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20150108 BT Leserbrief FH Notstand Pflegefachleute

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B ü n d n e r Ta g b l a tt
KLARTEXT
D o n n e r s t a g , 8. Ja n u a r 2 0 1 5
G A S T K O M M E N T A R Ariane Ehrat über Kommunikation
Über die Wahrnehmung von Schnee
B
Bilder von grünen Pisten haben die Medien im letzten November und Dezember geprägt. Wir Touristiker in den höher gelegenen Gebieten ahnten bereits
im November, worauf wir uns vorbereiten mussten. Die Schweizer Tourismusdestinationen hatten zwar seit dem
Spätsommer mit Plakaten, Inseraten,
Radio- und Fernseh-Werbespots und so
weiter für Winterferien geworben. Wie
konnten wir nun aber den potenziellen
Gästen angesichts der Bilder in den Medien bewusst machen, dass sie sich auf
Ferien im Schnee freuen konnten?
Wir alle sind heute mit enorm vielen Informationen regelrecht überschwemmt. Gerade hier liegt die Herausforderung, die richtigen Zielgrup-
pen mit den richtigen Botschaften auf
den richtigen Kanälen zu erreichen. Es
ist der richtige Kommunikationsmix,
der zum Erfolg führt. Wobei die Glaubwürdigkeit gerade in diesen Fällen das
wichtigste Element bildet.
In einer solchen Situation lohnt es
sich, den Telefonhörer in die Hand zu
nehmen und die Medien zu kontaktieren, um die Situation differenziert
aufzuzeigen. Persönliche Gespräche machen den Redaktionen bewusst, worum es
geht, nämlich unter anderem um die Zukunft eines
wichtigen Schweizer Wirtschaftszweiges und der damit
verbundenen Arbeitsplätze. Die
meisten Redaktionen haben sich
für diese Information sehr dankbar gezeigt. Wir dürfen behaupten, dass dank
diesem «Informationsteppich» die grünen Pisten in den Medien nicht mehr
so häufig thematisiert wurden bezie-
hungsweise die Medien auch über die
weissen Pisten ausgewogen berichtet
haben. Begleitend dazu ist heutzutage
die Kommunikation über Social Media
unabdingbar. Facebook, Twitter und so
weiter sind ausgezeichnete Medien,
um glaubwürdig zu sein. Die Beweisführung ist wichtig; es reicht nicht zu
sagen, dass hervorragende Pisten- und
«Es ist der
richtige Mix,
der zum
Erfolg führt»
Loipenverhältnisse vorhanden sind. Es
bietet sich zum Beispiel gerade an, Einheimische und Gäste dazu aufzurufen,
als Multiplikatoren zu wirken und ihre
Bilder und schönen Erlebnisse auf So-
cial Media zu posten. Im direkten privaten und geschäftlichen Kontakt ist jeder Einzelne ein Botschafter: Mit ganz
einfachen Hinweisen auf die Top-Verhältnisse kann man gemeinsam eine
grosse Wirkung erzielen. Bereits in der
Vorweihnachtswoche haben die Bergbahnen im Engadin Rekordergebnisse
erzielt: Dies heisst, dass unsere Gäste
noch rechtzeitig erfahren haben,
wie die Situation in den höher
gelegenen Skigebieten tatsächlich ist. Darüber haben
wir uns alle gefreut, genauso wie über das Gästeaufkommen über die Festtage,
trotz den stürmischen drei
Tagen, die für die Bergbahnbetreiber alles andere als ideal waren. Was kann man das nächste Mal
besser machen? Die Kommunikation
muss kontinuierlich ausgewertet werden, und wo nötig müssen die entsprechenden Anpassungen vorgenommen
werden. Dabei müssen Tourismus-Destinationen berücksichtigen, dass im
Tourismus jede Woche, jede Saison, jedes Jahr die Situation sich anders präsentiert: von den Wetterbedingungen
über Währungsschwankungen bis hin
zur internationalen politischen Lage.
Hier gilt es, die gesamte Kommunikationsklaviatur zu beherrschen und im
richtigen Zeitpunkt zu handeln. Zudem
werden die Budgets klar kalkuliert und
in Szenarien gedacht. Eine Tourismusorganisation ist ständig bereit, verschiedene Möglichkeiten aus der
Schublade zu ziehen und sie zu kombinieren: Die Massnahmen werden effizient und wirksam zusammengestellt,
damit die Gäste weiterhin den richtigen
Entscheid treffen und ihre Freizeit in
der ausgewählten Destination optimal
gestalten können.
ARIANE EHRAT ist CEO der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz.
H I N T E R G R U N D Jan Kuhlmann, Beirut, über eine humanitäre Katastrophe
Leiden ohne Ende: Syrien und Nachbarn erleben Flüchtlingsdrama
N
Nach fast vier Jahren Bürgerkrieg sind
aus Syrien mehr Menschen geflohen als
aus jedem anderen Land. Die Nachbarländer ächzen unter der Last. Zudem
wächst eine neue Generation ohne Perspektive heran. Jetzt hat auch noch ein
heftiger Wintersturm die Menschen getroffen. Als müssten die syrischen
Flüchtlinge im Libanon nicht schon genug leiden, haben sie seit dieser Woche
ausserdem gegen Frost und Schnee zu
kämpfen. Ein Sturm mit dem Namen
«Zina» fegt über den Nahen Osten und
überzieht höher gelegene Regionen mit
einer dicken weissen Schicht.
Bilder auf arabischen TV-Kanälen
zeigen frierende Flüchtlinge, die in der
libanesischen Bekaa-Hochebene durch
Schnee stapfen. Manche tragen nur
Sandalen. Das Leiden der syrischen
Flüchtlinge nimmt kein Ende. Wie dramatisch die Lage ist, verrät ein Bericht
des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Vor
zwei Jahren stand Syrien nicht einmal
unter den Top 30 der Länder, aus denen
die meisten Menschen vor Gewalt und
Elend geflohen waren.
Mittlerweile nimmt das Land in dieser Liste den Spitzenplatz ein. Mehr als
drei Millionen syrische Flüchtlinge hat
das UNHCR seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Frühjahr 2011 registriert. Die
tatsächliche Zahl liegt noch deutlich
höher. Die Nachbarländer ächzen unter
der Last der Flüchtlingsströme. Der Libanon (laut UNHCR 1,1 Millionen registrierte Flüchtlinge), die Türkei (798 000),
Jordanien (646 600) und der ebenfalls
von heftiger Gewalt und dem Vormarsch der IS-Terrormiliz erschütterte
Irak (220 000) haben die meisten Syrer
aufgenommen. Die Regierungen und
Hilfsorganisationen kämpfen damit,
die Menschen mit dem Nötigsten zu
versorgen, weil es an Ressourcen fehlt.
So konnte das Welternährungsprogramm (WFP) Anfang Dezember keine
Lebensmittelgutscheine mehr an die
Flüchtlinge verteilen, weil das Geld dafür fehlte - internationale Geber hatten
ihre Spendenzusagen nicht eingehalten. Erst ein lauter Hilferuf des WFP
spülte rund 65 Mio. Euro in die Kassen,
um die leidenden Menschen zu versorgen. Besonders dramatisch ist die Lage
in Libanon, nicht nur wegen des Winterwetters. Das Land mit seinen rund
sechs Millionen Einwohnern ist ohnehin klein. Die Zersplitterung in verschiedene Religionsgruppen sorgt für
ein labiles politisches Gleichgewicht,
das durch die Massenflucht bedroht
wird. Immer wieder schwappt die Gewalt aus Syrien über die Grenze. Offizielle Flüchtlingslager für Syrer gibt es
nicht, damit diese nicht länger bleiben
«
Die Nachbarländer
ächzen
unter der Last
der Flüchtlingsströme
»
L E S E R B R I E F E Zum Notstand beim Pflegepersonal und zum Schulverband Innerdomleschg
Wir sind bereit für
motivierte Personen
Zum Leserbrief «Notstand bei den Pflegefachleuten» von Mandy Beeler im BT vom
7. Januar 2015.
Frau Beeler fragt sich zu Recht, wieso
Fachpersonal im Ausland gesucht werden
muss. Es gibt in Graubünden sehr viele engagierte, motivierte Personen, die sich
einem interessanten Beruf im Gesundheitswesen stellen und nach einer Grundausbildung weitere Aus- oder Weiterbildungen absolvieren. Die Betriebe bieten
zusammen mit den Arbeitgeberorganisationen und den Fachschulen sehr gute
Rahmenbedingungen, damit möglichst
viele Berufsleute in das Gesundheitswesen einsteigen und verbleiben können. Es
könnten noch weit mehr Personen ausgebildet werden, wenn diese vorhanden wären. Dies gilt vor allem für die peripheren
Regionen unseres Kantons.
Auch in Härtefällen, wie sie Frau Beeler schildert, bieten die Betriebe Unterstützung, damit geeignete Personen eine
Aus- oder Weiterbildung absolvieren können. Dass die Betriebe bei einem finanziellen Einsatz von mehreren tausend bis
zehntausend Franken eine Verpflichtungszeit erwarten, ist selbstverständlich.
Der Steuerzahler möchte, dass mit seinen
Geldern sorgfältig umgegangen wird. Die
Ausgebildeten werden sich sicher gerne in
Betrieben weiter engagieren, die eine
grosse Chance geboten und eine Aus-/
Weiterbildung finanziert haben. Die Betriebe und Schulen setzen auf die motivierten Personen aus unserem Kanton.
Die qualitativ hochwertigen Ausbildungsstätten und -schulen sind bereit für motivierte Personen.
▸ FRANCO HÜBNER, GESCHÄFTSFÜHRER
BÜNDNER SPITAL- UND HEIMVERBAND
Die Lehrpersonen
melden sich zu Wort
Die Auflösung des Kreises Domleschg hat
auch die Auflösung der Kreisschule Domleschg zur Folge. Dies bedingt eine Neuorientierung der Oberstufe Sils i.D. Die aktuelle Situation dazu ist so verfahren, dass
ein gemeinsames Weiterkommen der drei
beteiligten Gemeinden (Fürstenau, Scharans und Sils i.D.) als nicht mehr möglich
erscheint. Nun sind die verantwortlichen
politischen Entscheidungsträger gefordert, rasch realistische Lösungen aufzuzeigen. Gemäss allen Aussagen in Bezug
auf die Neuorientierung der Kreisschule
Domleschg ist man sich in einem Punkt einig: Wir wollen eine qualitativ hochstehende Schule, in welcher die Kinder bestens ausgebildet werden. Sie sollen eine
optimale Vorbereitung auf eine berufliche
Grundbildung oder weiterführende Schulen erfahren. Die Kinder stehen im Mittelpunkt der Neuorganisation. Für taktische
Politspielereien gibt es keinen Freiraum.
Einerseits sind wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besorgt. Im August
2014 wurde uns von den drei Gemeinden
die Weiterbeschäftigung mündlich zugesichert. Nach dem Scheitern des Verbandstatuts anlässlich der Gemeindeversammlung vom 17. Dezember 2014 in Sils
ist unsere berufliche Zukunft mehr denn
je ungewiss. Wir sind alle an einer Weiterbeschäftigung mit klaren Rahmenbedingungen an einer guten Schule interessiert.
Dazu leisten wir auch gerne jederzeit
unseren Beitrag auf konstruktive Art und
Weise. Andererseits sind wir auch sehr besorgt um die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler, welche möglicherweise
nach den Sommerferien 2015 nicht mehr
am gleichen Schulstandort die gleichen
Klassen besuchen werden.
Eine gute Schule lebt von motivierten
Kindern, motivierten Lehrpersonen und
Eltern oder Erziehungsberechtigten, die
diese unterstützen. Um dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, ist klar die Politik gefordert. Wir fordern den Gemeindepräsidenten von Sils
im Domleschg dazu auf, unter Einhaltung
der politischen Prozesse die nötigen
Schritte einzuleiten, um die Rahmenbedingungen für eine gute Schule zu definieren sowie im Interesse der Öffentlichkeit
und insbesondere der Kinder zu handeln.
▸ ALLE ZWÖLF LEHRPERSONEN DER
KREISSCHULE SILS I. D., UNTERSTÜTZT
DURCH DEN KREISSCHULRAT UND DIE
SCHULLEITUNG
als unbedingt nötig. Hilfsorganisationen kämpfen damit, die Menschen mit
dem Nötigsten zu versorgen. Die
Flüchtlinge sind über das Land verstreut und schwer zu finden. Sie suchen
sich Unterschlupf, wo immer sie welchen finden: in leeren Häusern, Garagen, Zelten. Viele lebten unter «fürchterlichen Bedingungen», sagt UNHCRSprecher Ron Redmond.
Zudem verändern die Flüchtlinge
die Demografie der Länder gewaltig, so
etwa in Jordanien. In der Stadt Mafrak
im Norden des Landes leben laut dem
Leiter einer Studie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung
mittlerweile
mit 110 000 Syrern mehr Flüchtlinge als
Einheimische. Dabei reiche die Infrastruktur des Ortes nicht einmal für die
ursprüngliche Einwohnerzahl aus, sagt
Khalid Al-Wasani. Schulen in Jordanien
seien etwa zum Zwei-Schicht-System
zurückgekehrt, um Knaben und Mädchen Unterricht geben zu können.
IMPRESSUM
Herausgeberin: Somedia (Südostschweiz Presse und Print AG).
Verleger: Hanspeter Lebrument. CEO: Andrea Masüger.
Redaktionsleitung: Larissa M. Bieler (Chefredaktorin, lmb), Norbert Waser
(Stv. Chefredaktor, nw).
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Verbreitete Auflage (Südostschweiz Gesamt): 81 302 Exemplare, davon
verkaufte Auflage 78 482 Exemplare (WEMF-/SW-beglaubigt, 2014).
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Erscheint sechsmal wöchentlich
Abopreise unter: www.buendnertagblatt.ch/aboservice
Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i.S.v. Art. 322 StGB: Südostschweiz Radio AG, Südostschweiz TV AG,
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