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Financial Services Regulatory Update - Ernst & Young

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Ausgabe 1 | Januar 2015
Financial Services
Regulatory Update
Zusammenfassung
• Ausweitung der Finanzinformationsmeldepflicht
auf sämtliche SSMrelevanten (grds. EUROWährungsraum) Kreditinstitute, Finanzholdinggesellschaften und
gemischte Holdinggesellschaften sowohl auf
Einzelinstituts- als auch auf
Gruppenebene in
abgestufter Intensität.
• Anwendung des Proportionalitätsprinzips bezogen
auf Meldeumfang und
Erstanwendungszeitpunkt
(kleinere Institute melden
weniger und später).
• Die EZB unterscheidet bei
den Instituten zwischen
„bedeutenden” (> 30 Mrd.
Euro Bilanzsumme) und
„weniger bedeutenden” (>1
Mrd. Euro < 30 Mrd. Euro)
und macht davon den
Meldeumfang abhängig.
• Am 4. Dezember 2014
endete die offizielle
Konsultationsphase für den
Verordnungsentwurf „Draft
Regulation of the European
Central Bank on Reporting
of Supervisory Financial
Information (FinRep)“.
Ausweitung FinRep-Meldepflicht
Hintergrund
Im Oktober 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein Konsultationspapier zur Meldung von
Finanzinformationen (FinRep) mit erweiterten Meldeanforderungen veröffentlicht. Während sich die
FinRep-Meldepflicht bisher lediglich auf IFRS-Anwender auf Gruppenebene bezog (erstmals per
Stichtag Ende September 2014), soll der Anwenderkreis künftig auf Einzelinstitute (IFRS oder National
GAAP) sowie Gruppen nach National GAAP erweitert werden.
Das Konsultationspapier der EZB würde alle Institute (in einem SSM-relevanten Sitzland) dazu
verpflichten, FinRep-Meldeanforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig wird innerhalb des
Konsultationspapiers der zu liefernde Umfang an Finanzinformationen von signifikanten
beaufsichtigten Institutsgruppen und deren Tochterunternehmen in nicht-beteiligten (SSM)
Mitgliedsstaaten und Drittstaaten definiert.
Das Ziel der EZB ist die Etablierung eines EU-weiten und vor allem vergleichbaren Finanzmeldewesens.
Die EZB schließt durch die Erweiterung der FinRep-Meldepflicht bestehende Datenlücken. Diese
Erweiterung trägt insgesamt zu einer Stärkung des Aufsichtsmechanismus bei. Die neuen
Meldeanforderungen wurden unter der Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips (bezogen auf
den Meldeumfang sowie den ersten Meldestichtag) aufgesetzt.
Bisheriger Anwendungsbereich von FinRep
Die bisherige FinRep-Meldepflicht besteht nur für Institutsgruppen, die ihren konsolidierten Abschluss
nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufstellen. Die Anforderungen für die
Meldung von Finanzinformationen ergibt sich aus Artikel 99 Abs. 2 CRR.
Nach Artikel 99 Abs. 6 CRR sind die zuständigen Aufsichtsbehörden dazu berechtigt, die FinRepAnforderungen für nach IFRS bilanzierende Institute in Abstimmung mit der EBA auch auf „National
GAAP-Anwender“ auszuweiten. Dies gilt für den Fall, dass die Behörden einen umfassenderen
Überblick über das Risikoprofil dieser Institute und die davon ausgehenden Systemrisiken für den
Finanzsektor als notwendig erachten.
Die nun innerhalb des Konsultationspapiers geforderte, erweiterte FinRep-Meldepflicht auf
Einzelinstitutsebene war bisher nicht Bestandteil der Meldeanforderungen der Europäischen
Bankenaufsicht (EBA) und stellt somit eine wesentliche Ausweitung dar.
Überblick Anwendungsbereich
Die erweiterten FinRep-Meldepflichten, die aus dem Konsultationspapier der EZB
hervorgehen, beziehen sich im Wesentlichen auf Kreditinstitute, Finanzholdinggesellschaften und gemischte Holdinggesellschaften.
Die bereits bestehenden FinRep-Meldeanforderungen gemäß Artikel 99 Abs. 2 CRR
erweitern sich nach Artikel 1 des durch die EZB veröffentlichten Konsultationspapiers auf
►
►
►
►
►
aufsichtsrechtliche Teilkonzerne innerhalb eines IFRS-Konzerns,
HGB-Konzerne und deren aufsichtsrechtliche Teilkonzerne,
HGB- und IFRS-Einzelinstitute (auch solche, die Teil einer meldepflichtigen Gruppe
sind, soweit sie nicht unter die „Waiver“-Regelung nach Artikel 7 CRR fallen),
Niederlassungen von Kreditinstituten aus Nichtmitgliedsstaaten und
Niederlassungen von Kreditinstituten aus Mitgliedsstaaten im Ausland.
Institute, für die wiederrum die „Waiver“-Regelung nach Artikel 7 CRR in Anspruch
genommen wurde bzw. die keine eigene Meldung für Eigenmittelanforderungen (CoRep)
abgeben, sind laut dem aktuellen Konsultationspapier der EZB vollständig von den neuen
Meldepflichten ausgenommen.
Das Konsultationspapier der EZB sieht vor, dass die erweiterte FinRep-Meldung
entsprechend der aktuell angewendeten Rechnungslegungsregularien des jeweiligen
Instituts (bzw. der Institutsgruppe) zu erstatten ist. Dies würde bedeuten, dass die Institute,
die bereits als Teil einer Gruppe FinRep-Informationen auf konsolidierter Basis zur
Verfügung gestellt haben (IFRS-Rechnungslegung), nun zusätzlich auf Einzelinstitutsebene
entsprechend der für sie einschlägigen Rechnungslegungsgrundsätze der Meldepflicht
unterliegen. Für Institute in Deutschland, welche nach HGB bilanzieren, wären somit die
„National GAAP FinRep-Templates“ zu befüllen. Institute die nach IFRS bilanzieren,
müssten für die erweiterte Meldepflicht die „IFRS FinRep-Templates“ verwenden.
Anwendung des Proportionalitätsprinzips
Die EZB hat bei der Erweiterung der FinRep-Anforderungen das Proportionalitätsprinzip
berücksichtigt, was in Bezug auf Meldeumfang und Erstanwendungszeitpunkt zur
Anwendung kommen soll.
Nach den Vorgaben der EZB werden die zur Meldung verpflichteten Institute in bedeutende
oder weniger bedeutende Institutsgruppen (bzw. Institute) unterteilt. Die Größe der zur
Meldung verpflichteten Institutsgruppe, bzw. das zur Meldung verpflichtete Institut, ist
gleichzeitig der Indikator für den durch die EZB geforderten Erstanwendungszeitpunkt.
Financial Services Regulatory Update Januar 2015 | 2
Abstufung des Meldeumfangs
Der von der EZB innerhalb des Konsultationspapiers vorgeschlagene abgestufte
Meldeumfang unterteilt sich in die folgenden vier Varianten:
►
►
►
►
Full FinRep
Simplified FinRep
Over-Simplified
Data Points
(Aktiva größer 30 Mrd. Euro)*
(Aktiva größer 30 Mrd. Euro)**
(Aktiva zwischen 1 Mrd. Euro und 30 Mrd. Euro)
(Aktiva kleiner 1 Mrd. Euro)
* systemrelevante HGB-Institutsgruppen
** Soloinstitute, die bereits Teil einer Institutsgruppe sind, die eine FinRep-Meldung zur Verfügung stellen
Grundsätzlich muss, abhängig von der jeweils relevanten Rechnungslegung, nach den von
der EBA im Juli 2014 zur Verfügung gestellten „FinRep National GAAP-Tabellen“ oder
„FinRep IFRS-Tabellen“ gemeldet werden. Ausgehend von der Institutsgröße ergibt sich
aufgrund des Proportionalitätsprinzips der entsprechende Meldeumfang.
Die Ziffern entsprechen der Nummerierung der Tabellen im Verordnungsentwurf.
* Teilweise/vollständig entfallende, abweichende oder zusätzliche National GAAP FinRep-Tabellen/Zellen zum FinRep-Framework (IFRS)
Herausforderungen aufgrund der erweiterten FinRep-Anforderungen
Die für eine erweiterte FinRep-Meldung zu befüllenden National GAAP-FinRep-Tabellen,
basieren in ihrem Grundaufbau auf der bilanziellen Darstellung der IFRS-Rechnungslegung.
Dies führt dazu, dass eine Befüllung von diversen geforderten Angaben ohne eine
Berücksichtigung von Aspekten der IFRS-Rechnungslegung nicht sinnvoll erfolgen kann.
Beispielsweise ist eine den IFRS entsprechende Fair-Value-Hierarchie in der aktuellen HGBRechnungslegung nicht enthalten. Bundesbank und BaFin planen in diesem Zusammenhang im Januar 2015 eine Arbeitsgruppe einzurichten, die für Deutschland ein einheitliches Verständnis dahingehend erreichen soll, inwieweit die Anforderungen aus dem
Konsultationspapier auf der Grundlage des HGB umsetzbar sind.
Im Ergebnis dürfte sich für die betroffenen Institute ein erhöhter Meldeaufwand ergeben.
Weitere Vorgehensweise
Am 4. Dezember 2014 endete die offizielle Konsultationsphase für den Verordnungsentwurf „Draft Regulation of the European Central Bank on Reporting of Supervisory
Financial Information (FinRep)“. Im Anschluss daran werden die finalisierten
Anforderungen durch die EZB zur Verfügung gestellt, die dann die Umsetzungsgrundlage
für alle betroffenen Institute darstellen.
Financial Services Regulatory Update Januar 2015 | 3
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