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Durchblick - Wilhelmshavener Zeitung

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Ein Produkt der
FÜR WILHELMSHAVEN UND FRIESLAND
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neuen
im
1/2015
Jahr
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04
Titelgeschichte
05
Tradition
06|07
Konzerte
08
Bühne
09|10
Tanz
11|16
Theater
17
Spezial
20|22
Genuss
23|24
Interview
25|27
Kunst
28|30
Wissen
32|33
34
07
A-cappella-Festival:
Das Sextett ONAIR steht
für vokale Leidenschaft.
Mut zur Lücke
18|19
31
04
Hundeversteher:
Martin Rütter setzt auch bei
Vierbeinern auf Nachsitzen.
Tim Mälzer / FOTO:PHILIPP RATH
Inhalt | Editorial
KOMPASS | Januar
20
Heimat:
Tim Mälzer zeigt uns, wie
lecker Deutschland schmeckt.
08
Therapie:
Arnulf Rating ist ein
kabarettistisches Allheilmittel.
23|24
Trendsetter:
Um das Thema Mode geht
es im KOMPASS-Interview.
Dies & Das
Veranstaltungen
Horoskop
30
Archäologie:
Dr. Babette Ludowici
referiert bei der NWDUG.
31
Stepptanz:
Die Tanzschule Dunse
holt Ikonen an die Jade.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
frohes neues Jahr! Laut chinesischem Horoskop ist 2015 das
Jahr des Schafes. Albert Einstein meinte dazu: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Die Frage ist nur, will man das überhaupt?
Die Antwort darauf liefert Frank Sinatra, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. In seinem schon fast zur
Hymne avanciertem Song „My way!“ plädiert er dafür, sein Leben so zu führen, dass man am Ende seiner Tage nichts bedauern muss. Recht hat er. Ehrlich gesagt, ich finde, man sollte sich
das auf die Liste seiner Vorsätze fürs neue Jahr schreiben. Und
zwar ganz oben. Denn Statistiken haben unlängst herausge-
funden, dass man ohnehin nur eines seiner vielen löblichen
Vorhaben in die Tat umsetzen wird. Dazu eignet sich ja wohl
kein Ziel besser, als in seinem eigenen Leben glücklich zu werden. Ein Patentrezept habe ich dafür allerdings auch nicht.
Wohl aber einen Ratschlag. Er stammt von keiner Geringeren
als der Literatur-Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck:
„Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das
Wunderbare zu sehen.“
Das findet auch ohne rosarote Brille auf der Nase
KOMPASS-Redaktion
Seite 3
Titelgeschichte | Martin Rütter
KOMPASS | Januar
Martin Rütter
er Dogfather der Hundeerziehung ist wieder da. In seinem neuen Live-Programm „nachSITZen“ öffnet Martin Rütter (44) am 8. Januar um 20 Uhr mit einem exklusiven Warm-up vor dem offiziellen Tourstart in der
Stadthalle Wilhelmshaven die Tür zum bellenden Klassenzimmer.
Der Mann für alle Felle bittet zum tierisch-menschlichen Nachhilfeunterricht. Denn noch sind viel zu viele Fragen offen: Herr Rütter,
kann es sein, dass mein Hund Burn-out hat? Oder einfach nur totale Langeweile? Herr Rütter, leidet mein Hund tatsächlich an ADHS?
Oder ist er vielleicht hochbegabt? Herr Rütter, ist mein Hund überhaupt Fleischfresser? Oder längst eingefleischter Vegetarier?
duellen Bedürfnisse anpasst. Überzeugte Hundehalter und -trainer haben für den Erfolg von D.O.G.S.-Hundeschulen in ganz
Deutschland, Österreich und der Schweiz gesorgt. Für Martin Rütter genießt oberste Priorität, dass bei der Hundeerziehung endlich
die eigentliche Hauptperson im Mittelpunkt steht: der Hund. Und
mit ihm die jeweilige Beziehung zum Menschen. Mittels eines
zweijährigen Ausbildungsstudiums gibt Martin Rütter seine Philosophie an ausgewählte Partner weiter. Inzwischen existiert ein
Netzwerk mit rund 100 Hundeschulen in Deutschland, Österreich
und der Schweiz und über 150 ausgebildeten Coachs, die nach
D.O.G.S. Hund und Halter schulen.
Mit seinen 20 Jahren Berufserfahrung ist Rütter der erfolgreichste
und beste Hundeexperte im deutschsprachigen Raum. Hunde waren seit jeher fester Bestandteil im Leben von Martin Rütter. Nach
einem Studium der Tierpsychologie in der Schweiz, diversen Praktika in Wolfaufzuchtstationen und einem Auslandsaufenthalt in
Australien, wo sich Rütter eingehend mit dem Leben und Verhalten von Wildhunden auseinandergesetzt hat, eröffnete er 1995
sein erstes Zentrum für Menschen mit Hund. Auf Basis intensiver
Studien und umfangreicher Erfahrungen mit den Besuchern seines Zentrums hat Martin Rütter eine eigene Philosophie zur Hundeerziehung entwickelt: das „Dog Orientated Guiding System“,
(kurz: D.O.G.S.). Es ist eine erstaunlich leise, einfühlsame und vor
allem gewaltfreie Erziehungsmethode, die sich ganz an der Persönlichkeit des Hundes orientiert und das Training an seine indivi-
Weiterhin ist Martin Rütter als tierpsychologischer Berater, beliebter TV-Hundeexperte und Referent sowie als Buchautor und Verfasser zahlreicher Publikationen aktiv. Im September 2010 erschien darunter sein Debüt-Roman „Wie immer Chefsache”. Seine
letzte Fachpublikation „Aggression beim Hund” wurde im September 2011 veröffentlicht. Sein erstes Fachbuch „Hundetraining mit
Martin Rütter“ ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt das meist verkaufte Coaching-Buch zum Thema Hund in Deutschland. Insgesamt hat der Hundeexperte bis heute über eine Million Bücher und
über eine halbe Million DVDs verkauft. Darüber hinaus ist er seit
2008 auf VOX in den Coaching-Doku-Formaten „Der Hundeprofi”
und „Der V.I.P. Hundeprofi“ zu sehen, die durchschnittlich über
eine Million Zuschauer erreichen. Beide Formate wurden bereits
für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.
Seite 4
Tradition | Chinesisches Horoskop
KOMPASS | Januar
2015
E I N LA M M F R O M M E S J A H R
Nach dem chinesischen Mondkalender wird das Pferd am 18. Februar 2015 abgelöst und es beginnt das Jahr des Holz-Schafes,
das uns bis zum 7. Februar 2016 begleiten wird. Das Jahr des Schafes ( – yáng) wird erfüllt sein von der Sehnsucht nach Harmonie. Das Schaf zeichnet sich durch seinen friedliebenden Charakter und
einem edlen Moralanspruch aus. Werte wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit
und Brüderlichkeit sind für das Schaf der Dreh- und Angelpunkt mit
dem es versucht, die unterschiedlichsten Parteien an einen Tisch
zu bringen. Wo diese Impulse aufgenommen werden, kommt
ein Enthusiasmus hervor, der eine positive Entwicklung
nach sich zieht. Deshalb verspricht das Jahr des Schafes eine gutes Jahr zu werden für alles, was der
Menschlichkeit nützt.
Friedlich, freundlich und moralisch begegnet uns
Menschen dieser Regent. Schafsjahre sind, anders als etwa die Jahre des Drachen, traditionell
Jahre ohne große Höhen und Tiefen. Also erwarten Sie bitte keine großen Umwälzungen in der
Politik oder in ihrem privaten Leben. Es wird gemütlich und 2015 wird von langsamem Wachstum geprägt
sein. Auch alle geistigen Aktivitäten sind in diesem Jahr befördert. Wissenschaft, Rechtsprechung und Journalismus werden florieren.
Sport oder körperliche Aktivitäten sind ganz sicher nicht die Favoriten des
Schafes. In diesem Jahr sind keine sportliche Rekorde oder Höchstleistungen
zu erwarten. Dafür aber auch keine vernichtenden Kriege oder Krisen.
In China sagt man, das Schaf sei ein Friedensbringer oder Erschaffer der
Harmonie. Das Schaf liebt deshalb Gerechtigkeit, denn nur so ist echter
Frieden in der Vorstellungswelt der Chinesen möglich. Gute Juristen
würden daher in diesem Jahr oder auch im Jahr des Hundes
geboren. Das Schaf „meckert” übrigens auch so lang,
bis sich die Gerechtigkeit einstellt.
FOTO:HEMLEP - FOTOLIA
Seite 5
Konzerte | Facettenreiche Klangerlebnisse
KOMPASS | Januar
Rock trifft KLASSIK
V. SINFONIEKONZERT: „NDR Radiophilharmonie“
Freitag, 9. Januar, 20 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
Die „NDR Radiophilharmonie“ genießt weit über das Sendegebiet
des Norddeutschen Rundfunks hinaus einen hervorragenden Ruf
mit einem Repertoire, das von Alter Musik bis zu Spezialitäten der
Konzert- und sinfonischen Unterhaltungsmusik reicht. Von der Saison 2014/2015 an wird der Brite Andrew Manze als Chefdirigent
dem Orchester vorstehen.
KLAVIERMUSIKFESTCHEN:
„Alma-Mahler-Klaviertrio“
Sonnabend, 10. Januar, 20 Uhr, Villa „Lug ins Land“,
Ebkeriege 13, Wilhelmshaven
Das Klaviertrio, gegründet 2005 von Johanna Franz (Violine), Julia
Habiger-Prause (Klavier) und Sebastian Escobar (Cello), begrüßt
das neue Jahr mit Musik von Rachmaninov, Haydn (Zigeunertrio),
Schostakowitsch (Trio Nr. 2, e-moll) und – für die Freunde des
großen Tango Nuevo-Mitbegründers – Piazzolla (Vier Jahreszeiten). Alle drei studierten u.a. an der Hochschule in Detmold: Ausgangspunkt ihres Zusammenfindens. Während Johanna Franz
aber inzwischen für die Educationabteilung der Hamburger Symphoniker tätig ist, lehrt Julia Habiger-Prause u.a. an der Hochschule für Musik in Osnabrück und spielt Sebastian Escobar im Staatstheater Kassel. Aufgrund der begrenzten Kartenzahl empfiehlt es
sich zu reservieren (Tel. 04421/71000).
FOLK: „Beltane“
Sonnabend, 17. Januar, 20 Uhr, Pumpwerk-Club,
Wilhelmshaven
Die vierköpfige Band „Beltane“ stellt ihre neue CD vor. Der Name
„Beltane“ bezeichnet ursprünglich ein keltisches Frühlingsfest und
wo immer die Band auftaucht, ist wie im Frühling nur pure Lebensfreude angesagt. Ob melancholische Balladen oder fetzige Tunes –
es ist immer alles im Gepäck, um die Zeit mit „Beltane“ zu einem
unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
ROCK: Klaus Lage
Sonnabend, 17. Januar, 20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
„21 Lieder“ – Solo Tour 2015: Der Name ist bei Klaus Lage Programm. Geboten werden 21 Songs aus fast 40 Jahren seiner Karriere. Seine großen Hits werden selbstverständlich genauso dabei
sein wie weniger bekannte Titel.
Seite 6
NEUJAHRSKONZERT:
„Luftwaffenmusikkorps Münster“
Mittwoch, 21. Januar, 20 Uhr, Gorch-Fock-Haus,
Wilhelmshaven
Nach nunmehr 28 erfolgreichen Neujahrskonzerten mit dem mittlerweile „außerdienstgestellten“ Marinemusikkorps Nordsee,
kommt es beim Neujahrskonzert 2015 zu einer Premiere. Es wird
erstmals nicht das „blaue Tuch“ der Marine, sondern Farben der
Luftwaffe auf der Bühne vertreten sein. Das Luftwaffenmusikkorps Münster unter Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper
und Hauptmann Tobias Terhardt wird das „29. Große Neujahrskonzert“ durchführen. Karten sind im Vorverkauf bei der TouristInformation Wilhelmshaven in der NordseePassage, im GorchFock-Haus oder beim Kasernenfeldwebel im Marinestützpunkt
Heppenser Groden (Gebäude 75) sowie an der Abendkasse erhältlich. Mit dem Reinerlös des Benefizkonzertes werden regelmäßig
wohltätige Organisationen unterstützt.
VI. SINFONIEKONZERT:
„Polnische Kammerphilharmonie“
Dienstag, 27. Januar, 20 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
Die „Polnische Kammerphilharmonie“ wurde 1982 in Sopot von
Wojciech Rajski gegründet. Schnell konnte das Orchester namhafte Solisten wie z.B. Mstislaw Rostropowitsch, Mischa Maisky, David
Geringas oder Ivo Pogorelich gewinnen und sich etablieren. Dirigent ist heute Wojciech Rajski. Am Klavier sitzt Alexander Krichel.
CLASSIC-ROCK: „Wishbone Ash“
Mittwoch, 28. Januar, 20 Uhr,
Pumpwerk Wilhelmshaven
Kennzeichnend für die britische Band „Wishbone Ash“ ist ihr melodischer, gitarrenorientierter Rock, der charakteristisch von zwei im
Duett gespielten E-Gitarren dominiert wird. Neben radiofreundlichen Titeln wie „Deep Blues“ beweisen „Wishbone Ash“ mit Liedern wie „Blue Horizon“ ihr Talent für echte Rocksongs.
TRIBUTE-SHOW: „ABBA today“
Sonnabend, 31. Januar, 20 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
„Abba“ – ein Mythos, der vor 40 Jahren begann und bis heute die
Menschen in seinen Bann zieht. Eine Band, die immer noch allgegenwärtig ist.
KOMPASS | Januar
Konzerte | A-cappella-Festival
STIMMGEWALTIG
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in sensationelles Konzert zum Start des diesjährigen A-cappella-Festivals am 10. Januar um 20 Uhr
im Wilhelmshavener Pumpwerk. Es geschieht
wirklich nicht oft, dass uns Künstler vom ersten
Moment an sprachlos machen. So geschehen bei
dem Berliner Sextett ONAIR, bestehend aus zwei Frauen und
vier Männern. ONAIR ist hochkonzentrierte vokale Leidenschaft. Dazu kommen eine ausdrucksstarke Choreographie
und die Kunst der Sounddesignerin, die das Musikerlebnis auf
höchstes Niveau hebt.
So entlockt das Ensemble seinem Publikum, was es sich selbst
mit jedem Ton schenkt: Pure Begeisterung! Ein jeder von ihnen ist ein Solist, gemeinsam sind sie ein stimmlich-energetischer Organismus, dessen Musik durch den Kopf direkt ins
Herz geht.
Pophits unter anderem von Radiohead, Björk, Massive Attack,
Daft Punk, Alanis Morissette in ganz eigenen Interpretationen
bilden den Kern eines anspruchsvollen Repertoires von
ONAIR. Gegründet im Februar 2013 trat die Band im Mai desselben Jahres beim renommierten Aarhus Vocal Festival in Dänemark an, und gewann hier, bei ihrem allerersten (!) Auftritt,
auf Anhieb den 1. Preis.
Kaum zwei Monate später gingen sie in den Gesangswettstreit
„vokal.total“ in Graz und gewannen wiederum Gold: Den 1.
Preis und Goldenes Diplom in der Kategorie Pop, dazu ein euphorisches Publikum und die höchste Anerkennung der Jury.
Und unlängst gewannen sie in Taiwan die World-A-cappellaCompetition. Mehr geht als Auszeichnungen nicht!
R
OCK 4 gastiert am 16. Januar um 20 Uhr nun
schon zum 6. Mal im Festival. Die begnadeten
Sänger haben sich der Interpretation der legendären Pop- und Rocksongs verschrieben.
Von der ersten Sekunde an werden Rock, Pop,
Klassik, Dance und Funk energiereich in hohem Tempo miteinander verbunden, wodurch das Publikum, jung und alt,
von einer Überraschung in die andere gerät. Bekannte und
legendäre Nummern werden nur durch die Stimmen der
vier Sänger auf ganz eigene Weise bearbeitet und interpretiert.
„Don’t Break The Rhythm”, ein vokales Konzert, das seines
Gleichen sucht. Mal groß, mitreißend und laut, dann wieder
klein und intim. Das Vokal-Quartett ROCK 4 besteht aus vier
Sängern mit eigener Identität sowie unterschiedlichem Stil
und Hintergrund. Tenor Luc Devens ist der dynamische
Leadsänger mit einer beeindruckend großen Bandbreite,
Lucas Blommers ist der klassische Tenor mit klarem Klang,
Luc Nelissen der warme Bariton mit einem perfekten Gefühl
für Rhythmus und Timing und Björn Sterzenbach der charismatische, tiefe Bass, der für das Fundament der Band sorgt.
Die große Kraft von ROCK 4, perfekter Gesang gepaart mit
einer einzigartigen musikalischen Identität, kam bisher nie
so stark zum Ausdruck. In „Don’t Break The Rhythm” erweitern die vier Sänger von ROCK 4 ihre eigenen Grenzen und
die ihrer Stimmen. Es wird experimentiert, Risiken werden
bewusst eingegangen und heilige A-cappella-Regeln werden hinterfragt. Das alles gewürzt mit einer gesunden Dosis
Humor und Selbstironie.
Seite 7
Bühne | Kabarett trifft Klamauk
kabarettistisches
KABARETT: Arnulf Rating
Freitag, 9. Januar, 20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Arnulf Rating schöpft in seinem Kabarett aus den umfangreichen
Patientenakten von Dr. Mabuse. Hier spiegeln sich wie in einem
Mikrokosmos alle Verwerfungen unserer Zeit wider. Dr. Mabuse
selbst weiß, was viele seiner Patienten mit Burn-Out-Syndrom in
seine Praxis und in die Verzweiflung treibt. Für ihn ist der Mensch
die Hardware, die pausenlos mit Software gefüttert wird: Fortschrittsglaube, Religion, Sozialdemokratie. Das ist oft nicht kompatibel und führt immer wieder zu Systemabstürzen.
KABARETT: HG Butzko mit „Super Vision“
Freitag, 16. Januar, 20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Er ist der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2014 : HG Butzko. Der Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts, ist wieder da,
mit seinem brandneuen Programm „Super Vision“. In der Laudatio
zum Deutschen Kleinkunstpreis heißt es über ihn:
„Die Jury zeichnet einen politischen Kabarettisten aus, der mit anspruchsvoller Komik
und analytischer Schärfe selbst höchstkomplexe Zusammenhänge darstellt. Dabei ist er
ein Meister des investigativen Kabaretts.“
KABARETT: Schlachtplatte 2015
mit Robert Griess, Onkel Fisch &
Matthias Reuter
Freitag, 23. Januar, 20 Uhr,
Pumpwerk Wilhelmshaven
KOMPASS | Januar
FeuerWERK
COMEDY: Paul Panzer
Sonnabend, 24. Januar, 20 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
„Alles auf Anfang“ – so heißt es aktuell bei Paul Panzer. In seinem
vierten Live-Programm nimmt uns Deutschlands verrücktester Komiker mit in die Steinzeit. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, irgendwo zwischen Big-Bang-Theorie und heute. Denn, es
hätte auch anders kommen können...
KABARETT: Kristian Bader
Freitag, 30. Januar, 20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Vor gut 2000 Jahren machten sich unsere germanischen Vorfahren „auf und davon“ – nämlich auf den längsten Italienurlaub der
Geschichte! Horden von Männern, Frauen, Kindern und Tieren waren zusammen unterwegs, Sack und Pack wurde mitgeschleppt
und in den Kneipen entlang der Reiseroute gab es manch kräftiges
Handgemenge. Also eigentlich kein Unterschied zu einer heutigen
Pauschalreise. Und umgekehrt: Wenn eine Frau den Jahresurlaub
plant, sind das genau genommen Vorbereitungen für eine Völkerwanderung! Jede Menge Zündstoff also für einen explosiven
Abend rund um die Fragen: Sollte MANN mir seiner Frau zusammen Kofferpacken?
Haben die alten Germanen das „all-inclusive“ erfunden?
Wie immer mit
einer
großen
Portion
Herz
und Klamauk
präsentiert
Kristian Bader
Spannend
es und Lehrreiches.
Ein aktueller Kabarett-Rundumschlag auf hohem
Niveau: Zwei gestandene Solo-Kabarettisten und
ein Duo – jeder für sich schon eine erfolgreiche
Humor-Ich+Du-AG – tun sich für die Jahresendabrechnung zusammen und feiern als Ensemble in
großen und kleinen Häusern den kabarettistischen
Abgesang auf alles, was dumm läuft, schwer aufstößt und quer liegt. Von A wie Angela über F wie
Frauenquote bis Z wie Zirkus um die Bundestagswahl. Es gibt also jede Menge zu tun für unsere Helden der messerscharfen Satire. Und sie servieren
einen Kabarett-Abend der Extra-Klasse. Ihr Motto:
„Wer heilige Kühe ehrt, ist fromm. Wer heilige Kühe
schlachtet, wird satt“. Damit (ver-)schont die
Schlachtplatte-Endabrechnung niemanden.
Paul Panzer
Seite 8
KOMPASS | Januar
Stars &
STERNCHEN
von
Das „Klassische Russische Ballett“ aus Moskau gastiert zum wiederholten Male in der Wilhelmshavener Stadthalle mit dem wohl
berühmtesten Werk der Ballettgeschichte. „Schwanensee“ inspirierte Generationen von Choreographen durch seine tragische Geschichte und Tschaikowskys hinreißende Musik zu neuen Interpretationen. Das „Klassische Russische Ballett“ hält sich bei seinem
Gastspiel am 15. Januar 2015 um 20 Uhr an die traditionelle Vorlage – in weißen Tutus und Spitzenschuhen wird die Geschichte der
Odette und ihrer Widersacherin Odile erzählt.
Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren wurde die „Tanzakademie am Meer“ eingeladen, Teile der Schwanensee-Produktion mitzugestalten. Und so üben ca. 50 Schülerinnen und Schüler,
mitten in den Prüfungsvorbereitungen für die Royal Academy of
Dance, mit viel Einsatz und Hingabe die Choreographien für dieses
große Ereignis. Schon vor zwei Jahren ernteten die Eleven der
Tanzakademie viel Applaus für ihre Darbietung im Rahmen der
letzten Schwanensee-Produktion des „Klassischen Russischen
Balletts“. Verdient, so auch die Resonanz der Kompanie, die sich
von der professionellen Haltung der großen und kleinen Teilnehmer/innen beeindruckt zeigte und die Tanzakademie direkt für ihr
„Dornröschen“ im Januar 2014 wieder einlud. Das Niveau der ur-
Tanz | „Schwanensee“
sprünglichen Besetzung
ist durchaus eine Herausforderung für die
Schülerinnen und Schüler im Januar. Nikolai
Hepp, damals einer der
Protagonisten der Tanzakademie, ist mittlerweile im zweiten Jahr seiner
Ausbildung am renommierten Performers College in England und verwirklicht dort seinen
Traum, Berufstänzer zu
werden. Andere haben
hohe Stufen in der professionellen Ausbildung
der „Royal Academy of
Dance“ erreicht. Der Klasse von damals wollen die Eleven heute
natürlich nicht nachstehen und zeigen sich daher in den Proben
sehr engagiert.
Als Begleiterinnen der vier kleinen Schwäne im zweiten Akt werden die jüngsten Teilnehmerinnen zu bewundern sein. Sie sind im
Schnitt sieben Jahre jung, haben jedoch schon Bühnenerfahrung
bei den jährlichen Vorstellungen der Tanzakademie im Stadttheater sammeln können. Als Hofstaat der Prinzessinnen aus fernen
Ländern treten die größeren Tänzer/innen auf und zeigen dabei
ihre Fähigkeiten, sich in den Stil und das Repertoire des Charaktertanzes einzufinden. Hier kommt auch der unerschöpfliche, über
Jahrzehnte entstandene Fundus der Tanzakademie in seiner ganzen Vielfalt zum Einsatz und kleidet die Tänzer in folkloristische
Farbenpracht.
Ein großes Kompliment erhielten auch die beiden Choreographen
Ian Owen und Christine Eilks für ihre Arbeit. Der erste Solist und
Organisator der Kompanie, Timur Kinzikeev, bat um die Erlaubnis,
die Choreographien aufnehmen und an andere Ballettschulen im
In- und Ausland als Beispiele für eine gelungene Integration weiterreichen zu dürfen.
FOTOS: GABRIEL-JÜRGENS/PRIVAT
Seite 9
Tanz | „Compañía flamenca del mar“
KOMPASS | Januar
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Spanisches F
W
enn die „ Compañía flamenca del mar“ zum alljährlichen Flamencofest einlädt, herrscht südländische
Ausgelassenheit im Pumpwerk: Bis spät in die
Nacht erklingen spanische Rhythmen, zu denen
Tänzerinnen in prächtigen Kleidern ausdrucksvolle Flamencokunst
zeigen. Das ist keinesfalls ungewöhnlich in der Nordseestadt,
schließlich hat die Compañía schon lange ihren festen Platz im Wilhelmshavener Kulturleben. Vor 15 Jahren gründeten Sünje und
Klaus Paul die Tanzgruppe, die sie seither mit großen Engagement
ehrenamtlich leiten.
Flamenco-Aufführungen im andalusischen Nerja, wo das Ehepaar
Paul regelmäßig seinen Urlaub verbringt, weckten Ende der 1980er Jahre die Begeisterung für den traditionsreichen Tanz. Doch
erst die Freundschaft zu einer spanischen Tanzlehrerin führte zu
ersten eigenen Schritten, erzählen die Pauls. Sodann wurde jeder
Ferienaufenthalt zur Unterrichtseinheit, Tanzstunden an jedem
Urlaubstag erweiterten die Kenntnisse von Jahr zu Jahr. Zudem erlernte Klaus Paul in professionellen Seminaren das konzertante
Kastagnettenspiel – eine ausgezeichnete Ergänzung zum Flamenco.
Von dem intensiven Hobby erfuhr man auch an der Grundschule
Rüstersiel und so wurden die Pauls 1996 gebeten, einen Tanz mit
Zweitklässlern für ein Schulfest einzustudieren. „Eine große Herausforderung“, erinnert sich Sünje Paul, doch die Eheleute überzeugten mit ihrer Arbeit. Der Auftritt begeisterte beim Schulfest
sogar so sehr, dass Flamenco und Kastagnettenspiel als feste
Arbeitsgemeinschaften an der Grundschule eingerichtet wurden.
Seite 10
Seither profitieren Schulkinder in Rüstersiel von der 2. bis zur 4.
Klasse von dem Angebot: Sie erlernen Schrittfolgen, schulen ihre
Musikalität, trainieren die Körperhaltung beim Tanz und die Fingerfertigkeit beim Kastagnettenspiel. Und wer besonders talentiert ist, kann nach der Grundschulzeit in die „Compañía“ aufgenommen werden.
Diese 1999 gegründete Gruppe mit rund 40 Tänzerinnen verfügt
inzwischen über ein beachtliches Niveau. „Das wurde uns sogar in
Spanien bestätigt“, berichtet Klaus Paul. 2007 nahm das Ehepaar
erstmals zwei junge Tänzerinnen mit nach Nerja, um sie dort dem
renommierten Flamencolehrer Juan Torcuato vorzustellen. Der
winkte zunächst ab – ausländische Schülerinnen unterrichte er
nicht. Als Torcuato aber die Deutschen tanzen sah, änderte er seine Meinung schnell: „Die nehme ich!“. Seitdem perfektionieren
Tänzerinnen der Compañía alljährlich in Spanien den „Flamenco
puro“. „Er ist die schwierigste Form des Flamenco“, erklärt Sünje
Paul.
Sie selbst unterrichtet daneben den „Flamenco Andaluz“ sowie
verschiedene moderne Flamencostile. Insgesamt bilden über 100
verschiedene Tänze ein reichhaltiges Repertoire, das seit Bestehen der Compañía bei rund 500 Auftritten in ganz Deutschland
und Andalusien präsentiert wurde. In diesem Jahr tanzten sogar
acht Schülerinnen bei der „Feria de Malaga“, einem der größten
Stadtfeste Spaniens. Ein Ereignis, auf das Sünje und Klaus Paul
stolz sein dürfen – zeigt es doch die Qualität ihrer Arbeit, die sich
über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelte und geprägt ist
von der Faszination für den Flamenco.
TEXT: WIANNE KAMPEN
KOMPASS | Januar
Theater | Premiere „Der nackte Wahnsinn“
Die ganze Welt
ist eine Bühne …
ahrscheinlich hat es jeder leidenschaftliche
Theatergänger schon mal erlebt. Man sitzt im Zuschauerraum, verfolgt das Geschehen auf der
Bühne und plötzlich hört man ein Geräusch aus
dem Off, das augenscheinlich nichts mit der Handlung zu tun hat.
Unwillkürlich fragt man sich: „Was ist da los?“ Die meisten von uns
werden den kleinen Zwischenfall schnell wieder vergessen und
weiter dem Stück folgen. Michael Frayn allerdings hat aus der Frage heraus ein ganzes Stück entwickelt, das folgerichtig im englischen Original auch wunderbar lakonisch „Noises off“ heißt. Vermutet haben wir ja alle schon mal, dass im Off die spannenderen
Dinge passieren als auf der Bühne, aber seit die Komödie „Der
nackte Wahnsinn“ das Theater erobert hat, wissen wir es. Am 10.
Januar 2015 feiert sie um 20 Uhr am Wilhelmshavener Stadttheater Premiere. Das Stück aus dem Jahr 1982 ist eine astreine Türauf-Tür-zu-Komödie englischer Machart. Genauer gesagt ist es
eine Farce. „Eine Farce ist eine Komödie, die das Ziel hat, die Zuschauer durch die Darstellung von unwahrscheinlichen aber denkbaren Situationen, Verkleidungen und Verwechslungen zu unterhalten. Sprachlicher Humor inklusive Wortspielen und sexueller
Anspielungen und ein schnelles Tempo, das im Verlaufe des Stückes noch schneller wird, und bewusste Absurdität oder Unsinn
sind ebenfalls häufig in einer Farce zu finden“, so die Erklärung,
die uns Wikipedia liefert.
Der besondere Kniff, mit dem Frayn ein für alle mal die ultimative
Komödie erfunden hat, besteht nun darin, dass er uns dreimal den
ersten Akt des Stückes „Nackte Tatsachen“ zeigt, das es eigentlich
gar nicht gibt. Wir sehen die Generalprobe, von vorne. Dann sehen
wir eine spätere Vorstellung, von hinten – aus besagtem „Off“
eben. Und zu guter Letzt sehen wir die gefühlt 387. Vorstellung,
wieder von vorne. Immer denselben ersten Akt – und doch jedes
Mal völlig anders.
Bei der Generalprobe klappt noch nichts und bei der 387. Vorstellung nichts mehr. Ob dazwischen jemals eine Vorstellung ohne
Panne über die Bühne gegangen ist, darf bezweifelt werden. Was
wir aber wunderbar zu sehen bekommen, sind liebenswerte Menschen, die mit den besten Absichten an den Widrigkeiten des Lebens und der Tücke des Objekts scheitern und trotzdem nie aufgeben. Die alte Diva, die sich mit Text wie Requisiten gleichermaßen
schwertut, der fleißige Kollege, der jede Situation zu retten versucht, die Jungschauspielerin, die mehr mit ihrem Innenleben beschäftigt ist als mit ihren Spielpartnern, den älteren Kollegen, der
nie versteht, warum er wann was machen soll, nur weil es im Text
steht, die mütterliche Schauspielerin, die alle lieb hat und überall
das Gute sieht, und zuletzt der alte Hase, der zwar schwerhörig
und etwas abwesend wirkt, am Ende aber doch immer da ist,
wenn man ihn braucht. Dazu kommen ein verzweifelter Regisseur,
eine latent überforderte Regieassistentin und ein stoischer Inspizient. Wie diese neun Menschen erfolglos versuchen, die Fäden
zusammenzuhalten, bis am Ende alles in sich zusammenbricht,
das ist erstens zum Brüllen komisch und zweitens eine wunderbar
kluge Metapher auf unser Leben und ein freundlicher Hinweis darauf, dass es hilft, wenn man sich selbst nicht allzu ernst nimmt.
TEXT: PETER H. FLIEGEL
Seite 11
Theater | Premiere „Ünner’t Lüchtfüer“
KOMPASS | Januar
„Ünner’t Lüchtfüer“
letztlich eingestehen, dass er Bengt nach seiner bisher so bewährten Methode nicht loswird. Ein unerwarteter Gast verändert das
Leben der beiden nachhaltig. Pauls Tochter Nina kommt überraschend zu Besuch. Sie hat Neuigkeiten dabei, die Paul in große
Sorgen versetzen...
„Ünner’t Lüchtfüer“ wurde von Arne Christophersen geschrieben.
Er ist von Beruf Lehrer und seit Ende der 1990er Jahre Mitglied der
Niederdeutschen Bühne Flensburg und verfasst dort Stücke für
das nieder- und hochdeutsche Theater. „Ünner’t Lüchtfüer“ lässt
herzhaftes Lachen zu und zeigt das typisch överspönsche Handeln
und Schweigen von norddeutschen Seebären. Es gewährt auch
besinnliche, unter die Haut gehende Szenen, die das Publikum berühren. Es zeigt, dass Lachen und Weinen zwei sehr nah beieinander liegende Emotionen sind.
WEITERE VORSTELLUNGEN
30. Januar 2015 und 1./7./8./14./15./18./21./22. Februar 2015,
jeweils um 20 Uhr sowie 1./8./15. Februar 2015 jeweils um 15.30
Uhr und am 22. Februar 2015 um 15.30 Uhr eine geschlossene
Vorstellung für die Banter Kirche.
Als dritte Inszenierung der Spielzeit 2014/15 präsentiert das
„Theater am Meer“ das Theaterstück „Ünner’t Lüchtfüer“. Premiere ist am Sonnabend, 24. Januar, um 20 Uhr im kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße 63 in Wilhelmshaven.
Theaterleiterin Marion Zomerland inszeniert „Ünner’t Lüchtfüer“
für das „Theater am Meer“. „Ünner’t Lüchtfüer“ wurde im letzten
Jahr in Flensburg uraufgeführt und erwies sich als echtes Niederdeutsches Stück gleich als Volltreffer. „Ünner’t Lüchtfüer“ führt
uns in die untere Etage im Leuchtturm auf der fiktiven Insel Groland, dem letzten bemannten Leuchtfeuer in der Nordsee. Außer
den beiden Leuchtturmwärtern leben auf der Insel nur Hunderte
von Möwen. Den einzigen Kontakt zur Außenwelt bringt ab und zu
der Postschiffer Herbert Traulsen. In den letzten 14 Jahren hat
Paul Gebhardt viele Assistenz-Leuchtturmwärter verschlissen. Mit
Bengt Reepschläger, der mit Spielschulden am Hals auf die Insel
kommt, zieht die Nummer 46 in die enge Leuchtturmdienstwohnung ein. Wäre es nicht Bengts letzte Chance, würde es wohl
Nummer 47 geben, wenn sich überhaupt noch ein Dummer finden
ließe, der in den Inselleuchtturm einzieht.
Bengt, ein Ausbund an Lebenslust, Fröhlichkeit und Geschwätzigkeit, lässt sich von Pauls grober Zurückweisung ebenso wenig einschüchtern, wie von den exzentrischen Versuchen, ihn von der
Insel zu vertreiben. Keine noch so absurde Grenzziehung im
Wohnraum, kein Kettensägen-Massaker, keine demonstrativen
Schweigegelübde bringen ihn aus der Fassung. Paul muss sich
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KOMPASS | Januar
„Punk Rock“ & die dunkle Seite
unserer Leistungsgesellschaft
Was hat
dich bloß
so ruiniert?
Sie sind jung, die Welt steht ihnen offen, scheinbar ist alles in bester Ordnung. Sieben junge Menschen in einem Internat, kurz vor
den Abschlussprüfungen. Sie kämpfen um Bestnoten, um Anerkennung und Respekt. Dass die täglichen Begegnungen blitzschnell von freundschaftlichen Scherzen zu ernsthaften Beleidigungen wechseln, ist an sich nicht besonders außergewöhnlich –
Schulalltag also, wie ihn fast jeder kennen dürfte. Doch was, wenn
diese Mischung aus Coolness und Karrieredenken, wechselnden
Allianzen und quer schießenden Hormonen, verletzten Gefühlen
und angestauten Emotionen zur Katastrophe führt? Seit Columbine, Erfurt und Winnenden wissen wir, wo das alles enden kann,
doch wirklich erklären, wieso es passieren konnte, können wir
nicht.
Simon Stephens, der das Stück „Punk Rock“ schrieb, weil ihn die
Eindrücke von Columbine nicht losließen und er als Lehrer bei seinen Schülern ähnliche Probleme wahrnahm, lässt seinen Amokläufer im Stück den Satz sagen: „Ich habe es getan, weil ich konn-
Theater | Premiere „Punk Rock“
te.“ Warum geht ein junger Mensch diesen extremen Schritt? Was
charakterisiert eine Gesellschaft, in der das möglich ist, die einen
jungen Menschen dazu bringt so etwas zu tun? Er stellt unsere
Gesellschaft in Frage, die Leistung und perfektes Äußeres zum
höchsten Gut erklärt, die auf der einen Seite verlangt, sich ständig
neu zu erfinden und möglichst individuell und originell zu sein, auf
der anderen Seite zu Konformität zwingt. Andersartigkeit macht
Angst, widerspricht der stromlinienförmigen „Normalität“. Die
Schulklasse ist ein beispielhafter Mikrokosmos. Seine Figuren reiben sich zwischen Selbstverwirklichungswahn und der Suche nach
Halt in einer Gesellschaft der gescheiterten Utopien und unendlichen Möglichkeiten auf. Sind Amokläufer psychisch kranke Aus-
nahmen oder ein Symptom der fortschreitenden Kälte und Empathielosigkeit einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft? Eine
weitere Figur im Stück sagt den Satz „Wir hätten Außergewöhnliches leisten können, aber wir tun es nicht.“ Gemeint sind damit
nicht persönliche Höchstleistungen, sondern die Tatsache, dass
wir mit unserem Wissen und den zur Verfügung stehenden Technologien die Welt schon längst zu einem nahezu paradiesischen
Ort hätten machen können. Was hindert uns und wann fangen wir
endlich an? „Punk Rock“ versucht, sich all dem zu nähern.
Die Landesbühne bietet diese Spielzeit zum ersten Mal ein Stück
aus dem Abendspielplan an, das sich gezielt an Jugendliche ab 15
Jahren und Erwachsene richtet und somit eine Brücke zwischen
dem Angebot der Jungen Landesbühne und dem Abendspielplan
schlägt. „Punk Rock“ feiert am 24. Januar um 20 Uhr im Stadttheater Premiere. Bereits zwei Tage vorher kann man bei der öffentlichen Hauptprobe am Donnerstag einen Eindruck der Inszenierung bekommen.
TEXT: BRITTA HOLLMANN
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Theater | Premiere „FaustIn and out“
KOMPASS | Januar
fläche“, das heißt, das Stück besteht fast ausschließlich
aus Fließtext und muss erst vom Regisseur zu einem
Theaterstück gemacht werden. Wie bist Du unter diesen
Voraussetzungen an Deine ersten Entwürfe für das Bühnenbild herangegangen?
Für den ersten Zugriff ist das gar nicht so entscheidend, denn ich
lese zunächst immer zwischen den Zeilen, suche nach Stimmungen und der Essenz des Stoffes. Jelineks Texte geben einem sogar
noch mehr Freiheiten, da sie keine konkreten Verortungen haben.
Mich haben hier vor allem die Machtverhältnisse interessiert, die
einen ein- oder ausschließen, nach oben oder unten bringen. Das
„In and out“, das im Titel steckt, findet sich auch durchgängig im
Text wieder. Daher habe ich mich für einen wandelbaren Raum
entschieden, der visuelle Anspielungen auf den Kerker hat, in dem
Gretchen bei Goethe sitzt und der
bei Jelinek in Anspielung auf die
Fälle Fritzl und Kampusch zum ewigen Kinderzimmer wird. Die Bühne
steckt daher voller spielerischer
Möglichkeiten und spiegelt auch visuell die Sprachkraft Jelineks wider.
ZWISCHEN DEN ZEILEN LESEN
Am 17. Januar feiert die Landesbühne im Studio Rheinstraße 91
eine doppelte Premiere. Zum ersten Mal wird dort ein Stück der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zu sehen sein. Eine Autorin, zu der es ebenso viele Meinungen wie Vorurteile gibt. Mit
ihrem Theatertext „FaustIn and out“, einem sogenannten Sekundärdrama, nähert sie sich Goethes „Faust“ aus überraschenden
Perspektiven und erzählt von heutigen Gretchen-Tragödien. Für
die Inszenierung Eva Langes hat die Ausstatterin Gabriela Neubauer (kleines Foto rechts) Bühne und Kostüme entworfen. Dramaturgin Lea Redlich traf sie zum Gespräch über Österreich, Textflächen und das „Zwischen-den-Zeilen-Lesen“.
Gabriela, Du bist Österreicherin. Wie ist Dein persönliches Verhältnis zu Elfriede Jelinek?
Als Österreicherin kommt sie einem schon früh unter. Bereits in der
Schule haben wir uns mit ihren Theatertexten beschäftigt. In Österreich ist sie eine sehr umstrittene Person. Sie wird geliebt und
gehasst gleichzeitig, wobei – seit dem Literaturnobelpreis wahrscheinlich ein bisschen mehr geliebt. Ich persönlich mag sehr, wie
und was Jelinek schreibt. Sie ist eine starke Frau, die es mit allem
aufnimmt. Aber es ist mit ihr wie mit allen Künstlern, die sich kritisch äußern: Man macht sich viele Feinde – aber auch viele Freunde.
Jelineks „FaustIn and out“ ist eine sogenannte „Text-
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Sprache spielt bei Jelinek eine zentrale Rolle …
Ja, sie versteht es wie kaum eine Zweite, mit der Sprache zu spielen. Ihr persönlicher Spaß daran ist immer spür- und hörbar. Sie
schafft es, dass man Dinge sieht, wie man sie nie zuvor gesehen
hat. Das gilt auch für Goethes Faust, dessen sie sich inhaltlich bedient – was an sich ja schon äußerst klug ist, da den jeder kennt.
Jelinek schafft es aber, die Perspektive so zu verschieben, dass
man genauer hinsieht. Durch die Verknüpfung mit den Verbrechen
um Elisabeth Fritzl und Natascha Kampusch wird die kleinste Form
der Gesellschaft, nämlich die Familie, aufs große Ganze übertragen – und plötzlich geht es jeden an. Jeder muss einfach mal einen
Jelinek-Abend gesehen haben, um zu wissen, was Sprache kann.
Vor allem, wenn sie schon mal in Wilhelmshaven zu sehen ist und
man nicht extra nach Wien fahren muss.
TEXT: LEA REDLICH
KOMPASS | Januar
Theater | Premierenvorschau Teil I
die Frau hinter dem
SUPERHELDEN
INTERVIEW: BRITTA HOLLMANN
Eva-Maria Stüting
Wie kam es zu Deinem
Auftrag, JIMI SUPERHELD für die Junge Landesbühne zu schreiben?
Die Junge Landesbühne hat
bereits zwei meiner Theaterstücke gezeigt: „Cowboys und Pferde“ und „Piratenmolly Ahoi!“ Beide Male
in der Regie von Carola
Unser. In der Zusammenarbeit
hat sich gezeigt, dass wir
sehr ähnliche
Vorstellungen von Theater
haben. Als sie mich fragte,
ob ich noch ein anderes
Stück hätte, das für die Junge Landesbühne interessant sein könnte und am
besten eins für Kinder ab
zehn Jahren, sagte ich:
„Nein. Aber ich hätte vielleicht eine Idee ...“ Ich wollte ein Science-FictionSuperhelden-Stück schreiben, Carola Unser hatte das
Thema Konsum – so hat alles zusammen gepasst.
Nach „Cowboys und Pferde“ und „Piratenmolly Ahoi!“ folgt nun das erste Auftragswerk der Autorin Eva-Maria Stüting für die Junge Landesbühne: „Jimi Superheld oder der Angriff der IWiDi Patina“. Ein actionreiches und fantasievolles Science-Fiction-Theaterstück für Menschen ab zehn
Jahren, das unseren alltäglichen Konsumwahn in Frage stellt.
Premiere ist am 8. Februar 2015 um 15 Uhr im Studio in
der Rheinstraße 91 in Wilhelmshaven. Und darum
geht es: Wir befinden uns im Jahr 2033. Dark Werner, eines der Superhirne der Allmacht, hat einen
perfiden Plan ausgeheckt, die Weltherrschaft an
sich zu reißen: mit Hilfe der IWiDi Patina fangen die Waren im Supermarkt plötzlich an zu
sprechen und den MenBist Du
selbst
schen mit ihrem klebriFan von
Spiderman,
gen Werbegesäusel den
Supergirl
und Co., oder
Kopf zu verdrehen. Da kann nur
war es
für Dich einfach ein
noch ein Superheld helfen. Wir spraguter
Rahmen, um das Thechen mit der Autorin über Science
ma für Kinder spannend zu gestalten?
Fiction, Perfektion und Theater
Ich bin ein Fan von allen Freaks! Mir gefallen
für Kinder und Jugendliche.
Superhelden, die auf dem Weg zur Weltrettung ihr Superheldenkostüm vergessen.
Unsere Bilder von Helden sind von Erfolgsgeschichten geprägt. Wir glauben daran, dass
Warum hast Du als Gendie Helden unfehlbar sind. Das macht es
re zum Thema „Konsum“ Science
ziemlich schwer, selbst ein Held zu werden.
Fiction gewählt?
Aber gerade das ist doch schade für unsere
Der Kapitalismus ist ein von Grund auf
Welt: wir versuchen gar nicht mehr Helden
menschenfeindliches System. Also die
zu werden, weil wir dafür nicht perfekt geperfekte Menschheitsbedrohung für ein
nug sind. Ich finde, das muss sich ändern.
Science-Fiction-Stück!
Warum schreibst Du
für Kinder und Jugendliche?
Weil es mir richtig viel
Spaß macht und es eine
große Herausforderung
ist, sich für diese Fantasie-Profis Geschichten
auszudenken. Außerdem sind es sehr direkte Zuschauer. Wenn sie gelangweilt sind, sind sie gelangweilt, wenn sie Spaß haben, haben sie Spaß.
Theater ist für mich eine Hängebrücke zwischen
Fiktion und Realität – Kinder und Jugendliche
sind das Schwanken dieser Brücke gewöhnt.
Gibt es DEN Themenbereich, der
Dich nicht loslässt, bzw. immer
wieder beschäftigt?
Mich interessiert die Veränderbarkeit
der Welt. Meine Geschichten betrachten die bekannten Dinge aus einer unbekannten Perspektive, um sie neu zu
bewerten. Daraus ergibt sich im besten
Fall ein Blick hinter die Kulissen der
Realität. Theater sollte Selbstwirksamkeit vermitteln: Jeder kann etwas an
dieser Welt verbessern. Dafür suche
ich Themen und Formen.
Seite 15
Theater | Premierenvorschau Teil II
KOMPASS | Januar
PremierenZEIT 2015
DIE MUTIGE KANHAR
i 2015, 20 Uhr,
Y (Premiere: 2. Ma
LL
SA
D
UN
Y
aven)
RR
HA
e. 91, Wilhelmsh
Studio Rheinstraß
ICH HABE BRYAN ADAMS GESCHR
EDDERT
(Premiere: 21. Februar 2015, 20
Uhr, Stadttheater Wilhelmshaven)
WIE IM HIMMEL
(Premiere:
25. April 2015, 20 Uhr,
Stadttheater Wilhelmsha
ven)
Seite 16
DE (Uraufführung //
Premiere: 19. April 20
15,
15 Uhr, Stadttheater Wi
lhelmshaven)
e: 7. März 2015,
PENTHESILEA (Premier
lhelmshaven)
r
20 Uhr, Stadttheate Wi FOTOS: BIEWER
Mut zur Lücke | Sven Brormann
KOMPASS | Januar
Mut zur
Lücke
Persönlichkeiten der Region haben sich die Zeit genommen
und dabei buchstäblich „Mut zur Lücke“ bewiesen.
In dieser Ausgabe griff für den KOMPASS
Sven Brormann zur Feder.
Sven Brormann ist seit einigen Jahren Dauergast
und seit dieser Spielzeit im festen Engagement
als Schauspieler an der Landesbühne Niedersachsen Nord. Zur Zeit ist der 41-Jährige in der
Studioproduktion „Novecento“ zu sehen und ab
dem 10. Januar in der Komödie „Der nackte
Wahnsinn“. Ein Stück maßgeschneidert für den
Verwandlungskünstler Brormann, der schon
mehrfach durch sein komödiantisches Talent
aufgefallen ist. Er spielt einen Immobilienmakler, der sich mit einer Sekretärin der Steuerbehörde im Landhaus eines Kunden verabredet
hat. Dummerweise ist die Haushälterin an ihrem
freien Nachmittag anwesend und zu allem Übel
kommen auch die Hausbesitzer heimlich zu Besuch. Die Verwechslungskomödie nimmt ihren
Lauf. Und das ist nur das Stück im Stück, dessen
völlig verunglückte
Generalprobe
die
Zuschauer genießen
dürfen ...
Seite 17
Spezial | Rund um den Jahreswechsel
Eine Schuppe des Silvester-Karpfens im
Portemonnaie soll nach altem Aberglauben
Glück und Geld im neuen Jahr bringen.
1,02 Euro Sektsteuer kassiert der
Fiskus von jeder Flasche Sekt – und
davon werden in der Neujahrsnacht
besonders viele geöffnet.
KOMPASS | Januar
124 Millionen Euro lassen sich die
Deutschen nach Schätzung
der Hersteller das kommende SilvesterFeuerwerk kosten. Vergangenes Jahr hatte
der Verband der pyrotechnischen Industrie
mit 115 Millionen Euro gerechnet . Dann aber ein
Umsatzplus von acht Prozent verzeichnet.
290 Millionen SMS mit
Glückwünschen werden laut
IT-Verband Bitkom bundesweit in
einer Neujahrsnacht abgeschickt.
Vier Blätter muss ein Kleeblatt
haben, wenn es Glück bringen soll.
13 Stunden vor uns können die
Bewohner der zum Pazifik-Inselstaat
Kiribati gehörenden Line-Inseln als
weltweit erste das neue Jahr begrüßen.
53 Paragrafen hat die Verordnung
zum Sprengstoffgesetz, die in der
Bundesrepublik den Umgang mit
Feuerwerkskörpern amtlich regelt.
160 Dezibel laut kann ein Kanonenschlag
bei der Explosion in zwei Metern Entfernung
sein, lauter als ein startendes Düsenflugzeug.
... UND ZUM SCHLUSS DIE
GUTEN VORSÄTZE DER DEUTSCHEN
Stress vermeiden oder
abbauen wollen 57 Prozent.
Mehr Zeit für Familie
und Freunde möchten 54 Prozent.
Sie mehr bewegen beziehungsweise
mehr Sport treiben wollen 52 Prozent.
Mehr Zeit für mich selbst wünschen sich 47 Prozent.
Gesünder ernähren wollen sich 47 Prozent.
335 – In diesem Jahr starb am 31. Dezember
Papst Silvester I. und wurde zum Patron
des Jahreswechsels.
Abnehmen ist daher das erklärte Ziel von 31 Prozent.
Sparsamer sein wollen 26 Prozent.
500 Menschen verletzen sich jährlich allein in
Berlin beim Umgang mit Silvesterfeuerwerk.
1691 – In diesem Jahr legte Papst Innozenz XII. den
1. Januar als Jahresanfang fest. Zuvor fing das Jahr für Christen
mal am 25. Dezember, mal am 6. Januar an.
Weniger fernsehen möchten 16 Prozent.
Das Rauchen aufgeben wollen 11 Prozent.
Egal, wofür Sie sich auch entscheiden, fassen Sie bitte nur einen Vorsatz
für das neue Jahr. Beginnen Sie 2015 in simplify-Manier: Sammeln Sie nicht
viele gute Vorsätze, sondern überlegen Sie sich einen einzigen.
Denn EINEN schaffen Sie! Ganz bestimmt!
FOTO: VEKTORGRAFIK-FOTOLIA
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Genuss | Kochende Leidenschaft
KOMPASS | Januar
Wein-ABC
W
ein ist kein Zufallsprodukt. Schon seit
Jahrtausenden ist Wein alles andere als
nur das Produkt des natürlichen Gärvorgangs von Traubensaft. Denn überlässt man der Natur allein die Weinbereitung, so ist das Endresultat
Essig. Während man noch vor einigen Jahrzehnten
einen gelungenen bzw. sehr guten Wein als die Verkettung glücklicher Umstände betrachtete, hat der
Winzer und Kellermeister heute bisher ungeahnte
Möglichkeiten, Stil und Qualität des Weins zu verändern.
Wein war noch nie technisch besser als heute. Doch
die neuen Möglichkeiten spalten die Weinwelt. Es
wird gesagt, dass die technisch perfekten Weine die
Vielfalt der Stile und die Unterschiede der Herkunft
beeinträchtigen. Die Weine würden sich immer mehr
angleichen, wobei Charakter und Typizität verloren
gingen. Die erweiterten Möglichkeiten der Weinbereitung führen letztlich zur Frage, inwieweit Wein
noch ein Naturprodukt ist und nicht vornehmlich ein
Industrieprodukt. Wie und warum ist der Wein so,
wie er ist, wenn wir ihn heute kaufen. Das „Wie“ bezeugt die Fähigkeit des Erzeugers den Weinbereitungsprozess zu beeinflussen, um sein angestrebtes
Qualitätsziel zu erreichen. Das „Warum“ erklärt sich
aus historischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Der Grund, warum Weine so unterschiedlich
schmecken und warum sie sich so sehr verändert haben in den letzten Dekaden hat komplexe Ursachen,
bei denen Rebsorten und Klimaeinflüsse nur Komponenten sind, die den Weinstil prägen.
Noch nie hat es in der zehntausendjährigen Geschichte des Weins so viele Experimente im Weinbau
und in der Kellertechnik gegeben wie gegenwärtig.
Es muss aber bedenklich stimmen, dass nur einige„
internationale“ Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Sauvignon blanc, Riesling etc.
im Fokus dieser modernen Weinbereitung sind. Dem
quantitativ immer größeren Wein-Angebot quasi als
Massenprodukt stehen handwerkliche Erzeugnisse
gegenüber, deren Anbau- und Herstellungsmethoden die Tradition regionaler Besonderheiten mit
einer ökologisch verantwortungsvollen Weinbereitung zu verbinden wissen.
TEXT: RAINER BECKERSHAUS
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So schmeckt
HEIMAT heute
Heimat Deutschland – Bockwurst und Sauerkraut, Präzision und Lederhose?
Tim Mälzers Blick auf seine Heimat ist anders und frei von Klischees: Für ihn ist
Heimat überall, wo man sich zu Hause fühlt: im Fußballstadion, bei der Familie,
am Meer wie in den Bergen, beim Camping, zu Lande und zu Wasser. Wie frisch
und kreativ deutsche Küche sein kann, zeigt der Autor in seinem neuen Kochbuch HEIMAT: „Wir haben in Deutschland eine sehr produktbezogene Küche,
ohne überflüssiges Brimborium. Jedes einzelne Bundesland ist zu Recht stolz
auf seine regional geprägte Tradition. Deutschland ist ein kulinarisches Schlaraffenland und muss sich nicht verstecken hinter italienischer Vielfalt oder
französischer Kochkunst. Es lohnt sich, genauer hinzusehen.“
Für sein Buch machte sich Tim Mälzer auf eine kulinarische Reise quer durchs
Land. Er kostete seltene Käsesorten, entdeckte eine neue Brotkultur, fuhr mit
Fischern aufs Meer und sah zum ersten Mal in seinem Leben Schweine in freier
Wildbahn vor Glück rennen. In HEIMAT berichtet er von seinen Gesprächen mit
Produzenten, Landwirten und Handwerkern und staunt dabei immer wieder
über den kulinarischen Produktreichtum und die Leidenschaft für diese Vielfalt.
Vor allem aber liefert er in seinem Kochbuch über 120 Rezepte: umsichtig modernisierte Gerichte, entstaubte Klassiker und einige ganz neue Kreationen:
„Dies hier ist mein ganz persönlicher Blick auf Deutschland und die deutsche
Küche. Ein Buch, das Sie inspirieren soll, selbst loszulegen und zu entdecken,
wie Deutschland schmeckt – die Vielfalt beginnt gleich an der nächsten Ecke.“
üdfranzösische Qualitätsweine erinnern an
Ereignisse vor 200 Jahren an
unserer Küste: Der Korse Napoleon
Bonaparte, seit 1804 selbstgekrönter
Kaiser Frankreichs, war nach einem Siegeslauf erfolgreicher Feldzüge Herrscher über die wichtigsten Staaten Europas geworden mit Ausnahme von
England und Russland. Dem Expansionsstreben
Napoleon I. widersetzte sich das britische Königreich und hatte unter Admiral Horatio Nelson 1805
die französische Flotte bei Trafalgar entscheidend
geschlagen. Napoleon reagierte daraufhin mit
einer Wirtschaftsblockade gegen die britischen
Inseln, mit der Kontinentalsperre.
Der Im- und Export Englands mit dem Kontinent sollte damit unterbunden werden, Waren wurden beschlagnahmt und britische
Händler verfolgt. Doch die auf den Meeren unbezwungene Royal
Navy wehrte sich mit Kaperfahrten vor den Küsten Frankreichs und
seiner Verbündeten. Es gelang den Engländern mit ihren kontinentalen Handelspartnern die Sperre zu unterlaufen, der Schmuggel
blühte. Ein Kleinstaat wie die Herrlichkeit In- und Kniphausen
machte damals mit dem Verkauf seiner Flagge an Reeder glänzende Geschäfte. Deshalb wurde 1807 die französische Wirtschaftsblockade auch über die neutrale Schifffahrt verhängt. Doch blieb
ein durchschlagender Erfolg aus. Großbritannien beherrschte die
Meere, viele französische, holländische und dänische Schiffe wurden aufgebracht und der mächtigen Royal Navy eingegliedert. So
kam es, dass diese vormals in französischen Diensten stehenden
Kriegsschiffe nunmehr als britische Blockadebrecher eingesetzt
wurden. Besonders auf der Nordsee führte Großbritannien Kaperkrieg und unterbrach mit Landungsunternehmen den französischen Sperrriegel. 1807 hatte die Royal Navy Kopenhagen in Brand
geschossen, die dänische Flotte konfisziert und das dänische Helgoland als neue Kronkolonie des Vereinigten Königreichs in Besitz
genommen. Von diesem günstigen Flottenstützpunkt aus konnten
Elbe, Weser, Jade und Ems kontrolliert und an den friesischen Küsten Anlandungen unternommen werden.
Es waren vielfach gekaperte Kanonenschiffe, die für die britische
Krone operierten. Darunter war die „Jahde“, eine wohl in den Niederlanden gebaute Schuyt, ein Plattbodenschiff, bestückt mit
sechs Kanonen. Solche jetzt in die Royal Navy aufgenommenen
Typschiffe hatten vordem zur französischen Invasionsflotte gegen
Genuss |Tradition im Glas Teil I
Gun Vessel „Jahde“
KOMPASS | Januar
Britannien gehört. Auch auf der Jade, nach der diese Schuyt ihren
Namen erhalten hatte, wurde Kaperkrieg geführt. Auf dem Jaderevier enterten im Mai 1809 die Engländer mehrere Schiffe. Eckwarden wurde im Juni beschossen und besetzt. Dort wurden die
französischen Zöllner vertrieben und feindliche Schiffe erobert.
Konterbande, zuvor vom französischen Zoll beschlagnahmt, war in
der Eckwarder Kirche eingelagert worden: Diese Ware wurde nun
zurückgeholt. Als Folge ließ Napoleon von Eckwarden aus die Blockade gegen den britischen Handel besonders überwachen. Im
Juni 1809 erreichten britische Schiffe die Elbmündung und ankerten vor Cuxhaven außerhalb der Reichweite der dortigen Batterie.
Beim Landungsunternehmen zog sich die französische Garnison
der Batterie zurück und die Engländer konnten deren Kanonen an
Bord nehmen. Im August 1809 kaperte die Schuyt „Jahde“ gemeinsam mit dem zwölf Kanonen tragenden Schoner „Paz“, der
mit zehn Kanonen bestückten Schuyt „Patriot“ und mit zwei Beibooten von den stark bewaffneten Briggs „Brev Drageren“ und
„Censor“ Prisengüter in Harlingersiel (heute Ortsteil von Neuharlingersiel). Zwei Wochen zuvor hatten „Paz“ und „Patriot“ bereits
in Hooksiel bei einem Landungsunternehmen Waren als Prise genommen und dort eine dänische Slup gekapert.
Nautische Kenntnisse der Wattenmeer-Fahrwasser begünstigten
die im englischen Seehandel und in der Kaperfahrt eingesetzte
Schifffahrt. Um diesen Schmuggel verhindern zu können, waren
genaue Seekarten hilfreich. Der französische Hydrograph Charles
Francois Beautemps-Beaupré erhielt daher den Auftrag, Gewässer
der südlichen Nordseeküste exakt zu vermessen.
>>> Fortsetzung auf Seite 22
Seite 21
2014 erhielt „Das Weindepot“ eine ganz besondere Auszeichnung – es wurde von der französischen Behörde
FranceAgriMer des Landwirtschaftsministeriums in Paris
als beste Weinfachhandlung Deutschlands für französische Weine prämiert.
TEXT/FOTOS: RAINER BECKERSHAUS
Seite 22
ber 1811
m 18. Novem
GAZETTE“ vo
Diese 1812 vorgenommenen Vermessungsarbeiten dienten auch
dem Zweck, die Bedingungen für den Bau eines französischen
Kriegshafens an der Jade auszuloten. Eine moderne Seekarte
„Plan de la Jahde et de L’embouchure du Weser“ wurde erstellt.
Die Schuyt „Jahde“ war auf dem Höhepunkt der Kontinentalsperre im Nordseegebiet an Operationen gegen Schiffe und Häfen
des napoleonischen Imperiums beteiligt. Sie blieb bis 1815, bis
zum Ende der Herrschaft Napoleons, im Dienst der Royal Navy.
An diese Ereignisse erinnern zwei französische Weine, die „Das
Weindepot“ am Wilhelmshavener Handelshafen vermarktet.
Der Rotwein „Cuvée Beautemps-Beaupré“ von alten Rebstöcken des Roussillon ist eine Hommage an den berühmten Hydrographen, dessen exakte Seekarte en miniature auf dem Flaschenetikett abgebildet ist. Neu im Sortiment ist der Weißwein
„Esprit de la Jahde“ aus Chardonnay-Trauben, die am Fuße
der Pyrenäen wachsen. Sein Name weist auf das Nordseegewässer ebenso hin wie auf die Schuyt, die hier während der Kontinentalsperre für England im Einsatz war.
Weingenießer dieser edlen Weine mögen sich an diese
Ereignisse vor zwei Jahrhunderten erinnert fühlen, als die
Nordseeküste merkantil und militärisch internationale Bedeutung erlangte. Mit dem heutigen Import qualitätsvoller
französischer Weine in unsere Region wird diese wertvolle
Ware jedoch ohne solche Handelsbeschränkungen an den
anspruchsvollen Weinkonsumenten ausgeliefert.
KOMPASS | Januar
„THE LONDON
Genuss | Tradition im Glas Teil II
KOMPASS | Januar
Interview | Martina Traemann
die
Entwicklungs
HELFERIN
D
er Aschenputtel-Moment. Jede Frau kennt dieses Gefühl.
Es gibt so Tage, da sitzt nichts. Weder die Haare, noch die
Hose. Man fühlt sich farblos. Irgendwie unsichtbar. Die
Laune sinkt. Die Stimmung auch. Der berühmte Modeschöpfer
Yves Saint Laurent wusste um diese düsteren Augenblicke und
fand daher: „Ich habe immer geglaubt, dass Mode nicht nur dazu
da ist, um Frauen schöner zu machen, sondern sie auch zu beruhigen, ihnen Selbstvertrauen zu geben.“ Martina Traemann sieht
das genauso. Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet sie in der Modebranche. Sah Trends kommen und gehen. Nur eines ist dabei immer gleich geblieben: „Die Lust am Experimentieren.“ Den Beweis
liefert die Wahl-Oldenburgerin tagtäglich mit ihrem
eigenen Geschäft und gleichnamigen Label „asmo
woman“. Die gebürtige Stuttgarterin, die in Bremen aufgewachsen ist, hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt. Während der Schulzeit jobbte sie bereits bei „Jeans-Disco“ sowie „Speed & Cotton“ in
Bremen: „Nach dem Abitur hatte ich keine Ahnung, was ich machen sollte. Als ich dann
von „Speed & Cotton“ das Angebot bekam,
eine Ausbildung in Wilhelmshaven zu machen, war das wie ein Geschenk des Himmels.“ Lachend räumt sie ein, dass sie an
der Weser und der Jade gelernt habe, wie
eine Jeans sitzen muss. Wenn man so will,
war das der Schlüssel zum Erfolg. Doch
der Reihe nach. Im Anschluss an die Lehre bot ihr der Wilhelmshavener Kaufmann Heiner Wreesmann 1987 seinen
Laden in der Oldenburger Eichenstraße
an. Seinerzeit wurde dort noch mit sogenannten Sonderposten gehandelt. Die
Lage und das Sortiment – beides auf
den ersten Blick nicht gerade das, wovon eine modebewusste 22-Jährige
träumt: „Dennoch habe ich mich innerhalb von drei Tagen dafür entschieden. Wenn man so jung ist wie
ich damals, denkt man nicht lange
nach, sondern macht einfach.“
Ihr Mut wurde belohnt. Das Geschäft gibt es heute
noch. Martina Traemann führt es gemeinsam mit
ihrem Lebenspartner Marco Herrmann. Das Sortiment hat sich inzwischen allerdings geändert. Ebenso wie der Name. Aus dem
„Aktions-Shop“ ist nicht nur „asmo woman“ geworden, sondern
auch eine eigene Modemarke. Beides trägt unverkennbar die
Handschrift einer Frau, die weiß, wie wichtig es ist, sich selbst treu
zu bleiben. Mit dem KOMPASS plauderte sie daher über die Kunst,
seinen eigenen Stil zu entwickeln.
Die amerikanische Stilikone Donna Karan hat einmal
gesagt: „Wenn man in 20 Minuten nicht fertig ist mit
dem Anziehen, hat man ein Problem.“ Stimmt das?
Ja. Man sollte nur die Sachen im Schrank haben, die man untereinander so kombinieren kann, dass daraus immer ein neuer, aber
unverwechselbar persönlicher Look entsteht.
Wie schaffe ich dieses Kunststück?
Mit ein paar guten Basics. Dazu zählen definitiv eine perfekt sitzende Jeans, klassische Blusen sowie ein Kaschmirpullover aber auch lässige Shirts und Jersey-Blazer. Diese Grundausstattung
passt zu jeder Frau, egal wie alt sie
ist. Je nachdem wie ich das Ganze
mische, kann ich damit jeden Stil
abdecken – von geschäftsmäßig
über elegant bis lässig. Aber wirke niemals spießig oder gar nachlässig gekleidet.
Das ist alles?
Fast. Das Geheimnis liegt darin,
dass ich mit den passenden Accessoires wie einem hochwertigen Ledergürtel, schönen Tüchern und den
passenden Schuhen die Verbindung
schaffe. Auf diese Weise kann ich sogar
eine verwaschene Jeans im sogenannten „used look“ anziehen und bin trotzdem passend fürs Büro gekleidet. Nur
eben auf eine modernere Art und Weise.
>>> Fortsetzung nächste Seite
Seite 23
Interview | Martina Traemann
KOMPASS | Januar
Und hinterher bin ich ein Vermögen los?
Eben nicht. Sie ergänzen einfach nur noch Ihre vorhandene Garderobe. Dadurch haben Sie, wenn Sie morgens vor dem Kleiderschrank stehen, viel mehr Auswahlmöglichkeiten.
thisch, Ecken und Kanten zu haben. Modisch gesehen liegt man
damit 2015 sogar im Trend. Der Kastenlook ist angesagt. Oberteile
im Oversized-Format stehen jeder Figur und geben ihr gleichzeitig
eine schmeichelnde Silhouette.
Zu was würden Sie mir denn dann jetzt raten, um
meine Basics „aufzuhübschen“?
Aktuell sind edle „non colours“, also Nichtfarben in. Ein TaupeGrau-Braun passt sich zum
Beispiel ganz chamäleonhaft jedem Outfit an. Hier
geht es mehr um die Materialien, Schnitte und vor allem die Verarbeitung. Blazer
können dann vorne durchaus einmal aus gekochter
Baumwolle bestehen und
hinten aus Jersey. Der Mix
macht hier den Reiz aus.
Diese Sachen stechen durch
Farbverläufe und ihre Vintage-Lässigkeit ins Auge. Dadurch wirken sie nie gewollt
modisch, sondern einfach
nur herrlich entspannt.
Dazu gibt es sicherlich auch passende Accessoires.
Stimmt. Taschen im Stil der Falabellas von Stella Mc McCartney.
Echte Hingucker, bei denen Ketten ihren großen Auftritt haben.
Nicht verzichten können wir
2015 auf Espadrilles. Sie
kennen diese Schuhe bestimmt noch aus den 80er
Jahren. Damals waren sie
noch aus grober Baumwolle
mit einer Bastsohle. Heute
gibt es sie in der Nobelausführung in Leder und gummierter Sohle. Aber an ihrer
modischen Aussagekraft hat
sich nichts geändert. Sie waren und sind der Inbegriff
für Lässigkeit. Man kann sie
herrlich mit allem kombinieren. Mit allem, was man im
Kleiderschrank hat oder
noch haben möchte.
Was zählt ansonsten für Sie persönlich zu
den Must-Haves?
Auf jeden Fall Nietengürtel.
Sie verhindern, dass die seidig fließenden Stoffe, die
gerade bei Oberteilen eingesetzt werden, zu süßlich
wirken. Flauschige Sachen
aus Fell gehören aber ebenso in jeden Kleiderschrank
wie Shirts und Blusen mit
Pailletten. All das wird auch
in der kommenden Saison
aktuell bleiben. Auch pudrige Farben werden die
nächsten Monate bestimmen. Allerdings wehre ich
mich entschieden gegen
den Einheitslook der Innenstädte. „We are different“ – unsere Philosophie und unsere Stilrichtung ist anders. Modern, aber eben
nicht uniform. Eine Lässigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch
alle Bereiche. Ich war zum Beispiel gerade in Skandinavien auf
einer modischen Spurensuche. Dort setzt man auf Schwarz. Ganz
elegant, aber doch gleichzeitig entspannt. Die Schnitte sind weich
fallend und bestechen durchs Material. Es ist durchaus sympa-
Seite 24
Hilfe, das überfordert mich jetzt alles.
Muss es aber nicht. Es ist ein
Entwicklungsprozess. Für
mich ist es das Schönste,
wenn ich gemeinsam mit
meiner Kundin einen Look
kreiere.
Haben Sie da ein
Erfolgsrezept?
Ich halte mich immer an den
Rat der britischen Designerin Vivienne Westwood: „Bei
Mode geht es darum, Sachen zu tragen, die einem
stehen.“
Und woran erkenne ich das?
Am Leuchten in den Augen. Es ist jener für mich immer noch magische Augenblick, wo sich alles verändert. Die Ausstrahlung wird
plötzlich eine ganz andere. Es kommt mir immer so vor, als ob die
positive Lässigkeit der Kleidung irgendwie auf ihre Trägerin abfärbt. Dass ich dazu betragen darf, ist etwas, wofür ich unendlich
dankbar bin.
INTERVIEW: COLLA SCHMITZ
KOMPASS | Januar
Kunst |Sezession Nordwest Wilhelmshaven
SternSTUNDE
N
eben ihrer künstlerischen Arbeit ist Christa Marxfeld-Paluszak seit vielen Jahren für ihr soziales
Engagement bekannt. Die jüngste Frucht dieser
beiden Tätigkeiten besteht in der Auszeichnung
mit der Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft für ehrenamtlich kulturelles Engagement
über 30 Jahre in der Region; verliehen im Zusammenhang mit
ihrer bis zum 27. Februar laufenden Ausstellung im Sozialgericht
Oldenburg im Elisabeth-Anna-Palais. Am 8. Januar leitet sie mit
aktuellen Arbeiten das Ausstellungsjahr 2015 in der Sezession
Nordwest unter dem Titel „Geheimnis der Sternstunde“ ein.
Dass die soziale Komponente in der Malerei von Christa MarxfeldPaluszak nicht nur thematisch eine Hauptrolle spielt, bezeugt der
Umstand, dass die künstlerische Form von zweitrangiger Bedeutung ist. Wichtig ist diese insoweit, als mit ihr Inhalte und Befindlichkeiten visualisiert und transportiert werden. Die bei aller Abstrahierung letztlich einem Realismus verbundenen Bilder schildern
keine theatralisch-dramatischen Übersteigerungen unangenehmer wie bedrohlicher Situationen, sondern verkörpern sie vornehmlich auf atmosphärisch verhaltene Weise. Der maßgebliche
Ausdrucksträger ist die Farbe, die – fast singulär wie etwa im Falle
von „Freunde von nebenan“ – einen Grundton erzeugt. Hinzu gesellen sich einzelne Farbakzente, die diese Grundstimmung wie
pointierte Einzelklänge oder Akkorde als Kontraste, Unterbrechungen oder gar Betonungen überlagern.
Zeichnung und Linie: Diese grafischen Elemente erhalten einen
nur unbedingt erforderlichen Raum zugewiesen. Ihr scharfgratiger, separierender Charakter ist mit Versöhnung, Aufklärung, Annäherung – also mit Menschen überfassenden und verbindenden
Eigenschaften und Bildzielen nicht vereinbar. Wie er im übrigen
auch mit der Person Christa Marxfeld-Paluszak selbst kaum in Einklang steht. In „Befreiung“ ist der Realitätsbezug zugunsten eines
abstrakten Farbgefüges aufgehoben. Wie in einem grauen Umfeld
gefangen, scheint sich eine amorphe Form hieraus befreien zu
wollen. Ihre orange-rot-blaue Färbung assoziiert eine Lebensform, die aufgrund ihrer abstrakten Gestalt von jedem Betrachter
selbstbezüglich interpretiert werden kann. Die Malweise bezeugt
eine spontane Niederschrift. Es wird nicht lang(atmig) abgewägt,
vorentworfen oder detailliert geplant. Und ebenso wenig ist es die
intellektuelle Auseinandersetzung mit einem Thema, die zur
künstlerischen führt. Vielmehr resultiert sie aus emotionaler Ergriffenheit. Wie ein Ventil, so sind diese Bilder weniger Ergebnis
einer rationalen Überlegung als vielmehr das eigentliche Aktionsfeld, auf dem die Auseinandersetzung stattfindet und als malerische Spur sichtbar bleibt. Ein Bildfeld der (auch eigenen) Befreiung – geschaffen wohl auch, um nicht selbst erdrückt zu werden. Nicht zuletzt aus aktuellem weltgesellschaftlichen Anlass
stellt sich die Frage, wo das Nebenan der „Freunde von nebenan“
liegt. Sind es unmittelbare Nachbarn oder ist in ihnen – vielleicht
auch durch die dunkle Farbigkeit bedingt – ein aus der Ferne geflohener „Freund“ zu sehen, der sehr nah an uns herangetreten ist
und uns mit offenem, interessierten Blick anschaut. – Oder sind
wir ihm sehr nah entgegengekommen? Bis zum 3. Februar lässt
sich nicht nur dieser Frage in der Sezession Nordwest genauer auf
den Grund gehen.
TEXT/FOTOS: ALEXANDER LANGKALS M.A.
AUF EINEN BLICK
Ausstellungstitel: „Geheimnis der Sternstunde“
Ausstellungsdaten: 8. Januar bis 3. Februar 2015
Vernissage: 8. Januar, 19 Uhr
Einführung: Jürgen Weichardt
Seite 25
kreises “O”
Kunst | Sparkassenzentrale Wilhelmshaven
KOMPASS | Januar
FARBIGE
IMPRESSIONEN
V
om 5. Januar bis zum 31. März 2015 stellt der
deutsch-niederländische „Kunstkreis O“ in den Räumen der Sparkassenzentrale Wilhelmshaven aus. Die
Mitglieder des „Kunstkreises O“ waren Schüler des Emlichheimer Künstlers Dr. h.c. Heinrich Olmes. Sie haben sich 2011
nach dem Tode des H. Olmes zu dem „Kunstkreis O“ zusammengeschlossen. Das „O“ im Namen des Kunstkreises soll zum einen auf
die gemeinsame Zeit bei Heinrich Olmes und zum anderen auf den
heutigen Standort ihres Schaffens, der niederländischen Stadt Oldenzaal, hinweisen. Unverkennbar ist der künstlerische Einfluss
des Emlichheimer Künstlers in den Werken seiner ehemaligen
Schüler. Während in vielen Malkursen Motive anderer Künstler abgemalt und nach eigenem Befinden gestaltet werden, war Heinrich Olmes Wirken darauf abgestellt, eigene Gedanken und Ideen
bildlich darzustellen. Viele Bilder der Ausstellung sind deshalb Unikate, die es kein zweites Mal gibt. Ausstellende Mitglieder des
Kunstkreises sind dieses Mal Gretha Kip und Rainer Schildt.
Gretha Kip
+31 (0)541-519609
grethakip@gmail.com
bis 2011 erweiterte sie unter seiner Leitung ihre Kenntnisse und
Erfahrungen. Ihre Inspiration erfährt sie durch Mensch und Tier.
Die Tiefe und das Farbspiel sind hierbei von großer Bedeutung.
Rainer Schildt, geb. 1941 und aufgewachsen in Wilhelmshaven,
Ortsteil Siebethsburg. Nach dem Besuch der Wasserturmschule
(damals noch Volksschule) erfolgte eine Ausbildung zum Feinmechaniker bei den Olympia-Werken. Ein Jahr nach Ende der Ausbildung begann die Tätigkeit als Zeitsoldat bei der Bundesmarine, die
1968 mit dem Besuch des Aufbaulehrganges Verwaltung an der
Bundeswehrfachschule Wilhelmshaven endete. Die überwiegende
Zeit als Soldat verbrachte Rainer Schildt in seinem Heimatort Wilhelmshaven. Ausbildung und berufliche Tätigkeit im Dienst der
Arbeitsverwaltung verschlugen ihn 1971 nach Nordhorn, wo er bis
zum Ende seines Berufslebens beschäftigt war und nach Erreichen
des Ruhestandes das Malen als neue Freizeitgestaltung entdeckte.
Anfangs erlernte er das Malen in Acrylfarbe, aber es reizte ihn
schon frühzeitig, auch andere Maltechniken kennen zu lernen.
Heute bevorzugt der Künstler das Malen mit Ölfarbe. Neben den
Ölgemälden stellt er auch Bilder in Aquarell, Acryl und Ölkreide
aus, die außerhalb des Kunstkreises O geschaffen wurden.
bis 31. März 2015
Gretha Kip, geb.1953 in Almelo/Niederlande, heute wohnhaft in
Oldenzaal, einem Nachbarort von Nordhorn. Gretha Kip zeichnet
schon ihr ganzes Leben, doch erst seit 1997 beschäftigt sie sich
verstärkt mit der Wirkung von Farben. Nach experimentellen Phasen mit Aquarell, Pastellkreide und Acrylfarbe schätzt sie heute die
Ölfarbe. Jedes Bild stellt für sie eine neue Herausforderung dar,
wobei sie beim Malen das Gefühl für Zeit und Raum verlieren kann.
Im Jahr 2002 kontaktierte sie den deutschen Künstler Heinrich Olmes, der im Emlichheimer Kunstpark sein Atelier hatte. Von 2002
Sparkassenzentrale,
erplatz 1
Seite 26
AUF EINEN BLICK
Ausstellungsdauer in der Sparkasse Wilhelmshaven:
Kunstgang: 5. Januar bis 31. März 2015
Schalterhalle: 5. Januar bis 20. Februar 2015
KOMPASS | Januar
Kunst | UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven
SPIELWELTEN
Kreatives Spielzeug von Kindern aus Asien, Afrika und Lateinamerika zeigt das Kinderhilfswerk Plan in der Ausstellung WeltSpielZeug. Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum
in Wilhelmshaven präsentiert bis zum 12. April 2015 die selbst gebastelten Spielsachen, die damit erstmals im Nordwesten
Deutschlands und an der Nordseeküste zu sehen sind.
Zu den rund 250 fantasievollen Exponaten gehören TütenSegler, Blätter-Puppen, Dosen-Flugzeuge, Draht-Rikschas
sowie Papp-Radios.
Mädchen und Jungen
aus 30 Entwicklungsländern haben die
kreativen Spielsachen
aus Natur- und Recyclingstoffen gefertigt. In vielen Entwicklungsländern haben Eltern nicht genügend Geld, um
ihren Kindern industriell gefertigte Spielwaren zu kaufen.
Mädchen und Jungen
basteln sich stattdessen ihre Spielsachen selbst. Die Exponate zeigen die große Kreativität der jungen Tüftler. Sie zeugen aber auch
von der Armut in den Herkunftsregionen, in denen sich Plan International mit Selbsthilfeprojekten für eine Verbesserung der Lebenssituation der Menschen einsetzt.
Für Kindergärten, Schulklassen wird ein Begleitprogramm angeboten. Anmeldungen und Informationen erhalten Sie unter der
Telefonnummer: (0 44 21) 91 07 33 und unter
www.wattenmeer-besucherzentrum.de.
Seite 27
Wissen | Lesen und Lauschen
KOMPASS | Januar
Deutschland. Ein WINTERMÄRCHEN.
Seite 28
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FOTO: LÜBBE
Volker Hanisch
u einer Lesung mit dem Schauspieler Volker Hanisch lädt die
Stiftung Burg Kniphausen am Sonntag, 25. Januar, um 18 Uhr
in den Ahnensaal der Burg Kniphausen ein. Hanisch interpretiert
ein satirisches Versepos des deutschen Dichters Heine
(1797–1856), dessen äußeren Rahmen eine Reise bildet, die der
Autor im Winter 1843 unternahm und die ihn von Paris nach Hamburg führte. Der Dichter Heinrich Heine (1797-1856) ging, unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Deutschland der Restaurationszeit, ins Exil nach Paris. Nach 13 Jahren reiste er erstmals wieder in seine Heimat und begann auf seiner Reise das Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen.“ zu schreiben. Mit tragischem Humor und Ironie formulierte Heine ein pessimistisches
und sehr kritisches Deutschlandbild. Heine wurde wegen seiner
jüdischen Herkunft und seiner politischen Einstellung immer wieder angefeindet und die Veröffentlichung seines Werkes wurde
wiederholt verboten und war lange Zeit sehr umstritten.
FOTO: PRIVAT
Z
KOMPASS | Januar
Wissen | WZ-Vorträge
WZ-Vorträge
eigenwillig & schön
LANZAROTE
5. Januar 2015
Wolfgang Senft
Lanzarote und die Islotes del Norte
– die eigenwilligen Kanareninseln
26. Januar 2015
Josef Niedermeier
Madagaskar – Insel der Urzeit
16. Februar 2015
Andreas Eller
Losgelaufen –
vom Allgäu zur Nordsee
anzarote ist die östlichste der sieben sonnigen Kanareninseln. Nur ein Meeresstreifen
trennt sie von der afrikanischen Küste. Die fremdartigen Lavalandschaften und die
strahlend weißen Ortschaften üben einen starken ästhetischen Reiz aus. Keine andere Kanareninsel ist derartig vom Vulkanismus geprägt wie Lanzarote. Sie ist ein vulkanologisches Freilichtmuseum! Etwa 300 größere und kleinere Vulkankegel sitzen der Insel
auf und sie lassen Teile des Inselinneren wie eine Mondlandschaft wirken. Wolfgang
Senfts digital präsentierte Dia-Multivisionsshow gibt am 5. Januar im Neuen Gymnasium
Wilhelmshaven einen umfassenden Eindruck von Lanzarote, skizziert die Geschichte der
Insel und ihrer Bewohner und die Genese des gesamten Archipels. Auf Besonderheiten im
Bereich der Geografie und Geologie sowie von Flora und Fauna wird eingegangen und an
passenden Stellen einfühlsame, landestypische Musik eingespielt. Zwischen 1730 und
1736 wurden große Teile Lanzarotes durch Vulkanausbrüche neu gestaltet. 1824 gab es
erneut eine Serie von Ausbrüchen, seitdem ruhen die Vulkane. Diese Ruhe muss aber
nicht endgültig sein.... Der karge, ursprüngliche Charakter der Insel vermittelt eine wildromantische Atmosphäre und die Feuerberge des Timanfaya Nationalparkes gehören zu den
größten Attraktionen des gesamten Archipels. Auf Lanzarote hat der berühmte Multikünstler Cesar Manrique gelebt und gewirkt – er sorgte dafür, dass auf der Insel keine Hochhäuser gebaut wurden und sich die Feriensiedlungen geschmackvoll in die Landschaft einfügen. Seine Stiftung ist heute ein lohnenswertes Ausflugsziel.
9. März 2015
Maximilian Küthe
Der Harz – Hexentanzplatz der
deutschen Geschichte
30. März 2015
Andrea Nuß
Abenteuer Sahara
Beginn: Jeweils um 20 Uhr
Veranstaltungsort:
Neues Gymnasium Wilhelmshaven
Mühlenweg 63/65 (Haupteingang)
Wilhelmshaven
Seite 29
Wissen | NWDUG-Vortrag und WZ-Vortrag
KOMPASS | Januar
NWDUG-Vortrag
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ie Nordwestdeutsche Universitätsgesellschaft (NWDUG) beschäftigt sich in ihrem ersten Vortrag
im neuen Jahr mit dem Thema „Vom
Scheiterhaufen in die Grabkammer:
Bestattungsplätze der Elite des 1.
Jahrtausends“. Am Donnerstag, 15.
Januar, wird Dr. Babette Ludowici um
20 Uhr im Vortragssaal der VHS Wilhelmshaven darüber referieren. Sie
ist Kuratorin am Niedersächsischen
Landesmuseum Hannover und dort
unter anderem zuständig für die Fortführung des Forschungsbereiches
„Sachsenforschung“. Nach ihrem
Studium der Ur- und Frühgeschichte,
Anthropologie und Europäischen Ethnologie an den Universitäten Heidelberg und Marburg führten sie Projekte und Anstellungen von Braunschweig über Hamburg und Leipzig
nach Hannover. Ihr Spezialgebiet ist
die Archäologie der 1. Jahrtausends
in Nordwesteuropa. Im Zentrum ihrer
Arbeit steht die Frühgeschichte Niedersachsens. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Studien zur Archäologie
des Mittelalters, insbesondere zu
Herrschaftszentren der Ottonen.
Die Erforschung von Bestattungsplätzen der Einwohnerschaft der Gebiete
zwischen Ems und Elbe im 1. Jahrtausend n. Chr. bildet einen Schwerpunkt der schon seit den 1950er Jahren am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover betriebenen
„Sachsenforschung“. Der Vortrag berichtet über die Ergebnisse der Untersuchung zweier sehr ungewöhnlicher
Gräberfelder im Einzugsgebiet der
Leine, die neue Erkenntnisse zum Totenbrauchtum der kaiser- bis merowingerzeitlichen Oberschicht in diesem Raum erbracht haben. Die Grabbefunde geben darüber hinaus spannende Einblicke in das weitreichende
Beziehungsnetz
dieser
frühgeschichtlichen Elite.
Seite 30
MADAGASKAR
MADAGASKAR
Erbe
von Lemuria
Erbe von Lemuria
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adagaskar ist mit einer Länge von 1600 Kilometern und einer Breite von 600
Kilometern keine kleine Insel, doch sie vereint auf engstem Raum die
unterschiedlichsten Klimazonen und Lebenswelten – hinter jeder Wegbiegung eine neue Welt. Madagaskar hat sich völlig eigenständig entwickelt
und dabei einen wahren Schatz an den wohl ungewöhnlichsten Tieren, Pflanzen und Landschaften hervorgebracht, den selbst die Fantasie nicht abstrakter erfinden könnte. Josef
Niedermeier taucht ein in eine farbenprächtige Welt voller Exotik und Magie und nimmt
sein Publikum der WZ-Vortragsreihe am 26. Januar um 20 Uhr im Neuen Gymnasium Wilhelmshaven mit auf die Reise. Sie begegnen dabei geheimnisvollen Zaubertränken und
Geistheilern. Dabei lernen sie altüberlieferte Traditionen und die Glaubenswelten der Einheimischen hautnah kennen.
Wie lässt sich vor allem die Verbreitung der Lemuren auf dieser Insel erklären, deren nähere Verwandte es nur noch in Vorderindien gibt? Dass diese Tiere schwimmend oder gar auf
Treibholz Madagaskar erreicht haben könnten, erschien so absurd, dass die frühen Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts eine plausible Erklärung lieferten: Landbrücken zwischen Afrika und Indien, über die sich die Tierwelt verbreiten konnte, bevor diese zerbrachen und im Meer versanken. Der britische Zoologe Philip Sclater gab diesem hypothetischen Kontinent den Namen Lemuria und diese These beruhte damals auf den neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Vorstellung von einem versunkenen Kontinent,
dessen Vermächtnis allein die Insel Madagaskar wäre, ist fesselnd, denn sie würde eine Erklärung dafür geben, wieso auf Madagaskar alles so ganz anders ist – so viel geheimnisvoller, magischer und voller Mythen. Kein Wunder, dass die abstrakte Schönheit der Natur
auch die Fantasie der Einheimischen beflügelt. In der Vorstellung der Menschen lebt eine
Fülle von verschiedensten Geistern. Die Chamäleons sind mächtige Mittler zwischen Diesseits und Jenseits, die mit einem Auge in die Zukunft, mit dem anderen gleichzeitig in die
Vergangenheit schauen können.
KOMPASS | Januar
Dies & Das | Vielfalt
Sonntag, 18. Januar, 15 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
Januar
TANZ: TAPTASTIC
Wochenende, 2. bis 4. Januar,
Pumpwerk Wilhelmshaven
Das Jahr 2015 startet fantastic! Besser gesagt TAPTASTIC! Die Tapdance Factory e.V.
und die ADTV-Tanzschule Dunse präsentieren ein Stepptanz-Festival der Superlative.
An diesen Tagen darf Wilhelmshaven viele
Tänzer aus der ganzen Welt begrüßen,
denn sie alle werden an unterschiedlichsten
Workshops von sechs internationalen
Stepptanz-Ikonen teilnehmen. Jason Samuel Smith, Jason Janas und Demi Remick
reisen aus den USA an, Danny Nielsen aus
Kanada, Ruben Sanchez aus Spanien sowie
Daniel Borak aus der Schweiz. Sie zählen in
der Stepptanz-Szene zu den erfolgreichsten und anerkanntesten Stepptänzern der
Welt. Das erste Mal wird in Deutschland ein
Stepptanz-Festival auf so hohem Niveau
stattfinden. Und damit nicht nur Workshopteilnehmer das Vergnügen mit der Weltspitze des Stepptanzes genießen dürfen, werden am 3. und 4. Januar um 20 Uhr zwei
unterschiedliche Stepptanz-Shows das Wilhelmshavener Pumpwerk verzaubern. Zunächst wird es Sonnabend ein „StudentShowcase“ geben, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus aller Welt ihre
Stepptanz-Künste zeigen. Am Sonntag
wird das „Taptastic Festival“ dann durch ein
absolutes Highlight beendet: „Concert of
the Masters“ – die Stars des Festivals werden zu Live-Musik eine atemberaubende
Show darbieten.
FAMILIE: „Die kleine Meerjungfrau –
das Musical“
Das Musical-Abenteuer für die ganze Familie. Eine moderne und fröhliche Interpretation des Märchens von Hans Christian Andersen. Unter dem Meer, in einer märchenhaften Welt am Hofe des Meerkönigs, lebt
die kleine Meerjungfrau. In der Tiefe des
Ozeans, wo das Wasser blau und klar ist,
hat sie scheinbar alles, was man sich wünschen könnte, lebt dort unbeschwert mit
ihren Freunden, einem sprechenden Fisch
und einer lustigen Krabbe.
FAMILIE: „Tag der offenen Tür“
Sonnabend, 24. Januar, 14.30 Uhr,
Musikschule Wilhelmshaven,
Zedeliusstraße 1, Wilhelmshaven
Die Musikschule Wilhelmshaven öffnet ihre
Türen für alle musikinteressierten Bürger.
Kurze Schülervorführungen aus dem Elementar-, Vokal- und Instrumentalbereich
sowie ein Auftritt der Streicherklasse (Kooperationsprojekt mit der Cäcilienschule)
geben einen unmittelbaren und lebendigen
Einblick in das Unterrichtsangebot der Musikschule. Außerdem stehen die Lehrkräfte
bereit, um Fragen zu beantworten, und wer
möchte, kann auch selbst einmal ein Instrument in die Hand nehmen, um einen ersten Tonversuch zu wagen. Engagierte Eltern betreiben einen Notenflohmarkt. In
der Cafeteria werden die Besucher mit Getränken und leckerem Kuchen verwöhnt.
NATURSCHUTZBUND (NABU):
Termine im Januar
Freitag, 16. Januar, 17.30 Uhr: „Planung,
Pflanzung und Pflege von Obstbäumen“,
RUZ Schortens
Sonnabend/Sonntag, 17./18. Januar, 10 bis
17 Uhr: Fotoworkshop Naturfotografie,
NABU Wilhelmshaven, Rüstersieler Str. 56,
Wilhelmshaven
(Anmeldung: 04463-808382)
Freitag, 30. Januar, 16 Uhr: „Exkursion –
Der Uhu und seine Verwandten“
RUZ Schortens
(Anmeldung: 04421-560388
... auf den
MerkZETTEL
EISLAUFEN:
„Moscow Circus on Ice“
Sonntag, 1. Februar, 16 Uhr,
Stadthalle Wilhelmshaven
Der „Moscow Circus on Ice“ ist
mit seinem neuen Programm
„Fantasy“ auf großer EuropaJubiläumstournee.
Artistik,
Glamour und höchste technische Perfektion auf Kufen!
Neue innovative Regie mit
spektakulären Choreographien
sowie über 300 neuen prachtvollen Kostümen, mitreißender
Musik und atemberaubender
Akrobatik. Schwungvoller Eistanz kombiniert mit einem traditionellen russischen Zirkusprogramm erschafft ein wahrhaft magisches Spektakel für
die ganze Familie. Die Premiere
des „Moscow Circus on Ice“
fand am 16. Oktober 1964 statt.
Der erste und zur damaligen
Zeit weltweit einzige „Zirkus
auf Eis“ war ein Meilenstein in
der Geschichte des Zirkusses.
Seit 50 Jahren reißt dieser Eiszirkus das Publikum mit Artistik und Glamour auf Kufen,
grandioser Akrobatik, Jongleuren, Hochseilkünstlern, Eiskunstläufern und Clowns in
einer glitzernden Eisarena zu
Beifallsstürmen hin.
WZ-Card-Aktion: Inhaber der
WZ-Card erhalten einen Preisnachlass von je zehn Prozent.
Seite 31
Veranstaltungen | Tipps & Termine
KOMPASS | Januar
Ausstellungen
BURG KNIPHAUSEN
Andreas Silbermann:
Malerei
bis zum 15. Februar 2015
Taptastic Festival
Sonnabend, 3. Januar
FRANZ RADZIWILL
HAUS, DANGAST
Franz Radziwill:
„Die Halbinsel der Seligen
Franz Radziwill in der Natur“
bis zum 11. Januar 2015
Stepptanzshow: „Taptastic Festival“
mit „Studentshowcase“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Sonntag, 4. Januar
Stepptanzshow: „Taptastic Festival“
mit „Concert of the Masters“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Alma-Mahler-Klaviertrio
A-cappella-Festival: „ONAIR“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Premiere: „Der nackte Wahnsinn“
20 Uhr, Stadttheater Wilhelmshaven
Donnerstag, 15. Januar
Ballett: „Schwanensee“
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Freitag, 16. Januar
SEZESSION
NORDWEST
WILHELMSHAVEN
Christa Marxfeld-Paluszak:
„Geheimnis der Sternstunde“
vom 8. Januar
bis zum 3. Februar 2015
Montag, 5. Januar
WZ-Vortrag: „Lanzarote“
20 Uhr, Neues Gymnasium
Wilhelmshaven
A-cappella-Festival: „Rock 4“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Kleinkunst: HG Butzko
20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Dienstag, 6. Januar
Sonnabend, 17. Januar
Bühne: „Musical-Night“
20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
UNESCO-WELTNATURERBE WATTENMEER
BESUCHERZENTRUM
Sonderausstellung:
WeltSpielZeug
bis zum 12. April
Donnerstag, 8. Januar
Tierfreund: Martin Rütter
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Freitag, 9. Januar
V. Sinfoniekonzert:
„NDR Radiophilharmonie“
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
KUNSTHALLE
WILHELMSHAVEN
Gosia Machon und
Jenny Feldmann:
Preisträgerinnen
Nordwestkunst“
bis zum 25. Januar 2015
Seite 32
Konzert: Klaus Lage
20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Kabarett: Arnulf Rating
20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Sonnabend, 10. Januar
Konzert: „Alma-Mahler-Klaviertrio“
20 Uhr, Villa „Lug ins Land“, Ebkeriege 13,
Wilhelmshaven
Theater: „Der nackte Wahnsinn“
20 Uhr, Stadttheater Wilhelmshaven
Konzert: „Beltane“
20 Uhr, Pumpwerk-Club Wilhelmshaven
Premiere: „FAUSTiN AND OUT“
20 Uhr, Studio Rheinstraße 91,
Wilhelmshaven
Sonntag,18. Januar
Musical: „Die kleine Meerjungfrau“
15 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Jazz: Jam Session
17 Uhr, Pumpwerk-Club
Wilhelmshaven
KOMPASS | Januar
Veranstaltungen | Tipps & Termine
Gezeitenkalender
Ebbe und Flut
Januar 2015
Hochwasser
Musikschule
Mittwoch, 21. Januar
Neujahrskonzert:
„Luftwaffenmusikkorps Münster“
20 Uhr, Gorch-Fock-Haus,
Wilhelmshaven
Freitag, 23. Januar
Abba
VI. Sinfoniekonzert:
„Polnische Kammerphilharmonie“
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Mittwoch, 28. Januar
Konzert: „Wishbone Ash“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Kabarett: „Schlachtplatte 2015“
20 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Theater: „Der nackte Wahnsinn“
20 Uhr, Stadttheater Wilhelmshaven
Theater: „FAUSTiN AND OUT“
20 Uhr, Studio Rheinstraße 91,
Wilhelmshaven
Theater: „FAUSTiN AND OUT“
20 Uhr, Studio Rheinstraße 91, WHV
Donnerstag, 29. Januar
Sonnabend, 24. Januar
Familie: „Tag der offenen Tür“
14.30 Uhr, Musikschule Wilhelmshaven,
Zedeliusstraße 1, Wilhelmshaven
Comedy: Paul Panzer
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Premiere: „Punk Rock“
20 Uhr, Stadttheater Wilhelmshaven
Premiere: „Ünner’t Lüchtfüer“
20 Uhr, Theater am Meer, Kieler Str. 63,
Wilhelmshaven
Montag, 26. Januar
WZ-Vortrag: „Madagaskar“
20 Uhr, Neues Gymnasium WHV
Dienstag, 27. Januar
Singen: „2. Wilhelmshavener
Rudelsingen“
19.30 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Tag
1. Do
2. Fr
3. Sa
4. So
5. Mo
6. Di
7. Mi
8. Do
9. Fr
10. Sa
11. So
12. Mo
13. Di
14. Mi
15. Do
16. Fr
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18. So
19. Mo
20. Di
21. Mi
22. Do
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24. Sa
25. So
26. Mo
27. Di
28. Mi
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5.34
6.23
7.22
8.35
9.56
Theater: „Ünner’t Lüchtfüer“
20 Uhr, Theater am Meer, Kieler Str. 63,
Wilhelmshaven
Kabarett: Kristian Bader
20 Uhr, Bürgerhaus Schortens
Roter Salon: „die liebe
(Komma) liebe“
21 Uhr, Theatercafé, Stadttheater WHV
Sonnabend, 31. Januar
Kultur für Kids: „Deine Freunde“
15 Uhr, Pumpwerk Wilhelmshaven
Show: „Abba today“
20 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven
Niedrigwasser
Uhr
2.41
3.57
5.05
6.03
6.53
7.35
8.13
8.50
9.23
9.53
10.23
10.55
11.27
–.–
0.28
1.38
2.58
4.14
5.20
6.19
7.12
8.04
8.54
9.40
10.22
11.06
11.49
–.–
0.49
1.59
3.23
Uhr
15.23
16.32
17.33
18.25
19.09
19.47
20.23
20.58
21.28
21.57
22.28
23.01
23.37
12.06
13.03
14.16
15.32
16.43
17.47
18.44
19.38
20.28
21.14
21.53
22.32
23.14
23.58
12.33
13.28
14.42
16.03
Alle Angaben ohne Gewähr!
Angaben für Wilhelmshaven, Alter Vorhafen
Hooksiel: HW, 20 Minuten früher; NW, 8 Minuten früher
Schillig: HW, 31 Minuten früher; NW, 14 Minuten früher
Nautischer Verein: Vortrag „Das
GDF-Suez-Kraftwerk –
fertig oder weiter?“
20 Uhr, Hotel Kaiser, Wilhelmshaven
Freitag, 30. Januar
Uhr
21.46
22.51
23.48
12.17
13.05
13.44
14.20
14.54
15.26
15.56
16.29
17.03
17.40
18.29
19.36
20.51
22.03
23.08
–.–
12.33
13.26
14.18
15.07
15.52
16.35
17.19
18.03
18.52
19.54
21.11
22.28
FOTO: PIXELIO
Impressum
Beilage der Wilhelmshavener Zeitung,
63. Jahrgang, 1. Januar 2015
Verlag und Druck:
Brune-Mettcker Druck- und Verlags-GmbH,
Parkstraße 8, 26382 Wilhelmshaven,
Postfach 1265, 26352 Wilhelmshaven
Redaktion:
Colla Schmitz
Gestaltung Titelseite:
Anna-Maria Friedrich
Foto Titelseite:
Martin Rütter / Foto: Marc Rehbeck
Anzeigen:
Thomas Schipper
Anzeigen-Preisliste:
Nr. 47 vom 1. Januar 2015
Gerichtsstand:
Wilhelmshaven
Mitteilungen ohne rechtliche Verbindlichkeit,
Telefon (0 44 21) 488-0, Telefax 488-430.
Termine können nur veröffentlicht werden, wenn
sie bis zum 5. des Vormonats gemeldet sind.
Die Redaktion behält sich das Recht vor,
eingesandte Manuskripte zu kürzen.
Meldungen bitte an die KOMPASS-Redaktion,
Parkstraße 8, 26382 Wilhelmshaven,
Postfach 1265, 26352 Wilhelmshaven,
Telefon (0 44 21) 488-480.
E-Mail: kompass@WZonline.de
Seite 33
Horoskop
KOMPASS | Januar
Horoskop
für den Januar 2015
Wassermann 21. 1. bis 19. 2.
Gesunder Ehrgeiz und gezielter Arbeitseinsatz sind in diesem Monat die Schlüssel zum
Erfolg. Die Betonung liegt aber auf „gesund“. Hüten Sie sich besonders bis Mitte des
Monats vor übersteigertem Eifer – oder gar dem Einsatz der Ellenbogen.
Fische 20. 2. bis 20. 3.
Bis zum 5. Januar können
Sie wichtige Arbeiten,
Termine und Besprechungen einplanen und vernünftige Entscheidungen treffen.
Sonne und Merkur stehen günstig,
was Ihnen eine überaus kompetente
und überzeugende Note verleiht.
Widder 21. 3. bis 20. 4.
Ganz überraschend eröffnen sich neue Perspektiven. Und die Chancen fallen direkt vor Ihre Füße,
kommen aber vermutlich nicht aus
der Ecke, von der Sie es erwartet
hätten. Seien sie deshalb aufmerksam, damit Sie nichts verpassen.
Stier 21. 4. bis 20. 5.
Beruflich können Sie sich
nicht so richtig entfalten.
Davon sollten Sie sich
aber nicht entmutigen lassen. Betrachten Sie Ihre Vorhaben
von einem vernünftigen Blickwinkel
aus. Kleine Korrekturen können dabei natürlich sehr hilfreich sein.
Krebs 22. 6. bis 22. 7.
Beruflich halten sich die
Sterne ziemlich bedeckt.
Da brauchen Sie sich nicht
unnötig zu stressen. Und
das ist günstig, da Uranus Sie zurzeit
etwas hektisch und nervös macht.
Seien Sie diplomatisch und arbeiten
Sie gründlich und zuverlässig.
Löwe 23. 7. bis 23. 8.
Ihre Ansprüche sind derzeit fast etwas zu hoch.
Damit die beruflichen
Entwicklungen und Pläne
sich nicht als Flop entpuppen, sollten
Sie Ihren Einsatz entsprechend steigern. Von nichts kommt nämlich
auch nichts.
Jungfrau 24. 8. bis 23. 9.
Mit klaren Zielen vor Augen
haben Sie im Job beste Erfolgsaussichten – gehen
Sie also nicht unvorbereitet
ins Rennen. Machen Sie sich grundsätzlich ein paar Gedanken, wohin
die berufliche Reise gehen soll. Powern Sie nicht einfach drauf los.
Zwillinge 21. 5. bis 21. 6.
Verlieren Sie keine kostbare Zeit und machen Sie
Termine. Die Karrieresterne leuchten kräftig. Denn
mit Merkur, Jupiter und Uranus können Sie nennenswerte, teilweise
auch ganz überraschende Erfolge erzielen.
Seite 34
Waage 24. 9. bis 23. 10.
Das Beste an diesem Monat wird Ihre Laune sein.
Diesen erfreulichen Umstand dürfen Sie natürlich
genießen, und das angenehme Leben ebenso. Ein Freibrief für permanente Höchstleistungen ist das allerdings nicht.
Skorpion 24. 10. bis 22. 11.
Wenn Sie nicht aufpassen,
rennen Sie in die falsche
berufliche Richtung.
Grundsätzlich ist es zwar in
Ordnung, dass Sie sich neue Herausforderungen suchen und größere
Veränderungen anstreben. Konkret
hat das noch Zeit bis zum Frühling.
Schütze 23. 11. bis 21. 12.
Merkur und Jupiter im
positiven Winkel bescheren Ihnen tolle Einfälle
und ebenso mitreißende
wie überzeugende Argumente. Aber
Sie sollten Ihr Pulver nicht zu früh
verschießen. An die Cheftür sollten
Sie erst im nächsten Monat klopfen.
Steinbock 22. 12. bis 20. 1.
Grafiken: Patrick Tjarks
In diesem Monat ist Ihre
Leistungskurve zufriedenstellend, weil Sonne bis
und Mars ab Monatsmitte
einen positiven Winkel bilden. Wenn
Sie sich nicht selbst unter permanenten Leistungsdruck setzen, kommen Sie bestens über die Runden.
Die
– Das Beste am Morgen!
IMMER GUTE KARTEN
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18 07 50
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W Z - D
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Die kleine Meerjungfrau
Shadowland
So., 18. 1. 2015, 15 Uhr
>> Stadthalle, Wilhelmshaven
Preisvorteil WZ-Card-Inhaber: 2,- E
Mi., 25. 3. 2015, 20 Uhr >> Kleine EWE Arena, Oldenburg
Reinhold Messner
Peter Pan – Das Musical
Do., 22. 1. 2015, 20 Uhr >> Pier 2, Bremen
So., 29. 3. 2015, 15 Uhr >> Kongresshalle, Oldenburg
Paul Panzer
Chris de Burgh & Band
Sa., 24. 1. 2015, 20 Uhr >> Stadthalle, Wilhelmshaven
Mi., 22. 4. 2015, 20 Uhr >> Musical Theater, Bremen
Käpt‘n Blaubär – Das Kindermusical
Elvis – Das Musical
So., 31. 1. 2015, 15 Uhr >> Kongresshalle, Oldenburg
Mo., 4. 5. 2015, 20 Uhr >> Kongresshalle, Oldenburg
Di., 26. 5. 2015, 20 Uhr
>> Große EWE Arena,
Oldenburg
So., 1. 2. 2015, 16 Uhr
Fantasy >> Stadthalle, Wilhelmshaven
Unheilig
Sa., 30. 5. 2015, 18.30 Uhr >> ÖVB Arena, Bremen
Johannes Oerding
Fr., 13. 2. 2015, 20 Uhr >> Nordseehalle, Bremen
Sa., 6. 6. 2015, 20 Uhr
>> Stadthalle, Wilhelmshaven
Preisvorteil WZ-Card-Inhaber: 2,- E
Die Nacht der Musicals
Do., 19. 2. 2015, 20 Uhr >> Stadthalle, Wilhelmshaven
Subway to Sally
Fr., 20. 3. 2015, 20 Uhr >> Pumpwerk, Wilhelmshaven
(Begrenztes Kontingent)
Andreas Gabalier
Do., 8. 10. 2015, 20 Uhr >> ÖVB Arena, Bremen
Konstantin Wecker & Band
Santiano
Sa., 21. 3. 2015, 20 Uhr >> Kulturetage, Oldenburg
Fr., 27. 11. 2015, 20 Uhr >> Große EWE Arena, Oldenburg
Nordwest
Ticket
Info und telefonischer Kartenservice:
04 21 / 36 36 36
(gebührenpflichtige Rufnummer)
Kartenreservierung und Kartenversand
gegen Aufpreis möglich
Karten erhalten Sie in
der Schalterhalle der
Parkstraße 8 · 26382 Wilhelmshaven
Telefon (0 44 21) 4 88-0 · Fax (0 44 21) 4 88-2 58
WZonline.de/tickets
15
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M o r g
Peter Maffay
Moscow Circus on
Ice – Fantasy
Sido
31 .12 .20
Do., 26. 3. 2015, 20 Uhr
>> Pumpwerk,
Wilhelmshaven
So., 18. 1. 2015, 20 Uhr >> Aladin, Bremen
Preisvorteil WZ-Card-Inhaber: 10%
a m
Annett Louisan
Andreas Bourani
5oIahre
Gült ig bis
Kun den -Nr.
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