicklung des Euro lasten.
Dazu gehören ein möglicher Grexit und
schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone. Zudem spuken die Deflationssorgen
wieder herum, nachdem im Währungsraum die Verbraucherpreise im Dezember erstmals seit 2009 gesunken waren.
Das könnte die EZB unter Druck setzen
bzw. sie in ihrem Vorhaben bestärken, die
Euro in US-Dollar
Stand: 09.01.2015
Indizes
Index
Dow Jones
S&P 500
NASDAQ
DAX
MDAX
TecDAX
SDAX
EUROSTX 50
Nikkei 225
Hang Seng
Stand: Freitag nach Börsenschluss
09.01.2015 % Vorwoche
52weekHigh  % 52week
17737,37
-0,54%
18103,45
+7,86%
2044,81
-0,65%
2093,55
+11,24%
4704,07
-0,48%
4814,95+13,18%
9648,50
-1,19% 10093,03+2,41%
17163,48
+1,25% 17340,75+3,75%
1408,21
+1,89%
1421,65+17,36%
7171,13
-1,10%
7572,66+3,09%
3042,90
-3,08%
3325,50
-1,53%
17197,73
-1,45%
18030,83
+8,30%
23919,95
+0,26%
25362,98
+4,97%
06
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Geldpolitik noch locker zu gestalten. Das
heizt folglich Spekulationen an, die Notenbank könnte auf ihrer Sitzung am 22.
Januar breit angelegte Staatsanleihekäufe
ankündigen. Der bereits arg geschundene Euro geht daher weiter in Deckung.
Jüngst fiel er zwischenzeitlich unter die
Marke von 1,18 US-Dollar und erreichte
damit ein so niedriges Niveau wie seit
Dezember 2005 nicht mehr. Seit dem
Zwischenhoch im Mai 2014 von fast 1,40
US-Dollar hat die Gemeinschaftswährung damit zum Greenback um beinahe
16 Prozent abgewertet.
Und es sieht derzeit nicht nach einem Ende
der Talfahrt aus. Zum Beispiel gab es weitere negative charttechnische Signale. Der
Euro rutschte jüngst unter die Unterstützungen bei 1,2042 und 1,1877 US-Dollar,
die aus den Zwischentiefs von Juli 2012
und Juni 2010 resultieren, was für weitere
Abgaben sprechen könnte. Als nächstes
könnte damit die potenzielle Haltezone
bei 1,1641 US-Dollar angesteuert werden. Auf der anderen Seite ist jedoch nicht
ausgeschlossen, dass der Euro in nächster
Zeit plötzlich die Richtung dreht, wenn
vielleicht auch nur temporär. Schließlich
ist die Stimmung bereits äußerst bearish.
Zudem sind einige Indikatoren stark überverkauft. Und auch der Abstand zwischen
EUR/USD und seinem 200-Tage-SMA hat
einem Bereich erreicht, der für eine Übertreibung nach unten spricht.
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Märkte im Überblick
usa
Deutschland
Munter hin
und her
Europa
MDAX und TecDAX
mit neuen Rekorden
Ein Grexit spukt
herum
Am US-Aktienmarkt ging es in der vergangenen Woche munter hin und her.
Nachdem die US-Indizes zum Start in die
Börsenwoche an ihre seit Weihnachten
auszumachenden Rücksetzer anknüpften, starteten sie schnell wieder durch. Ein
Strohhalm, an den man sich klammerte,
waren die Stabilisierungsambitionen bei
den Ölpreisen. Außerdem half wohl das am
Mittwoch veröffentlichte Protokoll zur Sitzung der US-Notenbank (Fed) im Dezember, auch wenn es nicht wirklich Neues hervorbrachte. Allerdings bekräftigte die Fed
darin ihre Aussage, frühestens im zweiten
Quartal erstmals die Leitzinsen wieder anheben zu wollen und damit die Zinswende
einzuläuten. Zudem äußerte sich der Präsident der regionalen Notenbank in Chicago,
Charles Evans. Er wird ab der Januarsitzung
Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed
sein. Er hält eine vorschnelle Zinserhöhung
für katastrophal und befürwortet keine Anhebung vor 2016. Am Freitag tauchten die
US-Indizes jedoch wieder ab, sodass sie zur
Vorwoche moderate Verluste erlitten. Für
Gesprächsstoff sorgte der Arbeitsmarktbericht für Dezember. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen war mit 252.000 deutlich
niedriger als im Vormonat mit nach oben
revidierten 353.000 Jobs. Die offizielle Arbeitslosenquote fiel indes von 5,8 auf 5,6
Prozent. Nährte dies vielleicht Zinssorgen?
Allerdings sanken auch die durchschnittlichen Stundenlöhne.
Der Start in das neue Börsenjahr war holprig. An den ersten Handelstagen prägten
Verluste das Bild am deutschen Aktienmarkt. Vor allem am vergangenen Montag
ging es deutlich abwärts. Der DAX verbucht
mit drei Prozent den größten Tagesverlust seit Anfang März 2014. Am Dienstag
rutschte er sogar unter 9.400 Punkte. Dann
startete er jedoch durch und wurde dabei
wohl beflügelt von der positiven Entwicklung an der Wall Street. Und mit ihm die
anderen heimischen Kursbarometer. Bei
MDAX und TecDAX reichte der Schwung
sogar, um neue historische Bestmarken zu
setzen. Der MDAX kletterte damit über
die ehemaligen Hürden bei 17.204 und
16.996 Punkten, fiel dann jedoch wieder
unter erstere zurück. Ein nachhaltiger Ausbruch wäre ein klar bullishes Signal. Und
auch der DAX legte am Freitagnachmittag
wieder den Rückwärtsgang ein, was zu einem Wochenverlust von 1,2 Prozent führte.
Zuvor hatte ihn der zwischenzeitliche Erholungsspurt schnell wieder in den Bereich der
9.800er-Marke geführt. Dort verläuft derzeit die obere abwärts gerichtete Begrenzung
der seit Anfang Dezember auszumachenden
Konsolidierung. Davon prallte er jedoch ab.
Die Marke gilt es nach oben aufzulösen,
bevor dann die 10.000er-Marke und das
bisherige Allzeithoch bei 10.093 Punkten
angegangen werden können. Sie müssen
überwunden werden, um das Hin und Her
des vergangenen Jahres zu beenden.
Die Eurokrise war nie weg, wurde jedoch
lange Zeit hinter dem Schleier beschönigender Durchhalteparolen versteckt. Nun ist
sie wieder in aller Munde. Die auf den 25.
Januar vorgezogenen Neuwahlen in Griechenland haben das Zeug ein neues Kapitel
in dem Euro-Drama aufzuschlagen. Die
linke Syriza-Partei, derzeit in den Umfragen führend, wirbt damit, die Austeritätspolitik zu beenden. Kommt es tatsächlich
dazu, ginge man auf Konfrontation mit den
Troika-Gläubigern. Sie warnten bereits vor
einer Abkehr des Reformkurses und fachten zudem, wohl auch als Druckmittel, die
Debatte über einen Austritt Hellas aus der
Eurozone an. An den Finanzmärkten gilt
ein möglicher Grexit als großer Unsicherheitsfaktor, wegen der möglichen negativen
Folgen für die Finanzindustrie sowie des
Risikos der Ansteckung auf andere Krisenländer. Zum Start in die Börsenwoche
wurden die europäischen Aktienmärkte
daher ordentlich durchgerüttelt. Es folgte
eine schnelle Gegenbewegung. Neben
freundlichen US-Börsen könnten die Spekulationen gestützt haben, dass die EZB
auf ihrer Sitzung am 22. Januar und damit
nur drei Tage vor der Wahl in Griechenland, eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließt. Am Freitag war die Party
zumeist aber erst einmal wieder vorbei. Der
EURO STOXX 50 baute wegen der kräftigen Abgaben seinen Wochenverlust auf 3,1
Prozent aus.
S&P 500
DAX
EURO STOXX 50
Stand: 09.01.2015
Stand: 09.01.2015
07
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Stand: 09.01.2015
UNTERNEHMEN
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Fotos: basf.com
AKTIEN & MÄRKTE Aktie der Woche
BASF und der Dax:
Stimmt da noch die Chemie?
Ende 2008 schien der Ludwigshafener Chemiekonzern die Formel für Erfolg an der Börse gefunden zu
haben. Seit damals ging es enorm bergauf. Doch nach Erreichen des Allzeithochs von 88,28 Euro im
Juni 2014 ist das Papier ziemlich eingebrochen. So machen sich viele Anleger aufgrund der verhaltenen
Konjunkturentwicklung derzeit Sorgen. Der schwache Euro läßt diese Sorgen jedoch kleiner werden.
08
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe
Lebensart
Aktie der Woche
Als sich das Jahr 2014 vor wenigen Tagen
verabschiedete, dürften ihm in Ludwigshafen die wenigstens eine Träne nachgeweint
haben. Zwar bleibt das sommerliche DaxAllzeithoch den Chemikern von BASF mit
Sicherheit in bester Erinnerung. Allerdings
büßte das nach Umsatz und Marktkapitalisierung immerhin größte Unternehmen
seiner Branche seit Juni rund ein Viertel
seines Wertes ein, was ein deutliches Jahresminus als Folge nach sich zog. Ausgelöst
durch den starken Preisverfall entwickelte
sich die Öl- und Gastochter Wintershall
zu einem unbequemen Hemmschuh. Als
nicht minder kontraproduktiv für eine
Fortsetzung der Erfolgsgeschichte erwiesen sich die anhaltenden Sorgen um die
weltweite Konjunktur, die sich als große
Belastung für die Geschäfte des Chemieriesens erwiesen. Als Konsequenz kappte
der BASF-Vorstand die Gewinnprognose
für das neue Jahr. Während zunächst noch
von einem operativen Ergebnis von 14 Milliarden Euro die Rede war, wurde diese
Zahl auf zehn bis zwölf Milliarden Euro
nach unten korrigiert.
09
Jetzt heißt es also: Neues Jahr, neues Glück. 2015 soll vieles besser
werden. Besonders die Währungseffekte dürften dem Traditionsunternehmen in die Karten spielen. So gilt die Badische Anilin
& Sodafabrik als Gewinner des starken Dollar, da das Unternehmen einen großen Teil seiner Produkte in Europa herstellt und
anschließend im Dollarraum verkauft. Eine ganzjährige Aufwertung der Weltwährung um einen US-Cent pro Euro steigert
nach Hochrechnung des Konzerns das Ergebnis um nicht weniger
also rund 50 Millionen Euro. Zudem hoffen die Pfälzer, dass die
BASF
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Stand: 09.01.2015
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Rohstoffe
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Aktie der Woche
Europäische Zentralbank im kommenden
Jahr die zuletzt schwächelnde Konjunktur
Insbesondere für Anleger mit durch neue Stützungsmodelle ankurbelt.
einem langen Atem dürfte die BASF, das mit Unternehmen aus beinahe
BASF-Aktie attraktiv sein. allen Wirtschaftsbereichen Geschäfte
macht, würde durch derartige Hilfen
überproportional profitieren. Ein weiteres
Ass im Ärmel im Werben um die Gunst der Anleger könnte die
attraktive BASF-Dividende sein. Es gibt nicht viele Werte im Dax,
die mit einer Dividendenrendite von fast vier Prozent die Aktionäre locken können. Zudem gilt die BASF-Dividende als eine feste
Bank. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Ausschüttung
nur ein einziges Mal gekürzt. Und das obwohl die operativen Geschäfte des Chemiegiganten sehr abhängig von den Wellenbewegungen der Weltkonjunktur sind.
Ob das Papier deshalb erst kürzlich einen Platz im Depot des
Konzernchefs gefunden hat, ist nicht überliefert. Klar ist aber,
dass nicht nur Kurt Bock, sondern auch gleich drei weitere Vorstandsmitglieder trotz der Krisenherde bereits Ende Oktober
nach Veröffentlichung der jüngsten-für viele ernüchterndenQuartalszahlen kräftig zugeschlagen haben. Mehr als eine Million Euro investierten sie in das BASF-Wertpapier, das mit einem
KGV von elf als günstig gilt. Doch nicht nur unmittelbar für das
pfälzische Traditionshaus arbeitende Personen sehen die Zukunft
positiv. Auch viele Analysten raten derzeit zum Kauf des Titels.
15 von 41 Experten sprechen sich aktuell für die BASF-Aktien
aus, während lediglich neun Insider zum Verkauf animieren. Besonders optimistisch sind die Analysehäuser Jefferies und Bernstein Research, die den fairen Wert des Papiers bei 76 und 88
Euro sehen. Skeptischer zeigt sich hingegen die Schweizer Bank
Credit Suisse, die ihre Einstufung für BASF auf „Underperform“
mit einem Kursziel von 64 Euro belässt. Analyst Chris Counihan
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
rechnet laut einer Branchenstudie beim
weltweit größten Chemiekonzern mit anhaltendem Druck auf die Margen. Unter
anderem belasteten die niedrigen Ölpreise
das Öl- und Gasgeschäft der Ludwigshafener. Das durchschnittliche Kursziel liegt
bei 76,49 Euro.
Insbesondere für Anleger mit einem langen
Atem dürfte die BASF-Aktie attraktiv sein.
Der langfristige Trend spricht klar für die
Rheinland-Pfälzer. So hat sich der Kus in
den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Von einem weiteren Wachstum
ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen. Zwar findet die Bilanzpressekonferenz, auf der der Vorstand auch eine neue
Langfristplanung veröffentlichen wird, erst
am 27. Februar statt. Doch bislang wurde
den Aktionären bis 2020 bereits ein Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent auf
110 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Für noch größere Freudensprünge bei den
Anlegern könnten die Gewinnerwartungen sorgen. So steht eine Verdopplung des
Überschusses auf 22 Milliarden Euro im
Raum. Doch egal, welche mit Spannung
erwarteten Aussichten Ende Februar auch
präsentiert werden, eines ist schon heute
klar: Gefeiert wird in diesem Jahr bei
BASF auf jedem Fall. Und zwar der 150.
Geburtstag des Unternehmens im April.
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Mehr Gewinner
als Verlierer
Euroschwäche sorgt für Verschiebungen –
Abstürze vorerst nicht zu erwarten
Zwar steht Deutschland momentan nicht mehr auf dem Siegertreppchen der größten Exportnationen, trotzdem hängt das Wohl und Wehe
der deutschen Wirtschaft zu einem bedeutenden Anteil am Export.
Daher verwundert es nicht, dass hierzulande die Freude über den
schwachen Euro, der am 8. Januar in der aktuellen Abwärtsbewegung
ein zyklisches Tief bei 1,175 US-Dollar erreicht hat, überwiegt.
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Die düsteren Nebel des vergangenen Jahres als vor allem der russisch-ukrainische
Konflikt sowie die Kämpfe in Syrien und
im Irak den Ausblick auf das neue Jahr
belastet haben, haben sich verflüchtigt
– und das nicht zuletzt wegen der EuroSchwäche. Viele Experten gehen davon
aus, dass sich der Abwärtstrend des Euro
und der konjunkturelle Aufwärtstrend der
deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr
fortsetzen werden. Die EZB setzt alles
daran, das Gespenst der Deflation durch
eine schwache Währung und längerfristig
niedrige Zinsen zu bekämpfen. Experten halten eine Währungsparität, also ein
Wechselkurs von 1:1 zwischen Euro und
US-Dollar, in der nächsten Zeit nicht für
unwahrscheinlich. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es noch tiefer geht. Im
Oktober 2000 wurden nur rund 0,82 USDollar für einen Euro gezahlt.
Stärkung für die Krisenstaaten
Wie stark die schwache Gemeinschaftswährung wirkt, darüber sind die Experten uneins. Skeptiker verweisen darauf,
dass 40 Prozent des deutschen Exports in
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Euro-Länder geht, woraus zunächst kein direkter positiver Währungseffekt für die Unternehmen erwächst. Allerdings stärkt der
schwache Euro nicht nur die Stellung Deutschlands an den Weltmärkten, sondern auch die der krisengeplagten südeuropäischen
Länder. Sollte es gelingen, dass Spanien, Portugal und Co. wieder
konkurrenzfähiger werden, steigt aus diesen Ländern auch wieder
die Nachfrage nach deutschen Produkten. Damit kann sich für
deutsche Unternehmen quasi ein positiver Währungseffekt über
Bande ergeben. Direkt vom schwachen Euro profitieren Flugzeughersteller wie Airbus, deren produzierte Flieger in US-Dollar
abgerechnet werden (wir berichten dazu gesondert). Rückenwind
verspüren auch Rohstoffveredler wie der Kupferhersteller Aurubis.
Das Schmelzen von Kupfer wird dem Konzern ebenfalls in USDollar vergütet.
Reindustrialisierung
Der Export Deutschlands in den Dollar-Raum ist mit 20 Prozent
durchaus überschaubar. Die USA befindet sich allerdings nach
Auffassung von Experten in einer Phase der Reindustrialisierung,
die in besonderem Maße auch Nachfrage nach Maschinen „Made
in Germany“ nach sich zieht. Von noch größerer Bedeutung sind
die Emerging Markets. Ein schwacher Euro bietet der deutschen
Wirtschaft entscheidende Wettbewerbsvorteile im Kampf um
Marktanteile gegenüber den Nordamerikanern und Asiaten in
den schnell wachsenden und heiß umkämpften Schwellenländern. Viele Unternehmen wie etwa Siemens versuchen Wechselkursschwankungen dadurch zu umgehen, dass sie in dem
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Währungsraum produzieren, in dem sie
die Produkte auch verkaufen (siehe dazu
unser Unternehmensportrait). Hoffnung
schöpfen aber auch die Leuchttürme der
Industrie in den schwächeren Nachbarländern wie etwa die französische Renault SA.
Das gleiche Bild bei Sanofi: ein Prozent
Wertverlust des Euro gegenüber dem Dollar steigert hier den Gewinn je Aktie um
0,5 Prozent.
Importeure haben Gegenwind
Die Kosten für importierte Güter, die entweder zum Endverbraucher gelangen oder
als Zulieferung für die Produktion benötigt
werden, steigt durch die Euro-Schwäche
erheblich. Teurer wird auch die Produktion
im Euroraum beheimateter Unternehmen
außerhalb der heimischen Währungszone.
Die Infineon Technologies AG lässt einen
großen Teil ihrer Silizium-Wafer Malaysia
herstellen, die Basis für Computerchips. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr, das bis
Ende September lief, erzielte
der bei München beheimatete Siemens-Ableger
fast 50 Prozent vom
Umsatz in fremden
Währungen, zumeist
in US-Dollar; die Gesamtbilanz sieht jedoch
vorerst noch verhalten positiv aus. Und dann sind da noch
die Unternehmen, die sowohl
auf der Gewinner- wie auch auf
der Verliererseite sind: zum Beispiel die Deutsche Telekom. Die
Dienstleistungen, die im Dollarraum angeboten und abgenommen
werden, sind in der jetzigen Lage erfolgversprechend – 29 Prozent des
Konzerngewinns stammen von
der US-Tochter T-Mobile. Zugleich erhöhte sich jedoch die
Nettoverschuldung der Bonner
in den ersten neun Monaten des
14
vergangenen Jahres um 2,7 Milliarden Euro, ein Hauptgrund dafür
war der schwächere Euro.
Inflation erwünscht
Vor nicht allzu langer Zeit sah sich die EZB als Hüterin der
Währungsstabilität in vorderster Front im Kampf gegen die Inflation. Mittlerweile wird zur Bekämpfung der Deflation gern gesehen, dass über eine schwache Währung Inflation quasi importiert wird. Urlauber, die beispielsweise in die USA reisen, müssen
mit einer geringeren Kaufkraft des Euro zurechtkommen. Die
preisgünstige Jeans aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehört dann der Vergangenheit an. In Mitleidenschaft
gezogen werden dann natürlich auch Reiseunternehmen. Aber
nicht nur die Touristik-Branche wird durch einen starken USDollar und einen schwachen Euro belastet. Rohstoffe werden zumeist in US-Dollar abgerechnet. Durch einen starken US-Dollar
verteuern sich grundsätzlich Materialien, die beispielsweise von
der Chemie-Industrie weiterverarbeitet werden. Allerdings wird
dieser Währungs-Effekt momentan dadurch gemildert, dass sich
die Rohstoffpreise in US-Dollar, allen voran das „schwarze Gold“
Öl, nach unten tendieren. Bei einem Durchstarten der globalen
Konjunktur kann sich diese Situation allerdings schnell ändern,
so dass eine Kombination aus steigenden Rohstoffpreisen und
einem starken US-Dollar für Unternehmen wie beispielsweise
BASF zum Problem werden kann. Zudem können sich HighTech-Produkte aus den USA für Konsumenten und Unternehmen
in der aktuellen Währungskonstellation verteuern. Deutschen Unternehmen dürfte durch den starken US-Dollar der ÜbernahmeAppetit auf US-amerikanische Firmen vergehen. Im Gegenzug
dazu werden europäische und damit auch deutsche Unternehmen
preislich attraktiver für Übernahmen aus den USA.
Währungspsychologie
Grundsätzlich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung durch eine weitere Verbilligung des Euro können nicht
ganz ausgeschlossen werden, so rosig sich die Situation sich momentan für die Exportunternehmen auch darstellt. Das könnte
vor allem dann der Fall sein, wenn die Euroabwertung nicht nach
und nach in eher gedrosseltem Tempo vonstatten geht, sondern
rasch und unkontrolliert. Ein extremer Fall des Euro könnte zu
einem erneuten Vertrauensverlust in die Gemeinschaftswährung
führen, die die positiven Aspekte für den Export überkompensiert.
In nächster Zukunft dürften allerdings die Kurse vieler Aktien des
DAX und des MDAX vom billigen Euro profitieren, da er tatsächlich und aus Sicht der Investoren wie eine Vitaminspritze bzw. ein
Konjunkturprogramm wirkt.
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Fotos: siemens.com
Unternehmen der Woche
American Dream
im Energiegeschäft?
Der deutsche Technologieriese Siemens setzt auf eine amerikanische Managerin, um das angeschlagene
Energiegeschäft aufzurichten. Die Vision 2020 mitsamt der Digitalisierungsoffensive ist in vollem Gange.
Der schwache Euro stützt die Geschäfte des stark exportorientierten Technologiekonzerns zusätzlich.
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 4
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Die Consumer Electronics Show (CES)
findet traditionell am Anfang des Jahres in
Las Vegas statt. Hier feierte schon so manche Innovation ihren ersten Öffentlichkeits-Auftritt. Da darf natürlich auch Siemens, gerne als „Technologieriese“ tituliert,
nicht fehlen. Immerhin werden im Hause
Siemens nach eigenen Angaben täglich
20 Patente angemeldet und 39 Erfindungen gemeldet. In der Entertainment- und
Glücksspielhauptstadt der Welt glänzten
die Münchener in diesem Jahr mit einer
ruhigen Idee: Und zwar mit einem Hörgerät, das störende Geräusche ausblendet.
Damit könne man sich laut Eric Branda,
dem Produktmanager der Hörgerätesparte
in den USA, selbst bei lauten Hintergrundgeräuschen akustisch auf eine Person konzentrieren. Selbstverständlich lässt sich das
Hörgerät mit dem Smartphone bedienen.
Siemens, das heute noch immer von vielen Menschen mit Waschmaschinen und
anderen Haushaltgeräten verbunden wird,
scheint längst in der digitalen Welt angekommen zu sein. Genauso wie das Unternehmen mit Sitz in Berlin und München
auch im Stammland des größten Konkurrenten General Electric angekommen
ist. Jahrelang hatte man die „Neue Welt“
auf der anderen Seite des Atlantiks nur so
behutsam wie die ersten europäischen Entdecker betreten. Zwar hat Siemens schon
17
lange erkannt, dass das Land mit dem zweitgrößten Energieverbrauch der Welt (seit 2010 ist China die Nummer Eins im Primärenergieverbrauch) auch für das deutsche Unternehmen viele Chancen bietet. Mit konzernsystematischen Angelegenheiten blieb man
jedoch lieber daheim in München. „Aufgrund der zunehmenden
strategischen Bedeutung der amerikanischen Märkte für die Energiewirtschaft“, so erklärt der CEO Joe Kaeser den Wandel, habe
sich das Unternehmen dazu entschlossen, den Sitz des wichtigsten Konzernsektors nach Houston in die USA zu verlegen. Dort
hat Lisa Davis seit August das Sagen. Und ihr Wort findet auch
über den Ozean hinweg beim Vorstandsvorsitzenden gehör. Davis soll zudem die bestbezahlte Frau in einem DAX-Vorstand sein
und genießt ein hohes Ansehen. Die ehemalige Shell-Managerin
hat durch ihr Engagement bei diversen Mineralölkonzernen beste
Kontakte zu den wichtigsten Akteuren auf dem US-Energiemarkt.
Siemens
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Stand: 09.01.2015
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Gerade deshalb sind die Erwartungen an
Davis besonders hoch. Und ihre Aufgaben
sind nicht einfach: Der Energie-Sektor war
in den vergangenen Quartalen immer das
Sorgenkind von Siemens. Daher muss Davis die Energy-Abteilung in diesem Jahr
auch mit dem Rotstift führen und 1200
Stellen abbauen.
Gestiegener Gewinn
Insgesamt macht sie die Vision 2020 aber
allmählich bemerkbar im Jahresergebnis
von Siemens. Der Gewinn nach Steuern
stieg im Jahr 2014 um über eine Milliarde
Euro auf 5,5 Milliarden Euro.
Nun profitiert Siemens auch noch vom
schwachen Euro. Als Exporteur kann das
deutsche Unternehmen seine Produkte
zu billigen Euro-Preisen verkaufen und
kurbelt somit die Nachfrage an. Gut ein
Viertel seiner Umsätze macht Siemens in
Amerika, rund 20 Prozent in Asien und
Australien.
Entgegen der Erwartungen aus dem letzten
Jahr, stellte Kaeser nun kürzlich klar, dass
der profitable Bereich der Medizintechnik
vorerst im Siemens-Konzern integriert
bleibe und nicht ausgegliedert und an die
Börse gebracht werde. Zumindest im Jahr
2015 seien derartige Planungen vom Tisch.
Bei den Hausgeräten von Siemens gibt
es jedoch seit dieser Woche Neuigkeiten.
Denn ab sofort kommen die Siemens-Geräte zu 100 Prozent vom Stuttgarter Hersteller Bosch. 1967 hatten Siemens und
Bosch gemeinsam die Hausgerätefirma
BSH ins Leben gerufen, nun verkauft
Siemens den 50-prozentigen Anteil am
18
Unternehmen für drei Milliarden Euro. Auf den Produkten wird
aber weiterhin der Name Siemens stehen.
Für Aktionäre steckt hinter dem Namen Siemens noch einiges an
Potential. Als Kursziel für die Siemens-Aktie geben einige Analysehäuser Werte von weit über 100 Euro an. Momentan steht das Papier bei rund 93 Euro. Analyst Gael de-Bray von der französischen
Großbank Societe Generale lobte in dieser Woche die Kostensenkungen und das verbesserte Portfolio des Technologiekonzerns. Bei
der Credit Suisse steht Siemens im Jahr 2015 sogar auf der ­„Europe
Focus List“ und gehört gleichzeitig zu ihren „Key Outperform
Ideas“. Das klingt vielversprechend. Ebenso wie die angekündigte
Dividenden-Erhöhung auf 3,30 Euro. Dennoch kommen im Geschäftsjahr 2015 auch einige Herausforderungen auf CEO Kaeser
zu. So bekommt Siemens einige unangenehme Rivalen im Zuggeschäft: Nach der Übernahme der Energiesparte von Alstom durch
General Electric, konzentriert sich das französische Unternehmen
nun fast ausschließlich auf die Transportsparte und möchte mit
dieser expandieren. Außerdem fusionieren im Zukunftsmarkt
China die beiden Bahn-Unternehmen CNR und CSR zu einem
Megakonzern. Die Aktien der beiden Hersteller stiegen in der
Folge sehr stark. Das neue chinesische Bahn-Unternehmen wird
nicht nur innerhalb der Landesgrenzen aktiv sein, sondern auch
weltweit seine Schienen und Züge installieren.
Fazit
Mit der „Vision 2020“ ist Siemens gewappnet für die Zukunft.
Das schwächelnden Hauptgeschäft Energy wird nun von den USA
aus und durch die erfahrene Managerin Lisa Davis geleitet. Da
hier im Dollar-Raum für den Dollar-Raum produziert wird, dürfte
hier der schwache Euro die Bilanz kaum nennenswert belasten. Joe
Kaeser hat seinen Konzern entbürokratisiert und das Portfolio verbessert. Die Jahresergebnisse für 2014 waren bereits positiv. Auch
deswegen dürfen sich Anleger jetzt über eine höhere Dividende
freuen. Für das neue Jahr kündigte der Vorstandsvorsitzende in
einem Brief an die Aktionäre bereits weitere Erfolge an – und der
schwache Euro wird ihm hier keinen Strich durch die Rechnung
machen. WCW
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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UNTERNEHMEN Unternehmen der Woche
Airbus:
Wieder Sieger im Kampf um Aufträge?
Anleger blicken mit Spannung auf die Jahrespressekonferenz der Airbus Group am 13. Januar.
Der europäische Großkonzern, ehemals als EADS firmierend, wird dort offenbar Zahlen im Flugzeuggeschäft vorstellen, die die Rekorde des Konkurrenten Boeing für 2014 noch in den Schatten
stellen könnten. An der Börse wurden diese Aussichten mit deutlichen Kursgewinnen quittiert.
Auch der schwache Euro beflügelt derzeit den „Luftbus“.
Der Kampf der Giganten, den Airbus
und Boeing schon seit einigen Jahren unter sich ausfechten, war 2014 besonders
abwechslungsreich. Die beiden Großkonzerne versuchten wieder, sich gegenseitig
zu übertrumpfen: Wer liefert mehr Flugzeuge aus, wer kann mehr Aufträge abheften? Dabei stehen sie in direkter Konkurrenz um die Gunst der Fluggesellschaften,
das Potenzial des Markts ist riesig. Laut
den Vorhersagen von Boeing soll sich der
globale Passagierverkehr in den Lüften
binnen 20 Jahren verdoppeln. Für den
Großteil des abgelaufenen Kalenderjahres sah es nach einer deutlichen Führung
für die Amerikaner aus, die am Dienstag
denn auch stolz ihre Rekordzahlen veröffentlichten: 1432 Nettoaufträge konnten
sie verbuchen. Doch den Angaben eines
20
Insiders zufolge hat Airbus es auf den letzten Metern doch noch
geschafft, seine Führungsposition bei den weltweiten Aufträgen
zu verteidigen. Ein Deal mit der indischen Fluggesellschaft IndiGo im Oktober über 250 Flugzeuge sowie ein erfolgreicher
Endspurt im Dezember sollen für die rasante Aufholjagd verantwortlich sein.
Diese ist umso bemerkenswerter, wenn man das gesamte Jahr 2014
für Airbus betrachtet. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern vollzog zum ersten Januar die Metamorphose von EADS zu
Airbus Group und stellte damit klar, welcher Geschäftsbereich
zukünftig besonders akzentuiert werden soll. Außerdem wurden
mehrere Umstrukturierungen realisiert, etwa im neuen Geschäftsbereich „Airbus Defence and Space“, der sich aus den Vorläufern
Airbus Military, Astrium und Cassidian zusammensetzt. Die
Airbus Group ist nicht nur ein Gigant im globalen Wettbewerb
der Flugzeugproduktion, sondern auch Europas zweitgrößter Rüstungskonzern. Gespräche über eine mögliche Fusion mit der europäischen Nummer eins BAE Systems aus Großbritannien waren
2012 gescheitert.
BÖRSE am Sonntag · 02/1 4
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Umsatz und
Investitionen steigen an
Der Bereich der zivilen Flugzeugproduk- Mittelstreckenflieger A320Neo seinen ersten Testflug. Neue Triebtion ist jedoch für den Großteil des Um- werke und eine verbesserte Aerodynamik sorgen dort für einen um
satzes verantwortlich. In den ersten neun 15 Proznt niedrigeren Spritverbrauch. Das führte bis zu diesem
Monaten des vergangenen Jahres belief Zeitpunkt bereits zu mehr als 3200 Bestellungen. Nur kurze Zeit
sich dieser auf rund 40,5 Milliarden Euro, später unterzeichnete Airbus mit der indischen Fluggesellschaft
davon stammten allein 28,2 Milliarden IndiGo eine Absichtserklärung über den Erwerb von 250 Exemp(knapp 70%) von Airbus mit Sitz in Tou- laren dieses Typs, ein historischer Deal und gemessen an der Zahl
louse. Im gleichen Zeitraum konnte das
der Flugzeuge sogar der größte.
europäische Konglomerat einen Gewinn
von mehr als 1,4 Milliarden Euro erwirt- A380-Schock: Aktienkurs erholt sich
schaften. Im Vergleich zum Vorjahr wa- Doch Mitte Dezember setzte es für die Airbus Group einen herben
ren besonders die Bereiche Airbus sowie
Rückschlag an der Börse. Bei einem Treffen mit Investoren in LonAirbus Helicopters (früher Eurocopter) don schockierte Airbus Kunden wie Anleger mit der Aussage, ein
stark gewachsen. Obwohl die Ausgaben
langjähriges Prestigeprojekt könnte bald eingestellt werden. Das
für Forschung und Entwicklung in allen
größte serienmäßige Passagierflugzeug der Welt, der A380, müsse
Bereichen anstiegen, war die Bilanz der rentabel bleiben, damit eine Fortführung des Modells realistisch
ersten drei Monate für die Airbus Group
sei. Seit Jahren wirbt der Konzern um neue Aufträge, konnte
erfreulich. Doch der Erfolg des Konzerns, zuletzt jedoch nicht so viele Bestellungen vorweisen wie erhofft
bei den Kunden wie an der Börse, hängt – 2014 überhaupt keine. Insgesamt 318 Exemplare sind bis heute
stark von zwei Faktoren ab. Dies be- geordert, 152 davon wurden bereits ausgeliefert. In 2015 soll die
trifft insbesondere das Geschäft mit den
Passagierflugzeugen.
Airbus Group
Stand: 09.01.2015
Erstens muss die Entwicklung neuer Modelle stets vorangetrieben werden, um den
Anforderungen der Kunden gerecht zu
werden. Auch wenn der Konzern generell
stark subventioniert ist und im Wettstreit
mit Boeing nicht vor juristischen Auseinandersetzungen über ebenjene staatlichen
Mittel zurückschreckt - 2012 etwa errangen die Europäer einen Etappensieg bei
der Welthandelsorganisation (WTO), als
mehrere Milliarden Dollar Beihilfe an
Boeing für illegal erklärt wurden - erstes
Mittel bleibt die Entwicklung rentablerer und auch immer effizienterer Flugzeuge. Im September 2014 absolvierte der
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Reihe erstmals die Gewinnschwelle erreichen, betonte Airbus-Chef
Fabrice Brégier. Eine Einstellung komme allein schon aufgrund
der vergangenen Anstrengungen rund um das Prestigeprojekt
nicht in Frage.
Ebenjener Brégier hatte sich bereits Mitte 2014 in einer anderen
Angelegenheit zu Wort gemeldet. Neben der Entwicklung neuer
Modelle und dem Ausbau der Kundenbeziehungen ist bei Airbus nämlich auch die Stärke des Euro ausschlaggebend fürs Geschäft. Dementsprechend sprach sich der Nachfolger von Thomas
Enders an der Spitze von Airbus für eine gezielte Abwertung der
europäischen Währung gegenüber dem US-Dollar aus. Denn die
Geschäfte von Airbus werden, wie in der Branche üblich, in USDollar abgewickelt. Ein schwächerer Euro bedeutet daher eine bessere Ausgangslage für Airbus, besonders im direkten Vergleich mit
Boeing. In einem Interview mit dem Handelsblatt gab der Franzose im Juli 2014 zu Protokoll, dass ein Kurs zwischen 1,20 und
1,25 US-Dollar je Euro angemessen wäre. „Steigt der Euro um
einen Cent gegenüber dem Dollar, fehlen uns 100 Millionen Euro
im Ergebnis“, sagte er. Fabrice Brégier müsste heute ein glücklicher
Mann sein, wenn es um Währungseffekte geht: Am Donnerstagmorgen lag der Wechselkurs bei etwas mehr als 1,18 US-Dollar
je Euro. Er war seit dem vergangenen Sommer fast stetig gefallen.
Exportunternehmen profitieren vom schwachen Euro
Die Airbus-Group, die übrigens nicht in Deutschland oder Frankreich, sondern in Leiden in den Niederlanden ihren offiziellen
Sitz hat, profitiert wie andere exportorientierte Unternehmen von
dieser Abwertung. Die Leitzinspolitik der Notenbanken Fed und
EZB hat hier merkliche Auswirkungen. Die Aktie des Konzerns
erholt sich indes noch immer vom brutalen Kurssturz im Dezember auf 40,60 Euro. Die Nachricht, dass die Gewinne in den kommenden Jahren wohl nicht gerade explodieren werden, ernüchterte
viele Anleger zusätzlich zum zwischenzeitlichen A380-Schock.
Im neuen Jahr konnte sie allerdings wieder zulegen. Das Papier
schloss den Mittwoch mit 43,64 Euro ab und war so der Hit
am deutschen Index MDAX. Sollten sich die Informationen des
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Airbus-Insiders nächste Woche bewahrheiten und Airbus hat Boeing bei den Aufträgen tatsächlich wieder überholt, dürfte es
in Kombination mit dem schwachen Euro
weiterhin aufwärts gehen.
Festlich wurde es kurz vor Weihnachten
dann auch für einen wichtigen Kunden:
Qatar Airways durfte sich mit leichter Verspätung über seinen ersten A350 freuen,
mit dem Airbus direkt Boeing angreifen
will. Das Einhalten von Zeitplänen trainiert der Konzern also weiterhin, diesmal
hat er es zumindest pünktlich zur weihnachtlichen Bescherung geschafft. Die
Auslieferung des ersten A350-Exemplars
ist auch ein persönlicher Erfolg für Fabrice
Brégier, der vor seiner Beförderung zum
Airbus-Chef sechs Jahre lang direkt für das
Projekt verantwortlich war. Die schwache
Auftragslage beim A380 könnte paradoxerweise zu neuen Kundeninvestitionen
führen: Die arabische Fluggesellschaft
Emirates zeigte sich nach dem Schock
vom Dezember bereit, viel Geld für eine
Modernisierung des Modells beizusteuern.
Allzu viele Turbulenzen mit den Kunden
sollte sich der Konzern aber nicht erlauben.
Denn diesen Aussagen von Seiten Emirates’
war die Annullierung einer Bestellung von
70 Exemplaren des A350 im Juni vorangegangen. Der Chef der Fluggesellschaft,
Tim Clark, galt schon vorher als Skeptiker
des Modells. Doch 2015 wird für die Airbus Group und ihre Flugzeugtochter auf
jeden Fall anders als 2014: Sie behalten
vorerst ihre Namen. MM
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Gastbeitrag
Dividendenchancen
in Europa und den USA
Anleger sollten aufgrund der anhaltenden niedrigen Zinsen bei Anlageentscheidungen den
europäischen Aktienmarkt nicht zuletzt wegen der attraktiven Dividendenrendite berücksichtigen. Ein Blick lohnt sich aber auch in Richtung USA.
Das jüngste Auf und Ab an den Börsen weltweit
macht deutlich, dass bei Investoren derzeit die
Skepsis überwiegt. Und das zumindest teilweise
auch zu Recht. So empfiehlt sich nicht zuletzt bei
Schwellenländerinvestments ein gewisses Maß
an Zurückhaltung, immerhin trüben sich die
Wachstumsaussichten der Wirtschaft in China
stärker ein und auch die geopolitischen Risiken
sind heute größer geworden. Investitionen in die
Industrienationen sind unserer Meinung nach
aktuell aussichtsreicher, zumal viele Märkte nach
wie vor attraktiv bewertet sind und auch sie die
Möglichkeit bieten, sich am globalen Wachstum
zu beteiligen – ohne direkt in Schwellenländer
investiert zu sein.
Gerade Europa ist in diesem Zusammenhang einen Blick wert. Zwar befindet sich der „alte Kontinent“ noch in der „Regenerationsphase“, doch
die Grundlage für eine Erholung ist gegeben.
Voraussetzung ist, dass die einzelnen Regierungen ihren Teil dazu beitragen, Europa auf einen
nachhaltigen Wachstumspfad zurückzuführen.
Denn das Zusammenspiel aus geldpolitischen
Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und
strukturellen Reformen in den jeweiligen Ländern ist wichtig, um Europa zu alter Wachstumsstärke zurückzuführen. Dies sollte den Finanzmärkten Rückenwind verleihen. Positiv sollte sich
auch auswirken, dass europäische Unternehmen
deutliche Gewinnwachstumsraten vorzuweisen
haben. Anleger sollten aufgrund der aktuellen
Situation das Thema Griechenland jedoch als
Risiko auf der Makroseite berücksichtigen.
Auch die eingangs erwähnten geopolitischen
Risiken sind trotz der allgemein positiven Vorzeichen nicht zu unterschätzen: Selbst wenn die
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Michael Schoenhaut
Manager des JPM
Global Income Fund
bei J.P. Morgan Asset
Management.
einzelnen Ereignisse nicht notwendigerweise die globalen Aussichten
insgesamt verändern, so wächst doch die Sorge, dass sie möglicherweise größeren Einfluss auf die entwickelten Märkte haben könnten.
Und gerade aus diesem Grund sollten Anleger bei ihrer Aktienauswahl
auch das Thema Dividende berücksichtigen. Schließlich spielen regelmäßige Erträge in unruhigen Zeiten eine wichtige Rolle. Ein sinnvoll
agierender Privatanleger kommt deshalb heute ebenso wenig an Dividendenaktien vorbei wie ein Income-Fondsmanager.
Hier kann Europa wieder punkten. In einem traditionellen, an einer
Benchmark orientierten Portfolio wäre zwar vielleicht der Aktienmarkt der USA im Vorteil, aber in einem ertragsorientierten Portfolio
ist der Blick auf den US-Markt nicht ganz so positiv, da er in diesem
Punkt nicht die gewünschte laufende Rendite erreicht – liegen doch
die Dividendenrenditen in den USA im weltweiten Vergleich auf sehr
niedrigem Niveau. Zudem sind einige Sektoren, die höhere Dividendenrenditen vorweisen, wie beispielsweise Energieversorger, zuletzt
recht teuer geworden. In Europa hingegen sind Dividendenrenditen
von fünf Prozent möglich, und das bei – gerade im Vergleich zu Anleihen – niedrigen Bewertungen. Auf der anderen Seite bieten aber
durchaus auch die USA einige attraktive Investitionsmöglichkeiten.
So glauben wir an die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft, ein damit
einhergehendes Gewinnwachstum der dortigen Unternehmen und ein
entsprechendes Potenzial dieser Aktien. Zudem sehen wir in den USA
noch einen Chancenvorteil gegenüber Europa in anderen Anlageklassen, etwa bei Hypotheken, Hybrid-, Wandel- und Hochzinsanleihen.
Kurzum: Die europäischen Börsen bieten aktuell die attraktiveren Dividendenrenditen. Dafür punktet der US-Markt mit Vorteilen in anderen Anlageklassen. Anleger können ihr Portfolio dementsprechend
über eine weltweit investierende Investmentlösung mit Schwerpunkt
auf Dividendenpapieren diversifizieren.
Michael Schoenhaut ist Manager des JPM Global Income Fund bei­
J.P. Morgan Asset Management. Angesichts des historischen Zinstiefs
und der sich ankündigenden Zinswende in den USA setzt er derzeit in
der flexiblen Multi Asset Strategie auf die höchste Aktienquote seit der
Auflegung vor sechs Jahren.
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Constellation Brands
Starkes Biergeschäft
Die Herstellung von Wein, Bier und Schnaps sind das Metier von
Constellation Brands (WKN: 871918). Der US-Konzern gehört
zu den größten seiner Zunft. Bei der Produktion von Spitzenweinen nimmt er weltweit die führende Stellung ein. Im Heimatmarkt USA belegt er in der Kategorie Schnaps den ersten
Platz und rangiert im Bereich Bier auf Position drei. Vor allem
das Biergeschäft kurbelte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 (bis Ende Februar) die Ergebnisse an. Ein kräftig
steigendes Absatzvolumen führte in der gemessen am Umsatz
größten Sparte des Konzerns zu einem Erlösplus von 16,1 Prozent auf 768,1 Mio. US-Dollar. Der Konzernumsatz erhöhte
sich um 6,8 Prozent auf 1,54 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um
3,2 Prozent auf 375,6 Mio. US-Dollar. Der Nachsteuerprofit
legte um 5,3 Prozent auf 222,2 Mio. USDollar zu. Der Vorstand sprach von einer
hervorragenden Ergebnisentwicklung im
Berichtsquartal und freute sich dabei insbesondere über die Biersparte. Firmenchef
Rob Sands hob zudem die Prognose für
das Ergebnis je Aktie (EPS) im Gesamtjahr an. Um Sondereffekte bereinigt soll
es zum Vorjahreswert von 3,25 US-Dollar auf 4,25 bis 4,35 US-Dollar zulegen.
Bislang lag das Ziel bei 4,10 bis 4,25 USDollar. An der Börse kamen Zahlen und
Ausblick sehr gut an. Die Aktie setzte ihre
Rekordfahrt fort.
LYNX
Startet mit einem Feuerwerk ins Jahr 2015
Für Trader beginnt das neue Jahr mit einem Knaller-Angebot: Bis
zum 28. Februar 2015 lädt der beliebte Online-Broker LYNX zum
ausgiebigen Testen seines Angebots ein und bietet den Handel
zu vergünstigten Konditionen an. Wer sich zum Test entschließt,
handelt Aktien und ETFs auf Xetra bis Ende Juni 2015 ab 2,99
Euro. Der Online-Broker LYNX ist bekannt für seine außergewöhnlichen Konditionen und sein hervorragendes Angebot. Die
Kunden profitieren von kostenloser Depotführung, einer stabilen
und zuverlässigen Handelsplattform mit vielseitigen Möglichkeiten, über 50 Ordertypen und -zusätzen inklusive One-Click-Trading, über 70 technischen Indikatoren und einem fantastischen
Unternehmenstermine
Datum
12.01.2015
12.01.2015
12.01.2015
13.01.2015
13.01.2015
14.01.2015
14.01.2015
15.01.2015
Uhrzeit
-
-
-
-
-
-
-
Name CropEnergies AG
Alcoa Wells Fargo & Co Südzucker AG
Bank of America American Express JPMorgan Chase
Ereignis
9-Monatsbericht 2014/15
Ergebnisbericht 2014
Ergebnisbericht 2014
9-Monatsbericht 2014/15
Ergebnisbericht 2014
Ergebnisbericht 2014
Ergebnisbericht 2014
-Intel Corp.
Ergebnisbericht 2014
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Bildungsprogramm. Außerdem ist der
Handel an über 100 Börsen in 20 Ländern
möglich. Jetzt lädt LYNX alle Trader dazu
ein, sich auch persönlich ein Bild zu machen, und senkt die ohnehin schon günstigen Preise für Neukunden für bis zu sechs
Monate. Wer bis zum 28. Februar 2015 ein
Depot über LYNX eröffnet, kann Aktien
und ETFs bis zum 30. Juni 2015 bereits ab
2,99 Euro handeln. „2014 war für LYNX
ein besonderes Jahr. Wir konnten unseren
Titel als ‚Bester Online-Broker‘ im Ranking
des renommierten Wirtschaftsmagazins
Handelsblatt verteidigen und haben unser
Angebot weiter ausgebaut. Damit haben
wir bereits viele Trader von uns überzeugt“,
erklärt Klaus Schulz, CMO von LYNX, die
Gründe für die Aktion, die allen Neukunden von LYNX offensteht. Voraussetzung
ist die Kontoeröffnung bis zum Stichtag am
28. Februar 2015 und die Kapitalisierung
des Kontos bis zum 6. März 2015.
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Google
Wird Makler
Der Suchmaschinengigant Google ist auf
der Suche nach weiteren Expansionsmöglichkeiten. Mögliches Ziel könnte dabei
der Autoversicherungsmarkt sein. Experten zufolge plant Google eine Plattform mit
Preisvergleichen. Die Forrester-Analystin
Ellen Carney prognostizierte in einer am
Donnerstag veröffentlichten Studie, der Internet-Gigant werde im ersten Quartal eine
Webseite starten, über die Versicherungen
verglichen und gekauft werden können.
Der Konzern dürfe bereits in 26 US-Bundesstaaten Autoversicherungen vertreiben
und arbeite mit einigen Versicherungsunternehmen zusammen, darunter Dairyland
und MetLife. In Großbritannien ist Google
schon mit einem derartigen Angebot auf
dem Markt. Nutzer können damit mehr als
125 Autoversicherungen vergleichen. Eine
Plattform zum Vergleich von Reisezielen
und Flugpreisen gehört ebenfalls bereits
zum Google-Portfolio. Handelsblatt / rtr
Samsung
Im Sinkflug
Der härtere Konkurrenzkampf bei Smartphones hat bei Weltmarktführer Samsung im vergangenen Jahr tiefe Spuren im
Ergebnis hinterlassen. Für 2014 erwartet das führende südkoreanische Technologieunternehmen zum ersten Mal seit 2011
wieder einen Rückgang des operativen Gewinns. Demnach fiel
der Gewinn aus den gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten in den
Monaten Oktober bis Dezember im Jahresvergleich um 37,4 Prozent auf 5,2 Billionen Won, das sind etwa vier Milliarden Euro.
Im Gesamtjahr würde das einen Rückgang um 32 Prozent auf
24,9 Billionen Won bedeuten. Besonders in Asien machten zuletzt lokale Hersteller Samsung seine Spitzenposition im Geschäft
mit Handys und Smartphones streitig, wie Markterhebungen in
Indien und China zeigen. Handelsblatt / dpa
AUDI AG
Wieder ein Rekordjahr
Die AUDI AG lieferte 2014 rund 1.741.100 Automobile aus. Das
sind 10,5 Prozent mehr als 2013. Damit konnte das Unternehmen sein Wachstumstempo erneut beschleunigen und mit rund
165.600 zusätzlichen Kunden den zweitgrößten Zuwachs seiner
Geschichte einfahren. Vor allem die begehrten SUV-Modelle*
(+15,8%) und die 2014 erstmals weltweit verfügbare A3-Familie*
(+53,2%) trugen zur starken Absatzbilanz bei. Über alle Modelle
legte Audi auch im Dezember weiter zweistellig zu und schloss
das Jahr mit plus 14,7 Prozent auf rund 150.000 Verkäufe im Monat ab. Insgesamt erreichte Audi 2014 in 50 Ländern neue Absatzbestwerte. 2014 belief sich das US-Plus auf 15,2 Prozent. Mit
19.238 Auslieferungen war der Dezember für Audi of America
der verkaufsstärkste Monat überhaupt und die 48. Bestmarke in
Folge – wie schon 2011, 2012 und 2013 übertraf Audi auch 2014
jeden Monat den jeweiligen Vorjahreswert. In Europa kletterte
der Audi-Absatz 2014 um 4,2 Prozent auf rund 762.900 Autos.
Über alle europäischen Märkte hinweg befeuerte 2014 insbesondere die A3-Familie (+19,0%) die positive Entwicklung für Audi.
25
Auch in Europa übertraf dabei die im Herbst 2013 neu gestartete A
­ 3-Limousine die Erwartungen. Darüber hinaus setzten die
besonders effizienten ultra-Modelle starke Impulse: Das über die
vergangenen Monate sukzessive in den Markt eingeführte ultraPortfolio stand 2014 bereits für knapp 10 Prozent des Audi Absatzes in Europa. In China setzte Audi seinen Wachstumskurs
weiter fort: 2014 erhöhte sich der Absatz im Reich der Mitte um
17,7 Prozent auf 578.932 Automobile. Damit hat die AUDI AG als
erster Premiumhersteller binnen eines Jahres mehr als eine halbe
Million Einheiten in China verkauft. Allein im Dezember übergab
Audi 62.576 Automobile an chinesische Kunden und schrieb damit den besten Verkaufsmonat der Unternehmensgeschichte. 2014
entschied sich fast jeder dritte Audi Kunde weltweit für einen SUV
– und damit mehr als doppelt so viele wie noch 2011. Q3 und
Q5 sind die meistverkauften Premiummodelle in ihrem jeweiligen
Wettbewerbssegment. In der Oberklasse wird Audi den neuen Q7
ab der kommenden Woche auf der North American International
Auto Show in Detroit präsentieren.
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Fonds der Woche
Schwacher Euro
beschleunigt Auto-Aktien
Source STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF
Für den Euro scheint es kein Halten zu geben. Zum Jahresbeginn fiel die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit neun Jahren. Von dieser Entwicklung profitieren exportorientierte Branchen wie die europäische
Automobil- und Automobilzuliefer-Industrie. Investoren können einen Aktienkorb entsprechender Unternehmen
kostengünstig über den STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF (WKN: A0RPR0) abbilden.
Pfeiler der deutschen Industrie
Deutsche Autos genießen im Ausland nach wie vor hohes Ansehen.
Für potentielle Käufer sind sie momentan nicht nur hinsichtlich
der Qualität attraktiv, durch die Schwäche des Euro werden sie in
Fremdwährungen zudem preiswerter. Rückenwind für die Branche
gibt es durch die Erwartung des Anziehens der globalen Konjunktur im laufenden Jahr. Die Deutsche Asset & Wealth Management
rechnet beispielsweise mit einem weltweiten Wachstumsanstieg
um ca. 3,8 Prozent. Noch stärker, nämlich um 5,2 Prozent, sollen
die deutschen Exporte nach einer Prognose des Ifo-Instituts ansteigen. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA)
kalkuliert mit einem Weltmarkt-Volumen von über 74 Mio. Neuwagen im laufenden Jahr. Davon profitieren auch die Unternehmen, in die der STOXX Europe 600 Optimised Automobiles &
Parts ETF investiert.
DAX-Autobauer an der Spitze
Mit etwa 68 Prozent dominieren deutsche Unternehmen den
Index, den der ETF abbildet. An zweiter Stelle folgt mit deutlichem Abstand Frankreich (knapp 22 Prozent). Unter den top
ten der Einzeltitel tauchen auf dem ersten bis zum vierten Platz
die DAX-Titel Daimler, BMW, Volkswagen und Continental auf,
die zusammen mit 63 Prozent gewichtet sind. Insgesamt enthält
der Index 14 Einzeltitel, vierteljährlich wird der Index überprüft
und gegebenenfalls angepasst. Entscheidend für die Gewichtung
der Aktien ist die jeweilige Marktkapitalisierung. Darüber hinaus
kommen bei der optimierten Index-Variante spezifische Liquiditätskriterien zur Auswahl, die die kontinuierliche Handelbarkeit
des Index verbessern sollen. Neben der erhöhten Liquidität wird
auch eine verbesserte Diversifikation gegenüber den herkömmlichen STOXX Europe 600 Indizes angestrebt. Zudem sind Longund Short-Investments bei den optimierten Indizes möglich.
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Auf gutem Weg
Warburg Research hat in einer aktuellen Studie über die DaimlerAktie ein Kursziel von 80 Euro errechnet. Aktuell werden knapp
70 Euro für den Titel bezahlt. Warburg-Analyst Marc-Rene Tonn
erwartet für 2015 in einer konservativen Einschätzung eine stabile Marge für den Lkw-Bereich und eine hohe Nachfrage aus
den USA. Die französische Investmentbank Exane BNP sieht im
nächsten Jahrzehnt einen radikalen Wandel in der Autobranche
durch den Elektroantrieb. Unter den europäischen Auto-Aktien
halten die Experten aus Frankreich Volkswagen für diesen Wandel
sehr gut gerüstet.
ETF-Performance
Der Fonds wurde im Juli 2009 aufgelegt. Anleger, die von Anfang
an dabei waren, konnten bislang einen Wertzuwachs von 177 Prozent verbuchen. Auf Sicht von drei Jahren lag der Ertrag bei 83
Prozent. Investoren mussten in diesem Zeitraum einen maximalen
Verlust von gut 23 Prozent verkraften. ETFs dienen dazu, einen
bestimmten Index mit möglichst geringer Abweichung abzubilden.
Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Neben einem direkten Investment in einzelnen Aktien, kann die Wertentwicklung
des Index über Derivate, sogenannte Swaps, abgebildet werden.
Source-ETFs kombinieren beide Methoden, um eine Abweichung
gegenüber dem Index, den sogenannten Tracking Error, möglichst
gering zu halten.
Source STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts ETF
ISIN:IE00B5NLX835
Fondsvolumen
86,2 Mio. Euro
FondswährungEuro
Auflegungsdatum:08.07.2009
Gesamtkostenquote (p.a.):
0,30%
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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News
HENDERSON GLOBAL INVESTORS
Weniger optimistisch für europäische Aktien
John Bennett, Head of European Equities
beim Fondsanbieter Henderson Global Investors, hat Chancen und Risiken für europäische Aktien im neuen Jahr untersucht. Dabei zeigt er sich weniger optimistisch als noch
vor einem Jahr. „In Europa scheint sich der
Bullenmarkt seinem Ende zu nähern. Ohne
deutliches Umsatzwachstum, das in steigende
Gewinne mündet, sind weitere Kursgewinne
an den Aktienmärkten nur dann möglich,
wenn die Kurs-Gewinn-Verhältnisse deutlich
steigen. 2015 könnte die Volatilität an den
Märkten deutlich zunehmen; Anleger sollten
sich deshalb auf schwierige Zeiten gefasst machen“, so Bennett. Die besten Chancen sieht
der Henderson-Experte, der auf eine sorgfältige Auswahl der Aktien setzt, bei Unternehmenstiteln aus den Branchen Pharmazie,
Automobilbau, Telekommunikation und
Versorger. “Für Versorgeraktien spricht das
rasante Tempo der Veränderung, das wir
derzeit in der Branche beobachten. In diesem
Segment haben wir vor allem deutsche Versorger im Visier, deren Bilanzen sich langsam
bessern und bei denen der Gegenwind seitens
der Politik allmählich nachlässt“, erläutert der
Stratege.
STABILITAS
Warten auf die Trendwende
Die auf Minenaktien-Fonds spezialisierte
Investmentboutique Stabilitas blickt auf
das vergangene Jahr 2014 zurück, das durch
eine hohe Volatilität bei den Rohstoffen gekennzeichnet war. Martin Siegel, Geschäftsführer von Stabilitas, weist jedoch darauf
hin, dass beim Gold die Stimmung schlechter war als die Lage. Mit einem Schlusskurs
von 1.183 US-Dollar für die Feinunze lag
der Verlust gegenüber 2013 bei geringen 1,8
Prozent. „In anderen Währungen wie etwa
dem Euro oder dem japanischen Yen hat
Gold auf Jahressicht sogar teilweise deutlich zugelegt“, so der Edelmetall-Experte
Siegel, der Gold bei einem Kurs von 1.800
US-Dollar für fair bewertet hält. Die größte
Enttäuschung mussten Investoren allerdings
bei den Minen-Aktien verbuchen. Hier kam
es im vergangenen Jahr zur dritten großen Verkaufswelle nach 2008 und 2013.
„Auffallend war die extreme Volatilität, mit
der die Minenaktien zu kämpfen hatten.
Langfristig könnte es im Nachhinein jedoch
die dritte gute Kaufmöglichkeit gewesen
sein. Aus fundamentaler Sicht geht es den
Minenunternehmen zunehmend besser, da
die Energiekosten stark gesunken sind. Dies
könnte eine gute Basis für ein positives Jahr
sein, denn die Unterbewertung in manchen
Bereichen ist exorbitant“, meint Siegel.
ANODOS ASSET MANAGEMENT
Griechische Aktien unter Buchwert
Der Vermögensverwalter Anodos Asset
Management nimmt eine aktuelle Einschätzung des griechischen Aktienmarktes vor. Die vorgezogenen Neuwahlen in
Griechenland am 25. Januar haben zunächst wegen eines möglichen Wahlerfolgs
der radikalen Linkspartei Syriza für Unruhe an den europäischen Kapitalmärkten gesorgt. „Befürchtungen, dass es etwa
Enteignungen bei privaten Unternehmen
nach einem Wahlerfolg der Syriza geben
könnte oder der Austritt Griechenlands
aus der Eurozone bevorstünde, sind absolut überzogen. Die negativen Meldungen
sind größtenteils eingepreist“, hält Christos Arbaras, Mitinhaber der Nürnberger
Anodos Asset Management GmbH dem
entgegen. Die Experten von Anodos Asset
Management, die mit dem im Juni 2014
aufgelegten HELLAS Opportunities Fund
(ISIN: LU0920841169) den bislang einzig
aktiv gemanagten Fonds mit dem deutsche Anleger in griechische Aktien investieren können, initiiert haben, verweisen
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
auf eine Unterbewertung und attraktive
Dividendenrenditen griechischer Unternehmenstitel. „So weist zum Beispiel der
Lotto- und Sportwettenanbieter Greek
Organization of Football Prognostics für
2014 eine Dividendenrendite von 4,92
Prozent aus. Motor Oil Hellas, die die
zweitgrößte europäische Erdölraffinerie
betreibt, zahlte in 2014 eine Dividende
von 5,12 Prozent und plant für 2015 sogar
eine Erhöhung auf 7,92 Prozent“, erläutern
die Griechenland-Experten.
BÖRSE am Sonntag
Leser-Award 2015
Der unabhängige Branchen-Award geht in die nächste Runde
Die nominierten Finanzunternehmen stehen fest –
die Wahlphase beginnt!
Wählen Sie Ihre Favoriten
in den folgenden Kategorien:
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Gastbeitrag
Was einen guten
Vermögensverwalter ausmacht
Was macht einen guten Vermögensverwalter aus? Wer das seine Kunden fragen
würde, erhielte oftmals überraschende Antworten: Neben dem Vermögenserhalt
und der Wertentwicklung, sozusagen der Existenzberechtigung eines Verwalters,
sind es gerade die weichen Faktoren, welche vermögende Kunden wichtig finden.
Eine zentrale Anforderung lautet: persönlicher Kontakt. Kunden möchten den Menschen kennen, der ihr Vermögen anlegt.
Mehr noch: Um Vertrauen aufzubauen
und es zu bestätigen, wollen sie ihn sehen
und sprechen – entweder regelmäßig oder
bei Bedarf, zum Beispiel, wenn es turbulenter wird an den Kapitalmärkten. Oder
wenn es gilt, neue Ideen für die Kapitalanlage zu diskutieren.
Dieses Kundenpostulat stellt Vermögensverwalter vor große Herausforderungen,
denn Individualität und persönliche Betreuung – gerade vor Ort – gelten als teuer.
Aus manchen Gründen ist es für Vermögensverwalter vorteilhafter, sowohl das
Portfoliomanagement zu zentralisieren als
auch die Berater beziehungsweise Kundenbetreuer. Das jedoch steht im Widerspruch
zu dem, was sich viele Kunden wünschen.
Denn wirklich persönlich kann die Betreuung dann nur selten sein. Für Verwalter ist
es eine Gratwanderung: Es gilt, Kunden
persönlich zu betreuen und gleichzeitig
die Vorteile zu nutzen, die sich durch eine
Zentralisierung von wichtigen Dienstleistungen bieten. Zu diesen Vorteilen gehören
neben geringeren Kosten auch die Sicherstellung eines einheitlichen Vorgehens für
die Risikokontrolle, das für alle Kunden
gleichermaßen gewährleistet sein muss.
Gibt es nun schon Ansätze in der Praxis,
wie diese Gratwanderung zwischen Individualität und Zentralisierung gelingt –
also ein professionelles Management des
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Matthias Scheffner
Mitglied der Geschäftsleitung der Deutsche
Bank AG in Bielefeld
Portfolios, aber eben durch einen persönlichen Portfoliomanager,
den der Kunde kennt, der in seiner Nähe sitzt und der mit ihm
abgestimmte Anlageentscheidungen trifft? Die Antwort lautet: Ja.
Dafür erarbeiten Kunden in einem Gespräch mit ihrem persönlichen Investmentberater vor Ort ihr Anlageziel, ihre Risikobereitschaft und ihren Anlagehorizont. Neben der klassischen, an
einer Vergleichsgröße orientierten Portfoliostruktur sollte der
Vermögensverwalter auch eine opportunistische Portfoliovariante
anbieten können. Der Grund: Viele Kunden geben als Ziel vor,
dass im Rahmen eines solchen flexiblen Mandats das Kapital nach
Abzug von Steuern, Inflation und Kosten zumindest ein realer Kapitalerhalt erzielt werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen wird
keine Anlageklassenstruktur vorgegeben, sondern opportunistisch
investiert und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Risiken an
den Kapitalmärkten gelegt. Langjährige Erfahrung zeigt, dass der
Portfoliomanager Zugang zu globalen Experten und Ressourcen
sowie zu einem breiten Spektrum von Anlageinstrumenten haben
sollte, das – ganz wichtig! – auch Produkte von fremden Anbietern
berücksichtigt.
Kunden sollten sich nicht auf Angebote einlassen, mit denen sie
sich nicht wohlfühlen. Das gilt zum Beispiel für die Preisgestaltung: Diese muss fair sein und transparent sowie Raum für maßgeschneiderte Modelle bieten. Außerdem sollten dem Kunden
alle Vertriebsvergütungen von Produktanbietern gutgeschrieben
werden. Alle wichtigen Punkte sollten in einem Vertrag geregelt
sein, zum Beispiel auch die Obergrenzen des Risikos. Neben regelmäßigen Gesprächen mit ihrem Investmentberater sollten Kunden
das Recht haben, über alle Transaktionen des persönlichen Portfoliomanagers und im Quartals-Reporting – falls gewünscht auch
häufiger – über das Erreichte informiert zu werden. Diese Zutaten
machen einen guten Vermögensverwalter aus.
Matthias Scheffner ist Mitglied der Geschäftsleitung der Deutsche
Bank AG in Bielefeld und verantwortlich für das Geschäft mit vermögenden Kunden in der Region Ostwestfalen.
BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
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Zertifikate-Idee
„Made in Germany“
ist weiterhin gefragt
Index-Zertifikat auf den DAXplus Export Strategy-Index
Durch den schwachen Euro bekommen exportorientierte Unternehmen Aufwind. Tendentiell spricht vieles dafür, dass die Währungsentwicklung keine vorübergehende Erscheinung ist. Wesentliche Einflussfaktoren sind
die mit großer Wahrscheinlichkeit anstehenden Staatsanleihenkäufe durch die EZB, die die Zinsen weiter niedrig hält und die wahrscheinlich anstehende Zinserhöhung in den USA, die den Greenback stärkt. ZertifikateAnleger können mit einem Index-Produkt auf den DAXplus Export Strategy-Index (ISIN: DE000GS29EQ1) aus
dem Hause Goldman Sachs in einen Aktienkorb mit deutschen exportorientierten Unternehmen investieren.
Dividenden eingeschlossen
Der DAXplus Export Strategy-Index wird
in zwei Varianten, nämlich als Preis-Index
ohne Dividenden der zugrunde liegenden
Aktien und als Performance-Index unter Einrechnung der Unternehmensausschüttungen,
berechnet. Goldman Sachs hat als Basiswert
für das Zertifikat die Performance-IndexVariante gewählt, so dass Investoren nicht
nur von Kurssteigerungen sondern auch von
den Dividenden profitieren. Allerdings wird
eine jährliche Management-Gebühr von 1,2
Prozent abgezogen. Der Index enthält die
zehn exportstärksten Aktien aus DAX und
MDAX, gemessen an dem Erlösanteil, der
außerhalb Deutschlands erzielt wird. Die Aktien sind nicht nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, sondern machen unabhängig
von ihrer Größe jeweils ein Zehntel des Index
aus. Gegenwärtig umfasst das ExportaktienBarometer die Unternehmen Adidas, Airbus, Bayer, Fresenius Medical Care, Henkel,
Hochtief, Linde, Merck, MTU und Symrise.
Globale Gesundheitstechnik
Einer der größten Profiteure des schwachen
Euro könnte der DAX-Konzern Fresenius
Medical Care (FMC) sein. FMC hatte bereits im abgelaufenen
Jahr mit einem Kursgewinn von 19,5 Prozent für Freude bei den
Anlegern gesorgt. Das Unternehmen steht mit seinem konjunkturresistenten Geschäftsmodell beispielhaft für weltweite gefragte
Qualität aus Deutschland und ist der globale Marktführer bei der
Dialyse-Behandlung. Positive Einflussfaktoren haben das Unternehmen bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres beflügelt. Sowohl bei den Erlösen, die bei 4,1 Milliarden US-Dollar
lagen als auch beim operativen Ergebnis von 590 Millionen USDollar konnte der in Bad Homburg beheimatete Konzern Zuwachsraten vermelden. FMC setzt auf weiteres Wachstum in den
Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas. Im vergangenen
November wurde durch die Übernahme von Cogent Healthcare,
einer Firma, die Krankenhausärzte beschäftigt, das Netzwerk in
diesem Segment gestärkt. Aktuell kommen über 87 Prozent des
Konzern-Umsatzes aus Nordamerika.
Export-Erträge
Goldman Sachs hat das Open-End-Zertifikat auf den DAXplus
Export Strategy-Index im Juli 2010 emittiert. Seither konnten Anleger einen Ertrag von über 98 Prozent einfahren. Aktuell notiert
das Papier nur wenige Cent unterhalb des Hochs vom 27. November 2014 bei 35,69 Euro. Das sollte Neuinvestoren allerdings nicht
schrecken, denn die Fundamentaldaten, die für einen weiterhin
schwachen Euro sprechen, sind intakt und bereiten den Boden für
die Gewinne der Export-Aktien.
Index-Zertifikat auf den DAXplus Export Strategy-Index
Zertifikattyp EmittentBasiswert Fälligkeit WKN
Index-Zertifikat Goldman Sachs DAXplus Export Strategy-Indexopen endGS29EQ
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News
UBS
7,2 Prozent p.a. mit
Öl-Express-Zertifikat möglich
Der Verfall des Ölpreises scheint momentan kein Halten mehr zu kennen.
Preise im dreistelligen Bereich beim USamerikanischen WTI Crude Oil, die
noch im Sommer 2014 bezahlt wurden,
sind mittlerweile weit entfernt. Aktuell ist das Barrel für weniger als 50 USDollar zu haben. Nur sehr risikobewusste
Anleger, die erwarten, dass allmählich
ein Boden erreicht wird, können diese
Marktmeinung mit dem neuen UBSExpress-Zertifikat auf WTI Crude Oil
(ISIN: DE000UBS08C2) umsetzen. Das
Produkt kann noch bis zum 30. Januar
in einer Stückelung zu 100 Euro mit einem Ausgabeaufschlag von 0,5 Prozent
gezeichnet werden. Der Abrechnungspreis des WTI Crude Oil-Futures am 30.
Januar wird als Startwert des Zertifikats
festgelegt. Bei 75 Prozent dieses Startwertes wird eine Barriere fixiert. Das Produkt
läuft längstens bis zum 8. Februar 2016.
Ein vorzeitiges Laufzeitende ist bereits am
30. Juli 2015 möglich. Das ist dann der
Fall, wenn der Basiswert des Produktes
an diesem Tag mindestens in Höhe des
Startwertes liegt. Andernfalls erhalten
Anleger die Zinszahlung und die Laufzeit
des Papiers verlängert sich um ein weiteres
halbes Jahr. Das Zertifikat wird am Laufzeitende zu 100 Euro getilgt, wenn der
Öl-Preis während der Laufzeit niemals die
Barriere berührt oder unterschritten hat.
Ansonsten müssen die Anleger den prozentualen Verlust des Ölpreises, ausgehend
vom Startwert tragen. An einem möglichen Anstieg des Ölpreises partizipieren
sie nicht, denn die maximale Auszahlung
des Produkts ist auf 100 Euro beschränkt.
VONTOBEL
Europäische Versicherungen im Dreierpack
Der Schweizer Emittent Vontobel hält bis
zum 23. Januar eine neue Protect Multi Aktienanleihe zur Zeichnung bereit, die sich
auf den französischen Versicherer AXA und
die deutschen Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück bezieht (ISIN:
DE000VZ7UZ30). Der Zinskupon, der
unabhängig von der Kursentwicklung der
Aktien ausgezahlt wird, liegt bei 8,5 Prozent
p.a. Das Produkt wird am 26. Februar 2016
fällig. Der jeweilige Schlusskurs der Aktien am 23. Januar entspricht den drei Basispreisen des Produkts. Bei 75 Prozent der
Basispreise werden die Barrieren der Aktienanleihe fixiert. Notieren alle drei Aktien
zwischen 23. Januar 2015 und 19. Februar
2016 oberhalb ihrer Barriere, wird das Papier
zum Nennwert von 1.000 Euro, also dem
Emissionsbetrag, getilgt. Falls eine Aktie
ihre Barriere berührt, erhalten Investoren nur
dann den Nennwert, wenn der Schlusskurs
aller drei Titel am 19. Februar 2016 mindestens in Höhe der Basispreise liegt. Ansonsten
erhalten Anleger eine bestimmte Anzahl von
Aktien desjenigen Titels der drei Versicherer
mit der schlechtesten Wertentwicklung während der Laufzeit der Aktienanleihe.
DZ BANK
Neue Discounter auf US-Aktien
Die DZ Bank hat neue Discount-Zertifikate auf US-amerikanische Basiswerte emittiert. Dabei wurden die Aktien der Kaffeehauskette Starbucks, des
Online-Reiseanbieters Priceline.com, des
Software-Unternehmens Microsoft, der
Fastfood-Kette McDonald´s, der sozialen
Netzwerke LinkedIn und Facebook, des
Chipherstellers Intel, der Technologiekonzerne Hewlett Packard und Apple,
des Mischkonzerns General Electric,
des Photovoltaik-Unternehmens First
Solar, des Internetauktionshauses eBay,
des Getränkeherstellers Coca-Cola, des
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BÖRSE am Sonntag · 02/1 5
Netzwerkausrüsters Cisco Systems, der
Bank of America, des Online-Versandhändlers Amazon und des Aluminiumherstellers Alcoa berücksichtigt. Die mit
unterschiedlichen Kursobergrenzen (Caps)
ausgestatteten Discounter werden spätestens am 16. Dezember 2016 fällig.
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ZERTIFIKATE
Rohstoffe der Woche
Ölpreise
weiterhin unter Druck
Die Talfahrt bei den Ölpreisen nimmt ihren Lauf. Für den einen sind die fallenden Notierungen
willkommenes Aufputschmittel für die globale Konjunktur. Andere sehen in dem Einbruch den
Vorboten einer merklich nachlassenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft.
Erdöl ist ein wichtiges Schmiermittel der
Wirtschaft. Es wird vor allem als Energieträger (Benzin, Heizöl usw.) genutzt, dient
aber auch als Rohstoff für unzählige weitere Produkte. Der Preis für das „schwarze
Gold“ ist daher in vielen Industrien aber
auch für viele Verbraucher ein wichtiger
Kostenfaktor. Günstigere Preise für Erdöl
und für darauf basierende Erzeugnisse
können daher folglich zu Einsparungen
führen und dadurch Gelder für andere
Dinge frei werden, was sich letztlich stimulierend auf die gesamte Konjunktur
auswirken soll. Zum Beispiel geht der IWF
bei einem Ölpreisrückgang von 30 Prozent
von einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von rund 0,8 Prozent in ölimportierenden Ländern aus. Hierzulande machte
jüngst zudem der Deutsche Industrie- und
Handelskammertag (DIHK) Schlagzeilen.
Er spricht aufgrund des kräftigen Ölpreiseinbruchs seit Mitte 2014 von einem milliardenschweren Konjunkturpaket. Sollten
die Notierungen auf dem aktuellen Niveau
verharren, würden hiesige Firmen und
Verbraucher 2015 um 20 Milliarden Euro
entlastet.
Jüngst waren die Preise für das US-Öl WTI und das Nordseeöl
Brent unter die Marke von 50 US-Dollar gerutscht. Sie erreichten
damit das niedrigste Niveau seit April 2009. Aber wird die Feierlaune über die günstigen Effekte durch das wesentlich billigere
Erdöl nachhaltig sein? Zwar wird der drastische Verfall seit Sommer 2014 von mehr als 50 Prozent vor allem auf ein Überangebot
an Rohöl auf dem Weltmarkt zurückgeführt, angesichts der vielerorts ausgeweiteten Produktion, zum Beispiel in den USA (Stichwort: Fracking). In den günstigen Preisen könnte jedoch auch eine
Warnung vor einer merklichen Konjunkturabkühlung stecken. So
waren auch 2008 die Ölpreise eingebrochen, überdies noch deutlicher als aktuell. Gleichzeitig nahm das weltweite BIP-Wachstum
deutlich ab. 2009 folgte sogar ein BIP-Minus.
Brent-Öl – Februar-Future (ICE)
Stand: 09.01.2015
Derivate auf Brent-Öl (Basiswerte: JPMCCI Brent Crude TR und Brent-Crude-Futures (ICE))
Typ
Indexzertifikat (Quanto)
Hebel-Zert. (long)
Hebel-Zert. (short)
WKN
VT10MV
VZ70Z2
CR6PKV
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Basispreis/Knock-out
-
38,31/39,38 US-Dollar
63,92/62,57 US-Dollar
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LaufzeitHebel
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4,00
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3,94
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ZERTIFIKATE
Rohstoffanalysen
Rohstoffe im Überblick
Weizen – März-Future (CME)
Rohstoffe (Auswahl)
Die im September gestartete dynamische Gegenbewegung endete kurz vor Weihnachten.
Der Weizenpreis kletterte zwar zwischenzeitlich über das 61,8%-Fibonacci-Retracement
der letzten großen Abwärtswelle von Mai bis
September, der Ausflug darüber war jedoch
nicht nachhaltig. Damit könnte eine neue
größere Abwärtswelle eingeläutet worden sein.
MarktKurs
Rohöl WTI Crude NYMEX ($/bbl)
48,26
-8,62%
2,96
+0,17%
Heizöl NYMEX ($c/gal)
170,34
-5,46%
Gold NYMEX ($/Unze)
1222,30
+2,73%
16,47
+4,63%
801,50
+0,74%
Platin Spot ($/Unze)
1230,00
+3,04%
Aluminium Spot ($/t)
1798,00
-1,29%
Blei Spot ($/t)
1856,00
-0,18%
Kupfer Spot ($/t)
6166,50
-2,44%
Nickel Spot ($/t)
15435,00
+3,73%
Zinn Spot ($/t)
19650,00
+1,29%
Zink Spot ($/t)
2347,50
+3,68%
Baumwolle ICE ($c/lb)
60,640
+1,76%
Kaffee "C" ICE ($c/lb)
182,15 +13,42%
Erdgas NYMEX ($/MMBtU)
Silber Spot ($/Unze)
Palladium Spot ($/Unze)
Gold – Spotpreis in Euro
Der jüngst steigende Goldpreis und die anhaltende Euroabwertung führten dazu, dass
Gold in Euro erstmals seit März 2014 wieder
deutlicher über die Marke von 1.000 Euro
kletterte. Gleichzeitig wurde der horizontale
Widerstand bei 1.001 Euro geknackt. Eine
nächste Hürde stellt nun das Zwischenhoch
von September 2013 bei 1.076 Euro dar.
% zur
Vorwoche
Kakao ICE ($/t)
2957,00
+0,44%
Mais CBOT ($c/bu)
400,25
+1,01%
Orangensaft gefr. ICE ($c/lb)
142,50
-1,35%
1052,50
+4,52%
563,75
-3,01%
Zucker No.11 ICE ($c/lb)
14,93
+4,77%
Lebendrind CME ($c/lb)
160,60
-3,25%
Mastrind CME ($c/lb)
212,55
-4,18%
78,63
-3,41%
Kaffee – März-Future (ICE)
Rohstoff-Indizes (Auswahl)
Im Rahmen der im Oktober gestarteten Korrektur hatte der Kaffeepreis in der Vorwoche die Unterstützung bei 166,45 US-Cent
verletzt, die aus dem Zwischentief von Juli
2014 resultiert. Mit der jüngst erfolgten dynamischen Gegenbewegung wurde sie wieder
zurückerobert. Der MACD generierte ein
Kaufsignal. Folgt nun eine größere Erholung?
IndexKurs
% zur
Vorwoche
Kupfer – Spotpreis (LME)
Zwar stabilisierte sich der Kupferpreis in der
zweiten Wochenhälfte etwas, zuvor setzte sich
jedoch die Abwärtswelle fort, die seit Juli 2014
auszumachen ist. Das Industriemetall, das als
wichtiger Indikator für die Weltkonjunktur
gilt, fiel auf das niedrigste Niveau seit Juni
2010. Eine nächste Unterstützung findet sich
bei 6.091 US-Dollar.
Sojabohnen CBOT ($c/bu)
Weizen CBOT ($c/bu)
Schwein mag. CME ($c/lb)
NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) 184,12 +9,71%
NYSE Arca Oil & Gas Index
1306,86
-3,18%
Reuters-Jeffries CRB Futures-Index 225,95
-1,09%
Rogers Int. Commodity Index 2664,48
-3,08%
395,01
-4,81%
S&P GSCI Spot
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Produkt der Woche
Weltpremiere des Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion auf der CES
Revolution der Mobilität
Mit der autonom fahrenden Luxuslimousine F 015 Luxury in Motion zeigt Mercedes-Benz, wie sich das Auto
vom Fahrzeug hin zum privaten Rückzugsraum wandelt. Mit maximalem Platzangebot und Lounge-Charakter im
Interieur hebt der F 015 das Thema Komfort und Luxus auf ein neues Niveau. Eine zentrale Idee des Forschungsfahrzeugs ist ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Fahrzeug, Passagieren und Außenwelt. Die
International Consumer Electronics Show 2015 in Las Vegas ist daher der logische Ort für die Welt­premiere des
F 015 Luxury in Motion.
Der F 015 Luxury in Motion ist die visionäre Antwort von Mercedes-Benz auf eine
sich rapide ändernde Welt: Bis zum Jahr
2030 wird die Zahl der Mega-Cities, in
denen mehr als zehn Millionen Einwohner leben, von heute rund 30 auf über 40
steigen. „Das begehrteste Luxusgut im 21.
Jahrhundert werden privater Raum und
Zeit sein“, so Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und
Leiter Mercedes-Benz Cars. „Autonom
fahrende Autos von Mercedes-Benz sollen
den Menschen genau das bieten. Mit dem
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F 015 Luxury in Motion wird dieses revolutionäre Verständnis von
Mobilität erstmals konkret erlebbar.“
Auf dem Weg vom selbst bewegten, dem „automobilen“ zum selbständig fahrenden, also „autonomen“ Fahrzeug geht Mercedes-Benz
als Pionier weit über die rein technische Realisierung des automatisierten Fahrens hinaus. Dabei steht der Mensch immer im Mittelpunkt der Betrachtungen. Denn so wie der Benz Patent-Motorwagen 1886 und seine Nachfolger die individuelle Mobilität und
damit die Gesellschaft revolutioniert haben, werden auch die ersten
autonom fahrenden Autos große Veränderungen mit sich bringen.
Dreh- und Angelpunkt des innovativen Interieur-Konzepts des F
015 ist das variable Sitz-System mit vier drehbaren Lounge-Chairs,
das eine Vis-à-Vis-Konstellation der Sitze ermöglicht. Alle vier
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Produkt der Woche
Passagiere können die Zeit im Fahrzeug
zum Arbeiten, Entspannen oder Kommunizieren nutzen. Für den bequemen Ausoder Einstieg drehen sich die Sitze elektrisch angetrieben um jeweils 30 Grad nach
außen, sobald die Türen geöffnet werden.
Eine zentrale Idee des Forschungsfahrzeugs ist ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Fahrzeug, Passagieren und Außenwelt. Hierzu dienen
sechs rundum installierte, harmonisch in
die Armaturentafel sowie die Rück- und
Seitenwände integrierte Displays. Die
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Passagiere können über Gesten, Eye-Tracking oder Berührung
der hochauflösenden Bildschirme intuitiv mit dem vernetzten
Fahrzeug interagieren. Über Laserprojektion und LED-Anzeigen nimmt der elektrisch angetriebene F 015 Luxury in Motion
außerdem Kontakt zu seiner Umwelt auf und wird so zu einem
sozialen Partner im Verkehr.
Dr. Zetsche: „Schon vor zwei Jahren haben wir mit dem S 500
intelligent drive auf der historischen Bertha-Benz-Route in normalem Überlandverkehr gezeigt, dass wir die Technologie für autonomes Fahren beherrschen. Wir haben einen genauen Plan, wie wir
von der grundsätzlichen technischen Machbarkeit zur kommerziellen Umsetzbarkeit kommen wollen. Der F 015 zeigt, wohin uns
dieser Weg führen kann.“
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DIE WELT IM WANDEL –
DER MENSCH IM MITTELPUNKT
Wir leisten einen Beitrag zur zukunftsfähigkeit unserer gesellschaft.
Mehr inforMationen unter www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
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Refugium der Woche
Soweit das Auge reicht
Das Luxushotel Sri Panwa auf Phuket ist elegant entspannt, erhaben und großartig gelegen.
Noch großartiger aber sind seine Aussichten.
Weitere
Informationen
unter:
www.sripanwa.com
Für die einen ist es der Zuckerhut Thailands, für die anderen ein romantischer Halbinselberg an einem der schönsten Küstenstreifen der
Welt. Für alle aber bietet dieses spektakulär schön gelegene Hotel
Aussichten wie aus dem Bilderbuch. Die Andamanensee mit ihren
grünen Inseln, ein Licht wie von den Göttern erhellt und eine Klarheit der Farben prägen die Szenerie. Das Sri Panwa ist eine der exklusivsten Luxus-Hotelanlagen auf der thailändischen Insel Phuket:
Insgesamt 60 Villen am Cape Panwa in rund 60 Metern Höhe über
dem Meeresspiegel bestechen durch einen atemberaubenden Blick
über die südöstliche Spitze des Archipels.
Neben den 52 Hotel-Villen mit ein oder zwei Schlafzimmern und
den sieben Pool-Suiten gibt es auch sieben Häuser mit drei bis sechs
Schlafzimmern in Privatbesitz. Durch die weitläufige Anordnung
der Gebäude auf über 40 Hektar tropischer Vegetation, die coolmoderne, helle und leichte Bauweise und die lässige Eleganz bietet
Sri Panwa ein Gefühl permanenter Erhabenheit.
Das Herzstück des Resorts bildet der Baba Poolclub mit einem umfangreichen Serviceangebot. Die Kochschule, das Grill- und Tagesrestaurant BabaQ oder das CoolSpa mit seinem breiten Angebot
von der traditionellen Thai-Massage, Thalasso, Aromatherapie und
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Yoga bis hin zu kosmetischen Behandlungen – alles ist auf unaufdringlichen Genuss
ausgelegt. Für Yoga, Pilates und Stretching
steht das im Pool eingelassene „FloatingDeck“ mit Blick aufs Meer zur Verfügung.
Und am Privatstrand warten der Beachpool
sowie verschiedene Wassersport-Angebote
über und unter Wasser. Kanu- und Angelausflüge oder auch Elefanten-Trekking,
Golfen oder Segeln – alles ist möglich.
Sri Panwa wurde als eines der fünf besten
Resorts in Thailand und als eines der verführerischsten Hotels der Welt ausgezeichnet. Geschätzt für seine Weitläufigkeit,
absolute Privatsphäre und herausragende
Qualität war es in der Vergangenheit Urlaubsdomizil für viele Prominente. Und so
liegen Showstars neben Königen und Industriekapitänen. Aber alle ganz diskret und
immer mit bestem Ausblick.
  
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