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Medienmitteilung - Ernst & Young

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Medienmitteilung
Lukas Meermann
Media Relations
Tel.: +41 (0) 58 286 41 63
lukas.meermann@ch.ey.com
EY Bankenbarometer 2015
Regulation statt Innovation
Die neue Realität im Banking nimmt Konturen an. Wie das EY Bankenbarometer 2015
zeigt, rechnet über die Hälfte der Schweizer Banken damit, dass der automatische
Informationsaustausch in Zukunft auch auf inländische Bankkunden angewendet wird.
Der Trend zu höherer Steuertransparenz hat bislang in der Einschätzung der Banken
nicht zu wesentlichen Nettoabflüssen von Kundengeldern geführt. Allerdings hat der
Transformationsprozess erst begonnen und viele Banken sind weiterhin mit der
Umsetzung neuer regulatorischer Bestimmungen sowie der Bereinigung von Altlasten
beschäftigt. Innovations- und Wachstumsinitiativen kommen oftmals zu kurz.
ZÜRICH, 08. JANUAR 2015 – Das Kerngeschäft der Banken hat sich auch unter erschwerten
Bedingungen positiv entwickelt. Trotz Niedrigzinsumfeld, tiefen Transaktionsvolumen an den
Aktienmärkten und steigenden Kosten für die Umsetzung neuer Gesetze und Regulierungen
ist die Mehrheit der Schweizer Banken mit den erzielten Ergebnissen zufrieden. 88 (im Vorjahr
71) Prozent der 120 für das EY Bankenbarometer befragten Institute (ohne die beiden
Grossbanken) bewerten den aktuellen operativen Geschäftsgang als positiv oder eher positiv.
Ebenso zuversichtlich blicken sie in die Zukunft: 84 (75) Prozent rechnen in den kommenden
sechs bis zwölf Monaten mit verbesserten operativen Ergebnissen. Das Bild wird allerdings
durch die anhaltend hohen Kosten für die Bereinigung von Altlasten etwas getrübt.
«Die Konturen des neuen regulatorischen Rahmens sind nun besser erkennbar, und für viele
Themen, welche die Banken seit Jahren beschäftigen, zeichnen sich konkrete Lösungen ab.
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Dadurch werden hemmende Unsicherheiten beseitigt. Dennoch befassen sich viele Banken
noch mit Altlasten statt mit Innovation und Wachstum», fasst Patrick Schwaller, Managing
Partner FSO Assurance bei EY Schweiz, die Umfrageergebnisse zusammen.
Automatischer Informationsaustausch für inländische Bankkunden
Vor einem Jahr zeigte das EY Bankenbarometer, dass die Mehrheit der Banken erwartet, dass
sich der automatische Informationsaustausch (AIA) als globaler Standard durchsetzen wird.
Nun gehen die befragten Institute bereits einen Schritt weiter: 54 Prozent rechnen sogar damit,
dass der automatische Informationsaustausch letztlich auch auf inländische Bankkunden
angewendet wird. Dies dürfte jedoch erst nach der Einführung des AIA für ausländische
Kunden der Fall sein.
«In der Schweiz ist das Verhältnis zwischen Bürger und Staat durch Liberalität und
Selbstverantwortung und nicht durch übermässige Kontrolle geprägt. Dennoch kann sich die
Schweiz den internationalen Entwicklungen nicht entziehen und der AIA scheint dann
vermutlich auch im Inland kein Tabu mehr zu sein», sagt Patrick Schwaller.
Kaum Vermögensabflüsse – Ruhe vor dem Sturm?
Die Herausforderungen rund um Bankkundengeheimnis, Steuertransparenz und den AIA
haben bisher noch kaum Spuren in den Büchern der Banken hinterlassen: 69 Prozent der
Banken geben an, im letzten Jahr keine bedeutenden Nettoabflüsse von Kundengeldern
registriert zu haben. Allerdings mussten grössere Institute, welche im Transformationsprozess
bereits weiter fortgeschritten sind, verhältnismässig grössere Vermögensabflüsse hinnehmen
als kleinere Institute.
«Dass die Mehrheit der Banken in der Befragung nur unwesentliche Vermögensabflüsse
nennt, überrascht. Der Transformationsprozess hat allerdings erst begonnen, der AIA und
andere Initiativen werden erst in den nächsten Jahren voll durchschlagen und es ist deshalb
noch mit erheblichen Abflüssen von Kundengeldern zu rechnen», sagt Bruno Patusi, Partner
und Leiter Wealth & Asset Management bei EY Schweiz.
Anhaltend hoher Konsolidierungsdruck im Private Banking
Der Konsolidierungsdruck in der Finanzbranche bleibt hoch. In den letzten fünf Jahren sind in
der Schweiz bereits rund 50 Institute verschwunden. 58 (49) Prozent der befragten Institute
erwarten auch für die kommenden Monate eine beschleunigte Konsolidierung. Weitere 27 (33)
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Prozent rechnen ebenfalls mit einer Konsolidierung, allerdings erst in den nächsten zwei bis
vier Jahren. Den grössten Konsolidierungsdruck spüren die Privat- und Auslandbanken.
«Das Private Banking ist am stärksten von der neuen Realität betroffen. Verändertes
Kundenverhalten, regulatorische Entwicklungen und zunehmender Wettbewerbsdruck machen
diesen Banken zu schaffen. Derzeit wird jedoch eine weitergehende Konsolidierung durch
Unsicherheiten im Zusammenhang mit Altlasten gebremst», sagt Bruno Patusi.
Fokus auf Regulierung und Kosten statt auf Innovation und Wachstum
Der Bewältigung der regulatorischen Veränderungen kommt in den nächsten Monaten mit
Abstand die höchste Priorität zu. Effizienz- und Ertragssteigerung werden ebenfalls häufig
genannt. Demgegenüber werden der Neuausrichtung der Produkte und Dienstleistungen auf
veränderte Kundenbedürfnisse sowie der Ausbau von digitalen Angeboten noch wenig
Bedeutung beigemessen.
Die zunehmende Digitalisierung im Bankgeschäft verändert die Geschäftsmodelle in der
Finanzindustrie immer stärker. Mittlerweile erkennen nicht weniger als 44 (32) Prozent der
befragten Banken eine zunehmende Bedrohung durch branchenfremde Anbieter. Diese
Bedrohung wurde lange Zeit negiert.
«Angesichts knapper Ressourcen konzentrieren sich die Banken derzeit vor allem auf die
Vergangenheitsbewältigung. Neue Chancen im Markt, die sich auch im Rahmen des
Strukturwandels ergeben, bleiben oftmals ungenutzt, und die Gefahr steigt, dass einzelne
Banken den Anschluss verlieren, wenn dringend erforderliche Investitionen in neue Strategien,
Geschäftsmodelle und Technologien vernachlässigt werden», gibt Olaf Toepfer, Leiter Banking
& Capital Markets bei EY Schweiz, zu bedenken.
Zweifel an der Wirkung der Finanzmarktregulierung
Die Umsetzung der neuen Finanzmarktregulierung verursacht nach Meinung der Industrie
unverhältnismässig hohe Kosten. Die befragten Institute rechnen in diesem Zusammenhang
mit durchschnittlich 2 Millionen Franken pro Institut, was für den Gesamtmarkt Kosten von
mindestens 500 Millionen Franken verursacht (ohne die beiden Grossbanken). Der Nutzen
dieser Regulierung bleibt jedoch fraglich: Nur eine Minderheit glaubt, dass die neue
Finanzmarktregulierung die Anlageberatung und den Anlegerschutz nachhaltig verbessert. Die
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meisten Banken erwarten vielmehr eine Zunahme von Komplexität und Verteuerung der
Bankdienstleistungen sowie letztlich eine Bevormundung des Bankkunden.
«Es besteht die Gefahr, dass die Regulierung das Ziel verfehlt und sogar zu kontraproduktiven
Entwicklungen führt. Unter Umständen werden nämlich Retailkunden keinen oder nur einen
beschränkten Zugang zu einer umfassenden Anlageberatung erhalten, wie dies in anderen
Ländern bereits zu beobachten ist», sagt Olaf Toepfer.
Weithin restriktive Kreditpolitik
Die Banken beurteilen die Preisentwicklung am Immobilienmarkt etwas gelassener als noch in
den Vorjahren: Noch 54 (64) Prozent teilen die Auffassung, dass der Immobilienmarkt zur
Blasenbildung neigt. Und nur noch 27 (41) Prozent der befragten Banken rechnen mit
steigenden Wertberichtigungen im Kreditgeschäft. Seit 2011 verfolgen die Banken eine
zunehmend restriktive Kreditvergabepolitik. Und die Umfrage zeigt, dass die Banken in den
nächsten Monaten daran festhalten werden, obschon die Kreditverluste bei den Schweizer
Banken im letzten Jahr auf ein rekordtiefes Niveau gefallen sind.
Die Wirkung des angeordneten antizyklischen Kapitalpuffers wird von den Banken zunehmend
in Frage gestellt: Nur noch 43 (51) Prozent erwarten, dass die Nationalbank damit das
Wachstum bei den Hypothekarkrediten nachhaltig hemmen kann. Die Überwälzung der
zusätzlichen Eigenmittelkosten auf die Kunden hatte bislang nur minimale Preiserhöhungen
zur Folge.
Informationen zur Studie
Das zum fünften Mal erhobene EY Bankenbarometer basiert auf der Befragung von 120
Führungskräften (Mitglieder der Geschäftsleitung) von verschiedenen Banken in der ganzen Schweiz,
ohne die beiden Grossbanken. Bei 53% der befragten Institute handelt es sich um Regionalbanken, bei
20% um Privatbanken, bei 16% um Kantonalbanken und bei 11% um Auslandbanken. 88% der Institute
stammen aus der Deutschschweiz, 9% aus der Westschweiz und 3% aus dem Tessin. Die telefonische
Befragung wurde im November 2014 im Auftrag von EY durch das unabhängige Marktforschungsinstitut
Valid Research in Bielefeld durchgeführt.
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EY | Assurance | Tax | Transactions | Advisory
Über die globale EY-Organisation
Die globale EY-Organisation ist eine Marktführerin in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung,
Transaktionsberatung und Rechtsberatung sowie in den Advisory Services. Wir fördern mit unserer
Erfahrung, unserem Wissen und unseren Dienstleistungen weltweit die Zuversicht und die
Vertrauensbildung in die Finanzmärkte und die Volkswirtschaften. Für diese Herausforderung sind wir
dank gut ausgebildeter Mitarbeitender, starker Teams sowie ausgezeichneter Dienstleistungen und
Kundenbeziehungen bestens gerüstet. Building a better working world: Unser globales Versprechen ist
es, gewinnbringend den Fortschritt voranzutreiben – für unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden und die
Gesellschaft.
Die globale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited
(EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für
das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited
ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für
Kunden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.ey.com.
Die EY-Organisation ist in der Schweiz durch die Ernst & Young AG, Basel, an zehn Standorten sowie in
Liechtenstein durch die Ernst & Young AG, Vaduz, vertreten. «EY» und «wir» beziehen sich in dieser
Publikation auf die Ernst & Young AG, Basel, ein Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global
Limited.
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