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7 - Landratsamt Vogtlandkreis

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LESESTOFF: 20 MILLIONEN FLIRTEN MIT EINER APP AUS DRESDEN | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
OBERES VOGTLAND
Montag, 5. Januar 2015
Freitag jubelt
am Bergisel
LOKALES
OELSNITZ
Meiser hat erneut
Spitzenplatz inne
Befreiungsschlag für die deutschen
Skispringer bei der Vierschanzen-
tournee: Richard Freitag hat gestern
in Innsbruck seinen ersten Tagessieg bei der Tournee gefeiert. Der
23-jährige Erzgebirger verwies vor
22.500 Zuschauern mit 5,0 Punkten
Vorsprung den in der Tourneewertung weiter führenden Stefan Kraft
auf Platz zwei. Der Österreicher hatte mit 137 Metern einen Schanzenrekord aufgestellt, der später von
Landsmann Michael Hayböck um
einen Meter übertroffen wurde.
Platz drei teilten sich Simon Amman (Schweiz) und Noriaki Kasai
(Japan). Freitags Erfolg war der erste
Tournee-Tagessieg eines deutschen
Skispringers seit Sven Hannawald
im Dezember 2002 in Oberstdorf.
Am Bergisel hatten zuvor mit Hannawald (Januar 2002), den Klingenthalern Henry Glaß (1977) und
Manfred Deckert (1982) sowie Jens
Weißflog (1984) aus Oberwiesenthal ebenso Springer aus der Region
triumphiert. FOTO: DANIEL KARMANN/DPA
Erneut hat die „Freie Presse“ die
40 größten Arbeitgeber im Vogtland recherchiert. Wie im Vorjahr
an der Spitze – die Einrichtungen
der Diakonie im Vogtland mit
rund 1390 Beschäftigten. Auf den
Plätzen folgen Vogtland-Klinikum Plauen und Landratsamt.
Größter Arbeitgeber im produzierenden Bereich ist die Firma Meiser Vogtland OHG in Oelsnitz mit
knapp 800 Beschäftigten auf Platz
6 des Rankings. Nahezu stabil ist
die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vogtland, die sich seit zehn Jahren um
78.000 bewegt. (lh) Seite 9: Bericht
BAD ELSTER
Musical-Show
reißt die Gäste mit
Zweieinhalb Stunden hat die
Show „Best of Musical Starnights“
gestern und am Samstag eine Rakete nach der anderen im KönigAlbert-Theater Bad Elster gezündet. Von „König der Löwen“ über
„Mary Poppins“ bis „Hairspray“
oder „Ich war noch niemals in
New York“ gab es Hits am laufenden Band. 600 Gäste ließen sich
mitreißen. (eso) Seite 11: Bericht
IN DIESER AUSGABE
Sport: Das Thema
Beschäftigung im produzierenden
Gewerbe hat sich seit 1991 halbiert
Laut Arbeitsagentur hält
der Strukturwandel zum
Dienstleistungsbereich bis
2030 an. Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine
Zimmermann sieht darin
ein generelles Problem.
Sachsen Freie Bahn für
Spaziergänger: Talsperren
öffnen ihre Mauerkronen
Kind & Kegel Ein neues
Buch will bei der Aufklärung helfen
VON TINO MORITZ
Aue gewinnt Chemnitz-Cup
CHEMNITZ — Sachsens Arbeitsmarkt
hat sich seit der deutschen Einheit
radikal gewandelt. Zum einen ist bei
gleichzeitig rasant sinkender Einwohnerzahl inzwischen jeder sechste Arbeitnehmer verschwunden –
1991 gab es 2,13 Millionen, 2013 waren es noch 1,76 Millionen und damit 372.000 weniger. Zum anderen
gibt es eine Halbierung der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe
– von 921.000 auf zuletzt 473.000 Arbeitnehmer. Das geht aus einer
Übersicht des Statistischen Landesamts hervor, die die Linke-Bundes-
FOTO: PICTURE POINT
SPORT AM MONTAG
Am Vormittag startete der FCE mit
Neuzugang Rankovic in die Vorbereitung auf die Zweitligarückrunde.
Am Nachmittag siegten die Auer
beim Hallenturnier in Chemnitz.
Skilanglauf Claudia Nystad
muss nach Sturz die Tour de
Ski vorzeitig beenden
Nordische Kombination
Deutsches Quartett gewinnt
Team-Wettbewerb
WETTER VOR ORT
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Ausführliches Wetter: Seite 8
10002
tagsfraktionsvize Sabine Zimmermann angefordert hat.
Während Anfang der 1990er-Jahre fast jeder Zweite im produzierenden Gewerbe tätig war, ist es inzwischen nur noch jeder dritte. Eine
Entwicklung, die Zimmermann zur
Einschätzung führt, dass die Jobverluste bis heute „nicht annähernd
kompensiert“ sind. „Besonders bitter
ist, dass viele Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe mit guten Arbeitsbedingungen und Mitbestimmungsstrukturen verloren gegangen sind“, sagt die Arbeitsmarktexpertin. Sie spricht von einem
„grundsätzlichen Problem der Industriestruktur in den neuen Ländern“, da immer noch viele Betriebe
ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen als verlängerte Werkbänke betrieben würden.
„Bei Einsparungen und Restrukturierungen traf und trifft es deshalb
vor allem ostdeutsche Standorte.“
Die Bundesarbeitsagentur (BA)
führt als Erklärung für den Wandel
zunächst die Sondersituation nach
der deutschen Einheit an – wurden
doch damals veraltete Produktionsanlagen stillgelegt und etwa in der
Textilbranche viele Betriebe geschlossen. Zudem seien ganz neue
Dienstleistungsjobs
entstanden.
Call Center oder Softwareentwickler gab es 1991 noch gar nicht. Hinzu komme der Trend zur Ausgliederung produktionsnaher Dienstleistungen: „Zum Beispiel sind Zeitarbeiter nun Beschäftigte im Dienstleistungsbereich, arbeiten jedoch
häufig im produzierenden Gewerbe“, erklärt Sachsens BA-Sprecher
Frank Vollgold. „Auch die Lohnbuchhaltung, der Kantinenbetrieb
oder
Ingenieurdienstleistungen
werden heute öfter als früher ausgegliedert.“ Neben der erhöhten Spezialisierung sehen die BA-Experten
auch in der Globalisierung eine Ursache für den Wandel. Aus Sachsen
seien in der Vergangenheit viele produzierende Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden.
Zugleich verweist Vollgold darauf, dass die Anzahl der Jobs im produzierenden Gewerbe seit 2006 wieder steigt – 2014 sollen es bundesweit laut Rechnung des BA-Instituts
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 30.000 Jobs mehr geworden sein, für 2015 werden noch
20.000 Jobs mehr erwartet.
In Sachsen dominiert der Dienstleistungsbereich
Der Dienstleistungssektor muss
laut Experteneinschätzung ab 2015
mit Rückschlägen rechnen – weil er
eine vergleichsweise hohe Zahl von
Minijobbern ausweist, die von der
Einführung des Mindestlohns besonders betroffen sind. Langfristig dürfte
der Dienstleistungsbereich jedoch in
Sachsen dem produzierenden Gewer-
be weiter davon eilen. Von 1991 bis
2013 stieg die Zahl der Arbeitnehmer
im Freistaat immerhin schon um rund
120.000 auf 1,26 Millionen. Und laut
Bundesarbeitsagentur hält der langfristige Strukturwandel weg vom produzierenden Gewerbe hin zum Dienstleistungsbereich bis zum Jahr 2030
an. (tz)
Neue Welt zwischen Mars und Jupiter
US-Raumsonde Dawn ist im Anflug auf den einst als achten Planeten gehandelten Protoplaneten Ceres
Während die Europäische Raumfahrtbehörde Esa mit der Landeeinheit ihrer Rosetta-Raumsonde auf
dem Kometen Tschurjumov-Gerassimenko im Vorjahr eine Bruchlandung hinlegte, steuert die Nasa derzeit ihre Sonde Dawn jenseits der
Sonne auf ein weiteres Entdeckungs-Abenteuer zu. Ziel der
Dawn-Mission ist der Zwergplanet
Ceres im Asteroidengürtel, der sich
zwischen den Umlaufbahnen der
Planeten Mars und Jupiter erstreckt.
Bei seiner Entdeckung 1801 galt
Ceres vielen Astronomen als vollwertiger achter Planet des Sonnensystems. Zu dem Zeitpunkt war jenseits des Uranus weder Neptun ent-
deckt, noch Pluto, der später über 70
Jahre lang als neunter Planet galt, bevor er den Status aufgrund neuer De-
finitionen wieder einbüßte. Pluto
wurde 2006 zum Zwergplaneten degradiert. Und solche gibt es eben
Künstlerische Darstellung des Anflugs von Dawn auf Ceres.
GRAFIK: NASA
nicht nur im Außenbereich des Sonnensystems, dem fernen Kuiper-,
sondern auch im erdnäheren Asteroidengürtel.
Nachdem die Nasa-Sonde den
zweitgrößten dortigen MaterieBlock, den Asteroiden Vesta, 2011
und 2012 umkreiste, befindet sie
sich nun im Anflug aufs größte Objekt des Gürtels. Im März soll Dawn
den Zwergplaneten Ceres erreichen,
eine Umlaufbahn einnehmen und
Bilder einer bisher unbekannten
Welt liefern. Ceres Oberfläche ist
größer als die Summe der Flächen
Deutschlands, Frankreichs, Italiens,
Großbritanniens, Schwedens und
Norwegens zusammen. Jens Eumann
ASYL-PROTESTE
Gabriel kritisiert
Pegida-Initiatoren
BERLIN/DRESDEN — Unmittelbar vor
der nächsten Pegida-Demonstration
heute in Dresden hat SPD-Chef Sigmar Gabriel davor gewarnt, die Sympathisanten der islamkritischen Bewegung pauschal zu ächten. Zugleich kritisierte er die Initiatoren:
„Einige sind verurteilte Kriminelle,
Neonazis und Antisemiten. Anständige Leute laufen solchen Typen
nicht hinterher.“ Auch der Dresdner
Politikwissenschaftler Werner Patzelt sieht bei den Pegida-Organisatoren den größten Handlungsbedarf:
„Wer Tausende um sich versammelt,
der hat auch Pflichten“, sagt Patzelt.
Seite 4: Einspruch
(dpa)
DEBATTE
Griechen raus aus
der Euro-Zone?
BERLIN — Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone scheint für
die Bundesregierung kein Tabu
mehr zu sein. Ein entsprechender
„Spiegel“-Bericht wurde am Wochenende weder vom Kanzleramt
noch vom Finanzministerium dementiert. Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter erklärte gestern lediglich: „Die Bundesregierung geht davon aus, dass Griechenland auch weiterhin seinen
Verpflichtungen
nachkommen
wird.“ Die Linke warf der Regierung
Erpressung und gezielte Destabilisierung Griechenlands vor. (dpa)
Seiten 4/5: Leitartikel und Bericht
RUSSLAND-GESCHÄFT
Firmen suchen
Export-Alternativen
CHEMNITZ — Jedes dritte Unternehmen aus der Region Chemnitz ist
nach Einschätzung der IHK Chemnitz von den Konflikten um Russland und die Ukraine betroffen. „Der
Export nach Russland ist regelrecht
eingebrochen“, sagte IHK-Geschäftsführer Christoph Neuberger. Die
Kammer sucht nun gemeinsam mit
den Unternehmen weltweit ExportSeite 6: Bericht
Alternativen.
4 190932 801007
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 3, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
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2 Freie Presse
BÖLLER-UNFALL
Zwölfjähriger
schwer verletzt
OBERWIESENTHAL — Für einen Zwölfjährigen hat der Neujahrstag mit
schweren Verletzungen im Krankenhaus geendet. Sein kleiner Bruder hatte in Oberwiesenthal (Erzgebirgskreis) einen schwarzen Knallkörper im Schnee gefunden, wie die
Polizei erst am Samstag mitteilte.
Der Ältere versuchte daraufhin, den
Böller anzuzünden. Die Explosion
verbrannte ihm die Hand, er wurde
mit schweren Augenverletzungen
mit dem Rettungshubschrauber in
eine Spezialklinik gebracht. Weitere
Kinder der Urlaubergruppe riss die
Detonation um. Die Polizei warnte
nochmals eindringlich davor, Feuerwerk-Blindgänger zu zünden. „Es besteht Lebensgefahr.“ (dpa)
PARTEIPOLITIK
Chemnitzer Alt-OB
berät SPD-Spitze
CHEMNITZ — Der ehemalige SPDOberbürgermeister von Chemnitz,
Peter Seifert, wird seine Partei künftig auf Bundesebene beraten. Vom
Parteivorstand in Berlin wurde der
73-Jährige in den Seniorenrat der
Bundespartei berufen. Das Gremium, dem 30 ehemalige teils hochrangige Politiker der Sozialdemokraten angehören, berät das Präsidium
und den Parteivorstand der SPD zu
allen politischen Themen. Unter
den Mitgliedern sind auch die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin
Anke Fuchs, der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel und der
ehemalige Ministerpräsident von
Brandenburg, Manfred Stolpe. Peter
Seifert war von 1993 bis 2006 Oberbürgermeister von Chemnitz. (su)
DREIKÖNIGSTAG
Polnischer Festzug
erstmals in Sachsen
GÖRLITZ — Der in Polen traditionelle
„Zug der Könige“ weitet sich 2015
erstmals nach Deutschland aus. Am
morgigen Dreikönigstag zieht er
auch durch die Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Die Bevölkerung der
Region ist eingeladen, gemeinsam
Weihnachtslieder zu singen und am
größten Straßenkrippenspiel teilzunehmen. Bischof Wolfgang Ipolt
wird ein Grußwort sprechen und die
grenzüberschreitende Prozession
begleiten. (dpa)
INKLUSION
Assistenten für
behinderte Schüler
DRESDEN — Schüler
mit Behinderung bekommen an den sächsischen Regelschulen bald einen speziellen Beistand. Vom Schuljahr
2016/2017 an setzt das Land 150 sogenannte Inklusionsassistenten ein.
Die Assistenten helfen etwa, wenn
ein Kind im Rollstuhl sitzt. An ausgewählten Schulen des Freistaats
soll jeweils ein Inklusionsassistent
arbeiten. Er muss einen Abschluss
als Erzieher oder Heilerziehungspfleger nachweisen. Für das Angebot stehen bis zum Schuljahr
2020/2021 rund 44 Millionen Euro
aus dem EU-Sozialfonds bereit.(dpa)
AUSLANDSREIS EN 2015
Tillich spricht im
Parlament in Rom
DRESDEN — Sachsens Regierungschef
Stanislaw Tillich (CDU) ist 2015
auch als Außenpolitiker gefragt. Die
erste Reise führt den Ministerpräsidenten im Februar nach Rom. „Ich
habe eine Einladung des italienischen Parlaments bekommen und
soll dort berichten, wie wir es geschafft haben, mit den Strukturfondsmitteln der EU eine ausgewogene Entwicklung von Infrastruktur, Wirtschaft und Wissenschaft
hinzubekommen“, sagte Tillich. Die
Erfolge Sachsens hätten sich inzwischen herumgesprochen. Weitere
Auslandsreisen Tillichs sind nach
Polen, Korea, Liechtenstein und in
die Schweiz geplant. (dpa)
Montag, 5. Januar 2015
Immer mehr Talsperren öffnen
ihre Mauerkrone für Touristen
meister Uwe Staab sagte. Auch in
das vorhandene Radwegenetz findet
der Staumauer-Weg Eingang, auch
wenn er Fußgängern vorbehalten
bleibt und Radfahrer ihren Drahtesel schieben sollen. Ob sich alle daran halten, bleibt abzuwarten.
An der Talsperre Saidenbach im
Landkreis Mittelsachsen gibt es jedenfalls keine Konflikte zwischen
Fußgängern und Radlern, wenn sie
die Staumauer passieren. Letztere
fahren ohnehin meist langsam oder
steigen sogar ab, um die imposante
Aussicht zu genießen. Hier, wie
auch an der Talsperre Lichtenberg,
hatte es zunächst Öffnungszeiten
gegeben. Man wollte erst einmal beobachten, wie sich die Besucherströme entwickeln und ob es Verstöße
gibt, die sich auf das Trinkwasserreservoir auswirken, wie es beispielsweise an der Talsperre Pirk zu Himmelfahrt schon passiert ist. Weil
nichts dergleichen geschah, sind
Saidenbach und Lichtenberg nun
durchgängig geöffnet – wie auch alle anderen Speicher im Bereich von
Freiberger Mulde und Zschopau. Lediglich Rauschenbach ist derzeit
baubedingt gesperrt. In allen Fällen
sind die Wege über die Mauern Teil
des regionalen oder sogar überregionalen Wanderwegenetzes.
Jahrzehntelang blieben die
Staumauern großer Trinkwasserspeicher für Wanderer gesperrt. Inzwischen
hat sich viel geändert.
VON GABI THIEME
CHEMNITZ — Die
Landestalsperrenverwaltung Sachsen will ein über
Jahrzehnte bestandenes Tabu weiter
lockern, indem sie Mauerkronen
von Trinkwassertalsperren für den
sanften Tourismus öffnet. Während
es zu DDR-Zeiten bis auf wenige
Ausnahmen wie an der Talsperre
Rauschenbach kaum möglich war,
dass Wanderer, Langläufer oder Radfahrer die Stauanlagen passierten,
sind mittlerweile die Dämme von
14 der 23 sächsischen Trinkwasserspeicher öffentlich begehbar. Das
geht aus einer Antwort der Landestalsperrenverwaltung (LTV) auf eine
Anfrage der „Freien Presse“ hervor.
„Wir sind bestrebt, die Mauerkronen, wo immer möglich, für jedermann zugänglich zu machen“, sagte
LTV-Sprecherin Britta Andreas. Allerdings seien dafür an einigen Talsperren größere Umbauten erforderlich. Zum einen müsse die Talsperrenverwaltung dafür sorgen, dass
Touristen nichts passiert, zum anderen auch ihre Betriebsanlagen sichern und für den Gewässerschutz
sorgen. Das sei in den vergangenen
Jahren schrittweise umgesetzt worden, gehe allerdings auch mit erheblichen Kosten einher. Ein Beispiel ist
die Talsperre Muldenberg, wo der
Weg über die Mauerkrone 2008 geöffnet wurde und die Voraussetzungen mit einer umfangreichen Sanierung geschaffen wurden.
Lückenschluss in Eibenstock
Der größte Tabubruch erfolgte vor
drei Monaten mit der Öffnung der
Mauerkrone des größten Trinkwasserfasses in Sachsen, in Eibenstock.
Seit der Inbetriebnahme 1982 gab es
immer wieder Bestrebungen von
Touristikern und Lokalpolitikern,
den 307 Meter langen Damm nicht
nur ein- oder zweimal im Jahr bei bestimmten Anlässen betreten zu dürfen. 2013 nun wurden 100.000 Euro
investiert, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Das
Geländer wurde erhöht, die Abstände der Stäbe verringert, damit auch
Kinder das Bauwerk gefahrlos passieren können. Die Stadtverwaltung
unterstützte die Bemühungen zum
Beispiel mit 40 neuen Wanderschildern, bereichert der nun mögliche
Weg doch das touristische Gesamtangebot entscheidend, wie Bürger-
Anfang Oktober 2014 wurde die Dammkrone von Sachsens größter Trinkwassertalsperre in Eibenstock für Spaziergänger freigegeben. FOTO: EBERHARD MÄDLER
Hier ist Betreten erlaubt
Öffentlich begehbar sind bisher die
Mauerkronen der Talsperren Werda,
Muldenberg, Carlsfeld, Eibenstock,
Cranzahl, Neunzehnhain II, Rauschenbach, Saidenbach, Lichtenberg, Klingenberg, der Speicher Radeburg II sowie der Obere Großhartmannsdorfer
Teich, der Obersaidaer Teich und der
Große Galgenteich. Bei Sachsens
Brauchwassertalsperren gibt es so
gut wie keine Einschränkungen.
Ungeachtet der touristischen Nutzung steht aber die Sicherheit der Anlagen und der Gewässerschutz im
Vordergrund. Bei allen Staumauern
und Dämmen handelt es sich um wasserwirtschaftliche Anlagen, an denen
auch Wartungs- und Instandsetzungsaufgaben auszuführen sind. Zeitweise
Einschränkungen sind daher möglich,
ebenso sind witterungsbedingte Sperrungen nicht ausgeschlossen. (gt)
Sosa in Planung, Einsiedel nicht
Für die Talsperren Einsiedel bei
Chemnitz und Neunzehnhain I bei
Marienberg gibt es solche Pläne
auch für die Zukunft nicht, sagte
Sprecherin Britta Andreas. „Das Gelände steigt auf einer Seite so steil
an, dass es dort keine Wege gibt. Eine
Öffnung der Mauerkrone ist deshalb
nicht geplant. Stattdessen wurden
Aussichtspunkte eingerichtet, von
denen sich ein Blick auf Staumauer
und Wasserfläche bietet.“ Auch an
den Talsperren Dröda im Vogtland
und Stollberg sei der öffentliche Zugang nicht geplant, weil am anderen
Ende der Staumauer kein Wanderweg anschließe, sondern der Weg in
einer Sackgasse enden würde. Bauliche Veränderungen wären daher
nicht zu rechtfertigen.
Etwas anders stellt sich die Lage
an der Talsperre Sosa bei Aue dar.
Der Damm darf bisher zwei- bis dreimal im Jahr bei bestimmten Festen
oder Sportereignissen überquert
werden. Für eine dauerhafte Öffnung müssten bauliche Vorkehrungen am Geländer getroffen werden.
Derzeit laufen Planungen für die Sanierung der ab 1949 gebauten Mauer, deren Krone danach ebenfalls für
jedermann freigegeben werden soll.
Einen genauen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Für Wanderer
würden sich dann völlig neue Rundwege eröffnen.
Größter Kirchenneubau ist fast fertig
Die neue Leipziger
Propsteikirche wird im
Mai 2015 geweiht. Die
Katholiken rücken damit
ins Zentrum der Stadt.
LEIPZIG — Der größte Kirchenneubau Ostdeutschlands, die neue
Propsteikirche in Leipzig, steht kurz
vor der Fertigstellung. Das katholische Gotteshaus solle am 9. Mai
2015 geweiht werden, sagte Pfarrer
Gregor Giele. Die Bauarbeiten lägen
im Zeitplan. Derzeit laufe der Innenausbau – Parkett und Steinfußboden
würden verlegt, die Maler seien
schon weitgehend fertig. Unsicher
sei lediglich, ob ein 22 mal 3 Meter
großes, künstlerisch gestaltetes
Fenster mit Bibelzitaten rechtzeitig
zum Einweihungsgottesdienst fertig werde. Eigentlich hatte die Kirche schon im Herbst 2014 fertig sein
sollen. Probleme beim Bau führten
aber zu dem halben Jahr Verspätung.
Die neue katholische Kirche direkt am Leipziger Innenstadtring
wird den Planungen zufolge rund
15 Millionen Euro kosten, eventuell
auch noch etwas mehr, wie Giele
sagte. Sie gilt damit als größter Neubau einer Kirche im Osten seit dem
Mauerfall. Der Bau war nötig geworden, weil die alte Kirche zu DDR-Zeiten auf instabilem Baugrund errichtet worden war.
Was mit der alten Propsteikirche
geschehen soll, ist derzeit noch offen. „Wir wollen jetzt Anfang des
Jahres die verschiedenen Ideen prüfen“, sagte Giele. Denkbar seien ein
Abriss des maroden Gebäudes, eine
Nachnutzung oder eine Parzellierung des Grundstückes, um darauf
Wohnhäuser zu errichten. Sicher sei
nur, dass die Gemeinde das Grundstück verkaufen werde. Auf jeden
Fall werde die Kirche auch profaniert, also entweiht.
Die Propsteigemeinde zählt nach
Angaben des Pfarrers derzeit 4700
Mitglieder. Wie andere Gemeinden
in den ostdeutschen Großstädten
wachse sie. Es gebe mehr Taufen als
Austritte und Sterbefälle. 1995 habe
die Propsteigemeinde lediglich 1900
Mitglieder gehabt. (dpa)
Crystal:
Mehr Kinder
aus Familien
genommen
Jugendämter mussten
wegen Drogenmissbrauchs
verstärkt einschreiten
LEIPZIG — In einigen Regionen Sachsens werden zunehmend Kleinkinder wegen des Crystal-Missbrauchs
der Eltern aus ihren Familien genommen. Das ist ein Ergebnis einer
Umfrage zu sogenannten Inobhutnahmen im Jahr 2014. Im Landkreis
Meißen etwa stieg die Zahl dieser
Maßnahmen bis Mitte Dezember
auf 108, während es im Vorjahr
85 waren. Auch im Landkreis Leipzig waren es bis Mitte Dezember
88 nach 70 im gesamten vergangenen Jahr. Dagegen war die Tendenz
in den Kreisen Görlitz, Mittelsachsen und Zwickau leicht rückläufig.
Wie die Leiterin des Allgemeinen
Sozialen Dienstes des Landratsamtes Meißen, Dagmar Güldner, berichtete, mussten vermehrt Kleinstkinder in Obhut genommen werden, weil deren Eltern die hochgradig süchtig machende Droge Crystal
konsumierten und deshalb ihre Kinder vernachlässigten.
Einen Anstieg der Fallzahl meldete auch die Stadt Leipzig, wo bereits
in den ersten sechs Monaten des gerade abgelaufenen Jahres 624 Kinder
außerhalb ihrer Familien untergebracht wurden. Im Vorjahr waren es
im gleichen Zeitraum 582. In fast
Dreiviertel der Fälle habe es sich um
Kinder gehandelt, deren Familien einer Risikogruppe angehörten. Dazu
gehörten Suchtprobleme, aber auch
familiäre Gewalt.
Im Erzgebirgskreis wurden bis
zum 30. November 53 Kinder und
Jugendliche in Obhut genommen,
im gesamten Vorjahr waren es 49.
Hauptgrund
der
„vorläufigen
Schutzmaßnahmen“ sei die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils, hieß es. „Die dort bestehenden
Strukturen sind so dauerbelastet,
dass kein geregelter Tagesablauf und
keine ausreichenden Wohnbedingungen für die Kinder vorliegen.“
Der Dresdner Jugendamtsleiter
Claus Lippmann berichtete, dass in
der Landeshauptstadt im ersten
Halbjahr 2014 in 248 Fällen eine Inobhutnahme erforderlich geworden
sei. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 243. Überforderung
der Eltern, aber auch Drogenmissbrauch, Misshandlung oder sexueller Missbrauch seien ausschlaggebend gewesen. In Chemnitz wurden
2013 insgesamt 426 Kinder vom
Kinder- und Jugendnotdienst und in
Bereitschaftspflegestellen betreut.
2014 waren bis Juni 209. Auch hier
dominierten Fälle von Vernachlässigung durch die Eltern. (dpa)
REAKTION AUF INTERVIEW
Linke-Chef beklagt
rechte Anbiederung
DRESDEN — Der Fraktionsvorsitzen-
de der Linken im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt (Foto), hat
seinem CDU-Amtskollegen Frank
Kupfer einen Schulterschluss mit
dem rechten Rand
vorgeworfen. Nach
dem Interview des
CDU-Fraktionschefs mit der „Freien Presse“ beklagte
Gebhardt eine Anbiederung an Pegida und die AfD.
„Für die CDU steht der Feind immer
links“, schrieb er als Reaktion auf die
Äußerungen Kupfers, der Verständnis für Pegida geäußert und die Demokratiefähigkeit der Linken in Frage gestellt hatte. Kupfer setze gerade
in Sachsen mit seiner NSU-Vergangenheit falsche Prioritäten, erklärte
Gebhardt und empfahl, sich ein Beispiel an der CDU-Parteikollegin
Christine Lieberknecht in Thüringen zu nehmen. Sie zeige, dass entschiedenes Eintreten gegen Rechts
unter Demokraten nicht an Parteigrenzen Halt machen sollte. (oha)
FOTO: UWE MANN/ARCHIV
NACHRICHTEN
SACHSEN
Nahezu hüllenlos präsentierte sich die künftige Propsteikirche kurz vor
Weihnachten am Innenstadtring in Leipzig.
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
ZEITGESCHEHEN
Montag, 5. Januar 2015
Freie Presse
3
Flirt in the City
Lovoo ist mit über 20 Millionen Nutzern eine der
beliebtesten Flirt-Apps.
Angefangen hat alles im
Dresdner Kinderzimmer
von Bejamin Bak.
VON ANDREA SCHAWE
DRESDEN — Der Durchbruch kam
mit Sat 1. Der Privatsender berichtete in seinen Hauptnachrichten über
das Flirt-Programm fürs Smartphone, die App Lovoo. Über Nacht
wird das Programm zum Massenprodukt.
Diesen Tag wird in der Firma
wohl niemand vergessen. Die Technik ist nicht bereit für diesen Ansturm, die Server brechen wegen der
vielen Zugriffe zusammen, nichts
geht mehr. „Wir saßen die ganze
Nacht zusammen im Büro und haben gearbeitet, damit alles wieder
läuft“, sagt Benjamin Bak, einer der
Gründer der Lovoo GmbH. Der 27Jährige leitet die Firma zusammen
mit seinem Bruder und fünf Freunden. Hauptsitz: Dresden.
„Eigentlich ist es
erstaunlich, dass es
so funktioniert hat.
Wir waren drei
Leute, hatten keinerlei Kapital und
auch nicht wirklich
viel Ahnung vom
Internet.“
Benjamin Bak Chef von Lovoo
Heute, drei Jahre später, sind die Zugriffszahlen kein Problem mehr.
20,8 Millionen Leute nutzen Lovoo,
und jede Minute werden es mehr,
nach Angaben des Unternehmens
täglich etwa 44.000. In nur einem
Jahr hat sich die Anzahl verdoppelt.
Das Prinzip ist einfach: Dem Nutzer
werden Fotos von anderen Flirtwilligen angezeigt. Die Singles – im
Durchschnitt 25 Jahre alt und mehrheitlich Männer – gehen aber nicht
irgendwo in der weiten Welt des Internets auf die Suche nach der
Traumfrau oder dem Traummann.
Ein Radar zeigt an, welche potenziellen Partner gerade in der Nähe sind,
also an der Bushaltestelle gegenüber, in der Fußgängerzone oder in
der Disko, in der man selbst gerade
feiert. Bei gegenseitigem Gefallen
können Nachrichten oder virtuelle
Küsschen verschickt werden. Die
Kennenlern-App bewegt sich zwischen schnellem Sex und Partnervermittlung.
Kurz nach dem Platzen der „New
Economy“-Blase Anfang der 2000erJahre: Weltweit gehen Internetunternehmen pleite, noch niemand
hat irgendetwas von Facebook gehört. In Dresden programmieren
drei Jugendliche eine Webseite,
stundenlang, Tag und Nacht. Benjamin Bak ist 16 und lernt am HansErlwein-Gymnasium, sein Bruder
Björn und der Freund David Wolter
sind 20. Eigentlich haben sie keine
Ahnung vom Programmieren; alles,
was sie wissen müssen, suchen sie
sich im Internet zusammen. Learning by Doing nennt man das. „Wir
haben uns in meinem Kinderzimmer getroffen“, sagt Benjamin Bak.
Später zogen die drei Jungs zusammen in eine WG. 2003 geht „dampfer.net“ an den Start, ein soziales
Netzwerk für Dresden und Umgebung. Der Traum: „Wir wollten davon leben können, ein eigenes Portal
zu haben.“
Heute ist Benjamin Bak CEO – also Chief Executive Officer, Vorstandsvorsitzender und einer von
drei Geschäftsführern der Lovoo
GmbH. Schwarzes Hemd, Jeans,
Turnschuhe, Bak sieht nicht aus wie
der Chef. Auch nicht wie die sächsische Version von Facebook-Gründer
Mark Zuckerberg, die ComputerNerds sind andere. Bak wirkt wie jemand, der eine Idee zu einem Geschäft machen kann. Er sitzt entspannt in einem Stuhl im Konferenzraum des Hauptsitzes auf der
Prager Straße in Dresden. Die Büroräume mit dem dunklen Parkettfußboden, den bodentiefen Fenstern
und den riesigen Schwarz-Weiß-Fotografien von schönen Menschen in
den Zwanzigern an der Wand haben
irgendwann die WG ersetzt. „Eigentlich ist es erstaunlich, dass es so
funktioniert hat“, sagt Bak mit einem Grinsen. „Wir waren drei Leute,
hatten keinerlei Kapital und auch
nicht wirklich viel Ahnung vom Internet.“
Den Eingangsbereich dominiert
eine lilafarbene Wand. Darauf steht
in Großbuchstaben „Lovoo“. Der Legende nach kamen die Dresdner auf
den Namen durch ein Youtube-Video, in dem ein Husky die Worte „I
love you“ jault. Nein, in dem Büro
sieht es nicht aus wie in der EuropaZentrale von Facebook. Eine Boulevardzeitung hatte das geschrieben.
„Das ist nur erfunden“, sagt Benjamin Bak. Er weiß, wovon er redet, er
war in dem Dubliner Facebook-Büro
und im kalifornischen Silicon Valley und versteht den Vergleich mit
dem US-Riesen durchaus als Kompliment. „Aber die kochen auch nur
mit Wasser.“
Gerade hat Bak einen neuen Be-
Dating-Service – das hat Potenzial.
Ein Radar, mit dem man Leute in der
direkten Umgebung findet – das
wird was Großes. Die Drei suchen
sich Unterstützung im Bekanntenkreis, zusammen mit fünf anderen –
darunter ein Marketing-Profi und
mehrere Programmierer – gründen
sie eine Firma, mit 25.000 Euro Eigenkapital. Ihnen gehört das Unternehmen heute noch komplett, sie
haben leitende Positionen bei Lovoo, sind gut befreundet und fahren
alle drei Monate zusammen in den
Urlaub. Alle sind Gäste auf Björns
Hochzeit im August.
„Wir haben einfach losgelegt.“
Dann geht alles ganz schnell. Von
Anfang an finanziert sich die Firma
über Werbung und kostenpflichtige
Zusatzdienste. Wer den vollen Umfang will, muss als Premium-Mitglied zwölf Euro im Monat überweisen. Monatlicher Umsatz heute: „ein
einstelliger Millionenbetrag“, konkreter will Bak nicht werden. Im Februar eröffnet in Berlin ein zweites
Büro: 20 Mitarbeiter kümmern sich
um das internationale Geschäft. Lovoo soll ein weltweites Unternehmen für soziale Netzwerke werden.
Das Klischee stimmt: Jungs in Kapuzenpullis sitzen an Tischen in der
Gemeinschaftsküche zusammen,
löffeln Müsli oder besprechen über
belegten Brötchen Geschäftliches.
Hier wird jeden Morgen ein Frühstücksbuffet für die Mitarbeiter aufgebaut. Für ihr Wohlergehen werden extra sogenannte Feel-Good-Manager eingestellt. Die besorgen auch
mal einen Kuchen für eine Geburtstagsparty. Benjamin Bak nennt das
den „amerikanischen Weg“: Die Hierarchien sind flach, alle duzen sich,
die Firma funktioniert auf Augenhöhe. Das Motto: Alles ausprobieren,
lieber schnelle Schritte gehen, auch
Fehler machen, die eingestehen und
lernen. „So eine Einstellung braucht
es, um im Onlinegeschäft erfolgreich zu sein“, sagt Bak überzeugt. So
eine Einstellung machte Facebook,
Twitter und Google zu millionenschweren Konzernen.
Einfach war das nicht immer. Es
gab die Probleme mit den Servern,
das Unternehmen wuchs schneller,
als die Gründer das finanzieren
konnten. Und einen Rechtsstreit mit
einem Radiosender, die App musste
den Namen ändern. Aus „Kiss2Go“,
wie das Programm ursprünglich
hieß, wurde Lovoo. „Das ist natürlich der Super-Gau, wenn man etwas Neues auf den Markt bringt und
dann den Namen verliert.“
Lovoo ist nicht unumstritten.
Das Premiummodell empfinden
viele als ungerecht. Frauen bekommen fast alles umsonst, Männer
müssen zahlen. Viele Nutzer beschweren sich über gefälschte Profile, wittern Abzocke und Betrug. „Wir
hätten uns nie träumen lassen, welche kriminelle Energie in diesem
Geschäft herrscht“, sagt Benjamin
Bak. Gegen sogenannte Fake-Profile
kämpft Lovoo nicht allein, vor allem
Datingportale, aber auch Twitter,
Facebook und Instagram haben damit Probleme. Ganz abschaffen könne man das nicht. „Manche Profile
werden auch als gefälscht gemeldet,
obwohl sie echt sind. Die Leute können wohl nicht glauben, dass es so
schöne Menschen gibt.“
Geschadet hat das dem Unternehmen nicht. „Wir haben so alles
von der Pieke auf gelernt“, sagt Bak.
Software entwickeln, Datenmengen
verwalten, Serverkapazitäten, Businesspläne, Kundenservice. Wie baut
man eine Firma auf? Wie managt
man ein Team? Erfahrungen haben
die Gründer schon mit „dampfer.net“ gesammelt. „Das ist heute
ein großer Vorteil.“ Es mache keinen
Unterschied, ob man nun 100.000
oder 20 Millionen Nutzer hat. Der
Schritt von zehn auf 100.000 ist
schwieriger. „Genauso wie der von
drei auf 20 Mitarbeiter.“ (sz)
das viele Geld haben. Details der Beratungen drangen trotz einer verhängten Nachrichtensperre an die
Öffentlichkeit, was den Druck auf
die AKP erhöhte: Einige Abgeordnete fragen sich, was sie ihren Wählern erzählen sollen, wenn die ExMinister ungeschoren davonkommen. Spätestens im Juni stehen Parlamentswahlen an. Laut Medienberichten ist in der AKP im Gespräch,
mindestens einen Ex-Minister vor
Gericht zu stellen, um nicht den Eindruck einer Partei zu vermitteln, die
korrupte Politiker schützt.
Erdogan dringt laut Presseberichten aber darauf, alle früheren Minister freizusprechen. Schließlich würde eine Anklage durch das Parlament seine These, wonach die Korruptionsvorwürfe haltlos und Teil
eines finsteren Komplotts gegen die
Regierung sind, in sich zusammenbrechen lassen. Wegen der Meinungsverschiedenheiten zwischen
der AKP-Führung und den Abgeordneten wurde die Abstimmung im
Ausschuss von Ende Dezember auf
diesen Montag verschoben.
Jetzt steht die Stunde der Wahrheit an. Der Ausschussvorsitzende
Köylü wies laut Medienberichten
die Unschuldsbeteuerungen von
zwei Ex-Ministern als unglaubwürdig zurück und deutete an, dass Vermögenswerte der Betroffenen konfisziert werden könnten. Der Ausschuss fasst heute eine Entschlussempfehlung an das Parlamentsplenum. Dort fällen die Abgeordneten
in den kommenden Wochen die
endgültige Entscheidung über ein
Verfahren gegen die vier Ex-Minister vor dem Verfassungsgericht.
Oppositionszeitungen berichten,
Erdogan mache persönlich Druck
auf die Ausschussmitglieder, um einen Freispruch der Politiker zu erreichen. Doch zumindest einige Abgeordnete können es sich leisten, nur
nach ihrem Gewissen zu entscheiden. So scheidet Ausschuss-Chef
Köylü nach drei Legislaturperioden
im Sommer aus dem Parlament aus
– er muss Erdogan keinen Gefallen
mehr tun.
Benjamin Bak sitzt bei Lovoo im Chefsessel – zwar nicht in diesem grauen Lehnstuhl, der steht in der Gemeinschaftsküche der Dresdner Firma. Der 27-Jährige hat das Unternehmen 2011 zusammen mit seinem Bruder und sechs FreunFOTO: RONALD BONSS
den gegründet.
werber verabschiedet, einen jungen
Mann aus Armenien. „I‘ll talk to you
later, man“, verabschiedet er sich lässig mit Handschlag, wir hören uns
später, Mann. „Wir suchen ständig
neue Leute, vor allem Software-Entwickler.“ Der Laden boomt. Bei Lovoo arbeiten mittlerweile 120 Leute,
noch vor einem Jahr waren es 30.
Der Altersdurchschnitt liegt bei Ende 20, der Älteste ist Geschäftsführer
Alexander Friede, 36.
Die Hälfte der Mitarbeiter entwickelt die Software. „Wir sind ein
Technologieunternehmen, das ist
unsere Stärke.“ Die Lovoo GmbH ist
keine Partnervermittlung. „Wir freuen uns natürlich, wenn es funktioniert.“ Manche Pärchen schreiben,
um sich zu bedanken. Ob Bak auch
selbst mit der App flirtet, verrät er
nicht. Lieber erzählt er amüsiert,
dass auch einer der Gründer seine
Freundin so kennengelernt hat. „Er
ist für die Entwicklung der iPhoneVersion zuständig, und die muss er
natürlich testen.“
Wenn der 27-Jährige über Zukunft spricht, lehnt er sich leicht zurück, seine Augen leuchten, es sieht
aus, als würde er jeden Moment aufspringen vor Elan. „Die Entwicklung im Onlinegeschäft ist rasant.“
Zufrieden ist Bak noch nicht, auch
als erfolgreich würde er sich nicht
beschreiben. „Ich mag den Drive eines Start-ups“, sagt er. „Das wollen
wir uns erhalten“, dieses Gefühl, jeden Moment könnte einer die zündende Idee haben.
Eine Idee wie Lovoo. Bis 2009 ist
das soziale Netzwerk „dampfer.net“
aktiv, bis Facebook aus den USA
nach Europa schwappt. Die Brüder
Bak und David Wolter konzentrieren sich nun auf Apps. Nebenbei
fangen sie an zu studieren. Benjamin Bak schreibt sich für Betriebswirtschaftslehre an der HTW Dresden ein, bricht das Studium aber ab.
„Uns war klar, dass das auch anders
funktioniert. Wir wollten etwas Eigenes.“ Ein fürs Handy optimierter,
unkomplizierter, unverbindlicher
Stunde der Wahrheit in Ankara
Das türkische Parlament
entscheidet darüber, ob es
einen Korruptionsprozess
gegen Erdogans Ex-Minister geben wird.
VON THOMAS SEIBERT
ISTANBUL — Gut ein Jahr nach Be-
kanntwerden der Korruptionsvorwürfe gegen einige Minister der türkischen Regierung rückt das Thema
erneut in den Mittelpunkt des Interesses. Heute entscheidet ein Untersuchungsausschuss des Parlaments
in Ankara darüber, ob die vier wegen
der Vorwürfe zurückgetretenen Minister vor Gericht gestellt werden
sollen. In der Regierungspartei AKP
regt sich Widerstand gegen den
Wunsch von Präsident Recep Tayyip
Erdogan, die Politiker von allen Vorwürfen freizusprechen.
Hakki Köylü ist in seiner bisherigen politischen Karriere in der AKP
nicht als Revoluzzer aufgefallen. Der
frühere Anwalt und Staatsanwalt
sitzt seit dem Regierungsantritt der
Erdogan-Partei vor zwölf Jahren als
Hinterbänkler im Parlament. Doch
jetzt fällt dem 64-jährigen eine
Schlüsselrolle in der hochbrisanten
Angelegenheit zu. Köylü ist Vorsitzender des Untersuchungsausschusses, der sich in den vergangenen Monaten die Korruptionsvorwürfe gegen die Ex-Minister angesehen hat
und jetzt über einen Prozess gegen
die Politiker entscheiden muss. Erdogan kann nicht sicher sein, dass
der Parteisoldat Köylü tut, was er
von ihm erwartet: Köylü nimmt seine Aufgabe als Ermittler ernst und
besteht auf dem Recht des Ausschusses, die vier Ex-Minister und ihre
Vermögensverhältnisse genau unter
die Lupe zu nehmen.
Ex-Wirtschaftsminister
Zafer
Caglayan, der frühere EU-Minister
Egemen Bagis, der ehemalige Innenminister Muammer Güler und ExBauminister Erdogan Bayraktar waren Ende 2013 von Istanbuler Staats-
In den nächsten Wochen muss das türkische Parlament entscheiden, ob vier
Minister der Erdogan-Regierung wegen Korruption vor Gericht gestellt werden sollen.
FOTO: KAYHAN OZER/DPA
anwälten im Zusammenhang mit
Korruptionsermittlungen genannt
worden. Erdogan ließ die damaligen
Staatsanwälte und viele an dem Fall
beteiligte Polizisten feuern, anschließend stellte die auf Linie gebrachte Justiz die Ermittlungen ein.
Im Parlament von Ankara aber
gingen die Nachforschungen weiter.
Die AKP hat im Untersuchungsaus-
schuss mit neun von 15 Mitgliedern
zwar die Mehrheit, doch auch in der
Regierungspartei macht sich Unmut
angesichts des Verhaltens der beschuldigten Ex-Minister breit. Gutachter sprachen im Ausschuss von
erheblichen Vermögenszuwächsen
bei drei der vier Politiker, doch die
Betroffenen wollten oder konnten
nicht so recht erklären, woher sie
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 5. Januar 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Ausstieg keine
Option
Ramelow will
sich verteidigen
MIRJAM MOLL
ÜBER GRIECHENLAND
OHNE DEN EURO
Strafverfahren: Thüringens Ministerpräsident bittet um Aufhebung seiner Immunität
FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA
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Wie weiter mit Pegida?
Heute endet die Weihnachtspause
derer, die sich selbst als „das Volk“
verstehen, anderen aber als „Mischpoke“ und „Schande für Deutschland“ gelten. Das Kräftemessen wird
weitergehen, wer wohl mehr Demonstranten auf die Straße bringt.
Bald kommt dann der 13. Februar,
Jahrestag der Zerstörung Dresdens.
Der wird beide Gruppen herausfordern. Im Twitter der Anti-Pegidisten
klingt das so: „Liebe Alliierte, es wäre mal wieder soweit!“
Solch verblasene Töne im Ohr,
sollte man sich konstruktive Gedanken darüber machen, wie es weitergehen kann. Wenn am Ende dem
Gemeinwohl gedient sein soll, werden Pegidisten und Antipegidisten,
Journalisten und Politiker ihren Teil
beitragen müssen. Und es wird sich
zeigen, wem es eher ums Rechthaben als ums Gemeinwohl geht. Der
Part von Journalisten, Gegendemonstranten und Politikern ist dabei der wohl leichtere.
Journalisten müssten einräumen, dass sie anfangs nicht genau
genug hingesehen, eine Art „Rudeljournalismus“ betrieben und sich
vereinzelt zu Pegida-Leuten fies verhalten haben. Gegendemonstranten
könnten einsehen, dass sie es nicht
mit den üblichen Neonazis zu tun
haben, und dass polemische Sprechchöre keineswegs das bestmögliche
Werbemittel für humanitäre Weltoffenheit sind. Und von Politikern
wäre es nicht zu viel verlangt, bei
Diskussionen über Einwanderungsund Integrationspolitik vor allem
zur Sache zu reden, statt sich in ideologischen Unterstellungen zu ergehen. Im Übrigen dürften alle begreifen, dass ein Begriff wie „Latenznazi“
dasselbe
Argumentationsmuster
verwendet wie einst die Rede vom
„objektiven Feind“ der eigenen
„Klasse“ oder „Rasse“.
Schwieriger sind die Herausforderungen für Pegida selbst. Dort
kommt ja keine Horde von Nazis zusammen, sondern ein Querschnitt
aus den einfacheren, vom Leben
nicht unbedingt verwöhnten Kreisen des Volkes. Im Ruf „Wir sind das
Volk!“ tut sich eine Spaltung auf
zwischen ihnen und jenen „besseren Kreisen“, denen aufgrund schöner Lebenslagen viele Sorgen des
Volks auf der Straße fremd sind –
und die, so hat man oft den Eindruck, sich „den anderen“ ethisch
turmhoch überlegen fühlen. Das
aber tun inzwischen viele Pegidisten
auch.
Deutlich wurde das am Montag
vor Weihnachten bei der Rede eines
Deutschfranzosen aus Leipzig. Nur
angeblich würden wir in einem
Rechtsstaat und in einer Demokratie leben. Das Grundgesetz wäre eine bloße Ersatzverfassung, die Presse gleichgeschaltet. Der Bundespräsident sei ein Gaukler, der nach
Kriegseinsätzen der Bundeswehr rufe, die Kanzlerin eine Stasi-Zuträgerin. Den „Leuten in diesem System“
müsse man alles zutrauen, zumal sie
EINSPRUCH: RECHTHABEREI IST ZU WENIG
Einspruch – Standpunkte zum Streiten. Unter diesem
Motto veröffentlicht die „Freie Presse“ heute ein
Statement des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner J. Patzelt, der Pegida Führungsversagen vorwirft.
„Wir sind das Volk“ sagen die Pegida-Anhänger. Politikwissenschaftler
FOTO: KAY NIETFELD/DPA
Patzelt fragt: Und was will das Volk?
selbst durch Bombenkriege im
Dienst kapitalistischer Interessen
viele Leute in den Tod beziehungsweise als Flüchtlinge nach Deutschland trieben. Heftiger Beifall begleitete diese Rede, und am Ende rief
mindestens einer sehr laut „Zugabe!“. Leise bat Pegida-Gründer Lutz
Bachmann, „die etwas harte Wortwahl unseres französischen Freundes“ zu entschuldigen.
„Wer Tausende um
sich versammelt,
der hat dann auch
Pflichten –
insbesondere die
zum Antworten
auf Fragen.
Verantwortung
nennt man das.“
Sollten wir? Volksverhetzung im
Sinn des Strafgesetzbuches ist derlei
zwar nicht, Volksaufhetzung aber
schon. Sie war auch erfolgreich, wie
nicht wenige Kommentare im Netz
zeigen: „Der Franzose hat dermaßen
in die Kerbe des Firmaments geschlagen, dass man meinte, der
Mond würde gleich aus dem Himmel purzeln, die Sterne auf die Erde
fallen und die Sonne anderentags im
Westen aufgehen! Absolute Spitzenklasse! Dem Franzosen wohnt die
wahre deutsche Seele inne!“ Also
mag an solchem Wesen einmal
mehr die Welt genesen, oder wenigstens Deutschlands Präsident und politische Klasse – etwa so: „Die Bundes-Larve hat sich wohl schon ausgekotzt. … Das ist doch ein Lumpenpack, das seinem eigenen Volk ständig in den Arsch tritt. Dieser lächerliche alte Sack hat noch nicht begriffen, dass sein Volk ihn noch viel
mehr verachtet als er es mit uns
tut ...“ Das sind wahrhaft tolle Früchte dieses Abends.
Aus der Warte von Pegida-Gegnern entlarvt sich da etwas. Aus der
Warte von Pegida-Anhängern, etwa
des folgenden Blog-Kommentators,
läuft da hingegen manches schief:
Wer „sich solch einer Krawallrhetorik bedient …, bedient die Radikalen
und schreckt die Moderaten eher ab,
die sich möglicherweise vor den
Kopf gestoßen fühlen und fürchten,
in etwas hineingezogen zu werden,
was sie nicht wollen. Marketingtechnisch im Sinne von Pegida war
der Auftritt meiner Meinung nach
eine mittelschwere Katastrophe. Er
lieferte genau die Schlagzeilen, die
Pegida nicht braucht und nicht haben will. Auf die Art und Weise wird
die Ausbreitung der Pegida-Idee eher
gebremst und neue Anhänger eher
abgeschreckt.“ Deshalb ist es wohl
an der Zeit, dass die Pegida-Organisatoren sich nicht mehr aufs Einladen,
Bühne aufbauen und Moderieren
beschränken. Wer nämlich Tausende um sich versammelt, der hat
dann auch Pflichten – insbesondere
die zum Antworten auf Fragen. Verantwortung nennt man das.
Unbedingt muss eine Antwort
auf die Frage geben werden, warum
wer bei einer Pegida-Demonstration
in welcher Weise reden darf. Es
muss beantwortet werden, wofür
man die Demonstranten überhaupt
zusammenruft – außer zum mittlerweile gelungenen Nachweis, dass
sich da ein Teil des Volkes zur Bekundung von Interessen versammelt, die man respektiert sehen
möchte.
Doch was genau wird in dieser
Lage von „den Politikern“ gefordert –
außer, dass sie „hinsehen und hinhören“ sollen? Und wie meint man,
dass „die Medien“ über das tatsächlich Gemeinte und Geforderte zutreffend berichten könnten, wenn
man sogar gutwilligen Journalisten
gut überlegte, sachlich fundierte
und in einladender Sprache formulierte Aussagen verweigert? Hofft
man wohl, allein durch eine – immer wieder nachbereinigte – Facebook-Seite jenen kommunikativen
Druck aufbauen zu können, der
wirklich etwas veränderte? Oder findet Pegida seine Erfüllung im trotzigen Gemeinschaftserlebnis?
Jedenfalls war es Führungsversagen, dass die Pegida-Organisatoren
ihre „19 Punkte“ nie den Demonstranten für Beifall oder Buhs vorgelegt haben. Denn nun wissen wir
zwar, dass ihr „Positionspapier“ die
Zustimmung eines Großteils der
Deutschen finden könnte, doch wir
haben keine Ahnung, welche dieser
Punkte auch den Pegida-Demonstranten gefallen. Und deshalb wissen wir immer noch nicht, wer sie
wirklich sind – außer einem Teil des
Volkes, der sich von den etablierten
Parteien und Politikern nicht mehr
vertreten fühlt. Also ist es an der
Zeit, dass Bachmann & Co. sich um
ein durch Demonstrantenbeifall legitimiertes Mandat für Gespräche
mit gewählten Politikern bemühen
und konkrete Forderungen formulieren, die den Protest von der Straße
in Schubkraft für konstruktive Politik umsetzen. Vielleicht lässt derlei
Pegida zerbrechen. Andernfalls aber
wird Pegida ohnehin auseinanderlaufen – und nichts bleibend Gutes
bewirkt haben.
Werner J. Patzelt
Der 1953 in Passau geborene
Politikwissenschaftler ist Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden und hat
dort den Lehrstuhl
für Politische Systeme und Systemvergleich seit 1991 inne. Patzelt studierte
in München, Straßburg und Ann Arbor
(USA) Politikwissenschaft, Soziologie
und Geschichte und
hat an der Uni Passau promoviert, wo
er sich auch zum Thema „Abgeordnete und Repräsentation“ habilitierte.
Patzelt ist verheiratet und Vater zweier Kinder. (ali)
FOTO: KARLHEINZ SCHINDLER/DPA
IMPRESSUM
KARIKATUR: TOMICEK
„Licht aus! Spott an...!“
melows Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten gemeldet hatten,
stuft der Linke das Verfahren als „politisches Störmanöver“ ein. Es gehe
„um eine dezidiert politisch motivierte Verfolgung eines Menschen,
der sich gegen rechtsradikale und
geschichtsleugnende Thesen“ gewandt habe, hieß es. Ramelow betonte, er sei 2010 „als Vermittler für
die polizeilichen Einsatzkräfte“ und
nicht als Blockierer vor Ort gewesen.
Mit der Forderung zur Aufhebung
seiner Immunität kommt Ramelow
dem Gericht entgegen. Bereits Anfang Dezember hatte das Amtsgericht die Aufhebung der Immunität
beantragt. (epd)
Rebellion in
der AfD: Mit
oder ohne
Lucke?
Bundesvorstand werfen
Parteichef Führungsstil
nach Gutsherrenart vor
VON ANNE-BEATRICE CLASMANN
BERLIN — Das Schreiben, das kurz
nach den Feiertagen bei AfD-Chef
Bernd Lucke eingeht, ist zwar im
Ton höflich, aber in der Sache knallhart. Die Absender, darunter mehrere Mitglieder des Bundesvorstandes,
beschweren sich darin über seinen
Führungsstil „nach Gutsherrenart“.
Und über Luckes angeblichen Versuch, Funktionsträger der Partei „auf
Linie zu bringen“. Er, Lucke, solle
sich künftig bitte nur zur Euro-Rettungspolitik äußern – und andere
Themen wie Zuwanderung, den Ukraine-Konflikt oder die Angst vor
der „Islamisierung“ Deutschlands
denen überlassen, die dafür besser
geeignet seien.
Wer Lucke (52) kennt, weiß, dass
er sich diese Maßregelung nicht gefallen lassen wird. Damit ist der
Machtkampf noch vor dem Parteitag Ende Januar in
Bremen eskaliert.
Hintergrund des
Protestbriefs: Lucke
will auf dem Parteitag eine neue Satzung durchsetzen,
die seine Führungsrolle zementieren
würde: Künftig soll es einen Parteivorsitzenden, mehrere Stellvertreter
und einen hauptamtlichen Generalsekretär geben.
Wer nach dem Parteitag als Sieger vom Platz geht, ist offen. Fest
steht aber: In Bremen entscheidet
sich, ob die AfD dauerhaft einen
Platz in der deutschen Parteienlandschaft finden wird. Oder ob der erst
2013 gegründeten Partei eine Austrittswelle droht, von der sie sich
womöglich nie mehr erholen wird.
Sollten die Mitglieder die von Lucke favorisierte Führungsstruktur
ablehnen, ist zu erwarten, dass er bei
der Wahl des neuen Bundesvorstandes Anfang April nicht mehr kandidiert. Dann hätte die AfD ein Problem. Denn Lucke ist das Aushängeschild der jungen Partei. „Wenn das
passieren sollte, dann werde ich die
AfD verlassen“, ist ein Satz, den man
im Unterbau der Partei jetzt oft zu
hören bekommt. Das wissen auch
die „Rebellen“, die Lucke nun vor einem von diesem geplanten Treffen
mit den Kreisvorsitzenden am 18. Januar in Frankfurt (Main) um ein klärendes Gespräch gebeten haben.
Doch was passiert, wenn Lucke jetzt
im Zorn das Handtuch wirft? Vor allem liberale Mitglieder befürchten,
dass die AfD ohne ihn nach rechts
abdriften könnte. (dpa)
FOTO: WOLFGANG KUMM/DPA
D
ie Eurozone ist eine Schicksalsgemeinschaft. Doch
statt sich auf die Solidarität
innerhalb der Union zu besinnen,
sollen ungeliebte Kinder aus dem
Nest gestoßen werden. Die Aussage
Angela Merkels, man könne inzwischen auch gut ohne Griechenland
in der Gemeinschaftswährung auskommen, ist gefährlich. In einer
Zeit, in der neben „Brexit“, dem
Schlagwort für den möglichen Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, auch in anderen
Ländern der EU die Stimmen der Nationalisten in lauter werden, steht
längst viel mehr auf dem Spiel als
die Standfestigkeit der Eurozone im
Falle eines griechischen Austritts.
Mit der Schaffung des ESM und
der Bankenunion hat die Union
zwar ein finanzielles Sicherheitsnetz. Doch vor Auswirkungen eines
Ausstiegs der Hellenen ist die Eurozone keineswegs gefeit. Jean-Claude
Junckers Investitionspaket muss Erfolg haben, soll die Wirtschaft der
Union endlich wieder in Schwung
kommen. Investoren sollen angelockt, nicht durch eine Verkleinerung der Eurozone abgeschreckt
werden.
Aber schon jetzt spielt sich der
aufstrebende Linkspopulist Alexis
Tsipras, der das griechische Bündnis
Syriza anführt, als „Vorreiter“ in Europa auf. Als glühendes Beispiel,
dem bald andere in Europa folgen
sollen. Weg vom harschen Sparkurs,
hin zum Schuldenerlass. Darauf
wird sich die europäische Gemeinschaft kaum einlassen.
Ohne Hilfen aus Europa und vom
Internationalen Währungsfonds ist
Athen schon jetzt nicht in der Lage,
seine Schulden für aufgenommene
Kredite ohne Unterstützung aus Europa zu bezahlen. Das würde mit einer Rückkehr zur Drachme und deren resultierenden Abwertung für
die Griechen noch teurer werden.
Im Umkehrschluss wüchse die Abhängigkeit von Europa.
Ein Ausstieg oder gar Ausschluss
Griechenlands aus der Eurozone
kann und darf daher keine Lösung
sein – zumal beides die Union in eine schwierige Rechtsdiskussion
bringen würde: Denn das ist im Lissabonvertrag nicht vorgesehen. Lediglich der Austritt aus der gesamten EU. Das aber wäre ein fataler
Schritt, der die Gemeinschaft in ihre
schlimmste Identitätskrise stürzen
könnte. Mit Folgen, die die der Wirtschafts- und Finanzkrise bei weitem
überstiegen.
Thüringens Ministerpräsident Bodo
Ramelow (Linke) hat um die Aufhebung seiner Immunität gebeten, um
sich vor Gericht verteidigen zu können. Nach Angaben des „Spiegels“
betonte Ramelow in einem Schreiben an den Erfurter Landtagspräsidenten Christian Carius (CDU), nur
so könne die „völlig inakzeptable
Strafverfolgung beendet werden“.
Hintergrund ist ein Verfahren am
Dresdner Amtsgericht, in dem Ramelow vorgeworfen wird, er habe
am 13. Februar 2010 einen Aufmarsch der rechtslastigen Jungen
Landsmannschaft Ostdeutschland
blockiert. Weil die Dresdner Richter
sich im Dezember zwei Tage vor Ra-
POLITIK
Montag, 5. Januar 2015
NACHRICHTEN
HÄUSLICHE GEWALT
CDU-Politiker von
Freundin angezeigt
BERLIN — Eine inzwischen zurückge-
zogene Anzeige wegen häuslicher
Gewalt hat dem CDU-Politiker Patrick Sensburg (43)
Schlagzeilen eingebracht. Angezeigt
haben soll ihn seine damalige Freundin, wie die „Bild
am Sonntag“ berichtete. Sensburg
selbst
schilderte
der Zeitung den Streit, der Anlass für
die Anzeige gewesen sein soll. „Ich
habe sie an den Armen gepackt. Sie
hat sich gewehrt. Ich habe sie aus
der Wohnung geschmissen“, sagte
der Politiker, der Chef des NSA-Untersuchungsausschusses ist. (dpa)
GEGENMASSNAHME
Israel hält Geld der
Palästinenser zurück
JERUSALEM — Nach dem palästinen-
sischen Beitrittsantrag zum internationalen Strafgerichtshof hat Israel
Gegenmaßnahmen eingeleitet. Israel wolle eine halbe Milliarde Schekel (106 Millionen Euro) an Steuern
und Zöllen einbehalten, die den Palästinensern zustehen, berichteten
israelische Medien gestern. Israel erwäge auch Klagen in den USA gegen
palästinensische Repräsentanten.
Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat verurteilte das
Vorgehen Israels als „Piraterie“. (dpa)
Freie Presse
5
Drohkulissen vor Wahl in Griechenland
Der Euro ohne Griechenland? Für die Bundesregierung scheint das von einem Schreckensszenario
zu einer echten Option geworden zu sein.
VON TAKIS TSAFOS UND
MICHAEL FISCHER
BERLIN/ATHEN — Die Diskussion über
einen Austritt Griechenlands aus
der Eurozone ist so alt wie die Krise
in dem südeuropäischen Land.
Auch Sympathiebekundungen aus
der Bundesregierung für eine solche
Option sind nichts Neues. Schon
2012 konstatierte der damalige
FDP-Wirtschaftsminister Philipp
Rösler: „Für mich hat ein Austritt
Griechenlands längst seinen Schrecken verloren.“
Ähnliche öffentliche Äußerungen gab es später immer wieder
auch von Unions-Politikern – aber
nie von Bundeskanzlerin Angela
Merkel. Das wird sich auch vor den
Neuwahlen am 25. Januar nicht ändern. Öffentlich werden weder die
CDU-Chefin noch Finanzminister
Wolfgang Schäuble (CDU) über einen Euro-Ausstieg Griechenlands –
auch „Grexit“ genannt – spekulieren. Inzwischen scheinen aber beide
bereit, ein solches Szenario zu akzeptieren, falls eine von einem
Linksbündnis geführte Regierung in
Griechenland den Sparkurs kippt.
Alexis Tsipras, Chef der linken Oppositionspartei Syriza, will den Sparkurs
und die Finanzkontrolle durch die EU beenden.
FOTO: ORESTIS PANAGIOTOU/DPA
Die Bundesregierung scheint sich an
der öffentlichen Diskussion nicht
zu stören – oder sie als Warnsignal
Richtung Athen sogar zu wollen.
Verglichen mit der Situation vor
zwei Jahren, als Rösler mit seiner Äußerung noch für einen Aufschrei
sorgte, sind die Bedingungen für einen Ausstieg Griechenlands aus
dem Euro heute andere. Die Eurozone hat sich stabilisiert. Der Europäische
Stabilitäts-Mechanismus
(ESM) kann Staaten im Notfall mit
bis zu 500 Milliarden Euro beispringen. Und neben Griechenland gibt
es heute keine weiteren Sorgenkinder mehr, auf die die Krise überspringen könnte. Trotzdem ist die
Diskussion über „Grexit“ riskant. In
Griechenland ist die Nervosität
schon jetzt groß, die Leute haben
Angst um ihr Geld. Bereits im Dezember haben die Griechen 2,5 Milliarden Euro von den Banken abgehoben – 500 Millionen mehr als im
gleichen Monat des Vorjahres.
Der mit harten Bandagen geführte Wahlkampf zwischen dem konservativen Regierungschef Antonis
Samaras und dem Chef der linken
Oppositionspartei Syriza, Alexis Tsipras, vergrößert die Unsicherheit.
Tsipras liegt in den Umfragen vorne.
Er sieht in „Grexit“ ein Schreckgespenst seiner Gegner zur Wählerverunsicherung. Samaras wirft Tsipras
vor, eine Rückkehr zur alten Währung, der Drachme, provozieren zu
wollen.
Dass sich jetzt auch noch die
Deutschen wieder einmal einzumischen scheinen, könnte zumindest bei einem großen Teil der Griechen zu einer Trotzreaktion führen.
Mehr als die Hälfte von ihnen leidet
schwer unter dem Sparkurs. Jeder
Vierte ist ohne Job. Ganze Familien
leben von der Rente der Oma. Ärzte
und andere hochqualifizierte Menschen wandern aus. „Mit dem „Grexit“ kann man nur einem Teil der
Wählerschaft drohen“, sagt Giorgos
Tagaris, ein Arzt aus der Hafenstadt
Patras. Die anderen stecken tief im
Treibsand der Armut. An diesen
Menschen gingen die Warnungen
vorbei.
Die Diskussion ist für Merkel
auch innenpolitisch nicht ohne Risiko. Der erste Applaus dafür kam
erwartungsgemäß
ausgerechnet
von der AfD, die sich in ihrer eurokritischen Politik bestätigt fühlt.
„Ich begrüße die späte Einsicht von
Frau Merkel und Schäuble, dass ein
Austritt Griechenlands aus dem Euro verkraftbar wäre“, sagte der Chef
der eurokritischen Alternative für
Deutschland, Bernd Lucke. (dpa)
EINEN LEITARTIKEL zu diesem Thema lesen Sie auf Seite 4.
Neue Parteienlandschaft
Drei Wochen vor den Parlamentswahlen in Griechenland formiert sich
das politische System neu. Die traditionsreiche sozialistische Partei Pasok
ist seit Samstag gespalten: Der ehemalige Regierungschef Giorgos Papandreou hat die Pasok verlassen
und die „Bewegung der Demokraten
(und) Sozialisten“ (KIDISO) gegründet. Papandreous neue Partei tritt
auch bei der Wahl am 25. Januar an.
„Wir werden Geschichte schreiben“, sagte der 62-jährige Papandreou. Die Anhänger aber, die Papandreou zujubelten, waren in ihrer Mehrheit alte Genossen, darunter auch Minister der Pasok-Regierungen, die
zum Teil für die Vetternwirtschaft in
Griechenland verantwortlich sind. Papandreou spaltet damit die historische Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), die sein Vater Andreas Papandreou 1974 gegründet hatte.
Pasok hatte Griechenland mehr als
20 Jahre lang regiert.
Die Konservativen unter Regierungschef Antonis Samaras reiben
sich bereits die Hände: Papandreou
zielt auch auf die Stimmen ehemaliger Pasok-Wähler, die zur Linkspartei
Syriza abgewandert waren. Diese
führt in allen Umfragen mit drei bis
vier Prozentpunkten das Rennen vor
den Konservativen. Wenn Papandreou
es gelingt, ein bis zwei Prozentpunkte
von den Linken abzuwerben, würde
dies Samaras Wahlaussichten durchaus verbessern. (dpa)
A N ZE I G E
Kirchenneubau in Türkei
Erste Genehmigung für Christen seit Staatsgründung
ISTANBUL — Erstmals seit Gründung
der Türkischen Republik im Jahre
1923 soll wieder eine christliche Kirche im Land gebaut werden. Die Entscheidung dazu habe Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem
Treffen mit Religionsvertretern in
Istanbul bekanntgegeben, berichtete am Wochenende die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu.
Die Kirche der christlich-syrischen
Minderheit werde auf städtischem
Gelände im Istanbuler Stadtteil Yesilköy entstehen. Regierungsangaben zufolge soll der Bau aus Stiftungsmitteln finanziert werden.
Derzeit leben nur noch knapp
100.000 Christen in der Türkei
Kirchen und westliche Politiker
beklagten in den vergangenen Jahren immer wieder die Unterdrückung der christlichen Minderheit
in der Türkei und warfen Präsident
Recep Tayyip Erdogan vor, eine Islamisierung des Landes anzustreben.
Zuletzt hatte Papst Franziskus bei
seiner Türkeireise im Herbst für eine
Vertiefung des Dialogs der Religionen und Kulturen geworben. Offiziellen Statistiken zufolge sind fast 99
Prozent der türkischen Bevölkerung
Muslime. (dpa/epd))
Libyen: Erbitterte
Kämpfe um Öllager
Raketen, Luftschläge, Entführungen – der Bürgerkrieg wird immer brutaler.
Während Milizen erneut
um das Öllager Al-Sidra
kämpfen, werden andernorts Christen verschleppt.
TRIPOLIS — Die seit Wochen andauernden Kämpfe um die wichtigsten
Ölhäfen Libyens eskalieren. Allein
seit Samstag seien bei Gefechten um
das Öllager Al-Sidra neun Menschen
getötet und 50 weitere verletzt worden, berichtete gestern das libysche
Nachrichtenportal „Al-Wasat“. Islamistische Milizionäre griffen wiederholt das von nationalistischen
Kräften gehaltene Gelände im Osten
Libyens an. Erst vor drei Tagen hatte
die Feuerwehr einen von einer Granate ausgelösten Großbrand im dortigen Öl-Depot gelöscht.
Nach Angaben von „Al-Wasat“
hatten Kampfflugzeuge der vom
ehemaligen General Chalifa Haftar
befehligten Einheiten den Angriff
der Islamisten abgewehrt. Zuvor
hätten die Milizionäre eine Rakete
auf den Eingang des Al-Sidra-Exportterminals abgefeuert und zwei
Wachleute getötet. Gestern hätten
Haftars Kampfflugzeuge zudem bereits zum dritten Mal Ziele in der
westlichen Hafenstadt Misrata angegriffen, aus der große islamistische Milizen stammen. Nach Angaben der Islamisten gab es keine
Schäden. Bei einem Angriff am
Samstag seien zwei Menschen verletzt worden.
Libyens bewaffnete Gruppen
sind aus den Revolutionsbrigaden
hervorgegangen, die 2011 den Aufstand gegen den Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi bestimmten. Jetzt bekämpfen sie sich gegenseitig. Es gibt in Libyen zwei Parlamente und zwei Regierungen. Die
international anerkannte Regierung
tagt im ostlibyschen Tobruk, eine
von Islamisten dominierte Gegenregierung in der Hauptstadt Tripolis.
Ägyptens
Außenministerium
ging unterdessen Berichten über eine Entführung von 13 Ägyptern in
der libyschen Stadt Sirte nach. Es
werde mit Stammesführern verhandelt, hieß es aus Kairo. Laut der
Nachrichtenseite „Libya Herald“ soll
es sich bei den Verschwundenen um
koptische Christen handeln. In den
vergangenen Tagen seien in Sirte bereits eine dreiköpfige koptische Familie ermordet und drei weitere
Kopten entführt worden. Hinter den
Taten sollen Anhänger islamistischer Milizen stecken. (dpa)
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6 Freie Presse
NACHRICHTEN
WIRTSCHAFT
Montag, 5. Januar 2015
IG Metall droht mit ersten Warnstreiks
BÖRSENWOCHE
Neues Jahr
und alte Sorgen
ARBEITSMARKT
Mindestlohn führt
zu Jobverlusten
VON KLAUS DIETER OEHLER
NÜRNBERG — Volkswirte gehen für
2015 nur von einer verhaltenen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus. Zwar rechnen die
Fachleute mit einem etwas kräftigeren Wirtschaftswachstum als 2014.
Auf dem Arbeitsmarkt werde dieser
Konjunkturschub aber kaum ankommen, prognostizierten die Ökonomen deutscher Großbanken. Im
Jahresschnitt 2015 rechnen sie mit
2,90 bis 2,94 Millionen Arbeitslosen,
was einer Stagnation oder sogar einem leichten Anstieg der Erwerbslosigkeit zu 2014 gleichkäme. Sie begründen das mit der Mindestlohnregelung. Diese führe in einigen Regionen zu Arbeitsplatzverlusten. (dpa)
G
FERNBUSS E
Megabus will in
Deutschland starten
BERLIN — Nach dem Ausstieg des
ADAC aus dem deutschen Fernbusmarkt hat sich mit Megabus ein neuer Wettbewerber angekündigt. Die
Tochter des schottischen Verkehrskonzerns Stagecoach erwägt, mit eigenen Doppeldeckerbussen in das
Geschäft einzusteigen. Das sagte
Megabus-Chef Edward Hodgson.
„Wir betreiben größere Busse, die
unsere Betriebskosten pro Passagier
senken.“ So könnten die Fahrkarten
günstiger angeboten werden. Mit einem Umsatz von umgerechnet
3,6 Milliarden Euro gehört Stagecoach zu den Schwergewichten im europäischen Personenverkehr. (dpa)
SIEMENS
100 Millionen Euro
weniger Reisekosten
FRANKFURT (MAIN) — Siemens setzt
Berichten zufolge den Rotstift bei
Dienstreisen an. Extrem kurzfristig
dürften künftig nur noch Mitarbeitergruppen wie Techniker oder Ingenieure buchen, die im Notfall
schnell vor Ort sein müssten. Bahnfahrten oder Flüge zu lange geplanten Einsätzen sollten so früh wie
möglich gebucht werden, um günstige Tarife nutzen zu können. Der
Konzern mit seinen 340.000 Mitarbeitern weltweit wolle dadurch spätestens von 2016 an bis zu einhundert Millionen Euro jährlich einsparen. (dpa)
FINANZWIRTSCHAFT
Deutsche Bank setzt
auf Superreiche
BERLIN — Die Deutsche Bank sieht
große Chancen, im Geschäft mit
sehr reichen Kunden hierzulande
weiter zu wachsen. Das von der
Bank in Deutschland verwaltete
Vermögen sei seit 2009 jährlich um
zwölf Prozent gestiegen und damit
deutlich stärker als der hiesige Gesamtmarkt mit drei bis vier Prozent,
sagte der neue Spartenchef Joachim
Häger. „Diese Wachstumsdynamik
wird sich eher noch beschleunigen.“
Es gebe „ansehnliche Nettomittelzuflüsse. Im Vermögensmanagement
verwaltet die Bank insgesamt
117,6 Milliarden Euro und ist
damit Marktführer vor der Commerzbank. (dpa)
SMARTPHONE
Chinesische Firma
verdreifacht Absatz
PEKING/NEW YORK — Der chinesische
Smartphone-Aufsteiger Xiaomi hat
im vergangenen Jahr dreimal mehr
Geräte verkauft. Es seien 61,1 Millionen Smartphones verkauft worden,
erklärte Gründer und Chef Lei Jun
am Wochenende. Im Jahr 2013 hatte
Xiaomi 18,3 Millionen Geräte abgesetzt. Der Umsatz habe sich mit 74,3
Milliarden Yuan (knapp 9,98 Mrd
Euro) mehr als verdoppelt. Xiaomi
vertreibt über Internet technische
hochgerüstete Geräte. Das neueste
Modell mit schnellem LTE-Datenfunk und 4,7-Zoll-Display soll
699 Yuan (94 Euro) kosten. (dpa)
Zu Beginn des neuen Jahres steht die Metall- und
Elektroindustrie vor einer harten Tarifauseinandersetzung. Im Januar sind zwei Verhandlungsrunden terminiert. Und es zeichnet sich bereits
ab, dass die Arbeitgeber so schnell nicht auf ei-
nen Einigungskurs kommen. Bis zum 28. Januar
gilt die Friedenspflicht. Die IG Metall geht davon aus, dass im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen unmittelbar im Anschluss die erste Warnstreikwelle gestartet werden könnte. Die Ge-
werkschaft fordert für die über 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche neben 5,5 Prozent mehr
Geld auch eine Neuregelung der Altersteilzeit
und den Einstieg in ein Teilzeitmodell zur WeiFOTO: CHRISTOPH SCHMIDT/DPA
terbildung.
Firmen suchen Alternativen
zum Russland-Export
Der freie Fall des Rubel
und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben 2014 vielen sächsischen Unternehmen die
Bilanz verhagelt. Unterm
Strich steht ein Umsatzminus von 17 Prozent.
VON RAMONA NAGEL
CHEMNITZ — Das Jahr 2014 begann
für die Unternehmen der Region
Chemnitz recht verheißungsvoll:
Die Auftragsbücher waren gut gefüllt, die Stimmung deutlich besser
als noch ein Jahr zuvor und die Erwartungen dementsprechend hoch.
„Die Wirtschaft im Kammerbezirk
ist wieder auf dem Wachstumspfad,
die Prognosen lassen einen breiten
Aufschwung im Jahr 2014 erwarten“, kommentierte im April Franz
Voigt, Präsident der Industrie- und
Handelskammer (IHK) Chemnitz,
die Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2014. Höhere Arbeitskosten
durch den Mindestlohn, die hohen
Energiepreise und Probleme bei der
raschen Besetzung freier Stellen
schienen die größten Sorgen.
Während 2015 die Energiepreise
nach Jahren erstmals wieder sinken,
hat sich das Umfeld für die exportorientierten Firmen jedoch deutlich
eingetrübt. „Durch den freien Fall
des Rubel und die Wirtschaftssanktionen ist der Export nach Russland
regelrecht eingebrochen“, sagte
Christoph Neuberger, IHK-Geschäftsführer Industrie/Außenhandel. Der russische Markt sei eine feste Größe bei den Handelsbeziehungen deutscher Firmen, der Einbruch
„eine Katastrophe“. Die größten Probleme: Die russischen Unternehmen erhalten kaum noch Kredite
von den Banken. Neuberger kann
die Situation recht gut nachvollziehen, denn er hat selbst einige Jahre
in Russland studiert und gearbeitet.
Die sächsischen Firmen hatten von
den traditionellen Handelsbeziehungen, Orts- und Sprachkenntnissen profitiert – ein großer Wettbewerbsvorteil.
Nach Umfragen unter den Firmen summiert sich das Umsatzminus zum Jahresende insgesamt auf
etwa 170 Millionen Euro, das entspricht rund 17 Prozent. Verluste
gibt es auch beim Handel mit der
Ukraine, doch dieser hatte bei weitem nicht den Stellenwert des Russlandgeschäfts. Nach Einschätzung
der IHK ist jedes dritte Unternehmen von den Konflikten um Russ-
land und die Ukraine betroffen. Dazu gehört auch der Hersteller von
Bearbeitungszentren, Niles Simmons. Neben Umsatzeinbußen
muss das rund 400 Mitarbeiter zählende Unternehmen auch Expansionspläne vorerst zurückstellen. „Ein
geplantes Joint Venture liegt auf
Eis“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Hans J. Naumann.
„Neue Märkte zu
erschließen ist
langwierig und
immer ein Wagnis.“
Christoph Neuberger IHK-Geschäftsführer
Er bedauert, dass die Sanktionen in
einer Zeit erlassen wurden, da Russland ein umfangreiches Programm
zur Modernisierung der Industrie
beschlossen und finanzielle Mittel
zur Verfügung gestellt hatte.
„Sanktionen zerstören viele Jahre
der Marktarbeit und schaden damit
der Wirtschaft nachhaltig“, meinte
Naumann. Er befürchtet, dass russische Firmen nun stärker mit chinesischen Partnern kooperieren. Der
russischen Industrie sei gleich,
mit welchen Werkzeugmaschinen
Maschinenbauteile oder Teile der
Rüstungsindustrie bearbeitet werden, solange die notwendigen Toleranzen der Bauteile eingehalten
würden.
Das befürchtet auch die IHK.
„Die Chinesen sind qualitativ nicht
so gut wie deutsche Firmen, aber
deutlich billiger“, meinte Neuberger. Das komme der russischen
Wirtschaft entgegen. „In der Krise
entscheiden die Kosten.“ Mittlerweile hätten hiesige Firmen nicht nur
ihre Gewinnmargen nach unten
korrigiert, sondern auch Investitionen zurückgestellt. Und sie suchen
Alternativen zum Russland-Geschäft.
Große Hoffnungen liegen beispielsweise auf dem US-Markt.
Chancen sieht die IHK zudem in der
Türkei, Südosteuropa, Rumänien
oder Bulgarien. Auch in Teilen Afrikas wächst die Wirtschaft stark. Die
Kammer bietet in diesem Jahr dazu
verstärkt Beratungen und Unternehmer-Reisen an. „Neue Märkte zu
erschließen ist jedoch langwierig
und immer ein Wagnis“, sagte Neuberger.
Der
Russland-Kenner
wünscht sich anstatt der Sanktionen lieber einen sanften Druck auf
die russische Regierung. „Die Modernisierung der Wirtschaft fortzusetzen wäre im Sinne beider Länder.“
Niedrige Zinsen und kein Ende in Sicht
2015 könnten die Renditen
noch weiter sinken. Die
Sparer halten trotzdem
weiter an den bewährten
Anlageformen fest.
VON DANIEL RADEMACHER
BERLIN — Die Sparer in Deutschland
müssen sich nach Einschätzung von
Finanzaufsichtschefin Elke König
noch länger mit den historisch niedrigen Zinsen begnügen. „Ein Ende
ist nicht absehbar“, sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).
Sie habe schon vor zwei Jahren
gewarnt, dass die niedrigen Zinsen
nicht von kurzer Dauer sein würden. „Daran hat sich nichts geändert“, fügte König hinzu. Auch Kun-
den von Lebensversicherungen bekämen das sehr niedrige Zinsniveau
weiter zu spüren. „Die Kunden müssen sich sicherlich 2015 auf gleichbleibende oder sinkende Renditen
einstellen.“
Im Kampf gegen die Konjunkturschwäche hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf ein
Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt.
Zudem kassiert sie von Geschäftsbanken derzeit 0,2 Prozent Zinsen,
wenn diese über Nacht Geld bei ihr
bunkern. Damit soll die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen
Elke König
Bafin-Chefin
FOTO: DANIEL NAUPOLD/DPA
in Gang gesetzt werden, die vor allem in Südeuropa seit langem stottert und damit das Wirtschaftswachstum bremst. Die Kehrseite:
Viele Sparformen werfen wegen des
Dauertiefs an der Zinsfront mickrige
Zinsen ab, die noch unterhalb der
Inflation liegen. Real verlieren Sparer also Geld.
Manche Profi-Anleger müssen
sich sogar schon an den Begriff „Minus-Zinsen“ gewöhnen, nachdem
erste Banken institutionellen Großkunden Strafzinsen für besonders
hohe Einlagen angekündigt hatten.
Verbraucherschützer rechneten zuletzt aber nicht mit Strafzinsen für
geringere Guthaben. Bausparkassen, die zuletzt mit der Kündigung
gut verzinster Altverträge Aufsehen
erregt hatten, leiden nach Einschätzung der Bafin-Chefin gleichermaßen unter der aktuellen Situation.
„Das ist kein Geheimnis.“
Mit Blick auf solche Kündigungen sagte sie aber: „Von Abzocke
kann keine Rede sein. Bei diesen
Kündigungen geht es um Kunden,
die ihren Bausparvertrag seit längerem nicht zum Kauf oder Bau eines
Hauses nutzen, indem sie ihre Bauspardarlehen abrufen, sondern zum
Sparen.“
Auch die Sparer erwarten in absehbarer Zeit keine Trendwende.
Das belegt eine Umfrage des Vermögensverwalters repräsentative Umfrage von Goldman Sachs Asset Management. Trotzdem parken die
meisten ihr Geld weiter auf Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld.
Sie ziehen diese vermeintliche Sicherheit der als riskanter empfundenen Anlage in Aktien und Fonds vor.
Damit entscheidet sich die Mehrheit
der Deutschen lieber für einen sicheren Verlust als für einen unsicheren Gewinn. (dpa)
riechenland, Russland, der
Ölpreis und die drohende
Deflation, das sind die Themen, die die Anleger auch in den ersten Handelswochen am meisten beschäftigen werden. Als erstes könnte es Neuigkeiten von der Preisfront
geben. Schon am Mittwoch wird das
europäische Statistikamt die Dezemberdaten für die Teuerungsrate
im Euroraum veröffentlichen. Der
Chefvolkswirt der Commerzbank,
Jörg Krämer, rechnet damit, dass die
Gesamtbilanz negativ ausfällt. Das
könnte vor allem denjenigen in der
Europäischen Zentralbank (EZB) Rückenwind geben, die wie ihr Chef
Mario Draghi mit weiteren Milliardenspritzen die Konjunktur in den
Euroländern ankurbeln und damit
die Teuerungsrate anheben möchten. Der Rückgang ist aber fast ausschließlich auf die gesunkenen Ölpreise zurückzuführen, die Kernrate
sei vermutlich sogar gestiegen,
meint Krämer. Noch mehr billiges
Geld wäre gut für die Aktienanlage –
irgendwo muss die riesige Liquidität
ja hinfließen. Auf dem Konto wollen
die institutionellen Investoren ihr
Geld nicht liegen lassen, dafür müssen sie oft Strafzins zahlen.
Möglich ist auch, dass einige Investoren ihr Kapital schon jetzt gen
Westen lenken. Während die politischen Turbulenzen in Griechenland
ein Wiederaufflammen der EuroKrise befürchten lassen, ist die Stimmung in den USA derzeit so gut wie
lange nicht mehr. Und zudem könnten sich am Mittwoch auch noch
weitere Anzeichen dafür ergeben,
wann die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben wird, denn dann werden die Protokolle der jüngsten Sitzung veröffentlicht. Und wie es um
die US-Konjunktur bestellt ist, werden die Arbeitsmarktzahlen zeigen,
die am Freitag veröffentlicht werden. Zwei Tage zuvor liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur
ADP bereits Hinweise auf die offiziellen Daten.
In New York warten die Anleger
darauf, dass die Technologiebörse
Nasdaq ähnlich wie zuletzt der
Dow-Jones oder S&P-500 auf Rekordjagd gehen wird. Den bisherigen Höchststand gab es im März
2000 mit 5132,52 Punkten. Am letzten Handelstag 2014 schloss der
Nasdaq bei 4736 Stellen. Um ein Rekordniveau zu rechtfertigen, müssten die Firmen nun entsprechende
Geschäftszahlen vorlegen. Das
könnte möglich sein, denn vor allem bei den Biotechwerten wird eine Trendwende erwartet – diese Unternehmen hatten im abgelaufenen
Jahr kräftige Kursverluste verzeichnet. Eine besondere Rolle bei der
Entwicklung des Technologiesektors wird Apple spielen. Experten
bezweifeln, dass das wertvollste börsennotierte US-Unternehmen nach
sechs Jahren mit Kursgewinnen in
Folge weiter zulegen wird.
HANDELSABKOMMEN
Viele Spezialitäten
auf dem Prüfstand
BERLIN — Mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der
EU und den USA könnten nach Ansicht von Bundesagrarminister
Christian Schmidt (CSU) auf Hersteller auch Änderungen beim
Schutz regionaler Spezialitäten zukommen. „Wenn wir die Chancen
eines freien Handels mit dem riesigen amerikanischen Markt nutzen
wollen, können wir nicht mehr jede
Wurst und jeden Käse als Spezialität
schützen“, sagte Schmidt. Er halte
die geltenden EU-Regeln für regionale Lebensmittel für „sehr bürokratisch“. Die EU schütze auch solche
Spezialitäten, „deren Grundstoffe
längst nicht mehr nur in ihren Heimatregionen hergestellt werden“.
Darüber habe sich der US-Handelsbeauftragte Michael Froman anlässlich eines Treffens in Washington
beschwert, so Schmidt. (dpa)
KULTUR
Montag, 5. Januar 2015
NACHRICHTEN
RAUBKUNST
Freie Presse
Euphorie und Perfektion
Über riskante
Siege und
die Zwänge
der Freiheit
Sachsen gab rund
5500 Werke zurück
DRESDEN — Die Staatlichen Kunst-
sammlungen Dresden (SKD) haben
in den vergangenen Jahren mehr als
5500 Stücke aus ihren Museen an
die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Dazu gehören nach
Angaben von Generaldirektor Hartwig Fischer etwa 410 Objekte der sogenannten NS-Raubkunst, die an
zehn Familien restituiert wurden.
Auch gut 5100 Werke aus dem Komplex des DDR-Unrechts gingen nach
genauer Prüfung an die früheren Eigentümer. Der Freistaat finanziert
seit 2008 das Provenienzforschungsprojekt „Daphne“, um Herkunft und
Geschichte der SKD-Bestände zu
analysieren. Laut Fischer sind diese
nun etwa zur Hälfte überprüft. (dpa)
Ulrich Beck, einer der
bekanntesten deutschen
Soziologen, ist tot
VON BERNWARD LOHEIDE
MÜNCHEN — Als 1986 in Tschernobyl
LUCAS CRANACH II
Große Schau
zum Lebenswerk
WITTENBERG — Die Künstlerfamilie
Cranach prägte mit ihren Werken
das Bild von Luther und der Reformation. Zum 500. Geburtstag von
Lucas Cranach dem Jüngeren (15151586) soll in Wittenberg eine große
Ausstellung Leben und Schaffen des
Malers beleuchten. Unter dem Titel
„Entdeckung eines Meisters“ werden vom 26. Juni bis zum 1. November mehr als 150 Exponate gezeigt,
so Stefan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Es sei die erste große
Ausstellung überhaupt, die sich ausschließlich Lucas Cranach dem Jüngeren widme. Für die Ausstellung
auf rund 800 Quadratmetern, bei der
auch hochwertige Leihgaben aus
dem Ausland zu sehen sein werden,
samt Vorbereitung und Marketing
stehen 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. (dpa)
PJ HARVEY
Plattenaufnahmen
als Kunstinstallation
LONDON — Die Sängerin PJ Harvey
will ihr neuntes Album als Teil einer
Kunstinstallation öffentlich aufnehmen. Wie die britische Tageszeitung
„Guardian“ berichtet, will die bekannte Alternativ-Künstlerin dazu
vom 16. Januar bis 14. Februar in einem eigens eingerichteten, verglasten Studio arbeiten, das für alle Menschen einsehbar sein soll. Das „Recording In Progess“-Projekt soll eine
veränderliche, mehrdimensionale
Klangskulptur sein. „Ich will ein eine Plattenaufnahme, als wären es eine Ausstellung in einer Galerie“, so
die Musikerin, die erneut mit den
Produzenten Flood und John Parrish
zusammenarbeiten will. Zuschauer
sollen für eine 45-minütigen Blick
etwa 15 Pfund zahlen. (tim)
„Stomp“ ist eine furiose Rhythmus-Anekdoten-Sammlung mit höchstem Unterhaltungswert.
Eine Neuauflage der Erfolgs-Show „Stomp“ lockte
am Wochenende Fans aus
ganz Mitteldeutschland in
die Stadthalle Chemnitz.
VON SEBASTIAN STEGER
CHEMNITZ — Starke
internationale
Musik-Shows, bemerkenswert gute
zumal, sieht man in Sachsen vor allem in Leipzig oder Dresden. Eher
selten verirren sie sich nach Chemnitz – da ist es also bemerkenswert,
wenn unter den sechs Tour-Stationen der Neuauflage von „Stomp“ in
Deutschland die hiesige Stadthalle
als Anlaufstelle für den ganzen mitteldeutschen Raum dient: Ob die
Wahl für die britische Show auf das
„sächsische Manchester“ wegen seines industriellen Flairs fiel? Jedenfalls mussten von Freitag bis gestern
gleich vier Durchläufe gespielt werden, um den Besucherandrang von
nah und fern bedienen zu können:
Die Trommel-Show wurde stets mit
frenetischem Beifall beklatscht.
Dabei ist das „Stomp“-Prinzip
schon über zwei Jahrzehnte alt: Die
Protagonisten trommeln auf allem
herum, was nicht niet- und nagelfest
ist und machen dabei aus Alltagsgegenständen Schlagzeugteile: Waschtrommeln, Gummireifen, Verkehrsschilder, Streichholzschachteln oder
Töpfe: Phänomenal, wie dabei das
Stück ganz ohne weitere Worte, Töne oder Melodien auskommt und
bis zum Schluss nur mit diesem
skurrilen
Percussion-Elementen
brillant und spannend zu unterhalten weiß.
Nicht mal eine Story gibt es: Stattdessen entwickeln sich aus gespielten Alltagssituationen rhythmische
Kurzgeschichten. Eine Putzkolonne
etwa fegt anfangs nur die Straße,
verwandelt sich dann aber in eine
Horde wild klopfender, tanzender
und stampfender Duracell-Hasen.
Es entsteht ein unwiderstehlicher
Rhythmus voller Synkopen, Taktund Tempiwechsel, sodass man alle
paar Sekunden neu ins Rätseln
kommt, aus welchem Lied man nur
diesen Beat kennt.
Technik zaubert Sound-Erlebnis
Das ist vor allem witzig – unter den
acht muskulösen Stompern muss es
also auch einen Deppen geben, der
von den anderen gepiesackt wird,
stets viel zu kleine Instrumente abbekommt und mit vielen Slapstick-
Elementen Lacher produziert. Doch
die Stimmung kann auch ins Gegenteil umschlagen: Im Dschungelrhythmus werden packende Stabkämpfe inszeniert, die in frappierender Takt-Genauigkeit Augen- und
Ohrenschmaus miteinander verbinden. Überhaupt scheint der Ideenreichtum schier unerschöpflich. Im
Arztwartezimmer husten, keuchen
und rascheln die Patienten mit dem
Zeitungspapier im Takt (für die Auftritte in Chemnitz hat sich die Crew
natürlich stilecht die „Freie Presse“
besorgt).
Hängen sich die Darsteller in luftigen Höhen an die Seile, schwingen
sie wie Uhrenpendel und lassen ihre
Pfannen und Woks wie Kirchturmglocken erklingen. Der Gipfel der
Synchro-Perfektion: Mit Zippo-Feuerzeugen entstehen bei totaler Dunkelheit klackernde Lauflicht-Kaskaden. Dank einer meisterlicher Mikrofonierung werden dabei auch leise Geräusche stets gut hörbar. Das
Gewirbel mit den profanen Gegenständen wird so zu einem echten
Sounderlebnis hochgezaubert, bei
dem sogar das sanfte Streichen der
Besen, klanglich nahe den Pinseln
am Jazz-Schlagzeug, bis in die letzten Winkel des Saals hörbar wird.
„Stomp“ wurde von Steve McNicho-
FOTO: STEVE MCNICHOLAS/B B PROMOTION
las und Luke Cresswell gegründet,
die schon in den Achtzigern Theaterprojekte und Straßenmusik-Formationen auf die Beine stellten. Etwas später war das ruhmreiche Baby
dann geboren, das es um die ganze
Welt bis hin zum Broadway schaffen sollte: Seit den ersten Shows Anfang der Neunziger in der Küstenstadt Brighton wurde das Format so
beliebt, dass inzwischen weltweit
fünf Ensembles touren.
Im Konzert nicht zu toppen
„Stomp“ war schon in etlichen TVWerbespots zu Gast und mit dem
Kurzfilm „Brooms“ für den Oscar
und die Goldene Palme nominiert.
Doch nichts kann das Live-Erlebnis
toppen: Die wildgewordenen Drummer lassen ihre Fans per sogenannter „Body Percussion“ mitklatschen,
stampfen und schnippen. Bisweilen
scheinen die Rhythmen von den
Profis kinderleicht – entpuppen sich
dann aber als komplexe Triolen-Kaskaden und lassen einen dann an der
eigenen Grobmotorik verzweifeln.
Umso mehr staunt man über den genialen Wahn der Trommel-Freaks,
die in ihrer Einkaufswagen-Choreographie Popmusik-taugliche Beats á
la Timbaland aus den fahrbaren Gestellen herausholen…
Party im Metalcore-Paralleluniversum
Dass das Leben manchmal
auch den bestraft, der zu
früh kommt, davon können
die Crushing Caspars aus
Rostock ein Lied singen.
Und das tat die Rostocker
Band im Erzgebirge mit
sehr großem Vergnügen.
VON DIRK TRAUTMANN
UND TIM HOFMANN
Knapp 200 Fans ließen sich in Annaberg-Buchholz von den Crushing Caspars und ihrem Sänger Jens-Uwe
„Snoopy“ Schnorr die Ohren durchpusten.
FOTO: DIRK TRAUTMANN
7
ANNABERG-BUCHHOLZ — Es gibt Hardcore-Bands – und es gibt die Crushing Caspars. Nun behaupten ja viele
Bands, sich elementar von anderen
Gruppen ihres Genres zu unterscheiden. Doch im Fall dieser Rostocker Fabeltruppe, die nun schon seit
über 15 Jahren die Klubs und Festivals auch der hiesigen Region unsicher macht, trifft das ausnahmsweise mal zu. Nicht nur, weil die Caspars mit Jens-Uwe „Snoopy“ Schnorr
einen Sänger haben, der trotz derben
Gebrülls in den Songs zu verstehen
ist, dazu statt üblicher HarterMann-Posen eigenwillige Grimassen schneidet und einfach sympathisch norddeutsch rüberkommt.
Die Musik ist erst einmal schneller 90er-Hardcore, solide geradeaus
gehämmert – doch neben dem
Knüppel packen die vier Musiker
wenn auch nicht gerade das Florett,
dann doch wenigstens den Säbel
aus. Und der hat es in sich, denn als
die Truppe Ende der 90er an den
Start ging, hatte sie zwar den damals
grassierenden Crossover-Boom sowie die erste derbe Straßen-Hardcore-Welle quasi schon verpasst, dafür aber ihre ostdeutsche Heavy-Metal-Vergangenheit nicht vergessen:
Unter dem Namen Mad Slaughter
hatte ein Teil der Caspers-Besetzung
sich um die Wende an einer Art softem Thrash Metal mit der für die
Metal-Szene der Ex-DDR typischen
traditionellen Melodie-Verliebtheit
versucht, der immerhin einige überregionale Erfolge gebracht hatte. Da
die Gruppe von diesen Wurzeln nie
wirklich loskam, würzte ihren Hardcore-Neustart geschickt auf ganz eigenwillige Weise: In die urbanen
HC-Beton-Grooves, die aus den harten Vierteln von New York heraus
damals die ganze Welt überschwemmte, mixten die Rostocker
stets metallische Gitarrensplitter in
Form markanter Melodien sowie einen gehörigen Schuss Rock‘n‘Roll.
Das bescherten den Crushing Caspars einen sehr eigenen Sound samt
eingefleischter Fans, bremste aber
neben brutaleren und letztlich beliebteren internationalen Größen
wie Born From Pain oder Hatebreed
eine gewisse Massenbegeisterung
in der Szene: Die Obergrenze für den
Metal-Anteils im Hardcore lag eben
maximal auf Slayer-Riff-Level.
Dabei waren die Caspars mit genau dieser Mixtur der Zeit einfach
nur knapp zehn Jahre voraus: Das
Zuviel an ihren griffig-traditionellen
Beimengungen wurde erst Ende der
Nuller salonfähig, und zwar in Form
der jungen Metalcore-Welle, mit der
Bands wie Caliban oder Heaven
Shall Burn dem Hardcore wieder or-
dentliche Gitarren-Manieren im
Sinn von In Flames oder Iron Maiden beibrachten. Allerdings hatten
die Rostocker da längst ein eigenes
„Metalcore-Paralleluniversum“ entwickelt, das neben dem offiziell erfolgreichen wieder eine faszinierende Nische bildete. Samt konstanter
Fanbasis, die der Band regelmäßige
Auftritte bei entsprechenden Festivals auch in Sachsen garantiert.
Die Crushing Caspars kommen
seit zwölf Jahren an jedem 1. Samstag des Jahres ins Erzgebirge. 200 Besucher ließen in der Alten Brauerei
Annaberg Buchholz auch diesmal
wieder den Schweiß von der Decke
tropfen. Die Rostocker stehen für
derbe Party, angetrieben von Hymnen wie dem Agnostic-Front-Cover
„Gotta go“ bis „Viva la Rostock“. Die
Caspars sind auch außerhalb
Deutschlands angesagt, im vergangenen Jahr spielten sie beim Hellfest
in Frankreich, 2015 werden sie beim
Endless Summer Open Air spielen
und zu Hause sind sie mit ihrem
„Ostsee-Hardcore“ für die Hanse-Sail
gebucht.
der Atomreaktor explodierte, stürzte ein technisches Weltbild zusammen. Plötzlich war klar: Wir leben
in einer „Risikogesellschaft“. Das
gleichnamige Buch des Soziologen
Ulrich Beck erschien zur selben Zeit,
wurde zum Bestseller und prägte
den politischen Diskurs der BRD.
Auch der spätere Bundeskanzler
Gerhard Schröder (SPD) holte sich
von Beck Denkanstöße. Und nach
der Reaktorkatastrophe von Fukushima berief Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Vordenker aus München 2011 in die „Ethikkommission
für eine sichere Energieversorgung“.
Jetzt ist Beck im Alter von 70 Jahren
gestorben. Für ihn war klar: Die Zeit
der „ersten Moderne“ mit industrialisierten Nationalstaaten und Wohlstandsversprechen ist vorbei. Die
„zweite Moderne“, in der die Menschen immer individualisierter leben und Unternehmen und Staaten
die Folgen der Globalisierung spüren, ist von unkontrollierbaren Risiken durchzogen. Dabei krankt die
Gesellschaft nicht an ihren Niederlagen, sondern an ihren Siegen: Der
weltweite Terrorismus ist Konsequenz eines Sieges der Moderne. Die
Klimakatastrophe droht, weil die Industrialisierung so erfolgreich war.
Die Massenarbeitslosigkeit folgt aus
den Produktivitätsgewinnen. Die
Alterspyramide sprengt die Sozialsysteme, weil die Medizin die Menschen länger leben lässt.
Ulrich Beck
Soziologe
FOTO: MICHAEL SCHÖRNING/DPA
Mit seinen Themen traf Beck oft
den Nerv der Zeit, „weil seine ganze
Denkungsart an den Lebenserfahrungen für eine gebildete, postmaterialistische Mittelschicht orientiert
war“, wie sein Münchner Kollege
Armin Nassehi in der „Süddeutschen Zeitung“ sagte: „Für dieses
rot-grüne Milieu hat Beck Chiffren
der Selbstbeschreibung geliefert: ein
Leben zu führen, das sich vor allem
an den richtigen Einstellungen und
Motiven bemisst“. So war es auch
mit dem Buch „Das ganz normale
Chaos der Liebe“: Die Leser fanden
sich wieder in den Erfahrungen, denen Beck 1990 mit seiner Frau und
Kollegin Elisabeth Beck-Gernsheim
auf den Grund ging. Dass die Befreiung von alten Werten und Beziehungsmustern zu neuen Zwängen
führt, ist ein soziologischer Befund,
der im Alltag bestätigt wird. 2011
legte das Soziologen-Paar nach und
zeigte in einem Buch, wie die zunehmende Zahl von Fernbeziehungen
als private Realität der Globalisierung zu verstehen ist.
Geboren wurde Beck am 15. Mai
1944 im pommerschen Stolp im
heutigen Polen. Er wuchs in Hannover auf. Als Professor für Soziologie
arbeitete er an den Universitäten
Münster, Bamberg und in München,
wo er 2009 emeritiert wurde. Außerdem lehrte er in Cardiff (Wales),
London und Paris – seine Stimme
wurde international gehört. „Wir
laufen immer gegen dieselbe
Wand“, sagte er zur Rolle seines Heimatlandes. „Wir brauchen ein buntes Deutschland, das auch in der Tradition des deutschen Kosmopolitismus steht.“ Leidenschaftlich warb er
für Europa. Ebenso wie Deutschland
müsse sich auch die Europäische
Union (EU) öffnen. „Mit heruntergelassener Jalousie vor den eigenen
Fenstern geht es nicht“, warnte er.
„Nun muss auch noch die Türkei
kommen. Dann ist auch der Weg für
die islamische Welt geöffnet.“ (dpa)
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 5. Januar 2015
Atempause
KURZ GEMELDET
Suche aufgegeben
LONDON — Zwei Tage nach einem
Schiffsunglück vor der schottischen
Küste haben Rettungskräfte die Suche nach acht vermissten Seeleuten
aufgegeben. Mit Hubschraubern
und einem Flugzeug hatten sie gestern bis zum Einbruch der Dämmerung nach der Besatzung – sieben
Männer aus Polen und ein Philippiner – gesucht. Deren Frachtschiff
war am Freitag bei stürmischem
Wetter gekentert. (dpa)
Zwei Frauen erstochen
LÜNEBURG — In Lüneburg sind ges-
tern zwei Frauen erstochen worden.
Die Polizei fahndet nach dem 31 Jahre alten Ehemann eines der beiden
Opfer. Die Beamten hätten die beiden 32 und 33 Jahre alten Frauen am
Nachmittag mit tödlichen Stichverletzungen in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus vorgefunden. „Anwohner hatten Hilfeschreie
gehört und die Polizei gerufen“, sagte eine Polizeisprecherin. (dpa
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
17, 19, 28, 36, 37, 38
Superzahl: 6
Spiel 77: 0670712
Super 6: 7423 06
Der Feuerwehrchef von South Australia
sprach am Wochenende von den schlimmsten Bränden in der Region seit dem Aschermittwochsfeuer 1983. Damals kamen mehr
als 70 Menschen ums Leben. Die Polizei ermittelt, ob eine Abfallverbrennungsanlage in
einem Privathaus die Buschfeuer in den Ade-
laide Hills ausgelöst haben könnte. Im benachbarten Bundesstaat Victoria beruhigte
sich die Lage gestern, wie ABC News meldete. Feuerwehrmänner aus dem Bundesstaat
machten sich auf dem Weg nach South Australia, um ihre Kollegen dort zu unterstütFOTOS: RUSSELL MILLARD/DAVID MARIUZ/DPA
zen.
Missbrauchsvorwurf gegen Prinz
Euro-Jackpot
Ziehung vom 2. Januar: 16, 29, 38, 42,
48, Eurozahlen: 5, 6
Eine Frau behauptet, sie
sei als Kind zum Sex mit
Andrew, dem Sohn der
Queen, gezwungen worden. Hintergrund sind
dessen Kontakte zu einem
verurteilten Millionär.
Glücksspirale
Endziffer(n): 0: 10 ¤, 45: 20 ¤, 015:
50 ¤, 3439: 500 ¤, 26.716: 5000 ¤,
480.307, 004.585: 100.000 ¤,
8.927.987, 6.810.671: monatliche
Sofortrente von 7500 ¤
Tele-Bingo
Vier Ecken: B2, 3, 4, 8, 9, 13, 14, I17, 19,
20, 21, 22, 25, 26, 29, 30, N32, 34, 39,
G46, 48, 52, 55, 60, O61, 64, 75,
Das Kreuz: I18, N38, 45, G47
Der Rahmen: B10, N31, 33, 35, G57,
O63, 69, 70, 72, Full House: B6, I23, 28,
N36, G51, 56, O68
VON TERESA DAPP
LONDON — „Not amused“ ist sprich-
wörtlich das vernichtendste Urteil,
das der Queen über die Lippen
kommt. Wenn aus dem Buckingham-Palast in London aber Worte
wie „komplett unwahr“ und „entschieden abstreiten“ verbreitet werden, lässt das die Briten aufhorchen.
Palastsprecher haben zweimal deutliche Worte gewählt, um den skandalerprobten Prinzen Andrew zu
verteidigen.
Der Vorwurf: Eine Frau in den
USA sagt, sie sei als Minderjährige
zwischen 1999 und 2002 zum Sex
mit dem Prinzen gezwungen wor-
Keno
Ziehung vom 3. Januar: 3, 7, 9, 17, 25,
26, 27, 32, 33, 36, 39, 49, 50, 53, 56, 59,
60, 64, 66, 69
Zusatzlotterie Plus 5: 35904
Ziehung vom 4. Januar: 2, 3, 6, 9, 10, 11,
13, 14, 18, 22, 26, 29, 38, 42, 44, 50, 52,
55, 61, 64
Zusatzlotterie Plus 5: 53680
Alle Angaben ohne Gewähr
den, in London, New York und auf
einer Insel in der Karibik. Bemerkenswert ist schon, dass der Palast
überhaupt reagiert hat, statt zu hoffen, dass der Sturm vorüberzieht.
Ebenso bemerkenswert ist das Tempo. Nur der „Guardian“ hatte in
Großbritannien über die Gerichtsakten aus Florida berichtet, in denen
der Name des 54-jährigen Andrew
steht. Die Stellungnahme zeigt, dass
Sprengkraft in diesem Fall steckt.
Dabei geht es in den USA eigentlich gar nicht um den Bruder von
Prinz Charles, sondern darum, wie
Staatsanwälte den Fall Jeffrey Epstein gehandhabt haben. Der USMultimillionär war 2008 zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, nachdem ihm mehr als 20 Mädchen
Missbrauch vorgeworfen hatten.
Angeblich soll er sie vielen Reichen,
Mächtigen und Berühmten zugespielt haben – auch, um sie gegebenenfalls damit erpressen zu können.
Der Skandal aus britischer Sicht:
Die Gefängnisstrafe hielt das drittgeborene Kind der Queen nicht davon
ab, seine Freundschaft zu Epstein
weiter zu pflegen. Um die Haftent-
lassung zu feiern, soll Andrew vier
Tage lang bei Epstein in New York
gewesen sein. Dann tauchten auch
noch Bilder von 2001 auf, die den
Prinzen mit dem Spitznamen „randy Andy“ („spitzer Andy“) mit einer
17 Jahre alten „Privatmasseuse“ Epsteins im Arm zeigten – die „Mail on
Sunday“ berichtete gestern , es sei
diese Frau, die die Vorwürfe erhebe.
Prinz Andrew
Herzog von York
FOTO: SWEN PFÖRTNER/DPA/ARCHIV
Dazu kamen andere dubiose
Kontakte und Geschäfte des Prinzen. Seinen Job als Außenhandelsbeauftragter der britischen Regierung
musste der inzwischen „Prinz Peinlich“ getaufte Königinnensohn nach
langem Bohren der Presse aufgeben und sich für die Freundschaft mit
Epstein öffentlich entschuldigen.
Jetzt zahlt Andrew erneut einen
hohen Preis für seine Treue zu dem
zweifelhaften Kumpel. Missbrauch
von Kindern und Jugendlichen ist in
Großbritannien ein besonders heißes Eisen, seit in den vergangenen
Monaten haarsträubende Skandale
in verschiedenen Städten ans Licht
kamen, bei denen Hunderte junge
Mädchen mit Alkohol gefügig gemacht und zum Sex herumgereicht
worden waren. Eine Kommission
prüft, inwiefern hohe politische
Kreise und andere Eliten in sexuellen Missbrauch verstrickt waren.
Beigesprungen ist dem Prinzen
inzwischen ein prominenter US-Anwalt, Juraprofessor und politischer
Kommentator. Alan Dershowitz
wird von der Frau ebenfalls als Täter
genannt, will juristisch gegen sie
vorgehen und empfahl Andrew, sich
„mit aller Kraft“ gegen die „erfundenen Geschichten“ zu wehren. Angeblich kam der Prinz gestern für eine Krisensitzung aus dem Skiurlaub
zurück. Ob erfunden oder nicht:
Dass diese Geschichte jetzt um die
Welt geht, kann dem Image der
Queen und ihrer Familie nach Einschätzung von Experten gewaltigen
Schaden zufügen. (dpa)
LEUTE HEUTE
Jan Fedder (59), Schauspieler, will
bald wieder vor der Kamera stehen.
„Ab Februar geht es wieder los –
Dreharbeiten für
,Großstadtrevier‘,
,Neues aus Büttenwarder‘ und eine
Fortsetzung vom
,Hafenpastor‘“, sagte der Schauspieler
der „Bild am Sonntag“. Nach der
„Doppelklatsche“, wie er eine Krebserkrankung und eine spätere Blutvergiftung nannte, sei alles wieder
„tippitoppi“. Der TV-Star wird am
14. Januar 60 Jahre alt. (dpa)
FOTO: DANIEL REINHARDT/DPA
GEWONNEN?
der Flammen. Temperaturen von 40 Grad
Celsius und starker Wind erschwerten den
Feuerwehrmännern zunächst ihre Arbeit,
doch gestern half ihnen eine Kaltfront. Die
Temperaturen sanken in Adelaide auf rund
31 Grad. Die Brände waren gestern Abend
(Ortszeit) jedoch weiterhin außer Kontrolle.
Lena Dunham (28), US-Schauspielerin und Regisseurin („Girls“), sammelt Fotos ihrer Hautprobleme auf
dem Handy. „Mein
Handy ist voller Bilder von Pusteln
und blauen Flecken – eine einzige
Patientenakte“, sagte Dunham dem
Berliner „Tagesspiegel“. Sie fotografiere ihre Ausschläge,
um sie ihrem Arzt zu schicken: „Da
ich ständig reise, schaffe ich es nie in
seine Praxis.“ (dpa)
FOTO: JUSTIN LANE/DPA
Im Süden Australiens wüten enorme Waldbrände. Vor allem in der Region um die Großstadt Adelaide kämpfen Hunderte Feuerwehrmänner gegen die Flammen. Nur selten
ist ihnen eine kleine Atempause vergönnt.
Bis gestern wurden etwa ein Dutzend Häuser
und mehr als 11.000 Hektar Land ein Raub
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OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 5. Januar 2015
MOMENT MAL
Lichtsignale
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
ANIKA HEBER
03741 408-15153
red.plauen@freiepresse.de
Seite 9
Aufstrebende Firmen füllen die Lücken
Ein Blick in den Rückspiegel meines
„Die Entlohnung ist eins
unserer größten Probleme“
Autos gab mir Rätsel auf. Unablässig
strapazierte der Fahrer des Kleinwagens hinter mir seine Lichthupe.
Während er mir stille Signale sandte, zermarterte ich mir das Gehirn
über den Grund der optischen Kontaktsuche. Kannte ich den Menschen hinter dem Lenkrad? War was
an meinem fahrbaren Untersatz
nicht in Ordnung? Keine Ahnung,
denn an der nächsten Ampel riss der
Kontakt ab. Erst auf der Rückfahrt
kam ich hinter den Sinn der Lichtsignale. Die galten gar nicht mir, sondern dem Gegenverkehr, den der
Fahrer vor einem Blitzer am Straßenrand warnen wollte. (awo)
Helga Lutz hat als
Arbeitsamtsdirektorin in Plauen den
Überblick über die
Sorgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Mit ihr
sprach Lutz Hergert.
Freie Presse: Wie hat sich die Zahl
der sozialversicherungspflichtig
Versicherten im Vogtland seit dem
Jahr 2004 entwickelt?
Helga Lutz: Sie war relativ stabil. Vor
zehn Jahren gab es 78.817 solcher Arbeitsplätze, und zum März 2014 waren es genau 78.018. Zwischendurch
waren es auch mal mehr. Für 2015
rechnen wir etwa mit der gleichen
Zahl wie 2014.“
NACHRICHTEN
SPENDE
Silvesteraktion: 1300
Euro für Brandopfer
ERLBACH — Für einen Erlbacher endete das alte Jahr drei Tage vor der
Silvesterfeier mit einem grauenvollen Ereignis: Sein Haus brannte ab
und ist nicht mehr bewohnbar.
Während er zum Glück unverletzt
blieb, musste sein Bekannter ins
Krankenhaus gebracht werden. Die
Zukunft des Erlbachers ist ungewiss.
Ein wenig gemildert wurde sein
Leid durch eine besondere Aktion.
Beim Straßensilvester auf dem Lindenplatz initiierten die Erlbacher
spontan eine Spendenaktion. Jeder
gab, wozu er in der Lage war, und am
Neujahrsmorgen konnte dem Erlbacher eine Summe von mehr als 1300
Euro übergeben werden. Eine Hilfe
für den Neubeginn und ein Zeichen:
Du bist nicht allein. (eso)
WEC HSE L
CDU Bad Elster
hat jetzt eine Chefin
BAD ELSTER — Die Rechtsanwältin
Christiane Bang ist neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Bad Elster. Die Mitglieder wählten die
Schwiegertochter der früheren
Adorfer Bürgermeisterin Mariechen
Bang (CDU) an die Spitze der örtlichen Christdemokraten. Die 36-jährige Juristin tritt die Nachfolge von
Dierk Häslich (47) an, der den Stadtverband seit 2008 führte. Christiane
Bangs Stellvertreter ist Thomas Röh
(36). Er ist zusammen mit Häslich
und Marco Garcia Gomez Stadtrat
für die CDU in Bad Elster. (hagr)
JAHRESSTART
Kreisschülerrat will
bekannter werden
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Der
vogtländische Kreisschülerrat (KSR)
startet mit neuen Zielen ins Jahr
2015: Die offizielle Vertretung aller
Schüler der Region will die Kommunikation zwischen den Schulen aufwerten, Kooperationen mit dem
vogtländischen Kreiselternrat und
dem Plauener Jugendparlament eingehen, ein neues Büro einrichten
und sich in sozialen Projekten engagieren. Außerdem kündigten die
jungen Leute am Wochenende an,
Werbeprodukte für den KSR zu entwickeln: Damit soll die Bekanntheit
des Gremiums erhöht werden. (nd)
RATSSITZUNG
Bürgermeisterwahl
Thema im Mühlental
MÜHLENTAL — Mit der Wahl des Bür-
germeisters am 7. Juni beschäftigt
sich am Donnerstag der Gemeinderat Mühlental. Der Gemeindewahlausschuss wird gewählt. Am 7. Juni
geht es um einen Nachfolger für Dieter Weller (parteilos, 66). Die Sitzung, zu der auch Bauanträge behandelt werden sollen, ist ab 19 Uhr
im Gemeindeamt Marieney. (hagr)
Mit knapp 800 Beschäftigten ist die Oelsnitzer Firma Meiser das größte vogtländische Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe. Im Werk 2 werden
unter anderem Blechprofilroste hergestellt. Ronny Mateoschat (vorn) und Danny Zeidler sind dort beschäftigt.
FOTO: HARALD SULSKI
„Freie Presse“ hat erneut
die 40 größten Arbeitgeber
aus der Region zusammengetragen. Wichtigste
Erkenntnis: Auch nach
dem Manroland-Aus dreht
sich das Rad weiter.
VON LUTZ HERGERT
Zwei vogtländische
Traditionsunternehmen sind aus
der Rangliste der größten Arbeitgeber verschwunden, ein weiteres ist
abgerutscht. Und dennoch: Die Beschäftigtenzahlen im verarbeitenden Gewerbe in der Region sind seit
2013 gleichgeblieben oder sogar
leicht gestiegen.
Das Aus für Manroland sowie jeweils etwa die Halbierung der Beschäftigtenzahl bei Sachsendruck
und Neoplan sind harte Schläge.
Doch dafür sind Firmen aus dem
produzierenden Gewerbe nachgerückt. Der Reichenbacher Produzent
von Kälte- und Klimatechnik Thermofin zählte vor zwei Jahren bereits
rund 350 Beschäftigte, war leider bei
der damaligen Recherche nicht berücksichtigt worden. Ein echter
Neuling im Ranking ist der Plauener
Spezialist für Schläuche und Rohrleitungen Hydrauflex. Deutliche Zuwächse gibt es beispielsweise beim
Treuener Kunststoffteile-Zulieferer
für die Automobilindustrie Weidplas, ehemals Weidmann, sowie
Sonnen- und Insektenschutz-Spezialisten Erfal aus Falkenstein.
Auch wenn ein Unternehmen im
Ranking abrutscht, bedeutet das
nicht zwingend Personalabbau. So
ist die Stangengrüner Mühlenbäckerei um einen Rang auf Platz elf gesunken, die Mitarbeiterzahl stieg
aber um 20 auf 600. Ein Rückkehrer
ist die Treuener Vowalon. Das Beschichtungs-Unternehmen wurde
2013 verdrängt, obwohl es auch da
einen Personalzuwachs gab.
Betrachtet man die Zahlen nach
regionalen Aspekten, scheint Plauen abzurutschen und der Raum Auerbach zuzulegen. Das ist aber nur
die halbe Wahrheit. Denn unter 200
Beschäftigten gibt es bei Firmen in
und um Plauen kräftigen Zuwachs.
Ein Beispiel ist Abgasspezialist Boysen mit 178 Mitarbeitern. Auch Aluminiumkomponenten-Hersteller
Plauen Automobile Technology verpasste knapp den Sprung unter die
Top 40, ebenso der Adorfer Hersteller von Instrumenten-Etuis Gewa.
Im nächsten Ranking dürfte der
Treuener Werkzeughersteller Gühring dabei sein. In den seit 2012 gebauten Werken arbeiten 150 Menschen. Ist der dritte Neubau fertig,
sollen es ab Herbst 2015 rund 250
sein. Dass sich die Plauener Region
mit Verspätung positiv entwickelt,
AUERBACH —
Die 40 größten Arbeitgeber im Vogtland
Platz
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
Diakonie (alle Einrichtungen im Vogtland)
Helios Vogtland-Klinikum Plauen
Landratsamt Vogtlandkreis
Stadtverwaltung Plauen
Paracelsus-Kliniken Adorf, Schöneck, Reichenbach
Meiser Vogtland OHG
Sparkasse Vogtland
Arbeiterwohlfahrt
Klinikum Obergöltzsch Rodewisch
Sächs. Krankenhaus f. Psychiatrie und Neurologie Rod.
Stangengrüner Mühlenbäckerei Lengenfeld
Volkssolidarität
Goldbeck Bauelemente Treuen GmbH
Kaufland (Plauen 3x, Rodewisch und Reichenbach)
VSTR Rodewisch
Polizei Vogtland (mit Autobahnpolizei)
Vogtländisches Kabelwerk
Deutsches Rotes Kreuz
Agentur für Arbeit Plauen
Thermofin GmbH Reichenbach
Bundespolizei
Erfal GmbH & Co. KG Falkenstein
Mahle Industrial Thermal Systems Reichenbach u. Mylau
Buffet-Gruppe Markneukirchen
Sächsisch-Bayerischer Starkstrom-Gerätebau Neumark
Weidplas Germany GmbH Treuen
Ideal Automotive GmbH Oelsnitz
Procter & Gamble Rothenkirchen
Vosla GmbH Plauen
Kobra Formen GmbH Lengenfeld
Magnetto Automotive Deutschland GmbH Treuen
Sicherheitsglastechnik Oelsnitz GmbH
Globus Weischlitz
C. H. Müller Netzschkau und Heinsdorfergrund
Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland
Neoplan Plauen
Hydrauflex GmbH Plauen
Vowalon Beschichtungs GmbH Treuen
Unilever Bestfoods Auerbach
Halbmond Teppichwerke GmbH Oelsnitz
Vorjahr
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
11. +1
10. -1
12.
13.
14.
16. +1
15. -1
17.
18.
25. +6
21.
27. +5
22. -1
26. -2
20. -5
34. +8
32. +5
23. -5
24. -5
29. +1
30. -1
31. -1
28. -5
33. -1
36. +1
19. -17
40. +1
39. -1
Zahl der Beschäftigten
1390
1089
1012
839
861
797
758
753
628
606
600
584
568
500
492
450
450
445
431
430
421
400
358
348
342
340
340
330
325
320
300
300
260
250
248
210
200
196
195
185
Tilo Steiner
belegt auch das ausgebuchte Gewerbegebiet in Oberlosa. Es wird für elf
Millionen Euro erweitert.
Die Arbeitgeber des nichtproduzierenden Gewerbes entwickeln
sich unterschiedlich. Die Verwaltungen bauen leicht Personal ab. Bei
Wohlfahrtsverbänden und Kliniken
gibt es teils Zuwächse und teils ein
Absinken der Mitarbeiterzahlen.
Datengrundlage
Die Statistik erhebt keinen Anspruch
auf Vollständigkeit. Da die Recherchen über zwei Monate in Anspruch
genommen haben, kann es zu Veränderungen gekommen sein. Die veröffentlichten Zahlen basieren in erster
Linie auf Unternehmsangaben. Die
Angaben für Procter & Gamble sowie
Magnetto Automotive stammen aus
eigenen Recherchen. Zusammengefasst wurden die Zahlen der Einrichtungen, die es mehrmals gibt oder
die, wie die Wohlfahrtsverbände,
mehrere Einrichtungen im Vogtland
betreiben. Bei Verwaltungen sind
auch nachgeordnete Einrichtungen
wie Bauhöfe enthalten. (lh)
Welche Rolle spielt das Zurückholen von Menschen aus Westdeutschland?
Das ist schwierig. Von hier sind Menschen weggegangen, weil sie vielleicht in mehreren Firmen gearbeitet
haben, die pleite gegangen sind. Wir
müssen diesen Leuten vermitteln,
dass auch unser Mittelstand stabil ist.
KOMMENTAR
An einem Strang
VON LUTZ HERGERT
lutz.hergert@freiepresse.de
V
Wieviel unbesetzte Stellen
gibt es derzeit im Vogtland?
Etwa 2000. Aber Nachfrage und Angebot stimmen nicht überein. Doch
trotz der nicht vermittelten Menschen
sind wir mit einer Arbeitslosenquote
von 6,7 Prozent sachsenweit Spitze.
Das Vogtland gilt aber noch immer
als Niedriglohnregion.
Die Entlohnung ist eines der großen
Probleme. Uns wandern immer noch
gut ausgebildete junge Leute ab. Es
gibt gute Ansätze, um sie zu halten.
Ich wünsche mir, dass sich das Lohngefüge ändert. Denn die Zeiten einer
Generation Praktikum sind vorbei.
Junge Leute wissen heute, was sie
wert sind. Die vogtländischen Unternehmer müssen sich der Konkurrenz
stellen.
Quelle: eigene Recherche
or zwei Jahren rief ein Leser
bei „Freie Presse“ an und sagte: „Das ist ja schlimmer als
zu DDR-Zeiten, was ihr schreibt.“
Gemeint war der Text zu den größten Arbeitgebern im Vogtland. Auch
wenn seitdem wieder namhafte Firmen erloschen sind: Den vorliegenden Artikel würde ich genauso überschreiben wie den 2013: „Industrie
macht im Vogtland Boden gut“. Neuansiedlungen und Erweiterungen
gleichen Arbeitsplatzverluste mehr
als aus. Doch das Beibehalten des
Status Quo kann nicht das Ziel sein.
Das Vogtland besitzt einen guten
Branchenmix. Die Abkehr von der
Werbung als Niedriglohnregion
und der Fachkräftemangel sorgen
dafür, dass sich das Lohnproblem zu
lösen beginnt. Noch wichtiger ist es
Wie entwickelt sich der Arbeitsplatzbedarf in der Fertigung?
Das Problem besteht darin, dass wir
einen Fachkräftebedarf haben, der
nur schwer zu decken ist. Von Menschen aus dem Hartz-IV-Bereich kommen viele nur für Hilfsstellen infrage.
Die Wirtschaft erwartet Fachkräfte.
Da spielt Qualität eine Rolle.
aber, dass alle Beteiligten an einem
Strang ziehen. Das war bei der Ansiedlung der Firma Allgaier nur bedingt der Fall. Dabei saßen die Protagonisten Plauen und Vogtlandkreis
von Anfang an in einem Boot. Sonst
wäre es nicht möglich gewesen, die
Verlagerung nach Taltitz nach dem
Scheitern der Ansiedlungspläne für
Neuensalz so schnell zu realisieren.
Allgaier ist geblieben, obwohl sich
Stadt und Kreis gegenseitig für das
drohende Aus der Ansiedlung verantwortlich gemacht haben. Das ist
nur einem Umstand zu verdanken:
Das Unternehmen steht durch Verträge unter Zeitdruck. Es konnte
sich den Neubeginn der Standortsuche nicht leisten. Das Vogtland hatte
Glück. Funktionierende Wirtschaftsförderung wäre besser.
Ist es mit den hier gezahlten Löhnen überhaupt möglich, Menschen
für anspruchsvolle Arbeiten zu gewinnen?
Wenn sich Investoren melden, fragen
sie heute zuerst, ob es genügend Arbeitskräfte gibt. Sie wissen, dass es in
den neuen Bundesländern noch viele
Arbeitslose gibt. Danach wird die Frage nach dem Lohn gestellt.
Müssten Landrat Tassilo Lenk und
der Plauener Oberbürgermeister
Ralf Oberdorfer nicht noch stärker
darauf aufmerksam machen, dass
das Vogtland keine Niedriglohn-Region ist?
Ich denke, es ist in der Politik angekommen, dass man damit nicht werben darf.
Es ist oft die Rede davon, dass im
Vogtland die Forschung fehlt und
es deshalb kaum Firmen gibt, die
hochwertige Stellen schaffen.
Bei kleineren Betrieben ist Forschung
und Entwicklung wenig ausgeprägt.
Es gibt aber auch hier Firmen, bei denen das Thema eine Rolle spielt. Dadurch sind qualifizierte Arbeitsplätze
entstanden. Die tragen dazu bei, dass
qualifizierte Fachkräfte gehalten und
neu geholt werden können.
Sehen Sie die Gefahr, dass Firmen
abwandern, die im Vogtland gegründet und großgeworden sind?
Die sehe ich nicht, weil diese Firmen
zu bodenständig sind.
10 Freie Presse
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03741 457222
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Jahre, Ursula Pickel 89 Jahre, Rosemarie Roth 73 Jahre, Schöneck: Heinz
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OBERES VOGTLAND
Montag, 5. Januar 2015
Vogtland will werben wie Tirol
Die Region als Ganzes
vermarkten will der neue
Chef des Tourismusverbandes. Unternehmen und
Promis sind nun gefragt.
VON LUTZ HERGERT
OELSNITZ/KLINGENTHAL — In der Natürlichkeit sieht Andreas Kraus eine
Stärke des Vogtlandes. Das Empfinden des 34-jährigen Geschäftsführers des Tourismusverbandes Vogtland ergänzt sich mit dem Slogan,
unter dem die Region künftig bekannter gemacht werden soll: „Vogtland. Eine Sinfonie der Natur“.
Unter Stichworten wie „Natürlich“, „Gesund“, „Klangvoll“, „Kultiviert“ und „Familie“ will der Verband die Stärken der Region betonen. Leuchtturmdenken erteilt der
gebürtige Rodewischer, der in Plauen lebt, eine Absage: „Wir sollten
versuchen, uns als eine Region zu
präsentieren, die Sache in den Vordergrund zu stellen. Der Gast will
die Region kennenlernen. Ihm ist
egal, was im Hintergrund abläuft.“
In Tirol und dem Allgäu sei das
gelungen. Als gutes Beispiel schätzt
Kraus die Verwendung des Logos in
Tirol ein. Da sieht er im Vogtland
Nachholebedarf. „Je öfter das Logo
verwendet wird, um so bekannter
wird es – und ein um so größerer
Wiedererkennungseffekt wird auch
außerhalb des Vogtlands erreicht.“
Deshalb möchte er, dass sich auch
Unternehmen stärker für die Region
engagieren. Als Beispiel nennt
Kraus die Ellefelder Firma Ackermanns Haus, die auf Produkte wie
die Kindernahrung Kinella das grüne Logo des Verbandes aufdrucken
lässt. „Wir wollen weitere Firmen
dafür gewinnen, dass sie mit ihren
Die Skiwelt Schöneck (Foto), die Vogtland-Arena Klingenthal, die Sächsischen Staatsbäder, die Göltzschtalbrücke, die Greizer Schlösser und schließlich
FOTO: HARALD SULSKI
Talsperren von Pöhl bis Zeulenroda – all das zählt der neue Verbandsgeschäftsführer zu den Besonderheiten der Region.
Produkte und dem Logo für das
Vogtland werben.“ Als Botschafter
der Region sieht er auch namhafte
Persönlichkeiten: die Volksmusikstars Stefanie und Eberhard Hertel
sowie Kosmonaut Sigmund Jähn.
Andreas Kraus
Geschäftsführer des
Tourismusverbandes
Vogtland
FOTO: FRANKO MARTIN
Beim Versuch, Gäste so lange wie
möglich zwischen Weida und Bad
Brambach zu halten, seien zuerst
touristische Anbieter wie Hotels,
Pensionen und Veranstalter gefragt.
Dabei spiele eine sehr gute Service-
Qualität, verbunden mit einer möglichst flächendeckenden Zahl von
zertifizierten Einrichtungen, eine
immer größere Rolle. „Das wird in
Internet-Umfragen immer deutlicher.“ Der promovierte Betriebswirtschaftler und Seiteneinsteiger im
Fach Tourismus geht noch einen
Schritt weiter: Er möchte, dass sich
das Vogtland „nachhaltig zu einem
attraktiven Lebensraum für Einheimische und Touristen“ entwickelt.
Dabei kann die Region vom Tourismus profitieren. Immerhin würde dadurch im Vogtland ein Umsatz
in Höhe von 348 Millionen Euro im
Jahr erwirtschaftet – vom Tagesgast
über die Urlauber in Hotels und Pensionen bis zu den Besuchern beispielsweise des Freizeitparks Plohn.
Dass die Region relativ unbe-
kannt ist, sieht Kraus heute noch
nicht als Nachteil. „Dadurch liegt
keine vorgefertigte Meinung vor.“
Beim Erhöhen der Bekanntheit setzt
er auf eine Vogtland-App für Smartphones, Werbung über soziale Medien wie Facebook, eine klar strukturierte Internetseite und das bessere
Vermarkten von Veranstaltungen
wie dem Weltcup-Skispringen.
Positive Effekte erwartet der Geschäftsführer von der Fusion der beiden Verbände. „Wir werden wettbewerbsfähiger, weil künftig nicht
mehr überall alles gemacht werden
muss. Dadurch setzen wir Arbeitskräfte frei, die sich um neue Themen
kümmern können.“ Beispielsweise
das schrittweise Eindringen in neue
Märkte wie Nordbayern und das Bewerben des Vogtlandes als Ganzes.
Fluganfänger: Kurs
beginnt beim Fliegerklub
Tourismusverband Vogtland
Der neue Tourismusverband Vogtland hat derzeit etwa 250 Mitglieder.
Er entstand durch Verschmelzung der
Verbände mit Sitz in Auerbach und
Zeulenroda-Triebes zum Jahreswechsel. Als ersten Schritt zur Zusammenarbeit unterzeichneten beide Seiten
am 21. September 2005 einen Kooperationsvertrag. Am 16. Februar 2011
wurden die Verbände im jeweils
anderen Verband Mitglied.
Es wird geschätzt, dass im sächsischen Vogtland mehr als 10.000
Menschen vom Tourismus leben.
Das sächsische Vogtland erwirtschaftet im Tourismus einen Umsatz in
Höhe von rund 348 Millionen Euro
im Jahr. (lh)
Kabarettist mit
einer Premiere
Zum ersten Mal im Vogtland ist am
AUERBACH — Für Fluganfänger bietet
der Fliegerklub Auerbach einen
Theoriekurs an, der am 10. Januar
beginnt. Wer sich anmelden möchte, muss 14 Jahre alt sein. Mit Ausnahmegenehmigung und Zustimmung der Eltern darf man aber auch
schon mit 13 Jahren mit der Ausbildung beginnen. Die Mitgliedschaft
im Fliegerklub ist allerdings notwendig. Laut Ausbildungsleiter Kai
Müller bekommen die jungen Leute
Kenntnisse in Navigation, Flugzeugtechnik, Meteorologie, Aerodynamik, Luftrecht sowie zum menschli-
Samstagabend Kabarettist Arnim
Töpel mit seinem Programm „Sex
ist keine Lösung“ zu Gast gewesen.
Der 55-jährige frühere Moderator
des Südwestrundfunks BadenBaden unterhielt im Saal des Kunsthaus Eigenregie in Eschenbach
zwei Stunden lang etwa 40 Gäste.
Im Foto: Arnim Töpel (rechts) vor
dem Auftritt mit den Gastgebern
Ines und Mario Falcke, die auch dieses Jahr wieder jeweils am ersten
Samstag im Monat Veranstaltungen
abseits der Mainstream-Schubladen
FOTO: HELMUT SCHNEIDER
anbieten.
chen Leistungsvermögen vermittelt. Die Ausbildung findet jeweils
an den Wochenenden statt. 70 Stunden müssen die Flugschüler absolvieren. Der theoretischen Ausbildung, die bis Ende Februar geht,
folgt die Praxis. Die Flugschüler
können ihre ersten Starts versuchen, wenn die neue Saison auf dem
Auerbacher Flugplatz beginnt, das
ist ab Ende April der Fall. (ike)
ANMELDUNGEN für den Kurs sind möglich
bei Kai Müller unter 0170 8036027 oder per
E-Mail. » info@fliegerklub-auerbach.de
Die Kohlmeise gilt im oberen Vogtland als Favorit
Vom 9. bis 11. Januar findet
die große Zähl-Aktion
„Stunde der Wintervögel“
statt. In der Region gab’s
dabei bisher auch andere
Ergebnisse als andernorts.
hen, erklärt Gonschorek. „Der Haussperling ist auf Sachsen gesehen
vorn, im oberen Vogtland ist er es
nicht“, so der erfahrene Naturschützer. Als Favorit im oberen Vogtland
gilt ein anderer häufiger Wintergast
– die Kohlmeise. Alles andere als ein
Sieg der größten und am weitesten
verbreiteten Meisenart Europas wäre eine Überraschung – 2011 etwa
lag die Kohlmeise mit 1580 Zählungen unter insgesamt 9306 Vögeln im
Vogtland auf dem Spitzenrang.
2014 nahmen mehr als 76.000
Menschen an der Zählaktion teil, davon 4000 in Sachsen. Von den Beob-
achtungsdaten erhoffen sich Naturschützer Aussagen, wie sich etwa
Klimawandel oder Krankheiten auf
die Tiere auswirken. „Je genauer wir
über solche Fragen Bescheid wissen,
desto besser können wir uns für den
Schutz der Vogel einsetzen“, betont
Rene Sievert vom Nabu.
So funktioniert die Teilnahme
VON RONNY HAGER
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Ab 9. Januar wird wieder gezählt – und es gibt
ein Mini-Jubiläum bei der „Stunde
der Wintervögel“. Zum fünften Mal
findet Deutschlands größte Vogelzählung statt, und Naturschützer im
oberen Vogtland setzen darauf, dass
wieder mehr Menschen aus der Region teilnehmen. Zuletzt war die Resonanz der Aktion von Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und Landesbund für Vogelschutz Bayern
nach gutem Anfang 2011/12 rückläufig, sagt Naturschützer Siegfried
Gonschorek aus Bad Brambach.
Zwar gibt es auch in der Vogelwelt „Stars“, die stets besonders oft
beobachtet werden, doch regionale
Unterschiede sind nicht zu überse-
ANSPRECHPARTNER für die Stunde der
Wintervögel im oberen Vogtland sind Wolfgang Weller (Julius-Mosen-Weg 1, Adorf),
Edgar Schönweiß (Burgstraße 31, Oelsnitz)
und Siegfried Gonschorek (Ringstraße 11, Bad
Brambach). Bei ihnen gibt es auch die Infoblätter samt der Zahlbögen zur Aktion, die
auch in Geschäften und Arztpraxen ausliegen.
Eine Kohlmeise pickt sich am Futterknödel Nahrung. FOTO: PETER ENDIG/ DPA
Ein guter Beobachtungsort für Vögel sind Futterhäuschen. Das Foto entstand
am 29. Dezember, als der Winter in der Region Einzug hielt. FOTO: ECKHARD SOMMER
Wer mitmachen möchte, braucht für
die Stunde der Wintervögel keine besondere Qualifikation. Von einem
ruhigen Plätzchen aus wird von jeder
Vogelart die höchste Anzahl notiert,
die im Laufe einer Stunde gleichzeitig
zu entdecken ist. Der Aktionszeitraum
ist von Freitag, 9. Januar bis Sonntag,
11. Januar. Die Beobachtungen können auf der Internet-Seite bis zum 19.
Januar gemeldet werden. Dieses Datum ist zugleich Einsendeschluss für
die Meldebögen zur Zählung in Papierform. Zudem ist am 10. und 11.
Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die
kostenlose Rufnummer 0800 157115
geschaltet. Unter allen Teilnehmern
der Wintervogelzählung verlost der
Nabu ein Trekking-Bike, Vogelfütterpakete, Bücher, CDs und Gutscheine.
» www.stundederwintervoegel.de
OBERES VOGTLAND
Montag, 5. Januar 2015
KURZ GEMELDET
Krippenspiel wird gezeigt
WIEDERSBERG — In der Michaeliskirche Wiedersberg wird zum morgigen Dreikönigstag das Bobenneukirchener Krippenspiel nochmals aufgeführt. Es ist ab 17 Uhr in einem
Gottesdienst zu sehen. (hagr)
Änderung beim Amtsblatt
SCHÖNECK — Die Einwohner von
Schöneck und Mühlental erhalten
ab diesem Jahr das Amtsblatt Schönecker Anzeiger nicht mehr nach
Hause. Stattdessen gibt es 26 Auslage-Orte, an denen es an jedem dritten Donnerstag bereitliegt. (hagr)
Heute Existenzgründertreff
PLAUEN — In Plauen findet heute der
erste Existenzgründernachmittag
der IHK-Regionalkammer in diesem
Jahr statt. Er kann ohne vorherige
Anmeldung von 13.30 bis 16 Uhr im
großen Saal der IHK, Friedensstraße
32, besucht werden. Vertreter von
IHK, Agentur für Arbeit und Handwerksammer sind vor Ort. (hagr)
Vortrag bei der Diakonie
AUERBACH — Die Diakonie Auerbach
lädt morgen 18 Uhr zum Angehörigen-Gesprächskreis ins Pflegezentrum Lindenallee (Lindenallee 18,
Auerbach). Petra Zehe, Koordinatorin des Hospizvereins Vogtland,
spricht zu Angeboten für Menschen
in ihrer letzten Lebensphase. Die
Veranstaltung ist unverbindlich
und für Besucher kostenfrei. (hagr)
Amt reduziert Sprechzeit
PLAUEN — Das Amt für Ausbildungs-
förderung des Landratsamtes in
Plauen schränkt vorübergehend
seine Sprechzeiten ein. Ab dieser
Woche ist nur donnerstags Sprechzeit, von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr.
Als Grund für die Reduzierung gibt
die Behörde Langzeit-Erkrankungen
an. Notsituationen und besondere
Fälle sollen von der Einschränkung
nicht betroffen sein. (hagr)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
CHEFPOSTEN ANGESTREBT — Der Ge-
schäftsführer der IHK-Regionalkammer Plauen, Hans-Joachim Wunderlich, will Geschäftsführer der IHK
Südwestsachsen werden. Der amtierende Chef geht in Ruhestand. Wunderlich ist es dann auch geworden.
Vor 50 Jahren
KLINGENTHALER
SIEGEN — Sportler
des SC Dynamo Klingenthal sind in
Johanngeorgenstadt erfolgreich gewesen. Bei den Nordisch Kombinierten siegte Günter Flauger vor Rainer
Dietel und Günter Meinel, Meinel
gewann im 15-Kilometer-Langlauf.
Vor 100 Jahren
FABRIKBRAND IN PLAUEN — In Plauen
ist es zu einem Fabrikbrand gekommen. Das Feuer brach in einem fünfgeschossigen Gebäude der Firma Uebel an der Uferstraße aus. Das Dachgeschoss mit dem Warenlager wird
völlig eingeäschert. Es wird vermutet, dass der Motor heißlief, der den
Fahrstuhl angetrieben hat. (pa)
Freie Presse
11
Musicalklänge rocken Bad Elsters Theater
Von „Hairspray“ bis
„Mamma Mia!“: Eine
Zweieinhalbstunden-Show
mit vielen Ohrwürmern
begeisterte an zwei Abenden mehr als 600 Gäste.
VON ECKHARD SOMMER
BAD ELSTER — Das muss man erst einmal schaffen: fast jeden Tag an
einem anderen Ort auf der Bühne zu
stehen und immer das gleiche Programm abzuspulen – dennoch war
in Bad Elster von einem Durchhänger nichts zu spüren. Gleich im Doppelpack erlebten am Samstag und
gestern Abend mehr als 600 Besucher im König-Albert-Theater die
Show „Best of Musical StarNights“.
Organisiert wurde das Spektakel
von der in Bad Brambach ansässigen
Agentur World Wide Events.
Zwei Tage zuvor Feuerwerke und
Sterneglitzern am Himmel, im Theater wurde musikalisch scharf nachgewaschen. Dem gut ein Dutzend
Tänzerinnen und Tänzern blieb
kaum Zeit zum Verschnaufen – sie
leisteten Schwerstarbeit – und den
Besuchern erst recht nicht. Das lag
zum einen an der Virtuosität und
Professionalität des international
zusammengesetzten
Ensembles,
zum anderen an der geschickten
Auswahl der Titel, bei der Fülle an
Evergreens ohne Zweifel ein schwieriges Unterfangen. Nur Perlen
erklangen, aufgefädelt zu einer von
Zur Show „Best of Musical Starnights“ am Samstag und gestern im König-Albert-Theater gehörten auch Ausschnitte aus „Mary Poppins“.
A bis Z stimmigen Show, beginnend
mit „You Can’t Stop The Beat“ aus
„Hairspray“ bis hin zu „Waterloo“
(„Mamma Mia!“). Die Stimmung
ebbte nicht ab und die Pause tat gut
zum Erfrischen und Kraftsammeln.
Kein Wunder bei der Fülle an furiosen Tänzen, schmachtenden Balladen, Leidenschaft und temperamentvollen Liedern nonstop, bei
den stimmigen Kulissen und pulsierenden Lichteffekten. „Jellical Ball“
und „Memory“ („Cats“), „Supercalifragilisticexplialidocious“ und „Step
In Time („Mary Poppins“), „One day
more“ („Les Misérables”), „Hakuna
Matata“ („Der König der Löwen“),
„Das Phantom der Oper” oder auch
„Ich war noch niemals in New York“
und „Aber bitte mit Sahne“ als Hom-
mage an Udo Jürgens – sie ergänzten
sich auf wunderbare Weise.
Von der Choreographie her hätte
der Kracher „We will rock you“ von
Queen als Zugabe eigentlich zu Beginn der zweieinhalb Stunden stehen können. Das wäre der richtige
Anheizer und Gliederlockerer für
die Besucher gewesen. Als Rausschmeißer allerdings hätte er auch
Meister bei Gitarren und Zwerghühnern
120 Jahre Geflügelzuchtverein Markneukirchen:
41 Züchter stellten am
Wochenende bei der
Schau in der Turnhalle am
Kirchsteig 357 Tiere aus.
Regal. Bei der Kreisschau im November des vergangenen Jahres in Oelsnitz waren sie die Besten in der Kategorie Zwerghühner und auch bei der
Lokalschau am Wochenende in der
Turnhalle am Kirchsteig zückten
die Preisrichter Höchstnoten. Darauf sind Karin und Joachim Schneider natürlich stolz, wichtiger ist
ihnen jedoch die Freude an den
Tieren. Er: „Sie sehen so stolz aus.
Die Eier sind zwar klein, aber sie
schmecken.“ Und sie schwärmt:
„Wenn die gelben Tiere auf der
grünen Wiese stehen, dann ist das
einfach ein herrlicher Anblick.“
Ein herrlicher Anblick waren alle
357 Tiere, die bei der Lokalschau
VON ECKHARD SOMMER
MARKNEUKIRCHEN — Joachim Schneider kennt sich nicht nur mit Holz,
Lack und Saiten aus, weiß aus jahrelanger Erfahrung, wie eine Gitarre
gebaut werden muss, damit sie
einen Wohlklang hat. Der Markneukirchener Innungsobermeister hat
ein Hobby, das von ihm ebenso viel
Fingerspitzengefühl und und Sachkenntnis verlangt, als säße er hinter
seiner Werkbank.
Zusammen mit seiner Frau Karin
züchtet er Zwerghühner. Zwerg-Plymouth Rocks gelb, um genau zu sein
und das auch noch erfolgreich. Der
ganz große Wurf bei einer Bundesmeisterschaft oder einem EuropaChampionat blieb dem Ehepaar bisher zwar versagt, aber trotzdem stehen schon etliche Pokale daheim im
von 41 Züchtern gezeigt wurden.
Eine Rasse erregte allerdings vor allem Aufsehen, wurde als Rarität bewundert und bestaunt: französische
Nackthalshühner von Anton Eckstein. Sie waren der Hingucker und
der Jubiläumsschau würdig, denn
die Markneukirchener begingen
mit ihr die Gründung ihres Vereins
vor 120 Jahren. Vereinsvorsitzender
Michael Künzel: „Wir wollten etwas
Besonderes auf die Beine stellen. Mit
357 Tieren ist uns das auch gelungen. So viele hatte wir noch nie.
Unterstützt wurden wir dabei von
den Vereinen in Adorf, Zwota, Klingenthal und Konnersreuth.“
Vereinsmeister
In Markneukirchen fand am Wochenende die Schau des Geflügelzuchtvereins
Markneukirchen statt. Karin und Joachim Schneider wurden in der Kategorie
Zwerghühner Vereinsmeister auf Zwerg-Plymouth.
FOTO: ECKHARD SOMMER
Großhühner: 1. André Schauer
(Rheinländer), 2. Benjamin Jahn
(Rheinländer). Zwerghühner:
1. Karin und Joachim Schneider
(Zwerg-Plymouth Rocks gelb),
2. Erhard Stengel (Zwerg-Hamburger
silberlack), 3. Michael Künzel (Deutsche Zwerghühner orangefarbig).
Tauben: 1. Michael Künzel (Stellerkröpfer), 2. Albrecht Dölling (Fränkische Samtschildtauben schwarz).
Jugend: Carolin Künzel (Eisker
Doppelkuppige Positurtümmler).
FOTO: ECKHARD SOMMER
nicht passender sein können. Beifall
zwischendurch und erst recht nach
dem Finale bewies, wie gut es dem
Publikum gefallen hatte. Durch ihr
Mitmachen – rhythmischem Klatschen und Füßestampfen – trugen
die Besucher auch dazu bei. Mit so
viel Schwung und Lockerheit das
neue Jahr in Angriff zu nehmen –
das machte Spaß und gute Laune.
Vor 25 Jahren:
Frauenleiche
ohne Kopf
Spektakulärer Mord an der
B 283 sorgt für Aufregung
WOHLHAUSEN — Eine nackte Frauenleiche ohne Kopf sorgte am 4. Januar
1990 und in den Folgetagen für Aufregung im Vogtland. Den schrecklichen Fund machte ein Erlbacher an
der Geigenmacherkurve zwischen
Wohlhausen und der Gopplasgrüner Höhe. Obwohl die Polizei den
Wald durchsuchte, wurde der Kopf
nicht gefunden. Die Ermittlungen
ergaben, dass Opfer und Täter aus
Heidelberg stammten. Die Täter waren mit ihrem Opfer am 23. Dezember in die DDR eingereist und allein
am 28. Dezember wieder ausgereist.
Sechs Jahre später ereignete sich wenige hundert Meter entfernt erneut
ein Gewaltverbrechen. Am 28. Januar 1996 fand ein Ehepaar aus Wohlhausen beim Spaziergang im Wald
zwischen Kärrnerstraße und dem
sogenannten Schindelgesäure, wenige Meter von der B 283 entfernt,
ein in Hof vermisstes Taxi. Dessen
Fahrer war mit einem abgesägten
Gewehr erschossen worden. (tm)
A N ZE IG E N
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3578885-10-1
12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 5. Januar 2015
Musikhalle mit Feuerwerk von zart bis hart
Das Markneukirchener
Veranstaltungshaus feiert
im Mai sein 20-Jähriges –
und bietet bis dahin viel
für jeden Geschmack.
VON RONNY HAGER
Maxim Kowalews Chor der Don-Kosaken gastiert in Neumark.
FOTO: ENGELS KONZERTBÜRO
KONZERT
Don-Kosaken treten
in Neumark auf
NEUMARK — Musikstücke der rus-
sisch-orthodoxen
Kirche,
schwungvolle Folklore, Volksweisen und Balladen erklingen am
Donnerstag in der Kirche Neumark. Die Maxim-Kowalew-DonKosaken gastieren dort im Rahmen ihrer Europatournee mit einem festlichen Konzert. Ab 19 Uhr
ist der Chor am Kirchplatz 1 zu erleben. Der Kosakenchor präsentiert im ersten Teil seines Auftritts
liturgische Musikstücke, im zweiten Teil schwungvolle Melodien.
Wunschtitel wie „Abendglocken“,
„Stenka Rasin“, „Suliko“ und „Marusja“ fehlen nicht, so der Veranstalter. Anknüpfend an die Tradition der großen alten Kosaken-Chöre legt der Chor Wert auf Disziplin,
wofür der musikalische Gesamtleiter Maxim Kowalew verantwortlich zeichnet. Singend zu beten und betend zu singen, so das
Anliegen. Kowalew sieht es als seine Aufgabe an, die russischen Melodien auf authentische Weise zur
Freude des Publikums erklingen
zu lassen und dadurch ein Zeugnis
abzulegen vom Geiste und der Kultur des alten Russlands. Dabei sei
ihm wichtig, begabten Künstlern
die Möglichkeit zu geben, ihr Talent zu zeigen. (lk)
MARKNEUKIRCHEN — Jubiläum
am
Schwarzbach: Im Mai 1995 öffnete
die Musikhalle in Markneukirchen,
mit mehr als 900 Plätzen größtes
Veranstaltungshaus im oberen Vogtland. Im gerade begonnenen Jahr
bietet die Halle wieder einen MusikMix Musik von Schlager über Rock
bis Heavy Metal. „Freie Presse“
schaut aufs Angebot bis Sommer.
Beschwingt geht es am 10. Januar
los, mit den Neujahrskonzert „Wien
– Berlin und zurück“ des Sinfonieorchesters Markneukirchen. Im Programm ab 19 Uhr sind Bariton Rudolf Kostas und Johannes Kilian auf
der Marimba zu erleben. Karten gibt
es für 14 Euro, ermäßigt 12 Euro in
der Touristinformation im GerberHans-Haus. Telefon 037422 40775.
Gemütlich geht‘s bei den Tonikas
zu, am 25. Januar im Foyer. (Vorverkauf 4 Euro, Tageskasse 5 Euro).
Rockig kommen Bell, Book & Candle daher. Die mit „Rescue Me“ erfolgreiche Band spielt am 21. Februar.
Karten gibt’s im Vorverkauf für 22
Euro, an der Abendkasse für 24 Euro.
VERANSTALTUNGSREIHE
Mara Kayser ist bei volkstümlichen
Schlagern (6. März) dabei. FOTO: ARCHIV
Die Bigband der Bundeswehr – hier im Juni 2014 in Oelsnitz/Vogtland – ist am 19. März zu Gast. FOTO: KRISTIN SCHMIDT/ARCHIV
Zauberhaft sollen sie werden, die
„Sternstunden des volkstümlichen
Schlagers“ am 6. März. Dafür sorgen
wollen Mara Kayser, Willi Seitz vom
Naabtal Duo, die Schwestern Sigrid
und Marina, das Duo Judith & Mel
sowie die Geschwister Niederbacher
aus dem Pustertal. Karten gibt‘s
überall bei „Freie Presse“ ab 35 Euro.
lingsbasar des Familienzentrums
am 12. und 13. März vorhersagen.
spielt DJ Bernd beim Oldie-Abend
am 21. März. Eintritt: 4 Euro.
Temperamentvoll ist die Bigband
der Bundeswehr, die am 19. März für
die Jugendarbeit Markneukirchener
Sportvereine spielt. Karten kosten
im Vorverkauf 10 bis 14 Euro, an der
Abendkasse sind‘s je 4 Euro mehr.
Heftig wird die Osterparty 2015:
Die Rocktigers sind am 4. April da –
zum Eintritt von 6, später 7 Euro.
Riesig wird der Ansturm wieder
sein, dies lässt sich für den Früh-
Erfreut darf sein, wer die Hits der
60er und 70er Jahre mag. Denn sie
Entflammt ist die Musikhalle am
10. April zur Rammstein-TributeShow von Stahlzeit. Eintritt bei den
Spezialisten für Hartes & Pyro: Vorverkauf 18, Abendkasse 20 Euro.
RUNDGANG
MALZHAUS-KINO
THEATER
Heli Reißenweber kommt am 10. April mit Stahlzeit. FOTO: THOMAS VOIGT/ARCHIV
Heiter geht’s weiter, am 26. April
mit dem Kabarett Herkuleskeule:
„Heileits – Lachen, wenn‘s zum Heulen ist“ heißt es dann (Vorverkauf
17,60 Euro, Abendkasse 19 Euro).
Klassisch ist die Tonart im Mai: Der
Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen wird 50. Konzerte und Wettbewerbsfinals in der
Halle am 7., 12., 14., 15. und 16. Mai.
» www.instrumental-competition.de
FREIHEITSHALLE
Montagsforum heute Theater erlaubt Blick Turbulente Komödie „Tschick“ auf
zum Thema Stress
hinter die Kulissen
mit Woody Allen
der Großen Bühne
Alles Liebe beim
Neujahrskonzert
BAD ELSTER — In der Veranstaltungs-
BAD ELSTER — Was passiert in einem
PLAUEN — Wer kein Geld in der Ta-
PLAUEN — Das Jugend-Theaterstück
TICKETS für das Konzert gibt es in allen Geschäftsstellen der „Freie Presse“.
» www.freiepresse.de/tickets
reihe Montagsforum der evangelisch-lutherischen Trinitatis-Kirchgemeinde Bad Elster ist heute Abend
der Familientherapeut Dieter Leicht
aus Oelsnitz zu Gast. Er spricht ab
19.30 Uhr im Gemeindezentrum neben der Trinitatiskirche zum Thema
„Spannende Entspannung – Stress
und seine Hintergründe“. Der Eintritt ist frei. Das Montagsforum findet alle zwei Monate statt. (hagr)
Theater eigentlich hinter dem Vorhang? Antworten auf diese Frage
gibt es morgen ab 16 Uhr im KönigAlbert-Theater Bad Elster. Erstmals
in diesem Jahr ist ein Blick hinter die
Kulissen, in die Bühnentechnik des
100 Jahre alten Hauses, möglich. Dazu werden auch alle Zuschauerbereiche gezeigt. Die Gebühr für den
Rundgang beträgt 5 Euro, Anmeldung unter Ruf 037437 53900. (hagr)
sche hat, kommt mitunter auf kreative Ideen: so auch der Protagonist
des Kinostreifens „Plötzlich Gigolo“,
der heute und morgen jeweils um
20 Uhr im Malzhaus-Kino zu sehen
ist. Weil die Hauptfigur im Film
knapp bei Kasse ist, lässt sie sich von
einem älteren Freund überreden, als
Gigolo zu arbeiten. In den Hauptrollen: Woody Allen, John Turturro
und Aubrey Joseph. (nd)
„Tschick“ nach dem Roman von
Wolfgang Herrndorf hat am Plauener Vogtland-Theater in den vergangenen Monaten einen wahren Ticket-Ansturm ausgelöst. Wer die Inszenierung mit Jugendlichen aus
der Region in den Hauptrollen bislang verpasst hat: Heute Abend,
18 Uhr, ist sie noch einmal auf der
Großen Bühne zu erleben. (nd)
HOF — Unter dem Motto „Alles Liebe“ steht das Neujahrskonzert der
Hofer Symphoniker, das morgen um
17 Uhr in der Freiheitshalle Hof zu
erleben ist. Mit Werken von Richard
Wagner über Johann Strauss bis zu
den Beatles will Dirigent Johannes
Klumpp das Publikum in die Welt
der Liebe, Liebesschwüre und Intrigen entführen. Mit dabei: Sopranistin Adréana Kraschewski und Bariton Richard Morrison. (nd)
BÜHNE
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente, Schauwerkstatt für Zupf-, Streichund Zungeninstrumente, 9-12 Uhr,
037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Raumfahrtausstellung; All-Berts kleine Raumfahrtwelt, Sonderausstellung - Raumfahrtspielzeug aus 5 Jahrzehnten, 10-17 Uhr,
037465 2538
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Jugendzentrum Oase, Dr.-KarlGelbke-Straße 1, Teeniebereich, offener
Treff mit Neujahrs-Empfang, 14.30-19 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34,
Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Handarbeitsgruppe Woll-Lust, 15 Uhr;
Eltern-Kind-Sport, 15.30 Uhr; Tanzgruppe 4,
16.30 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach/V: Awo Jugendzentrum High
life, Eisenbahnstraße 49, Offener Treff,
15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff in der Halle, 17-19 Uhr,
03744 308686
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr,
03745 5421
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs, 8 bis 12 Jahre,
15-16 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.3018 Uhr
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Schaustickerei, Obstgartenweg 1,
Erzählte Wirklichkeiten, moderne schwedische
Textilkunst und Handstickerei von Annika
Wahlström, 10-17 Uhr, 03741 443187
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen des
Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Bäume in Öl
und Aquarell, von Matthias Kiesel; Natur- und
Jagdausstellung, zu sehen sind u. a. Bildtafeln
heimischer Bäume, Spuren, Fährten, eine
Duftorgel und vieles mehr, 9-13 Uhr
A N ZE I G E
SONSTIGES
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Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Auerbach/V: Eberhard Gütter, Feldstraße
27, Auerbacher Modellbahnausstellung, komplette Sammlung der deutschen Eisenbahngeschichte in HO, 60 Züge, 14.30-18 Uhr
Bad Elster: Gemeindezentrum, Kirchstraße 10, Montagsforum: Spannende Entspannung - Stress und seine Hintergründe, mit
Familientherapeut Dieter Leicht, 19.30 Uhr
Erlbach: Brauhaus, Klingenthaler Straße 12,
Führung durch die handwerkliche Schaubrauerei, 14 Uhr
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-16 Uhr,
037467 280860
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7,
Stricken für alle, 14 Uhr
Zwickau: Hotel Pränzkow, Salutstraße 51,
Montagsskat des Grand Ouvert Zwickau,
18 Uhr, 0375 453800
Erlbach: Loipen, Loipen am Hohen Brand
gewalzt, Schneetelefon 037422 6225 oder
www.kegelberg.de
Gottesgab (Bozi Dar): Skiareal Keilberg,
gespurt sind über 20 Kilometer für klassischen
Langlauf
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe befahrbar,
Schneetelefon: 037467 22494
Skilift, Schneetelefon: 037467 22494,
10-17 Uhr
Schwaderbach (Bublava): Skilifte,
Schneetelefon 00420/352 696 830,
9-20 Uhr
Schöneck: Loipen, Kammloipe und Ortsloipen teilweise gewalzt
Skiwelt, Lifte, Schneetelefon 037464 82000
oder www.schoeneck.eu, 9 Uhr
Zauberteppich, 9-16.30 Uhr
Crimmitschau: CineStar - Der Filmpalast,
Friedrich-August-Str. 1 b, 03762 937393;
Bibi und Tina - Voll verhext, 17 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D,
ab 12 J, 16.20, 19.30 Uhr;
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1,
ab 12 J, 19.50 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 16.30, 19.40 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
Alles ist Liebe, 20 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D,
ab 12 J, 15, 19 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar 3D,
14.45 Uhr;
Exodus - Götter und Könige 3D, ab 12 J, 15.30,
19.30 Uhr;
Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Paddington, 17.30 Uhr
A N ZE I G E
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050;
Bibi und Tina - Voll verhext, 14.30, 16.45 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere,
ab 12 J, 19.30 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D,
ab 12 J, 14, 17, 20, 22.30 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45 Uhr;
Die Entdeckung der Unendlichkeit, 17,
20.15 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar, 14.15 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar 3D, 14.15 Uhr;
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1,
ab 12 J, 20.15 Uhr;
Exodus - Götter und Könige, ab 12 J, 16.30,
19.45 Uhr;
Herz aus Stahl, ab 16 J, 16.45, 19.45 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 17, 20,
22.30 Uhr;
Nachts im Museum - Das geheimnisvolle
Grabmal, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Paddington, 14.30, 16.45 Uhr; Pride, ab 6 J,
17.15, 20.15 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
Plötzlich Gigolo, 20 Uhr
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Plauen: Vogtland Theater, Theaterplatz,
Tschick, Jugendstück nach dem Roman von
Wolfgang Herrndorf, bestenfalls Restkarten,
18 Uhr, 03741 28134832
WINTERSPORT
» www.theater-plauen-zwickau.de
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3582093-10-1
Hof: Central-Kino, Altstadt 8,
09281 142488;
Bibi und Tina - Voll verhext, 14, 16.45 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere,
ab 12 J, 19.30 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D,
ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45,
16.45 Uhr;
Die Entdeckung der Unendlichkeit,
20 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar, 14.30 Uhr;
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1,
ab 12 J, 14, 20.15 Uhr;
Exodus - Götter und Könige, ab 12 J, 16.30 Uhr;
Exodus - Götter und Könige 3D, ab 12 J,
19.45 Uhr;
Paddington, 14.30, 16.45 Uhr;
Pride, ab 6 J, 17.15, 20.15 Uhr
Scala-Kinocenter, Wörthstr. 4 - 6,
09281 3684; Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J, 14.15 Uhr;
Herz aus Stahl, ab 16 J, 16.45, 20.15 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 17, 20 Uhr;
Mucize - Wunder (OV), ab 6 J, 14, 16.45,
19.30 Uhr;
Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14.30, 17.30, 19.30 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere,
ab 12 J, 20 Uhr
Schleiz: Neues Kino im Hörsaal, Löhmaerweg 2, 03663 422805;
Honig im Kopf, ab 6 J, 17, 20 Uhr
Zwickau: Filmpalast Zwickau, Poetenweg
6 - 8, 0375 3536410;
Alles ist Liebe, 20.10 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere,
ab 12 J, 17.05, 19.20 Uhr;
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D
HFR, ab 12 J, 16.40, 20 Uhr;
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1,
ab 12 J, 20.15 Uhr;
Exodus - Götter und Könige 3D, ab 12 J,
16.15 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 16.20 Uhr;
Paddington, 17.45 Uhr;
Sneak Preview, 20 Uhr;
Wie in alten Zeiten, 17.15, 20.15 Uhr
LOKALSPORT
Montag, 5. Januar 2015
Freie Presse
13
Läufer meistern vereiste Passagen
Leichtathletik
36. Neujahrsberglauf in Falkenstein
20,7 Kilometer (70 Starter)
Gesamtwertung Männer: 1. Nico Jahreis (SC
Sparkasse Hochfranken) 1:17:39,34 h; 2. Holger Zander (Läuferbund Schwarzenberg)
1:19:51,99; 3. Sören Schramm (Chemnitzer
LV Megware) 1:25:28,80.
Gesamtwertung Frauen: 1. Cordula Lauterbach (SGB Stadtsteinach) 1:48:45,97 h; 2.
Peggy Vogt (TSV 1888 Falkenau) 1:52:45,15;
3. Yvonne Schramm (Chemnitzer LV Megware)
1:56:18,01.
Altersklassensieger: M 20: Christian Liebal
1:35:57,95. M 30: Daniel Feustel 1:26:19,23.
M 35: Nico Jahreis (SC Sparkasse Hochfranken) 1:17:39,34. M 40: Holger Zander (Läuferbund Schwarzenberg) 1:19:51,99. M 45:
Sven Wewetzer (TSV Flöha) 1:31:37,90. M 50:
Steffen Großer (Läuferbund) 1:29:08,16. M
55: Andreas Wilde (TV Valtenberg) 1:40:03,0.
M 60: Volkmar Hildebrand (Pulsschlag Erzgebirge) 1:48:41,04. M 65: Frank Fiedler (LG
Vogtland/LAV Reichenbach) 1:57:36,45.
W 20: Cordula Lauterbach (SGB Stadtsteinach) 1:48:45,97. W 35: Peggy Vogt (TSV
1888 Falkenau) 1:52:45,15. W 40: Yvonne
Schramm (CLV Megware) 1:56:18,01. W 45:
Ines Uhlmann (Ferienhof Kröhnertmühle)
2:08:29,30. W 50: Ines Nowak (BSV Elsterberg) 2:07:48,82.
11,5 Kilometer (147 Starter)
Gesamtwertung Männer: 1. Erik Haß (SV
Vorwärts Zwickau) 42:10,40 min; 2. Sören
Trommer (SV Vorwärts Zwickau) 44:30,59; 3.
Jens Laudage (LG Neustadt an der Weinstraße) 45:37,81.
Gesamtwertung Frauen: 1. Anja Jakob (VSC
Klingenthal) 50:17,89; 2. Kerstin Trommler
(SV Vorwärts Zwickau) 53:49,18; 3. Laura
Schröter (LGV/LAV Reichenbach) 54:39,82.
Altersklassensieger: Männl. Jugend U 16:
Erik Temper (LG Vogtland) 45:56,16. M 20:
Lucas Schädlich (SSV 1990 Gera) 45:523,38.
M 30: Erik Haß (SV Vorwärts Zwickau)
42:10,40. M 35: Marcus Meyer (Reichenbach)
46:38,84. M 40: Sören Trommer (Vorwärts
Zwickau) 44:30,59. M 45: Thomas Drechsler
(Team Erdinger alkoholfrei) 47:48,46. M 50:
Olaf Fiebig (Albernau) 52:32,42. M 55: Winfried Bahmann (SV Triebel) 51:38,10. M 60:
Stephan Schlenzig (Vorwärts Zwickau)
52:23,72. M 65: Roland Bauch (LGV/VfB Lengenfeld) 1:00:37,92. M 70: Winfried Wehner
(LG Vogtland) 1:00:46,72. M 75: Raimund
Krauße (LV Einheit Greiz) 57:27,49.
Weibl. Jugend U 18: Saska Lange (LGV/LAV
Reichenbach) 55:14,85. W 20: Laura Schröter
(LGV/LAV Reichenbach) 54:39,82. W 30: Eveline Geßner 1:06:58,97 h. W 35: Jana Mende
56:33,80. W 40: Anja Jakob (Klingenthal)
50:17,89. W 45: Ute Pauleck (Treuener LV)
55:23,02. W 50: Kerstin Trommler (SV Vorwärts Zwickau) 53:49,18. W 55: Petra Paul
1:01:25,73. W 60: Ute Zillmann (TSV Mylau)
1:04:24,10. W 65: Annelie Haß (SV Vorwärts
Zwickau) 1:17:50,15.
3 Kilometer (56 Starter)
Gesamtwertung Männer: 1. Tobias Burkhardt 10:56,68 min; 2. Thomas Mädler
11.06,01; 3. Kevin Oertel (alle LG Vogtland)
11.23,53.
Gesamtwertung Frauen: 1. Marie Krauß
(TSV Elektronik Gornsdorf) 12:49,61 min; 2.
Uta Klug 13:12,36; 3. Kira Klug (beide Treuener LV) 13:31,45.
Alle Ergebnisse unter:
» www.neujahrsberglauf.de
273 Teilnehmer hat am
Samstag der 36. Neujahrsberglauf in Falkenstein gezählt. Zwei Vorjahressieger
triumphierten erneut.
Von Kindesbeinen an gelaufen
Anja Jakob vom VSC
Klingenthal hat die
Frauen-Konkurrenz
über 11,5 Kilometer
gewonnen. Gerd
Betka sprach mit
der 39-jährigen
Bauingenieurin.
VON GERD BETKA
FALKENSTEIN — Beim 36. Neujahrs-
berglauf, zu dem der SV Blau-Weiß
Auerbach am Samstag nach Falkenstein eingeladen hatte, sind neue Rekordmarken ausgeblieben. Bei trockenem Wetter, zwei Grad und bewölktem Himmel mussten die Läufer auf einigen vereisten Abschnitten auf der Bergrunde das Tempo
drosseln. Alle kamen aber ohne Verletzung durch. Unter den 273 Startern, die sich in die Ergebnislisten
eintrugen, konnten immerhin zwei
Herren ihren Vorjahressieg wiederholen.
Erik Haß in Sieglaune
Beim 11,5-Kilometer-Sparkassenlauf gewann, lautstark angefeuert
von Moderator Reiner Zimmermann, Erik Haß vom SV Vorwärts
Zwickau klar vor seinem Vereinskameraden Sören Trommer und Jens
Laudage von der LG Neustadt an der
Weinstraße. Der Lockenkopf landete bei seinem 19. Start in Falkenstein
den fünften Gesamtsieg und war in
42:10,40 Minuten nicht mal eine Minute langsamer als im Vorjahr. „Das
war für mich der dritte Lauf binnen
vier Tagen. Beim Silvesterlauf in
Leipzig war ich Dritter, beim Neujahrslauf in Merseburg Erster. Es
läuft im Moment prima“, erklärt der
32-Jährige. „An einigen Passagen
war es heute sehr glatt. Da dürfte
man es nicht übertreiben. Ich bin da
mit angezogener Handbremse gelaufen“, verriet er.
Im Ziel wurde er sofort von Wettkampfleiter Werner Fankhänel beglückwünscht. Fankhänel hatte
auch noch eine Anekdote parat:
Beim Fichtelberglauf vor 20 Jahren
habe er sich gefragt, was denn da für
ein Mädel vor ihm läuft. Es war Erik
Sorgte für internationales Flair über
11.5 Kilometer: Hamiyet Avci-Schädlich, die aus der Türkei stammt.
FOTO: JOACHIM THOß
SPORT IN ZAHLEN
Glückwunsch zum vierten Sieg in
Falkenstein. Wie lief es heute?
Anja Jakob: Die Strecke war okay, an
manchen Stellen etwas glatt, aber gut
freigeräumt. Mit meiner Zeit von gut
50 Minuten bin ich zufrieden. Bei dem
Wetter auf jeden Fall.
Wie lange frönen Sie eigentlich
schon dem Laufen?
Ich laufe von Kindesbeinen an. Heute
ist es auch ein schöner Ausgleich zum
Bürojob.
Was nehmen Sie sich 2015 als
sportliches Highlight vor?
Den Marathon beim Rennsteiglauf.
Wettkampfleiter Werner Fankhänel beglückwünscht den 11,5-Kilometer-SieFOTOS: JOACHIM THOß
ger Erik Haß vom SV Vorwärts Zwickau.
André Körner mit Tochter Felicitas
Heider über drei Kilometer im Ziel.
Haß, dessen Lockenpracht damals
noch blonder und wohl auch etwas
länger war. In Erinnerung daran
stand jetzt beiden das Grinsen im
Gesicht.
Erik Haß, der als Regionaltrainer
Leichtathletik in Zwickau arbeitet,
wünscht sich für 2015 vor allem, gesund zu bleiben: „Dass meine Achillessehne hält. Dann kommt alles
andre von allein“, sagt er.
Bei den Frauen feierte über 11,5
Kilometer Anja Jakob vom VSC
Klingenthal in 50:17,89 Minuten ihren vierten Gesamtsieg und verwies
Kerstin Trommler (Vorwärts Zwickau) und Laura Schröter (LAV Reichenbach) auf die Plätze.
Der 20,7-km-Wernesgrüner-Lauf
war indes fest in bayerischer Hand.
ren Starts über die mittlere Distanz
in Falkenstein hatte sie diesmal in
Vorbereitung auf den Rennsteig-Marathon die lange Strecke gewählt.
Nico Jahreis (SC Sparkasse Hochfranken) landete in 1:17:39,34 Stunden den vierten Sieg in Folge. Der
Klingenthaler Holger Zander wurde
wie im Vorjahr Zweiter. „Im Wald
war es ziemlich glatt. Bergauf gab‘s
wenig Grip, bergab musste man aufpassen“, schilderte der 36-Jährige.
Als Saisonhöhepunkt peilt er den
Marathon bei den Bayerischen Meisterschaften in München an.
Bei den Frauen hatte auf dem langen Kanten Cordula Lauterbach von
der SG Biathlon Stadtsteinach in
1:48:45,97 Stunden die Nase vorn.
Das ist fast 20 Minuten langsamer
als die Siegerzeit aus dem Vorjahr.
Ungläubig schaute die 27-Jährige:
„Ich habe gewonnen? Damit hätte
ich nicht gerechnet.“ Nach mehre-
International und familiär
Nachdem in früheren Jahren schon
Afrikaner und US-Amerikaner beim
Neujahrsberglauf begrüßt werden
konnten, sorgte diesmal eine junge
Türkin für internationales Flair:
Hamiyet Avci-Schädlich lief ebenso
wie ihr Mann Marcus vom VfB Auerbach die 11,5 Kilometer. Die beiden
bereiten sich auf den Straßenlauf
„Die 25 Kilometer von Berlin“ vor,
der am 10. Mai steigt.
Der Neujahrsberglauf ist vor allem ein Volkslauf, ein Ereignis für
die ganze Familie. Zum Beispiel
Den haben Sie schon zweimal gewonnen...
Ja, aber das Schönste ist einfach das
Dabeisein. Bei diesem Läuferfest trifft
man viele Bekannte.
kämpfte sich im 3-km-Lauf Felicitas
Heider Hand in Hand mit ihrem Vater André Körner den steilen Rathausberg hinauf. Die Achtjährige
vom SV Grünbach war zugleich die
jüngste Starterin. Die ältesten Läufer
waren Rainer Bartl (SuL Lößnitz)
und Klaus Gipser (Einheit Geiz), beide Jahrgang 1936. Für 36 Teilnahmen geehrt wurden Winfried Wehner und Rainer Milek. Zum 30. Mal
an den Start ging Roland Bauch, zum
20. Mal trat Sylke Milek an.
Wegen Bauarbeiten an der Rathausturnhalle mussten die Läufer
diesmal etwas längere Wege zu den
Umkleiden und zu den Duschen in
Kauf nehmen. „Nächstes Mal haben
wir eine moderne Halle“, kündigte
der Veranstalter an.
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14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
Montag, 5. Januar 2015
Hervorragender Ruf eilt Küche voraus
NACHRICHTEN
STÄDTEPARTNER
Oberfranken folgen
den Erzgebirgern
CHODAU/CHODOV — Nach Oelsnitz im
Erzgebirge hat die westböhmische
Stadt Chodau/Chodov nun auch
einen Partner in Oberfranken: das
rund 6700 Einwohner zählende
Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth. Die entsprechenden Verträge
wurden noch im Dezember von beiden Kommunalparlamenten bestätigt. Wie ins erzgebirgische Oelsnitz
sollen laut Patrik Pizinger, dem Bürgermeister von Chodov, auch zu
Waldsassen vielfältige Kontakte aufgebaut werden. (rewö)
EISSTADION
Ruine steht der
Abriss bevor
TEPLITZ/TEPLICE — Die Ruine des Eis-
stadions in Teplitz/Teplice, seit Jahren ein Ärgernis für die Stadt, hat
jetzt der Bauunternehmer Jaroslav
Tresnak erworben. Er kündigte zugleich den baldigen Abriss an. Was
anstelle des Beton-Torsos entstehen
soll, verriet er aber noch nicht. Tresnak stand zuletzt wegen Plänen in
der Kritik, im historischen Kurviertel Sanov ein Hochhaus errichten zu
wollen. Dem Unternehmer gehören
in der nordböhmischen Kurstadt
viele Häuser, darunter das Einkaufszentrum Fontana. (sneu)
POSTWESEN
Historische Bahn
bekommt Briefmarke
MOLDAU/MOLDAVA — Zum 130-jähri-
gen Bestehen der Bahnstrecke nach
Moldau/Moldava bringt die Tschechische Post im Mai eine Sonderbriefmarke heraus. Die Trasse ist mit
ihrem Viadukt bei Klostergrab/Hrob
und zwei Tunneln eine der spektakulärsten Bahnverbindungen in der
Tschechischen Republik. Vor einigen Jahren jedoch wurde der Verkehr wegen fehlender Auslastung
auf das Wochenende, die Wintersportmonate sowie die Sommerferien beschränkt. (sneu)
versitäten im Land offen steht. An
die Uni denkt Michal Basta aber
noch nicht, dafür hat er bereits Auslandserfahrung. Im Hotel „Röhrsdorfer Hof“ in Chemnitz absolvierte
er ein Sommerpraktikum. Einen
Monat probierte er alles aus, den
zweiten Monat arbeitete er schon als
Servierer, nahm Bestellungen auf
und brachte das Essen. Seine Erfahrung: „Der Umgang mit Gästen ist in
Deutschland freundlicher als bei
uns.“
Die Absolventen der
Hotelschule Teplitz/Teplice
sind sehr gefragt. Der
Lugsteinhof in Zinnwald
hat deshalb sogar seine
Speisekarte verändert.
VON STEFFEN NEUMANN
TEPLITZ/TEPLICE — Martin Vaček hat
jetzt nur eines im Kopf: Seit 7 Uhr
stand er mit der Kochklasse der Hotelschule Teplitz/Teplice am Herd.
Nun muss der Lehrer den Servierschülern erklären, um welche Essen
es sich handelt, die nach und nach
auf den Tabletts landen. Das ist gar
nicht so einfach, denn es geht bereits
auf 11 Uhr zu. Dann wird das Restaurant „Basta masopustu“ (Faschingsbastion) für die Besucher geöffnet.
Das bedeutet erfahrungsgemäß einen Ansturm, denn der Tag der offenen Tür in der Hotelschule ist immer ein großes Ereignis in der Stadt.
Wer es ermöglichen kann, nimmt
dann sein Mittagessen hier ein.
Böhmische Kost als Grundlage
Die Küche der Schule gilt als sehr
gut. Vor allem, weil man klassisch
böhmisch essen kann. „Das ist die
Grundlage unserer Ausbildung“,
sagt Vaček, der die Fächer Kochen
und Kochvorbereitung unterrichtet.
„Leider gibt es die klassische tschechische Küche meist nur in Gourmetrestaurants für viel Geld. Die
einfachen Gaststätten haben das
nicht, am ehesten noch Betriebskantinen“, so der Lehrer. Ursachen seien
schlechtes Management und mangelnde Bezahlung der Köche.
An der tschechischen Küche liege das nicht, glaubt Vaček. Denn die
sei nicht kompliziert. Ein Blick auf
die Tagesgerichte lässt einem das
Wasser im Mund zusammenlaufen:
Schlachtegulasch mit Semmelknödeln oder Gänseconfit mit Rotkrautpüree und Kartoffelknödeln. Während die Servierer die ersten Portionen ins Restaurant tragen, bereiten
andere im Team Mixgetränke zu.
Katerina Prochazkova mit einem Tablett voller typisch tschechischer Gerichte.
Legendär: Gulasch mit Knödeln.
FOTOS (3): EGBERT KAMPRATH
Martin Vacek ist einer der Lehrer an der Hotelfachschule.
Fakten zur Hotelschule Teplitz/Teplice
Voraussetzung für den Besuch der
Hotelschule sind neun Jahre Grundschule. Abiturfächer sind Hotelwesen
und Betriebswirtschaft. Berufsfächer
sind Kellner, Koch und Konditor.
Während an vielen Schulen nur eine
Pflichtsprache gelehrt wird (meist
Englisch), ist in Teplitz/Teplice für
das Abitur Deutsch obligatorisch.
Bekannt ist die Hotelschule durch re-
gelmäßigen Einsatz in der Prager
Burg. Dort wurde auch US-Präsident
Barack Obama bedient. Das Schulgebäude mit Restaurant befindet sich
am Smetanovo namesti 786/1. (sneu)
Hotelfachschüler zeigen ihr Können
im kunstvollen Schnitzen von Obst
und Gemüse. Und als Nachtisch gibt
es süße Naschereien.
„Unser Tag der offenen Tür läuft
jedes Jahr mit einem anderen The-
ma, diesmal ist es der Fasching“, erklärt Michal Basta das Prinzip. Elegant gekleidet im Anzug bereitet
sich der junge Mann aus Tetschen/
Děčín auf seinen Einsatz als Servierer vor. Er lernt im dritten Lehrjahr
Hotelwesen. Die Ausbildung endet
nach vier Jahren mit dem Abitur.
Mit dem deutschen Fachabitur ist
das nur teilweise vergleichbar, weil
den tschechischen Schülern danach
die komplette Fächerbreite an Uni-
Schüler probieren sich aus
Dass sich Schüler aus Teplice regelmäßig in sächsischen Restaurants
und Hotels ausprobieren können, ist
Jitka Vratilova zu verdanken. Die
Deutschlehrerin knüpfte vor zehn
Jahren Kontakte zum Wirte-Stammtisch Altenberg-Geising. Inzwischen
ist die Koordination der Praktika
zu ihrer Hauptaufgabe geworden.
Im vergangenen Schuljahr gastierten 118 Schüler allein aus der Hotelschule in sächsischen Hotels und
Gaststätten. Das war Rekord.
Zu den gefragtesten Zielen gehört
der Lugsteinhof in Zinnwald. „Ich
habe fast das ganze Jahr über einen
tschechischen Praktikanten in meinem Team“, bestätigt der Hotelchef
Jochen Löbel. Die Wochen der tschechischen Küche, die im kommenden März schon zum achten Mal
ausgerichtet werden, sind entscheidend durch die Kooperation mit der
Schule in Teplice gewachsen und
entstanden.
Seine tschechischen Praktikanten lobt Löbel in den höchsten Tönen. „Sie sind fleißig, motiviert,
offen und gut ausgebildet“, zählt er
auf. Das Wort Fachkräftemangel
kennt er nicht. Aus einigen der
Praktikanten sind inzwischen Mitarbeiter geworden, mit denen der
Lugsteinhof die wachsende tschechische Kundschaft in ihrer Landessprache bedienen kann. „Unsere Küche hat sich hin zu böhmischen Spezialitäten verändert“, nennt Löbel eine weitere Auswirkung der Partnerschaft. Das freut auch Kochlehrer
Martin Vaček. So bleibt die Tradition
der böhmischen Küche zumindest
im Ausland gewahrt.
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TERMINE
9. Januar bis 3. Februar: Cheb,
Galerie G4: Ausstellung mit Arbeiten, die beim 19. Aktfoto-Workshop
2014 entstanden sind.
10. Januar: Karlovy Vary, Musikklub Irska: Konzert der Hardrockband Coda aus Karlovy Vary. Beginn
ist 20 Uhr.
10. Januar: Eishockey, 2. Liga: Baník
Sokolov gegen Řisuty. Spielbeginn
ist 17.30 Uhr.
Bis 25. Januar: Karlovy Vary, Galerie umení: Ausstellung mit Arbeiten
von Jakub Obrovský (1882-1949).
5. Februar: Karlovy Vary, KV-Arena:
Eishockeyländerspiel Tschechische
Republik gegen Russland. Spielbeginn ist 18.30 Uhr.
Vorschau: 8. Juli: Karlovy Vary,
Freilichtbühne: Konzert des Karlsbader Symphonieorchesters mit der
tschechischen Gruppe Olympia und
der legendären ungarischen Band
Omega. (tm)
Mobbing-Vorwürfe im
Symphonieorchester
Ortsverband löst
sich nach Wahl auf
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Misstöne
DUX/DUCHCOV — Die tschechischen
Sozialdemokraten haben ihren Ortsverband im nordböhmischen Dux/
Duchcov aufgelöst. Das berichtet
Radio Prag. Der Grund für diese drastische Maßnahme ist die Zusammenarbeit mit der rechtsextremen
und Roma-feindlichen Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit
(DSSS), die der Ortsverband nach
den Kommunalwahlen im Oktober
eingegangen war. Im siebenköpfigen Stadtrat hatten sich Sozialdemo-
überschatten derzeit das Wirken
des traditionsreichen Karlsbader
Symphonieorchesters (KSO), das
1835 von Josef Labicky gegründet
wurde. In einem Bericht der Zeitung
„Karlovarsky deník“ ist von Mobbing gegenüber Musikern des Ensembles die Rede, von Schikanen
und Diskriminierung.
Die Orchester-Gewerkschaft hat
sich mit der Bitte an den Stadtrat gewandt, die Vorwürfe durch eine un-
abhängige Kommission untersuchen zu lassen. Es gehe dabei um eine Grundsatzfrage, wird Gewerkschaftsvertreter Daniel Fajkus in der
Zeitung zitiert. Laut Jan Kopal, dem
Sprecher der Stadtverwaltung, ist
der Antrag bei den Stadträten eingegangen und werde bearbeitet.
Šimon Kaňka, der Intendant des
KSO, hat sich nach Zeitungsangaben noch nicht zu den Vorwürfen
äußern können. Er sei geschäftlich
im Ausland unterwegs. (tm)
kraten, Kommunisten und Jindřich
Svoboda von der Arbeiterpartei auf
eine Regierungsarbeit verständigt.
Die Zusammenarbeit mit einer
rassistischen oder faschistoiden Partei widerspricht den Grundsätzen
der Sozialdemokraten. Die Parteiführung hatte bereits im November
die Auflösung des Ortsverbands gefordert. Der Kreisverband Aussig/
Ústí nad Labem sah dafür keinen
Grund. Nun hat der Parteivorstand
die Entscheidung getroffen. (tm)
Sternmarsch eröffnet besonderes Jahr
tungen vorsieht. Der Spot „Willkommen in Pilsen“, mit dem für die
Kulturhauptstadt geworden wird,
erhielt bei „Tour, Region, Film“ in
Karlsbad/Karlovy Vary einen Preis.
Die Besucher der Stadt können sich
auf einzigartige Ausstellungen freuen. Es locken Theater- und Tanzvorstellungen, das Multigenre-Festival
„Neun Wochen Barock“, die Saison
mit dem neuen Zirkus und viele
weitere Projekte.
Das westböhmische
Pilsen/Plzen ist 2015
eine von Europas
Kulturhauptstädten.
Das Programm beginnt
am 17. Januar.
VON THORALD MEISEL
PILSEN/PLZEN — Ein
Sternmarsch,
der aus fünf Richtungen zum Platz
der Republik in Pilsen/Plzeň führt,
bildet am 17. Januar offiziell den
Auftakt des Programms für Europas
Kulturhauptstadt 2015. Die Dramaturgie und Regie der spektakulären
Eröffnungsfeier liegt in den Händen
von Petr Forman, dem Sohn des
oskargekrönten Preisträgers und Regisseurs Miloš Forman. Hauptanziehungspunkt dieses Abends voller
Musik, Bilder, Spannung und Emo-
Ein origineller Brunnen ziert den Marktplatz von Pilsen/Plzen, in diesem Jahr
Europas Kulturhauptstadt 2015.
FOTO: THORALD MEISEL (ARCHIV)
tionen wird der weltbekannte Seiltänzer David Dimitri sein.
Mit Handel und Industrie ist die
heute fast 170.000 Einwohner zählende Stadt reich geworden, etwa
mit Maschinenbau, Metallindustrie
und einer der größten Brauereien
der Welt. Nach dem jahrzehntelan-
gen Ruf als Industriestadt sollen
laut Bürgermeister Martin Baxa
nun Kunst, Kultur und Kreativität
für ein neues Image sorgen. Fünf
Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten. Umgerechnet 15 Millionen
Euro kostet das Programm, das über
das Jahr verteilt rund 600 Veranstal-
DIE NÄCHSTEN TERMINE: 23. Januar bis
15. November: Saison des neuen Zirkus mit
Ensembles aus Frankreich, Italien, Spanien,
Kanada und der Schweiz. 21./22. Februar:
Lichterfestival. 29. Juni bis 30. August: Festival „Neun Wochen Barock“. 28. bis 30. August: Die meterhohen Marionetten der französischen Straßentheatergesellschaft Royal
de Luxe stellen sich vor. 5. Mai bis 20. September: Schau über den aus Pilsen stammenden Maler Gottfried Lindauer, dessen
40 Maori-Porträts in Neuseeland als Kulturschatz gelten.
» www.plzen2015.cz
Auf Triangel
ruhen große
Hoffnungen
Im Gewerbegebiet soll
es einmal 7500 Jobs geben
SAAZ/ŽATEC — Im Gewerbegebiet Triangel in der nordböhmischen Stadt
Saaz/Žatec sollen im Jahr 2022 mindesten 7500 Beschäftigte tätig sein,
die meisten davon in Zulieferbetrieben der Automobilbranche. Das berichtet die Zeitung „Chomutovsky
deník“.
Aktuell sind im Triangel-Gewerbegebiet acht Unternehmen ansässig und tätig, die rund 2000 Mitarbeitern Lohn und Brot geben. Im
Jahr 2011 hatte die Zahl der Beschäftigten bei knapp 750 gelegen – eine
Folge der globalen Finanzkrise von
2008, in deren Zusammenhang auch
namhafte Firmen wie Hitachi und
Panasonic ihre Niederlassungen in
Žatec geschlossen haben. Damals
verloren rund 1500 Menschen ihren
Job.
Investor aus Südkorea
Der derzeit größte Triangel-Investor
ist ein südkoreanischer Reifenhersteller, der heuer mit dem Aufbau einer Fabrik beginnen will. Produktionsstart soll 2018 sein. 2022 will das
Unternehmen 2300 Mitarbeiter zählen. Die Grammer AG aus Amberg
will Hallen, in denen einst Panasonic TV-Bildschirme produzierte, für
die Herstellung von Auto-Innenausstattungen nutzen und plant dafür
mit 2000 Beschäftigten. Die Firma JC
Interiors Tschechien, ebenfalls Zulieferer der Automobilbranche, will
ihr Team von derzeit 700 auf etwa
1250 Mitarbeiter im Jahr 2022 anheben. Ansiedeln will sich 2015 zudem
die spanische Firma Gonvarri. (tm)
SPORT AM MONTAG
Montag, 5. Januar 2015
NACHRICHTEN
HANDBALL
Pokal-Aus für
Leipzigerinnen
LEIPZIG — Der HC Leipzig ist als
Titelverteidiger im Viertelfinale des
DHB-Pokals ausgeschieden. Nach
einer schwachen zweiten Hälfte verlor das Team von Trainer Norman
Rentsch das Bundesliga-Duell in
eigener Halle gegen den VfL Oldenburg mit 28:29 (17:9). „Es ist tragisch
und ich finde keine richtigen Worte
dafür, wie man eine 17:10-Führung
noch aus der Hand geben kann“,
ärgerte sich Manager Kay-Sven Hähner maßlos. Nationalspielerin Anne
Müller meinte: „Die Enttäuschung
ist sehr groß. Jetzt ist es leider nichts
mit dem Final Four geworden, damit
müssen wir umgehen.“ (dpa)
EISHOCKEY
Adler Mannheim
weiter auf Höhenflug
HAMBURG — Die Adler Mannheim
bleiben in der DEL das Maß der Dinge. Der Tabellenführer beendete die
sieben Spiele anhaltende Erfolgsserie der Hamburg Freezers mit einem
3:2-Auswärtssieg. Der Titelaspirant
baute seinen Vorsprung vor Hamburg auf 15 Punkte aus. Die Eisbären
Berlin sicherten sich mit dem 5:0 gegen den EHC München wichtige
Zähler für einen Playoff-Platz. (dpa)
ZITAT DES TAGES
„Der Vergleich mit
Sven Hannawald
ehrt mich, aber seine Fußstapfen sind
doch sehr groß.
Da muss ich noch
ein paar Socken
drüberziehen, um
da reinzupassen.“
Richard Freitag, Sieger am Bergisel
LEUTE HEUTE
FOTO: IMAGO
Claudia Pechstein (42), sieht den
Weltverband ISU unter Druck.
„Wenn die Münchner Kammer ernst
macht, wird es für
die ISU richtig böse. Die Verbandsbosse haben mir
alles genommen,
mein Image komplett
zerstört“,
meinte die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in einem Zeitungsinterview
Am 15. Januar soll ein Urteil im
Schadensersatzprozess von Pechstein fallen. Sie fordert 4,4 Millionen
Euro, weil sie 2009 aufgrund eines
verdächtigen Blutwertes für zwei
Jahre gesperrt wurde. Pechstein
machte eine vererbte Anomalie für
den Wert verantwortlich. (dpa)
FOTO: IMAGO
Robert Huth (30), früherer Fußball-Nationalspieler, hat Ärger wegenTwitter-Nachrichten. Der englische Fußball-Verband FA ermittelt
Medienberichten zufolge gegen den
Spieler von Stoke
City, weil er angeblich an einem
Ratespiel
teilnahm, bei dem das
Geschlecht von
Menschen in freizügigen Posen erkannt werden soll.
Huth löschte seine Kommentare
später und twitterte: „Niemand sollte beleidigt werden, aber ich entschuldige mich, wenn ich jemanden
angegriffen haben sollte.“ Huth bestritt in dieser Saison bisher nur drei
Spiele für den Erstligisten. (dpa)
Seite S1
Feiertag für Freitag
Der Erzgebirger hat den
ersehnten deutschen
Befreiungsschlag gelandet
und gestern das BergiselSpringen der Vierschanzentournee gewonnen.
VON THOMAS PRENZEL
INNSBRUCK — Was für ein Springen,
was für eine Stimmung und was für
ein Sieger: Richard Freitag stemmte
gestern um 16.19 Uhr seine Sprungski in den Himmel über Innsbruck
und feierte seinen fünften Weltcupsieg mit ganz breitem Grinsen. Keine überschäumende Jubelarie zwar,
aber die Freude stand dem Breitenbrunner nach den Nackenschlägen
zum Tourneeauftakt ins Gesicht geschrieben. Zwei hochwertige Flüge
auf 133,5 und 132,0 Meter, dazu vom
Klingenthaler Wertungsrichter Jürgen Thomas die Höchstnote 20,0 für
die Haltung im zweiten Sprung. „Ich
hatte ja gesagt, dass ich heiß bin und
den Hexenkessel am Bergisel zum
Brodeln bringen will. Das hat ganz
gut geklappt“, sagte Freitag nach seinem ganz persönlichen Feiertag und
lächelte verschmitzt dabei.
22.500 Fans verwandelten das
Bergisel-Stadion in ein Tollhaus.
Dazu trug auch Stefan Kraft bei. Der
Österreicher flog im ersten Sprung
zu einem sensationellen Schanzenrekord. Mit 137,0 Metern überbot er
die alte Bestmarke von Sven Hannawald (134,5 m) deutlich, wurde im
zweiten Versuch allerdings von
Landsmann Michael Hayböck
(138,0 Meter) noch übertroffen.
Obwohl Hayböck mit einer Hand in
den Schnee griff, zählte der Rekord.
„Seit zehn Jahren haben wir die
Regel, dass das Aufgreifen mit einer
Hand nicht mehr als Sturz gilt“, erklärte Rennchef Walter Hofer.
Der gebürtige Erzgebirger Hannawald hatte im Januar 2002 den
letzten deutschen Tournee-Tagessieg in Innsbruck geholt. 13 Jahre
später stand nun Richard Freitag
ganz oben. Und als ob es zu diesem
sportlich hochklassigen Wettbewerb nicht anders sein konnte,
jubelten sogar vier Skispringer auf
dem Podest: Neben Freitag und dem
in der Tourneewertung weiterhin
führenden Stefan Kraft teilten sich
die Oldies Simon Ammann (33 Jahre) und Noriaki Kasai (42) Rang drei.
Ganz oben aber thronte Richard
Freitag. Gerührt lauschte er der Nationalhymne und hielt anschließend
immer wieder seine Hand mit den
fünf ausgestreckten Fingern vor die
Freude pur auf dem Podest: Stefan Kraft, Richard Freitag, Simon Ammann und Noriaki Kasai (von links) am Bergisel.
zahlreichen Kameralinsen. „Das
sollte heißen, jetzt habe ich die Fünf
vollgemalt“, erklärte der 23-Jährige
von der SG Nickelhütte Aue. Bisher
waren ihm Weltcupsiege in Harrachov (2011) sowie in Oberstdorf
beim Skifliegen, in Lahti (jeweils
2013) und kurz vor dieser Tournee
in Engelberg gelungen. Zuhause im
heimischen Breitenbrunn verfolgten Vater Holger und Mutter Diana
den deutschen Befreiungsschlag am
Fernsehgerät und stießen anschließend auf ihren Sohnemann an. „Besser geht‘s fast nicht“, lobte Holger,
der es in seiner aktiven Laufbahn
auf einen Weltcupsieg (1983 in Harrachov) gebracht hatte.
Dass der Sprössling seinen Vater
in der Erfolgsbilanz überholen würde, war schon länger abzusehen.
Allerdings schlugen Freitag junior
auch manchmal, wenn es drauf
ankam, die Nerven ein Schnippchen. Diesbezüglich sieht Bundestrainer Werner Schuster den Erzgebirger auf dem richtigen Weg.
„,Richi‘ befindet sich in seiner Per-
sönlichkeit in einer interessanten
Entwicklungsphase. Er wird offener,
freier und genießt es mehr, vor Publikum zu springen“, erklärte Schuster: „Diesmal hat er sich die Lockerheit bewahrt. Vielleicht waren nach
dem Sieg in Engelberg seine Erwartungen für die Tournee zu hoch, sei-
ne Leistungen aber noch nicht stabil
genug“, wertete der Bundestrainer.
Schuster hat offenbar nach den
Enttäuschungen in Oberstdorf und
Garmisch die richtigen Worte gefunden. Auch öffentliche Worte, die
sich nicht zartfühlend für seine Athleten anhörten. „Die Kritik war auch
Finne Jouko Törmänen mit 60 Jahren gestorben
Skisprung-Olympiasieger Jouko
Törmänen (Foto) aus Finnland ist tot.
Der Goldmedaillengewinner von 1980
in Lake Placid erlag
am Samstag im
Alter von 60 Jahren
einer schweren
Krankheit, teilten
die Tournee-Organisatoren mit. Törmänen wirkte jahrelang als Vorsitzender des SkisprungKomitees im Welt-Skiverband FIS.
FOTO: IMAGO/ARCHIV
Freie Presse
Super-Enduro
Taddy Blazusiak
aus Polen hat
den WM-Lauf in
Riesa gewonnen.
Seite S4
Der Klingenthaler Jürgen Thomas
erhielt als Wertungsrichter C des
Bergisel-Springens ein Gastgeschenk
der Vierschanzentournee. Der ehemalige Springer und Tournee-Teilnehmer musste seine Karriere frühzeitig
wegen einer Knieverletzung beenden.
Danach war der heute 59-Jährige hin
und wieder als internationaler
Kampfrichter im Skispringen dabei.
Viele freiwillige Helfer sorgten mit
stundenlangen Schaufeleinsätzen
dafür, dass am Bergisel überhaupt ein
Springen stattfinden konnte. „Es hatte 40 Zentimeter Neuschnee gegeben. Wir wussten am Anfang nicht, ob
wir der Sache Herr werden“, so Tournee-Präsident Alfons Schranz. (tp)
FOTO: IMAGO
angebracht. Man muss auch ehrlich
zu sich sein, wenn es nicht läuft“, berichtete Freitag, wie Springer und
Trainer mit den Nackenschlägen der
ersten Tournee-Stationen umgingen
und den Frust in eine Trotzreaktion
ummünzen wollten. Die entscheidende Sache bei der Krisenbewältigung formulierte Schuster so: „Wir
haben weiter zusammengehalten
und an unsere Qualität geglaubt.“
In Innsbruck glückten Richard
Freitag zwei Superflüge. Und jeweils
landete der Physiotherapeut in Ausbildung im butterweichen Telemark. Schuster vergaß nicht zu erwähnen, dass auch ein Quäntchen
Glück dazu gehörte an diesem historischen Tag: „Welche Luke, welcher
Wind, das war keine einfache Sache
heute“, beschrieb er den Balanceakt
am Bergisel. Letztlich strahlte „Richi“ Freitag mit dem Pokal im Fahnenmeer. Und dem Gefeierten fiel es
auch zwei Stunden nach dem Triumph schwer, seine Gefühle in Worte zu fassen: „Ich kann nur sagen,
super genial. Es hat Spaß gemacht.“
Anzugtricks – was läuft da im Schritt?
Keine Tournee ohne heiße
Materialdiskussion. In der
Formel 1 des Wintersports
soll die Unterwäsche die
Skispringer beflügeln.
INNSBRUCK — Keine zehn Minuten
war das Auftaktspringen der Tournee in Oberstdorf zu Ende, da klingelte in der „Freie-Presse“-Sportredaktion das Telefon. Joachim Winterlich, der langjährige Erfolgstrainer von Olympiasieger Jens Weißflog, meldete sich und kommentierte das deutsche Debakel mit Unmut.
Und der Coach stellte die Frage, ob
denn im Skispringen noch alles mit
rechten Dingen zugeht. Ihm war in
den TV-Zeitlupen aufgefallen, dass
zum Beispiel einige Springer aus
Österreich mit einem über dem
Gesäß leicht nach unten gezogenen
Sprunganzug durch die Luft geflogen sind. Der dadurch in der Fläche
vergrößerte Schritt erzielt einen besseren Trageeffekt. Erlaubt sind seit
dieser Saison maximal drei Zentime-
ter Spielraum zwischen Körper und
Anzug. Das Reglement versuchen
die Athleten immer voll auszureizen. Die Frage ist, ob der eine oder
andere übers Ziel hinausschießt und
wenn, wie das passiert.
Fest steht: Wieder mal kocht bei
einer Tournee das Thema Material
hoch. Das Schweizer Boulevardblatt
„Blick“ titelte sogar: „Auch Simi ein
Betrugs-Opfer?“ Gemeint war der
viermalige Olympiasieger Simon
Ammann, der aufgrund eines eigenen Fehlers in Oberstdorf nach vorn
in den Schnee fiel und alle Träume
auf seinen ersten Tourneegesamtsieg begraben musste. „Blick“ zitiert
den Skisprungchef im Schweizer
Skiverband, Berni Schödler, so: „Wer
heute noch tricksen will, der macht
es bei den Anzügen.“
Wie das funktionieren könnte,
darüber lässt sich nur spekulieren.
Die amtierenden Springer und Trainer reden – wenn überhaupt – nur
hinter vorgehaltener Hand. Auch
Winterlich betont: „Mir fällt nur
etwas auf. Beweisen kann ich natürlich nichts.“ Das leuchtet ein, denn
alle zehn Erstplatzierten von Oberst-
dorf bis Innsbruck wurden bei der
automatischen
Anzugkontrolle
nach dem Wettkampf nicht beanstandet, erklärt Walter Hofer, Renndirektor im Ski-Weltverband FIS.
Die Kontrollen werden vom Kärntner Sepp Gratzer in der Hauptverantwortung durchgeführt. Der kann
allerdings die Springer auch nicht
während der Luftfahrt kontrollieren. Und da liegt der Hase im Pfeffer.
Spekuliert wird, dass die Unterwäsche der Springer mit einem speziellen Material, einer Art Klebstoff, ausgestattet ist. Dieser ermöglicht es,
den darüber liegenden Anzug über
das Gesäß nach unten zu ziehen, bevor sich der Springer auf den Balken
setzt. Damit kann er im Flug den
weiten Schritt nutzen. Wieder gelandet, löst der Athlet mit einer
schnellen Bewegung wie zum Beispiel einer Jubelgeste, den Anzug
wieder von der Unterwäsche und
tritt regelkonform zur Kontrolle an.
FIS-Funktionär Gratzer hat also
kein leichtes Spiel. In Garmisch soll
zudem Sieger Anders Jacobsen seine
Ärmel (bis zum Handgelenk erlaubt) zu weit nach unten gezogen
haben, um einen ähnlichen Effekt
wie im Schritt zu erzielen. Früher
zogen Springer den Anzug mittels
eines Haken am Stiefel weit nach
unten. Dieses Schlupfloch ist aber
entdeckt und nun verboten.
Sepp Gratzer hat auch schon mal
seinen Landsmann Andi Kofler
wegen eines nicht regelkonformen
Anzuges disqualifiziert. Aber in seiner Haut stecken möchte wohl niemand. Der Österreicher müsste –
insofern er einen Regelverstoß erkennt – zum Beispiel auch einen
möglichen Tourneesieger Stefan
Kraft disqualifizieren. Das würde in
seinem Land einen Skandal auslösen. Aber offenbar können alle Skisprung-Nationen mit der Situation
leben. Und das, weil alle selbst auf
Vorteile hoffen? Bundestrainer Werner Schuster will sich nicht an Spekulationen beteiligen, sagt nur: „Ich
habe nichts dergleichen beobachtet.
Wir haben unsere Meter verloren,
weil wir schlecht Ski gesprungen
sind.“ Österreichs Nationaltrainer
Heinz Kuttin erklärt: „Wir sind materialtechnisch sehr gut unterwegs.“
Was immer das heißen mag. (tp)
Gregor Schlierenzauer schwebt am
Bergisel in Richtung Tal. Der Anzug
spielt beim Fliegen eine große Rolle.
FOTO: DANIEL KARMANN/DPA
S2 Freie Presse
SPORT
Montag, 5. Januar 2015
FCE startet
mit Neuzugang
Rankovic
NACHRICHTEN
FUSSBALL
40.000 Fans bejubeln
Rückkehr von Torres
Beim FC Erzgebirge Aue fiel gestern
MADRID — Der spanische Fußballna-
Vormittag der Startschuss für die
Vorbereitung auf die Rückrunde in
der 2. Fußball-Bundesliga. Beim ersten Training nach der Winterpause,
welches in der Halle stattfand, begrüßte Trainer Tomislav Stipic auch
Neuzugang Vladimir Rankovic, den
Arvydas Novikovas (vorn) gleich im
Zweikampf forderte. Rechtsverteidiger Rankovic wurde bis zum Saisonende vom Bundesligisten Hannover
96 ausgeliehen. „Wir haben mit ihm
einen Wunschspieler gefunden, der
unserem Spiel noch mehr Flexibilität verleihen wird“, sagte Stipic. Der
21-Jährige spielte in Hannover allerdings nicht in der Bundesliga, er lief
elfmal in der Regionalliga auf. Der
Deutsch-Serbe könnte heute noch
einen Landsmann in Aue begrüßen.
Laut Vereinspräsident Helge Leonhardt sind sich die Sachsen mit
Slavko Perovic (25) einig. Der serbische Stürmer soll die Erzgebirger in
der Offensive verstärken. Perovic
spielte zuletzt für den Erstligisten
Rad Belgrad. In der Vorsaison war er
Torschützenkönig der zweiten türkischen Liga, traf 19 Mal für
FOTO: PICTURE POINT
Manisaspor.
tionalspieler Fernando Torres ist bei
der Rückkehr zu seinem Heimatverein Atlético Madrid von mehr als
40.000 Fans begeistert empfangen
worden. Siebeneinhalb Jahre nach
seinem Weggang sagte der 30 Jahre
alte Stürmer bei der Präsentation
gestern im Madrider Estadio Calderón sichtlich bewegt: „Es ist sehr
schön, wieder zu Hause zu sein.“ Am
Samstag hatte Torres den 3:1-Triumph seiner neuen Teamkollegen
gegen Levante gesehen. Der Weltmeister von 2010 wird am Mittwoch
im pikanten Pokal-Achtelfinal-Hinspiel gegen Champions-League-Sieger Real Madrid wohl erstmals wieder das rot-weiße Trikot des spanischen Meisters tragen. (dpa)
FUSSBALL
Badstuber bereits
im Training
MÜNCHEN — Schon drei Tage vor dem
offiziellen Trainingsauftakt des FC
Bayern München hat Fußball-Nationalspieler Holger Badstuber beim
deutschen Meister als erster Profi die
Arbeit im neuen Jahr aufgenommen. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler absolvierte gestern auf dem Vereinsgelände ein individuelles Programm unter der Anleitung von Fitnesscoach Holger Broich. Der Innenverteidiger musste seit September
mit einem Muskelsehnenriss im
linken Oberschenkel pausieren. Zuvor hatte Badstuber zu Saisonbeginn nach zwei Kreuzbandrissen ein
verheißungsvolles Comeback in der
Bundesliga gefeiert. (dpa)
GEWALTTAT
Fußballer in
Dagestan erschossen
MACHATSCHKALA — Ein Unbekannter
hat den Fußballer Hassan Magomedow des russischen Zweitligaclubs
Anschi Machatschkala in der Unruheregion Dagestan im Nordkaukasus erschossen. Der 20-jährige Linksverteidiger aus der zweiten Mannschaft sei auf dem Weg in ein Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilten die örtlichen Behörden
gestern mit. Das Motiv der Tat war
zunächst unklar. In Dagestan
kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen nach einem unabhängigen Kaukasus-Emirat strebenden
Islamisten und russischen Sicherheitskräften sowie kriminellen Banden. (dpa)
EISHOCKEY I
Jagr gelingt Rekord
mit Dreierpack
NEW JERSEY — Eishockey-Superstar
Jaromir Jagr hat in der nordamerikanischen Profiliga NHL eine Bestmarke aufgestellt. Gut einen Monat vor
seinem 43. Geburtstag führte der
Tscheche die New Jersey Devils mit
drei Toren zum 5:2 gegen die Philadelphia Flyers und ist nun der älteste NHL-Profi, dem ein Dreierpack
gelungen ist. Jagr traf zum 1:0, 3:0
und 5:0. Zuvor war nach Liga-Angaben der Kanadier Gordie Howe der
älteste Spieler mit drei Toren in einer NHL-Partie. Sein Rekord stammte von 1969, er war damals 41. (dpa)
Spaß und Spannung beim Budenzauber
Titelverteidiger Chemnitzer FC musste sich beim
Braustolz-Cup mit Rang
vier begnügen. Den Pokal
entführten die ZweitligaFußballer aus Aue.
VON KNUT BERGER
CHEMNITZ — Der FC Erzgebirge hat
gestern das Chemnitzer Hallenfußballturnier um den Braustolz-Cup
gewonnen. Um zu triumphieren,
benötigte das Team gegen Kickers
Offenbach im Endspiel jedoch die
Verlängerung und das Neun-MeterSchießen, bevor vor 3100 Zuschauern der 4:2 (2:2, 1:1)-Erfolg fest stand.
Held im Duell vom Punkt war Aues
Keeper Sascha Kirschstein, der zweimal parieren konnte. Es war der insgesamt vierte Erfolg der Erzgebirger
bei diesem Turnier.
Lokalmatador Chemnitzer FC,
der sein Heimturnier zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Im Spiel um Platz 3 verlor die
Mannschaft von Trainer Karsten
Heine gegen den Halleschen FC 4:5
(2:2) nach Elfmeterschießen. Dabei
war der CFC gegen den Ligakonkurrenten aus Sachsen-Anhalt mit ei-
TORONTO — Die deutschen U-20-Junioren unter Eishockey-Bundestrainer
Pat Cortina sind nach dem sechsten
sieglosen Spiel bei der WM in Kanada abgestiegen. Die deutsche Auswahl verlor am Samstag ihr zweites
Relegationsspiel gegen die Schweiz
erneut mit 2:5 (1:2, 1:1, 0:2). Bereits
in der ersten Partie um den Verbleib
in der Top-Division hatte sich das
Cortina-Team den Schweizern mit
2:5 geschlagen geben müssen. „Wir
sind sehr frustriert“, sagte der Trainer nach dem bitteren Abstieg in die
Zweitklassigkeit. (dpa)
Der Spaß am Budenzauber ging
den Auern aber im letzten Vorrundenspiel gegen den späteren Finalgegner aus Offenbach vorübergehend verloren. Der Regionalligist,
der vom Ex-Auer Coach Rico
Schmitt trainiert wird, führte nach
sechs Minuten bereits 5:0 und fertigte den aktuellen Tabellenletzten der
2. Liga schließlich 8:3 ab. Schmitt
hielt danach aber den Ball flach.
„Wir wollen doch die Sache nicht
überbewerten“, sagte der gebürtige
Karl-Marx-Städter. „Vielmehr ist es
doch schön, dass sich meine Männer
hier auf dem Feld richtig austoben,
ein paar gelungene Spielzüge zeigen
und somit dem Publikum etwas bieten“, meinte Schmitt. Zugleich freute er sich, mit seinem Team überhaupt dabei sein zu dürfen. „Wir
sind dankbar, dass wir als Regionalligist nach 2014 auch in diesem Jahr
wieder eine Einladung erhalten haben.“
Der Sieg der Kickers blieb jedoch
nicht ohne Folgen. Denn die Tabellenkonstellation in den Gruppen
ergab, dass das von vielen Fans erträumte Endspiel zwischen dem
CFC und Aue bereits im Halbfinale
stattfand. Dort dominierten die Veilchen nicht nur auf dem Platz, auch
die FCE-Anhänger sorgen auf den
Rängen für eine klare Übermacht.
„Wir haben ein tolles Turnier mit
vielen gelungen Aktionen gesehen.
Natürlich wären wir gern ins Finale
eingezogen, dennoch war es für
mich ein insgesamt ordentlicher
Auftritt meiner Mannschaft“, wertete Karsten Heine nach dem 0:2 gegen
die Auer, die sich letztendlich auch
im Endspiel nicht die Butter vom
Brot nehmen ließen. „Es war für uns
ein gelungener Tag. Mit dem Turniersieg haben wir unseren Trainingsauftakt optimal gestaltet“,
freute sich Stipic.
Der krisengeschüttelte VFC Plauen feierte nach zwei Niederlagen in
Der deutsche FußballNationalspieler will nach
einer schwierigen Zeit bei
Arsenal London in Italien
wieder angreifen.
MAILAND — Zu Beginn seines neuen
Abenteuers in Mailand wollte Lukas
Podolski keine Zeit verlieren: Umjubelter Empfang am Flughafen, Medizincheck, dann der erste Handschlag mit Trainer Roberto Mancini.
Nach einer Hinrunde beim FC Arsenal mit wenig Spielpraxis brennt der
deutsche Fußball-Nationalstürmer
darauf, bei seinem designierten neuen Club Inter Mailand wieder anzugreifen – wenn auch im Mittelmaß
der Serie A und in der Europa League
statt in der Königsklasse. „Ich bin
sehr glücklich, hier angekommen
zu sein“, sagte der 29-Jährige.
Die erste Bewährungschance
könnte der Nationalspieler bereits
morgen erhalten, wenn der Tabel-
lenelfte bei Meister Juventus Turin
antreten muss. „Podolski will sich
sofort einbringen. Wenn möglich
schon gegen Juve“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“. Ob das klappt, war
jedoch fraglich – denn an den Vertragsdetails wurde gestern immer
noch gearbeitet, offiziell ist das
angestrebte Leihgeschäft für sechs
Monate bis zum Saisonende daher
noch nicht.
Seinen Fans beim PremierLeague-Club FC Arsenal hat Lukas
Podolski dennoch schon einmal
Goodbye gesagt. „Ich kann meine
Dankbarkeit für die Arsenal-Fans
nicht in Worte fassen, für alles was
ihr für mich in meinen Jahren in
London getan habt. Seid versichert,
dass es in meinem Herz immer
einen Platz für euch geben wird“,
schrieb er am Samstag bei Instagram. „Hoffentlich treffen wir uns
wieder!“
In Mailand wurde der deutsche
Weltmeister mit offenen Armen
Lukas Podolski wird bei seiner Ankunft auf dem Mailander Flughafen von den
Fans gefeiert.
FOTO: MATTEO BAZZI/DPA
der Vorrunde noch ein kleines Erfolgserlebnis, indem er im Spiel um
Platz fünf den tschechischen Zweitligisten aus Most 3:2 bezwang.
STATISTIK: Gruppe A: Chemnitzer FC - Hallescher FC 4:1, CFC - VFC Plauen 8:3, HFC VFC 3:1, Gruppe B: Banik Most - Erzgebirge
Aue 1:4, Most - Kickers Offenbach 2:4 , Aue Offenbach 3:8; Halbfinals: CFC - Aue 0:2, HFC
- Offenbach 2:4, Finale: Aue - Offenbach 4:2
nach 9-m-Schießen, Spiel um Platz 3: CFC HFC 4:5 nach 9-m-Schießen. Spiel um Platz
5: Plauen - Most 3:2.
Wiedersehen am Rande der Bande. CFC-Athletik-Trainer Hermann Kretzschmann herzt den ehemaligen Chemnitzer Sascha Pfeffer, der jetzt für den
FOTO: PICTURE POINT/ S. SONNTAG
Halleschen FC die Fußballschuhe schnürt.
Podolski ist bei Inter angekommen
EISHOCKEY II
Deutsche Junioren
müssen absteigen
nem Sieg gut gestartet. Im zweiten
Vorrundenspiel hatten die Himmelblauen allerdings ein paar Schwierigkeiten, um den Regionalligisten
VFC Plauen in die Schranken zu
weisen. Der Titelverteidiger weckte
erst nach einem 0:2 Rückstand auf
und bezwang die Vogtländer 8:3.
„Wir hatten zwischen den beiden
Partien nur ein kurze Pause und gingen offenbar nicht optimal erwärmt
auf die Spielfläche“, wollte CFC-Torjäger Anton Fink, der gegen Plauen
dreimal traf, nichts von einer Unterschätzung des Gegners wissen.
Auch für die Auer ging der Nachmittag in der Chemnitzer Messe gut
los. Der Zweitligist, der gestern zugleich seinen Trainingsstart vollzogen hatte, setzte sich gegen FK Banik
Most aus Tschechien 3:1 durch. „Wir
hatten am Vormittag schon eine
straffe Einheit absolviert. In der Halle soll nun der Spaß im Vordergrund
stehen, wobei sich hoffentlich niemand verletzen wird“, sagte Patrick
Schönfeld, der gegen die Tschechen
zwei Tore erzielte. „Grundsätzlich
hat hier jeder richtig Bock auf Fußball, wenngleich der Untergrund
etwas stumpf ist“, sagte der gebürtige Nürnberger, dessen Wunsch leider nicht ganz in Erfüllung ging.
FCE-Neuzugang Benedikt Krug verletzte sich am Rücken. FCE-Trainer
Tomislav Stipic sprach von einer
„schweren Wirbelprellung“.
empfangen. „Willkommen bei Inter,
Podolski“, schrieb Trainer Roberto
Mancini auf Twitter zu einem ersten
Foto der beiden vor dem Logo des
Traditionsclubs. Nach einer bislang
enttäuschenden Saison mit nur
21 Punkten nach 16 Spielen setzen
die Inter-Fans große Hoffnungen in
Podolski. Hunderte feierten ihn bei
seiner Ankunft am Flughafen, auch
vor dem Trainingsgelände warteten
zahlreiche Fans. „Podolski einer
von uns“ und „Podolski trifft gegen
Juve“ skandierten sie, schwenkten
Deutschland- oder Podolski-Trikots.
Einen Tag später boten Händler bereits Inter-Trikots mit der Nummer
11 und dem Namen Podolski an.
„Forza Inter, ich hoffe auf eine
großartige Saison“, sagte der Angreifer nach seiner Ankunft mit einem
blau-schwarzen Schal um den Hals.
„Ich habe lange auf dieses Abenteuer
gewartet.“ Nach der bisher schwachen Saison werden bei Inter auch
Xherdan Shaqiri vom FC Bayern,
Ezequiel Lavezzi oder Lassana Diarra als Neuzugänge gehandelt. (dpa)
RALLYE DAK AR
Villiers/Zitzewitz
jagen die Minis
BUENOS AIRES — Der ehemalige Da-
kar-Sieger Dirk von Zitzewitz ist gestern mit einem vierten Platz in die
36. Auflage der Rallye Dakar durch
Argentinien, Bolivien und Chile gestartet. Auf der ersten Etappe über
838 km mit Start in Buenos Aires
hatte Beifahrer Zitzewitz im Toyota
mit seinem Piloten Giniel de Villiers
aus Südafrika im Ziel in Villa Carlos
Paz lediglich 72 s Rückstand auf die
Spitzenreiter Nasser Al-Attiyah und
Matthieu Baumel im X-raid-Mini.
Das Duo aus Katar und Frankreich
gewann das erste Teilstück vor seinen Teamkollegen Orlando Terranova/Bernado Graue aus Argentinien.
„Ein wirklich schneller Einstieg in
die Rallye Dakar, der uns ganz gut
gelungen ist“, sagte Zitzewitz.
An der Spitze der Motorräder
startete der Spanier Marc Coma auf
KTM. Er beendete die Sonderprüfung als Dritter. Sieger des ersten
Sprints war sein britischer Teamkollege Sam Sunderland vor Paulo Goncalvez (Portugal/Honda). (dpa)
SPORT
Montag, 5. Januar 2015
NACHRICHTEN
HANDBALL
Freie Presse
Quartett gelingt Meisterleistung
Deutsche Männer
siegen in Island
baller haben einen perfekten Start
ins neue Jahr hingelegt. Elf Tage vor
Beginn der WM in Katar gewann die
Auswahl gestern in Reykjavik gegen
Island mit 31:24 (11:11). Beim Prestigeerfolg warf Steffen Weinhold
sechs Tore. Bereits heute spielt
Deutschland an gleicher Stelle erneut gegen die Isländer, die ebenfalls
eine Wildcard für die WM erhalten
haben. Zum Abschluss der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt treffen die Männer von Bundestrainer
Dagur Sigurdsson am 9. Januar in
Stuttgart und einen Tag darauf in
Mannheim jeweils auf Tschechien.
Gestern erwischte seine Mannschaft
zunächst einen Fehlstart. Nach dem
1:5 (7.) nahm der Trainer die erste
Auszeit. Erst nach dem 3:7 (14.)
lief es bei den Gästen besser, auch
weil sie den bis dahin vierfachen
Torschützen Alexander Petersson in
den Griff bekamen. Im Tor steigerte
sich Silvio Heinevetter, zudem drehte Steffen Weinhold im rechten
Rückraum mächtig auf. (dpa)
BIATHLON
OBERHOF — Mit
Tina Bachmann
(Stahl Schmiedeberg), aber ohne
Miriam Gössner (Garmisch) bestreitet das deutsche Biathlon-Team die
anstehenden Weltcup-Rennen in
Oberhof. „Mit ihrer Siegleistung
beim IBU-Cup in Obertilliach hat
sich Tina für den Einsatz in Oberhof
empfohlen“, erklärte Damen-Cheftrainer Gerald Hönig in einer Verbandsmitteilung. Gössner, die nach
langer Verletzungspause zu Beginn
des Winters in den Weltcup zurückgekehrt war, wird stattdessen beim
IBU-Cup in Polen antreten. Eine
Wettkampfpause erhält Laura Dahlmeier, für sie rückt Karolin Horchler
in die Mannschaft. (fp)
BASKETBALL
Eisbären können
Berlin nicht stoppen
BREMERHAVEN — Die
Basketballer
von ALBA Berlin haben den dritten
Sieg innerhalb von fünf Tagen geholt. Bei den Eisbären Bremerhaven
um den ehemaligen ALBA-Kapitän
Sven Schultze gewannen die Berliner dank eines starken Schlussviertels deutlich mit 95:75 (42:39). Damit schloss ALBA eine überragende
Bundesliga-Hinrunde mit 16 Erfolgen in 17 Partien ab. Keine 48 Stunden nach dem Sensationserfolg in
der Euroleague gegen den FC Barcelona steigerten sich die Berliner in
Bremerhaven nach schwacher Anfangsphase. (dpa)
TISC HTENNIS
Ovtcharov gewinnt
Taiwan-Masters
KAOHSIUNG — Dimitri Ovtcharov hat
das erste internationale Tischtennis-Turnier des Jahres gewonnen.
Der Europameister aus Hameln setzte sich gestern beim hochkarätig besetzten Taiwan-Masters im Endspiel
deutlich in 4:1-Sätzen gegen Titelverteidiger Jun Mizutani aus Japan
durch. Zuvor hatte er in Kaohsiung
in sechs Durchgängen gegen Joo
Saehyuk (Südkorea) die Oberhand
behalten. Im vergangenen Jahr war
Ovtcharov Dritter geworden. (dpa)
Johannes Rydzek, Björn Kircheisen, Tino Edelmann und Eric Frenzel (von links) jubeln nach dem Teamwettbewerb.
Der Heim-Weltcup in
Schonach begann sehr gut.
Die deutschen Kombinierer holten sich vor Norwegen den Sieg im Teamwettbewerb. In der Einzelkonkurrenz lief hingegen
nicht viel zusammen.
VON MARTIN MORAVEC
SCHONACH — Mit einem dampfenden Becher Tee in den Händen nahm
sich Fabian Rießle nach dem
ernüchternden Heim-Weltcup in
Schonach noch ein wenig Zeit zum
Plaudern mit Bekannten. Den Erfolg
im Teamwettbewerb am Sonnabend
verpasste der von einem bakteriellen Infekt gebeutelte Breitnauer
komplett, in der gestrigen Einzelkonkurrenz musste der WeltcupSpitzenreiter abgeschlagen aufgeben. „Die ersten zweieinhalb Runden hat es echt gut funktioniert, von
jetzt auf gleich hat aber die Krankheit zugeschlagen. Dann ging gar
nix mehr“, berichtete der 24-Jährige
nach dem Sieg des Österreichers
Lukas Klapfer im Schwarzwald.
Bester Deutscher war als Achter der
Oberstdorfer Johannes Rydzek. Eric
Frenzel (WSC Oberwiesenthal) kam
Wolfsburg holt
Weltmeisterin Ogimi
WOLFSBURG — Der VfL Wolfsburg
hat zur Rückrunde der Frauenfußball-Bundesliga die Japanerin Yuki
Ogimi verpflichtet. Die 27-jährige
Mittelfeldspielerin kommt vom FC
Chelsea und erhält nach VfL-Angaben einen Vertrag bis Juni 2017.
Bundesliga-Erfahrung sammelte die
Weltmeisterin von 2011 bereits in
drei Jahren beim 1. FFC Turbine
Potsdam. (dpa)
auf Rang 14, Björn Kircheisen (WSV
Johanngeorgenstadt) auf Platz 27.
„Das war ein bisschen ernüchternd“,
resümierte Bundestrainer Hermann
Weinbuch. Den bislang letzten deutschen Einzelsieg beim Schwarzwaldpokal hatte der Oberaudorfer
Hubert Schwarz 1987 geholt.
Schon auf der Schanze riefen die
deutschen Athleten nicht ihr Potenzial wie am Vortag ab. Auf einem
geteilten achten Platz ging Tobias
Haug als bester Deutscher mit einem Rückstand von 24 s auf den führenden Norweger Haavard Klemetsen in die Loipe. Frenzel als Zehnter,
ihm fehlten 26 Sekunden. Rydzek
schloss das Springen als 18. ab, Rießle gar nur als 27. „Dabei war die Ausgangsposition noch so gut, dass wir
es auf’s Stockerl hätten schaffen
können“, meinte Weinbuch. „Die
ganze Mannschaft ist dann aber
nicht so gut gelaufen.“ Rießle brach
sogar komplett ein. „Das war wie ein
Hammer“, beschrieb Weinbuch den
plötzlichen Leistungsabfall. „Innerhalb von 500 Metern haben wir ihn
dann rausgenommen.“
Die beste Vorstellung bot noch
Rydzek. „Meine Sprünge kriege ich
immer besser hin und auch die
Form beim Laufen stimmt wieder“,
beteuerte der 23-Jährige. „Ich hätte
mir aber mehr gewünscht.“ Auf
Tino Edelmann (Oberhof), Eric Frenzel oder auch Björn Kircheisen trifft
das ebenso zu. „Da haben sie noch
nicht die Selbstsicherheit“, beschrieb Weinbuch den Mangel im
Springen. Der Coach hat die internen Kriterien für einen WM-Start
noch verschärft: Zwei sechste oder
drei achte Ränge sind notwendig.
Der 19-jährige Tom Lubitz vom
WSC Klingenthal beendete sein
Weltcup-Debüt auf Platz 45.
Am Vortag hatten die Deutschen
nach dem Triumph im Teamwettbewerb noch ausgelassen gejubelt.
Nach der Führung im Springen
waren Eric Frenzel, Tino Edelmann,
Björn Kircheisen und Schlussläufer
Johannes Rydzek auch im 4x-5-Kilometer-Lauf nicht aufzuhalten. Das
Lukas Klapfer gewann den EinzelFOTO: PATRICK SEEGER/DPA
wettbewerb.
FOTO: SVEN SIMON
Quartett setzte sich bei starkem
Regen und heftigem Wind mit
einem Vorsprung von 3,9 Sekunden
vor Norwegen durch. Die Franzosen
um ihren Star Jason Lamy Chappuis
wurden mit einem Rückstand von
12 Sekunden Dritte.
„Wir sind über den Sieg glücklich. Wir konnten endlich mal wieder die Norweger schlagen“, resümierte Weinbuch. Die Skandinavier
hatten das deutsche Team zuletzt
dreimal nacheinander in einer
Team-Entscheidung
bezwungen.
„Alle vier waren taktisch wirklich
gut“, lobte Weinbuch seine Athleten
nach der Staffel. „Sie haben aber
auch im Springen zulegen können.“
Frenzel begann als Erster in der
Loipe stark. „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, ich habe mir
das Rennen gut eingeteilt. Am Ende
beim Schlussanstieg m konnte ich
sogar noch mal pushen“, berichtete
der Oberwiesenthaler. Mit mehr als
20 Sekunden Vorsprung auf den
ersten Verfolger übergab Frenzel an
Edelmann, der schließlich rund
zehn Sekunden auf die Franzosen
einbüßte. Kircheisen hielt den
Abstand dann konstant. „Ich bin
ganz gut rumgekommen, am Ende
haben aber ein bisschen die Körner
gefehlt“, räumte der 31-jährige Routinier ein, der auch noch an den
Nachwehen eines Infekts leidet.
Rydzek machte den Sieg schließlich
perfekt. (dpa)
LANDSHUT/CRIMMITSCHAU — Die Eispiraten Crimmitschau haben die
Chance, den Rückstand zu den
Pre-Play-off-Plätzen in der DEL 2 zu
verkürzen, verpasst. Sie kassierten
gestern Abend beim EV Landshut
eine 1:4 (0:0, 1:1, 0:3)-Niederlage. In
den ersten beiden Dritteln lieferten
sich die beiden Teams ein Duell auf
Augenhöhe. Erik Lampe brachte die
Westsachsen mit einem Schuss in
die lange Ecke in der 27. Minute in
Führung. Er traf nach Zuspiel von
Marvin Tepper. Landshut gelang
aber schnell der Ausgleich. Im letzten Drittel kassierten die Eispiraten
zu psychologisch ungünstigen
Zeitpunkten weitere Gegentreffer:
23 Sekunden nach der Pause fiel das
1:2 und bei einem Eispiraten-Powerplay das 1:3. Damit war die Partie
gelaufen.
Vor den eigenen Fans präsentieren sich die Eispiraten Crimmitschau indes weiter in einer starken
Verfassung. Sie feierten am Freitagabend einen 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)-Arbeitssieg gegen den ESV Kaufbeuren. Das war bereits der dritte Heimsieg in Folge. Aus diesem Grund
haben die Anhänger nach der Partie
auch Trainer Chris Lee minutenlang
gefeiert und zu einer Laola-Welle
auf dem Eis aufgefordert. „Wir profitieren im Moment von einer tollen
Unterstützung der Zuschauer“, freute sich der 34-jährige Coach.
In der Partie gegen den ersatzgeschwächten Tabellenvorletzten aus
Kaufbeuren profitierten die Eispiraten von einem starken Torhüter
Ryan Nie. Wichtig war zudem, dass
die Hausherren ohne Strafen geblieben sind und nach den Anschlusstreffern der Gäste sofort die passende Antwort parat hatten: Jamie
MacQueen traf zum 3:1, Martin
Heinisch verwandelte zum 4:2.
Morgen gehen die Eispiraten
erneut auf Reisen. Dann müssen sie
ab 19.30 Uhr bei den Löwen Frankfurt antreten. Das ist die neunte Partie innerhalb von 18 Tagen. (hof)
STATISTIK Crimmitschau – Kaufbeuren
4:2 (1:0, 2:1, 1:1). Tore: 1:0 Hutchings (4.), 2:0
Rinke (22.), 2:1 Schmidle (32.), 3:1 MacQueen
(32.), 3:2 Schmidle (47.), 4:2 Heinisch (49.).
Strafm.: Crimmitschau 0, Kaufbeuren 6 plus
10 (Disziplinarstrafe Kwiet). Zu.: 2778. SR.:
Plitz (Ottobrunn).
Landshut – Crimmitschau 4:1 (0:0, 1:1,
3:0). Tore: 0:1 Lampe (27.), 1:1 Thornton (34.),
2:1 Abstreiter (41.), 3:1 Jarrett (47.), 4:1 Maximilian Forster (54.). Strafm.: Landshut 18 plus
10 (Disziplinarstrafe Draxinger), Crimmitschau
16. SR.: Sicorschi (Waldkraiburg). Zu.: 2889.
Claudia Nystad muss nach Sturz aufgeben
Die Oberwiesenthalerin
knallte gestern auf eine
Eisplatte, verletzte sich
und konnte so das zweite
Rennen der Tour de Ski
nicht fortsetzen. Nicole
Fessel hat mit zwei fünften
Rängen überzeugt.
VON GERALD FRITSCHE
Nicole Fessel hielt
sich mit ihrer Freude über den gelungenen Start in die Tour de Ski mit
zwei fünften Plätzen zunächst zurück. Die Sorge um den Gesundheitszustand ihrer Langlauf-Kollegin Claudia Nystad stand gestern in
ihrer Heimat Oberstdorf erst einmal
im Vordergrund. Die zweimalige
Olympiasiegerin war auf der zweiten Etappe kopfüber auf eine
Eisplatte gestürzt und lag eine Zeitlang im Schnee. Später musste sie
mit einem Motorschlitten abtransportiert werden. Die Oberwiesenthalerin brachte man vorsichtshalber zur Beobachtung ins Kranken-
OBERSTDORF —
FRAUENFUSSBALL
Eispiraten
mit Sieg und
Niederlage
Eishockey: Landshut im
Schlussdrittel treffsicher
REYKJAVIK — Die deutschen Hand-
Tina Bachmann
startet in Oberhof
S3
haus nach Immenstadt. Erst eine
halbe Stunde nach Rennende gab es
eine erste Entwarnung. Die erfolgreichste deutsche Langläuferin hatte sich neben einer Schürfwunde an
der linken Schläfe auch Prellungen
am linken Oberarm zugezogen.
Zudem bestätigte sich der Verdacht
einer leichten Gehirnerschütterung.
Claudia
Nystadt
Skilangläuferin
FOTO: IMAGO
„Ich kann mich nicht genau erinnern, wie es passiert ist“, meinte die
36-Jährige am Abend, nachdem sie
das Krankenhaus wieder verlassen
hatte. Sie blieb noch eine Nacht in
Oberstdorf, ab heute will sich zu
Hause in Ramsau auskurieren. Ihr
Start bei der WM Ende Februar in
Falun ist allerdings nicht in Gefahr.
Nach der guten Nachricht konnte auch Nicole Fessel befreit über ihr
Abschneiden jubeln. „Zwei fünfte
Plätze daheim – ich bin jetzt überglücklich“, meinte die 31-Jährige. Sowohl beim Prolog i als auch im 10-
km-Verfolgungsrennen überzeugte
sie. „Jetzt bin ich stolz. Und es gibt
auch Kraft für die nächsten Rennen
der Tour“, meinte die Allgäuerin. An
der Dominanz der Norwegerinnen
mit der überragenden Marit Björgen
an der Spitze konnte aber auch die
Lokalmatadorin nicht rütteln. „Ich
war nicht in der Lage, das Höllentempo der Norwegerinnen mitzugehen. Ich bin aber ruhig geblieben
und lief dann mein eigenes Rennen“,
berichtete Nicole Fessel.
Einen Tag zuvor hatte Björgen
den Prolog vor ihren Teamkolleginnen Heidi Weng, Ragnhild Haga und
Therese Johaug für sich entschieden, im Verfolgungsrennen lag die
Weltcup-Gesamterste vor Weng
und Vorjahressiegerin Johaug. Die
sechsmalige Olympiasiegerin besitzt nach zwei von sieben Etappen
bereits 1:01 Minuten Vorsprung. Neben Fessel überzeugten aus deutscher Sicht auch Denise Herrmann
(Oberwiesenthal: Plätze 13 und 16)
als 16. und Steffi Böhler (Ibach) als
18. des Tour-Gesamtklassements.
Bei den Herren gab es nach einem
völlig misslungenen Saisonstart erste Lichtblicke. Hannes Dotzler aus
Sonthofen katapultierte sich über
15 km nach seinem 62. Rang im Pro-
log gleich um 40 Plätze nach vorn.
„Es läuft noch lange nicht alles rund,
aber ich denke, es war nicht nur von
mir ein guter Schritt nach vorn“, sagte er. Dotzler war in der Vorbereitung lange krank und verletzt. Jetzt
sucht er nach seiner Form. „Ich will
bei den nächsten Distanzrennen
wieder in die Punkte laufen und
mich für die WM in Form bringen“,
kündigte er an. Jonas Dobler (Traunstein) ist 24., Lucas Bögl (Gaissach),
beim Prolog als 17. noch bester
Deutscher, liegt auf Rang 25.
Von der Spitze sind die Deutschen erwartungsgemäß aber noch
weit entfernt. Dario Cologna aus der
Schweiz gewann den Prolog, Petter
Northug aus Norwegen holte sich
mit seinem Erfolg im 15-km-Rennen
die Gesamtführung.
Neben Claudia Nystad beendete
gestern auch die Oberwiesenthalerin Julia Belger die Tour. (dpa/fp)
Die Norwegerin Marit Björgen gewann beide Etappen während der Tour de
Ski in Oberstdorf.
FOTO: IMAGO
S4 Freie Presse
SPORT
BASKETBALL
DBBL-Pokal
Damen, Viertelfinale: Panthers Osnabrück USC Heidelberg 68:53; NB Oberhausen Rhein-Main Baskets Langen 57:64; TSV Wasserburg - SV Halle 77:56; Herner TC - ChemCats Chemnitz 74:47.
Bundesliga Pro A
Herren, 16. Spieltag: Cuxhaven - Nürnberger
BC 58:84 (30:43); BV Chemnitz - Gießen
67:77 (36:37); BIG Gotha - Science City Jena
82:54 (48:24); Giants Leverkusen - Erdgas
Ehingen 76:60 (35:36); SC Rasta Vechta - Paderborn Baskets 80:65 (36:27); Hamburg Towers - ETB Baskets Essen 86:77 (45:43); USC
Heidelberg - FC Baunach 92:85.
1. Würzburg
2. Gießen
3. Gotha
4. Nürnberg
5. Essen
6. Hamburg
7. Heidelberg
8. Vechta
9. Kirchheim
10. Baunach
11. Jena
12. Paderborn
13. Chemnitz
14. Leverkusen
15. Ehingen
16. Cuxhaven
1277:
1208:
1216:
1344:
1238:
1226:
1237:
1242:
1259:
1311:
1305:
1175:
1176:
1148:
1089:
1055:
1032
1109
1122
1203
1191
1247
1248
1238
1267
1269
1298
1253
1261
1213
1221
1334
26
22
22
20
20
20
20
18
14
14
14
12
12
10
6
4
EISHOCKEY
DEL
34. Spieltag: Düsseldorfer EG - Hamburg
Freezers 2:6 (1:2, 1:3, 0:1); EHC München Grizzly Adams Wolfsburg 3:0 (0:0, 2:0, 1:0);
ERC Ingolstadt - Nürnberg Ice Tigers 2:1 (1:0,
0:0, 1:1); Iserlohn Roosters - Kölner Haie 7:1
(3:0, 3:1, 1:0); Krefeld Pinguine - Eisbären
Berlin 4:1 (2:0, 0:1, 2:0); Straubing Tigers Augsburger Panther 4:2 (2:0, 1:1, 1:1).
DEL 2
33. Spieltag: Rote Teufel Bad Nauheim - Kassel Huskies 2:3 n.V. (2:0, 0:0, 0:2); Bietigheim
Steelers - Lausitzer Füchse 6:2 (4:0, 1:2, 1:0);
Löwen Frankfurt - EV Landshut 6:3 (3:0, 1:1,
2:2); Starbulls Rosenheim - Pinguins Bremerhaven 3:2 n.V. (1:0, 0:1, 1:1); Eispiraten Crimmitschau - ESV Kaufbeuren 4:2 (1:0, 2:1,
1:1); Heilbronner Falken - Dresdner Eislöwen
3:4 (0:0, 1:3, 2:1); SC Riessersee - Ravensburg Towerstars 6:3 (2:0, 3:3, 1:0).
HANDBALL
DHB-Pokal
Frauen, Viertelfinale: HC Leipzig - VfL Oldenburg 28:29 (17:9); Füchse Berlin - Union Halle-Neustadt 30:26 (16:11); Thüringer HC TuS Metzingen 34:22 (20:12); Buxtehuder SV
- Bayer Leverkusen 30:20 (16:13).
Länderspiel
Männer in Reykjavik: Island - Deutschland
24:31 (11:11).
A N ZE I G E
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Montag, 5. Januar 2015
Wilde Hatz unterm Hallendach
David Knight das Feld der 16 Fahrer
an. „Das war schon geil“, meinte „Eddi“ Hübner. Doch es dauerte nicht
lange, bis der deutsche Meister (E 1)
„geschnupft“ und auf den 15. Platz
durchgereicht wurde. „Die Hindernisse an sich sind nicht das Problem.
Es ist der enorme Druck, der auf einem lastet, wenn hinter dir die Weltelite herjagt. Da ist es nur eine Frage
der Zeit, wann du den ersten Fehler
machst. Man ist verdammt schnell
aus dem Rhythmus“, berichtete
Hübner, der sich als Outdoor-Spezialist beim Indoor-Rummel mit den
Plätzen 14, 15 und 16 dennoch achtbar aus der Affäre zog.
Wie es am schnellsten über
Baumstämme, Steinfelder, Traktorreifen, Eisenbahnschwellen und
Erdhaufen sowie durch Sandkästen
und Wasserlöcher geht, zeigten vor
allem Blazusiak, Knight und Walker. Die drei hämmerten durch die
Halle, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Jeder der drei Superstars entschied einen Lauf für sich.
In der Gesamtwertung hatte am Ende der fünffache Super-EnduroWeltmeister Taddy Blazusiak knapp
die Nase vorn. Der in Andorra lebende KTM-Werksfahrer verwies seine
beiden Marken-Kollegen auf die
Plätze. Der 36-jährige Knight, 2008
erster Indoor-Champion, belegte vor
seinem 13 Jahre jüngeren Landsmann Walker den zweiten Rang.
Bei der Super-EnduroWM in Riesa haben die
Sachsen erneut Weltklasse
bewiesen – als Veranstalter. Die deutschen Fahrer
sahen im Kräftemessen
mit der Weltspitze
dagegen keinen Stich.
VON HOLK DOHLE
UND MATTHIAS HEINKE
RIESA — Nach der Enduro-Weltmeisterschaft 2004 in Zschopau sowie
den Six Days 2012 im Erzgebirge
und am Sachsenring war Sachsen
mit dem zweiten Lauf der Super-Enduro-WM am Samstagabend in Riesa innerhalb eines guten Jahrzehntes zum dritten Mal Gastgeber für
ein internationales Großereignis des
Motorradgeländesports. Während
die Veranstalter der rasanten Rundenhatz unterm Dach in der ausverkauften Sachsen-Arena in Riesa von
nahezu allen Seiten mit Lob überschüttet wurden, sahen die deutschen Starter im Kräftemessen mit
den absoluten Top-Leuten der Szene
wie Tadeusz Blazusiak aus Polen
oder den beiden Briten David
Knight und Jonny Walker keinen
Stich. Einzige Ausnahme: Manuel
Lettenbichler aus dem oberbayrischen Kiefersfelden. Der 16-jährige
Sohn des Offroadstars Andreas Lettenbichler brillierte sehr zur Freude
der über 6000 begeisterten Zuschauern mit Rang drei bei den Junioren.
Flöhaer nur Zuschauer
In der Prestige-Klasse fuhren die beiden deutschen Haudegen nur hinterher beziehungsweise konnten
erst gar nicht die Tickets für die drei
Hauptläufe lösen. Marcus Kehr aus
Flöha blieb wie schon zum WMAuftakt im polnischen Danzig in der
Qualifikation hängen und musste
die Hauptrennen von der Tribüne
aus verfolgen. „Im Training bin ich
noch die viertschnellste Zeit gefahren“, berichtete der deutsche Serienmeister des vergangenen zehn Jahre.
Im entscheidenden Quali-Rennen
Bei der Super-Enduro-WM in der Riesaer Sachsen-Arena ging es mächtig zur
FOTO: CLAUDIA DOHLE
Sache. Auch die Junioren schenkten sich nichts.
stürzte er dann zeitig und besaß keine Chance mehr auf einen der sechs
noch zu vergebenen Startplätze.
„Super-Enduro ist für Zuschauer
fantastisch, für Fahrer ist etwas ganz
Spezielles und hat mit dem klassischen Geländesport eigentlich nicht
mehr viel zu tun. Nicht umsonst ist
hier kein Starter aus der EnduroWM dabei“, meinte der 31-jährige
Sherco-Pilot.
Edward Hübner, der zweite Deutsche in der Prestige-Klasse, schaffte
es dank einer Wildcard nicht nur ins
Hauptprogramm, sondern spürte
bei der wilden Hatz über den mit
künstlichen Hindernissen vollgestellten Parcours kurzzeitig sogar
den heißen Atem der Weltelite im
Nacken. Denn im zweiten Lauf durfte der 26-Jährige aus Penig aus der
ersten Startreihe ran. Und der Mittelsachse vom Zschopauer KTMSturm-Team nutzte die Gunst der
Stunde, stürmte mutig vorneweg
und führte über eine Runde lang vor
Ritterschlag für Veranstalter
„Wir sind rundum zufrieden. Es war
ein Top-Event bei ausverkaufter Halle“, resümierte Tobias Auerswald
aus Hohndorf bei Stollberg, der zusammen mit seinem Bruder Daniel
als organisatorischer Veranstalter
fungierte. Vom Weltverband FIM erhielten die Ausrichter – für den
sportlichen Teil zeichnete der MSV
Riesa im ADAC verantwortlich – ein
riesiges Kompliment. „Wir hätten
damit die Latte für die anderen Ausrichter sehr hoch gelegt. Und das
gleich bei der Premiere“, freuten sich
die Auerswald-Brüder. Der Ritterschlag aber sei die Aussage von Cody
Webb gewesen, der in seinem Heimatland USA viele solcher Wettbewerbe bestreitet. „Er meinte, dass
das die beste Strecke sei, die er je unter die Räder genommen hat.“
Chem-Cats
enttäuschen
im Pokal
Basketballerinnen
verlieren in Herne 47:74
HERNE — Für die Basketballerinnen
der Chem-Cats aus Chemnitz begann das neue Jahr mit einer herben
Enttäuschung. Die Korbjägerinnen
unterlagen gestern im DBBL-PokalViertelfinale in Herne deutlich mit
47:74 (22:36). Damit konnten die
„Katzen“ nicht an die sehr gute Leistung in der vorhergehenden Runde
gegen Saarlouis anknüpfen. Da gelang zu Hause ein überzeugender
92:88-Erfolg. Das Debakel deutete
sich vor der Pause noch nicht an. Die
Chem-Cats konnten zwar in keiner
Phase der Partie eine gute Trefferquote ausweisen. Trotzdem bestand
bis zum Seitenwechsel die Hoffnung, dass sich da noch einiges bessert. Denn der Rückstand blieb in erträglichen Grenzen.
Jedoch ließen die Chemnitzerinnen im dritten Viertel weiter nach
und zeigten eine indiskutable Leistung. Die Gastgeberinnen schraubten das Ergebnis bis auf 57:30. Erst
mit dem Gefühl des sicheren Sieges
im Rücken hob Herne etwas die Füße. So konnten die Gäste die letzten
zehn Minuten unentschieden gestalten und noch einige Zähler auf
dem dennoch bescheidenen Konto
verbuchen. Nur Molly Schlemer (14)
und Amanda Davidson (11) punkteten zweistellig. „Das war natürlich
nicht der gewünschte Start ins neue
Jahr. Den hatten wir uns anders vorgestellt. Wir haben jetzt eine Woche
Zeit, an den Fehlern zu arbeiten, um
es dann im ersten Punktspiel – erneut gegen Herne – besser zu machen“, meinte ein enttäuschter Trainer Vladimir Ivankovic.
Die Chem-Cats empfangen am
Sonnabend (16.30 Uhr) in der Bundesliga den gleichen Kontrahenten
vor heimischer Kulisse. In den verbleibenden zehn Partien wollen die
„Katzen“, derzeit Vorletzte, die Abstiegsränge so schnell wie möglich
verlassen. (jz)
Chem-Cats: Mihalyi (1), Böhmke (6), Bondarenko (1), Priede (2), Dzinic (4), Davidson (11),
Peroche, Sykes (8), Schlemer (14).
Nach der Pause auf Betriebstemperatur Vierte Niederlage in Folge
Rollstuhlbasketball-Bundesliga: BSC Rollers Zwickau gewinnt mit 78:47 in Belgien
Basketball: BV Chemnitz verliert gegen Gießen 67:77
ST. VITH — Der BSC Rollers Zwickau
CHEMNITZ — Die Pro-A-Liga-Basket-
ist erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Bei den Roller Bulls im ostbelgischen St. Vith haben die Westsachsen einen souveränen 78:47 (23:20,
39:30, 59:35)-Sieg errungen.
„Die erste Halbzeit war nicht so
gut. Wir sind aus der Kalten gestartet“, erklärte Trainer Sinclair
Thomas. Die beiden US-Amerikaner
Bryce Doody und Ben Kenyon waren erst auf der Fahrt zum Spiel vom
Flughafen abgeholt worden. Die
Hausherren konnten die Partie deshalb bis zum 28:29 (18.) offen halten.
Kai Möller
BSC-Topscorer
FOTO: RALPH KÖHLER
Nach der Pause war Zwickau auf
Betriebstemperatur. Mit einer 14:0Trefferserie enteilte der BSC Rollers
auf 55:34 (29.). Kai Möller avancierte
mit 34 Punkten zum erfolgreichsten
Korbjäger. „Alle haben ihre Sache
sehr gut gemacht. In der zweiten
Hälfte haben wir dem Gegner bloß
17 Punkte gestattet“, lobte Sinclair
Thomas, dessen Team am Sonntag
den Tabellenführer RSV Lahn-Dill
in der Scheffelberghalle Eckersbach
erwartet. Problematisch gestaltete
sich jedoch die Heimreise: Weil heftige Schneefälle den Verkehr an der
Mosel lahmgelegt hatten, musste
die Mannschaft die Nacht zum
Sonntag in Trier verbringen. (tc)
STATISTIK Zwickau: Kenyon (4), Sealy (2),
Polacek, Mayer, Pohlmann (13), Erben (14),
Kittlaus, Doody (11), Möller (34)
baller der BV Chemnitz starteten am
Sonnabend mit einer weiteren Niederlage – der insgesamt vierten in
Folge – ins neue Jahr. Die Niners unterlagen vor 1876 Zuschauern in eigener Halle gegen Gießen mit 67:77
(36:37). Über drei Viertel war es eine
enge Partie, in der keine Mannschaft
einen zweistelligen Vorsprung erzielen konnte. In den letzten zehn Minuten ging bei den Gastgebern
nichts mehr. Der Kontrahent spielte
seine Erfahrung aus und wurde seiner Favoritenrolle gerecht.
„Wir haben ganz gut angefangen,
dann aber irgendwie den Faden verloren. Unsere Offensive hat nicht
stattgefunden. Wir waren zu uninspiriert“, resümierte BV-Kapitän
Robert Cardenas und fügte hinzu:
„67 Punkte daheim sind dürftig.
Wenn wir so weiterspielen, wird es
schwer.“ Auf die BV warten in den
nächsten Wochen weitere Gegner
aus der oberen Tabellenhälfte. (jz)
BV: Wilson (10), Matthews (14), Mixich (7), Calvin (8), Simon (5), Osborne (2), Knutson (16),
Bellscheidt (3), Cardenas (2).
WINTERSPORT
Langlauf
Tour de Ski in Oberstdorf, Herren, 15
km/klassisch: 1. Northug (Norwegen)
42:01,2 min; 2. Harvey (Kanada) 0,6 s zur;
3. Halfvarsson (Schweden) 0,8; 4. Dyrhaug
(Norwegen) 2,0; 5. Poltoranin (Kasachstan)
2,1; 6. Cologna (Schweiz) 2,3; ... 22. Dotzler
(Sonthofen) 58,6; 24. Dobler (Traunstein)
1:05,6; 25. Bögl (Gaissach) 1:06,7; 34. Wick
(Zella-Mehlis) 1:30,0; 41. Kühne (Oberwiesenthal) 1:47,4; 4 km Prolog/Freistil: 1. Cologna (Schweiz) 9:54,2 min; 2. Halfvarsson
(Schweden) 5,0 s zur; 3. Northug (Norwegen)
5,5; 4. Tschernussow (Russland) 7,0; 5. Hellner (Schweden) 8,2; 6. Below (Russland) 8,5;
... 17. Bögl (Gaissach) 18,4; 34. Notz (Römerstein) 29,1; 47. Dobler (Traunstein) 33,8;
77. Kühne (Oberwiesenthal) 52,7; Gesamtwertung Tour de Ski: 1. Northug 51:25,4
min; 2. Harvey 5,6 s zur; 3. Halfvarsson 10,8;
... 22. Dotzler 1:13,4; 24. Dobler 1:20,6;
25. Bögl (Gaissach) 1:21,7; 41. Kühne (Oberwiesenthal) 2:02,4;
Damen, 10 km/klassisch: 1. Bjørgen
29:27,6 min; 2. Weng 56,2 s zur; 3. Johaug
(alle Norwegen) 56,8; 4. Nilsson (Schweden)
1:33,5; 5. Fessel (Oberstdorf) 1:37,7; 6. Kowalczyk (Polen) 1:39,6; ...16. Herrmann
(Oberwiesenthal) 1:55,8; 18. Böhler (Ibach)
2:08,0; 42. Ringwald (Schonach) 3:40,3;
46. Schicho (Schliersee) 3:41,7; 49. Siegel
(Oberwiesenthal) 3:46,0; 50. Belger (Oberwiesenthal) 3:56,5;
3 km Prolog/Freistil: 1. Bjørgen 7:53,0 min;
2. Weng 10,7 s zur; 3. Haga 12,2; 4. Johaug
(alle Norwegen) 13,2; 5. Fessel (Oberstdorf)
13,5; 6. Østberg (Norwegen) 15,1; ...
13. Herrmann (Oberwiesenthal) 21,4;
18. Böhler (Ibach) 24,7; 31. Kolb (Buchenberg) 32,9; 35. Anger (Oberstdorf) 35,7;
36. Ringwald (Schonach) 36,0; 38. Nystad
(Oberwiesenthal) 36,6; 56. Carl (Zella-Mehlis)
49,9; 60. Siegel (Oberwiesenthal) 52,3;
62. Belger (Oberwiesenthal) 55,4;
Gesamtwertung Tour de Ski: 1. Bjørgen
36:50,6 min; 2. Weng 1:01,2 zurück; 3. Johaug 1:06,8; ... 5. Fessel 1:52,7; ... 16. Herrmann 2:10,8; 18. Böhler 2:23,0.
Rodeln
Weltcup
in
Königssee,
Männer:
1. Loch (Berchtesgaden) 1:39,716 min
(49,773/49,943 s); 2. Langenhan (Zella-Mehlis) 1:40,471 (50,272/50,199); 3. Mazdzer
(USA) 1:40,525 (50,304/50,221); 4. Fedorow (Russland) 1:40,639 (50,193/50,346);
5. von Schleinitz (Königssee) 1:40,702
(50,245/50,457); 6. Kindl (Österreich)
1:40,718 (50,317/50,401); ... 29. Berkes
(Suhl) 1:42,078 (51,602/50,877); Gesamtwertung: 1. Loch 463 Pkt.; 2. Fischnaller
366; 3. Langenhan & Mazdzer je 323; ...
12. von Schleinitz 187; 17. Berkes 133;
23. Ludwig 82; 46. Palik 8;
Doppel:
1. Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee)
1:40,810 min (50,429/50,381); 2. Eg-
gert/Benecken
(Ilsenburg)
1:40,995
(50,307/50,688); 3. Penz/Fischler (Österreich) 1:41,034 (50,571/50,463); 4. A.
Sics/J. Sics (Lettland) 1:41,463 (50,545/
50,918); 5. Gudramovics/Kalnins (Lettland)
1:41,549 (50,862/50,687); 6. Oberstolz/Gruber (Italien) 1:41,609 (50,722/
50,887); ... 12. Geueke/Gamm (Fredeburg/Winterberg)
1:42,353
(50,900/
51,453); Gesamtwertung: 1. Eggert/Benecken 570; 2. Wendl/Arlt 500; 3. A. Sics/J. Sics
344; ... 12. Geueke/Gamm 166; Frauen:
1. Geisenberger (Miesbach) 1:41,411 min
(50,723/50,668); 2. Gough (Kanada)
1:41,760 (50,844/50,916); 3. Eitberger (Ilmenau)
1:41,871
(50,956/50,915);
4. Sweeney (USA) 1:41,960 (50,986/
50,974); 5. Hüfner (Friedrichroda) 1:42,093
(51,016/51,077); 6. Wischnewski (Oberwiesenthal) 1:42,335 (51,303/51,032); Gesamtwertung: 1. Geisenberger 570; 2. Hüfner 390; 3. Eitberger 371; 4. Wischnewski
350; Staffel: 1. Deutschland (Geisenberger/Loch/Wendl/Arlt) 2:44,493 min; 2. USA
2:45,895; 3. Kanada 2:46,394; 4. Lettland
2:46,794; 5. Russland 2:46,955; 6. Italien
2:47,473; Gesamtwertung: 1. Deutschland
200; 2. USA 155; 3. Italien 135.
Ski Alpin
Weltcup in Zagreb, Damen, Slalom: 1. Shiffrin (USA) 1:56,66 min; 2. Zettel (Österreich)
1:58,34; 3. Løseth (Norwegen) 1:59,45;
4. Hansdotter (Schweden) 1:59,93; 5. Maze
(Slowenien) 2:00,16; 6. Mielzynski (Kanada)
2:00,68; ... 21. Wirth (Lenggries) 2:03,42;
22. Dürr (Germering) 2:04;72; 35. Weinbuchner (Lenggries) 1:01,38; Gesamtwertung:
1. Maze 777 Pkt.; 2. Shiffrin 545; 3. Fenninger 487; ... 8. Rebensburg 303.
Skeleton
Deutsche Meisterschaft in Winterberg,
Männer: 1. Gassner (Winterberg) 1:55,99
min; 2. Jungk (Riesa) 1:56,19; 3. Grotheer
(Oberhof) 1:56,31; Frauen: 1. Lölling (Wiemeringhausen) 1:58,95 min; 2. Herrmann
(Königssee) 1:59,13; 3. Griebel (Suhl)
1:59,36.
Nordische Kombination
Weltcup in Schonach, Einzel: 1. Klapfer (Österreich) 24:38,2 min (126,1 Punkte/24:23,2
min); 2. Watabe (Japan) 1,0 zur
(124,4/24:17,2); 3. Schmid (Norwegen) 2,3
(121,6/24:07,5); 4. Gruber (Österreich) 3,4
(120,9/24:05,6); 5. Gråbak (Norwegen) 6,7
(115,5/23:47,9); 6. Pittin (Italien) 8,8
(107,6/23:18,0); ... 8. Rydzek (Oberstdorf)
12,5 (116,7/23:58,7); 11. Edelmann (ZellaMehlis) 18,2 (121/24:21,4); ... 14. Frenzel
(Oberwiesenthal) 24,2 (123,2/24:36,4);
27. Kircheisen (Johanngeorgenstadt) 1:11,7
(111,5/24:36,9); 31. Faißt (Baiersbronn)
1:40,7 (119,4/25:36,9); 33. Lange (Kiefersfelden) 1:56,2 (112/25:23,4); 43. Haug (Bai-
ersbronn) 2:59,3 (123,9/27:13,5); 44. Bösl
(Berchtesgaden) 3:29,1 (122/27:36,3);
45. Lubitz (Klingenthal) 3:39,2 (120,8/
27:41,4); Gesamtwertung: 1. Rießle 260;
2. Kokslien 236; 3. Watabe 228; 4. Frenzel
221; ... 6. Rydzek 202; 11. Edelmann 127;
16. Kircheisen 82; 28. Faißt 36; 30. Lange 27;
36. Haug 15; Mannschaft: 1. Deutschland
(Frenzel, Edelmann, Kircheisen, Rydzek)
47:54,4 min (445,6/47:54,4); 2. Norwegen
3,9 zur (423,4/47:28,3); 3. Frankreich 12
(444,6/48:05,4); 4. Japan 31,5 (436,4/
48:13,9); 5. Italien 56,9 (377,8/47:21,3);
6. Österreich 1:00,0 (411,1/48:08,4).
Skispringen
Vierschanzentournee, 3. Springen in Innsbruck, Einzel, Großschanze: 1. Freitag (Aue)
278,5 Pkt. (133,5/132 m); 2. Kraft (Österreich) 273,5 (137/127); 3. Kasai (Japan)
263,7 (128,5/132) & Ammann (Schweiz)
263,7 (132/130,5); 5. Schlierenzauer (Österreich) 262,4 (127/129,5); 6. Hayböck (Österreich) 257,5 (125/138); ... 8. Freund (Rastbüchl) 249,4 (131/126,5); 14. Kraus (Oberaudorf) 228,9 (123,5/119); 15. Leyhe (Willingen) 226,2 (119,5/120,5); 18. Neumayer
(Oberstdorf) 223,3 (123/121); 35. Wenig
(Berchtesgaden) 107,0 (117,5); Gesamtwertung Tournee: 1. Kraft 835,4; 2. Hayböck
812,3; 3. Prevc 806,0; ... 5. Freitag (Aue)
791,7; 10. Freund 764,6; 12. Kraus 723,9;
14. Leyhe 711,3; 17. Neumayer 689,7.
SPORT
Montag, 5. Januar 2015
Auch der zweite Anzug passt
ALPINER SKISPORT
chef Wolfgang Maier seine Skistöcke mit Wucht in den Boden, die
deutschen Slalom-Fahrerinnen vergossen Tränen oder blickten deprimiert in den Himmel. Nicht mal
einen Monat vor Beginn der alpinen
Ski-Weltmeisterschaften in den
USA steckt das Torlaufteam der
Damen im sportlichen Nirwana.
Platz 21 von Barbara Wirth war
beim Sieg von US-Jungstar Mikaela
Shiffrin in Zagreb noch das beste
Resultat. Mit Mireia Gutierrez kam
selbst eine Athletin aus dem Ski-Entwicklungsland Andorra gestern
weiter nach vorn, als alle Deutschen.
„Unglaublich, was soll man sonst
dazu sagen. Das ist einfach zu
schlecht“, kommentierte Maier, der
Alpendirektor im Deutschen Skiverband die anhaltende Krise. (dpa)
SKELETON
Lokalmatadoren
holen Meistertitel
WINTERBERG — Junioren-Weltmeiste-
rin Jacqueline Lölling und Alex
Gassner haben gestern in Winterberg die deutschen Meistertitel im
Skeleton gewonnen. Die 19-jährige
Lokalmatadorin von der HSG Hochsauerland wurde auf der WM-Bahn
dieses Winters ihrer Favoritenrolle
gerecht und siegte mit Bestzeiten in
beiden Läufen. Auf den Plätzen hinter der Siegerin der Olympischen
Jugendspiele 2012 landeten Tina
Hermann (Königssee), Sophia Griebel (Suhl) sowie die entthronte Titelverteidigerin Anja Selbach-Huber
(Berchtesgaden). Gassner vom BSC
Winterberg wurde wie Lölling zum
zweiten Mal nach 2012 auf seiner
Hausbahn deutscher Meister, wird
aber wegen nicht erfüllter Startzeitvorgabe nicht zum deutschen WMAufgebot gehören. Auf den Podestplätzen folgten Axel Jungk aus dem
erzgebirgischen Hohndorf, der für
den BRC Riesa startet, und Christopher Grotheer (Oberhof). (dpa)
BOB
Cathleen Martini für
Altenberg nominiert
OBERHOF — Bundestrainer Christoph
Langen hat die Oberbärenburgerin
Cathleen Martini für den Bob-Weltcup in Altenberg am kommenden
Wochenende nachnominiert. Die
32 Jahre alte Weltcup-Gesamtsiegerin von 2012 erfüllte beim Start-Leistungstest in Oberhof zwar erneut
nicht die Zeitvorgabe Langens, war
aber besser als die Jugend. In Altenberg werden somit Anja Schneiderheinze aus Erfurt, Stefanie Szczurek
aus Oberhof und Martini bei den
Frauen sowie die Oberbärenburger
Franceso Friedrich und Albrecht
Klammer, Nico Walther aus Riesa
sowie im Vierer Weltmeister Maximilian Arndt aus Oberhof die deutschen Bobs steuern. (dpa)
Beim Klassiker am Königssee sind alle Siege an die deutsche Mannschaft gegangen. Mit Natalie Geisenberger,
Felix Loch und dem Doppel Wendl/Arlt triumphierten die aktuellen Weltmeister und Olympiasieger.
VON STEFAN GEYLER
KÖNIGSSEE — Wer anders als die Lo-
kalmatadoren: Wieder einmal war
es am Wochenende die „Trainingsgruppe Sonnenschein“ aus Bayern,
die am Königssee die Akzente setzte.
Schließlich darf man von Olympiasiegern und Weltmeistern auch erwarten, dass sie sich auf ihrer Heimbahn nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Felix Loch, der Sieger
gestern in der Herrenkonkurrenz,
versuchte zwar die Euphorie etwas
zu bremsen, richtig gelungen ist
ihm das nicht. Die Zeitabstände
sprechen eine klare Sprache. 0,755
Sekunden Vorsprung vor dem
Zweitplatzierten Andi Langenhan
aus Zella-Mehlis ist etwa so, als würde in der Formel 1 der Erste seine
Konkurrenten überrunden. „Natürlich haben wir hier bei ähnlichen
Bedingungen trainiert und vor allem mein erster Lauf war nahezu
perfekt. Da kommen solchen Abstände zustande“, sagte er im Gespräch mit der „Freien Presse“.
Der Berchtesgadener, der im thüringischen Sonneberg das Licht der
Welt erblickte, ist und bleibt gegenwärtig der deutsche Vorzeigerodler.
Auch wenn er bei den Rennen in
Übersee - zum Beispiel in Lake Placid – auch manchmal patzte. In der
deutschen Mannschaft gibt es keinen, der konstant auf dem gleichen
Niveau fährt. Andi Langenhan zum
Beispiel erreichte zwar in Königssee
als Zweiter seine beste Weltcupplatzierung, doch es könnte noch besser
sein.
„Der Schlitten haut noch nicht
optimal hin. Aber der Junge ist stur
und beharrt auf seiner Meinung“,
gab sein Trainer Jan Eichhorn einen
kleinen Einblick in die Situation des
Thüringers. Ähnlich sieht es Bundestrainer Norbert Loch: „Der Junge
hat großes Potenzial. Er soll sich
nicht immer nur an Felix Loch messen, sondern versuchen, seinen eigenen Weg zu gehen.“
Der im Dezember als „Trainer des
Jahres“ ausgezeichnete Rodel-Experte ist im Gegensatz zu vielen seiner
Amtskollegen im Wintersport in
der glücklichen Lage, dass auch der
„zweite Anzug“ in seinem Team
passt. Bei den Doppelsitzern trifft
das auf die Olympia-Zweiten Toni
Eggert und Sascha Benecken sowieso zu. Die beiden Thüringer liegen
sogar in der Weltcup-Gesamtwertung vor den Olympiasiegern und
haben für das Rennen in zwei Wochen in Oberhof eine Revanche angekündigt.
Auch bei den Damen scheint sich
die Situation zu stabilisieren. Tatjana Hüfner hat sich mit der Rolle als
Anke Wischnewski
vom WSC Oberwiesenthal belegte in
Königssee Rang
sechs. Stefan Geyler
analysierte mit der
36-Jährigen das
Rennen.
Freie Presse: Warum hat es nicht
für einen Podestplatz gereicht?
Anke Wischnewski: Da spielen
sicherlich viele Dinge eine Rolle. Ausschlaggebend waren aber wieder
meine Fehler in der Kurvenkombination 3/4. Dadurch verliert man viel
Schwung für die lange Gerade.
Sie sind nun schon hunderte Mal in
Königssee gefahren. Warum passiert das immer wieder?
Wenn ich das wüsste. Ich versuche
zwar immer die Hinweise der Trainer
zu beachten, doch irgendwie passiert
es immer wieder.
Auch beim Topspeed waren einige
vor allem im ersten Durchgang
besser.
Das stimmt. Man sollte diesen Wert
aber nicht überbewerten. Zu einem
gelungenen Rennlauf gehört noch viel
mehr dazu.
Felix Loch fährt überlegen zum Sieg beim Rennrodel-Weltcup in Königssee.
FOTO: TOBIAS HASE/DPA
Toni Eggert setzt Familientradition fort
Tatjana Hüfner, die Olympiazweite
von Sotschi, war trotz Rang fünf mit
ihren beiden Läufen nicht unzufrieden. Nur der Topspeed fehlte. Lag es
vielleicht am Material? „Das müssen
wir analysieren“, sagte sie der „Freien Presse“. Zum Verständnis: Ihr
langjähriger Cheftechniker Wolfgang
Scholz aus Oberwiesenthal ist seit
diesem Monat offiziell im Ruhestand.
Zur WM in Sigulda soll er aber nochmals mit aushelfen.
Toni Eggert, der mit Sascha Benecken hinter den Lokalmatadoren
Wendl/Arlt bei den Doppelsitzern
Zweiter wurde, führt die Rodel-Traditionen in der Familie fort. Bereits
Vater Peter, der in Ilsenburg eine
Zimmerei betreibt, und der Großvater
kämpften in der Eisrinne um Siege.
Nummer zwei hinter Natalie Geisenberger offenbar abgefunden und
fasst Plätze außerhalb der Podestränge nicht mehr als persönliche Beleidigung auf. „Tatjana soll sich gezielt
auf die Weltmeisterschaften im Februar in Sigulda vorbereiten. Welche
Plätze im Weltcup herausspringen,
spielt dabei eine untergeordnete
Rolle“, meint Loch. Der 52-Jährige
war zuletzt gemeinsam mit seinen
Assistenten auch als Diplomat gefragt, da die Vorwürfe von Tatjana
Hüfner, nach Olympia, die Berchtesgadener seien in Sachen Schlitten-
technik bevorteilt, lange nicht ausgeräumt wurden. Mittlerweile
scheint man sich auf einen Burgfrieden geeinigt zu haben.
In der Teamstaffel setzten gestern
die Gastgeber ihre Dominanz fort. Mit
1,402 Sekunden Vorsprung siegten
Ralf Palik schwer gestürzt
Ein schmerzliches Ende nahm der
Weltcup für Ralf Palik. Der Rodler
vom WSC Oberwiesenthal stürzte
im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel,
schlug mit dem Kopf an die Bande
und musste damit alle Chancen begraben. Ein Fahrfehler ausgangs des
„Kreisels“ war offenbar die Ursache.
Wie Norbert Loch bestätigte, habe
Geisenberger, Loch und Wendl/Arlt
vor den USA und Kanada.
Der Rennrodel-Weltverband FIL bezeichnet sich als ein mittelständisches
Unternehmen. Besonders bezahlt mache sich die kluge Haushaltspolitik in
den Jahren der Finanzkrise.. „Wir haben in schwieriger Zeit nicht nur kein
Geld verloren hat, sondern das angelegtes Kapital vermehren können“,
sagte Vizepräsident Steyrer. (sg)
sich der 24-Jährige dabei eine Gehirnerschütterung zugezogen. Noch
bis morgen soll Palik zur Beobachtung im Krankenhaus von Schönau
am Königssee bleiben. Der Erzgebirger, der am Freitag den Nationencup
gewonnen hatte, lag nach dem ersten Durchgang an der zwölften Position und hatte Chancen, bei seiner
Weltcuppremiere in dieser Saison
unter die Top Ten zu fahren. Ob der
Oberwiesenthaler in Oberhof dennoch erneut eine Einsatzchance erhält, wollte der Bundestrainer gestern noch offen lassen.
Ist der sechste Rang unter diesen
Umständen das Optimale?
So ungefähr. Das ist der Bereich, in
den ich in den bisherigen Weltcuprennen gefahren bin. Ich habe aber die
Hoffnung noch nicht aufgegeben,
dass es mit einem Platz auf dem Podest noch klappt.
Warum?
Weil jetzt mit Winterberg, Sigulda und
auch Altenberg noch Bahnen kommen, die mir besser liegen.
Da dürfte Ihnen in der letzten Saison Ihrer Karriere der Abschied
aus Königssee nicht schwerfallen?
Das könnte man so sagen. Wehmut
kommt jedenfalls nicht auf.
Jetzt gibt es vor dem nächsten
Rennen am 18. Januar in Oberhof
zwei Wochen Pause. Was steht da
auf dem Programm?
Eine ganze Menge. Zunächst Athletiktraining am Fichtelberg. Dann fahren
wir zu zwei Trainingseinheiten nach
Oberhof. Schließlich muss sich Wolfgang Scholz, unser langjähriger Techniker, in Oberwiesenthal noch einmal
meinen Schlitten anschauen. Vielleicht kann man das eine oder andere
noch optimieren.
A N ZE I G E
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VOLLEYBALL
Dresden baut
Siegesserie aus
Volleyballerinnen
des Dresdner SC sind erfolgreich ins
neue Jahr gestartet und haben ihre
Siegesserie in der Bundesliga fortgesetzt. Der Spitzenreiter gewann das
Top-Duell vor 2100 Zuschauern bei
Verfolger Allianz MTV Stuttgart mit
3:2 (25:19, 22:25, 25:23, 12:25, 15:4).
Damit blieb der deutsche Meister
auch im 13. Punktspiel ungeschlagen und baute seinen Vorsprung in
der Tabelle weiter aus. Nach gutem
Start der DSC-Damen entwickelte
sich schon im ersten Satz ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Im vierten
Abschnitt verloren die DSC-Damen
den Faden und mussten den Satzausgleich hinnehmen. Doch im
fünften Durchgang zeigten sie sich
hochkonzentriert. Schon beim letzten Seitenwechsel führten die
Schützlinge von Trainer Alexander
Waibl mit 8:1. Nach 109 Minuten
verwandelte Lisa Izquierdo den
zweiten Matchball zum Sieg. (dpa)
Abschied von Königssee
ohne große Wehmut
FOTO: EGBERT KAMPRATH
ZAGREB — Konsterniert stieß Alpin-
S5
DAS THEMA: RENNRODEL-WELTCUP IN KÖNIGSSEE
NACHRICHTEN
Slalom-Damen
weiter in der Krise
Freie Presse
DRESDEN — Die
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3572180-10-1
S6 Freie Presse
LOKALSPORT
Kreisligisten lassen aufhorchen
NACHRICHTEN
HANDBALL
Vogtländer setzen
ihre Siegesserie fort
PLAUEN — Der SV 04 Oberlosa bleibt
in der Handball-Sachsenliga die klare Nummer 1. Obwohl beim Spitzenreiter neben Torhüter Erik Petzoldt (Meniskus- OP) und Robert Fickel (Knie) kurzfristig auch noch
Keeper Carsten Klaus und Youngster Marcus Zobel ausfielen, konnten
die 762 Zuschauer am Samstagabend den elften Sieg im elften Spiel
bejubeln. Gegen den Tabellenzweiten TSV Radeburg gelang ein knapper aber verdienter 25:24-Erfolg. Damit gehen die Vogtländer mit fünf
Punkten Vorsprung auf die Verfolger in die Rückrunde. Erfolgreichster Torschütze für Oberlosa war am
Samstag Christoph Märtner mit
neun Treffern. (rimi)
KEGELN
Zweitliga-Team gibt
daheim Punkte ab
MEHLTHEUER — Die Kegler der SG
Grün-Weiß Mehltheuer sind in der
2. Bundesliga Nord/Ost mit einer
vermeidbaren 2,5:5,5-Niederlage gegen Tabellenführer SKV Rot-Weiß
Zerbst II ins neue Jahr gestartet.
Schon im ersten Paar lief es nicht
wie gewünscht. Lutz Möckel (567
Holz) hatte knapp das Nachsehen
und Daniel Höring (570) trumpfte
nur im ersten Satz auf. Danach sicherte Thomas Großer (600) mit toller Aufholjagd den ersten Mannschaftspunkt, während sich Dirk Lorenz (592) mit seinem Gegner den
Zähler teilte. Im Schlusspaar sorgte
Alexander Kelz (583) für den zweiten Erfolg der Grün-Weißen. Da aber
Florian Lamprecht (535) sein Duell
verlor, waren die Punkte futsch. (lff)
FUSSBALL
Auerbach vereinbart
weiteres Testspiel
AUERBACH — Der VfB Auerbach hat
in Vorbereitung auf die Rückrunde
der Fußball-Regionalliga ein weiteres Testspiel vereinbart. Wie Manager Volkhardt Kramer informierte,
soll am 21. Januar, gegen den FC Erzgebirge Aue II gespielt werden. Über
den Spielort wird kurzfristig entschieden. Insgesamt sind nach dem
Trainingsauftakt am Mittwoch und
der Teilnahme an einem Hallenturnier in Gera am 10. Januar sieben
Vorbereitungsspiele geplant. (tyg)
KURZ GEMELDET
Heimsieg für TSV Oelsnitz
OELSNITZ — Die Handballer des TSV
Oelsnitz sind gestern Nachmittag
in der 1. Bezirksklasse mit einem
Heimsieg ins neue Jahr gestartet.
Mit dem 34:27-Erfolg gegen Aufsteiger und Tabellennachbar SV Beierfeld festigten die Sperken den fünften Tabellenplatz. Das nächste Spiel
bestreitet Oelsnitz am 18. Januar gegen Niederwiesa. (khfr)
Schützen küren erste Sieger
WERNITZGRÜN — Katja Meier bei den
Frauen und Dietmar Wurlitzer bei
den Schützen sind am Samstag als
Sieger aus dem Neujahrsschießen
der Schützengilde Wernitzgrün hervorgegangen. Sie sicherten sich damit die Wanderpokale, die zur Jahreshauptversammlung am 30. Januar übergeben werden. (jhö)
SPORT IN ZAHLEN
Fussball
Hallenkreispokal F-Junioren
Vorrundengruppe C
1. SG Jößnitz
2. VFC Plauen
3. FSV Treuen
4. SpVgg Zobes II
5. Wacker Plauen II
6. Post SV Plauen
Sp
5
5
5
5
5
5
Tore
P
21: 3 13
17: 1 11
6:10 7
4: 8 6
5: 5 5
1:27 0
Sp
4
4
4
4
4
Tore
P
9: 2 10
8: 1 10
6: 3 6
5: 8 3
1:15 0
Vorrundengruppe D
1. Wacker Plauen I
2. Heinsdorf/Irfersgrün II
3. SC Syrau
4. Nema Netzschkau
5. VFC Adorf
Montag, 5. Januar 2015
Mit Rotschau und Jößnitz
haben sich erstmals zwei
Teams aus der dritthöchsten vogtländischen Spielklasse für die Endrunde
der Hallenkreismeisterschaft qualifiziert. Auch
die beiden RegionalligaReserven sind weiter.
Skisport: Tom Lubitz über
sein Debüt im Weltcup
SCHONACH — Auf dem 45. Platz hat
Kombinierer Tom Lubitz vom VSC
Klingenthal gestern seinen ersten
Einsatz im Weltcup beendet. Nach
dem Wettkampf in Schonach führte Monty Gräßler gestern mit dem
19-Jährigen folgendes Telefonat.
VON MIRKO MODES
PLAUEN — Mit dem VFC Plauen II
und der SG Rotschau haben am
Samstag vor 695 Zuschauern zwei
Endrundenteilnehmer des Vorjahres verdient den Einzug unter die
besten Acht geschafft. Die SG Neustadt vermasselte ihre letzte Chance
bei der 0:1-Niederlage gegen den Reichenbacher FC. Beim RFC rückte
zwar Persigehl ins Aufgebot, doch
das Team war weit von seinem vor
drei Jahren gewonnenen Meistertitel entfernt und überzeugte nur in
seinem letzten Spiel teilweise.
Rotschau schockt den VFC
Der FC Werda schien kaum Wert auf
ein Weiterkommen zu legen. Mit
nur einem einzigen Wechselspieler
angereist, schied der Vogtlandligist
aus, obwohl Routinier Zapyshnyi
acht Tore erzielte. Fast so treffsicher
waren Rotschaus Schwarz (7 Tore)
sowie Schmidt (Neustadt) und Fritzlar, die ihr Torekonto auf 11 beziehungsweise 15 Treffer erhöhten. Der
VFC-Kicker ist damit erster Anwärter auf die Torjägerkrone.
Im ersten Spiel des Nachmittags
gelang dem Neustädter Schmidt die
Führung gegen den VFC und damit
der 900. Treffer der Meisterschaft.
Dank Spritzigkeit und hohem Tempo siegte Plauen aber noch mit 4:2.
Rotschau fegte Brunn zum Auftakt
mit 8:1 vom Feld und legte gegen das
drei Klassen höher spielende Team
des VFC Plauen nach. Scheller vollendete eine Kombination über fünf
Stationen volley zum 1:0. Gütter
glich für den VFC aus spitzem Winkel aus. Als Rotschaus Mehler auf
die Strafbank musste, sprach vieles
für die Plauener. Doch Schwarz vollendete kurz vor Ultimo einen Konter zum 2:1 für den Kreisligisten,
dessen erneuter Endrunden-Coup
bereits nach den 3:3 gegen Neustadt
und den RFC feststand.
Der VFC Plauen zeigte sich geschockt durch die Niederlage gegen
Rotschau und quälte sich gegen den
RFC und gegen Werda durch die
Zwischenrunde. Im Duell mit Reichenbach konnten sich die Plauener
beim Schiedsrichter bedanken. Der
„Insgesamt
war es ein
guter Tag“
Sehen sich in der Endrunde wieder: Der Rotschauer Thomas Werner (rotes
Trikot) und Clemens Zierold vom VFC Plauen II.
FOTOS: ELLEN LIEBNER (2)
Steffen Stumpe (rechts) wurde mit
Jößnitz Zweiter der Zwischenrunde.
Von „obergeil“ bis „von der Rolle“: Das sagten die Trainer der besten Zwischenrunden-Teams
Ronald Färber (VFC Plauen II):
„Nach der überragenden Vorrunde
spielte mein Team eine schwache Zwischenrunde. Das erste Spiel war unser bester Auftritt. Durch die Niederlage gegen Rotschau waren wir von
der Rolle und haben nur durch unsere
individuelle Klasse im Anschluss zweimal knapp gewonnen. In der Endrunde müssen wir uns steigern.“
Michael Klose (SG Rotschau): „Nach
dem Sieg über den VFC habe ich an
das Weiterkommen geglaubt. In diesem Spiel hat mein Team Charakter
gezeigt. Mit mehr Konzentration wären sogar mehr als nur zwei Siege
möglich gewesen. Wir haben bewiesen, dass unsere Endrundenteilnahme voriges Jahr keine Eintagsfliege
war. Dort wird dann auch wieder Felix
Wilhelm wieder mit dabei sein.“
gute taktische Verhalten besonders in
den Unterzahlsituationen, in denen
wir sogar zweimal selbst trafen. Wir
werden in der Endrunde unverändert
auflaufen und wollen ins Halbfinale.“
Michael Stöhr (VfB Auerbach II):
„Ich bin absolut glücklich über den
Einzug in die Endrunde. Damit haben
wir unser Ziel erfüllt. Durch den Gewinn des Turnieres in Rodewisch hat
meine Mannschaft noch einen Schub
bekommen. Beeindruckt hat mich das
Holger Wiesner (SG Jößnitz):
„Obergeil! Wir hatten mit dem Einzug
in die Endrunde geliebäugelt und
freuen uns nun ohne Ende. Ich bin
hochzufrieden, weil wir bis auf die
Partie gegen Auerbach sehr diszipliniert gespielt haben und wir nach
einigen Jahren Pause wieder in der
Finalrunde dabei sind.“
Rivalen VfB Auerbach II 0:1 verlor.
Förster traf schon nach wenigen Sekunden als spielender Torwart. Rodewisch wahrte sich durch ein 5:0
über Ellefeld die letzte Chance. Dabei sah es nach zwei Siegen für den
Vogtlandligisten gar nicht schlecht
aus. Doch die Niederlagen gegen
Adorf und Jößnitz kosteten das Weiterkommen. Im Spiel gegen Jößnitz
trafen die Rodewischer in 20 Sekunden viermal die Latte. Jößnitz reichte im letzten Spiel ein 1:1 gegen
Stahlbau, um erstmals seit der Gründung des Vogtländischen FußballVerbandes das Finalturnier zu erreichen.
Rodewisch hoffte in der letzten
Partie auf einen Adorfer Sieg, doch
Auerbach ließ nichts mehr anbrennen. In Unterzahl verlängerte Eckstein einen weiten Ball von Herold
mit Kopf ins lange Eck zum 1:0 und
zum Gruppensieg. Dem Stahlbauer
Hartung gelang mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich im Spiel gegen
Adorf das 1000. Turniertor.
STATISTIK Zwischenrunde B: Ergebnisse:
Neustadt – VFC Plauen II 2:4, Werda – Reichenbach 2:2, Brunn – Rotschau 1:8, Werda –
Neustadt 2:3, Rotschau – VFC Plauen II 2:1,
Reichenbach – Brunn 2:4, Neustadt – Rotschau 3:3, Brunn – Werda 3:4, VFC Plauen II –
Reichenbach 4:3, Brunn – Neustadt 3:5, Reichenbach – Rotschau 3:3, Werda – VFC Plauen
II 1:2, Reichenbacher FC – Neustadt 1:0, VFC
Plauen II – Brunn 7:2, Rotschau – Werda 4:4.
Tabelle: 1. VFC Plauen II 12 Punkte/18:10 Tore, 2. SG Rotschau 9/20:12, 3. SG Neustadt
7/13:13, 4. FC Werda 5/13:14, 5. Reichenbacher
FC 5/11:13, 6. TSG Brunn 3/13:26.
Zwischenrunde C: Ergebnisse: Rodewisch –
Stahlbau 2:0, VfB Auerbach II – Ellefeld 2:1,
Jößnitz – Adorf 4:1, VfB Auerbach II – Rodewisch 1:2, Adorf – Stahlbau 2:1, Ellefeld – Jößnitz 1:5, Rodewisch – Adorf 0:1, Jößnitz – VfB
Auerbach II 0:4, Stahlbau – Ellefeld 5:4, Jößnitz – Rodewisch 3:0, Ellefeld – Adorf 3:2, VfB
Auerbach II – Stahlbau 1:0, Ellefeld – Rodewisch 0:5, Stahlbau – Jößnitz 1:1, Adorf – VfB
Auerbach II 0:1. Tabelle: 1. VfB Auerbach II
12/9:3, 2. SG Jößnitz 10/13:7, 3. 1. FC Rodewisch 9/9:5, 4. VFC Adorf 6/6:9, 5. Stahlbau
Plauen 4/7:10, 6. FSV Ellefeld 3/9:19.
Freie Presse: Hallo Tom. Ist es
blöd oder okay für dich, wenn ich
zum 45. Platz gratuliere?
Tom Lubitz: Das passt schon, vielen
Dank. Ich war vor dem Springen
ganz schön aufgeregt, und es hat vor
den vielen Zuschauern einfach Riesenspaß gemacht. Ich denke, fürs
Weltcup-Debüt war es auch mit der
Platzierung insgesamt ein guter Tag.
Im Springen mit Platz 15 top, in
der Loipe ausbaufähig – kann
man das so stehen lassen?
Sicher. Dass ich eher der stärkere
Springer als Läufer bin, ist ja nicht
neu. In Schonach lief es auch auf der
Schanze einfach super. Beim Langlauf musste ich mich angesichts der
engen Zeitabstände erstmal zurechtfinden. Die Trainer hatten mir mit
auf den Weg gegeben, mein Rennen
zu machen und zu versuchen, Spaß
zu haben. Das ist auf dem Niveau
aber leichter gesagt als getan.
Tom Lubitz
Nordisch-Kombinierter
des VSC Klingenthal
FOTO: HARALD SULSKI
RFC führte 3:2. Nach einem unabsichtlichen Handspiel wurde Seidel
auf die Strafbank geschickt. Gütter
und Fritzlar drehten in der Endphase das Spiel. Gegen Werda gelang
Zierold erst in der letzten Minute
der Siegtreffer. Erst als alles entschieden war, drehten die Plauener noch
einmal auf und besiegten die tapfer
kämpfenden Brunner 7:2.
Dauerbrenner aus dem Rennen
Dem VfB Auerbach II und der SG
Jößnitz ist gestern Nachmittag vor
515 Zuschauern der Einzug in die
Endrunde gelungen. Überraschend,
aber auch auf Grund des schwachen
Auftritts verdient, schied Dauergast
Rodewisch aus. Die Staffel C war an
Spannung kaum zu überbieten, hatten doch vor den letzten vier Spielen
noch fünf Mannschaften die Chance
aufs Weiterkommen.
Nach den tapfer mitspielenden
Ellefeldern verabschiedete sich die
SG Stahlbau Plauen aus dem Rennen, als sie gegen den Vogtlandliga-
Wie geht es nach dem Ausflug in
den Weltcup jetzt weiter?
Ich fahre gerade mit Eric Frenzel
wieder nach Hause und kehre
nächste Woche ganz normal in den
Continentalcup zurück. Wir fliegen
am Donnerstag nach Norwegen und
haben dann bis Ende Januar in Hoydalsmo, Falun und Planica wichtige
Wettkämpfe vor uns. Denn danach
wird die Entscheidung fallen, wer
im Januar zur Junioren-WM nach
Almaty fährt.
Wie schätzt du da im Moment
deine Chancen ein?
Mit Platz 15 im Dezember in Amerika habe ich die halbe Norm für die
JWM in der Tasche. Am besten wäre
es natürlich, wenn ich am Wochenende in Norwegen gleich nochmal
unter die ersten 15 komme und die
nächsten Wettkämpfe dann ohne
großen Druck angehen könnte. Die
Konkurrenz in Deutschland ist
stark. Aber ich weiß, was ich kann,
und habe alles selbst in der Hand.
Spätes Tor entscheidet Endspiel der D-Junioren
Die U-13-Kicker des VFC
Plauen haben gestern den
ersten Hallentitel der Saison für ihren Verein geholt.
Silber und Bronze holten
Auerbach und die SpG
Straßberg/Kürbitz.
VON RAINER TAUBALD
PLAUEN — Mit einem 2:1-Erfolg im
Endspiel gegen den VfB Auerbach
hat das U-13-Team des VFC Plauen
gestern vor 216 Zuschauern in der
Plauener Sporthalle Wieprechtstraße die Hallenkreismeisterschaft der
D-Junioren für sich entschieden.
Den dritten Platz sicherte sich die
Spielgemeinschaft (SpG) Straßberg/Kürbitz durch einen 3:1-Sieg
im kleinen Finale gegen die Jungs
der SG Kürbitz. Geehrt wurden darüber hinaus Jeremy Glaß vom VfB
Auerbach (18 Treffer) als Torschützenkönig, Lukas Seyfahrt von der SG
Kürbitz als bester Spieler und Louis
Kehl von der SpG Mylau/Limbach
als bester Torhüter.
Manfred Jahn, der mit Michael
Scherf die Turnierleitung inne hatte,
meinte zufrieden: „Das Turnier hatte gutes spielerisches Niveau und
war zudem auch spannend.“ Ihren
Anteil daran hatten auch die sicher
amtierenden Schiedsrichter Ricardo
Zeitz, Daniel Müller und Marco
Leihkamm.
In der Gruppe A dominierten die
Favoriten VFC Plauen und Auerbach. Aus der Gruppe B kamen überraschend die beiden Teams aus
Straßberg und Kürbitz und nicht
Wacker Plauen ins Halbfinale. Im
ersten Halbfinale hatte Kürbitz gegen den VFC Plauen keine Chance
und unterlag nach Treffern von Johnas Kühn, Kevin Baumann (4), Devis
Meichsner und Charlie Spranger 0:7.
Erst spät trafen für die favorisierten
Auerbacher im zweiten Halbfinale
Chris Vogel und Marvin Todt gegen
das bravourös kämpfende Team der
SpG Straßberg/Kürbitz zum 2:0-Sieg.
Domenik Heidenreich, Konrad
Puschner und Laurin Nitze trafen
für die SpG Straßberg/Kürbitz im
vereinsinternen Spiel um den Bronzeplatz gegen die SG Kürbitz. Dustin
Walther gelang der Ehrentreffer für
den am Ende Viertplatzierten.
Im Endspiel kam der VFC Plauen
gegen die mit offensiver Deckung
taktisch hervorragend eingestellten
Auerbacher kaum ins Spiel. Verdient führte auch der VfB durch
Chris Vogel 1:0. Per Sonntagsschuss
traf Johnas Kühn zum 1:1. Nachdem
der VFC-Torhüter mit tollem Reflex
einen Rückstand verhindert hatte,
traf in der hektischen Schlussphase
17 Sekunden vor Spielende Merlin
Hartmann zum umjubelten und
glücklichen 2:1 für die Plauener.
VFC-Trainer Ingo Wappler: „Unser Sieg war schon etwas glücklich.
Der VfB war stark. Insgesamt denke
ich aber, dass wir nicht unverdient
Kreismeister wurden. Durch die lange Freiluftsaison in der Talentliga
Sachsen hatten wir auch wenig Zeit
in der Halle zu trainieren“.
STATISTIK
Gruppe A: Mylau/Limbach - Irfersgrün/
Heinsdorfergrund 3:0, VFC Plauen - Auerbach
1:1, Mylau/Limbach - VFC Plauen 0:3, Auerbach - Irfersgrün/Heinsdorfergrund 6:0, Irfersgrün/Heinsdorfergrund - VFC Plauen 0:6,
Auerbach - Mylau/Limbach 3:1. Tabelle: 1. VFC
Plauen U 13 7 Punkte/10:1 Tore; 2. VfB Auerbach 7/10:2; 3. SpG Mylau/Limbach 3/4:6; 4.
SpG Irfersgrün/Heinsdorfergrund 0/0:15.
Gruppe B: Kürbitz - Straßberg/Kürbitz 1:2,
Neustadt - Wacker Plauen 0:3, Kürbitz - Neustadt 3:1, Wacker Plauen - Straßberg/Kürbitz
0:2, Straßberg/Kürbitz - Neustadt 2:1, Wacker
- Kürbitz 1:5. Tabelle: 1. SpG Straßberg/Kürbitz
9 Punkte/6:2 Tore; 2. SG Kürbitz 6/9:4; 3. 1. FC
Wacker Plauen 3/4:7; 4. SG Neustadt 0/2:8.
9-m-Schießen um Platz 7: Irfersgrün/Heinsdorfergrund - Neustadt 3:2. 9-m-Schießen
um Platz 5: Mylau/Limbach - Wacker Plauen
5:4. Halbfinals: VFC Plauen - Kürbitz 7:0,
Auerbach - Straßberg/Kürbitz 2:0. Spiel um
Platz 3: Kürbitz - Straßberg/Kürbitz 1:3. Endspiel: VFC Plauen - Auerbach 2:1.
So sehen Sieger aus: Die D-Junioren des VFC Plauen bejubelten gestern Mittag ausgelassen den Sieg bei der Hallenkreismeisterschaft. Im Endspiel hatten sie Auerbach mit 2:1 besiegt.
FOTO: ELLEN LIEBNER
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 5. Januar 2015
Fernsehen
Detlev Buck
macht sich einen
Film-Spaß mit
der „Vermessung
der Welt“ S. A3
Seite A1
„Mama, hattet Ihr schon Sex?“
NACHRICHTEN
RAUC HEN
Wasserpfeife ist oft
der Einstieg
Wer als junger Erwachsener häufig
Shisha raucht, greift auch später
eher zur Zigarette. Das ist das Ergebnis einer Studie zweier Forschungseinrichtungen in den USA. Dafür
wurden 2541 Jugendliche zwischen
15 und 23 Jahren zwei Jahre lang untersucht. Den Forschern zufolge hat
knapp ein Fünftel der Shisharaucher innerhalb von zwei Jahren zum
Glimmstängel gegriffen. (dpa)
GESUNDHEIT
Keine Vorhersage
für Demenz
Eine Alzheimer-Früherkennung eignet sich nicht für Menschen ohne
Symptome. Die heutigen Verfahren
erlauben noch keine Vorhersage für
Demenz bei gesunden Menschen,
sagt Prof. Frank Jessen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie
und Psychotherapie, Psychosomatik
und Nervenheilkunde. Einzige Ausnahme: Wenn in der Familie mehrere Alzheimer-Erkrankungen aufgetreten sind – und das schon in jungen Jahren – könnte es sich um eine
erblich bedingte Form von Alzheimer handeln. Betroffene können
sich dann über den Nutzen einer
Früherkennung informieren. (dpa)
FAMILIE
Alltag wichtiger als
Spaßprogramm
Vor lauter schlechtem Gewissen fahren Eltern am Wochenende oft das
große Spaßprogramm für ihre Kinder auf – auch wenn dem Kind gar
nicht danach ist und es lieber zu
Hause in Ruhe spielen würde. Das
sagt Lieselotte Ahnert, Professorin
für Entwicklungspsychologie an der
Universität Wien. Ob ihr Kind tatsächlich zu kurz kommt, merken Eltern daran, dass es keine Erlebnisse
mehr mit ihnen teilen will. Am besten beziehen Erwachsene das Kind
stärker in den Alltag ein. So können
sie beim Abwasch einen Stuhl neben sich stellen und gemeinsam mit
dem Kind abspülen. (dpa)
GESUNDHEIT
Auch bei Mistwetter
einmal täglich raus
Auch bei kaltem Wetter, Regen oder
Schnee sollten alle einmal täglich
frische Luft schnappen. „Eltern sollten sich mit ihrem Kind eine Pause
von mindestens einer Stunde täglich im Freien zur Gewohnheit machen“, rät Christine Graf, Sportmedizinerin im Netzwerk Gesund ins Leben. Das unterstütze den natürlichen Bewegungsdrang der Kleinen
und entspanne die Großen. (dpa)
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3582087-10-1
„Klär mich auf!“ ist ein
Buch für Kinder. Aber
auch Erwachsene können
beim Lesen noch jede
Menge lernen.
VON ROLAND MISCHKE
Die Sozialpädagogin Katharina von
der Gathen redet nicht abstrakt über
Sexualität, sondern sie hat 101 Fragen von Kindern gesammelt. Sie beantwortet sie sachlich kindgemäß,
klar und einfühlsam. „Wozu hat
man ein Lustgefühl? Warum nennt
man die Scheide Muschi? Und wie
lang ist ein Penis?“ Die Fragen sind
gekrakelt auf Briefkarton geschrieben, in Schönschrift und orthografisch unkorrekt („Muss man
nackt fiken?“). Sie sind ehrlich. Und
Kinder wollen auch ehrliche Antworten.
Moralische
Anmerkungen
bleiben außen vor.
Was im Schulunterricht Gejohle
auslösen würde, können Kinder im
Spiralblock durchblättern, allein
oder mit Eltern oder Großeltern. Es
ist auch ein Bilderbuch, die Illustrationen von Anke Kuhl sind lustig,
aber nie gemein. Die zeichnende
Kommentatorin lässt einen Mann
mit struppigen Haaren und im Lendenschurz unterm Baum mit einem
Apfel in der Hand „EEEEVAAAA!“
brüllen – das ist die Antwort auf die
Frage, wer als erster Mensch Sex hatte. Von der Gathen löst andere knifflige Fragen noch drolliger. Warum
die Erwachsenen beim Sex stöhnen,
lässt sie ein Kind am Frühstückstisch fragen. Hatten die Eltern etwa
Alpträume?
Auf der Vorderseite Frage und Illustration, auf der Rückseite die Erklärung. Wie klein ein Spermium
ist, und wie groß eine Gebärmutter.
ILLUSTRATION: ANKE KUHL
Was ein Kondom ist. Warum Penislängen verschieden sind. Oder: „Warum es manchmal klappt, ein Kind
zu kriegen und manchmal nicht.“
Kurz, knapp und direkt fallen die Erklärungen aus. Ein Baby kann nicht
aus dem Po kommen. „Das Po-Loch
(es wird auch After oder Anus genannt) ist bei Menschen und Säuge-
tieren das Ende des Darms, aus dem
nur die Kacke kommt. Das Kind
wächst aber in der Gebärmutter der
Frau. Von dort gibt es keine Verbindung zum Po-Loch. Der einzige Ausgang aus der Gebärmutter ist die
Scheidenöffnung.“
Bei der Frage, was eine Abtreibung sei, braucht von der Gathen et-
was mehr Platz für die Antwort. Sie
schreibt von den Gefühlen der Frau,
wer ihr helfen kann, wenn sie nicht
weiß, wie sie „das mit einem Kind
schaffen soll“. Vielleicht fasst sie
noch Mut, sie kann das Kind auch
nach der Geburt zur Adoption freigeben. „Oder die Frau sieht keinen
anderen Weg, als die Schwangerschaft abzubrechen. In den ersten
Wochen ist das bei einem Arzt möglich.“ Mehr wird nicht gesagt, mehr
brauchen Kinder darüber nicht zu
wissen. Moralische Anmerkungen
bleiben außen vor.
Ein Kind fragt: „Was ist Vergewaltigung?“ Die Autorin weicht nicht
aus. In diesem Fall dürfte aber Anke
Kuhls Zeichnung treffend sein. Sie
zeigt eine Frau in der Pranke eines
fürchterlich aussehenden Monsters.
Und obwohl die Frau kleiner ist, körperlich unterlegen, schleudert sie
dem Angreifer ihr „Nein!“ entgegen.
Das genügt. Auch beim Nachhaken,
wie sich Sex denn nun anfühle, werden kindgemäß rosa Wölkchen, ein
Strudel an Wolken und eine Explosion gezeichnet. Das zeigt eine Richtung, lässt aber das meiste offen.
Der Intimität der Kinder vor oder
in der Pubertät begegnet das Buch
mit einer Unverbindlichkeit, in der
doch ein Fokus erkennbar ist: Sex ist
schön, kann aber auch mal schiefgehen. Sex ist erlaubt, aber aufpassen
muss man schon. Sex kann auch
mal peinlich sein, aber er gehört
zum Leben dazu – und das ist gut.
Viele der Zeichnungen sind Szenen,
mit Sprechblasen versehen. Eine davon lautet: „Magst du Poppmusik? Ferkel!“ Es wird gelacht dabei. Da
wird gegengehalten zur aufdringlichen Werbung und den Medien. Da
wird Sexualität natürlich behandelt,
also auf keinen Fall mit dem abstrakten Begriff „Sexualität“.
DAS BUCH: Katharina
von der Gathen, Illustrationen von Anke
Kuhl: „Klär mich auf!
101 echte Kinderfragen.“ Klett Kinderbuch,
Leipzig, 208 S., Spiralbindung, 14,95 Euro.
Typgerecht lernen
Jeder hat eigene Techniken, sich bestimmte Dinge einzuprägen – Es gibt vier Lerntypen
Die Pädagogin Sabine Grotehusmann hat einen Psychotest entwickelt, mit dem der individuelle Lerntyp ermittelt werden kann. Eine solche Einordnung kann schon der erste Schritt zum Erfolg sein. „Wichtig
ist es, seinen eigenen Lerntyp zu finden, aber trotzdem offen zu sein für
neue Techniken, und zu schauen,
was zu mir passt und womit ich
mich wohl fühle.“
Der Redner: Er braucht andere
Menschen beim Lernen, denn er
denkt gerne laut. Eine lebendige
W
as nimmst du dir eigentlich für das Jahr 2015
vor? Mein Sohn (15)
schaute mich ziemlich verwundert
an. „Nix, was soll ich mir denn vornehmen?“, antwortete er mit der
Unbedarftheit eines Teenagers. Und
ich fragte mich, in welchem Alter
man eigentlich anfängt, das neue
Jahr mit den berühmten guten Vorsätzen vollzupacken? Mein Sohn erriet meinen Gedankengang: Wir
schauten uns an und mussten beide
schmunzeln. Das war einer dieser
Augenblicke, wie man sie nur mit
den eigenen Kindern erleben kann –
ein Moment voller Zärtlichkeit
und Verbundenheit, ganz ohne
Worte.
Jedes Jahr unterliegen wir „Großen“ dem gleichen Ritual: Wir suchen nach etwas, das im neuen Jahr
besser laufen sollte, und legen einen
Vorsatz fest: mehr Sport, gesünderes
Schülerbibliothek ist für ihn viel
besser, als alleine am Schreibtisch zu
sitzen. Rednern empfiehlt die Pädagogin, sich einen Lernpartner zu suchen: „Am besten jemanden, dem es
hilft, Sachen erklärt zu bekommen.
Dann ist beiden geholfen.“
Der Planer: Wer sich gerne Ziele
und Fristen setzt, gehört zu diesem
Lerntyp. Sie teilen sich die Themen
ein, die Masse an Lernstoff überfordert sie dann nicht. Sie lernen mit
Klassenkameraden zusammen, weil
sie sich gegenseitig motivieren.
Der Realist: Er lernt gerne mit Karteikarten und wiederholt sie so lange, bis er den Stoff im Kopf hat. Dabei sollte man aber nicht nonstop
lernen. „Es ist bewiesen, dass man
nach einer Pause wieder viel leistungsfähiger ist“, sagt Wolfram Rollett, Professor für Bildungsforschung. Er empfiehlt Jugendlichen
Lerneinheiten von maximal einer
halben Stunde und danach eine Pause von zehn Minuten. Die Pause sollten Schüler jedoch anders verbringen als das Lernen. Wenn man beispielsweise im Sitzen lernt, kann
UNTER UNS
Augenblicke
GRIT STRIETZEL
… ÜBER VORSÄTZE UND DIE FÄHIGKEIT, SICH AUF SCHÖNES ZU FREUEN
grit.strietzel@freiepresse.de
Essen, weniger Stress und so weiter.
Das meiste davon wird nie erreicht.
Kinder verfahren so nicht. Sie sehen
in einem neuen Jahr in der Regel nur
neue Dinge, auf die man sich freuen
kann.
Mein kleiner Neffe wird im April
gerade fünf Jahre alt, und immer,
wenn man ihn danach fragt, reckt er
stolz sein kleines Händchen in die
Höhe, und alle fünf Finger sind in
den Himmel gestreckt. Auch mein
Großer (19) hat sich die Erwachsenen-Vorsätze noch nicht zu eigen gemacht und freut sich einfach auf
2015 – zum Beispiel auf sein Auslandsstudienjahr in Italien ab Sommer. Wir sollten es dem Nachwuchs
gleichtun und im Januar auf die
„Vorsatz-Liste“ nur Dinge schreiben,
die Spaß machen.
Ich werde mit meinem kleinen
Neffen auf dem Spielplatz wieder
Sandburgen bauen und mit seinem
großen Bruder (11) die LuftballonMonster fertig basteln, die wir schon
begonnen haben. Ich freue mich
schon jetzt, wenn der Kleine mit mir
seine Buntstifte teilt und wir zusammen ein Bild malen. Und wenn er
man danach aufstehen und sich
kurz bewegen.
Der Spieler: Sie können mit Karteikarten nichts anfangen. Ihnen bringen Bilder, Mindmaps und Farben
mehr. Die Farben wählt man nach
unterschiedlichen Themengebieten
aus und teilt den Text entsprechend
ein. Hilfreich ist auch, sich vorzustellen, wofür man lernt. Denn
schon das Bild im Kopf zu haben,
wie man die gute Note entgegennimmt oder der Gedanke, „denen
zeig ich’s“, kann motivieren. (dpa)
dann anordnet: „Du nimmst rot!“,
dann werde ich lachen, weil – es wie
so oft der – blaue Stift ist, den er mir
gibt. Aber auch das mit den Farben
bekommen wir noch hin.
Ich habe mir für 2015 vorgenommen, unzählige schöne Augenblicke
zu sammeln. Denn sie waren es, die
mir im vergangenen Jahr in Erinnerung geblieben sind. Unvergessen
bleibt, als mein Jüngster nach einer
Stunde Mopedprüfung im strömenden Regen anrief und mit stolzer
Stimme sagte: „Hab bestanden.“
Oder als ich mit Freunden nach einem heftigen Regenguss nachts
durch Venedig bummelte und plötzlich auf dem überschwemmten
Markusplatz stand. Ein gigantisches
Bild, denn die historische Kulisse
spiegelte sich im beleuchteten Wasserspiegel. Man sagt zwar, ein Augenblick ist flüchtig, aber das gilt
nur für jene, die man vergisst.
Kinderfragen
um ein aufregendes Thema
Die Autoren Katharina von der Gathen und Anke Kuhl haben Fragen von
Kindern im Grundschulalter rund um
das Thema Liebe und Sex zusammengetragen. Sie geben Tipps, wie man
sie altersgerecht beantworten kann.
Warum nennt man die Scheide
Muschi?
Muschi ist eine von vielen Bezeichnungen für die Scheide. Vielleicht
kommt „Muschi“ von dem Wort „Muschel“. Manche Muschelarten sehen
so aus wie das Äußere der Scheide.
Wie viele Samen produziert der
Mann?
Wenn es mit der Pubertät losgeht,
werden in den Hoden Samenzellen
produziert, und zwar mehrere Hundert Millionen am Tag. Die Samenzellen heißen auch Spermien. Die Hoden
sind wie eine kleine Fabrik, in der
ständig neue Spermien hergestellt,
gelagert und die nicht mehr so frischen wieder abgebaut werden. Ab
der Pubertät ist diese Fabrik immer in
Produktion. Bis ans Lebensende.
Kann ein Kind auch aus dem Po
kommen?
Nein. Das Po-Loch, es wird auch After
oder Anus genannt, ist bei Menschen
und Säugetieren das Ende des Darms,
aus dem die Kacke kommt. Das Kind
wächst aber in der Gebärmutter der
Frau. Von dort gibt es keine Verbindung zum Po-Loch.
Wie macht man Sex?
„Sex machen“ kann vieles bedeuten:
sich küssen, streicheln, kuscheln, miteinander schlafen und vieles mehr.
Man kann auch sagen, dass sich zwei
Menschen ganz nahe sein und sich
gegenseitig spüren wollen. Wenn eine
Frau und ein Mann miteinander Sex
haben, wird der Penis fest und ein
bisschen größer, und die Scheide der
Frau wird feucht. Wenn beide es wollen, lässt der Mann seinen Penis in
die Scheide der Frau gleiten. Jede Bewegung vor und zurück lässt das kribbelige Gefühl immer mehr spüren bis
zum Kribbel-Höhepunkt. Ein bisschen
fühlt sich das an wie beim Schaukeln:
immer höher und höher. Bis im Körper ein Glücks-Hüpfer zu spüren ist.
Liebling,
bitte besser
kleiden!
Männer vernachlässigen
häufiger ihr Äußeres
Der verwaschene Lieblingspulli, eine verbeulte Jogginghose oder die
ausgeleierte Lieblingsjeans – viele
sind von der Kleiderwahl des oder
der Liebsten alles andere als begeistert: Mehr als jeder fünfte fest Liierte
(22,6 Prozent) findet, dass sich sein
Partner ruhig öfter mal attraktiver
kleiden könnte, wie eine Umfrage
des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau ergab. 18,4 Prozent
der Frauen und Männer in einer festen Paarbeziehung haben dies von
ihrem Partner auch schon häufiger
gesagt bekommen. Und 15,2 Prozent
beklagen, dass ihr Partner in den
letzten Jahren immer weniger auf
das eigene Aussehen achtet.
Dabei ist die Unzufriedenheit mit
der Kleidung des Partners bei Frauen
stärker verbreitet als bei Männern:
28,5 Prozent der fest liierten Frauen
wünschen sich, dass sich ihr Liebster attraktiver kleidet. Bei den Männern sind es nur 16,7 Prozent. Jeder
vierte Mann ist von seiner Partnerin
schon häufiger dazu aufgefordert
worden, etwas schicker daherzukommen, aber nur fast jede neunte
Frau (11,6 Prozent) von ihrem festen
Freund oder Ehemann. Und mit 19,4
Prozent klagen deutlich mehr Frauen als Männer (11 Prozent) in einer
festen Beziehung darüber, dass der
Lebensgefährte in Bezug auf sein
Äußeres nachgelassen hat. (rnw)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
D
ie Familie de Beauroyre, die
ehemalige Eigentümerin
des Châteaus und einst unermesslich reich, hatte nach mehreren Fehlernten Konkurs anmelden
müssen. Die Familie verkaufte ihr
Anwesen, worauf die neuen Besitzer
neue Weinstöcke zu pflanzen versuchten. Weil es ihnen aber nie gelang, das AOC-Zertifikat zu erwerben,
stellten sie den Betrieb ein und nutzten die in den sechziger Jahren gewährten Subventionen, um die
Weinfelder zu roden.
„Jetzt bauen hier nur noch ich
und ein paar Nachbarn Wein an, der
aber nur für uns selbst und für
Freunde reicht“, sagte Laurent und
schenkte ein. „Er ist sehr vollmundig, genau das Richtige nach der
Jagd.“
„Sehr gut“, sagte Jean-Jacques und
leckte sich die Lippen. „Erinnert
mich an einen Cahors.“
„Ist auch dieselbe Rebsorte, ein
Malbec. Wir sagen côt dazu“, erklärte
Laurent. „Mein Großvater hat immer behauptet, dieser Tropfen wäre
Montag, 5. Januar 2015
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 71
zur Hochzeit von Eleanor von Aquitanien und dem englischen König
serviert worden.“
„Vielleicht ist deshalb eine so beeindruckende Frau aus ihr geworden“, meinte Isabelle.
„Machen Sie diese Wurst auch
selbst?“
„Ja, zusammen mit Bruno“, ant-
GEWINNSPIEL
wortete Laurent. „Ich schieße das
Reh, und er hilft mir beim Tragen.“
„Wo ist Amélie?“, fragte Bruno,
und an die beiden anderen gerichtet:
„Die eigentliche Arbeit mit der
Wurst hat seine Frau. Laurent und
ich leisten nur Handlangerdienste.“
„Sie ist auf dem Markt in Le Buisson und verkauft Hühner. Ich muss
selbst bald hin, um ihr beim Standabbau zu helfen. Um deine Bestellung habe ich mich schon gekümmert, Bruno.“
Laurent führte die drei um das
Haus herum in den ersten der von
Plastik umspannten Tunnel, in dem
es wie in einem Urwald dampfte
und süßlich roch. Am Boden reiften
Erdbeeren, von denen die meisten
noch grün waren oder einen rosafarbenen Ton annahmen. Er bückte
sich, schaute unter die Blätter und
fand eine einzige rote Frucht, die er
pflückte und Isabelle reichte.
„Mon Dieu!“, rief sie. „Wie lecker!“
„Mara des bois. Unsere Spezialität“, erklärte Laurent. „Die meisten
pflanzen gariguette, aber ich finde,
die eignen sich nur für Marmelade.
Kommen Sie in zwei Wochen wieder, dann können Sie sich den Bauch
vollschlagen.“
Im zweiten Gewächshaus waren
keine Pflanzen zu sehen, nur Reihen
gehäufelter Erde, aus denen kleine
weiße Triebe sprossen. Auf einer
Bank am Rand lag ein in Zeitungspapier gewickeltes Bündel, das Laurent
in eine Plastiktüte steckte und Bruno reichte. Als er ihnen auch noch
eine unetikettierte Flasche seines
Weins dazu gab, konnte Isabelle ihre
Neugier nicht länger zügeln. „Was
ist da drin?“ Bruno hob das Zeitungspapier an.
„Spargel! Jetzt schon?“, staunte
sie. „In Paris gibt’s den erst im Mai.“
„Und wir essen ihn heute zu Mittag“, sagte Bruno. „In dieser warmen
Röhre wächst alles viel schneller.“
Sie verabschiedeten sich von Laurent und dem Hund und machten
sich auf den Weg zurück in die Stadt.
Unterwegs brummelte Jean-Jacques
verärgert, dass die Befragung des
Schlosspersonals nichts gebracht
habe.
Bruno kam auf die geplante Ferienanlage zu sprechen und referierte,
was Lemontin über ein vergleichbares Projekt in Thivion in Erfahrung
gebracht hatte. Er erwähnte auch
die Namen Foucher und Eugénie
24 Uhr. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Glück!
jeden Tag 25 Euro
Wenn Sie das Lösungswort herausgefunden haben, rufen Sie einfach an unter
0 13 78 / 22 27 23
Nennen Sie die Lösung und ihre Adresse. Teilnahmeschluss ist heute um
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GEWINNER VOM 31.12.2014:
E. Elster, Grünbach
GEWINN-HOTLINE:
0 13 78 / 22 27 23 (0,50 €/Anruf aus dem deutschen Festnetz, mobil deutlich teurer)
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großes
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Länder
Vorderasiens
Viereck
Bratrost
landwirtsch.
Tätigkeit
Republik
in Nordostafrika
aus Erz
aroProbe- matische
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(Gastr.)
belg.
Staatsmann
† 1972
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Ausdrucksform
schweiz.
Alpenpass u.
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Fluss
aus dem
Kaukasus
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Einzelhandels- „Orion“
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dt.
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(Katja)
häufiges
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8
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ugs.:
Versager
11
logarithmus
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Auflösung vom 03.01.2015:
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in der
Schweiz
10
Deutschland (Abk.)
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Währung
in
Deutschland
ugs.:
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voller
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Vorname
Edelrost
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Saarland
9
Spielfigur
internat.
Druckmesse
(Abk.)
Abk.:
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beinahe
südamerik.
Aufgussgetränk
bessere
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PapuaNeuguinea
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6
7
Schwierigkeit: mittel
Aufsässiger
unterer
Gesichtsteil
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Gärstoff
Traubenernte
neckischer
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Hotelzimmer
Stadt
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Bibliothek
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von der
Bewegung
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Südtirol
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Schweizer
Stadt
am
Rhein
dt. Schauspieler
(Gustav)
† 1987
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Schule
altisländ.
Schrifttum
Barriere,
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eine der
griech.
Rachegöttinnen
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(frz.)
englische
Prinzessin
gefühlsbetonte
Dichtkunst
trop.
Insekt,
„Weiße
Ameise“
Zeitungsanzeige
festgesetzter
Zeitraum
BabyReinigungsläppchen
eines
Sinnes
Qualität
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Mensch
das
Scheren
der
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12
französischer
Rotwein
franz.
Adelsprädikat
dreist,
unverschämt
Gerücht
(franz.)
4
Warenverzeichnis
Auslese
der
Besten
Bruchteil
Nahostbewohner
Stadt
in Westsibirien
Laufjunge,
Überbringer
Teil der
Blüte
Halbedelstein
Fluss
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Berlin
irak.
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Schatt
el-Arab
Keimgut
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6
Abk.:
Ribonukleinsäure
Glockenblumengewächs
Universitätslehrveranstaltung
9
Schwierigkeit: leicht
Querwand
im
Schiff
gezeichnetes
Rehkitz
Umriss,
Kontur
RhoneZufluss
in Frankreich
hinaufführender
Weg
Schauspiel
Pflanzenfaser
schweiz.:
Warenhausabteilung
nicht
ohne
frühgeschichtl.
Indogermane
vernebelte
Flüssigkeit
eine
wechselfarbige
Echse
1
Folge,
Serie
beobachten
Einstand
beim
Tennis
amerik.
Showstar
(Frank)
† 1998
andernfalls
Kurzform
Abk.:
von
Tamburin
Kenneth
glatt
2
enges,
steilwandiges Tal
Fußstoß
tropische Eidechse
eh. dt.
Rallyefahrer
(Walter)
Dramenheld bei
Goethe
Wohltätigkeit
Fluss
durch
Innsbruck
Zeichen
für
Tantal
zweiter
Präsident
der USA
† 1826
schlank,
geschmeidig
Baustein
der Materie
Brettspiel
Stadt
in den
Niederlanden
größter
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Sachsen
militärischer
Ehrengruß
Meldung,
Mitteilung
1
4 1
2 6
9
Sudoku-Stern
Sudoku schwer
in Kürze
PC-Anlage
ohne
Programme
(engl.)
DIESES BUCH gibt es in allen Geschäftsstellen
und im Online-Shop der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
Die Zahlen von 1 bis 9 sind so einzutragen, dass sich jede dieser neun
Zahlen nur einmal in einem Neunerblock, nur einmal auf der Horizontalen und nur einmal auf der Vertikalen befindet.
LÖSUNGSWORT:
turbulent- Kranken- pers.Strom
spannende haus in kaukas. sich
Handlung
Langhals- täuschen zur
Berlin
Ostsee
laute
(engl.)
Fortsetzung folgt
SUDOKU
LÖSUNGEN
Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen
und hoffte, Jean-Jacques auf die Sache aufmerksam machen zu können. Doch ehe er dazu kam, wollte
Isabelle wissen, wer Eugénie sei.
„Kanntest du sie schon vorher?“,
fragte sie Bruno.
Bruno berichtete von ihrer Begegnung im Wald, die, wie er betonte, rein zufällig zustande gekommen
war.
„Seltsam, dass eine Krankenschwester an Immobiliengeschäften beteiligt ist“, meinte Isabelle.
„Glaubst du wirklich, dass sie Anteile an diesem Projekt besitzt? Wieso
arbeitet sie dann noch als Krankenschwester in der Provinz? Und was
hat es mit diesem Grafen auf sich?“
„Er führt die Geschäfte dieses Luxemburger Immobilienfonds“, antwortete Bruno.
3
frühere
türk.
Münze
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Schwierigkeit: schwer
1
7
5
FERNSEHEN & RADIO
Montag, 5. Januar 2015
IM RADIO
MUSIKSZENE
Der Mishra-Clan
und seine Tradition
Freie Presse
A3
Immer was los, aber ohne Staunen
Fitz) nicht unterschiedlicher sein.
Sie beide streben nach Wissen, sind
angetrieben von einem unstillbaren
Durst nach Erkenntnis. Sie wollen
die Welt vermessen, jeder auf seine
Art. Kehlmann erzählt ihre Lebensgeschichte im Roman als Dokufiktion: Er wirft wechselweise schöne
Schlaglichter auf Humboldts wegweisende Südamerika-Expedition
und Gauß‘ bahnbrechende Leistungen bei der Entwicklung der Zahlen-
theorie – immer mit einer persönlichen Note, die sich durchaus mal
aus der Fantasie speisen kann. Das
ist witzig, weil die Wissenschaftler
im Prinzip dasselbe machen, aber
ganz verschiedene Typen sind:
Humboldt ein liberaler Humanist
mit Fernweh und unbändigem Tatendrang. Gauß ein etwas lebensfremd wirkender Monarchist, der es
sich in seinem Göttinger Elfenbeinturm gemütlich eingerichtet hat.
Aus dieser Gegensätzlichkeit zieht
die Geschichte ihre Faszination.
Es ist durchaus verständlich, dass
Detlev Buck den erzählerischen Ansatz übernommen hat. Zumal Daniel Kehlmann am Drehbuch mitgewirkt hat und im Film als Vorleser
aus dem Off zu hören ist. Was im Roman wunderbar funktioniert,
klappt in den zwei Filmstunden nur
bedingt: Man springt zwischen tropischem Regenwald und preußischer Düsterwelt hin und her,
kommt aber nirgendwo an. Als Film
ist „Die Vermessung der Welt“ ein
recht oberflächliches Sehbuch, von
Buck als feudaler Kostümschinken,
aber ohne wirklich funktionierende
Dramaturgie inszeniert.
Zumindest ist immer was los bei
Buck – dass es langweilig wird, kann
man ihm nicht vorwerfen. Weil sich
der Film auf alberne Anekdoten
konzentriert und dem Slapstick
frönt, bleibt im Verborgenen, was
Humboldt und Gauß schlussendlich
antreibt. Die Neugier jedenfalls wird
nicht befriedigt. (tsch)
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„In Europa wissen die Menschen gerade
noch, wie ihre Großeltern heißen. In
unserer Familie ist das anders. Da
wissen wir, welcher Urgroßvater für
welchen König gespielt hat“, sagt
Deobrat Mishra. Der 36-jährige Sitarspieler gehört einer alteingesessenen Musikerfamilie aus Varanasi,
der Stadt am Ganges, für die Hindus
ein heiliger Pilgerort. Seit elf Generationen, also seit mehr als 300 Jahren,
verzaubern die Mishras ihr Publikum mit klassischer indischer Musik – die weniger der Unterhaltung
dient als der Heilung der Seele. Doch
wie hat es die Familie geschafft, ihre
Tradition über diesen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten? (fp)
DEUTSCHLANDFUNK 20.10 UHR
Eine Slapsticknummer
ohne echten Spannungsbogen: Daniel Kehlmanns
ErfolgsRoman „Die Vermessung der Welt“ wurde
leider nur als feudaler
Kostümschinken verfilmt.
VON ANDREAS FISCHER
Diese Novelle
ist eine Parabel über Gewalt, Widerstand und Verantwortung. Die Konflikte speisen sich aus zwei Seiten:
zwischen der Schiffsbesatzung und
einer Bande von Gangstern, zwischen Vater und Sohn, zwischen Kapitän Johann Freytag, und Bandenchef Caspary. MDR Figaro startet
„Das Feuerschiff“ als zehnteilige Lesung von Siegfried Lenz selbst, aufgenommen im Jahr 1966. (fp)
„Die Neugier bleibt“,
darauf können sich Alexander von
Humboldt (1769-1859) und Carl
Friedrich Gauß (1777-1855) am Ende einigen. Beide Naturforscher haben im 18. und 19. Jahrhundert unabhängig voneinander die Welt vermessen: Humboldt als universaler
Naturforscher, Gauß als Mathematiker. Daniel Kehlmann hat den beiden Genies in seinem Roman „Die
Vermessung der Welt“ ein Denkmal
gesetzt – ein witziges, ein unterhaltsames, ein spannendes. Weil seine
parallel erzählte Doppelbiografie
ein Weltbestseller ist, brachte man
sie 2012 auf die Leinwand – mit hohen Erwartungen, die Filmemacher
Detlev Buck leider nicht erfüllte.
Rund 600.000 Zuschauer sahen „Die
Vermessung der Welt“ im Kino, nun
zeigt das Erste die Romanadaption
als Fernseh-Premiere.
Trotz aller Gemeinsamkeiten
könnten Humboldt (Albrecht
Schuch) und Gauß (Florian David
,!
LESUNG
„Das Feuerschiff“
von Siegfried Lenz
MDR FIGARO 19.05 UHR
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ARD 20.15 UHR
Carl Friedrich Gauß (Florian David Fitz) hat schicke Messinstrumente zur Hand: Johanna (Vicky Krieps) lässt sich daFOTO: WDR/WARNER BROS.
von nicht beeindrucken, heiratet den Mathematiker später trotzdem.
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A4 Freie Presse
NACHRICHTEN
Essen kann schlank machen
17.00 Uhr MDR: MDR um 4. Bratwurst hier, Glühwein da, Plätzchen
und Gänsebraten sowieso. Ein paar
fette Tage und die Bikinifigur ist im
Eimer. Ernährungsberater Johannes
Hunger sagt: Essen kann auch
schlank machen! Wie? Die Sendung
zeigt es.
Außerdem: 9.05 Uhr ZDF: Volle
Kanne. Mit: Hausmittel aus aller
Welt; 14.15 Uhr RBB: Planet Wissen: Mensch, entspann Dich! Wie
Meditation das Gehirn umbaut.
(Programmänderungen möglich)
NACHRICHTEN
ELEKTRONIK
Samsung präsentiert
Rundlautsprecher
Elektronikriese Samsung hat zwei
futuristische Lautsprecher vorgestellt. Die beiden WAM7500 und
WAM6500 genannten Rundlautsprecher strahlen den Klang nach
Herstellerangaben gleichmäßig in
alle Richtungen ab. Beim WAM7500
handelt es sich um eine stationäre
Variante, der WAM6500 ist batteriebetrieben und tragbar. Kontakt zu
Klangquellen wird per Bluetooth
aufgenommen. Mit weiteren Details
und Angaben zum Kaufpreis halten
sich die Koreaner noch zurück. (dpa)
RECHT
Briefkasten im
Urlaub leeren lassen
Autofahrer sollten auch während
des Urlaubs ihren Briefkasten regelmäßig leeren lassen. Denn bei Knöllchen für geringfügige Verkehrsverstöße gilt eine Zahlungsfrist von sieben Tagen. Darauf weist der Auto
Club Europa (ACE) hin. Es ist nicht
möglich, Rechtsmittel gegen das
Verwarngeld einzulegen. Bleibt die
Zahlung aus, folgt automatisch der
teurere Bußgeldbescheid. Daher rät
der ACE, den Briefkasten während
des Urlaubs von einer Vertrauensperson leeren zu lassen. Diese kann
wichtige Post wie etwa Strafzettel direkt öffnen. Verpassen Autofahrer
die Frist, sollten sie bei der Behörde
vorsprechen. Dann liegt es im Ermessen des Bearbeiters, ob er eine
verspätete Zahlung akzeptiert. (dpa)
RATGEBER
Montag, 5. Januar 2015
Verführerischer Glanz
Ein Investment in Gold ist längst nicht so sicher, wie es scheint – Für wen sich das lohnt und für wen nicht
für das Edelmetall mal rasant nach
unten, dann wieder nach oben. Aktuell liegt er bei unter 1200 US-Dollar. „Niemand kann prognostizieren,
ob der Goldkurs zukünftig steigt,
das bisherige Niveau erst einmal
hält oder gar weiter fällt“, sagt Scherfling.
VON SABINE MEUTER
Das Edelmetall hat bislang alle
Krisen überstanden. Auch deswegen übt Gold eine große Faszination auf Anleger aus. Dabei droht
unterzugehen, dass es sich um eine riskante und spekulative Geldanlage handelt – und längst nicht
für jeden Sparer geeignet ist.
Sollten Anleger angesichts der
Krisenherde bei Gold zugreifen?
Ob jemand in Gold anlegt oder
nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. „Gold mag für den einen
oder anderen, gerade angesichts der
Krisenherde auf der Welt, ein Sicherheitsanker im Vermögen sein“,
sagt Topar. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist die richtige Mischung des Vermögens wichtig:
Gold sollte in der Vermögensstruktur eine Ergänzung zu anderen Anteilen sein. „Vor allem dann, wenn
der Sachwerteanteil bislang zu gering ist“, sagt Scherfling.
Für wen lohnt sich Gold als Geldanlage?
„Profitieren können diejenigen, die
ihr Gold zu höheren Preisen verkaufen können, als sie selbst dafür einst
beim Erwerb bezahlt haben“, sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken. Aus Sicht von Verbraucherschützern sollte das Vermögen breit über verschiedene Anlageklassen gestreut werden. Gold
kann dabei eine Komponente sein.
„Mehr als fünf bis zehn Prozent des
Vermögens sollte nicht in Gold investiert werden“, erklärt Simeon
Gentscheff von der Stiftung Warentest. „Für Leute mit kleineren Vermögen und Menschen, die ihr Geld
kurzfristig verfügbar haben müssen,
eignet sich die Goldanlage kaum.“
Wo gibt es Gold zu kaufen?
Wer Goldmünzen oder Barren erwerben möchte, kauft am besten in
seiner Bankfiliale. „Banken garantieren für die Echtheit der von ihnen
angebotenen Produkte“, betont Topar. Auch Scheideanstalten oder
Edelmetallhändler kommen infrage. Über das Internet ist ebenfalls ein
Ankauf möglich. Gentscheff empfiehlt, keine zu kleinen Einheiten
beispielsweise mit einem oder zehn
Gramm zu erwerben. „Sie werden in
der Regel mit sehr hohen Aufschlägen verkauft und sind daher keine
sinnvolle Geldanlage.“ Er rät zu
Standardmünzen wie Krügerrand,
American Eagle oder Wiener Philharmoniker. Daneben kann auch
über Aktien, Investmentfonds oder
Zertifikate in Gold investiert werden. „Solche Finanzprodukte gibt es
über die Börse zu kaufen“, so Ralf
Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW.
Wo sollten Münzen oder Barren
aufbewahrt werden?
Warum ist der Goldpreis trotz
der Krisen nicht stark gestiegen?
Auch der Goldpreis bildet sich
durch Angebot und Nachfrage. „Momentan haben wir die Situation,
dass Gold, trotz der vielen Krisen,
anscheinend nicht mehr so nachgefragt wird wie noch vor drei oder
vier Jahren“, erklärt Scherfling. Topar vermutet, dass sich möglicherweise viele Anleger schon vor Jahren mit Gold eingedeckt haben und
aktuell die weitere Entwicklung abwarten. „Ob eine zunehmende
Nachfrage kurz- oder mittelfristig
wieder zu steigenden Goldkursen
führt, kann niemand seriös sagen“,
betont Scherfling.
Der nächste Urlaub ist schon mal gesichert.
Wer Gold zu Hause aufbewahren
möchte, sollte es in einem hochwertigen Tresor deponieren. Besser ist
ein Bankschließfach. Die Miete dafür liegt laut Topar je nach Größe bei
ab 30 Euro pro Jahr. „Es lohnt sich,
frühzeitig bei der Bank nachzufragen. Schließfächer sind sehr begehrt.“
Wie wird sich der Goldpreis im
nächsten Jahr entwickeln?
„Das lässt sich kaum vorhersagen“,
FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA
betont Gentscheff. Der Goldpreis
hänge von vielen Faktoren ab: etwa
der Entwicklung des Zinsniveaus
und des Angebots an Gold überhaupt. Scherfling weist darauf hin,
dass der Goldpreis in US-Dollar notiert ist und Schwankungen unterliegt. 300 US-Dollar kostete eine
Feinunze Gold (31,1 Gramm) noch
im Jahr 2000. Über die Jahre stieg der
Preis und erreichte im Sommer 2011
Rekordwerte von über 1900 US-Dollar. Seitdem geht es mit dem Preis
Wie sicher ist überhaupt die
Geldanlage Gold?
„Gold zählt nicht zu den sicheren
Geldanlagen, da sein Preis starken
Schwankungen unterworfen und
zu keinem Zeitpunkt die komplette
Rückzahlung des angelegte Geldes
gewährleistet ist“, sagt Gentscheff.
Hinzu kommt die Währungsspekulation: Steigt oder fällt der Dollarkurs? Diejenigen, die Gold in Form
von Barren oder Münzen erwerben,
haben den Vorteil, dass es seinen
Wert nie ganz verliert. „Das gibt zumindest ein Stück Sicherheit“, sagt
Scherfling. (dpa)
ZIMMERPF LANZEN
Die Yucca
mag es warm
Die Yucca ist gar keine Yuccapalme:
Oft wird die Pflanze fälschlicherweise so bezeichnet. Sie sieht zwar einer
Palme sehr ähnlich, ist aber aus botanischer Sicht ein Spargelgewächs.
Darauf weist das Blumenbüro in
Düsseldorf hin. Die Zimmerpflanze
kann bis zu fünf Meter hoch werden. Wem das zu hoch ist, kann sie
aber problemlos kürzen, erläutern
die Experten. Die Yucca vertrage einen Rückschnitt. Hobbygärtner leiten die Pflege und Ansprüche der
Yucca am besten von den natürlichen Standortbedingungen der
Wüstenpflanze ab: Je wärmer es im
Zimmer ist, umso angenehmer ist es
für sie. 18 bis 22 Grad seien ideal, um
die 10 Grad seien aber auch noch in
Ordnung. Sie bevorzuge helle, sonnige Plätze, komme aber auch im
Halbschatten klar. (dpa)
RECHT
Vorsorgevollmacht
kann man widerrufen
Nicht jeder Ältere hat seine Wünsche in einer Vorsorgevollmacht
oder einer Patientenverfügung festgehalten. Oft steht dahinter die
Angst, das Falsche festzulegen. Für
Angehörige sind solche Entscheidungen im Ernstfall aber eine große
Entlastung. Die Angst, sich für immer unwiderruflich an eine Entscheidung gebunden zu haben, ist
unbegründet: Alle Verfügungen
können ohne Angabe von Gründen
geändert oder widerrufen werden,
erklärt Hubertus Rohlfing von der
Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des
Deutschen Anwaltvereins. (dpa)
Lachs mit Wurm
Die Stiftung Warentest macht bei Räucherlachs ein billiges und ein teures Produkt zu Siegern
Guter Räucherlachs kann richtig
günstig sein – oder sehr teuer. Das ist
das Ergebnis einer Untersuchung
der „Stiftung Warentest“, die 20 Räucherlachsprodukte getestet hat, darunter 16 Mal Zuchtlachs und vier
Mal Wildlachs. Besonderes Augenmerk legten die Tester dabei auf Geschmack, Geruch und Aussehen.
Demnach sollte ein Räucherlachs
nicht „fischig“ riechen oder schmecken – sowie „buttrig“ auf der Zunge
zergehen.
Testsieger wurde eines der günstigsten Produkte vom Discounter:
So kostet der Zuchtlachs von
Lidl/Odin Seafoods nur 1,65 Euro
pro 100 Gramm – es war auch das
einzige Produkt mit der Endnote
„sehr gut“ (1,5) war. Beim Wildlachs
siegte der Rote Königslachs von der
Fischtheke im Berliner KaDeWe; er
war mit 16,80 Euro pro 100 Gramm
aber auch der weitaus teuerste.
Zwei Produkte erwiesen sich
noch vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums als mikrobiolo-
gisch auffällig: Einmal wiesen die
Tester Enterobakterien nach, im anderen Fall wurden im Zuchtlachs
Listerien entdeckt, die Schwangeren
und Immungeschwächten gefährlich werden können. Ein Wildlachs
fiel negativ durch die hohe Anzahl
an Fadenwürmern auf. (dpa)
» www.test.de
So macht ihr
Geld auch im
neuen Jahr
Gewinn
Was tun bei niedrigen
Zinsen? Hier sind die
Tipps der Finanzexperten.
VON FALK ZIELKE
Bei der Geldanlage setzen viele
Deutsche auf Sicherheit: Das Sparbuch landet in Umfragen zu beliebten Anlageprodukten regelmäßig
auf den vorderen Plätzen. Bei dieser
Strategie gibt es derzeit aber ein Problem: Auf gerade einmal 0,05 Prozent hat die Europäische Zentralbank (EZB) 2014 den Leitzins gesenkt. Die Folge: Sparer bekommen
bei sicheren Anlageformen wie Tagesgeld oder eben dem Sparbuch
kaum noch Zinsen. Dass sich an dieser Situation 2015 etwas grundlegend ändern wird, erwarten Experten nicht. Wer mehr will, sollte seine
Strategie überprüfen.
Für Asoka Wöhrmann von der
Deutschen Asset & Wealth Management, der Vermögensverwaltung
der Deutschen Bank, steht fest: „An
Aktien führte 2014 kein Weg vorbei.
Und diese Aussage gilt auch für
2015.“ Ein Investment im deutschen
Aktienindex Dax hat den Anlegern
in den vergangenen Jahrzehnten im
Durchschnitt eine Rendite von über
sieben Prozent gebracht – „wenn
auch in einer ziemlich hohen
Schwankungsbreite“.
Wichtig ist vor allem der Anlagehorizont. Wenigstens fünf Jahre
sollten Anleger auf das investierte
Geld verzichten können. Außerdem
sollte man nicht auf einzelne Titel
setzen, sondern das Geld breit zu
streuen. Vor allem renommierte,
große Unternehmen haben sich im
schwankenden Börsenumfeld bewährt. Wer keine Einzelaktien wählen will, kann sein Geld in Fonds investieren. Kostengünstig sind zum
Beispiel Indexfonds (ETFs), die einen weltweiten Index wie den MSCI
World Index abbilden.
Doch auch Anleger, die sich nicht
an die Börse wagen, können ihr Depot optimieren. Wer lieber auf sichere Zinsprodukte setzt, kann zum Beispiel verschiedene Laufzeiten von
Festgeldanlagen miteinander kombinieren. „Flexible Leiterstrategie“
nennt Stephan Kühnlenz von der
Stiftung Warentest diese Vorgehensweise. „Sie können etwa einen Teil
ihres Geldes für fünf Jahre fest anlegen, einen Teil für drei Jahre und einen Teil für zwölf Monate.“
Wem auch diese Strategie nicht
passt, muss nicht verzweifeln, findet
Uwe Zimmer von der Merido Vermögensverwaltung. „Warten und
aktiv nichts tun, ist auch eine Entscheidung – und wenn es keine geeignete Anlage für mein Profil gibt,
muss ich eben warten. Es gibt keinen Zwang zur Kapitalanlage.“ (dpa)
Striptease auf dem Flughafen
Die Sicherheitsinspektion
empfinden die meisten
Passagiere als lästig. Was
die Kontrolleure dürfen –
und was mit verbotenen
Gegenständen passiert.
Wie weit das Personal an deutschen
Airports bei der Kontrolle der Passagiere gehen darf, erklärt die Bundespolizei in Potsdam.
Gegenstände ablegen: Jacken,
Mäntel, Westen, Kopfbedeckungen,
aber auch der Inhalt der Hosen- und
Hemdtaschen werden mit Hilfe eines Röntgengeräts überprüft. Der
Fluggast muss alles in einen Behälter aus Plastik legen und kontrollieren lassen.
Gepäckkontrolle: Taschen, Rucksäcke, kleine Trolleys und alle sons-
tigen Behältnisse werden ebenfalls
einer Röntgenkontrolle unterzogen.
Nach dem Durchleuchten kann eine
Nachkontrolle nötig sein. Das Kontrollpersonal darf dabei den gesamten Inhalt der Taschen nach verbotenen Kleinstgegenständen von Hand
durchsuchen. Wird der Passagier dazu aufgefordert, muss er den kompletten Inhalt seines Handgepäcks
ausleeren.
Leibesvisitation:
Üblichweise
läuft der Fluggast erst durch den Metalldetektor. Schlägt das Gerät
Alarm, darf der Passagier mit einer
Handmetalldetektorsonde
überprüft werden. Dazu muss er bei Bedarf die Arme heben oder die Füße
anheben. Doch das ist nicht alles:
Kann eine Person auf diese Weise
nicht ausreichend kontrolliert werden, stehen für die weitere Inspektion sogenannte Diskretionskabinen
zur Verfügung. Das Kontrollpersonal darf den Fluggast dort auffor-
dern, weitere Kleidungsstücke abzulegen, um versteckte Gegenstände
am Körper zu finden.
Elektronik-Check: Laptops, große
Kameras und Tablet-Computer
müssen ohne Schutzhülle in eine
Wanne gelegt und ebenfalls durchleuchtet werden. Elektronische Geräte können auch mit einem Wischtest auf Sprengstoff geprüft werden.
Das Personal darf den Besitzer sogar
auffordern, die Geräte anzuschalten,
um deren Funktionsfähigkeit nachzuweisen. Ist der Akku leer, stehen
Steckdosen für Netzteile oder Ladegeräte zur Verfügung.
Flüssigkeiten: Fläschchen mit
Flüssigkeiten, Gels und Aerosolen
müssen ebenfalls separat durchleuchtet werden. Das Personal darf
den Gast dazu auffordern, Behältnisse mit Flüssigem zur Nachkontrolle
aus dem Handgepäck zu nehmen.
Diese werden dann erneut gescannt.
Bitte Jacke ablegen – normale Prozedur auf dem Flughafen.
Die Bundespolizei weist daraufhin, dass die Kontrolle freiwillig ist.
Niemand muss sich ihr unterwerfen. Allerdings darf er dann auch
nicht den Sicherheitsbereich betre-
FOTO: DPA
ten – und wird sein Flugzeug verpassen. Verbotene Gegenstände kann er
abgeben, am Flughafen jemandem
übergeben, einlagern oder im aufgegebenen Gepäck einchecken. (dpa)
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Seele and Geist
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