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Basler Schulblatt (PDF, 44 Seiten, 5.3 MB) - Kanton Basel-Stadt

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01 / 15
Basler
Schulblatt
DIE SKILAGER-TRADITION LEBT
DAS SCHLEICHENDE SCHULSTERBEN IN DER SCHWEIZ
WIE UMGEHEN MIT STÖRUNGEN IM UNTERRICHT ?
Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
PAUSENDINGE
EIN AUGENZWINKERN
« ZWISCHEN DEN ZEILEN »
Von Julia Kazis, Schule für Gestaltung (SfG) Basel
Die zweite Arbeit zum Bildstrecken-Thema « Pause »
untersucht « Pausendinge » fotografisch und findet
eine Bildsprache, die aus der zeichnerischen Einfachheit
heraus gedacht den fotografierten Gegenstand verallgemeinert.
Wie ein Texter seinem Text (im Idealfall) eine dem Inhalt und der
Botschaft angemessene Struktur und Tonalität zu geben vermag,
kann ein visueller Gestalter die Bildsprache beeinflussen. Diese
Sprache ist die Form, die den Bild-Inhalt in Szene zu setzen hilft.
Ein Text ohne Substantive ist kaum sinnstiftend lesbar – ein Bild
ohne Zusammenspiel von Linien und Flächen auch nicht. Und
bekommt ein Text seine Süffigkeit meist erst durch den Zusam- Julien Rondez, 1991, Handelsschule Delémont,
menklang einiger Adjektive, gilt das auch für den Einsatz von Berufsmaturität, Zivildienst,
Farben und Farbklängen im Bild. Julien Rondez, seit August im seit August 2014 Vorkurs für Gestaltung und Kunst
Vorkurs, hat in seiner Arbeit für dieses Schulblatt mit der Über- an der SfG Basel
tragbarkeit und Wirkung von zeichnerischer und fotografischer
Bildsprache experimentiert und « Pausendinge » mit einem sym- Inwiefern neu ?
pathischen Augenzwinkern in Szene gesetzt.
Es ist nicht nur dieser eine Apfel, es könnte jeder Apfel auf der
Was hat dich gereizt, am Wettbewerb teilzunehmen ?
Welt sein. Es ist ein « Modellapfel » – der Betrachter soll sich an-
Ein Wettbewerb ist cool, er gibt Gelegenheit, neue Sachen zu gesprochen fühlen durch diese Symbolhaftigkeit.
lernen.
Nun nimmt jemand ein Schulblatt in die Hand und studiert die
Wir führen das Interview in einer besonderen Situation – Teile der Bildstrecke …
Bildstrecke werden erst heute Abend im Fotostudio der SfG Basel Darüber habe ich auch nachgedacht – ich hoffe, die Fotos wirken
definitiv entstehen. Bist du nervös ?
wie ein Augenzwinkern. Wir sind alle in der Pause mit einem
Nein. Ich bin bereit, ich weiss, was ich will.
Apfel oder einem Croissant unterwegs … Es sind alltägliche Ge-
Wie bist du an die Aufgabe herangegangen, wie hast du Ideen genstände, fotografisch hervorgehoben. Ich habe mir vorgestellt,
gesammelt und selektiert ?
dass ein Lehrer oder eine Lehrerin mit einem Apfel in der Hand
Zum Thema « Pause » habe ich mir eine Mindmap mit Ideen ge- in einer Pause das Schulblatt durchblättert. Und einen Apfel sieht,
macht. Die jetzige Bildstrecke entstand aus einer Reihe von Ent- der in einer Pause angebissen wurde. Ein Spiegeleffekt. Ein
scheidungen zur Reduktion aufs Wesentliche. Ich wollte auf ei- freundliches Augenzwinkern.
nen Gegenstand fokussieren – zuerst eine Gegenüberstellung vor Du arbeitest neben dem Vorkurs als Pfleger – was bedeutet Pause
und nach der Pause in einer zehnteiligen gezeichneten Serie, für dich persönlich ?
schliesslich die Reduktion auf eine Fotografie : den Zustand nach Pausen sind wichtige Momente, Momente für sich selbst – wir
der Pause.
machen eher zu wenige Pausen. Im Beruf werden Pausen wichti-
Von der Zeichnung zur Fotografie ?
ger, in der Schule kann man sich eher arrangieren.
Ja, ich wollte die Einfachheit der Zeichnung in die Fotografie Du bist jetzt seit August hier im Vorkurs – wie findest du es, und
übertragen, das war meine Challenge. Zuerst habe ich die Pau- wo siehst du deine Zukunft nach diesem Basisjahr ?
sendinge gezeichnet, in einer sehr reduzierten Bildsprache. Mit Es ist sehr frei, mit minimaler Struktur. Du kannst dich den gannur einem Strich, stark verallgemeinernd. Wie kann ich nun ein zen Tag deiner Kreativität widmen, dich entfalten. Danach
Foto genauso einfach und klar machen ? Ich habe schon viel mit möchte ich an die HGK Bern oder Basel, am ehesten InnenarchiFotos gearbeitet, auch bereits zweimal ausgestellt – bisher habe
tektur, vielleicht Visuelle Kommunikation. Mal sehen, ich nehm’s,
ich wild fotografiert, dokumentarisch, das Leben abgebildet. Nun wie’s kommt.
ist es sehr gebaut, stilisiert. Mit der dafür nötigen Bildsprache
habe ich für mich Neues ausprobiert, eine neue Richtung eingeschlagen.
2
GUTEN TAG
der Schule !).
ten, wenn uns bewusst ist, dass wir alle Teil eines Ganzen sind.
wenn wir aufeinander hören und mit- und füreinander arbei-
lingt, Beziehungen herzustellen, wenn wir Kontakt haben,
lichsten und schönsten Aufgaben als Lehrer, als Lehrerin, ge- Damit Schule gelingt, braucht es alle : Es braucht die Praxis, die
Erfolgreich und zufrieden sind wir dann, wenn es uns ge-
nauso aber auch als Mitglied einer Schulleitung oder in irgend- Theorie und die Verwaltung, und wenn sie sich ergänzen, schaf-
Dieses Handeln zu unterstützen ist eine unserer wesent-
fen wir ein Umfeld, in dem die Schülerinnen und Schüler ler-
Schülerinnen und Schüler dies im Kindergarten und in der
Zum ersten Mal in meinem Berufsleben arbeite ich nicht mehr
nen und sich entwickeln können, in dem sie Erfahrungen sam-
Schule in hohem Masse tun (und hoffentlich auch ausserhalb
in einem Schulhaus. Es fehlt der unverkennbare Lärm einer
einer anderen Funktion an der Schule oder in der Bildungsver-
BRÜCKEN BAUEN UND
BEZIEHUNGEN SCHAFFEN
Horde von Schülerinnen und Schülern, die nach einem schwie-
waltung des Kantons Basel-Stadt.
haben wir sehr viel erreicht.
meln und erwachsen werden dürfen. Wenn uns dies gelingt,
neuesten Geschichten erzählen, fröhlich sind, manchmal auch
gabenbereiche verändern sich, aber die Tatsache, dass wir aktiv
Die Arbeitsorte sind nicht immer dieselben, auch die Auf-
rigen Test laut diskutierend die Treppe belagern, einander die
stehen und für die wir alle unsere Arbeit machen.
enttäuscht oder traurig, aber immer spürbar, die im Zentrum
EDIT
18 Eine Klasse hüpft nach Ankara
Annette Graul
Claudia Thöny
20 Jetzt soll Ruhe einkehren
19 Recht schulisch
21 Die Schulärztin empfiehlt …
Valérie Rhein
23 « Deutsch als Zweitsprache » beschleunigt Integration
Annette Graul
24 Wo Schulkinder Wurzeln schlagen
KANTONALE SCHULKONFERENZ
29 Mitteilungen
Heinrich Gerber
Bernhard Chiquet
FREIWILLIGE SCHULSYNODE
30 Bericht aus dem Grossen Rat
Sibylle Benz
32 Agenda
31 Forschungsprojekt « Berufsverlauf und Karriere »
33 Gestalterisch experimentieren auf allen Stufen
ANGEBOTE
34 Neues aus der PZ.BS-Bibliothek
36 « Jetzt seid doch mal ruhig ! »
Markus Jörger
37 PZ.BS Aktuell
37 Schule & Theater
41 Museum & Kultur
43 Unterricht & Weiterbildung
IMPRESSUM
Ich freue mich, mit Ihnen zusammen die Volksschule in den
nächsten Jahren gestalten und weiterentwickeln zu dürfen.
16 Halbzeit im Projekt Bildungslandschaften
Peter Wittwer
sind und etwas tun, um wiederum andere in ihrer Arbeit zu
10 BILDSTRECKE
unterstützen, bleibt. So entstehen Brücken zwischen Verwal-
Yvonne Reck Schöni
« Du hast jetzt eben von der Praxis in die Verwaltung ge-
8 Wintersportlager haben ihren Preis
wechselt », höre ich momentan häufig. Das ist richtig, aber
Peter Wittwer
tung und Praxis, auf dem Weg zu den Schülerinnen und Schü-
7 « Ein Skilager gehört einfach zur Schulkarriere »
muss dieser Unterschied denn so gross sein ?
5 Die Skilagertradition an Basler Schulen lebt
Leiter Volksschulen
Yvonne Reck Schöni
Dieter Baur
4 Längst nicht « A lles fahrt Schi »
lern, auf dem Weg, den wir, in welcher Funktion auch immer,
SCHWERPUNKT SKILAGER
nie aus den Augen verlieren dürfen.
Julia Kazis
in die Realität umgesetzt werden. Ich hoffe sehr, dass unsere
und Interview mit dem Gestalter
Praxis bedeutet Handlung : Gedanken oder Tätigkeiten, die
2 Bildstrecke « Pause »
EDit
Basler Schulblatt 2015 | 01
INHALT
3
3
EDit
Basler Schulblatt 2014 | 10
GUTEN TAG
WAS GEHT MICH DIE POLITIK AN …
An den (medialen) Stammtischen der Schweiz haben Schul­ Koordination der Lehrpläne auslösen kann. Dass gleichzeitig
und Erziehungsthemen Hochkonjunktur wie seit langem nicht auch noch der Kompromiss bei den Frühfremdsprachen über
mehr. In der Polit­Arena wird über den Sinn von Frühfranzö­ Bord geworfen wird, hat zu einer Situation geführt, die der am­
sisch gestritten, beim Lehrplan 21 wissen auch Politiker, die tierende EDK­Präsident so noch nie erlebt hat. (Seite 4ff.)
und der Abteilungsunterricht zusammengestrichen wird, wer­
den aber auch die Basler Lehrpersonen das Primat der Politik
schmerzhaft zu spüren bekommen.
Was geht das alles mich an, mag sich die eine oder andere
Im Grossen Rat würden sich vor allem ein paar ältere Gross­
dieser nichts taugt, und Hochdeutsch im Kindergarten ist so­ Lehrperson ob dieser Debatten fragen, die meist über ihre Köpfe
wieso nur wieder einmal eine dieser Schnapsideen einer auf­ hinweg ausgetragen werden. Zugegeben : Viele der Argumente,
rätinnen um bildungspolitische Themen kümmern, sagten
kaum einmal einen Lehrplan in der Hand gehabt haben, dass
kürzlich zwei Jung­Grossräte in einem Schulblatt­Interview.
die da ins Feld geführt werden, haben nur am Rand mit den
Wieso ist Bildungspolitik eigentlich eine Domäne (älterer)
Selbst ein gestandener Bildungspolitiker wie der Basler Er­ Problemen zu tun, denen wir Lehrpersonen uns tagtäglich zu
ziehungsdirektor Christoph Eymann zeigt sich im grossen stellen haben. Wer sich deshalb um das Ganze foutiert, muss
Frauen, die von (nicht minder älteren) Herren verwaltet wird,
geblähten Bildungsbürokratie.
Schulblatt­Interview in dieser Ausgabe erstaunt, was für emo­
aber darauf gefasst sein, dass ihn die Stürme der grossen Poli­
tionale Debatten schon ein Entwurf für eine sprachregionale
tik über kurz oder lang einholen werden.
können Sie sich nun aktiv engagieren, wo sich ab und an sogar
Schulkonferenz wird nämlich ein Sitz frei. Sie finden die Aus­
in denen Reformen (noch) nicht vor allem ein Ziel haben, näm­
schreibung zur Neubesetzung auf Seite 26 dieser Ausgabe. Sie
lich zu sparen. Spätestens wenn in ihren Schulzimmern aus
haben Lust auf unpolitische Politik und wollen dem Sturm ins
Auge sehen ? Dann freue ich mich auf Ihre Bewerbung.
39 IMPRESSUM
Unterricht & Weiterbildung)
Museum & Kultur,
33 Angebote (Schule & Theater,
32 PZ.BS Aktuell
30 Neues aus der PZ.BS­Bibliothek
Angelika Pulfer
29 Das Handy als Lerngelegenheit
ANGEBOTE
28 Bericht aus dem Grossen Rat
FREIWILLIGE SCHULSYNODE
27 Mitteilungen
Gaby Hintermann
26 Mitteilungen
24 Theorie­Allergie ?
KANTONALE SCHULKONFERENZ
23 Die Schulärztin empfiehlt …
Michael Hunziker
21 Recht schulisch
19 Mit fremdem Blick
20 Förderung der « klugen Köpfe der Zukunft »
Monika Klemm
18 Ein Tag als Schreinerin oder Florist ?
Regina Kuratle
16 Eltern in der Schule – geht das ?
EDIT
Peter Wittwer
Gaby Hintermann, Präsidentin der KSBS
10 BILDSTRECKE
SCHWERPUNKT INTERVIEW CHRISTOPH EYMANN
4 « Ich bin stark eingespannt, doch ich mache das alles gerne »
Julia Kazis
2 Bildstrecke « K­’Werk »
fragt man sich da erstaunt ? Statt die Faust im Sack zu machen,
etwas bewegen lässt : Im Leitenden Ausschuss der Kantonalen
Basel­Stadt ist glücklicherweise einer der wenigen Kantone,
INHALT
Kostengründen ein paar Kinder mehr in einer Klasse sitzen
Basler Schulblatt 2015 | 01
Schwerpunkt
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Wintersportorte und Bergbahnen heulen : Die Zahl jugend-
Schulen dagegen halten. Doch schweizweit werden besonders in
licher Skifahrerinnen und Snowboarder sinkt seit Jahren
städtischen Regionen immer weniger Skilager organisiert. Im
dramatisch. Und die Tatsache, dass in der Schweiz immer
Jahr 2005 wurden noch gut 2700 J+S-Schneesportlager durchge-
weniger Skilager stattfinden, verschlimmert die Mise-
führt, fünf Jahre später waren es nur noch rund 2000. Das bringt
re zusätzlich. Die Schulen in Basel-Stadt sind in Sachen
nicht nur sehr viele Kinder und Jugendliche um unvergessliche
Schneesportlager allerdings so aktiv wie eh und je.
Erfahrungen, sondern die Wintersportregionen und Bergbah-
Verschiedene nationale Massnahmen helfen mit, Skilager
nen in Nöte.
zu unterstützen, damit auch Stadtkinder und solche aus
finanzschwachen Familien die Chance haben, den Skisport
FLUCHT NACH VORN
kennenzulernen und die Bergwelt im Winter zu erleben.
Der Wintertourismus ist für die Schweizer Wirtschaft von grosser Bedeutung. Eine breite Allianz von Akteuren, darunter auch
4
Immer mehr Kinder in der Schweiz gehen während ihrer gesam-
das Bundesamt für Sport BASPO, hat deshalb eine Schneesport-
ten Schulzeit kein einziges Mal in ein Skilager. Gehen sie auch
initiative lanciert mit dem Ziel, Massnahmen zu ergreifen um
privat nicht in die Skiferien, erleben sie nie, wie sich das anfühlt,
der Flaute im Schweizer Nationalsport entgegenzuwirken. Dank
bei strahlendem Sonnenschein neben frisch verschneiten Tan-
des neuen Sportförderungsgesetzes zum Beispiel, das im Okto-
nen auf butterweicher Piste hoch über dem Nebelmeer ins Tal zu
ber 2012 in Kraft getreten ist, kann der Bund Schneesport-Lager
sausen. Oder wie einem auf dem Sessellift bei minus 10 Grad
vermehrt finanziell unterstützen – neu auch jene Skiwochen, die
erbarmungslos Schneegraupel ins Gesicht peitscht. Kaum ein
während der Schulzeit stattfinden. Damit die Lager von den Bun-
Sport ist mit so vielen sinnlichen Eindrücken verbunden wie
dessubventionen profitieren können, muss allerdings eine defi-
Schneesport. Und kaum ein Volkssport ist – zumal für Stadt-
nierte Anzahl J+S-Leiter oder -Leiterinnen mit dabei sein (vgl.
menschen – mit so viel Aufwand und hohen Kosten verbunden.
Seite 8).
Tatsache ist : In der Schweiz zieht es immer weniger Menschen
Weiter plant der Bund ein nationales Schneesportzentrum.
auf die Pisten, unter den jungen ist der Rückgang besonders
Wo, steht noch nicht fest. Das Nationale Schneesportzentrum
eklatant.
soll optimale Rahmenbedingungen schaffen, um Schul-Schnee-
Die Ski-Misere hat verschiedene Gründe. Leute mit Migra-
sportlager durchzuführen. Zum Beispiel würde Kindern ohne
tionshintergrund sind meist nicht mit dem Wintersport aufge-
eigene Ausrüstung dort eine solche zur Verfügung gestellt. Das
wachsen und haben folglich keinen Bezug dazu. Und : Ausrüs-
geplante Zentrum soll aber auch ein geeigneter Standort sein für
tung, Anreise, Ski-Abo etc. kosten viel Geld, ein wachsendes An-
die Aus- und Weiterbildung im Schneesport sowie den Ansprü-
gebot an anderen Freizeitbeschäftigungen ist derweil viel billiger
chen des Leistungssports genügen. Andermatt, Lenzerheide,
(und « chilliger »). Mit dem Anbieten von Skilagern könnten die
Grindelwald und weitere Gemeinden buhlen um den Zuschlag.
Basler Schulblatt 2015 | 01
Schwerpunkt
oder auf dem Snowboard. Anfängergruppen aber dürfen nicht
BASEL MIT GUTEM BEISPIEL VORAN
Der Trend, dass immer weniger Schulen Skilager durchführen,
zu gross sein und brauchen eine intensive Betreuung, das heisst :
ist in Basel-Stadt erfreulicherweise nicht spürbar. Diese haben
Es braucht entsprechend mehr Skileiter und -leiterinnen pro La-
nach wie vor Konjunktur und finden neuerdings sogar bereits
gergruppe. Je mehr Lehrpersonen also an einem Standort die
auf der Primarstufe statt. Besonders aktiv sind diesbezüglich die
nötige J+S-Ausbildung haben, desto einfacher für die Lagerorga-
Gymnasien (vgl. Seite 6). Dass das Interesse am Schneesport ten-
nisation. Sie helfen mit, ein « Schweizer Kulturgut » zu erhalten ;
denziell rückläufig ist, merken die Schulen aber schon : Immer
fachübergreifend im Sammelfach Kultur/Sport/Gesellschaft …
mehr Kinder stehen im Schulskilager zum ersten Mal auf Ski
oder so.
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Die Wintersportlager gehören bei den meisten Schulen
nur 20 Franken. Wer keine passende Skikleidung hat, kann zu-
nach wie vor zum festen Programm an ausserschulischen
dem für einen Pauschalpreis von 10 Franken die ganze Beklei-
Anlässen. Eigentliche Skilager-Hochburgen sind nach
dung vom Helm über Jacke und Hose bis zu den Schuhen beim
wie vor die Gymnasien, doch auch an den Orientierungs-
Sportamt mieten. Die insgesamt 30 Klassen, die im Januar und
und Weiterbildungsschulen gehen praktisch alle Klassen
März von dieser eintägigen Aktion profitieren können, werden
ein oder mehrmals in ein Skilager.
mit einem Car nach Adelboden gefahren, dort von einheimi-
Kaum ausgeschrieben, waren sie schon ausgebucht : die so ge-
lang ins Skifahren und Snowboarden eingeführt.
schen Skilehrern und Sportgeschäften ausgerüstet und einen Tag
nannten Schneespasstage, die das Sportamt Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit dem Skigebiet Engstligenalp ob Adelboden
SCHNUPPERANGEBOT FÜR INSGESAMT 30 KLASSEN
und Swiss Ski für die 5. und 6. Klassen der Primarschule anbietet.
Die Aktion dauert insgesamt drei Wochen, das heisst : Pro Tag wer-
Die Schneespasstage sind ein ausgesprochen kostengünstiges
den jeweils zwei Basler Primarklassen in den Genuss einer sport-
und niederschwelliges Angebot, mit denen die Schneesporttra-
lichen Klassenreise in die (hoffentlich) tief verschneite Bergwelt
dition an den Basler Schulen auch an den auf sechs Jahre verlän-
kommen. Basel-Stadt ist nach Auskunft von Alexis Stückelberger,
gerten Primarschulen Fuss fassen kann.
der im Sportamt für die Organisation der Schneespasstage ver-
Die zwanzig 5. Klassen und zehn 6. Klassen, die diesen Win-
antwortlich ist, der Kanton, der sich am aktivsten an dieser na-
ter einen Tag auf der Engstligenalp einen Schnupperkurs im Ski-
tional aufgezogenen Aktion der Skidestinationen beteiligt : Mehr
fahren machen können, zahlen für den ganzen Tag inklusive
als ein Viertel der insgesamt 55 Schneespasstage in den Schwei-
Transport und Liftabo, Verpflegung und Skiausrüstung pro Kind
zer Bergen finden diesen Winter mit Basler Schulklassen statt.
5
Basler Schulblatt 2015 | 01
Schwerpunkt
Das Angebot komme bei den Schulen sehr gut an, sagt Stü-
reits ab der 1. Primarklasse fünftägige Schulkolonien und Schul-
ckelberger. Die zehn Plätze, die im Januar für 6. Klassen aus Ba-
sportlager durchführen können, die unter klar definierten
sel stattfinden, waren schon lange vor dem Anmeldeschluss En- Bestimmungen vom Kanton und via J+S-Beiträge des Bundes
de November ausgebucht. Aus den Reihen der Primarschulen
finanziell unterstützt werden (vgl. Seite 8). In der 5. und 6. Pri-
kam deshalb der Vorschlag, dass die Plätze angesichts der gros-
marklasse schreibt die Verordnung « wenigstens eine Schulkolo-
sen Nachfrage künftig verlost, und nicht einfach an die schnells-
nie oder ein Schulsportlager » vor, und bei den Gymnasien, der
ten Anmeldungen vergeben werden sollen. Das Sportamt hat die- FMS und der WMS ist mindestens eine Schulkolonie und an den
se Anregung bereits berücksichtigt und wird die 20 Plätze, die
Gymnasien zusätzlich noch ein Schulsportlager Pflicht.
für die 5. Klassen im März zur Verfügung stehen, per Los unter
den termingerecht eingereichten Bewerbungen vergeben.
GROSSE UNTERSCHIEDE AN DEN MITTELSCHULEN
Christian Griss, der als Leiter Dienste und J+S-Coach das
Vor allem bei den Gymnasien, an denen die Skilager-Tradition
Dossier Skilager in der Volksschulleitung betreut, hofft, dass die
noch immer mehr oder weniger stark verankert ist, wird sich
positiven Erfahrungen an den Schneespasstagen die eine oder
kaum eine Schule schwertun, diese Minimalvorgaben einzuhal-
andere Primarschule dazu animieren, für ihre neu dazugekom-
ten. Heute gehen an allen Gymnasien flächendeckend die ersten
menen Klassenstufen Skilager zu organisieren. Die Primarschu-
beiden Jahrgänge in Klassenlager. Im dritten Schuljahr werden
len könnten damit in die Fusstapfen der Orientierungsschulen
die obligatorischen Skilager an einigen Schulen (zum Beispiel
treten, die bis anhin meist in ihrem letzten Jahr und vereinzelt
dem Gymnasium Kirschgarten) durch Sommersportlager er-
auch schon in den 2. Klassen die ersten Schneesportlager orga-
setzt.
nisiert haben. Bereits diesen Winter gibt es ein halbes Dutzend
In den oberen Klassen wird es beispielsweise im Gymnasium
Primarschul-Standorte, die meist mit mehreren Klassen ein Ski-
am Münsterplatz der Initiative der Klassen überlassen, ob sie mit
lager organisieren.
Unterstützung von Sportlehrpersonen ein Skilager organisieren
EIN SKILAGER AN DER SEKUNDARSCHULE
und Schülern in der 4. Klasse sogar die Wahl, ob sie in ein Ski-
möchten. Am Gymnasium Leonhard haben die Schülerinnen
OBLIGATORISCH
und Snowboard-Lager oder lieber in ein Langlauf-, Schneeschuh-
Wer nicht schon in der OS ein oder zwei Mal ins Skilager « durf-
oder Tourenlager gehen möchten.
te », holt dies spätestens in den letzten beiden obligatorischen
Nie richtig Fuss fassen seit der Gründung vor zehn Jahren
Schuljahren an einer WBS oder im Gymnasium nach. Ein Gross-
konnte die Skilager-Tradition hingegen an der FMS, die wie die
teil der rund 90 Skilager, die jedes Jahr an Basler Schulen mit ei- WMS mit ihren Klassen keine Skilager mehr anbietet. An der
6
ner oder mehreren Klassen organisiert werden, findet auf dieser
FMS wurden gemäss Auskunft von Rektor Roland Widmer frei-
Stufe statt. Auch an der künftigen Sekundarschule werden alle
willige Skilager in der zweiten Woche der Fasnachtsferien ange-
Schülerinnen und Schüler mindestens einmal in drei Jahren in
boten. Letztes Jahr ist dieses aber mangels Anmeldungen von
ein Schneesportlager gehen. Das ist als Minimalanforderung in
Schülerinnen und Schülern zu einem Ferienlager für Lehrperso-
Paragraph 8 der neuen Verordnung über die auswärtigen Schul-
nen mutiert. Widmer kann sich nicht recht erklären, warum das
anlässe geregelt, der für die Sekundarschule neben dem Schnee-
so ist. Von Seiten der Lehrpersonen wurden anfänglich Versuche
sportlager zusätzlich mindestens eine Schulkolonie vorschreibt.
mit multisportiven Winterlagern unternommen, doch sind auch
Im gleichen Paragraphen steht auch, dass Schulen im Prinzip be-
diese bei der Schülerschaft kaum auf Interesse gestossen.
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Urs Jahn ist Sportlehrer an der OS Drei Linden, J+S-Experte
Skifahren und J+S-Coach der Orientierungsschule.
Als Schulcoach vermittelt er zwischen den Schulen und dem
Sportamt als Berater und Koordinator. Alle Schneesportlager der OS sowie der Primarschulen laufen über ihn – für
die Lehrpersonen eine grosse Erleichterung. In seinen
20 Jahren als Sportlehrer war er in rund 15 Ski- respektive
Schneesportlagern mit dabei. Welchen Stellenwert
haben diese Lager ?
Basler Schulblatt : Immer weniger Kinder können Skifahren, heisst
Aber machen Schneesportlager überhaupt Sinn, wenn die meisten
es. Stimmt das ?
Kinder ja doch nicht zusätzlich mit der Familie in die Skiferien
Urs Jahn : Tendenziell ja. Gegenüber früher gibt es heute mehr
gehen ?
Kinder, die im Skilager zum ersten Mal auf den Ski stehen. Seit
Natürlich kann man sich fragen, wie nachhaltig so ein Skilager
es die Schneesporttage gibt, sind es wieder etwas weniger. Ein
ist, wenn die Kinder privat nicht auch Skifahren und weiterler-
aktuelles Beispiel einer Schülergruppe ohne Schneesporttag-Er-
nen. Aber selbst wenn sie nur einmal an einem Schneesportlager
fahrung aber zeigt : Von 51 Kindern standen 32 noch nie auf Ski.
teilnehmen, ist das wertvoll. Ein Skilager gehört einfach zur
Der Bund und weitere Akteure haben deshalb die « Schneesport-
Schulkarriere, weil der Schneesport ein fester Bestandteil unse-
initiative Schweiz » gegründet mit dem Ziel, attraktive Angebote
rer Kultur ist und man diese besondere Lageratmosphäre we-
zu schaffen und mehr finanzielle Unterstützung zu bieten. Ist das
nigstens einmal erlebt haben muss.
richtig und wichtig ? Und warum gerade Schneesport ?
Wie ist die Haltung der Lehrpersonen zu den Schneesportlagern ?
Ja, ich finde, das ist gerechtfertigt. Skifahren und Snowboarden
Die Tatsache, dass von den neuen 6. Primarklassen gleich 14 für
sind attraktive, spektakuläre Sportarten, die Emotionen wecken.
ein Schneesportlager angemeldet sind, spricht für sich. Wichtig
Es gehören aber auch Mut und Überwindung dazu. Wenn die
ist, dass in jedem Kollegium eine Person ist, die sich für den
Schülerinnen und Schüler das schaffen, trägt das wesentlich zu
Schneesport einsetzt. In der Schneesportkommission der OS
ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei. Dazu kommt das Erleben
pflegten wir diesen Austausch. Es ist zu überlegen, ob für die
der Natur in den Bergen. Zusammengenommen führt das fast
neue Primarschule ein solches Gremium auch sinnvoll wäre.
immer zu einer grossartigen Lageratmosphäre. Leider verursacht
Wenn viele Primarkinder erste Schneesporterfahrungen machen
der Schneesport hohe Kosten, da ist jede Unterstützung will-
und in den Anschlussschulen ein zweites, eventuell drittes
kommen.
Schneesportlager folgt, werden wir auch dem Prinzip der Nach7
Basler Schulblatt 2015 | 01
Schwerpunkt
haltigkeit gerecht. Positiv ist auch, dass die J+S-Fortbildungskur- Leiterbörse Schneesport, wo man Leute suchen kann. Im besten
se für Lehrpersonen immer gut besucht und die Teilnehmenden
Fall findet man im Bekanntenkreis Interessierte mit der entspre-
sehr motiviert sind. Sie wollen ihre persönliche Technik verbes-
chenden Ausbildung, ehemalige Schüler oder Schülerinnen zum
sern, aber auch Tricks und Ideen kennenlernen, die sie im Lager
Beispiel. Den Kontakt zu diesen jungen Leuten muss man suchen
umsetzen können.
und pflegen – und ihren Einsatz entsprechend wertschätzen. Ich
Und wie begeistert sind die Schülerinnen und Schüler ?
bin immer wieder begeistert, was sie für unsere Lager leisten !
Zumindest an unserer Schule bezeichnen die meisten Kinder das
Wie schwierig ist es, ein Lagerhaus zu finden ?
Schneesportlager als das tollste Erlebnis in den ganzen drei Jah- Auch das ist oft nicht so einfach. Das Haus muss in einem Skigeren OS.
biet und in Pistennähe sein. Der Kostendruck schränkt die Wahl
Gibt es genug Lehrpersonen mit J+S-Leiter-Ausbildung ? Und ist
natürlich ein und der Wegfall von Lagerhäusern des Kantons
es schwierig, zusätzlich externe J+S-Leiterinnen und -Leiter zu
(durch Verkauf, die Red.) ist spürbar.
finden ?
Das ist unterschiedlich an den Schulen und von Jahr zu Jahr wie- Nützliche Adressen zur Lagerhaussuche :
der anders. Manchmal ist es in der Tat schwierig. Es gibt eine
www.groups.ch, www.gruppenhaus.ch
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Kanton und Bund subventionieren die rund 90 Wintersport-
ternbeitrag rasch einmal auf 350 Franken oder noch mehr belau-
lager, die von Basel aus jedes Jahr stattfinden, über
fen. Nicht eingerechnet sind darin die Kosten für die Miete des
verschiedene Kanäle mit sechsstelligen Beiträgen. Da die
Sportmaterials, für das auch dann, wenn dieses über das Sport-
Sportlager nicht in gleichem Mass wie die Schulkolo-
amt bezogen wird, nochmals bis zu 50 Franken einberechnet
nien subventioniert werden, ist die finanzielle Belastung
werden müssen (vgl. Kasten auf Seite 9).
vor allem für Eltern mit mehreren Kindern aber nach wie
vor ein Problem. Für Schulsportlager werden pro Jahr rund
SPORTAMT UNTERHÄLT EINE
500 Gesuche auf Beitragsermässigungen bewilligt.
« L EITERBÖRSE SCHNEESPORT »
Würden die Wintersportlager nicht durch J+S-Gelder und ProAnders als bei den Schulkolonien, wo die Eltern pro Tag und
Kopf-Beiträge des Kantons unterstützt, wären die Kosten noch
Kind nur einen Fixpreis von 26 Franken zahlen müssen, gibt es
um einiges höher. Um in den Genuss dieser Beiträge zu kommen,
bei den Wintersportlagern keine fixen Vorgaben, wieviel eine
muss ein Lager allerdings eine Reihe von Minimalanforderun-
Woche in den Bergen die Eltern kosten darf. In den Weisungen,
gen erfüllen. J+S richtet nur Beiträge an Lager aus, bei denen
die das Erziehungsdepartement 2008 zur Organisation und
mindestens zwei Leitende mit einer gültigen J+S-Anerkennung
Finanzierung von Sportlagern erlassen hat, wird die Schullei-
in den Sportarten Ski oder Snowboard dabei sind. Über diese
tung verpflichtet, dafür zu sorgen, « dass innerhalb derselben
Fachpersonen wird sichergestellt, dass in den Lagern ein fachge-
Schule alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Beiträge zu
rechter Unterricht auf der Piste stattfindet, sagt Yves Moshfegh,
leisten haben ». An den Gymnasien, wo altersbedingt höhere
Fachexperte Sport im PZ.BS.
Kosten zum Beispiel für das Skiabo anfallen, kann sich der El8
Basler Schulblatt 2015 | 01
Schwerpunkt
An den meisten Schulen besteht ein Stamm von (Sport-)Lehr- Im letzten Winter profitierten im Kanton Basel-Stadt insgepersonen und Ehemaligen, die eine fünf bis sechstägige Grund-
samt 87 Wintersportlager von solchen Unterstützungsbeiträgen.
ausbildung in diesen Sportarten absolvieren und alle zwei Jahre
Pro sechs Teilnehmende steuert das Sportamt jeweils einen Fix-
ein Weiterbildungsmodul besuchen, damit die J+S-Anerken-
beitrag von 345 Franken an die Lagerkosten bei.
nung ihre Gültigkeit behält. Einige Gymnasien ermöglichen skibegeisterten Schülerinnen und Schülern schon im letzten Jahr
ELTERNANSPRUCH AUF VERGÜNSTIGUNGEN
vor der Matur, die einwöchige Grundausbildung noch während
Nochmal fast 40’000 Franken aus dem Budget des Erziehungs-
der Schulzeit zu absolvieren, damit sie dann als Leiter oder Lei-
departements fliessen pro Winter an Eltern, die aufgrund ihres
terin in den unteren Klassen eingesetzt werden können. Für
Einkommens Anrecht auf individuelle Vergünstigungen bei den
Schulen, die Mühe haben, schulintern genügend anerkannte Lei- Lagerkosten haben. Für die Berechnung dieser Beiträge sind
tungspersonen zu finden, unterhält das Sportamt auf seiner
zum einen die Abstufungen bei den Krankenkassenverbilligun-
Website eine « Leiterbörse Schneesport ».
gen und zum anderen die Anzahl Kinder einer Familie aus-
BEITRÄGE AN DIE LAGERKOSTEN AUS VERSCHIEDENEN
der Lagerbeiträge zwischen 40 und maximal 150 Franken pro
schlaggebend. Je nach Einkommen betragen die Reduktionen
KASSEN
Kind. Pro Winter werden gut 500 solcher Gesuche bewilligt,
Die Abrechnung der J+S-Bundesbeiträge an die Lager erfolgt
mehr als vier Fünftel davon auf der Sekundarschulstufe I (OS
nach einer Zwölferregel. Das heisst : Pro J+S-Leitenden können
und WBS). Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen sind Familien,
höchstens für 12 Schülerinnen und Schüler Beiträge bezogen
bei denen sich die Sozialhilfe neben dem Erziehungsdeparte-
werden. Pro Tag und Teilnehmenden fliessen auf dieser Basis aus
ment an den Kosten für ein Skilager beteiligt.
der J+S-Kasse gegenwärtig 7.60 Franken in die Lagerkassen. Insgesamt kamen die Basler Schulen im Jahr 2013 in den Genuss von
Die Wegleitung zur Durchführung von Sportlagern, der Link
gut 120’000 Franken J+S-Beiträgen. Zusätzlich bezahlt auch das
zur Leiterbörse Schneesport und die Ausbildungsanforderungen
kantonale Sportamt Pro-Kopf-Pauschalen an einwöchige Win-
und Kurse für J+S-Leitungspersonen sind zu finden unter
tersportlager ; mit der Bedingung, dass pro Tag mindestens vier
www.sport.bs.ch
Stunden Sport betrieben wird, verteilt auf zwei Blöcke.
KOSTENGÜNSTIGER VERLEIHSERVICE
DES SPORTAMTS
Da sehr viele Basler Kinder nicht über eine vollständige Ausrüstung für ein Wintersportlager verfügen, bietet das Sportamt einen Ausleihservice, der ausser von Schulklassen auch von Vereinen und Privaten genutzt werden kann. Ausleihen an Private
werden nur an Jugendliche bis 20 Jahre gemacht, die in BaselStadt wohnhaft sind. Um voll ausgerüstet mit Skis, Schuhen, Skibekleidung und Helm in ein Skilager gehen zu können, muss mit
einer Leihgebühr von gut 50 Franken gerechnet werden – wer
nur Skis und Schuhe braucht, bezahlt 22 Franken. Für Vereine sind die entsprechenden Wochentarife doppelt so hoch. Wer
privat während der Schulferien Skis und Schuhe beim Sportamt mieten möchte, bezahlt für Skis immer noch vergleichsweise günstige 48 und für Schuhe 35 Franken. Die Materialausgabe und -rückgabe erfolgt für Schulen meist klassenweise
beim Sportamt auf dem Rankhof an der Grenzacherstrasse 405.
Das benötigte Material muss via Internet unter untenstehender
Adresse über ein Online-Formular bestellt werden.
www.jfs.bs.ch > Für Sportlerinnen und Sportler > Leihmaterial
> Online bestellen
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Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
HALBZEIT IM PROJEKT
BILDUNGSLANDSCHAFTEN
ZU DEN DREI BILDUNGSLANDSCHAFTEN KOMMT MIT DER PRIMARSCHULE
BLÄSI EINE VIERTE HINZU
Von Annette Graul
Ohne Bierhumpen, aber mit Bodenhaftung und Blick nach
vorn : Am öffentlichen Stammtisch der Bildungslandschaften wurden erste Ergebnisse präsentiert und weitere Ziele
benannt. Die 2012 in drei Primarschulen als Projekt
gestarteten Bildungslandschaften zeigen eindrücklich, wie
schulische und ausserschulische Akteure eines Quartiers
gemeinsam dazu beitragen, neue gesellschaftliche Realitäten aufzugreifen und Bildungschancen zu verbessern.
Die drei Basler Projekte des nationalen Projekts « Bildungslandschaften Schweiz » sind in der Halbzeit, und mit dem Primarstandort Bläsi kommt ab 2015 eine vierte schulzentrierte Bildungslandschaft hinzu. Der jüngste öffentliche Stammtisch war
also ein guter Moment, um erste Ergebnisse zu zeigen, Visionen
bis zum Projektende – und darüber hinaus – zu konkretisieren
und die Grundlage zu schaffen, dass beteiligte Lehrpersonen Unterstützung erhalten für ihre Arbeit und sich die Idee über die
Projekte hinaus verbreitet. Mit Stolz präsentierten die Projekt- Interessierte Mienen bei der Halbzeitbilanz im Unternehmen
leitenden, was in ihren Bildungslandschaften bislang erreicht
Mitte. Bild von Annette Graul
wurde. Regierungsrat Christoph Eymann, der sich über den
Stand der Projekte informieren wollte, konkretisierte mit geziel-
nen viele Flüchtlingsfamilien ein Zuhause finden. « Durch die
ten Fragen die Gestalt der Projekte. Er zeigte sich beeindruckt
Idee der Bildungslandschaft finden wir eine Antwort auf unsere
vom Engagement der Lehrpersonen und der Involvierten aus den
Kernprobleme », sagt Hans Peyer, der das Projekt leitet und be-
Quartieren. Es wurde sichtbar, wie vielfältig die Projektergeb-
richtet, wie durch regelmässige Quartierrundgänge für Eltern
nisse sind, aber auch, wie wertvoll die teilweise völlig neuen Ver-
und Kinder Interaktion und direkte Beziehung möglich wird.
netzungen sein können. So sind neben Sportvereinen und Spiel- Viel hat sich verändert, seit die Villa Yoyo ihren Betrieb aufgegruppenleiterinnen manchmal sogar Kinderärzte mit von der
nommen hat. Dorthin kommt zum Beispiel Senait, die vor drei
Partie, wenn es darum geht, im Quartier enger zusammenzu- Jahren mit ihrer Familie in die Schweiz kam und jetzt in die
arbeiten.
1. Klasse geht. In der Villa Yoyo, einem stiftungsfinanzierten
Spiel- und Basteltreff, ist Deutsch die gemeinsame Sprache. Die
ANTWORT AUF KERNPROBLEME
Lehrerin von Senait hat festgestellt, dass sich die Deutschkennt-
« Erleben statt Flyer verteilen ! » heisst das Motto. « Man muss nah
nisse des Mädchens merklich verbessert haben, seit es die Vil-
an die Leute heran. Es ist wichtig, dass man einander kennt und
la Yoyo besucht. Auch Senaits Mutter lernt Deutsch in der Villa
weiss, was es alles gibt im Quartier und wer was anbietet », er- Yoyo im Rahmen des Angebots « Ich lerne Deutsch fürs Kind »
klärt Hans Peyer, Schulleiter an der PS Wasgenring. Die Schule
und bringt auch Senaits kleine Schwester mit, die in der Kinder-
befindet sich am Stadtrand, unweit von Notwohnungen, in de-
betreuung ebenfalls Sprachförderung erhält.
« WIE KANN ES NACH PROJEKTENDE
WEITERGEHEN ? »
16
jekten » stellt Pierre Felder, Leiter Volksschulen, klar. « Es ist
wichtig, dass die wieder frei werdenden Mittel anderen Schulen
Ergebnisse festigen und sicherstellen, dass neu gelebte Praxis
zur Verfügung stehen, die zu einem späteren Zeitpunkt Projekt-
auch in Zukunft greift, das ist ein nicht ganz einfacher Teil des
ideen realisieren möchten. » Dies ist auch Thema des nächsten
Projektauftrags. « Ein definiertes Ende liegt in der Natur von Pro-
Stammtisches : Wie kann es nach Projektende weitergehen ? Su-
Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
WENIG AUFWAND, HOHER NUTZEN
Karin Vaneck, Schulleiterin der PS Thierstein und dort Projektleiterin der Bildungslandschaft, meint : « Durch die Vernetzung
profitiert die Schule auch von bereits laufenden Aktivitäten im
Quartier. So konnten wir Ideen für die Gestaltung der Liesberger
Matte einbringen, eines kleinen Platzes direkt neben dem Schulhaus. Weiter hat die Schule wenig beitragen müssen, profitiert
Theorie und Praxis
der Dyskalkulie-Therapie
Berufsbegleitende Ausbildung
2016
jetzt aber enorm vom tollen Ergebnis. » Für viele unerwartet und
überraschend ist, dass vieles gar nicht selbst gemacht werden
muss. Durch enge Zusammenarbeit mit Quartiersinstitutionen
ergibt sich für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. Schwierig
ist es, Eltern in die Schule zu locken. Doch langer Atem lohnt
sich. « Das grosse Ziel ist es », so Co-Projektleiter Stephan Stocker,
« dass sich Eltern getrauen, in die Schule zu kommen, dass sie die
Schule als lebendigen Ort mit offenen Türen erfahren, voller Leben und Begegnung. » Stocker leitet die Tagesstrukturen am
Standort und verfügt daher über viel Know-how aus dem Freizeitbereich – und ist gleichzeitig nah dran an den Bedürfnissen
der Kinder.
VIEL SPIELRAUM
In der dritten Bildungslandschaft spannen zwei benachbarte
Schulen zusammen : die PS St. Johann und die PS Volta. Sie liegen in einem sehr gemischten Quartier, geprägt einerseits durch
bildungsnahe Familien, aber auch durch solche, denen der Zugang zur formalen Bildung fehlt. Ein Ergebnis der ersten Pro-
Eine wissenschaftlich fundierte,
praxisbezogene und präventive
Ausbildung für LehrerInnen,
HeilpädagogInnen, LogopädInnen u.a.
Sie befähigt, Schülern mit Rechenschwierigkeiten, deren Eltern und
Lehrer professionelle Hilfe anzubieten.
Mit Zertifikat.
Informationsmorgen 6.Juni 2015
Therapiezentrum Rechenschwäche
Michel Leuenberger, lic.phil. l
Daniel Künzler, dipl. Lerntherapeut ILT
www.rechenschwaeche.ch
info@rechenschwaeche.ch
jekthälfte sei vor allem die Erkenntnis, wie viele Angebote für
Kinder das Quartier schon bereithält, so Projektleiterin Leonie
Schüssler. « Wichtig ist nun, dass der Austausch besser klappt
und Synergien entstehen. » Die Bildungslandschaft St. Johann/
Volta hat zum Ziel, dass sich alle Kinder im Quartier wohlfühlen
und beteiligen können – unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund. Nicht zuletzt handelt es sich bei Bildungslandschaften
um Schulentwicklungsprojekte, die die Anliegen der Schulen
aufnehmen, inhaltlichen Spielraum lassen und daher auch Spass
machen.
Einen Wermutstropfen nennt Leonie Schüssler : Spielgruppen
sind wichtige Partner für die bessere Gestaltung des Schuleintritts, haben aber oft prekäre Arbeitsbedingungen. Spielgruppenleiterinnen können häufig nicht noch mehr Freiwilligenarbeit leisten. Momentan kann ihr zusätzlicher Einsatz über die
Projekte aufgefangen und zumindest symbolisch entschädigt
werden. Nach der Projektphase stehen diese Mittel nicht mehr
zur Verfügung und die weitere Zusammenarbeit ist daher gefährdet. In der verbleibenden Projektzeit muss hier eine Lösung
gefunden werden.
chen Sie gemeinsam mit uns Lösungen und denken Sie mit – am
10. Februar, 17 :30 Uhr, Buffet im Stellwerk. Ideen und Hinweise
können bereits im Vorfeld der Projektkoordinatorin Annette
Graul (annette.graul@bs.ch) mitgeteilt werden.
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Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
EINE KLASSE
HÜPFT NACH ANKARA
EINE BASLER PRIMARKLASSE TESTETE DAS UNTERRICHTSMITTEL MUUVIT
Von Claudia Thöny, Projektleiterin Muuvit
Nach dem Punktesammel-Prinzip werden die Kinder fürs Bewegen belohnt : Wer sich zehn Minuten bewegt, erhält einen Reisekilometer. Und mit den gesammelten Bewegungspunkten geht
die Klasse gemeinsam auf eine virtuelle Reise durch Europa. Je
mehr sich die Klasse bewegt, desto mehr Länder entdeckt sie.
Das Morgenritual ist zu Ende und die Schüler gehen zufrieden zurück auf ihre Plätze. Nach der zehnminütigen Übung sind
sie nicht nur wach, sie erhalten dafür auch weitere Reisekilometer. Über die Reiseroute sind sich alle einig : « Wir besuchen unsere Heimatländer ! », tönt es im Chor. Hill zeigt auf die grosse
bunte Europa-Landkarte, auf der mit Filzstift die bisherige Reiseroute eingezeichnet ist. In der Schweiz sind sie gestartet und
Die Klasse 4a aus der Primarschule Thierstein ist mit Muuvit
via Frankreich, Spanien und Italien geht es jetzt weiter in Rich-
in 30 Tagen durch die Länder Europas gereist. Die vielen
tung Osten nach Bosnien, Albanien und den Kosovo bis nach
Tausend Kilometer legten die Schüler und ihre Lehrerin aus
Ankara in die Türkei.
eigener Körperkraft zurück. Dafür benötigen sie weder
Reisepass noch Portemonnaie.
EIN GUTES KLASSENKLIMA
Wie die Menschen in den bereisten Ländern und Städten leben,
Die Klasse 4a steht vorne im « Morgenkreis » und schwingt sin- welche Sprache sie sprechen oder welche geografischen oder kulgend die Hände, Beine und Hüften. Mit einem fröhlichen Lied, zu
turellen Besonderheiten es dort gibt, erfährt die Klasse über die
dem sie sich bewegen, werden die noch müden Glieder geweckt.
abenteuerlich und interaktiv gestaltete Muuvit-Online-Platt-
Für die beiden Lehrerinnen Smadar Hill und Iris Hunziker von
form. « Die Kinder entdecken durch Bewegung die Welt und ler-
der Primarschule Thierstein gehört dieses Ritual zu einem guten
nen die Kulturen ihrer Mitschüler kennen. » Die Kombination
Start in den Tag und Bewegung im Unterricht zum Schulalltag.
aus Bewegung und Lernen gefällt Hill. Muuvit ist ein einfaches
Konzept, um Bewegung im Alltag der Kinder zu verankern und
JEDER « M OVE » ZÄHLT
gleichzeitig ein gemeinsames Abenteuer zu erleben.
Neben vielen eigenen Bewegungsideen nutzen Hill und Hunzi- Die Lehrerinnen der 4a nutzen Muuvit als vielseitiges Unterker das Angebot etablierter Schweizer Bewegungsprojekte. Ak-
richtsmittel : Mit dem Punktezusammenzählen übe die Klasse
tuell nimmt die Klasse am Projekt Muuvit teil, das Schulkinder
zum Beispiel Kopfrechnen und beim Studieren der Route vertie-
animiert, sich im Alltag möglichst viel zu bewegen. Da bei Muu-
fe sie die Geografiekenntnisse. « Zudem lernen die Kinder Selbst-
vit jede Art von Bewegung zählt, üben die Kinder jene Bewe- verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an einem Strang
gungsarten aus, die ihnen Spass machen, etwa zu Fuss zur Schu-
zu ziehen », fügt Hill an, denn die Klasse komme nur als Team
le gehen, in der Pause Gummitwist spielen oder nach der Schule
zum Ziel. « Und das ist Ankara », flüstert ein Schüler, « aber da-
dem Fussball hinterherjagen.
nach wollen wir unbedingt noch weiter nach Paris und London ! »
Das Unterrichtsmittel Muuvit hat seine Wurzeln in Finnland
und bewegt in der Schweiz seit 2012 bereits 15’000 Schulkinder. Muuvit arbeitet mit Projekten und Institutionen wie
« Schule bewegt » und « Schule in Bewegung/Purzelbaum »
sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE
zusammen und wird von Migros und Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt. Für Schweizer Schulklassen ist
Muuvit kostenlos. Weitere Informationen und kostenlose
Anmeldung unter : www.muuvit.ch
18
§
Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
RECHT SCHULISCH
WANN KINDERGÄRTNERIN – WANN PRIVATPERSON ?
Die Eltern der Kindergartenschülerin X. wenden sich an die Kindergärtnerin ihrer Tochter und
fragen diese, ob sie bereit wäre, X. nach Unterrichtsschluss vom Kindergarten in die Kinderkrippe
zu begleiten. Die Kindergärtnerin bietet den Eltern an, X. mit ihrem Veloanhänger in die Krippe
zu fahren. Die Kindergärtnerin erkundigt sich bei der Schulleitung, ob dem etwas entgegenstün-
de.
Die Verantwortung der Lehrpersonen für die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler
erstreckt sich auf den gesamten Schulbetrieb. Dazu gehören neben der eigentlichen Unterrichtszeit auch der Weg zwischen verschiedenen schulischen Veranstaltungsorten (z. B. der Weg vom
Schulhaus zur Turnhalle) sowie die auswärtigen Schulanlässe. Für den Schulweg sind hingegen
die Eltern verantwortlich. Dies gilt auch für den Weg vom Schul- oder Kindergartenstandort zu
einer Kinderkrippe, da es sich bei der familienexternen Tagesbetreuung nicht um ein zum Schulbetrieb gehörendes Betreuungsangebot handelt. Den Eltern steht es selbstverständlich frei, ihre
Verantwortung auf eine Drittperson – wie im vorliegenden Fall die Kindergärtnerin ihrer Tochter –
zu übertragen.
Wenn die Kindergärtnerin eine Schülerin nach Unterrichtsschluss in die Krippe fährt, tut sie
das nicht mehr im Rahmen ihres Berufsauftrags. Insoweit ist sie auch nicht in ihrer Funktion als
Kindergärtnerin tätig, sondern als Privatperson. Aus rechtlicher Sicht stellen sich deshalb Fragen
der Haftung für den Fall, dass auf dem Weg etwas passieren sollte. Die Kindergärtnerin und die
Schulleitung müssen sich bewusst sein, dass das Prinzip der Staatshaftung – wonach Staatsangestellte für Schäden, die sie während der Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit verursachen, grund-
sätzlich nicht persönlich einzustehen haben – hier nicht zum Tragen kommt. Wenn die Kinder-
gärtnerin beispielsweise während des Transports einen Unfall verursacht und das Kind dabei verletzt wird, so hat sie, falls die zivilrechtlichen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sind, persönlich
für den verursachten Schaden aufzukommen. Sie muss deshalb privathaftpflichtversichert sein,
wenn sie einen solchen Transportdienst anbieten möchte.
Gleich verhält es sich, wenn eine Lehrperson in ihrer Freizeit Ausflüge mit Schülerinnen und
Schülern unternimmt. Dies tut sie ebenso wenig in Erfüllung ihres Berufsauftrags, sondern ebenfalls als Privatperson.
Der Entscheid, ob oder inwieweit sich eine Lehrperson im Einzelfall über ihren Berufsauftrag
hinaus im oben umschriebenen Sinne als Privatperson für eigene Schülerinnen oder Schüler en-
gagieren soll bzw. darf, liegt bei der Schulleitung. Neben der Haftungsfrage wirft ein solches Engagement Fragen einer allfälligen bevorzugten Behandlung auch während des Schulbetriebs auf.
Aus rechtlicher Sicht lassen sich aus einer besonderen persönlichen Beziehung zwischen Lehrperson und Schüler unter Umständen Befangenheitsgründe ableiten. Ein blosser Begleitdienst in die
Kinderkrippe reicht dafür aber nicht aus.
Von Nathalie Stadelmann, Juristische Mitarbeiterin Abteilung Recht ED
19
Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
JETZT SOLL RUHE EINKEHREN
DAS NEUE TEAM DER FACHSTELLE ZUSÄTZLICHE UNTERSTÜTZUNG
SETZT AUF KONSOLIDIERUNG
Von Valérie Rhein
Von «zusätzlicher Unterstützung» ist in den Volksschulen
des Kantons Basel-Stadt dann die Rede, wenn Schülerinnen
und Schüler einen besonderen Bildungsbedarf haben,
der über das Förderangebot am Schulstandort hinausgeht.
Die etwa 400 Gesuche, die die Volksschulleitung jedes
Jahr von Schulleitungen erhält, werden von der Fachstelle
Zusätzliche Unterstützung geprüft, fachlich beurteilt und
priorisiert. Seit vergangenem September leitet Andreas Loh
die mit 290 Stellenprozenten dotierte Fachstelle.
Konsolidierung : Diesen Begriff hören Lehr- und Fachpersonen
sowie Schulleitende, deren Schule sich inmitten eines Reformprozesses befindet, gerne. Andreas Loh setzt auf Konsolidierung.
Der promovierte Psychologe arbeitet seit rund fünf Jahren für
die ED-Fachstelle Zusätzliche Unterstützung und hat im Spätsommer 2014 von Elsbeth Zurfluh die Leitung des kleinen Teams
übernommen.
BLICK AUF DAS KINDSWOHL
Seit der Einführung der Sonderpädagogik-Verordnung im Jahr
2011 wurden Erfahrungen gesammelt, Abläufe verändert, Gesetzesgrundlagen angepasst. Jetzt soll Ruhe einkehren, wie Loh im
« Nicht wer sich zuerst meldet oder am lautesten ist, wird berücksichtigt,
Gespräch mit dem Basler Schulblatt mehrfach betont : « Wir kön- sondern wer den grössten Bedarf hat » : Andreas Loh,
nen unter den gegebenen Bedingungen die zur Verfügung ste- Leiter der Fachstelle Zusätzliche Unterstützung. Foto : fif
henden Ressourcen möglichst optimal nutzen. » Zu diesem möglichst optimalen Nutzen der Ressourcen gehören für die Mitar-
MÖGLICHST VIELE KINDER FÖRDERN
beitenden der Fachstelle Zusätzliche Unterstützung ein möglichst
Etwa 400 Gesuche für Verstärkte Massnahmen reichen die
gerechter Einsatz der Mittel sowie ein Vorgehen, das stets das
Schulleitungen Jahr für Jahr bei der Volksschulleitung ein. In
Kindswohl im Auge behält. « Nicht wer sich zuerst meldet oder
den allermeisten Fällen könne eine zusätzliche Förderung er-
am lautesten ist, wird berücksichtigt, sondern wer den dringends-
möglicht werden, erklärt Andreas Loh. Was jedoch nicht darü-
ten und grössten Bedarf hat », sagt Andreas Loh.
ber hinwegtäusche, dass die Fachstelle von den Eltern und Kol-
Die Fachstellen-Mitarbeitenden treffen ihre Entscheidungen
legien, die einen negativen Bescheid erhalten, kontingentierend
aufgrund fachlicher Einschätzungen des pädagogischen Teams
wahrgenommen werde, dessen sind sich Loh und sein Team sehr
eines Standortes, des Schulpsychologischen Dienstes und an- wohl bewusst.
hand ihrer eigenen fachlichen Bewertung. In umfangreichen
Neben Andreas Loh arbeiten mit der Pädagogin Bettina Gem-
Entscheidungsrunden mit den Schulkreisleitungen und den Ab-
perli, dem Finanzcontroller Odilio Rusconi und der Kauffrau
klärungsstellen werden alle Anträge ausführlich besprochen.
Edina Hasanic drei weitere Personen für die Fachstelle Zusätzli-
Mit den betroffenen Eltern hingegen stehen die Mitarbeitenden
che Unterstützung ; insgesamt teilen sie sich 290 Stellenprozente.
der Fachstelle nicht im direkten Kontakt. Nur so sei, so Loh, ein
Für die Arbeit des Teams ist der Austausch mit den Volksschulen
möglichst gerechtes, bedarfsorientiertes Einsetzen der Ressour- von Bedeutung. Loh ist selbst zwar nicht Mitglied der Volkscen auch umsetzbar. Die Fachstelle erbringt ihre Dienstleistun-
schulleitung, steht aber mit den Mitgliedern des Gremiums so-
gen an der Schnittstelle zwischen den für besonderen Schulungs- wie auch mit Fachstellen-Leiterinnen und -Leitern regelmässig
bedarf – den sogenannten Verstärkten Massnahmen – zur Verfü-
20
im Kontakt. Dies habe sich, so Andreas Loh, in der Vergangen-
gung stehenden Mitteln und den Schulen, wo Heilpädagoginnen
heit sehr bewährt : « A lle Beteiligten haben eine unterschiedliche
und Heilpädagogen und andere Fachpersonen Kinder ergänzend
Sicht, und das Berücksichtigen verschiedenster Perspektiven ist
zum Regelunterricht oder in separativen Angeboten fördern.
für unsere Meinungsbildung von grosser Bedeutung. »
Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
DIE SCHULÄRZTIN
EMPFIEHLT …
BEWEGUNG BRINGT SCHWUNG IN DEN UNTERRICHT
Bewegung im Schulalltag ist wichtig, auch ausserhalb des Sportunterrichts. Die Entwicklung von
Kindern und Jugendlichen wird durch Bewegung unterstützt und kognitive, motorische und soziale Fähigkeiten werden gefördert. Bewegung trägt auch dazu bei, Ruhe und Aufmerksamkeit in
der Gruppe wiederherzustellen. Schülerinnen und Schüler, die bewegt lernen, können sich Inhalte besser merken, ihr Stoffwechsel wird angeregt, Anspannungen werden abgebaut und sie sind
ausgeglichener. Schon kleine Übungen bringen Ruhe in den Unterricht und schaffen Erholung
nach anstrengenden Arbeitsphasen. Fünf Minuten reichen, um Körper und Geist von Lehrpersonen, Kindern und Jugendlichen wieder aufnahmefähig zu machen.
Gelegenheiten für Bewegung im Schulalltag bieten sich zum Beispiel in Form einer kurzen Entspannungssequenz, durch dynamisches Sitzen oder durch aktiv gestaltete Pausen. Auch der tägliche Schulweg eignet sich sehr gut für regelmässige Bewegung, wenn man ihn aktiv, etwa zu Fuss
oder mit dem Velo, zurücklegt. Zusätzliche schulische Angebote wie beispielsweise der freiwillige
Schulsport können vielfältige weitere Bewegungsmöglichkeiten schaffen. Ideen für eine einfache
und nachhaltige Umsetzung von Bewegungsförderung in der Schule erhalten Lehrpersonen beim
Angebot « Schule bewegt » des Bundesamts für Sport (BASPO). Das Angebot richtet sich an alle
Schulstufen und ist gratis.
Monika Steuerwald, Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Basel-Stadt
Weitere Informationen zu « Schule bewegt » unter www.schulebewegt.ch Tipps und Infos rund um das Thema Bewegung unter www.gesundheit.bs.ch
21
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Basler Schulblatt 2015 | 01
EDit
« DEUTSCH ALS ZWEITSPRACHE »
BESCHLEUNIGT INTEGRATION
RÜCKMELDUNGEN DER SCHULLEITUNGEN ZUR UMSETZBARKEIT
DES DAZ-KONZEPTS AN DER PRIMARSCHULE
Von Annette Graul (Text und Bild)
Begleitet von einer Reihe von Unterstützungsmassnahmen
haben sich die Standorte ganz unterschiedlich auf die
Zeit « nach den Fremdsprachenklassen » (FK) vorbereitet.
Im Herbst 2013 wurden Richtlinien und Handreichung des
neuen Modells « D eutsch als Zweitsprache » (DaZ) den Schulen zur Bearbeitung übergeben. Mit der Einführung des
neuen DaZ-Modells im Schuljahr 2014/15 wurden die FK
abgeschafft – ein weiterer Schritt hin zur Umsetzung der
integrativen Schule. An der Schulleitungskonferenz
vom 27. November letzten Jahres konnten sich die Primarschulen über erste Erfahrungen austauschen.
Die Rückmeldungen der Primarschulleitungen an der Schulleitungskonferenz zum DaZ-Konzept können in der Summe mit
dem Wort « okay » zusammengefasst werden. Dabei war eine
leichte Tendenz in Richtung « vorsichtig positiv » auszumachen,
obwohl sich ein Grossteil der anwesenden Schulleitungen mit der
Entscheidung zur Abschaffung der Fremdsprachenklassen nur
men, die als harzig beschrieben wurden, ins Gespräch zu mög-
mässig zufrieden zeigte. Eine deutliche Mehrheit war jedoch der
lichen Lösungen zu kommen. Klar wurde, dass es Augenmass
Meinung, dass das neue Vorgehen dem Ziel der schnelleren In-
und Pragmatismus bei der Umsetzung braucht.
tegration sehr dient. Bei den Neuzuziehenden wurde ein schnel- Anita Crain, die als Dossierverantwortliche für das Thema
lerer Deutscherwerb festgestellt.
DaZ die Rating Conference leitete, bestärkte dies. Jeder Standort
KNACKNÜSSE UND MEHRBELASTUNG
Ausgangsbedingungen. Wie genau vor Ort die Aufnahme der
ist anders, hat eine andere Schülerschaft und unterschiedliche
Als Gewinn wurde insbesondere benannt, dass diese Kinder von
Neuzuziehenden geschieht – ob im Gefäss des täglichen DaZ-
Anfang an die Abläufe der Schule kennen. In der Diskussion
Morgens (PS Gellert) oder mit Unterstützung speziell eingesetz-
wurde deutlich, dass die vorsichtige Bewertung bezüglich Ab-
ter Studierenden (PS Bläsi), kann eine Schule im Rahmen der
schaffung der Fremdsprachenklassen vor allem auf die Knack- Teilautonomie selbst entscheiden.
nüsse « ausreichende Anzahl DaZ-Lehrpersonen » sowie « notwendige Flexibilität der Lehrpersonen » zurückzuführen ist. Bei-
WIE WEITER MIT DAZ ?
de Punkte wurden eher negativ bewertet. Hinzu kommt die
Die Ergebnisse der Diskussion sind festgehalten und in einem
höher eingeschätzte Belastung für Regellehrpersonen.
Jahr wird es auf Wunsch der Anwesenden eine zweite Standort-
Die eingeführte Systematik der Ressourcenverteilung hinge-
bestimmung geben. Das Konzept für die Sekundarschule liegt
gen klappt an etwa zwei Dritteln der Standorte ganz gut. Die
inzwischen vor und wird für die Umsetzung bearbeitet. Auch
restlichen Standorte bewerten es als eher schwierig, den Alltag
die Praxis der Sprachförderung in den Kindergärten wurde ver-
mit dieser Ressourcensteuerung zu organisieren. Weitgehend
schriftlicht und publiziert. Unterstützend erhalten die Kinder-
gute Noten wurden der Volksschulleitung für die Punkte « Bera-
gärten Leitsätze zur Sprachförderung, die in der Teamarbeit ge-
tung/Unterstützung » sowie « Information » ausgestellt.
nutzt werden können. Für die Tagesstrukturen liegen inzwischen ebenfalls Praxishinweise vor.
AUGENMASS UND PRAGMATISMUS
An der Schulleitungskonferenz ging es nicht nur darum, ein
Weitere Auskünfte und Bezug der aktuellsten Unterlagen zum
Stimmungsbild zu bekommen. Zweck des Erfahrungsaustau- Thema DaZ via Annette Graul, annette.graul@bs.ch oder
sches war es auch, Beispiele aus der Praxis zu hören und bei The- 061 267 54 27
23
Basler Schulblatt 2015 | 01 Kantonale Schulkonferenz
WO SCHULKINDER
WURZELN SCHLAGEN
EIN FORUMSBEITRAG ZUM SCHULSTERBEN
IN LÄNDLICHEN GEGENDEN DER SCHWEIZ
Von Heinrich Gerber, bis 2002 Lehrer an der RS und OS in Basel
Schulhaus Chalberhöni
« D enn was neu ist, wird alt und was gestern noch galt,
stimmt schon heut oder morgen nicht mehr … » : Dieses
eingängige Lied « H eute hier, morgen dort » von Hannes
Wader habe ich mit meiner ersten OS-Klasse 1994 oft
gesungen. Es begleitet mich viel, wenn ich unterwegs bin.
Schule wird nicht nur in der Stadt verändert, sondern auch
in den periphersten Gegenden unseres Landes.
Seit ich im Ruhestand bin, erkunde und fotografiere ich soweit
wie möglich die ganze Schweiz per « öffentlichem Individualverkehr » (GA und Velo). Hier einige Beispiele :
5. September 2006 : Auf der 67. Reise von insgesamt 514 bis
heute fahre ich mit dem Velo von Jaun über Abländschen ins
Schulhaus Abländschen
Saanenland. Im kleinen Seitental Chalberhöni besuche ich die
Bergschule. Zwölf Lernende von der ersten bis zur neunten Klas-
24
se sind in einem Raum beisammen. Die alte Küche ist ein Com-
URI UND UNTERWALDEN
puterraum. Der Lehrer wohnt in Saanen und fährt täglich auf
Wenig später bin ich im Dorf Gurtnellen. Es liegt 200 Meter über
der engen Bergstrasse zu seiner Schule.
dem Urner Reusstal. Am Dorfeingang steht seit 1997 ein moder-
Auf meine Frage nach der Zukunft dieser Schule erfahre ich,
nes Schulhaus. Einen älteren Herrn gegenüber frage ich, wie vie-
dass die Limite bei zehn Kindern liege. Im Sommer 2013 wird die
le Kinder hier zur Schule gehen. Er kämpft mit den Tränen : Nur
über 200 Jahre alte Schule stillgelegt und fortan als Wohnhaus
noch der Kindergarten sei hier, die Primarschüler würden nach
genutzt. 2014 wird auch die Schule Abländschen geschlossen, die
Göschenen, Wassen und Gurtnellen Wiler, unten an der Bahn-
Schüler besuchen dann die Schule in Jaun, im Kanton Freiburg.
linie, gefahren. Es habe genügend Kinder im Dorf. Die Gemein-
Basler Schulblatt 2015 | 01
Kantonale Schulkonferenz
< Schulhaus Bauen
<
< Schulhaus Rengg ob Entlebuch
UND IN BASEL-STADT … ?
Auf den ersten Blick scheint « Schulsterben »
ein rein ländliches Phänomen zu sein. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch rasch auf,
dass im städtischen Umfeld längst ähnliche
ökonomische Mechanismen der Schulraumplanung ihre Wirksamkeit entfaltet haben.
Die kleinen Quartierschulen sind auch in Basel-Stadt auf dem Rückzug oder werden im
Zuge der Schulharmonisierung mit Nachbarstandorten zu « Verbundlösungen » zusammengelegt. So wird es laut « A llokationsplan »
beispielsweise bald mehr als nur einen Primarstufen-Campus geben, in welchem Schü-
Schulhaus Gurtnellen Dorf
lerinnen und Schüler von bis zu 42 Klassen
zusammen ihren täglichen Unterricht besuchen. Auf diesem riesigen Schulgelände wer-
de wollte ihre neue Schule behalten, sei aber von den Gemeinden
den sich dann auch Kindergartenkinder dar-
Göschenen und Wassen überstimmt worden, die auch zum
in üben müssen, ihre Heimat spendenden
Schulkreis « Urner Oberland » gehören. Seit einem Jahr sei das
schulischen Wurzeln zu schlagen – was ihnen
Dorf tagsüber wie ausgestorben, die Kinder würden fehlen.
dank des professionellen Engagements ihrer
Bauen, April 2008. Über dem Urnersee steht eines der schöns-
Lehrpersonenteams hoffentlich bestens gelin-
ten Schulhäuser der Schweiz. Am 3. Juli 2009 schreibt die letzte
gen wird !
Lehrerin von Bauen (Zitat aus der Website von Bauen) : « Schul-
Jean-Michel Héritier
haus, ich schliesse die Türe Abschied nehmend ein letztes Mal.
25
Basler Schulblatt 2015 | 01 Kantonale Schulkonferenz
Schulhaus Goumois
Schulhaus Epiquerez
Ich habe gerne in deinen Räumen gearbeitet. Die guten Erinnerungen an dich und die Kinder nehme ich mit, die schlechten
lasse ich da. »
Am 11. Oktober 2006 fahre ich vom Glaubenbergpass her östlich von Entlebuch auf einer Nebenstrasse nach Malters. Beim
Weiler Rengg steht am Strässchen ein kleines Schulhaus. Noch
1972 sind hier bis zu 60 Kinder der Klassen 1 bis 6 bei zwei Lehrern zur Schule gegangen. Im Sommer 2010 wird es aufgegeben.
Der letzte Lehrer schreibt im Schulblatt von Entlebuch : « Der
Abschied von der Rengg fällt mir nicht leicht, hatte ich doch in
den vergangenen 38 Jahren zu allen Familien ein Verhältnis, das
von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt war. »
Schulhaus Bettingen
BERGSCHULEN
Im Juli 2009 besuche ich auf dem solothurnischen Brunnersberg
auf 1120 m Höhe die einzige Bergschule des Kantons. Das Leh- « SCHULISCHE BODENHALTUNG »
rerehepaar hat fünf eigene Kinder, mit diesen ist die Mindestan- Die meisten Kinder haben, abgesehen von der Familie, dort ihre
zahl von zehn Schülern gewährleistet. 2013 beschliessen die Ge- Wurzeln, wo sie ihre ersten und engsten Freunde haben, am
26
meinderäte der vier Trägergemeinden, die Bergschule auf Juli
Standort der Primarschule. Wenn Wohnort und Schulort so weit
2014 zu schliessen. Der Beschluss wird bis zum Bundesgericht
voneinander entfernt sind, dass die Distanz nicht mehr zu Fuss
angefochten, aber es bleibt dabei : Wieder stirbt eine abgelegene
oder mit dem Velo überbrückt werden kann, müssen junge Men-
Landschule.
schen einen emotionalen Spagat machen.
Anders ergeht es der am höchsten gelegenen Zürcher Schule :
Das gelingt den meisten kaum. Grosse Schulzentren ersetzen
Sie steht am Strässchen, das von Steg im Tösstal Richtung Schne-
zunehmend die kleinen Schulen, in denen Kinder Wärme und
belhorn führt. Die Bergschule Stralegg steht auf 1054 m Höhe
Geborgenheit finden. Langjährige Dorflehrkräfte werden durch
und – sie lebt weiter. Eine andere Zürcher Bergschule auf der
fluktuierende Teams von Unterrichtenden und heilpädagogi-
Südseite des Bachtels ist ebenfalls wohlauf. Übrigens : Auch un-
schen Zusatzkräften ersetzt. Schulisch « entwurzelte » Kinder
serer Basler Landschule Bettingen geht es gut.
werden später höchstens noch ferienhalber in ihr Heimatdorf
Basler Schulblatt 2015 | 01
Kantonale Schulkonferenz
Schulhaus Fischenthal Stralegg
Schulhaus Matzendorf, Bergschule Brunnerberg
In weit abgelegenen Gegenden ist aber die Schule der Wurzelgrund, denn auch kinderreiche Familien sind auf dem Rückzug.
Werden die Schulen geschlossen, stirbt das ländliche Leben allmählich ab. Diese Entwicklung mitzuerleben geht unter die Haut –
mir jedenfalls. Vor allem deshalb, weil ich mich in Gedanken
Schulhaus am Bachtel
immer wieder zurückversetze in die Zeit, in der solche Gebiete
unter grossen Opfern und Verlusten besiedelt worden sind. Und
weil ich mir vorstelle, wie die ersten Schulhäuschen vor Jahrhun-
zurückkehren. Der Wechsel von der « Bodenhaltung » zur « Bat-
derten mit viel Arbeit und wenig Geld gebaut wurden. Einzelne
terie- bzw. Hors-sol-Haltung » ist ein Teilfortschritt mit Risiken
davon sind heute als Museen noch vorhanden.
und Nebenwirkungen. Dabei geht es nicht um die Klassengrös- Um entlegene Landschaften und auch Agglomerationen absen, sondern um die Art der « Haltung ». Junge Menschen brau-
zubilden, werde ich weiterhin kreuz und quer durch die Schweiz
chen Wurzeln in festem Boden. Dieser feste Boden muss nicht
fahren. Dabei entsteht eine umfangreiche Dokumentation unse-
zwingend die Schule sein, auch freiwillige Institutionen wie Ju-
res Landes speziell für den Geografie-Unterricht.
gendgruppen können diese Funktion übernehmen.
Näheres unter www.swissfaces.ch (Gesichter der Schweiz)
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Kantonale Schulkonferenz
MITTEILUNGEN
AUSBLICK GESAMTKONFERENZ KSBS
Am Mittwoch, 18. März 2015, ist es endlich wieder so weit : Die Gesamtkonferenz der Kantonalen
Schulkonferenz Basel-Stadt (ehemals « Synodaltag ») gastiert zum zweiten Mal in der St. Jakobshalle Basel. Das Einladungsschreiben samt Programmvorschau sowie weitere wichtige Informationen
zu diesem Grossanlass werden in der nächsten Ausgabe des Basler Schulblatts, der sogenannten
« KSBS-Nummer », erscheinen. Der Stimmausweis wird allen Lehr- und Fachpersonen separat per
Post zugestellt.
Bei Fragen rund um die Gesamtkonferenz wenden Sie sich bitte rechtzeitig ans Sekretariat der
KSBS (Tel. 061 267 63 71, E-Mail : sekretariat@ks-bs.ch, Web : www.ks-bs.ch).
Vorstandssitzungen der KSBS
Montag, 26. Januar 2015 (zusammen mit den Schulkonferenzvorständen und Apéro),
Dienstag, 10. März 2015, Dienstag, 28. April 2015, Montag, 18. Mai 2015, Donnerstag, 18. Juni 2015,
Montag, 31. August 2015 (zusammen mit den Schulkonferenzvorständen und Apéro),
Montag, 28. September 2015, Dienstag, 3. November 2015, Dienstag, 24. November 2015,
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Alle Sitzungen finden jeweils um 17 Uhr im PZ.BS statt.
Weitere Informationen dazu sind unter www.ks-bs.ch veröffentlicht.
Jean-Michel Héritier
KINDERBETREUUNG AN DER JAHRESVERSAMMLUNG
DER KSBS VOM MITTWOCH, 18. MÄRZ 2015
Liebe Mütter und liebe Väter
Wir möchten Ihnen wie gewohnt den Besuch der Gesamtkonferenz erleichtern, indem wir eine
kostenlose Betreuung für Ihre Kinder einrichten. Bitte bringen Sie Ihr Kind / Ihre Kinder am
Mittwoch, 18. März 2015, 07.30 Uhr, in die Eingangshalle der St. Jakobshalle. Die Kinder werden
dort von den BetreuerInnen in Empfang genommen. Vorgesehen ist wie immer ein Besuch
im Zolli (inkl. Znüni). Nach der Gesamtkonferenz können die Kinder um 12.15 Uhr wieder in der
Eingangshalle abgeholt werden. Unser Angebot eignet sich für Kinder ab 3 Jahren, die sich
mit fremden Betreuungspersonen wohl fühlen. Bitte lassen Sie uns den untenstehenden Talon bis
spätestens Montag, 2. März 2015, zukommen. Wir freuen uns auf Ihre Kinder. Bitte beachten Sie,
dass die Versicherung Sache der Eltern ist.
Freundliche Grüsse, im Auftrag der Geschäftsleitung der KSBS, Cornelia Bolliger, Sekretariat
Anmeldetalon
Name und Vorname des Vaters oder der Mutter :
Strasse, PLZ/Ort :
Tel., Fax, E-Mail :
Ich melde folgende Kinder für die Kinderbetreuung an der Gesamtkonferenz vom Mittwoch,
18. März 2015, an :
1. Kind : Name und Vorname, Alter
2. Kind : Name und Vorname, Alter
3. Kind : Name und Vorname, Alter
Bitte bis Montag, 2. März 2015, senden an : Kantonale Schulkonferenz Basel-Stadt, Claramattweg
8, Postfach, 4005 Basel, oder per E-Mail : sekretariat@ks-bs.ch
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Freiwillige Schulsynode
BERICHT AUS DEM GROSSEN RAT
DIE BILDUNGSPOLITISCH RELEVANTEN GESCHÄFTE
IM NOVEMBER UND DEZEMBER
Von Sibylle Benz
Im November 2014 überwies das basel-städtische Parlament unter anderem eine Motion,
welche die Beibehaltung von Einführungsklassen und Fremdsprachenklassen verlangt.
Ausserdem befasste sich der Grosse Rat mit den Themen « S chulweg » und « Sport als
Promotionsfach ».
Seit mehreren Sitzungen verschoben, stand im November der Entscheid darüber an, ob der Grosse Rat dem Regierungsrat die Motion von Kerstin Wenk und Konsorten betreffend die Beibehaltung von Einführungsklassen und Fremdsprachenklassen überweisen würde. Der Regierungsrat
argumentierte, dass die Motion in dieser Form rechtlich nicht zulässig sei, und dass der Vorstoss
deshalb, wenn überhaupt, nur als Anzug zur Prüfung des Anliegens dem Regierungsrat zugewiesen werden könne.
Die Argumentation des Regierungsrates : « Die hier zu prüfende Motion legt einen ausformulierten Text für § 63b Schulgesetz vor. Gemäss § 36 Abs. 2 der Ausführungsbestimmungen
zum Gesetz über die Geschäftsordnung des Grossen Rates darf nach Einreichung einer Motion
diese nicht mehr abgeändert werden. Es muss somit geprüft werden, ob der vorgeschlagene
Erlasstext tel quel ins Schulgesetz eingefügt werden kann. Dies ist zu verneinen. Die Motion
vermischt Förderangebote, über die schulintern entschieden wird (§ 63b Schulgesetz) und verstärkte Massnahmen, die einer schulexternen Abklärung bedürfen ; zu diesen verstärkten Massnahmen
zählen die Einführungsklassen und die Fremdsprachenklassen (§ 64 Schulgesetz). Die Motion
zielt somit nicht nur auf § 63b Schulgesetz, sondern in weit stärkerem Masse auf § 64 Schulgesetz.
Um dem Anliegen der Motionärinnen und Motionäre gerecht zu werden, müssten die §§ 63b
und 64 Schulgesetz geändert werden. Bei den im Erlasstext der Motion aufgezählten Fördermassnahmen gemäss lit. a bis e handelt es sich um Förderangebote, die im Rahmen der Regelklasse angeboten werden können. Gegen deren Nennung in § 63b Schulgesetz ist nichts einzuwenden. Die Massnahmen gemäss lit. f und lit. g fallen dagegen unter die in § 64 Schulgesetz
normierten verstärkten Massnahmen. Deren Nennung müsste in diesem Paragrafen erfolgen.
Da die Motion aber ausformuliert vorliegt, darf sie nicht entsprechend angepasst werden. »
Dieser Argumentation ist der Grosse Rat nicht gefolgt. Mit 42 zu 37 Stimmen beharrte der Rat
darauf, dass der Vorstoss die Form der Motion behalten müsse und überwies die Motion tatsächlich auch, wiederum knapp, mit 40 zu 37 Stimmen.
PETITION FÜR SICHEREN SCHULWEG
Die Petition « Für einen sicheren Schulweg über die Rosentalstrasse » wurde dem Regierungsrat
zur Bearbeitung überwiesen. Dies erfolgte entgegen einem Antrag der SVP, die Petition als erledigt abzuschreiben.
ANZUG ZUM PROMOTIONSFACH SPORT
Den Anzug von Maria Berger-Coenen und Konsorten betreffend Sport als Promotionsfach in den
Basler Schulen [ED, 12.5086.03] hat der Grosse Rat als erledigt abgeschrieben. Es wurde auf die
Situation in andern Kantonen verwiesen und der Regierungsrat nahm folgende Haltung ein :
« Die heterogene Situation in den Kantonen ist ein Hinweis darauf, dass die Frage, ob Sport ein
promotionswirksames, der Selektion dienendes Fach sein soll oder nicht, kontrovers beurteilt wird.
Aus Sicht des Regierungsrates Basel-Stadt sprechen namentlich die […] folgenden Argumente für
die Erhaltung des Status quo : Bewegungsförderung gehört zu den wichtigen Zielen des Regierungsrates. Die Schülerinnen und Schüler sollen, ihrem Vermögen entsprechend, auch im Sportunterricht herausgefordert werden. Es ist deshalb richtig, dass die Leistungen auch im Sport beurteilt
und im Zeugnis ausgewiesen werden. Der Regierungsrat priorisiert allerdings die Förderung
und Erhaltung der Freude an der Bewegung gegenüber ihrer Selektionsfunktion. Die Chancen für
diese Zielsetzung sind besser, wenn nicht mess- und damit beurteilbare Leistungen im Vorder30
Basler Schulblatt 2015 | 01
Freiwillige Schulsynode
grund stehen. Sport hat damit die Chance, die Rolle « des anderen Fachs » zu übernehmen.
Der Regierungsrat traut es den Sportlehrerinnen und Sportlehrern zu, den Schulsport auch ohne
selektive Wirkung leistungsorientiert und motivierend zu gestalten. »
Alle andern traktandierten Geschäfte wurden aus Zeitgründen auf die Dezembersitzung verschoben.
AUSBLICK AUF DIE DEZEMBERSITZUNGEN
– Beantwortung der Interpellation Beatriz Greuter betreffend die Kündigung des Staatsvertrages
für das Therapie Schulzentrum Münchenstein (TSM)
– Beantwortung der Interpellation Eduard Rutschmann betreffend Aufhebung der Sicherheits massnahmen (Verkehrslotsendienst) für die Sicherheit unserer Schulkinder bei den Fussgän gerstreifen an den Kreuzungen Rauracher-, Niederholz- und Gotenstrasse und allgemein im
Gebiet Friedhof Hörnli
– Beantwortung der Interpellation Salome Hofer betreffend Bildungslandschaften in Basel-Stadt
– Stellungnahme des Regierungsrates zur Motion Thomas Gander und Konsorten betreffend
Nutzung von schulischen Sportanlagen (Sporthallen, Schwimmbäder, Aussenplätze) für den
Vereins- und Breitensport während den Schulferien und ausserschulischen Zeiten
– Beantwortung der Interpellation Annemarie Pfeifer betreffend Verbesserung der integrativen
Volksschule und Einführung des Lehrplans 21
– Beantwortung der Interpellation Felix Meier gegen unnötige Beschränkung der Schul-Freizü gigkeit mit dem Baselland
– Beantwortung der Interpellation Kerstin Wenk betreffend Lehrplan 21 und die Situation in
Baselland
– Beantwortung der Interpellation Alexander Gröflin betreffend attraktiven Förderunterricht für
leistungsschwache Schülerinnen und Schüler
– Schreiben des Regierungsrates zum Anzug Esther Weber Lehner und Konsorten betreffend
Schulsozialarbeit an der Volksschule Basel
FORSCHUNGSPROJEKT « B ERUFSVERLAUF UND KARRIERE »
Die internationale Studie « Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers » (5C) erforscht das Thema « Berufsverlauf und Karriere » in rund 30 Ländern weltweit. Die Pädagogische
Hochschule Schwyz (PHSZ) ist für die Befragung in der Schweiz verantwortlich. Die Mitglieder
der Freiwilligen Schulsynode Basel-Stadt sind herzlich eingeladen, am weltweit grössten Forschungsprojekt dieser Art teilzunehmen.
WORUM GEHT ES ?
Das Projekt « 5C » untersucht, was Individuen in verschiedenen Ländern, Berufsgruppen und Generationen unter « beruflicher Laufbahn » und « Karriere » verstehen, welche berufsbezogenen Ziele Menschen in unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen haben und wie zufrieden sie mit
ihrem Berufsverlauf sind. Im deutschsprachigen Raum (Schweiz, Deutschland und Österreich)
wird zusätzlich ein besonderer Schwerpunkt auf die Untersuchung von Lehrpersonen unterschiedlicher Stufen gelegt. Die Umfrage ist zu finden unter dem Link : http ://fragebogen.phsz.ch/5C. Die
Teilnahme dauert circa 20 bis 30 Minuten. Die Resultate werden den Teilnehmenden auf Wunsch
zur Verfügung gestellt.
Detaillierte Informationen zur Studie unter www.phsz.ch/5c. Auskünfte via Martin Gubler,
PH Schwyz, martin.gubler@phsz.ch oder 041 859 05 55.
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Freiwillige Schulsynode
AGENDA FSS-PENSIONIERTE
Mittwoch, 11. Februar 2015
Sonntag, 15. März 2015
ORCHIDEENGÄRTNEREI AMSLER IN SIRNACH UND
FAHRT ZUM PASSIONSSPIEL IN MASEVAUX
KLOSTER FISCHINGEN
Die Passion von Masevaux im Elsass bildet ein populäres und
Wir fahren mit einem Autobus in die Ostschweiz. In den Ge-
einmaliges Schauspiel von grosser Innigkeit und Schönheit.
wächshäusern der Gärtnerei Amsler gibt es über 5000 Orchi-
Schon seit über 75 Jahren sind die Bewohner von diesem rühren-
deenarten. Dies ist weltweit eine der grössten Sammlungen von
den Spiel erfüllt, das in deutscher Sprache gegeben wird. Dieses
botanischen Orchideen, die vom Aussterben bedroht sind. Sie
Schauspiel in zwölf Akten vom Leiden und Sterben Christi wird
sollen erhalten und vermehrt werden und später nach Möglich-
jährlich jeden Sonntag zur Fastenzeit von ungefähr 200 Darstel-
keit wieder ausgewildert werden. Einige Kilometer weiter talauf-
lern aus Masevaux und Umgebungsdörfern aufgeführt. Die
wärts fahren wir zum Kloster Fischingen. Wir speisen im Klos-
Schauspieler, die von ihren Vorfahren das Talent geerbt und mit
terrestaurant und erhalten eine Führung durch das Kloster und
Authentizität das christliche Mysterium vorführen, stammen aus
die Barockkirche sowie einen Ohrenschmaus von der Orgel
dem Volk und spielen mit grosser Anteilnahme. Die fünfstün-
(Baujahr 1763).
dige Dauer der Aufführung (mit halbstündiger Pause) stört in
Besammlung : 08.00 Uhr – Meret Oppenheimplatz
keinem Moment. Der Besuch sei deshalb herzlich empfohlen.
(hinter dem Bahnhof)
Busfahrt :10.45 UhrAbfahrt in Bettingen vor der alten Post –
Abfahrt : 8.15 Uhr
11 Uhr vor dem Hotel Ramada gegenüber der Rosentalanlage –
Ankunft in Basel : ca. 18 Uhr
12 Uhr Ankunft und Mittagessen – 14 Uhr Beginn des Passions-
Kosten : CHF 100 pro Person
spiels – circa 19 Uhr Rückfahrt – 20 Uhr ungefähre Rückkehr
Essen und Führungen sind eingeschlossen
Kosten : Busfahrt CHF 40, Aufführung CHF 22.50,
Die Kosten der Getränke gehen zu Lasten der Teilnehmenden
Essen individuell ca. € 15
Anmeldung : Bis spätestens Montag, 2. Februar 2015
Bitte CHF 62.50 pro Person bereithalten, wird im Bus eingezogen.
schriftlich, telefonisch oder per E-Mail an :
Anmeldung : Bis spätestens Samstag, 14. Februar 2015
René Tanner, Baiergasse 21, 4126 Bettingen, Telefon 061 601 87 57
schriftlich, telefonisch oder per E-Mail an : Hanspeter Kiefer,
E-Mail : ra.tanner@bluewin.ch
Ob. Dorfstrasse 38, 4126 Bettingen, Telefon 061 601 08 89
E-Mail : kiefers@bluemail.ch
Aktuelle Berichterstattungen und mehr Informationen unter
www.fss-bs.ch/pensionierte
MITTEILUNGEN
KLAUSUR ZUM LEHRPLAN 21
NEUE LOHNEINREIHUNG
In zahlreichen Medien und mehreren Deutschschweizer Kanto- Im Dezember hat der Regierungsrat die Umsetzung des neuen
nen findet aktuell eine kontroverse Diskussion zum Projekt
Bewertungs- und Lohnsystems (Projekt « Systempflege ») verab-
« Lehrplan 21 » statt. Nicht zuletzt aus diesem Grund befasste sich
schiedet. Die definitive neue Lohneinreihung wird allen basel-
der Vorstand der Freiwilligen Schulsynode Basel-Stadt an seiner
städtischen Staatsangestellten nun voraussichtlich im Januar
Novembersitzung schwerpunktmässig mit diesem Thema und
2015 in einem persönlichen Schreiben kommuniziert.
wurde über die Neuerungen der nun in überarbeiteter Form vor- Alle FSS-Mitglieder, die mit ihrer neuen Einreihung nicht
liegenden Lehrplanfassung in Kenntnis gesetzt.
einverstanden sind oder ganz einfach Fragen dazu haben, sind
Bei der inhaltlichen Diskussion konnten die Vorstandsmit-
gebeten, sich nach Erhalt des Schreibens umgehend beim Sekre-
glieder feststellen, dass viele der in der FSS-Stellungnahme vom
tariat der Freiwilligen Schulsynode (Tel. 061 686 95 25, E-Mail :
Herbst 2013 monierten Kritikpunkte tatsächlich in die Lehrplan
sekretariat@schulsynode-bs.ch) zu melden.
21-Überarbeitung eingeflossen sind. Aus FSS-Sicht verbleiben jedoch bei der in Basel-Stadt bereits 2015 stattfindenden Einführung
des neuen Lehrplans noch einige offene Fragen. Daher wird der
Vorstand an seiner ganztägigen Klausur vom 21. Januar 2015 das
weitere Vorgehen der FSS beim Lehrplan 21 vertieft diskutieren.
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Jean-Michel Héritier
Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
GESTALTERISCHE EXPERIMENTE
AUF ALLEN STUFEN
EIN ANSTOSS ZUR EXPERIMENTELLEN UNTERRICHTSENTWICKLUNG
Von Bernhard Chiquet, PZ.BS
Applaus zum Schluss. Und das Publikum lässt sich zusammen
mit der Klasse nochmals erzählen, was die beigezogene Kunstwissenschaftlerin mit professionellem Blick gesehen hat : eine
gelungene Form der Reflexion für ein experimentelles Projekt.
Experimentieren im Unterricht ist auf allen Schulstufen möglich, vom Kindergarten bis zur Maturklasse, im Bildnerischen
Gestalten genauso wie im Textilen und Technischen Gestalten
oder im themenzentrierten Unterricht der Eingangsstufe.
… BIS ZUM SPIELZEUGLOSEN KINDERGARTEN
Im Rahmen des Projekts « Spielzeugloser Kindergarten » etwa
spielt ein blauer Stuhl – in einem Bilderbuch und als reales Objekt – eine wichtige Rolle. Wenn die Kinder einmal alle Spielzeu« Das Kleid der Performance » ; Szene aus dem Education-Projekt
ge weggeräumt haben, müssen die wenigen Sachen, die wieder
der Klasse 3a, OS Drei Linden, inszeniert von Irene Maag
geholt werden, alles Mögliche bedeuten. Der Stuhl ist ein Hun-
und Camilla Schuler im KASKO Basel. Foto : zVg
deschlitten, ein Ladentisch, ein Helikopter ; wer das nicht sehen
kann, wird es lernen. Die spielzeuglose Phase dauert nicht ewig,
Experimentieren spielt im Fachbereich Gestalten auch im
aber sie verändert den Blick und beflügelt die Vorstellungskraft
Lehrplan 21 eine bedeutende Rolle. Erstmals werden
der Kinder.
die dabei zu entwickelnden Kompetenzen über alle Schul-
Darüber, wie man Experimentierphasen in den Unterricht
zyklen in den Blick genommen. Im Rahmen einer Impuls-
einbauen und diese Phasen mit dem « normalen » Stoff verbinden
reihe des PZ.BS sind Lehrpersonen aller Stufen und
kann, sind sich Fachleute uneins. Auch ob man Ziele vorgeben
Gestaltungsfächer dazu aufgerufen, Experimentierphasen
soll oder nicht, ob und wie man die Experimente beurteilt, ist
in ihren Unterricht einzubauen.
nicht klar. Diesen und weiteren Fragen soll mit einer möglichst
vielfältigen Palette an Unterrichtsversuchen nachgegangen wer-
Schon zu Beginn der Performance wird deutlich, dass diese
den. Das Pädagogische Zentrum PZ.BS unterstützt Lehrperso-
Gruppe von Schülerinnen und Schülern der OS gelernt hat, über
nen bei den Projekten, denn Experimentierphasen ermöglichen
den eigenen Schatten zu springen : Was an eine hereintrottende
ästhetische Erfahrungen, die eine Voraussetzung für viele Kom-
Elefantenherde erinnert, sind Jugendliche, die sich Hosen über
petenzen sind.
den Kopf gezogen haben. Die Hosenbeine werden zu Rüsseln,
Haarzöpfen, Verbindungsschläuchen, die Gesichter darunter
Ein zweitägiges « Forum Experimentieren im Gestaltungs-
bleiben konzentriert. Nirgends sind die alterstypischen Ängste
unterricht » im Mai 2015 in den Räumen der Hochschule für
zu sehen, dass es dumm aussehen könnte. Teilweise geht es rup- Gestaltung und Kunst HGK vermittelt Einblicke in die
pig zu und her auf der Bühne. Nach Art von « Junteressli » am
Erfahrungen, welche die Kinder und Jugendlichen mit ihren
Körper befestigte Kartonschachteln geben schnelle Autos. Da
Lehrpersonen gemacht haben. An dieser Veranstaltung –
geht mal was zu Boden und in die Brüche.
einer Kooperation des PZ.BS mit dem Institut Lehrberufe
VON DER AUSSERSCHULISCHEN KOOPERATION …
Lehrerinnen und Lehrer Bildnerische Gestaltung / Bild
« Das Kleid der Performance » heisst die von der Künstlerin Irene
und Kunst – werden auch experimentelle Workshops für
Gestaltung und Kunst der HGK und dem Verband Schweizer
Maag und der Lehrerin Camilla Schuler inszenierte Folge von le- Schulklassen angeboten. Weitere Informationen und Anmelbendigen Bildern. Im grossen Raum des KASKO Basel folgt man
dung : bernhard.chiquet@bs.ch
den Jugendlichen mal hierhin mal dorthin, bis sich wieder eine
Szene verdichtet. Müll wird zu lebendigem Material. Zwei Buben
thematisieren das Verhältnis von Führen und Geführtwerden :
Ein freundlicher Kartonschachtel-Kopf auf krachenden Petflaschen-Füssen führt ein vierbeiniges Monster spazieren. Grosser
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34
Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
NEUES AUS DER PZ.BS-BIBLIOTHEK
TALENT UND BEGABUNG
Obige Aussagen bilden eine kleine Auswahl aus dem eben
Nicht weniger als 70 namhafte Fachpersonen haben am
erschienenen Handbuch zum Thema Talententwicklung. Ver-
2014 von Margrit Stamm herausgegebenen « Handbuch
fasst von mehr als 70 namhaften Fachleuten des deutschen
schiedliche mentale Modelle sowie Sprachmuster von Lehr-
Talententwicklung » mitgearbeitet und unterschiedlichste
Sprachraums vermitteln die fünf Teile des Handbuchs fachli-
und Fachpersonen aufeinandertreffen. Der bekannte Team-
Einblicke in das Thema Begabtenförderung vermittelt.
che Grundlagen, entwicklungspsychologische Aspekte, inter-
entwickler Elmar Philipp sieht dabei Vertrauen als Kernres-
Der Begriff « Talent » ist viel älter als derjenige der Begabung.
nationale Verknüpfungen, spezifische Themenbereiche wie
source für erfolgreiche Teamarbeit an. Nach Begriffsdefinitio-
Er geht auf die Griechen zurück und hat ursprünglich mehr
Underachiever und begabte Minoritäten, Wissenswertes zu Di-
nen zu « Team » und « Teamentwicklung » fokussiert er Team-
mit dem Zweck einer bestehenden Fähigkeit und deren Wert
agnostik und Wirksamkeit sowie zur Förderung und Beratung.
ziele und die gesamtschulische Teamkultur, in der auch das
ARBEIT MIT UND IN TEAMS
Schulische Zusammenarbeit ist anspruchsvoll, weil unter-
zu tun. « Begabung » hingegen ist erst Ende des 19. Jahrhun- Die Lektüre ist sehr empfehlenswert insbesondere für Lehrper-
Schulleitungs- und das Steuergruppen-Team eingebettet sind.
derts aufgekommen und fokussiert die genetische Ausstattung
sonen, die sich im Bereich Begabtenförderung fit halten wollen,
In Bezug auf die Entwicklung von Teams erläutert Philipp ver-
des Menschen.
sowie für Studierende, die sich Bildung von Seiten der Begab-
schiedene Modelle. Besonders hebt er die Kasseler Teampytenförderung annähern möchten. Als gezieltes Nachschlage- ramide hervor, die von der Zielorientierung eines Teams als
von Schulklassen, Schnellzugsklassen und Begabtenklassen er- werk für Bildungsfachleute, welche Mehrdeutigkeit und Wi- Basis ausgeht, aus der sich Aufgabenorientierung, Zusammen Akzelerative Formen der Förderung wie das Überspringen
zielen in der internationalen Forschung der Begabtenförde-
dersprüchlichkeiten zulassen können, ist das Handbuch eben-
rung weit bessere Ergebnisse für die einzelnen Begabten als
falls ideal. Zudem für Menschen, die sich für Bildungsfragen
listung auch der Nachteile von Teamarbeit listet er zwölf Er-
Formen von Anreicherung (Enrichment). Talententwicklung
von der Frühpädagogik bis zur Begabungsentwicklung im
folgsfaktoren auf, die von Streitkultur über definierte Leitung
arbeit und Verantwortungsübernahme ergeben. Nach der Auf-
steht sowohl in einem engen Zusammenhang zum Glückser- Alter interessieren.
bis hin zu genügend Autonomie reichen. Weiter thematisiert
leben als auch zu Erschöpfung und Depression. Es gibt viele
er Kommunikation und Feedback im Team und stellt diverse
Maya Rechsteiner
Hinweise, dass sich Begabungen lebenslänglich aufbauen, ent- Stamm, Margrit (Hrsg.) : Handbuch Talententwicklung :
Diagnose- und Teamentwicklungsmethoden vor. Viel von dem,
wickeln und ebenso abbauen können. Bei Vergleichen zwi- Theorien, Methoden und Praxis in Psychologie
was Philipp zusammenträgt, ist nicht neu, aber seine grosse
schen sehr erfolgreichen mit durchschnittlich erfolgreichen
und Pädagogik. Bern, Hans Huber, 2014, 590 S., CHF 66.90,
Erfahrung macht das Werk zu einer brauchbaren Methoden-
Menschen sind die motivationalen Faktoren ausschlaggebend.
ISBN 978-3-456-85399-4 ; PZB P 1.8.2 138
sammlung.
Wichtige Schlüssel liegen in der Anstrengungsbereitschaft und
Alexandra Guski
im Erleben einer positiven Erfolgsspirale.
Elmar, Philipp : Multiprofessionelle Teamentwicklung :
Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit in der Schule.
Weinheim, Beltz, 2014, 101 S., CHF 27.90 ;
ISBN 978-3-407-62926-5 ; PZB P 1.8.2 145
FRAUEN IM IT-BEREICH
SPIELERISCH LESEN ÜBEN
GANZHEITLICHES LERNEN
In den Anfängen der Computer-Programmierung war die
« Ich hab so Lust aufs Lesenlernen ! » stellt spielerische Übungs- Die zwei Autoren gehen der Frage nach, wie gute Schule im
Meinung etabliert, dass besonders Frauen für das Program-
möglichkeiten für Kinder im ersten Schuljahr vor, die mehr
mieren geeignet sind. In den Achtziger Jahren gab es einen
Zeit zum Aufbau ihrer Lesefähigkeiten brauchen. Viele Ange- « Lehrpersonen, Erziehungsberechtigte und Schülerinnen und
Zusammenspiel der unterschiedlichen Kräfte gelingen kann :
deutlichen Rückgang von Informatikstudentinnen. In der Ein-
bote unterstützen auch weitere Fähigkeiten wie Feinmotorik,
Schüler sind je Spezialisten in ihrem Gebiet und gleichzeitig
leitung des Buches werden wichtige Forschungsergebnisse zu
akustische Differenzierung oder genaues Beobachten. Die
Akteure in einem magischen Dreieck. » Sie zeigen auf, dass das
den Ursachen dieser Trendwende zusammengetragen. Insge-
Spiele sind geordnet nach Buchstaben-, Silben- und Wort- und
konsequente Einhalten und gegenseitige Respektieren der Ver-
samt bietet das Buch Lehrpersonen der Sekundarstufe I Anre-
Satzverständnisspielen. Jedes Spiel ist übersichtlich und bebil-
antwortungsbereiche im Alltag enorm entlastend sein kann.
gungen und Planungshilfen für den Informatikunterricht. Ziel
dert auf einer A4-Seite dargestellt. Die Spielpläne und viele
Schule kann nicht losgelöst von der gesellschaftlichen Ent-
der Autorinnen und Autoren ist es, das Interesse junger Frau-
Spielkarten sind als PDF auf der beiliegenden CD-ROM zu fin- wicklung betrachtet werden. So fehlt auch der kritische Blick
en für die beiden Themenbereiche Informatik und unterneh-
den. Einige Spiele benötigen zudem Materialien, die in fast je-
über den Schulhof hinaus nicht. Bildung-Messen als National-
merische Selbstständigkeit zu wecken. Dafür beziehen sie sich
dem Haushalt zu finden sind und die Spiele noch näher an die
sport schränkt die Räume für vertieftes ganzheitliches Lernen
im Buch auf konkrete Lebenssituationen junger Frauen. An- Lebenswelt der Kinder rücken. Die Spiele werden meist unter
ein. Das Buch gibt viele interessante Anregungen auch zur
hand praxisnaher Beispiele und umfangreicher Arbeitsmate- Anleitung eines Erwachsenen gespielt und eignen sich für den
Rolle der Lehrperson und zum Thema Elternarbeit.
rialien werden Inhalte und Kompetenzen aus dem Feld der un- Einzel- oder den Kleinstgruppenunterricht. Sie können in der
Erika Eichenberger
ternehmerischen Selbständigkeit und IT-Thematik gekonnt
Therapie im Förderunterricht oder – etwa als Hausaufgabe – Mertes, Klaus und Sieber, Johannes : Schule ist für Schüler da :
miteinander verknüpft. Informatik nicht nur für Jungs !
auch im Elternhaus eingesetzt werden. Ein Kapitel enthält Hin- Warum Eltern keine Kunden und Lehrer keine Eltern sind.
Diana Jurjevic
weise zu käuflichen Lesespielen, und es finden sich viele Anre- Freiburg im Breisgau, Herder, 2010, 160 S., CHF 21.90,
Ebbers, Ilona et al. : Mit KreativITät zur unternehmerischen
gungen für den Einzelunterricht und die Lerntherapie.
Selbstständigkeit : Informatik nicht nur für Jungs ! :
Ursina Gloor
20 genderorientierte Unterrichtseinheiten für die Sek. I.
Kasak, Michaela und Schwartz, Gabriele : Ich hab so Lust
Schwalbach/Ts, Wochenschau Verlag, 2014, 79 S., CHF 28.50,
aufs Lesenlernen ! Mit richtig guten Lesespielen zum Leseprofi
ISBN 978-3-8994923-6 ; PZB Inf 21 27
werden : ab Klasse 1. München, Brigg Pädagogik, 2014,
76 S., CHF 38.20, ISBN 978-3-8481-1068-1 ; PZB Ps 3.3 259
ISBN 978-3-451-30357-9 ; PZB 1.8.2 96
BIBLIOTHEK DES PZ.BS
Binningerstrasse 6, 4051 Basel (an der Heuwaage) ;
Öffnungszeiten : Montag bis Freitag, 10 bis 17.30 Uhr ;
Bücherschiff : Mo, 19.1. und Mi, 4.2. geschlossen ;
Di, 20.1.–Di, 3.2. jeweils von 13–17.30 Uhr geöffnet ;
ab 5.2. wieder normal geöffnet ; weitere Rezensionen
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sowie Filmbeschreibungen unter www.pz.bs.ch/bibliothek
Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
« JETZT SEID DOCH MAL RUHIG ! »
ÜBER DEN UMGANG MIT STÖRUNGEN IM UNTERRICHT
Von Markus Jörger, Moderationsteam Basler Bildungsserver
Die Schülerinnen und Schüler flüstern, lachen, tauschen
Zettelchen aus oder werfen sich Beleidigungen an den Kopf.
Andere hängen in Gedanken versunken in ihrem Stuhl
oder schauen aus dem Fenster. Und vorne steht die Lehrperson und versucht, zu unterrichten. Wissenschaftliche
Literatur und praxisnahe Interventionsprogramme bieten
Lösungsansätze für solche Situationen.
Unterrichtsstörungen belasten. Studien zeigen, dass Lehrerinnen
und Lehrern vor allem etwas auf die Nerven geht : Schülerinnen
und Schüler, die die Lehrpersonen durch ihre Disziplinlosigkeit,
mangelnde Lernmotivation und ständiges Stören herausfordern.
ALLE 2,6 MINUTEN WIRD GESTÖRT
Karla Trimborn, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg im Breisgau, schätzt, dass über
ein Drittel der jährlichen Unterrichtszeit nicht genutzt wird, weil
Störungen das Lernen verhindern. Alle 2,6 Minuten wird der
Unterricht gestört. Die Störungen werden nicht nur von Schülerinnen und Schülern verursacht, auch die Lehrperson oder äussere Umstände wie etwa Lärm von einer Baustelle können dafür
verantwortlich sein.
Fragt man Lehrpersonen nach den Gründen für die Unterrichtsstörungen, wird häufig auf die schwierigen Schülerinnen
sen auf, die bestimmt nicht zum Ziel führen : den Unterricht
und Schüler verwiesen. « Verhaltensgestört » seien diese und ne-
unterbrechen, um Schülerinnen und Schüler zurechtzuweisen,
ben dem Unterrichten könne nicht noch die ganze Erziehungs-
in Endlosschleife ermahnen oder aber so tun, als liege gar keine
arbeit nachgeholt werden, die zuhause verpasst wurde. Das mag
Störung vor. Gleichzeitig bietet er eine « Schritt für Schritt »-An-
auf vereinzelte Fälle zutreffen, doch Gert Lohmann, Forscher an
leitung dafür, wie das eigene Verhalten bei Störungen reflektiert
der Universität Oldenburg und Autor des Bestsellers « Mit Schü-
und angepasst werden kann.
lern klarkommen », warnt vor dieser Haltung. Schiebe man die
Schuld alleine den unbelehrbaren Schülerinnen und Schülern zu,
STÖRUNGSFREIER UNTERRICHT –
dann vergebe man die Chance, an der Situation etwas zu ändern.
EINE DIDAKTISCHE FIKTION
Denn am meisten Einfluss auf das Verhalten der Klasse habe
Lohmann betont, dass man akzeptieren müsse, dass Störungen
jener Faktor, der auch am leichtesten zu beeinflussen sei : das
bis zu einem gewissen Grad normale Begleiterscheinungen des
Handeln der Lehrperson.
Unterrichtens seien. Denn die Schülerinnen und Schüler leben
WENIGER SPRECHEN
Unterricht andere Ziele. Interessanter Unterricht mit hoher Be-
Einen Aspekt, den man als Lehrperson beeinflussen kann, ist die
teiligung der Schülerinnen und Schüler, Transparenz und Kon-
in einer anderen Welt als die Lehrpersonen und verfolgen im
Redeverteilung im Unterricht. Laut Trimborn würden in einer
sequenz bei der Klassenführung und ein breites Repertoire an
normalen Unterrichtsstunde etwa sechzig Prozent der Wörter
Handlungsstrategien in schwierigen Situationen sind die besten
von der Lehrperson gesprochen. Der einzelnen Schülerin und
Mittel gegen ständige Störungen. Um ein solches Repertoire auf-
dem einzelnen Schüler verblieben damit noch ein bis zwei Pro-
zubauen, empfiehlt Lohmann konstruktiv-kritischen Austausch
zent Redezeit im Unterricht. Im Schnitt könne der Schüler alle
mit Kollegen und eine reflexive Praxis. Dann muss man bei der
zwei Tage eine Frage an die Lehrperson richten, während die
nächsten Störung auch nicht mehr auf « Jetzt seid doch mal ru-
Lehrperson im gleichen Zeitraum die Klasse mit ungefähr 800
hig ! » zurückgreifen.
Fragen konfrontiere.
Ein zweiter Aspekt ist, wie man mit Störungen umgeht. Ale- Weitere Informationen mit Links und Materialien zum Thema
xander Wettstein, Dozent an der PH Bern, listet Verhaltenswei36
gibt es unter www.edubs.ch (> Aktuell).
Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: PZ.BS/Schule & Theater
PZ.BS AKTUELL
GEOGRAFIE KOMPETENZORIENTIERT UNTERRICHTEN –
MEINE STIMME KLINGT (15-21-08)
UND WIE ? (15-33-06)
Sie pflegen eine gesunde und tragfähige Stimme im Unterricht.
Aufgrund der Vorgaben des Lehrplans 21 werden auf der Basis
Durch stimmliche Sicherheit erreichen sie gute Verständlichkeit
der aktuellen Lehrmittel der Sekundarstufe I Lehr- und Lernauf-
und variantenreiches Sprechen.
gaben für den Geografieunterricht ab der 7. Klasse entwickelt.
Mo, 2.3. und drei weitere Abende, Doris Hintermann und
Di, 3.3./17.3., Peter Gloor
Barbara Gertsch-Enz
PROZESSE VISUALISIEREN (15-73-06)
KRAFT UND KLARHEIT FÜR DIE FÜHRUNGSARBEIT –
Sie lernen verschiedene Visualisierungstechniken kennen und
DIE « AUFGESTELLTE » SUPERVISIONSGRUPPE (15-71-05)
wenden sie an, können komplexe Inhalte visuell reduzieren und
Eine Schule zu leiten stellt hohe Anforderungen an die Persön-
erweitern Ihr Methodenrepertoire im Sichtbarmachen von Ge-
lichkeit. Mit Strukturaufstellungen stellen wir Ihr inneres Bild
sprächsprozessen, um diese beim Moderieren unterstützend ein-
einer Situation in den Raum und nutzen die Wahrnehmungen
zusetzen.
der Gruppenmitglieder zur Erarbeitung von neuen Vorstellun-
Mi, 11.3., Ines Schneider
gen und Handlungsmöglichkeiten.
Mo, 16.3. und fünf weitere Abende, Paula Lewin
Detaillierte Informationen und Online-Anmeldungen unter
www.kurse-pz.bs.ch
SPANNENDE BESCHÄFTIGUNG
MIT HAMLET
Dass da etwas faul ist in seinem Vaterland, merkt der junge
überleben ! Auf dem Weg zu ihren neuen Rollen zeigen sie einige
Thronfolger Dänemarks bald. Auch im Shakespeare-Projekt
starke Momente : Hamlets Irrsinnsszenen sind gut, der lakoni-
Hamlet des Jungen Schauspiels, das vor Weihnachten auf der
sche, von Hamlet als Affenkönig bezeichnete König Claudius
Kleinen Bühne am Theater Basel zu sehen war.
(Birkan Çam) verwandelt sich langsam, aber lautstark in einen
Der junge Prinz Hamlet kehrt von seinem Studium zurück an
solchen und Königin Gertrude (Fiona Schreier) rutscht effektvoll
den dänischen Hof, um seinen verstorbenen Vater zu Grabe zu
über die schräge Rampe (Bühnenbild Marion Menziger). Neben
tragen. Königin Gertrude hat Claudius, den Bruder des alten Kö- Jonathan Hug überzeugt vor allem auch Michèle Wegmüller als
nigs, zum neuen Mann an ihrer Seite erkoren. Doch der alte Kö-
Ophelia, die vollen Körpereinsatz zeigt und herrlich verrückt
nig sucht in Gestalt eines Geistes Hamlet auf und enthüllt, dass
und derb sein darf.
er von Claudius ermordet wurde. Hamlet soll ihn rächen. Die
Béatrice Goetz und Patrick Gusset inszenierten so frei nach
Story beginnt mit Ophelias Begräbnis und wird mit einer Brand-
Shakespeare, dass sich dieser kaum im Grabe umdrehen wird.
rede Horatios (Tino Zihlmann) abrupt unterbrochen. Dieser re- Das Stück verlangte den jungen Schauspielern einiges ab. Aber
det Hamlet (Jonathan Hug) ins Gewissen : immer nur Leichen.
anders als bei Shakespeare ermöglichte die Inszenierung ihren
Acht pro Aufführung, um genau zu sein. Und das seit über 400
Helden, in den Lauf der Tragödie einzugreifen. Das war span-
Jahren ! Geht denn das nicht anders ?
nend und hat ihnen sichtlich Spass gemacht.
Gemeinsam kehren die Freunde zu dem Punkt zurück, an
dem sich Hamlet anders hätte entscheiden können. Gegen Mord
Jakob Meyer, Präsident AG Schule und Theater
und Totschlag, für das Leben. Und es klappt : Die Protagonisten
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Schule & Theater
PSSST ! THEATER (FAST) OHNE WORTE
VERANSTALTUNGSREIHE IM VORSTADTTHEATER
Von Januar bis März 2015 zeigt das Vorstadttheater die Veranstaltungsreihe « Theater ohne Worte » mit Schulvorstellungen für Kinder ab vier Jahren.
POPEYE’S GODDA BLUES
Seemann Popeye ist der Looser mit dem guten Herz, sein Zaubertrank ist Spinat aus der Büchse
und seine Manieren sind schlecht, sehr schlecht. « Dem Club 111 um die Berner Regisseurin Meret
Matter ist ein echter Theater-Comic gelungen », schreibt The World of Comics T.O. über das Comix-Theater. « Mit allem was Comic eben ausmacht : Derbe Witze, Schlägereien, Liebe und Eifersucht. Das Stück kommt ganz ohne Text aus. Mit virtuoser Körpersprache, Mimik und den live
produzierten Geräuschen geben die Darsteller und ein Musiker alles. Ein Knüller ! »
Ab 10 Jahren ; Schulvorstellung : Mo, 19.1.15, 10.30 Uhr
ICH KÖNIG, DU NICHT
Einsam in ihrem Bett erträumt sich die alte Königin einen kleinen Elefanten. Die beiden erleben
vergnügliche Stunden voller Musik und Poesie. Doch der Elefant wächst und wächst. Die Puppenspielerin Frauke Jacobi von « W IRRköpfe VEB » erzählt die Geschichte einer Freundschaft
zwischen Jung und Alt – und eine Geschichte vom Grösserwerden und Abschiednehmen.
4–8 Jahre ; Schulvorstellung : Mo, 26.1.15., 10.30 Uhr
HANDS UP !
Puppenspiel von Lejo (NL) ohne Wörter für alle Altersgruppen : Aus lediglich zwei « nackten »
Händen und hölzernen Augen entstehen wie durch Zauberhand die Puppen. Ein trauriger Panflötenspieler, singende Vöglein, ein nervöser Professor oder gar ein ganzer Kinderchor mit Dirigenten erleben überraschende und oft komische kleinen Abenteuer. Lejos Puppen sind regelmässig in der Kindersendung Sesamstrasse zu bewundern.
Ab 4 Jahren ; Schulvorstellungen : Do, 29.1., und Fr, 30.1.15, jeweils 10.30 Uhr
NIPT
Ein Mann wohnt in einem Haus, das zu klein ist. Eine Frau kommt ihn besuchen. Sie scheinen
wie für einander geschaffen. Also zieht sie bei ihm ein. Das Haus ist klein, aber die Liebe ist gross.
Gross genug, um sich so nah zu sein. Aber wenn es so eng ist, bekommt man Krämpfe. Und das
tut weh … Eine Produktion des belgischen Theaters « Laika ».
Ab 6 Jahren ; Schulvorstellungen : Do, 5.2., und Fr, 6.2.15, jeweils 10.30 Uhr
Kosten für alle obigen Schulvorstellungen : CHF 5 pro Kind ;
weitere Informationen sowie Reservation unter 061 272 23 43 oder www.vorstadttheaterbasel.ch
« PLEASE, CONTINUE (HAMLET) »
SHAKESPEARES DRAMA ALS REALE GERICHTSITUATION
« Please, Continue (Hamlet) » vermischt Shakespeares Drama mit einem realen Gerichtsfall. Gespielt wird das Stück von echten Richtern aus Basel-Stadt und Baselland, lediglich die Protagonisten Hamlet, Getrude und Ophelia werden von Schauspielern gespielt. Als Geschworenengericht
fungiert ein Teil des Publikums. Bei den bisherigen Aufführungen an anderen Orten in der Schweiz
und im Ausland wurden jeweils immer andere Urteile gefällt, was beweist, das die Gerichtsbarkeit
von den jeweiligen Menschen abhängt, die sie ausüben. Ein sehr spannendes Experiment, auch für
Schülerinnen und Schüler ab der 11. Klasse !
Kaserne Basel, Di, 20.,–Do, 22.1., 19.00 Uhr
Schülerinnen und Schüler aus BS und BL im Klassenverband : CHF 5
1 Begleitperson kostenlos, jede weitere bezahlt ebenfalls CHF 5
Einführung/Nachbesprechung nach Vereinbarung : n.grueninger@kaserne-basel.ch
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Schule & Theater
ZWEI NEUE EDUCATION-PROJEKTE
EINE KLANGPERFORMANCE DER KLASSE 3E DES GYMNASIUMS KIRSCHGARTEN
Neue Musik ist eine Kunstform, die unser Leben und unsere Gesellschaft in Frage stellt. Sie
fordert eine erweiterte Wahrnehmung, nicht bloss Anhören, sondern Zuhören, Reinhören. Die
amerikanischen Komponisten John Cage und Terry Riley öffnen diese Räume in verschiedenster
Weise. Jugendliche des Gymnasiums Kirschgarten erforschen den « absoluten Moment » von Cage
mit Klängen und tauchen mit Riley ein in den Fluss der sich wandelnden Wiederholung. Sie erschaffen dabei im Rahmen eines education-Projekts des Gymnasiums Kirschgarten mit der Basel
Sinfonietta unter der künstlerischen Leitung von Sylwia Zytynska eine Klangcollage aus vorhandenem Klangmaterial und Geräuschen aus dem Basler Alltag.
Aufführungen im Gare du Nord am Mi, 14.1., 19.00 Uhr und im Rahmen von Konzerten der Basel
Sinfonietta in der Messe Basel (L’Entrée) am Sa, 24.1., um 20.00 Uhr und am So, 25.1., um 19.00 Uhr.
Weitere Auskünfte : Irena Müller-Brozovic, Projektleitung, irena.mueller@educationprojekte.ch
www.educationprojekte.ch
IT’S A GAME !
EINE PRIMARKLASSE TANZT MIT SPORTSTUDIERENDEN UND DEM BALLETT BASEL
Sich auf ein Spiel einzulassen heisst, etwas wagen, den Gegner einschätzen, sich auf die Partner zu
verlassen, sich an die Spielregeln halten und gleichzeitig möglichst erfolgsversprechend zu handeln. Auf dieser Basis hat das Ballett Basel mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 4c der Primarschule Bläsi im Rahmen eines education-Projektes eine Tanzproduktion einstudiert. Zusammen mit den Primarschulkindern auf der Bühne stehen werden auch Studierende des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel. Die künstlerische Leitung und
Choreographie hat Ballettdirektor Richard Wherlock zusammen mit Adrien Boissonnet und
Béatrice Goetz übernommen.
Aufführungen am Mi, 11.2., um 19.00 Uhr und am Do, 12.2.15, 11.00 Uhr und 10.00 Uhr im Foyer
des Theater Basel. Karten an der Billettkasse, Theater Basel 061 295 11 33.
Weitere Auskünfte : Irena Müller-Brozovic, Projektleitung, irena.mueller@educationprojekte.ch
www.educationprojekte.ch
« B ILLIG. BILLIGER. BANANE »
FILMTAGE21 – FILME FÜR EINE NACHHALTIGE WELT
Während der Filmtage21 (vormals Filmtage Nord/Süd) stellen Lehrpersonen elf neue Filme vor,
die für den Einsatz im Unterricht empfohlen werden und mit didaktischen Begleitmaterialien aufgearbeitet sind. Inhaltlich geht es um aktuelle Themen aus den Bereichen Umwelt, Gesellschaft
und Wirtschaft : Plastikmüll in den Weltmeeren macht nicht nur den Fischen zu schaffen, sondern
gelangt via Nahrungskette bis auf unsere Teller. Chancen und Herausforderungen der multikulturellen Gesellschaft vermittelt uns die kleine Abi erfrischend und mit augenzwinkerndem Humor,
während Shodai aus Bangladesch uns seine Schule vorstellt und das Recht auf Bildung zum Thema
macht. Zum Abschluss zeigt « Billig. Billiger. Banane » die Folgen der globalisierten Wirtschaft
und stellt Einflussmöglichkeiten von Konsumentinnen und Konsumenten zur Diskussion.
Filmtage21 : Mi, 11. März 2015, 17.00–21.15 Uhr, Orangerie der PH FHNW, Riehenstrasse 154, Basel ;
keine Platzreservation möglich, Unkostenbeitrag CHF 10 ; Programm und weitere Informationen :
www.education21.ch/de/filmtage
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Museum & Kultur
PAUL GAUGUIN IN DER FONDATION BEYELER
FÜHRUNGEN UND WORKSHOPS FÜR ALLE SCHULSTUFEN
Mit Paul Gauguin (1848–1903) präsentiert die Fondation Beyeler vom 8. Februar bis 28. Juni 2015
einen der berühmtesten und faszinierendsten Künstler. Rund 50 Meisterwerke Gauguins aus
internationalen Museen und renommierten Privatsammlungen lassen die Ausstellung zu einem
europaweiten Kulturhöhepunkt des Jahres 2015 werden. Für Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen gibt es Führungen (Mo–Do, 10.00–11.00 oder 13.30–14.30 Uhr) und Workshops (Mo–Do,
10.00–12.30 Uhr) ; die Gruppengrösse beträgt maximal 25 Personen.
Eintritt für Führungen und Workshops für Schulklassen aus BS/BL gratis, sofern angemeldet ;
weitere Informationen und Anmeldung :
www.fondationbeyeler.ch > Ausstellungen > Kunstvermittlung > Schulen
OH YEAH ! POPMUSIK IN DER SCHWEIZ
EINE REISE DURCH DIE POPGESCHICHTE IM MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION
Das Museum für Kommunikation in Bern zeigt vom 14. November 2014 bis 19. Juli 2015 die Ausstellung « Oh Yeah ! Popmusik in der Schweiz ». Die Ausstellung nimmt das Publikum mit auf eine
Reise durch 60 Jahre Popmusik in der Schweiz, vom Rock’n’Roll der 1950er-Jahre bis zur elektronischen Musik von heute. Die Ausstellung wartet mit vielen Originalobjekten und über 400 Minuten Ton- und Filmmaterial aus allen Epochen auf. Für begleitete Schulklassen ab dem 5. Schuljahr bis und mit Sekundarstufe ll werden spezielle Führungen angeboten.
Informationen zur Ausstellung unter www.mfk.ch/ausstellungen/oh-yeah. Die einstündigen
Führungen für maximal 24 Personen kosten CHF 150 pro Klasse (Eintritt kostenlos,
Anmeldefrist mindestens 14 Tage). Zur Vorbereitung steht kostenlos didaktisches Material zur
Verfügung unter www.mfk.ch/vermittlung/lehrpersonen
PARTNERSCHAFT UND LIEBE IM JUDENTUM
EINFÜHRUNG FÜR LEHRPERSONEN IM JÜDISCHEN MUSEUM DER SCHWEIZ
Wie gestaltete sich die Partnersuche zur Zeit der Bibel ? Und wie sieht das im Zeitalter des OnlineDatings in einer multikulturellen Gesellschaft aus ? Die Partnersuche und deren Wandel ist Thema
einer Ausstellung im Jüdischen Museum der Schweiz. Für Lehrpersonen gibt es eine zweistündige
Einführung in die Sonderausstellung. Kostenlose Führungen sind für Schulklassen auch ausserhalb der Öffnungszeiten möglich und mit einer anschliessenden Besichtigung der Synagoge der
Israelitischen Gemeinde Basel kombinierbar.
Einführung für Lehrpersonen aller Schulstufen : Montag, 26. Januar, 17.00–19.00 Uhr ;
Mittwoch, 28. Januar, 15.00–17.00 Uhr, Kornhausgasse 8, Basel (kostenlos, keine Anmeldung nötig).
Weitere Infos : www.juedisches-museum.ch, info@juedisches-museum.ch, 061 261 95 14
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Angebote: Unterricht & Weiterbildung
KV-INFOTAG IN LOCKEREM RAHMEN
DIE BRANCHEN IM KAUFMÄNNISCHEN BEREICH PRÄSENTIEREN SICH
Der KV-Infotag ist eine kleine Messe und lädt im lockeren Rahmen zum Schnuppern ein. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die sich für eine kaufmännische Lehre interessieren, sowie
an deren Eltern und Lehrpersonen. Folgende Branchen sind anwesend : Bank, Chemie, Dienstleistung und Administration, Handel, Spedition, Treuhand/Immobilien, Versicherung und Verwaltung. Vertretende der Branchen geben zusammen mit ihren Lernenden Einblick in den Berufsalltag. Die Handelsschule KV Basel gibt Auskunft zu schulischen Anforderungen und Ausbildungsprofilen. Zudem informiert der KV Basel über die KV-Lehre und rund ums Thema Bewerbung.
KV-Infotag : Mi, 11.3., 14.00–18.00 Uhr, KV Basel, Aeschengraben 15 (6. Stock) ; Anmeldungen für
Klassenbesuche erwünscht unter 061 271 54 70 oder jugendberatung@kvbasel.ch ;
weitere Informationen unter www.kvbasel.ch
UNTERSTÜTZUNG FÜR FÖRDER- UND
INTEGRATIONSPROJEKTE
AUSSCHREIBUNG DER DR. HEDWIG STAUFFER STIFTUNG
Die « Dr. Hedwig Stauffer Stiftung » bezweckt die Vergabe von Auszeichnungen an in der Schweiz
tätige Personen und Institutionen, die auf dem Gebiet der Heilpädagogik, der Frühförderung und
der Berufsintegration eine besondere Leistung vollbringen. In Einzelfällen richtet die Stiftung Unterstützungsbeiträge für wissenschaftliche Arbeiten oder für sonderpädagogische Aus- und Weiterbildungen aus. Angesprochen sind Einzelpersonen oder Gruppen mit Projekten im Bereich der
Frühförderung von Kindern, der sozialen oder beruflichen Integration von Jugendlichen – Projekte, die besondere Hilfestellungen und Unterstützung beinhalten. Ausgeschlossen sind staatlich
und privat subventionierte Programme. Die Stiftung vergibt drei Preise in der Höhe von je CHF
7’000.
Auskunft zur Ausschreibung unter www.staufferstiftung.ch. Projekteingabe bis 2.3.2015
an Alois Berger, Stiftungspräsident, Schauenburgerstrasse 23, 4052 Basel
SINNLICHES ERFAHREN VON GESCHICHTE
PATRICK SCHLENKERS HISTORISCHE WORKSHOPS FÜR SCHULEN
Was assen die Bürgerinnen und Bürger von Basel im ausgehenden Mittalter ? Waren alle Mitglieder des Johanniter-Ordens auch Kreuzfahrer ? Was gehörte zur persönlichen Habe eines Schweizer
Soldaten im französischen Dienst während Napoleons Feldzügen und wie benahm sich ein Kind
zu Tisch der Belle Epoque ? Patrick Schlenker, Geschichtslehrer und Ausstatter für lebendige Geschichte, bietet für Schulen Workshops und Informationsveranstaltungen an, in denen Kinder und
Jugendliche einen dreidimensionalen Zugang zur Geschichte erleben können. Denn sie sollen, so
Schlenker, Geschichte mit allen fünf Sinnen erfahren. Deshalb darf und soll angefasst, gespürt,
ausprobiert werden. Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit zu gehen eröffnet neue, spannende
Sichtweisen, jenseits des reinen Lesens oder Sehens. Dazu gehören das Anprobieren mittelalterlicher Helme und historischer Kleidungstücke ebenso wie das Entdecken alltäglicher Aspekte im
Vergleich zur Gegenwart. Zum Einsatz kommen mehrheitlich Originale oder authentische Repliken von Ausrüstungsgegenständen und Kleidern.
Weitere Informationen : http ://beratung.kostueme-bs.ch/index.php/fuer-schulen
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Basler Schulblatt 2015 | 01
Angebote: Unterricht & Weiterbildung
POSTENLAUF ZUM THEMA ENERGIE
ERLEBNISTAGE DES OEKOZENTRUMS LANGENBRUCK
Die kalte und dunkle Jahreszeit eignet sich sehr gut, um mit einer Schulklasse das Thema Energie
zu behandeln. Mit einem Energie-Erlebnistag des Ökozentrums wird die komplexe Grösse Energie für Kinder und Jugendliche erlebbar und verständlich. Welche Klasse schafft es, mit Muskelkraft eine Tasse Wasser zum Sieden zu bringen ? Diese Aufgabe bringt einem nicht nur ins Schwitzen, sondern regt auch zum Nachdenken an : Kernstück eines Energie-Erlebnistages ist ein halbtägiger Postenlauf, der direkt an der Schule aufgebaut und von Mitarbeitenden des Ökozentrums
begleitet wird.
Information und Anmeldung unter www.energie-erlebnistage.ch oder 062 387 31 54.
Für jede Stufe (Kindergarten bis Mittelschulen) gibt es ein stufengerechtes Angebot.
Im IWB-Einzugsgebiet sind die Angebote in beschränkter Zahl gratis.
« AUF AUGENHÖHE 1,20 M »
Der Leitfaden « Auf Augenhöhe 1,20 m », der von der kantonalen Fachstelle Stadtteilentwicklung
zusammen mit dem Kinderbüro erarbeitet worden ist, nimmt die Perspektive von Kindern im öf-
Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt
Kantons- und Stadtentwicklung
fentlichen Raum ein. Das Arbeitsinstrument trägt dazu bei, die Anliegen von Kindern in der Planung und Umsetzung von Projekten miteinzubeziehen und mitzudenken. Aufgrund des grossen
Interesses am Leitfaden wurde dieser im letzten halben Jahr überarbeitet und neu aufgelegt. Der
Leitfaden fördert den Einbezug von Kindern und deren Anliegen in die Projektentwicklung und
bietet so Personen, die beruflich wie privat mit Kindern zu tun haben, eine erste Übersicht. Mit
Leitsätzen, Qualitätsaspekten und einem Fragenkatalog inklusive Checkliste liefert der Leitfaden
themenübergreifend Anhaltspunkte für kindergerechte Projekte. Zusätzlich geben sieben Praxisbeispiele einen Einblick in die breite Vielfalt kinderfreundlicher Entwicklungen.
Eine digitale Version sowie detaillierte Arbeitsunterlagen unter :
www.entwicklung.bs.ch/kinderfreundlichestadtentwicklung
ZEIT FÜR EIN TIME-OUT
BLAUES KREUZ LÄDT SCHULKLASSEN ZUM BEWUSSTEN VERZICHT EIN
Wann werden Gewohnheiten in unserem Alltag zur Last und wie gehe ich damit um ? Die Aktion
« time :out 2015 » des Blauen Kreuzes beider Basel ermöglicht Schulklassen die bewusste Wahrnehmung alltäglicher Gewohnheiten wie Schokolade, Zigaretten, Handy usw. und das probeweise
Verzichten beziehungsweise Reduzieren dieser potentiellen Suchtmittel. Den Verzicht und dessen
Dauer wählt die oder der Teilnehmende selbst aus und notiert sie auf einem persönlichen Erfolgskalender. Die Aktion dauert vom 21. Februar bis 4. April 2015. Als Motivationsspritze werden unter allen Einsendungen attraktive Preise verlost. Weiter gibt es am 13. März 2015 einen grossen
Event auf dem Barfüsserplatz mit spielerischen Angeboten wie zum Beispiel einem Fahrsimulator,
einer Kletterwand und verschiedenen Parcours, an denen die Themen Gewohnheit, Sucht und
Verzicht zum Erlebnis werden.
Teilnahmecoupons gratis bei : Blaues Kreuz beider Basel, oder online unter :
www.timeoutschweiz.ch ; Einsendeschluss 30. März 2015. Weitere Informationen : Jürgen Ullmann,
Blaues Kreuz beider Basel, 061 261 56 13, basel@bkbb.ch
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AUF AUGENHÖHE
1,20 m
105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126
EIN KANTONALER LEITFADEN ZUM PROJEKTEINBEZUG VON KINDERN
Basler Schulblatt 2015 | 01
Impressum
IMPRESSUM
HERAUSGEBER
GESTALTUNG
Das Basler Schulblatt (BSB) ist eine Fachzeitung für die
Layout: Marina Botic, Grafikerin
Lehrerinnen und Lehrer, Fachpersonen und Schulleitenden
Titelbild und Bildstrecke : Julien Rondaz,
der Schulen von Basel-Stadt und wird gemeinsam vom
Schüler des VorKurs SfG Basel
Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt und der
Koordination : Lukas Zürcher, SfG Basel
Kantonalen Schulkonferenz Basel-Stadt herausgegeben.
ADMINISTRATION
Lernende der Schule für Gestaltung Basel layouten das Basler
Das Schulblatt erscheint neu jährlich sieben Mal als Magazin
Schulblatt und gestalten die Umschlags- sowie die sechs
und als E-Paper im Internet :
Bildseiten. 75. Jahrgang.
www.baslerschulblatt.ch und alle zwei Wochen als Newsletter
REDAKTIONELLE VERANTWORTUNG
ISSN 0258-9869
EDit und Angebote
REDAKTIONSSCHLUSS
Felizitas Fischer (fif), bsb@bs.ch
Nr. 2, 76. Jahrgang : 27. Januar 2015
Yvonne Reck Schöni (yrs), yvonne.reck@bs.ch
Erscheinungsdatum : 2. März 2015
Valérie Rhein (vr), valerie.rhein@bs.ch
Nr. 3, 76. Jahrgang : 17. März 2015
Peter Wittwer (wit), peter.wittwer@bs.ch
Erscheinungsdatum : 13. April 2015
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