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Lokalzeitung für Neuhausen am Rheinfall und Umgebung
4. Jahrgang, Nr. 1
Ein Wort an die Bürger
Russen am Rheinfall
Grosses Schneeschippen
Der markige SVP-Politiker Arnold
Isliker und seine Perspektiven zum
angebrochenen Jahr. Seite 3
Vor 201 Jahren klopfte der russische
Zar Alexander I. an eine Neuhauser
Tür. Die Geschichte auf Seite 5
Wer glaubt noch an Schnee und Eis,
wenn die ersten Knospen treiben?
Ein Rückblick in Bildern. Seite 7
donnerstag, 8. januar 2015
A1385928
Kommentar
Kaspar, Melchior
und Balthasar
A
Die ARA Röti am Ufer des Rheins kommt nicht so schnell an die Grenzen ihrer Kapazität. Bild: Alfred Wüger
Klärt bald das Wasser aus Schlatt
Der Gemeinderat der Gemeinde Schlatt hat beschlossen, die Kläranlage aufzuheben und das Abwasser
fortan in die ARA Röti in Neuhausen am Rheinfall zu
lenken. Die Kapazität ist vorhanden. Alfred Wüger
Die Thurgauer Gemeinde Schlatt
schliesst sich der Kläranlage Röti in
Neuhausen am Rheinfall an. Dafür
nehmen die Thurgauer 1,6 Millionen Franken in die Hand. Davon
werden 875 000 Franken für den
Einkauf in die Trägerschaft der ARA
Röti verwendet.
Ob die zusätzliche Wassermenge
ein Problem sei für die ARA Röti
oder ob es sich um ein gutes Geschäft handle, wollten wir von Klärmeister Dominik Schnieper wissen.
«Weder ist es ein Problem noch ein
gutes Geschäft. Aber es ist sicher für
die Gemeinde Schlatt wie auch für
uns eine Win-win-Situation.»
Bis jetzt floss das Schlatter Abwasser in die Kläranlage bei der
­Petribucht. Die dortige Anlage wird
aufgehoben und in ein Regenklärbecken umgebaut. Weiter werden
ein Pumpwerk sowie eine Leitung
erstellt, sodass das Schlatter Abwasser dann via die Leitungsnetze von
Langwiesen und Feuerthalen über
die Brücke nach Schaffhausen und
weiter via Kanalisation in die ARA
Röti fliessen kann.
«Die Kapazität der ARA Röti
reicht sehr gut aus», sagt Dominik
Schnieper, «um diese Abwassermenge aufzunehmen.» Es wäre laut
dem Klärmeister sogar möglich, zu-
sätzlich das Abwasser der Kläranlage Büsingen, der ausserdem die
Gemeinde Dörflingen angeschlossen ist, der ARA Röti zuzuführen.
«Von 2001 bis 2005 hatten wir den
grossen Umbau, und wenn man
eine so grosse Erneuerung vornimmt, dann baut man auch eine
Kapazitätsreserve von mindestens
zehn Prozent ein.»
Baubewilligung für Gasometer
Das bedeutet, dass die ARA Röti
noch lange nicht am Anschlag ist.
Auch ein Anstieg der Abwassermenge in Neuhausen am Rheinfall
selber – Stichwort Neuzuzüger –
wäre leicht verkraftbar. Also: «Das,
was wir jetzt haben, wird mehrere
Jahrzehnte funktionieren können.»
Demnächst wird in der ARA
Röti der neue Gasometer erstellt.
«Die Baubewilligung ist da», so
Dominik Schnieper.
lle kennen wir die Namen
der Heiligen Drei Könige,
­deren wir am 6. Januar gedacht haben. Das Fest Epiphanias,
die Feier der Erscheinung des
Herrn, ist in unseren weitgehend
reformierten Gegenden kein Feiertag, für die Orthodoxie hingegen
ist der Tag das eigentliche Weihnachtsfest. Dass die Reformierten
die Heiligen Drei Könige nicht verehren, liegt an Martin Luther, der
darauf hinweist, dass in der Bibel
nicht von Königen, sondern von
Sterndeutern, Magiern die Rede ist,
und auch eine Zahl ist dort nicht
zu finden, geschweige denn die
Namen. Daraus ziehen wir den
Schluss, dass die Tradition bisweilen Geschichten entwickelt, deren
Inhalt sich verselbständigt und
wächst. Wir kennen das auch vom
Jäger- und Fischerlatein, wo das
­erlegte Tier in den Erzählungen am
Aserfeuer meist kapitaler ist und
der Hecht grösser als in Wirklichkeit. Was nehmen wir davon mit ins
neue Jahr? Die Nüchternheit. Es ist
wichtig, dass wir gerade in hitzigen
Debatten kühl und vorsichtig bleiben und nichts behaupten, was wir
nicht belegen können. Sonst entstehen schnell Gerüchte. Die Düfte, die
Halbwahrheiten verbreiten, können
zwar verführerisch sein, die Suppe,
die man danach auszulöffeln hat,
schmeckt indes selten gut.
Alfred
Wüger
Redaktor
2 Tribüne
glückwünsche
Am 25. Dezember 2014
konnte Maria Stalder im
­Alters- und Pflegeheim
Schindlergut ihren 90. Geburtstag feiern. Am Mittwoch, 14. Januar, feiert Rosa
Schwander im Alters- und
Pflegeheim Schindlergut
ihren 90. Geburtstag. Wir
gratulieren herzlich! (r.)
leserbrief
Danke für die
Weihnachtsfeier
Am 24. Dezember 2014 gab es
die Weihnachtsfeier für alleinste­
hende Menschen im evangelischen
Kirchgemeindehaus. Es war ein
­besonders schöner Heiliger Abend
im Kreise netter Menschen, mit
­gutem Essen und seliger Betreuung
– ich war in einer friedlichen, gros­
sen Familie zu Hause. Dafür sage
ich nochmals Dankeschön!
Helga Sauer
Neuhausen am Rheinfall
Neuhauser Woche
donnerstag, 8. Januar 2015
Sich Zeit für die Antwort nehmen
S
icherlich haben Sie
sich, geschätzter Leser,
geschätzte Leserin, und
auch Ihren Verwand­
ten, Freunden und Be­
kannten schon alles Gute und
ein gesundes neues Jahr ge­
wünscht. Wie kommt Ihnen dies
über Ihre Lippen? Einfach, oder
fällt es Ihnen zum Teil schwer,
dies zu sagen? Wie viele Male ach­
ten wir auf unsere Fragen oder
Wünsche, wenn wir jemanden
treffen? Ein gutes neues Jahr an­
sagen hat Tradition. Es ist bekannt
und vertraut, wenn wir diese
Worte hören. Doch was steht da­
hinter? Sind es routinierte Ab­
läufe, welche zu dieser Jahreszeit
einfach dazugehören? Oder, oder,
oder …? So viele Fragen bereits im
neuen Jahr. Nein, aber ich denke,
es ist sehr wichtig, wie wir mit
unseren Alltagsaussagen umge­
hen. Es ist aus meiner Sicht auch
sehr wichtig, dass wir meinen,
was wir weitergeben wollen, egal,
ob mit Gesten, Fragen oder Wün­
schen. Oft erlebe ich diese Grüsse
als belanglose oder gar routinierte
«Es ist sehr wichtig,
wie wir mit unseren
Alltagsaussagen
umgehen.»
Marcel Stettler
CVP-Einwohnerrat
Floskeln. Manchmal geht es mit
dem Alltäglichen schon weiter,
bevor ich antworten kann. Da
wird erzählt, was gerade tages­
aktuell ist, was einen beschäf­
tigt … Wie war noch mal die Frage
oder der Wunsch? Wollte diese
Person sich nun über mein Wohl­
befinden erkundigen oder nicht?
Haben Sie dies auch schon erlebt?
Sich Zeit nehmen für unsere Mit­
menschen bei Fragen zum Wohl­
befinden oder beim Wünschen für
eine gute Zeit oder ein neues Jahr
scheint mittlerweile fast ein
frommer Wunsch zu sein. Oft
fehlt, wie bei anderen Tätig­
keiten, die Zeit, um die Antwort
abzuwarten. Manchmal über­
kommt mich der Gedanke, dass
dies einfach der heutige Zeitgeist
ist. Mir selber ist dies natürlich
auch schon passiert, da nehme
ich mich nicht aus. Nur, was ich
daraus gelernt habe oder was mir
wichtig ist, ist, dass ich mir auch
genügend Zeit nehme, um die
Antwort zu hören. Wer weiss
schon, was da kommt? Vielleicht
war die Frage oder der Wunsch
gerade sehr wichtig und ist ein
willkommener Türöffner für ein
interessantes Gespräch. Nehmen
wir uns doch die Zeit, wenn wir
jemandem ein gutes neues Jahr
wünschen, um es bewusst zu
tun. Nehmen wir uns Zeit bei der
Frage des Wohlbefindens, um
auch die Antwort zu hören. In
diesem Sinne wünsche ich Ihnen
ein gutes neues Jahr, und mögen
sich Ihre Wünsche erfüllen.
leserbrief
Der Müll nach
dem Silvester
Jedes Jahr zu Silvester wird auf
der Rhenaniaterrasse in Neu­
hausen am Rheinfall mit tollem
Blick auf den grössten Wasserfall
Europas der Jahresübergang
­gefeiert. Unzählige farbenfrohe
Vulkane und leuchtende Rake­
ten werden an diesem magne­
tischen Ort gezündet und sind
wunderschön anzusehen. Gar
nicht so schön anzusehen ist
dann aber am darauf folgenden
Tag der zurückgelassene Müll.
Ganze Abschussrampen, Verpa­
ckungen, ausgebrannte Vulkane,
Getränkeflaschen und -büchsen,
Plastiksäcke, Pizzaschachteln
und so weiter, es wird einfach
­alles liegen gelassen und keine
Verantwortung als Verursacher
übernommen. Ich bezeichne
dies als Riesensauerei und frage
mich, ob es zu Hause bei diesen
Leuten auch so aussieht?.
Peter Schmid
Neuhausen am Rheinfall
«Ächt schrääg!» oder Humor ist, wenn man trotzdem lachen kann
Diese Bilder erreichten uns aus der Leserschaft. Sie wurden am 1. Januar von einem Spaziergänger ­gemacht,
und der erste Eindruck lässt einen denken, dass der Lieferwagen unfreiwillig von der Strasse ­abgekommen
ist. Nicht ganz abwegig, denn es liegt Schnee, und es braucht nicht viel, und man landet im Graben. Wir
­haben beim Chef der Firma, Milan Stanojevic, nachgefragt und folgende Aussage erhalten: «Ja, einer unse­
rer jungen Monteure ist von der Strasse gerutscht. Zwei Tage später hat er dann einen Kollegen geholt, und
sie haben den Wagen aus dem Graben gezogen.» Etwas schwerer nachzuvollziehen ist die Tat­sache, dass
von der Polizei ein Bussenzettel über 100 Franken wegen «Falschparkens auf freiem Feld» ausgeteilt wurde.
Milan Stanojevic lacht darüber. Er nimmt die Sache mit Humor. Den Eintritt ins Kabarett allerdings können
wir uns wahrlich sparen, solange es in unserem Alltag so viel Realsatire gibt … (Bilder: zvg)
donnerstag, 8. januar 2014
Neuhauser Woche
Politik und Wirtschaft
3
Die Morgenröte am Horizont
Entscheid Ende
Februar
Am Tag nach meiner Wahl als Einwohnerratspräsident hat sich der
Himmel in seiner vollsten Pracht mit
einem Morgenrot präsentiert, das
uns alle nach wochenlangem, hochnebelverhangenem Wetter erfreute.
Es sind schon wieder ein paar Wochen her, und Hand aufs Herz, wer
kann sich noch an das Wetter vom
12. Dezember erinnern?
Dass wieder dunklere Wolken
am Polithimmel in Neuhausen am
Rheinfall aufgezogen sind, wurde
mir nebst vielen Gratulationen von
besorgten Mitbürgern mitgeteilt.
Dass es Exekutivmitglieder, beginnen wir mit der Ära Illi, immer
schwer haben, hat schon die Vergangenheit gezeigt. Betrachten wir global, was passiert, können wir in der
Schweiz zufrieden sein.
Nach jahrelangem Wachstum
und Wohlstand sind wir an einem
Punkt angelangt, wo wir selbstgefällig und bequem werden und uns
einer Selbstverständlichkeit hingeben, die Ihresgleichen sucht. Nach
jahrelangem Dahindümpeln der
Bautätigkeit in unserer Gemeinde ist
auf einmal ein «Tsunami» mit neuen
Objekten auf uns zugerollt, der jetzt
verarbeitet werden muss. Industriebrachen sowie unansehnliche und
renovationsbedürftige Liegenschaften haben Investoren auf den Plan
gerufen. Dass dabei Projekte entstanden sind, welche nicht allen Mitbürgern gefallen, ist legitim. Dass
mehr Mitsprache von den Bürgern
gefordert wird, ist verständlich, aber
wo sind sie geblieben bei den Präsentationen zum Alcom-Areal, zu
«arc actuel» sowie zum Kirchgemeindehaus? Ausser dem Gemeinderat sowie dem Einwohnerrat und
ein paar wenigen Bürgern, welche
Interesse gezeigt haben, war niemand anwesend.
Das Bauverfahren ist: einreichen eines Projektes nach den vorgegebenen Bestimmungen, ausschreiben, erst dann hat die Bevölkerung das Recht, sich mit Einsprachen zu wehren. Schlussendlich
haben wir diesen Gesetzen zugestimmt (verdichtetes Bauen usw.).
Nur, wenn es der Nachbar tut, haben wir das Gefühl, das Gesetz gelte
nicht. Jüngstes Beispiel ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), deren Auswirkungen
uns erst jetzt bewusst werden, wo
zahlreiche Kleingemeinden an den
Rand der Zahlungsunfähigkeit getrieben werden.
Am 12. Dezember tagte das Beurteilungsgremium des Studienauftrages
Kirchacker. Es hatte sich über sieben eingereichte Projektvorschläge
zu beugen. Die Vorschläge wurden
intensiv studiert und diskutiert.
Zwei Projektvorschläge zeigten laut
Gemeinderat in besonderem Masse
städtebauliche und funktionale Ansätze für eine überzeugende Zentrumsgestaltung.
Ungeachtet des bereits hohen
Niveaus dieser beiden Vorschläge
entschloss sich das Beurteilungsgremium jedoch, von der im Programm vorgesehenen Möglichkeit
einer Bereinigung Gebrauch zu
­machen und die beiden Projektvorschläge der Teams Caruso St. John/
anton & ghiggi sowie Meili, Peter/
Vogt überarbeiten zu lassen. Damit
soll die erforderliche Gewähr geboten werden, dass die von der Nutzerseite gewünschten Anforderungen optimal mit den städtebaulichen Anforderungen vereinbart
werden können. Der Entscheid,
welches Projekt zur Realisierung
empfohlen werden soll, wird Ende
Februar 2015 fallen.
Ebenfalls über die Projekte
beugte sich am 6. Dezember die
­Gemeinderätliche Kommission, bestehend aus Vertretern der Orts­
parteien und weiterer Neuhauser
Organisationen. Sie empfahlen der
Fachjury ein anderes Projekt, welches jedoch wegen «diverser Mängeln und auch Fehler» nicht weiterbearbeitet werden konnte. (r.)
Arnold Isliker (SVP), Einwohnerratspräsident 2015. Bild: Alfred Wüger
Mit Kanonen auf Spatzen
schiessen, wie es ein Teil der Mitbürger wünscht – den Gemeinderat
und allen voran den -präsidenten
auf den Mond schiessen! –, ist ungerecht. Dass Fehler beiderseits
passiert sind, ist eine Tatsache, aber
wer fehlerlos ist, werfe den ersten
Stein. Seien wir froh, dass wir einen
Juristen im Gemeinderat haben,
ansonsten müssten wir diese Gutachten und Streitereien mit unseren knappen Steuergeldern auch
noch berappen.
Versetzen Sie sich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, einmal in
die Situation des Gemeindepräsidenten (ich möchte es nicht): von
diversen Seiten Prügel zu erhalten,
bei all den Sorgen und Personalproblemen – als Unternehmer weiss
ich, wovon ich spreche. Man sollte
ein gewisses Mass an Verständnis
aufbringen: Dass der Gemeindepräsident, wenn er das Gemeindehaus
verlässt und nicht alle Probleme auf
der Seite liegen lassen kann, gedankenversunken durch Neuhausen
läuft und nicht allen Mitbürgern auf
die freundlichste Art Grüezi sagt, ist
für mich verständlich.
«Es werden Tage kommen, von
denen man sagen wird, sie gefallen
uns nicht», hat mir einmal in jun-
gen Jahren ein Lehrmeister beigebracht. Ich habe gelächelt und mir
meine Gedanken gemacht: Der hat
sie ja nicht alle. Dass dies auf den
Gemeindepräsidenten zutrifft, sollte
uns allen bewusst sein. Ich spreche
von den dunklen Wolken, die aufgezogen sind. Wir alle wünschen
uns, wenn nach tagelangem, wolkenverhangenem Wetter der Himmel wieder aufhellt, wärmende
Sonnenstrahlen, die auf unser Gemüt einwirken, damit wir wieder
voller Tatendrang unserem Tagewerk nachgehen können.
Gönnen wir diese Gefühle auch
unseren Gemeinderäten, damit sie
gestärkt das kommende Jahr anpacken können! Tadeln ist leichter
getan, als einer Gemeinde vorzustehen und nach dem Motto zu regieren: «Allen Leuten recht getan ist
eine Kunst, die niemand kann.»
In diesem Sinne wünsche ich
Euch allen ein erfolgreiches neues
Jahr, in der Hoffnung – eben: Morgenröte am Horizont –, dass sich
die Wogen wieder glätten und wir
ein Neuhausen für unsere Jugend,
die unser Hoffnungsträger ist, gestalten können.
Euer Einwohnerratspräsident
Arnold Isliker
Suk-Woo Ha
verlässt die IFV
Der heutige Director Sales & Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung der IVF Hartmann AG,
Dr. Suk-Woo Ha (47), verlässt die
IVF Hartmann Gruppe nach zwölf
Jahren erfolgreicher Tätigkeit auf
eigenen Wunsch per 30. Juni 2015.
Er übernimmt als CEO eine neue
Herausforderung in einem inter­
national tätigen Unternehmen der
Maschinenindustrie. Suk-Woo Ha
verbleibt bis zu seinem Ausscheiden
im Unternehmen, um eine reibungslose Nachfolgeregelung sicher­
zustellen. Der Verwaltungsrat der
IVF Hartmann Holding AG dankt
Suk-Woo Ha für seine grossen
­Verdienste für die IVF Hartmann
Gruppe. (r.)
4 Vermischtes
Neuhauser Woche
donnerstag, 8. januar 2015
Preis für Leclerc
und Cinevox
Malou Fenaroli Leclerc und die Cinevox Junior Company erhalten den mit
20 000 Franken dotierten WernerAmsler-Preis 2015. Dies teilte der Stiftungsrat der Werner-Amsler-Stiftung
mit. Mit der Anerkennung honoriert
die Stiftung die «äusserst hohe Qualität der Tanzausbildung und das überzeugende Engagement der Gründerin und künstlerischen Leiterin der
Company, Malou Leclerc Fenaroli»,
wie es im Schreiben heisst. Es sei
nicht selbstverständlich, dass sich ein
Tanzstudium auf diesem internationalen Niveau ausserhalb der grossen
Zentren etablieren könne.
«Professionalität, Leidenschaft
und Fleiss verbinden sich bei der
­Cinevox Junior Company in einer
Weise, die jungen Menschen aus der
ganzen Welt eine virtuose tänzerische
Basis und Perspektiven für eine erfolgreiche Bühnenkarriere bieten.» Die
Übergabe des Preises findet anlässlich
der Gala der Meisterkurse der Stiftung
Werner Amsler am 2. Februar 2015 im
Stadttheater Schaffhausen statt. (r.)
«Der Rheinfall ist ein Ort, der mich immer wieder neu begeistern kann»
Dies schreibt Aldo Keel im Begleittext zu seiner Einsendung dieses Bildes, das am 28. Dezember 2014 gemacht wurde. Diesem Verdikt können wir uns nur anschliessen. Auch zur Winterszeit, auch wenn es schneit,
jeden Tag finden sich – sogar wenn man vor lauter Nebel die Wassermassen gar nicht sehen kann – Leute ein.
Aus aller Welt oder aus der Nachbarschaft, sogar aus Neuhausen und Schaffhausen selbst. Wenn die Treppen
und die Aussichtsplattformen vereist und dementsprechend rutschig sind, gilt es allerdings, Vorsicht walten
zu lassen und sich festzuhalten. Wie sagte ein Tourist? «Dafür sind ja die Geländer da.» (Bild: Aldo Keel)
Die Vorfreude auf die Ferien ist schon gross
Das neue Jahr ist erst wenige Tage
alt, wir haben die ersten paar
Arbeitstage hinter uns, und dennoch richten sich die Gedanken bereits wieder auf das süsse Nichtstun.
Mindestens fielen bei unserer kleinen und keinesfalls repräsentativen
Umfrage zu den Highlights des Jahres 2015 die Antworten recht ferienlastig aus. So hat die Portugiesin
Sandra Rodrigues nach acht Jahren
in der Schweiz eine Reise in ihr
Heimatland Portugal geplant. «Geboren bin ich aber in Afrika, wie
Nicole Wintzen (links) und Mariola Mesonero. Bilder: Darina Schweizer
man sieht», lacht die Neuhauserin.
Auf Skiferien in Flims freut sich
Mariola Mesonero, Nicole Wintzen
dagegen zieht es in die Wärme: Sie
wird ihre Sommerferien in der
­Dominikanischen Republik verbringen. Luca Francolini hat sich
bei den Skiferien noch nicht ganz
festgelegt: Entweder geht er auf
den Flumserberg oder nach Laax.
Falls es ihn aber doch nach Italien
oder Österreich ziehe, bleibe er
gleich mehrere Tage, meint er zum
Schluss. Darina Schweizer
Sandra Rodrigues.
Luca Francolini.
donnerstag, 8. januar 2015
Neuhauser Woche
Geschichte
5
Der freigebige Zar
machte viele Geschenke
Zar Alexander I. und seine Schwester Katharina in Neuhausen am Rheinfall beim Küfer Johann Jakob Rich und
seiner Gemahlin Anna Maria. Bild: Holzschnitt aus der Sammlung des Zürcher Kartografen Heinrich Keller
Der Schaffhauser Alexander
Beck schreibt: Der Wirt im
Schloss Laufen bekam eine
goldene Tabaksdose, ein Maler
einen goldenen Ring mit Bril­
lanten. Der Wirt im Gasthaus
Krone erhielt 100 Dukaten
und die Hausangestellten
50 Dukaten. Der Kutscher
Schalch, der den Kaiser zum
Schloss Laufen und nach Neu­
hausen brachte, erhielt
50 Dukaten. Zwei Dragoner­
offiziere, die ihn bei Bargen
empfangen hatten, erhielten
goldene Dosen und Ringe. Das
Schaffhauser Blinden-Institut
bekam 70 Gulden. (M. Ha.)
Es war kalt, als der Zar an die Tür klopfte
Am 9. Januar 1814 klopfte der russische Zar Alexander
I. beim Neuhauser Küfer Johann Jakob Rich an die Haustür und verlangte für sich und seine Schwester ein bescheidenes Mittagessen. Martin Harzenmoser
Eigentlich war der Zar Alexander I.
(1777–1825) nur auf der Durchreise.
Nach dem Sieg in der Völkerschlacht
bei Leipzig im Oktober 1813 stiessen
russische, preussische und österrei­
chische Truppen weiter nach Osten
vor und drängten Napoleons Streit­
kräfte allmählich hinter die französi­
sche Landesgrenze zurück. Am
13. Januar 1814 war ein «Dreikaiser­
treffen» in Basel geplant, zu dem
Alex­ander, nach einem Aufenthalt in
Karlsruhe, via Schaffhausen anreiste.
Die Schwester des Zaren, die
Grossfürstin Katharina Pawlowna,
war schon am 19. Dezember 1813 in
«Sa sdorówje!»
­morgen am ChübeliMoser-Haus
Morgen Freitag, 9. Januar, um
12 Uhr findet beim­ChübeliMoser-Huus ein Festakt statt,
der an den Besuch des Zaren
vor rund 200 Jahren erinnert.
Dabei ist der russische Bot­
schaftsrat Sergey Lysikow. Es
gibt einen Umtrunk. Für alle
russischstämmigen Einwoh­
ner gibt es dann ein Mittages­
sen im «Volkshaus». (M. Ha.)
Schaffhausen eingetroffen und hatte
sich im besten Hotel, im Gasthaus
Krone beim St. Johann, einquartiert.
Sie musste lange auf ihren Bruder
warten: Der kam erst drei Wochen
später in Begleitung des Grafen Tols­
toy und einiger Offiziere an. In
einer Chronik heisst es dazu: «Der
Zar erreichte am Freitag, 7. Januar,
nachts um 10 Uhr, bei Bargen die
Schaffhauser Grenze. Er wurde dort
von einer Schwadron Dragoner in
Empfang genommen. Zu Ehren des
hohen Gastes war die ganze Stadt
mit Laternen beleuchtet worden.
Ausserdem hatte man an einigen
Häusern Transparente aufgespannt,
auf denen zu lesen stand ‹Amico
Helvetiorum› (dem Freund der
Schweizer). Auf eine offizielle Be­
grüssung des Zaren wurde aller­
dings verzichtet, um die Nachtruhe
nicht zu stören.»
101 Salutschüsse abgefeuert
Am Morgen des 8. Januar 1814
wurden in der ganzen Stadt eine
halbe Stunde lang die Glocken ge­
läutet. Anschliessend feuerte man
beim Munot 101 Salutschüsse zu
Ehren des hohen Besuchs ab. Mit­
tags um 12 Uhr fand der offizielle
Empfang statt, bei welchem Alexan­
der dem Stadtrat und der Schaff­
hauser Bevölkerung versicherte,
dass er ein grosser Freund der
Schweiz sei. Er erklärte: «Ich liebe
neben den Russen niemanden so
sehr wie die Schweizer. Ein Schwei­
zer (Fréderic-César Laharpe) war
mein erster Lehrer, dem ich unend­
lich viel zu verdanken habe. Ausser­
dem liebe ich die Schweizer wegen
ihres Charakters. Ich will mein Bes­
tes tun, dass die Schweiz wieder
ihren Frieden und ihre Freiheit zu­
rückbekommt.»
«Hocked ab, Majestät!»
Bevor Alexander I. nach Basel
weiterreiste, um sich dort mit sei­
nen Verbündeten zu treffen, gönnte
er sich in Schaffhausen drei Ruhe­
tage. Gemeinsam mit seiner Schwes­
ter fuhr er nach dem Empfang in
einer offenen Kutsche zum Schloss
Laufen. Dort liessen sich die beiden
vom Neuhauser Schiffer Heinrich
Gelzer zum Schlössli Wörth hin­
überrudern. Unterwegs kam es zu
einem kleinen Zwischenfall: Der
Kaiser wollte offenbar das Natur­
schauspiel stehend im Boot bewun­
dern. Wegen der Wellen befürchtete
der Schiffer allerdings, dass der Zar
über Bord gehen könnte. Weil er we­
der Russisch noch Französisch
konnte, rang Gelzer sich schliesslich
durch, dem russischen Monarchen
zuzurufen: «Hocked ab, Majestät!»
Im Schlössli Wörth angekommen,
nutzten die Russen die Gelegenheit,
um den Rheinfall aus einer «Camera
obscura» zu betrachten, einer spe­
ziell abgedichteten Hütte, in wel­
cher ein Lichtstrahl ein Abbild des
Wasserfalls projizierte.
Zu Gast bei Küfer Rich
Am Sonntag, dem 9. Januar, reis­
ten der Zar und seine Schwester er­
neut zum Rheinfall, vermutlich, weil
das Naturschauspiel einen mächti­
gen Eindruck auf sie gemacht hatte.
Weil es an diesem Tag bitterkalt war
und die weit gereisten Gäste Hunger
hatten, klopften sie anschliessend
bei einem Küfermeister in Neuhau­
sen an. Johann Jakob Rich und seine
Frau Anna Maria waren auf so hohen
Besuch natürlich nicht vorbereitet.
Aber Alexander I., der sich auch
schon bei anderer Gelegenheit volks­
tümlich gezeigt hatte, bat lediglich
um Brot, etwas Käse und Milch für
sich und seine Begleitung. Während
des Essens erkundigte sich der Zar
nach den Lebensumständen des Kü­
fers, und beim Abschied umarmten
er und seine Schwester das Küfer­
ehepaar herzlich und gaben ihnen
auch noch ein paar Dukaten in die
Hand. Später liess Zar Alexander Ja­
kob Rich noch nach Schaffhausen
ins Gasthaus zur Krone kommen und
beschenkte ihn dort zusätzlich mit
50 Gulden. Die gleiche Summe er­
hielt übrigens auch der Schiffer Gel­
zer für seine Dienste. Ein Nachfahre
Gelzers soll übrigens versucht ha­
ben, die Planke, auf welcher der Zar
gesessen hatte, in den 1920er-Jahren
nach Russland zu verkaufen. Das da­
malige Regime lehnte den Kauf aber
ab. Wo sich die Planke heute befin­
det, ist nicht bekannt.
Der Gewerbeverband
Neuhausen präsentiert:
Rattin AG: Bewährtes 2015 fortsetzen
Erich und Regula Schlatter-Lang von der Rattin AG sehen keine Veranlassung, im Jahr 2015
von ihren bewährten Geschäftsprinzipien abzuweichen
Im abgelaufenen Jahr 2014 fanden vor allem die Reisen in der Royal Class, wo alle
Destinationen sehr gut besetzt waren, und
die kombinierten Flug-Car-Reisen nach
Skandinavien regen Zuspruch. «Wir gehen
davon aus, dass diese Tendenzen anhalten
werden», erklärte Geschäftsführer Erich
Schlatter, «und werden das Programm der
Kombireisen entsprechend weiterführen.»
Angeflogen und angefahren werden «Best
of England – Wales – Dublin» vom 3. bis 10.
Juni 2015 und «Grünes Irland – Normandie» vom 13. bis 21. Juni 2015. Kombireisen sind bei den Passagieren deshalb beliebt, weil sie mehr Zeit zur Erkundung der
Destinationen zur Verfügung haben. «Erst-
mals werden wir über Pfingsten, 23. bis 31.
Mai 2015, die Sonneninsel Mallorca über
Barcelona anfahren», so Erich Schlatter
weiter, im attraktiven Programm sind auch
Erholungsferien eingeplant. An einem Tag
der offenen Tür, am Samstag, 17 Januar
2015, von 10 bis 17 Uhr, informiert die Rattin AG über das Reiseprogramm 2015.
Die Rattin-Carflotte umfasst acht Einheiten
mit einem Durchschnittsalter von vier Jahren, darunter zwei mit Royal-Class-Bestuhlung und 30 Plätzen sowie zwei 50-plätzige
Dreiachser. Ergänzt wird der Fuhrpark mit
einem Kleinbus Sprinter von MercedesBenz. «Nachdem 2013 die zwei RoyalClass-Fahrzeuge neu angeschafft wurden,
planen wir 2015 keine Neuanschaffungen», so Erich Schlatter, «für 2016 stehen
indessen sinnvolle Erneuerungen im Fahrzeugpark an.» Abgeschoben werden soll
dabei einer der 44-Plätzer.
«The Royal Class Car» ist bei unserer Kundschaft wegen seines speziellen Komfort
besonders geschätzt.
Bild: Rattin AG
Neben dem Cargeschäft ist die Rattin AG
auch als Subunternehmer für die Regionalen Verkehrsbetriebe Schaffhausen (RVSH)
im Kanton Schaffhausen und von PostAuto
Zürich im Zürcher Weinland tätig. Mit den
in der Werkstätte in Neuhausen am Rheinfall gewarteten Bussen (15 Einheiten) werden jährlich 1,3 Millionen Kilometer zurückgelegt. (W. B.)
Erich und Regula Schlatter-Lang sind für
die Geschäftsführung der Rattin AG verantwortlich.
Bild: Rattin AG
Rattin AG
Zollstrasse 95
CH-8212 Neuhausen am Rheinfall
Telefon 052 633 00 00
Fax 052 633 00 01
Gratisnummer 0800 728 746
E-Mail: info@rattin.ch
www.rattin.ch
Büro-Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
8.00 bis 12.00 Uhr
13.00 bis 17.30 Uhr
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Erhältlich bei Kuhn-Druck AG in Neuhausen
und bei Bücher-Schoch, Vordergasse,
Schaffhausen, zum Preis von 28 Franken.
Kuhn-Druck AG, Verlag und Herausgeber
Leidenschaft
«Photography – Dance – Print». Drei Leidenschaften begegnen sich in einem Projekt.
Evang.-ref. Kirche
Neuhausen am Rheinfall
Donnerstag, 8. Januar
A1386541
8.30 Gemeindemorgenessen, KGH
Mit Ihrem Inserat in
alle Neuhauser
Haushalte.
Ein besonderer Bildband mit Aufnahmen des
Fotografen Ernst Müller. Über Jahre hinweg
hat er Tänzer der CINEVOX JUNIOR COMPANY
von Malou Leclerc fotografiert. Der Bildband
nimmt die Tradition der Kuhn-Druck AG wieder auf, mit einer Buchproduktionen lokale
Künstler und Kulturschaffende zu würdigen
und dabei die eigene Leidenschaft, die Druckkunst, zu präsentieren.
Sonntag, 11. Januar
9.30 Gottesdienst, Pfr. Jürgen Ringling
Bestattungen: Pfr. Jürgen Ringling
K U H N
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fair. Herr Winter, Tel. 077 488 81 58
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Peter Aragai, Kundenberater
Tel. 052 633 32 68
anzeigen@neuhauserwoche.ch
DRUCK
Erhältlich ist der Bildband bei Kuhn-Druck AG
und bei Foto Müller in Neuhausen am Rheinfall zum Preis von 40 Franken, bzw. 45 Franken
im Leinenschuber.
Kuhn-Druck AG · Grafischer Betrieb
8212 Neuhausen am Rheinfall
052 672 10 88 · www.kuhndruck.ch
donnerstag, 8. januar 2015
Leute
Neuhauser Woche
Die Eltern wollten nicht aufs Bild:
Xhavit (hinten) und Xheneta spielen.
Alfred Stamm beim Putzen und Kratzen. «S isch schliferig», sagt er,
nachdem er sein Gleichgewicht wieder gefunden hat.
7
Familie Staude aus Schaffhausen
steigt soeben in den Einer ein.
In den Gesichtern die Freude am Schnee
Am Sonntag schneite es, die Strassen waren rutschig,
und dennoch waren viele Leute unterwegs, auch mit
dem Auto. Dick eingepackte Spaziergänger, Touristen,
die an den Rheinfall wollten, Leute, die die weisse
Pracht wegschippten, und Kinder, die vor dem Kirchacker-Schulhaus spielten. Bilder: Alfred Wüger
Luigi Bozzini ist Hauswart und
schippt die Gehwege frei.
Stephan und Nathalie Veuillet:
«Wir lieben den Schnee!»
Nelson Faria liefert Medikamente
aus: «Muss langsam fahren.»
Aus Griechenland im Schneetreiben an den Rheinfall: Maria Papadaike,
Tochter Malena, Vater Dimitris Papandakis und Sohn Joanis.
Was ich in meiner freien zeit am liebsten tu
Josef Eugster spaltet Holz. Bild: Darina Schweizer
Josef Eugster kann so richtig abschalten,
wenn er am Waldrand gleich hinter der
­­Gawaplast AG Holz hackt. Für den Geschäftsleiter der Firma ist das Hobby der
­optimale Ausgleich zu seiner Sieben-TageWoche. Jeweils am Samstagnachmittag,
nachdem er fertig gearbeitet hat, stellt er
seinen Hackklotz hinter der Firma auf und
zerkleinert mit einem Beil die breiten
Scheite, welche er im Wald zusammengesucht hat. Diese bindet Josef Eugster mit
Kleinholz zusammen, welches durch die
äusseren Scheite zusammengehalten wird.
«Daraus entsteht dann ein ‹Büscheli›, wie
wir Appenzeller sagen. In Schaffhausen
nennt man so ein ‹Büscheli› Welle», so der
gebürtige Appenzeller. Mit den Wellen beheizt er seinen eigenen Kachelofen zu
Hause oder gibt sie an den Bekanntenkreis
weiter. «Es gibt nur wenige, die dieses
Hobby noch betreiben», sagt der gelernte
Spengler und Sanitär. Trotzdem seien die
Wellen immer noch sehr gefragt, man könne
sie sogar teuer verkaufen. Besonders in älteren Häusern seien sie beliebt, da die Leute
dort häufig mit Kachelöfen heizten. Gelernt
hat Josef Eugster das Holzhacken auf dem
Bauernhof im Appenzellerland, wo er aufgewachsen ist. «Meine erste Welle habe ich
schon als kleiner Bub hergestellt», sagt er.
8 Die Letzte
angetroffen
Neuhauser Woche
donnerstag, 8. januar 2015
der hingucker
Die milchige Brille am Strassenrand versetzt einen …
Manuela und Bruno Hertli sind auf
dem Weg zur Post. «Wir haben
heute unseren freien Tag und erledigen deshalb so viel wie möglich»,
erklärt Bruno Hertli. Nach der Post
geht es dann zum Einkaufen und
anschliessend an die frische Luft.
«Es ist so schönes Wetter! Das werden wir noch auf einem Spaziergang geniessen», lacht Manuela.
Sie freut sich, und hofft auf weitere
sonnige Tage. Denn, bald ist Fasnacht und Hilari. «Wir sind immer
verkleidet und mit viel Freude dabei», verraten beide. (C. Z.)
IT3-Hallencup
der Junioren
Am Wochenende findet in der Rhyfallhalle das zweite Turnierwochenende des IT3-Hallencups des VFC
Neuhausen statt. Am Samstag, 10. Januar, finden von 8 bis 18.30 Uhr zwei
Halbtagsturniere der F-Junioren statt.
Die E-Junioren spielen am Sonntag,
11. Januar, von 8 bis 18.30 Uhr. An
den beiden Tagen nehmen 40 Mannschaften aus den Kantonen Thurgau,
Schaffhausen und Zürich teil. Tor­
hüter und das Team des Tages werden ausgezeichnet. Roger Kilchör
IMPRESSUM
Verlag und Druck
Kuhn-Druck AG, Neuhausen
Dieter Mändli, info@kuhndruck.ch
Telefon +41 52 672 10 88
Redaktion Alfred Wüger
redaktion@neuhauserwoche.ch
Telefon +41 52 670 01 30
Anzeigenverkauf Peter Aragai
anzeigen@neuhauserwoche.ch
Telefon +41 52 633 32 68
Layout Nicole Plieninger
Kooperationspartner
Meier + Cie AG, Schaffhausen
Adresse «Neuhauser Woche»,
Kuhn-Druck AG, Industriestrasse 43,
8212 Neuhausen am Rheinfall
Erscheinungsweise
Jeweils am Donnerstag
Anzeigenschluss Mittwoch, 9 Uhr
Auflage 5200 Exemplare, verteilt
in alle Neuhauser Haushaltungen
Online www.neuhauserwoche.ch
PERFOR MANCE
neutral
Drucksache
01-12-317927
myclimate.org
… subito tief in das Traumland. Gesehen am Dreikönigstag an der Poststrasse. Bild: Alfred Wüger
Tipp der woche
agenda
Do., 8. JANUAR
• Gemeindemorgenessen zugunsten der
Afghanistanhilfe,
evang.-ref. Kirchgemeindehaus, 8.30 Uhr.
Fr., 9. JANUAR
einem kleinen Mittagessen im Volkshaus
eingeladen. ChübeliMoser-Huus, 12 Uhr.
Sa., 10. JANUAR
• Schlosskonzert
WINTERPAUSE!
zum Thema «Ars Amatoira – Liebeskunst»
nach Ovid. Charlottenfels, 20 Uhr.
• Bunkerparty 70er-
• Fredy Schär
bis 80er-Rocksound
mit DJ XIII. Bunker XI,
Schützenhaus Langriet, 20–1 Uhr.
Mit dem Komik-Erfolgsprogramm: witzige Songs, herzhafte
Gags, Geschichten
zum Schmunzeln und
Lachen. Trottentheater, 20.15 Uhr.
• Neuhuuser Märkt
• Zar Alexander I. Erinnerungsanlass anlässlich des Zarenbesuches vor 201 Jahren. Kurze Ansprache
mit Apéro. Alle russischstämmigen Einwohner der Gemeinde
sind anschliessend zu
Mo., 12. JANUAR
• Orientierungsabend Maturität Kantonsschule Schaffhausen, 19.30 Uhr.
DI., 13. JANUAR
• Infoveranstaltung
zum Studium an
der Pädagogischen
Hochschule PHSH,
PHSH in Schaffhausen, 19 Uhr.
mi., 14. JANUAR
• Berufe stellen sich
vor: Automatiker/in
(EFZ); Konstrukteur/in
(EFZ); Polymechaniker/in EFZ. Anmeldung bis 9. Januar
unter 052 674 69 42.
Wibilea, 14 Uhr.
• Berufe stellen sich
vor: Kunststofftechnologe/-login (Spritzgiessen, Pressen) EFZ;
Logistiker/in EFZ. Anmeldung bis 9. Januar
unter 052 674 69 42.
Wibilea, 14 Uhr.
vereinspinnwand
ATB Neuhausen
11. Januar: 94. Generalversammlung
in Neuhausen.
Unteroffiziersverein Schaffhausen 10. Januar: Neujahrs­
apéro im Restaurant Schönbühl in Schaffhausen.
Iwan Bunin lesen! Mit den Nobelpreisen ist das so eine Sache: Für
kurze Zeit weiss man, wer einen
für was bekommen hat, dann verschwinden die Ausgezeichneten
wieder in der Versenkung. Das ist
bei den Literatur-Nobelpreisen
nicht anders. Vielleicht könnten
wir den einen oder andern Preisträger nennen, aber im grossen
Ganzen … Iwan Bunin jedenfalls
ist hierzulande ziemlich unbekannt. Es gilt, ihn zu entdecken.
Er wurde 1870 geboren und starb
1953 in Paris. Er war ein Gegner
der Russischen Revolution und
verliess seine Heimat 1920 endgültig. Sein Hauptthema ist das
Landleben, das Leben auf dem
Dorf vor der Oktoberrevolution.
Mit einer einfachen und sehr sinnlichen Sprache beschreibt er Natur
und Alltag auf den nach und nach
verarmenden Adelsgütern und
stellt das Leben in der Steppe dar
in Kurzgeschichten. Sein Werk ist
im Dörlemann-Verlag greifbar.
Egal, wo Sie anfangen zu lesen, es
wird Sie packen. 1933 erhielt
Iwan Bunin als erster Russe den
Literatur-Nobelpreis. (Wü.)
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Seele and Geist
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