close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

3

EinbettenHerunterladen
LESESTOFF: GANZ ALLEIN – DIE EBOLA-WAISEN VON LIBERIA | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
PLAUENER ZEITUNG
Dienstag, 6. Januar 2015
Eine Stadt
aus Eis
LOKALES
PLAUEN
Idee von neuer
Arena in Plauen
In der chinesischen Stadt Harbin ist
gestern das 31. Internationale Eisund Schneefestival eröffnet worden. Das Festival mit seinen Schneeund Eiskopien chinesischer Paläste,
russischer Kirchen oder französischer Kathedralen gilt als Touristenmagnet und zieht jährlich innerhalb von vier bis sechs Wochen
mehr als 800.000 Besucher an. Um
die Eiskunstwerke auf der rund
400.000 Quadratmeter großen Fläche aufzubauen, waren 10.000 Arbeiter erforderlich. Das Festival umfasst insgesamt vier Themenparks.
Geschaffen wurde die Winter-Wunder-Stadt, die nachts eindrucksvoll
beleuchtet wird, aus beinahe einer
halben Millionen Kubikmeter
Schnee und Eis. Dieses stammt aus
dem Songhua Fluss. Zu Blöcken geformt, entstehen Torbögen und Kathedralen, die bis in den Himmel ragen. Harbin ist die Hauptstadt der
nordöstlichen Provinz Heilongjiang. In der Stadt leben rund 3,3 MilFOTO: DPA
lionen Einwohner.
In Plauen gibt es die Idee vom Bau
einer neuen Multifunktionsarena, die bis zu 2000 Zuschauer
fasst. Sie stammt von Bernd Märtner, Chef des SV 04 Oberlosa. Als
Standort hat er die Elsteraue im
Blick. Märtners Idee: Der Bau sollte gestemmt werden, ohne die
Plauener Stadtkasse zu belasten –
allein durch staatliche Zuschüsse
und mit privatem Geld. Den Ball
nahm auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) bei
seinem Neujahrsempfang auf. (tb)
Seite 9: Bericht
PLAUEN
Abstimmung zu
Weihnachtstassen
Ran an die Tassen: Nach der tollen
Vorjahresresonanz können die
Plauener auch dieses Jahr wieder
über das Motiv der offiziellen
Plauener Weihnachtsmarktbecher abstimmen. Die Abstimmung läuft bis Ende Januar, sechs
Motive stehen zur Auswahl – darunter der Kemmler, die Weberhäuser und das Malzhaus. Wer
mitwählen will, kann dies ganz
leicht im Internet tun. Die Aktion
„Bürgertasse“ war vom 2013 verstorbenen Galeristen und Stadtrat
Andy Darby ins Leben gerufen
Seite 9: Bericht
worden. (nd)
IN DIESER AUSGABE
Sachsen Torgau wird als
Zentrum der Reformation
wiederentdeckt
Sport Österreicher und
Skispringen, das passt nicht
nur im deutschen Team
Ratgeber Wie erkenne ich
regionale Lebensmittel und
wo sind die Schwachstellen?
» www.freiepresse.de/fotogalerie
Zu wenig Ermittler, alte Technik:
Staatsanwälte schlagen Alarm
Kriminalisten klagen bundesweit über massive Probleme bei der zügigen Auswertung sichergestellter
Beweise. Dadurch drohen
sogar Prozesse zu platzen.
VON JÜRGEN BECKER
CHEMNITZ — Die
kriminaltechnischen Institute der Landeskriminalämter sind überlastet. Es fehlt an
Personal. Außerdem bräuchten Ermittler eine leistungsfähigere Technik, um mit den Tätern mithalten zu
können. Besonders dramatisch ist
die Situation in Sachsen, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und
Nordrhein-Westfalen. Das berichtete gestern der Sender MDR Info unter Berufung auf Ermittler und ein
internes Schreiben nach einem Treffen der Generalstaatsanwälte im
sächsischen Görlitz.
Starke Besetzung
GELDPOLITIK
Im neuen Fall für Anwalt Vernau
(Jan Josef Liefers) spielt Gudrun
Landgrebe die Episodenhauptrolle. Im rtv-Magazin erklärt sie,
weshalb sie „Der Mann ohne
Schatten“ nach Kuba führt.
Euro setzt seine
Talfahrt fort
WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
-3°
-2°
Morgen
2°
-2°
Einzelpreis 1,00 Euro
1°
-3°
Übermorgen
3°
2°
Ausführliches Wetter: Seite 8
20002
Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden,
bestätigt, dass Engpässe am kriminaltechnischen Institut Verfahren
verzögerten. „Wir würden uns wünschen, dass Beweismittel schneller
ausgewertet werden“, sagt der Oberstaatsanwalt. Es komme vor, dass
Untersuchungsergebnisse
von
Komplexspuren selbst bei Tötungsdelikten so spät vorlägen, dass sie
dem Gericht erst nach Anklageerhebung vorgelegt werden könnten.
„Wirklich schlimm ist das aber
nicht, denn wichtig ist nur, dass ein
Beweismittel noch im Hauptverfahren eingebracht wird.“
Allein vom Landeskriminalamt
im Freistaat werden jährlich zwischen 18.000 und 20.000 DNA-Proben untersucht. „Fakt ist, dass wir
bei der Auswertung dieser Spuren
bei 110 Prozent Dauerbelastung angekommen sind“, sagt Tom Bernhardt, Sprecher der Behörde.
Zu schaffen macht den Ermittlern auch die Zunahme der Internetkriminalität. Die zu sichtende Da-
bei einer so langen Verfahrensdauer
die Verhältnismäßigkeit nicht mehr
gewahrt sei. Oberstaatsanwalt Klein
sagt, dass ihm selbst aus Sachsen
aber kein Hauptverfahren bekannt
sei, dass aus diesem Grund geplatzt
sei. „Wir versuchen, die Situation zu
entschärfen, indem Beweismittel in
allen Haftsachen wie Mord und Totschlag vorrangig ausgewertet und
auch externe Gutachter bemüht
werden.“
Mehrere Dutzend Terabyte Datenmaterial in der Auswertung
Mithilfe des Internets sind 2013 laut
Landeskriminalamt in Sachsen 11.663
Straftaten begangen worden, darunter 9220 Betrugsdelikte. Wegen statistischer Änderungen gibt es keine
Vergleichszahlen aus den Vorjahren.
Zur Verfolgung der zunehmenden Internet-Kriminalität ist im Sommer
2013 im Freistaat ein „Cyber Crime
Competence Center“ mit 67 Mitarbeitern gegründet worden. „Wir haben
jedes Jahr mehrere Dutzend Terabyte
Daten in Bearbeitung“, sagt ein Sprecher des Landeskriminalamts. Ein Terabyte reicht für das Röntgenbildarchiv eines großen, technisch modern
ausgestatteten Krankenhauses.
„Schon die Entschlüsselung eines
chiffrierten Gigabytes kann aber einige Wochen Arbeit in Anspruch nehmen.“ In den Großverfahren im Finanzskandal um Infinus und dem illegalen Filmeanbieter kinox.to seien
ganz oder teilweise andere Ermittler
eingesetzt. (juerg)
Königliche Ruhestätte
Das unterägyptische Abu Sir gilt als Schatztruhe für Archäologen
FRANKFURT (MAIN) — Spekulationen
über einen bevorstehenden Kauf
von Staatsanleihen im großen Stil
durch die Europäische Zentralbank
haben dem Euro zugesetzt. Die Gemeinschaftswährung fiel gestern
zwischenzeitlich auf 1,18605 Dollar
und damit auf den niedrigsten Stand
seit fast neun Jahren. Globale Konjunktursorgen und die Angst vor einem Ende der Sparpolitik in Griechenland oder einem Euro-Austritt
des Landes trieben Anleger zusätzlich um. Der Chef der linken SyrizaPartei, Alexis Tsipras, hat gedroht,
im Falle eines Sieges bei den Parlamentswahlen am 25. Januar Zinsund Schuldenzahlungen seines Landes einzustellen sowie den Sparund Reformkurs des Landes zu beenden. (rtr) Seite 7: Fragen & Antworten
tenmenge auf Computer-Festplatten, USB-Sticks, DVD oder Handys
hat sich dabei vervielfacht. Laut
MDR Info räumten Ermittler in
mehreren Bundesländern ein, dass
Untersuchungsaufträge
deshalb
zum Teil länger dauern als neun Monate. In solchen Fällen haben schon
mehrere Gerichte entschieden, sichergestelltes Beweismaterial wie
Computer oder Handys ungeprüft
an Verdächtige zurückzugeben, weil
Tschechische Wissenschaftler haben in Ägypten das Grab einer bisher unbekannten Königin entdeckt.
Es soll sich um Khentakawes III.
handeln, Frau von Pharao Raneferef,
meldete die ägyptische Staatszeitung „Al-Ahram“ gestern unter Berufung auf den ägyptischen Antikenminister Mamdu al-Damati. Ihr Name sei auf den mit Hieroglyphen beschrieben Wänden der in Abu Sir
südwestlich von Kairo entdeckten
Grabkammer entziffert worden.
Pharao Raneferef, dem die neu entdeckte Gemahlin zugeordnet wird,
herrschte vor rund 4500 Jahren.
Das Grab befindet sich im Herzen
des königlichen Grabkomplexes
von Abu Sir am westlichen Ufers des
Nils, rund 20 Kilometer südwestlich
von Kairo. Abu Sir gilt als eine der
bedeutendsten Totenstädte Ägyp-
Der jetzt entdeckte Grabbau ist ein
Vorläufer der Pyramiden.
FOTO: ÄGYPTISCHES AUßENMINISTERIUM/DPA
tens. In der Anlage liegen neben
dem unvollendeten Grabmal von
Pharao Raneferef auch die Pyramiden seines Vaters und seines Großvaters. In einer Grabkammer tief unter der Erde wurden Inschriften entdeckt, die den Namen von Khentakawes III. und ihre Stellung am königlichen Hof belegen.
Die Entdecker erhoffen sich Aufschlüsse über das pharaonische Leben in der fünften Dynastie (ca. 2500
bis 2350 vor Christus). Pharao Raneferef wird von Forschern ein großer
Baueifer nachgesagt. So soll er zu
Lebzeiten einen komplexen Sonnentempel in Auftrag gegeben haben. Dieser ist jedoch bis heute nicht
entdeckt worden. (dpa) Marc Röhlig
Rund 18.000
Menschen bei
Pegida-Aktion
Gegendemonstrationen
in mehreren Städten
DRESDEN/KÖLN — Das Dresdner Pegida-Bündnis hat offenbar nichts an
Anziehungskraft verloren. An der
mittlerweile elften Demonstration
nahmen gestern Abend nach Polizeiangaben etwa 18.000 Menschen
teil. Das sind noch einmal mehr als
vor Weihnachten, als dem Aufruf
der „Patriotischen Europäer gegen
die Islamisierung des Abendlandes“
17.500 Menschen gefolgt waren.
Der Protest von Pegida richtet
sich gegen die angebliche „Überfremdung“ Deutschlands. In Sprechchören wurden erneut vor allem
Medien („Lügenpresse“) und Politiker („Volksverräter“) angegangen.
Als Gastredner trat dieses Mal der
Publizist Udo Ulfkotte auf.
Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel
forderte Sachsens Ministerpräsident
Stanislaw Tillich (CDU) auf, an einem der nächsten Montage zu den
Dresdner Pegida-Demonstranten zu
sprechen. Oertel sprach von einem
„fairen Angebot“, Tillich könne „frei
sprechen“. Allerdings wurde allein
die Namensnennung von Tillich
wie auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Pfiffen und
„Pfui“-Rufen quittiert. Merkel hatte
in ihrer Neujahrsansprache dazu
aufgerufen, sich nicht den Demonstrationen anzuschließen.
Ableger der Pegida-Bewegung
gingen gestern auch in anderen
deutschen Städten wie Berlin und
Köln auf die Straße, wo sich ihnen
jedoch überall deutlich mehr Gegendemonstranten entgegenstellten. In Dresden nahmen an einem
symbolischen „Neujahrsputz“ mit
Musik gegen Pegida mehr als 2000
Menschen teil. Zudem hatte das
Bündnis „Dresden für alle“ mit Integrationsministerin Petra Köpping
(SPD) am Rande der Pegida-Demonstration zum Dialog eingeladen.
Ein anderes Zeichen setzten die
katholische Kirche und VW: Um
den jeweiligen Pegida-Aktionen
nicht als Kulisse zu dienen, blieben
der Kölner Dom wie auch die Gläserne Manufaktur in Dresden unbeleuchtet. (tz/dpa) Seite 4: Leserbriefe
4 190932 901004
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 4, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00 Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
2 Freie Presse
SACHSEN
Dienstag, 6. Januar 2015
Crystal:
Ulbig setzt
auf Hilfe aus
Tschechien
NACHRICHTEN
STÖRUNG
Internet-Ausfall bei
Tausenden Kunden
LEIPZIG — Tausende Kunden der Primacom in Sachsen und mehreren
anderen Bundesländern mussten
gestern ohne Telefon und Internet
zurechtkommen. Wie das Leipziger
Unternehmen via Facebook mitteilte, konnten „viele Modems“ keine
Verbindung mehr ins Internet herstellen. Der Chemnitzer Großvermieter GGG informierte seine Mieter im Internet und sprach von einer
„globalen Signalunterbrechung“.
Auf einschlägigen Seiten im Internet und in sozialen Netzwerken beklagten sich Kunden aus Sachsen,
Sachsen-Anhalt, aber auch aus Hamburg und Nordrhein-Westfalen über
die Ausfälle, die demnach seit den
frühen Morgenstunden auftraten.
Für Anfragen war die Primacom gestern nicht erreichbar. Das TV- und
Radio-Angebot der Primacom war
laut GGG nicht betroffen. Der Kabelnetzbetreiber hat in zwölf Bundesländern insgesamt rund 800.000
Kunden, vor allem im Osten. (fp)
Polizeiabkommen soll
Fortschritte im Kampf
gegen die Droge bringen
DRESDEN — Im Kampf gegen die syn-
thetische Droge Crystal setzt Sachsen auf eine verstärkte internationale Zusammenarbeit. Innenminister
Markus Ulbig (CDU) erhofft sich dabei auch von einem deutsch-tschechischen Polizeiabkommen, das
schon in Kürze unterzeichnet werden soll, Fortschritte. „Wenn wir den
Polizeivertrag auch mit Tschechien
haben und damit die Eingriffsbefugnisse der deutschen und tschechischen Polizei noch größer sind, werden wir noch ein ganzes Stück weiter vorankommen“, sagte er.
Außerdem forderte Ulbig eine
länderübergreifende Kontrolle des
Handels mit Grundstoffen zur Cry-
Markus Ulbig
UNFALL
Arbeiter stirbt auf
Deponiegelände
Der Große Wendelstein auf Schloss Hartenfels – die Wendeltreppe gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten in dem Torgauer Frührenaissancebau. Erst
FOTO: PETER ENDIG/DPA/ARCHIV
im Dezember wurde die einjährige Sanierung Wendelsteins und des Langen Gangs abgeschlossen.
CHEMNITZ — Bei einem Arbeitsunfall
auf dem Gelände der 2009 geschlossenen Deponie am Weißen Weg in
Chemnitz ist gestern Mittag ein
Mann getötet worden. Laut Polizei
war er bei Wartungsarbeiten an einer Förderanlage eingeklemmt und
so schwer verletzt worden, dass er
wenig später starb. Der Unfall ereignete sich an der Restabfallbehandlungsanlage, in der der Müll sortiert
und aufbereitet wird. Wie es zu dem
Unglück kam, ist noch unklar. (fp)
Torgau – vergessenes Zentrum der
Reformation wird wiederentdeckt
STEUERBETRUG
Deutlich mehr
Selbstanzeigen
DRESDEN — 2014 haben sich in Sach-
sen erneut mehr reumütige Steuersünder den Behörden offenbart als
im Jahr zuvor. Die Zahl der Selbstanzeigen lag Ende Dezember bei 287,
wie ein Sprecher des Finanzministeriums in Dresden gestern sagte. Das
sind 131 mehr als im Vorjahr. In den
vergangenen zwölf Monaten konnten dadurch mehr als 1,7 Millionen
Euro zusätzliche Steuern eingenommen werden – gut doppelt so viel
wie im gesamten Vorjahr. (dpa)
BEZIEHUNGSDRAMA
Mann tötet Freundin
und sich selbst
NÜNCHRITZ/DRESDEN — Vor wenigen
Tagen entdeckten Ermittler die Leiche einer 30-Jährigen in Nünchritz
(Landkreis Meißen), jetzt steht für
sie fest: Die Frau wurde von ihrem
Freund getötet. Der 46-Jährige war
wenig später von einem Hochhaus
in Dresden selbst in den Tod gesprungen. Die Leiche seiner Freundin wurde in ihrer Wohnung gefunden, als die Polizei zu dem Selbstmord ermittelte, wie eine Sprecherin gestern sagte. Der Mann hatte
per Notruf angekündigt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Medienberichten zufolge lag die Kellnerin gefesselt und mit einer Plastiktüte
über dem Kopf in der Badewanne.
Ihr Chef habe deren Mutter alarmiert, nachdem die junge Frau nicht
zur Arbeit erschienen war. Die beiden seien erst seit kurzem ein Paar
gewesen, hieß es. (dpa)
MARKRANSTÄDT
In ihrer Residenz förderten
die Sachsen-Fürsten die
Umwälzung und schützten
den Reformator Luther.
Zum Jubiläum soll der
verblasste Hotspot der
Geschichte aufleuchten.
VON SIMONA BLOCK
TORGAU — Majestätisch
thront
Schloss Hartenfels am Torgauer Elbufer. Das größte vollständig erhaltene Schloss der Frührenaissance in
Deutschland ist architektonisches
Juwel und Touristenmagnet – aber
noch viel mehr: Die einstige Residenz der Kurfürsten von Sachsen
war das politische Zentrum der Reformation. „Die Macht der Herrscher schützte Luther und sie unterstützten die Verbreitung seiner
Ideen“, sagt der Direktor des Grünen
Gewölbes und der Rüstkammer in
Dresden, Dirk Syndram.
Diese Bedeutung des authentischen Ortes geriet fast in Vergessenheit, er wurde in diesem Zusammenhang aus Expertensicht bisher zu
wenig beachtet. Das soll sich im Zuge des 500. Jubiläums der Reformation 2017 ändern. Die Rolle Torgaus
bei der wichtigen Umwälzung im
16. Jahrhundert ist Gegenstand der
Nationalen Sonderausstellung „Lu-
Reformation auf der Homepage der
Feierlichkeiten 2017.
Dabei predigte Reformator Martin Luther dort und weihte 1544 mit
der Schlosskapelle den ersten protestantischen Kirchenbau – entworfen nach seinen Ideen. Zudem gründeten sich wichtige Bündnisse zum
Schutze der Glaubensfreiheit, 1530
wurden die „Torgauer Artikel“ zur
Kirchenreform erarbeitet. „Das ist
eine ausgesprochen spannende
Zeit“, sagt Syndram. „Wir wollen zeigen, dass Torgau unverzichtbar für
die Entwicklung der Reformation
war und wie keine andere Stadt das
Gefühl dieser Zeit erleben lässt.“
In der Sonderschau sollen auch
die gegenreformatorische Reaktion
der katholischen Seite, die Auswirkungen des Protestantismus auf die
Die Stadt und das Schloss
Torgau im Nordwesten Sachsens gilt
als eine der schönsten Renaissancestädte Deutschlands. Die vor über
1000 Jahren gegründete Kommune
mit derzeit rund 20.500 Einwohnern
war mehrfach ein bedeutender
Schauplatz der Geschichte.
1526 wurde dort der Torgauer Bund
zum Schutz des Protestantismus besiegelt, 1530 verfassten Martin Luther
(1483-1546) und andere Reformatoren die Torgauer Artikel. 1760 besiegte Preußens König Friedrich der Große nahe der Stadt die Österreicher.
Und am 25. April 1945 trafen die amerikanischen und sowjetischen Truppen dort erstmals zusammen.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen
das auf einem Porphyrfelsen über der
Elbe gelegene Schloss Hartenfels, das
im 15. und 16. Jahrhundert die bevorzugte Residenz der sächsischen Kurfürsten war. In der Stadt gründeten
sich unter deren Schutz die wichtigsten protestantischen Bündnisse zum
Schutz der Glaubensfreiheit. Seit der
Wende wurde Hartenfels mit Millionenaufwand saniert. (dpa)
Gesellschaft der heutigen Zeit sowie
Sprache und Verwaltung Deutschlands betrachtet werden. Die politische Geschichte der Reformation
wird von 1515 bis zum Torgauer
Bündnis 1591 mit rund 300 Objekten aus Deutschland, Europa und
den USA nachgezeichnet.
Dafür kommen Objekte großer
Fürstensammlungen aus Wien, Madrid, Gotha und Dresden nach Torgau: Harnische aus der Schlacht von
Mühlberg von Karl V. und SachsenKurfürst Moritz sowie das Manuskript von Luthers Übersetzung des
Alten Testaments. Etwa die Hälfte
der Exponate stammt aus Beständen
der Kunstsammlungen Dresden,
wie Luthers Siegelring und ein vergoldeter Deckelpokal aus dem Grünen Gewölbe. Fürstliche Textilien,
Prunkwaffen, Gemälde und Kupferstiche ergänzen Hauptstücke wie
das Rittergewand des Calatrava-Ordens von Karl V. „Dessen Eroberung
durch Kurfürst Moritz verkörperte
den Sieg des Protestantismus“, erklärt Syndram. „Damals wurde die
Entwicklung unserer Epoche, unserer Gegenwart begründet.“
Torgau war bis zur Konversion
von Kurfürst August dem Starken
1697 „so etwas wie die religiöse
Schutzmacht der Lutheraner“, erzählt Syndram. Nachdem der Herrscher aber katholisch wurde, habe
sich keiner mehr für die religiöse Residenz interessiert, die Weltgeschichte schrieb. (dpa)
FOTO: OLIVER KILLIG/DPA/ARCHIV
stal-Herstellung. „Wir brauchen eine
europäische Regelung. Damit wir
wenigstens innerhalb Europas –
wenn sich schon die Welt bei dem
Thema nicht einigen kann – kein
Einfallstor mehr haben.“
Die Zahlen gehen nach oben:
Schon von 2012 zu 2013 stieg die polizeilich sichergestellte Menge der
extrem schnell abhängig machenden Droge in Sachsen um fast 100
Prozent auf knapp 15 Kilo. Zahlen
für 2014 liegen noch nicht vor, doch
allein bei einem gemeinsamen
Schlag der tschechischen und deutschen Polizei Anfang November
wurden 2,9 Tonnen des CrystalGrundstoffs Chlorephedrin sichergestellt. 2,3 Tonnen der Droge mit einem Straßenverkaufswert von 184
Millionen Euro hätten damit hergestellt werden können.
Das Crystal-Problem breite sich
auch geografisch weiter aus: „Wir sehen, dass sich über Sachsens Landesgrenzen hinaus – beispielsweise in
Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin,
Brandenburg, besonders entlang der
Autobahnen – der Nachfragemarkt
entwickelt. Und damit wird das natürlich zu einem Thema in ganz
Deutschland.“
Schon jetzt sei die Zusammenarbeit mit den Nachbarn gut. Noch
müssten in den gemeinsamen Fahndungsteams aber je nach Einsatzort
immer Beamte des jeweiligen Landes die hoheitlichen Aufgaben übernehmen. „Im Polizeivertrag werden
den Beamten auf der jeweils anderen Seite mehr Kompetenzen eingeräumt. Das heißt aber auch für uns,
dass wir akzeptieren müssen, dass
ein tschechischer Polizist auf deutscher Seite hoheitliche Befugnisse
haben wird.“ (dpa)
Drama von Seifersbach fordert noch ein Opfer
Die jüngste Tochter des
Angeklagten begeht
Selbstmord. Zum ersten
Mal zeigt er im Gerichtssaal eine Gefühlsregung.
Fahrkartenautomat
gesprengt
VON JAN LEISSNER
MARKRANSTÄDT — Unbekannte
Angeklagte im Prozess um die tödlichen Schüsse von Seifersbach (Mittelsachsen) zu Pfingsten vorigen
Jahres gestern eine Gefühlsregung
gezeigt. Im Saal des Chemnitzer
Landgerichtes brach der 53-Jährige,
der das Verfahren bisher mit eisigem
Schweigen verfolgte, in Tränen aus.
Anlass war die Mitteilung von
Bernd Näkel, Mittweidaer Rechtsanwalt und Vertreter der Nebenklage,
haben in der Nacht zu gestern einen
Fahrkartenautomaten auf dem
Bahnhof von Markranstädt bei Leipzig gesprengt. Vermutlich sei Gas in
den Automaten eingeleitet worden,
teilte die Polizei mit. Um Silvester
herum waren in Leipzig mehrere
Fahrkartenautomaten der Leipziger
Verkehrsbetriebe gesprengt worden
– allerdings mit Böllern. (dpa)
ther und die Fürsten“ (15. Mai bis 31.
Oktober), die derzeit in Regie der
Staatlichen
Kunstsammlungen
Dresden vorbereitet wird. „Ein vergessener Ort der Reformation wird
wiederentdeckt“, nennt Kurator
Syndram das Ziel.
Es ist die erste von vier Präsentationen zum Reformationsjubiläum
2017 – und für Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) „ein
Meilenstein auf dem Weg zum Jubiläumsjahr“. Der Bund gibt 2,5 Millionen Euro für Sanierung und Rekonstruktion von Schloss Hartenfels sowie weitere 750.000 Euro für
die Schau. Sie soll Torgau als Stätte
der Reformation wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken – auch international. Momentan fehlt der Name selbst in der Liste der Stätten der
Sächsischer
Innenminister
CHEMNITZ — Zum ersten Mal hat der
wonach die jüngste Tochter des Angeklagten aus erster Ehe gestern
Selbstmord begangen hat. „Und du
bist schuld daran“, rief deren ältere
Schwester unter Tränen im
Gerichtssaal dem Vater Rolf W. zu.
Der ist laut Anklage verantwortlich für das Familiendrama, das sich
am Pfingstmontag 2013 in Seifersbach abgespielt hat. Der aus Hessen
stammende Mann hatte seine 39jährige Noch-Ehefrau vor den Augen ihrer Eltern und der vierjährigen Tochter mit einem Gewehrschuss in den Rücken regelrecht
hingerichtet und seine Schwiegermutter schwer verletzt. Die 39-Jährige hatte sich zuvor von dem Mann
getrennt, war mit ihrer Tochter aus
dem Haus in Nordhessen ausgezogen und hatte bei ihren Eltern in
Rossau Zuflucht gesucht, weil sie
von ihrem Mann verfolgt und verbal
9. Juni vorigen Jahres: Am Tatort in Seifersbach (Landkreis Mittelsachsen) sichern Polizisten die Spuren.
FOTO: HÄRTELPRESS/ARCHIV
bedroht worden sein soll.
Die erwachsenen Töchter von
Rolf W. hatten seit der verhängnis-
vollen Tat Anteil am Schicksal der
Familie in Sachsen genommen, waren auch als Zeuginnen im Prozess
aufgetreten. So berichtete die 29-Jährige vor dem Landgericht von früheren aggressiven Ausbrüchen des
53-Jährigen im Zusammenhang mit
der Trennung von ihrer Mutter. In
Berichten einer hessischen Tageszeitung äußerte sich auch ihre 25-jährige Schwester noch vor wenigen Wochen betroffen zu dem Fall, forderte
eine Verurteilung wegen Mordes.
Die Anklage lautet bisher auf Totschlag und versuchten Totschlag.
Nach dem Tod der Stiefmutter hatte
sie mehrere Nervenzusammenbrüche erlitten, so die junge Frau.
Der Prozess wird am 20. Januar
mit einem Vor-Ort-Termin in Seifersbach fortgeführt. Hier sollen
auch die Polizeibeamten noch einmal aussagen, die zuerst am Tatort
eingetroffen waren und auf die der
Angeklagte ebenfalls gezielt geschossen haben soll.
ZEITGESCHEHEN
Dienstag, 6. Januar 2015
Freie Presse
3
Ebola raubte ihre Eltern
Feind ist. Es gibt keinen Frontverlauf
und keinen Waffenstillstand“, sagt
George Kordahi.
In Liberia geht die Zahl der Neuinfektionen mittlerweile langsam
zurück. Um die Ansteckungsgefahr
so gering wie möglich zu halten,
dürfen Kinder und Betreuerinnen
die mit einer hohen, stacheldrahtbewehrten Mauer umgebenen SOSKinderdörfer dennoch kaum verlassen.
Aus Angst vor Ansteckung
werden in Liberia Kinder
ausgegrenzt, deren Eltern
an Ebola gestorben sind.
Selbst enge Verwandte
wollen oft nichts von ihnen
wissen. Wenn sie Glück
haben, landen sie in einer
Station, die ihnen beim
Start in ein neues Leben
helfen will.
„Manche der
Kinder haben
innerhalb kürzester
Zeit Mutter und
Vater verloren. Wir
versuchen, ihnen
so viel emotionalen
Halt wie möglich
zu geben.“
VON PHILIPP HEDEMANN
MONROVIA — Als seine alleinerzie-
hende Mutter und seine große
Schwester starben, wurde Saye* zum
Aussätzigen. Denn seine Familie
starb an Ebola. Aus Angst, sich beim
zehnjährigen Liberianer anzustecken, ließen alle Freunde und Verwandten den Jungen im Stich. Dabei
erzählte Saye ihnen immer wieder,
dass er sich nicht infiziert hatte.
Doch in Liberia glaubt kaum jemand einem Ebola-Waisen. Das
Land gehört mit Guinea und Sierra
Leone zu den am heftigsten betroffenen Nationen. Insgesamt sind in den
drei Ländern laut Weltgesundheitsorganisation bis zum Jahresanfang
knapp 7900 Menschen an dem Virus
gestorben.
Saye ist kein Einzelfall. Nach
Schätzungen des liberianischen Gesundheitsministeriums haben in
dem westafrikanischen Land bislang 2000 Kinder durch Ebola ihre
Eltern verloren. Damit sie mit ihren
Eltern nicht auch die Chance auf ein
Leben in Würde verlieren, eröffnen
die liberianische Regierung und die
SOS-Kinderdörfer jetzt ein Übergangswohnheim für Ebola-Waisen.
Die 18 Frauen und Männer, die sich
dort um die Kinder kümmern, wissen, was die unter fünf Jahre alten
Jungs und Mädchen durchgemacht
haben. Denn die Betreuer haben die
meist tödlich verlaufende Krankheit überlebt, sind jetzt immun gegen eine erneute Ansteckung.
„Manche der Kinder haben innerhalb kürzester Zeit Mutter und Vater
verloren. Wir versuchen, ihnen jetzt
so viel emotionalen Halt wie möglich zu geben, damit sie nicht dauerhaft traumatisiert werden“, sagt
George Kordahi, Direktor der SOSKinderdörfer in Liberia. Statt auf
Trost stoßen Ebola-Waisen in Liberia fast immer auf Ablehnung, Angst
oder sogar Hass. In der Hauptstadt
Monrovia haben die Aufklärungskampagnen mittlerweile zwar gut
gewirkt, aber auf dem Land glauben
immer noch viele Menschen, dass
Ebola-Kranke von Hexen oder bösen
Geistern verflucht sind. Die Zahl der
Straßenkinder ist deshalb sprung-
George Kordahi Direktor der
SOS-Kinderdörfer in Liberia
In Sicherheit: die Kinderdorf-Bewohner Antoinette (von links), Tenneh, Morris, Marcus und Arthur mit ihrer Betreuerin Jugbeh.
FOTO: PHILIPP HEDEMANN
Liberia – viele Jahre gebeutelt von Krieg und Korruption
Quendi Appleton, Verwaltungschefin
der Kinderdorf-Klinik, hilft bei einer
Übung.
FOTO: N. SANNI/SOS-KINDERDÖRFER
haft angestiegen. Die meisten von
ihnen sind mangelernährt, haben
ein geschwächtes Immunsystem
und sind deshalb besonders gefährdet, sich mit Ebola, Malaria oder Typhus anzustecken.
Weil das liberianische Gesundheitssystem bereits vor Ausbruch
der Seuche vollkommen überfordert war, hat die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf jetzt die seit 33 Jahren in
Liberia tätigen SOS-Kinderdörfer gebeten, bei der Betreuung der Waisen
zu helfen. In Brewerville, 15 Kilome-
Die älteste Republik Afrikas wurde
1847 von freigelassenen amerikanischen Sklaven ausgerufen. Bis 2002
wurde das westafrikanische Land am
Golf von Guinea mehr als zwei Jahrzehnte von Willkürherrschaft und
Bürgerkrieg geplagt. Rund 3,2 Millionen Menschen leben in Liberia, das
mit knapp 98.000 Quadratkilometern
etwas kleiner ist als Ostdeutschland.
Korruption und Menschenrechtsverletzungen führten Ende der 80er-Jahre zu einem Bürgerkrieg. Der damalige Präsident Charles Taylor, der 2003
ins Exil ging, soll kräftig am Handel
mit „Blut-Diamanten“ verdient haben.
Präsidentin seit 2006 ist Ellen Johnson-Sirleaf, erstes gewähltes weibliches Staatsoberhaupt Afrikas. (dpa)
ter nördlich von Monrovia, hat die
Hilfsorganisation deshalb ein Haus
für die Unterbringung von bis zu
25 Kindern, die Kontakt mit EbolaInfizierten hatten, gemietet. Während der dreiwöchigen Inkubationszeit werden sie dort psychologisch
und medizinisch betreut. Zeigen die
Jungs und Mädchen nach 21 Tagen
keine Krankheitsanzeichen, bemüht sich das Kinderdorf, sie bei ihren Familien oder Pflegeeltern unterzubringen. Trotz Unterstützung
durch das Internationale Rote Kreuz
wird dies nicht immer gelingen.
SENEGAL
GAMBIA
AFRIKA
MALI
GUINEABISSAU
GUINEA
SIERRA
LEONE
ELFENBEINLIBERIA KÜSTE
Monrovia
Atlantischer
Ozean
Tilo Steiner
Saye verlor durch Ebola seine Familie – jetzt hofft er auf Pflegeeltern,
die ihn aufnehmen. FOTO: NURUDEEN SANNI
Denn auch wenn Ebola-Überlebende nicht ansteckend sind, sind sie
stigmatisiert. Selbst enge Verwandte
haben im wahrsten Sinn des Wortes
Berührungsängste. Hinzu kommt,
dass in Folge der Epidemie die Lebensmittelpreise stark gestiegen
sind und viele der oft kinderreichen
Familien sich einen weiteren Esser
einfach nicht leisten können. Diejenigen, für die keine Pflegefamilie gefunden wird, sollen in einem der beiden SOS-Kinderdörfer in Liberia ein
neues Zuhause finden. Bis zu 80 Kinder sollen dort in den nächsten Mo-
naten aufgenommen werden.
Für die Einrichtungen ist der Ebola-Ausbruch damit die größte Herausforderung seit dem Ende des Bürgerkrieges vor elf Jahren. „Damals
wie heute sind viele Eltern gestorben und haben viele Waisen hinterlassen. Insofern ist die heutige Situation durchaus mit der Situation
während des Krieges vergleichbar.
Andererseits wusste man damals
ziemlich genau, wer der Feind ist
und ungefähr, wann und wo mit Angriffen zu rechnen ist. Bei Ebola hingegen weiß man nicht, wer der
tem füllen sich die Kunden die gewünschte Menge in das mitgebrachte Gefäß. So gibt es keinen Kontakt
zwischen Waren und Händen. Obwohl die gläsernen Behälter viel
Platz bieten, waren bei unserem Besuch rote Linsen, weißer JasminReis, Penne und auch Rapsöl aus
dem Tank „ausverkauft“. Die Idee
der beiden jungen Frauen, einen
kleinen Supermarkt ohne Verpackung zu eröffnen, scheint jedenfalls eine Erfolgsgeschichte zu werden: Die Resonanz ist enorm, was sicher auch an der exponierten Lage
in der Wiener Straße, mitten im
Kreuzberger Kiez, zu tun hat. Selbst
an einem ganz normalen Vormittag
drängeln sich die Kunden in dem
schlauchartigen Laden.
Ivan Carcano ist nicht nur Verkäufer, sondern immer auch Berater.
Geduldig erklärt er den neugierigen
Besuchern, wie Einkaufen funktioniert, wenn es keine Einwegverpackungen gibt. Einem Läufer empfiehlt er Chia-Samen als Energie-
spender, die man unter das Müsli
mischen kann. Sie stammen aus seiner Heimat Mexiko. Doch zum „Original-Unverpackt-Konzept“ passen
sie eigentlich nicht wirklich. „Wir
versuchen schon, so viele Waren
wie möglich aus Berlin anzubieten
und ansonsten alles, was in
Deutschland gerade wächst und
produziert wird“, sagt Carcano. Aus
der Hauptstadt stammen beispielsweise Tofu, Marmeladen und der
Honig „Neuköllner Blüte“ aus ökologischer Bienenhaltung. Der „OU“Stammverkäufer hilft auch denjenigen, die keine Behältnisse dabeihaben. Papiertüten (ab 10 Cent), Gläser
(ab 79 Cent), Dosen und Beutel kann
man hier auch kaufen.
„Manchmal fühle ich mich ganz
klein und unbedeutend“, schreibt
Geschäftsführerin Wolf auf der
Homepage des Ladens. „Aber
manchmal, nach einem dieser langen und produktiven Tage bei OU,
fühlt es sich so an, als könnte ich die
Welt verändern.“
Auch im vom Kinderdorf betriebenen Krankenhaus, das viele infizierte Patienten an spezielle Ebola-Behandlungszentren überwies und als
einzige rund um die Uhr geöffnete
Gesundheitsstation in Monrovia dazu beitrug, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten, gelten
strenge Sicherheitsvorkehrungen.
„Alle Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit Patienten haben, tragen
Schutzanzüge. Solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, behandeln
wir jeden zunächst so, als hätte er
Ebola“, sagt die 37-jährige Quendi
Appleton, die selbst im Kinderdorf
in Monrovia aufwuchs und inzwischen Verwaltungschefin der Klinik
ist.
Trotz der strengen Vorkehrungen
starb eine Krankenschwester. Sie
hatte sich angesteckt, als sie ihren
erkrankten Schwager zu Hause
pflegte. Das Gesundheitszentrum
musste daraufhin für neun Tage geschlossen und komplett desinfiziert
werden. Auch eine SOS-Kindermutter starb an Ebola, nachdem sie sich
beim Besuch ihrer leiblichen Tochter angesteckt hatte. „Für die sieben
von Mama Pannah betreuten Kinder
war es ein riesiger Schock. Sie wurden innerhalb kürzester Zeit zum
zweiten Mal Waisen“, berichtet Kordahi. Da Pannah Saywrayne nach ihrer Infektion nicht mehr in das Kinderdorf zurückkehrte, konnte eine
Infektion von Kindern bislang vermieden werden.
*NAME von der Redaktion geändert.
Freiheit für die Lebensmittel
Wer in einem normalen
Supermarkt einkauft, trägt
auch viel Verpackungsmüll
nach Hause. Ein Laden in
Berlin zeigt, dass es auch
anders geht.
VON PETER GÄRTNER
BERLIN — Jährlich produziert jeder
Deutsche im Schnitt rund 250 Kilogramm reinen Verpackungsmüll.
Hunderttausende Tonnen Abfall
treiben in den Ozeanen. Die EU geht
jetzt gegen Plastiktüten vor.
In Berlin ist man schon weiter:
Ein kleiner Laden zeigt, dass es auch
anders geht. Normalerweise beginnt
der Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft mit dem Griff zum Korb
oder Wagen. Doch seit wenigen Wochen gibt es in Deutschland einen
Laden, in dem es grundsätzlich an-
ders läuft. Viele der Kunden packen
nämlich erst einmal aus, was sie
mitgebracht haben: Gläser, Dosen,
Pappschachteln und Beutel. Die eigenen Behälter werden im Eingangsbereich gewogen und mit einem Sticker versehen, der das Gewicht anzeigt. Dann beginnt in „Original Unverpackt“ der eigentliche
Einkauf, bei dem die Kunden ihre
Waren selbst abfüllen. Das Angebot
reicht von Reis, Erbsen, Nüssen, Nudeln, Müsli, Gewürzen, Ölen, Wein
bis hin zu Reinigungs- und Körperpflegemitteln. Daneben gibt es frisches Gemüse, Obst und Backwaren.
Insgesamt rund 400 Lebens- und
Hausmittel haben es bislang in die
Regale, Tanks und Kisten geschafft,
mehr als 80 Prozent sind Bio-Produkte.
Das Geschäft, untergebracht in
einer früheren Metzgerei mit reichlich Stuck an den Decken und alten
blau-weißen Fließen hinter der Kasse, erinnert mit seinen knapp
100 Quadratmetern an einen typi-
schen Tante-Emma-Laden. Tatsächlich ist „OU“ vor allem als Projekt
konzipiert. Sara Wolf und Milena
Glimbovski haben die Idee zu dem
Start-up entwickelt, das Waren ohne
unnötigen Verpackungsmüll verkaufen will. Viel zu oft haben sie
sich geärgert, dass sie mit dem Einkaufswagen einen wachsenden
Müllberg durch den Laden schieben
und die Verpackung mitunter mehr
wiegt als die eigentliche Ware. Gurke in Plastikfolie sei so ein typisches
Beispiel für überflüssigen Abfall,
denn die Natur habe doch die Gurke
schon eingepackt. Mit viel Liebe
zum Detail und in enger Absprache
mit dem Gesundheitsamt haben sie
dann den Laden ausgestattet.
In großen, kugelförmigen Gläsern kann man Gewürze und Tees
abfüllen, zu jedem Glas liegt der passende Löffel bereit. In sogenannten
Bulk-Bins, das sind große hängende
Aufbewahrungsbehälter, kann man
Müsli, Reis, Nudeln und Hülsenfrüchte zapfen: Mit einem Hebelsys-
Direkt ins mitgebrachte Glas: Nudelzapfen bei „Original Unverpackt“ in
Berlin-Kreuzberg.
FOTO: J. SCHROEDER
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Dienstag, 6. Januar 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Lucke in der
Defensive
Queen besucht im
Juni Deutschland
OLIVER HACH
ÜBER DEN MACHTKAMPF
IN DER AFD
Elizabeth II. und Prinz Philip folgen
Einladung von Bundespräsident Gauck
FOTO: ANDY RAIN/DPA
4 Freie Presse
oliver.hach@freiepresse.de
W
enige Stunden vor der
neuerlichen Kundgebung in Dresden meldete sich Bernd Lucke gestern nochmals in Sachen Pegida zu Wort. Die
islam- und asylkritischen Demonstrationen nannte der AfD-Vorsitzende einmal mehr „gut und richtig“.
Es ist ein taktischer Versuch nach
außen, um mitzuschwimmen auf
der Welle – und nach innen, um den
eigenen Machtanspruch zu demonstrieren. Beim derzeit wichtigsten
bundespolitischen Thema ist Lucke
ein Getriebener des rechten Flügels
seiner eigenen Partei.
Die Entstehungsgeschichte der
Alternative für Deutschland, sie war
immer wieder von Postengerangel,
von Geltungsdrang und von Machtversessenheit ihrer führenden
Köpfe geprägt. Die AfD zerlegt sich
selbst – der Satz wurde zum Standardvokabular politischer Beobachter. Lange Zeit hofften die AfD-Gegner jedoch vergeblich: Personalquerelen hin oder her, die AfD eilte von
einem Wahlerfolg zum nächsten.
Der aktuelle Machtkampf im
Parteivorstand hat indes eine völlig
neue Qualität. Vorbei an seinen
gleichberechtigten Parteivorsitzenden Konrad Adam und Frauke Petry
berief Lucke eine Konferenz ein, um
an der Basis für die Abschaffung des
Führungstrios zu werben. Ein Affront erster Güte – und eine Steilvorlage für die Gegner. Sie nutzen nun
die Gunst der Stunde für eine strategische Neuausrichtung der Partei.
Vor allem Frauke Petry rückt als
sächsische Landesvorsitzende näher
an Pegida heran. Sie ist es, die die
Pegida-Initiatoren morgen in Dresden empfängt. Lucke hingegen referiert im Grunde lieber über den Euro
und die Rente. Deshalb sprechen
Petry und ihre Mitstreiter ihm die
Kompetenz ab – beim Thema Zuwanderung ebenso wie im UkraineKonflikt. Menschen, die eine islamische Überfremdung fürchteten und
die sich ein europäisches Haus nicht
gegen Russland wünschten, könne
Lucke, der in Brüssel für die EUSanktionen stimmte, nicht repräsentieren, heißt es in ihrem Brandbrief. Tiefer kann ein innerparteiliches Zerwürfnis wohl kaum sein.
Noch nie war die Spitze der AfD
ihrer Selbstzerstörung so nahe wie
jetzt. Gestern sah es so aus, als wollte
Lucke in der Führungskrise womöglich einlenken. Der politische Richtungsstreit innerhalb der Partei ist
damit jedoch noch längst nicht entschieden.
IMPRESSUM
Herausgeber:
Medien Union GmbH Ludwigshafen
Verlag:
Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15 oder
09002 Chemnitz, Postfach 261
Telefon: 0371 6560
Telefax Redaktion: 0371 656-17084
Telefax Anzeigen: 0371 656-17077
Internet: www.freiepresse.de
E-Mail: die.tageszeitung@freiepresse.de
Geschäftsführer: Ulrich Lingnau
Chefredakteur: Torsten Kleditzsch (v.i.s.d.p.)
Stellvertretende Chefredakteure:
Udo Lindner, Jana Klameth
Anzeigenleitung:
Gesamt: Tobias Schniggenfittig
National: Alexander Arnold (v.i.s.d.p.)
Regional: Steffen Schulle (v.i.s.d.p.)
Leiter Lesermarkt: Arne Stuck
Der Abonnementpreis der Freien Presse beträgt monatlich 25,80 ¤, einschließlich 7% Mehrwertsteuer und
ist im Voraus zu bezahlen. Der monatliche Postbezugspreis beträgt 32,90 ¤.
Abbestellungen können nur zum Quartalsende ausgesprochen werden und müssen sechs Wochen vorher
schriftlich beim Verlag oder den Geschäftsstellen vorliegen. Die Zusteller sind nicht berechtigt, Abbestellungen anzunehmen.
Sämtliche Beiträge in der Freien Presse oder in Freie
Presse Online unterliegen dem Schutz des Urheberrechts.
Zweitverwertungsrechte an Freie Presse-Beiträgen (für
Pressespiegel, Archive etc.) können erworben werden
bei der PMG Presse-Monitor GmbH, Markgrafenstraße
62, 10969 Berlin, Telefon: 030 284930, E-Mail:
info@presse-monitor.de, oder direkt beim Verlag.
KARIKATUR: TOMICEK
„Wir halten am Rettungsschirm für Griechenland fest.“
Die britische Königin Elizabeth II.
und ihr Mann Prinz Philip kommen
Ende Juni zum ersten Mal seit zehn
Jahren wieder zu einem Staatsbesuch nach Deutschland. Die 88-jährige Monarchin und ihr 93-jähriger
Mann folgen einer Einladung von
Bundespräsident Joachim Gauck.
Dies teilte der Buckingham-Palast in
London gestern mit. Die Reise vom
24. bis 26. Juni wird ihr fünfter offizieller Staatsbesuch hierzulande sein
– 50 Jahre nach ihrem ersten.
Der britische Botschafter in
Deutschland, Sir Simon McDonald,
erklärte, er fühle sich sehr geehrt.
„Der Besuch wird ein unvergessliches Ereignis sein, das die ganze
Breite und Tiefe der heutigen Beziehungen zwischen Großbritannien
und Deutschland erfasst.“ Welche
Städte oder Regionen die Queen besucht, steht noch nicht fest. Das
wird in der Regel erst einige Wochen
vorher mitgeteilt.
Die Königin und der Herzog von
Edinburgh waren im Mai 1965, im
Mai 1978, im Oktober 1992 und im
November 2004 zu Staatsbesuchen
in der Bundesrepublik. Im Juli 2000
hatte die Königin zudem Berlin einen alleinigen Besuch abgestattet,
um die neue Britische Botschaft zu
eröffnen. Auch im Mai 1987 reiste
sie anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins an. (dpa)
DAS THEMA: LESERFORUM ZUR PEGIDA-BEWEGUNG
Gelebte Politik oder plumpe Parolen?
Nimmt man die große Anzahl an Leserbriefen mit Meinungen zu Pegida als Messlatte, zeichnet sich ab: Die Lager sind
etwa gleich groß – für die eine Hälfte ist die Bewegung gelebte Demokratie, für die andere Hetze und Populismus.
Nur Anfang für große Reformen
Der Hintergrund des Entstehens der
Pegida-Bewegung und auch der AfD
liegt sehr viel tiefer als oft publiziert.
Viele Menschen sind es leid, dass Demokratie nur alle vier Jahre durch
Wahlen stattfindet und der Wählerwille dann auch noch oft missachtet
wird. Unterschiede zwischen den
großen Parteien SPD und CDU sind
kaum noch zu definieren. Links und
rechts gibt es dort nicht mehr, alles
ist Mitte und weichgespült politisch
korrekt. Gesunder Menschenverstand ist einer Parteikarriere eher
hinderlich. Gipfel sind wieder mal
die jüngsten Auswüchse der EU-Bürokraten, die sich nicht einmal
scheuen, den Bürgern die Funktionsweise von Kaffeemaschinen und
Staubsaugern vorzuschreiben. Menschen mit eigener und wertkonservativer Denkweise werden von etablierten Parteien und vor allem auch
von fast allen Medien als „rechtspopulistisch“ abgestempelt, verkennend, dass Demokratie Volksherrschaft bedeutet. Wünschenswert ist
es, dass Pegida und AfD nur der Anfang sind und tief greifende Reformen anstoßen, denn ansonsten ist
unsere Demokratie in ernsthafter
Gefahr.
Andreas Vogt, Großrückerswalde
Angst ist schlechtester Ratgeber
Ich glaube nicht, dass Pegida viel mit
Demokratie zu tun hat – im Gegenteil, es geht um die Nichtakzeptanz
des politischen Systems und um die
Aushöhlung von Grundrechten. Pegida ist nicht das Volk, die Bewegung ist lediglich eine unappetitliche Facette desselben; die Ewiggestrigen, die Verbitterten, die Egoisten,
die Antidemokraten, denen endlich
eine Kampagne und Organisation
gelingt. Angst ist der denkbar
schlechteste Ratgeber und zudem lediglich emotional, aber nicht rational. Es ist schon bitter, das Elend der
Welt zu sehen und das larmoyante
Getue dieses Wohlstandspöbels
dem gegenüberzustellen.
Thomas Bittrich, Chemnitz
Negieren ist der falsche Weg
Man muss die Pegida nicht mögen
und es gibt gute Gründe, mit den
Forderungen nicht einverstanden
zu sein. Die 19 Punkte des Programms sind jedoch weder rassistisch noch undemokratisch. Sie
sprechen sich nicht gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus, sondern für die konsequente Anwendung geltenden Rechts und für eine
Einwanderungspolitik nach erprobtem Muster (Kanada). Es ist daher
verwunderlich, wenn besorgte Bürger, die ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit ausüben, von Politikern diffamiert werden: Bundesprä-
mestellen zu erweitern. Aber auch
dafür können diese Menschen, die
unsere Hilfe brauchen, absolut
nichts. Verantwortlich sollte man
hier jeden Politiker machen, der in
der Vergangenheit Fehlentscheidungen diesbezüglich getroffen hat.
Und genau da liegt das Problem:
Sich offen gegen eine Politik oder einen Politiker zu stellen, scheint den
Massen schwerzufallen, besser man
versteckt sich im Pulk und schreit
ordentlich Parolen. Wieder mal:
armseliges Deutschland.
Anke Roscher, Annaberg-Buchholz
Pegida-Anhänger am 22. Dezember in Dresden.
sident Gauck spricht von „Chaoten“,
Justizminister Maas von „Schande
für Deutschland“, der Grüne Cem
Özdemir von „komischer Mischpoke“, die Kanzlerin glaubte „Hetze
und Verleumdung von Ausländern“
feststellen zu können. Keine dieser
Abwertungen lässt sich aus dem Pegida-Programm und aus dem friedlichen Verlauf der Demonstrationen
ableiten. Möglicherweise übertreibt
Pegida die Gefahr der Islamisierung
Deutschlands, sie zu untertreiben,
zu verdrängen oder gar zu negieren
ist jedoch der falsche und verhängnisvollere Weg. Dass weite Teile der
Bevölkerung den wachsenden Einfluss des Islam kritisch sehen, ist eine durch Umfragen belegte Tatsache, die die Politik in ihren Entscheidungen berücksichtigen sollte.
Gert Kreiselmeier, Chemnitz
Menschen endlich aufklären
Es ist festzustellen, dass eine breite
Masse der Bevölkerung – vom Arbeitnehmer bis in die Chefetagen –
der Auffassung ist, dass Asylbewerber unseren Kassen immer mehr zur
Last fallen und die Bevölkerung hier
dadurch Nachteile hat. Es werden
Beispiele genannt wie die Armut
von Rentnern oder hohe Beiträge für
die Kassen bzw. erhöhte Steuern.
Das ist so was von billig und unterste Stufe, dass einem fast die Worte
fehlen. Wie tief sind wir gesunken,
vor allem hier in Sachsen, wo es nun
wirklich keine Not gibt. Auch die
Medien könnten gegensteuern, es ist
höchste Zeit, die Menschen aufzuklären. Gebt den Asylbewerbern ein
Gesicht und schreibt über Beispielen, wie und unter welchen Gefah-
ren und Todesängsten sie es geschafft haben, zu uns zu kommen.
Beschreibt die wirkliche Not in den
einzelnen Ländern.
Harto Lori, Chemnitz
Lösung geht diesmal nicht auf
Aufgrund der Reaktionen von Politikern meine ich: Es ist einfach, den
Protesten der Pegida das Etikett
rechtsradikal aufzukleben. Wenn
noch das Argument der ostdeutschen Unkenntnis von Demokratie
und Umgang mit fremden Kulturen
ins Spiel gebracht wird, glaubt man,
das Rätsel gelöst zu haben. Das wird
diesmal nicht aufgehen, die Probleme sind da, und es ist Pegida zu danken, dass die Politik aufgeweckt
wurde. Ich empfinde es nicht als
Schande, auf radikale Tendenzen
des Islam hinzuweisen, denn wenn
der Islam so friedlich wäre, gäbe es
vermutlich gar keine Flüchtlinge
aus dem Irak und aus Syrien und
keine Christenverfolgung im Nahen
Osten. Auch die Kämpfer für den
Dschihad, die aus Deutschland nach
Syrien gingen und gehen, sind nicht
die Kinder von Außerirdischen. Das
macht den Menschen Sorge, und
nicht die Tatsache, dass Muslime
fünfmal am Tag beten.
Dieter Hadlich, Reuth
Unkenntnis schürt diffuse Angst
Der Ratlosigkeit, wie mit Pegida umzugehen sei, möchte ich einen Vorschlag entgegensetzen. Eine Ursache für antimuslimische Demonstrationen ist eine diffuse Angst, gespeist aus der Unkenntnis über den
Islam. In Sachsen leben 0,2 Prozent
Muslime. Wir haben in aller Regel
FOTO: KAY NIETFELD/DPA
keinen persönlichen Kontakt mit einem Moslem oder einer Muslima.
Wir kennen den Islam nur aus den
Medien, wo in erster Linie über solche Auswüchse wie Salafismus und
IS berichtet wird. Wir wissen aber
nicht, wie der durchschnittliche
Moslem arbeitet, seine Freizeit verbringt, sich kleidet, wie er kocht, isst
und trinkt. Wir wissen nicht, wie er
seine Kinder erzieht, und wir wissen
nichts über das Zusammenleben der
Familien. Wir wissen auch nicht,
wie er seine Religion hier ausübt.
Aus dieser Unkenntnis speist sich eine diffuse Angst vor Überfremdung.
Deshalb mein Vorschlag: Man sollte
an der Angst und an ihrer Ursache –
der Unkenntnis des Alltagslebens
der Muslime – ansetzen. Man sollte
möglichst viele Muslime ins Land
holen und sie dezentral in Wohnungen unterbringen.
Martin Böttger, Zwickau
Armseliges Deutschland
Wie schwierig ist es, Menschen vor
Ort für Belange zu mobilisieren: gegen Massentierhaltung oder Atomkraft, für ein Naturschutzgebiet, für
eine denkmalgeschützte Innenstadt
– meistens vergebens, ernüchternd
und erfolglos. Und dann kommt da
eine Vereinigung, die erst mal loswettert gegen Menschen, die bei uns
Zuflucht suchen. Und endlich gibt
es eine Schuldfigur. Und noch etwas
zwingt wohl zum Mitmarschieren:
die Angst vor dem kleiner werdenden Stück vom Kuchen. Sicherlich
hat die Politik reinweg verschlafen,
die Bevölkerung aufzuklären, die
Aufgenommenen bestmöglich zu
integrieren, rechtzeitig die Aufnah-
Geschichte wiederholt sich
Die Warnungen der Kanzlerin erinnern mich an die Äußerungen der
DDR-Führung zu den Montagsdemos 1989. Obwohl es immer mehr
Unzufriedene wurden, die auf die
Straße gingen, wurden sie als vom
Klassenfeind geschickte Volksverhetzer bezeichnet, statt die eigene
Unfähigkeit zu erkennen und die
Meinungen der Massen zu akzeptieren. Die Geschichte wiederholt sich.
Wenn es von Seiten der Politik so
weitergeht, ist es nur eine Frage der
Zeit, bis die Demos die Stärke von
damals erreicht haben. Über die
Konsequenzen ist sich die Regierung im Klaren, und darum wird
wieder Stimmung gemacht gegen
die Leute, die auf die Straße gehen.
Jürgen Hanke, Chemnitz
Plumpe Methoden helfen nicht
Eines haben die Aktionen der „europäischen Patrioten“ bewirkt: Sie haben die Politiker aufgeschreckt und
veranlasst, die aus dem Ruder gelaufene Ausländerpolitik auf die Tagesordnung zu setzen und überfällige
Maßnahmen zur Beherrschung der
Einwanderungsprobleme zu ergreifen. Ziel muss sein, ein Bundeseinwanderungs- und -integrationsgesetz zu erlassen, das klare Festlegungen für die planmäßige (gewollte)
Einwanderung einerseits und das
Asylbegehren andererseits trifft. Das
darf nicht dem Zufall überlassen
werden. Die Väter des Grundgesetzes haben mit dem Asyl-Paragrafen
etwas anderes gewollt, als heute geschieht. Diese Rechtsunklarheiten
führten dazu, dass die Kommunen
mit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen überfordert waren und unter
den Bürgern Unsicherheiten und
Ängste entstanden. In diese Lücke
springen nun die selbst ernannten
„Patrioten“ und betreiben unter der
Überschrift „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gezielt Hetze
mit populistischen Parolen, machen
Politiker verächtlich und beschimpfen die Medien. Diese plumpen Methoden helfen niemanden, solche
Kampagnen haben keine Zukunft.
Klaus Bretschneider, Schneeberg
POLITIK
Dienstag, 6. Januar 2015
Freie Presse
5
Ukraine:
Armee erhält
neue Waffen
NACHRICHTEN
ROT-ROT-GRÜN
SPD lehnt
Gysi-Vorschlag ab
Ungeachtet internationaler Friedensbemühungen rüstet die ukraini-
BERLIN — Die SPD hat die Einladung
von Linken-Fraktionschef Gregor
Gysi zu Gesprächen über eine künftige rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene ausgeschlagen. „Gysis Idee
ist absurd“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi gestern in Berlin. „Alle Spekulationen über die
nächste Bundesregierung sind
knapp drei Jahre vor der Wahl völlig
aberwitzig.“ Zuvor hatte Gysi vorgeschlagen, dass die Parteichefs von
SPD, Grünen und Linken Unterhändler benennen. „Wir müssen
ausloten, wo wir uns inhaltlich annähern können.“ Auch GrünenChef Cem Özdemir wies Gysis Vorstoß zurück. Zunächst müsse die
Linke ihren Kurs ändern. „Weder ein
Anti-Euro-Kurs, noch ein Anti-Israel-Kurs noch ein Pro-Putin-Kurs
oder ein Pro-Schulden-Kurs ist mit
uns machbar“, sagte er. (dpa)
sche Regierung ihre Truppen für
den Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes auf.
Präsident Petro Poroschenko übergab dem Militär gestern weiteres
schweres Kriegsgerät wie Kampfjets, Haubitzen und Schützenpanzer. „Ich bin überzeugt, dass 2015
das Jahr unseres Sieges wird. Dazu
brauchen wir eine starke, patriotische und gut ausgerüstete Armee“,
sagte der Staatschef während einer
Zeremonie nahe Schitomir im Norden der Ukraine. Parallel verhandelten in Berlin Spitzendiplomaten aus
der Ukraine, Russland, Deutschland
und Frankreich über die Umsetzung des Minsker Abkommens
über eine Waffenruhe. Anschließend war zwar von konstruktiven
Gesprächen und Fortschritten die
Rede. Es gebe aber „noch viele offene Fragent“, hieß es von deutscher
Seite. Poroschenko sagte,, dass ein
internationaler Krisengipfel zu dem
Konflikt in der kasachischen
Hauptstadt Astana stattfinden
könnte. FOTO: VALENTYN OGIRENKO/REUTERS
LIBYEN
Tote bei Angriff auf
griechischen Tanker
TOBRUK — Bei einem Luftangriff auf
VON ANNE-BEATRICE CLASMANN
FOTO: MAXIM SHIPENKOV/DPA/ARCHIV
MOSKAU — Der russische Regierungskritiker Alexej Nawalni will sich
nicht länger an den gegen ihn verhängten Hausarrest halten. Nawalni, der an der Spitze von Massenprotesten gegen den
russischen Präsidenten Wladimir
Putin stand, kündigte gestern in
Moskau an, die Auflagen nicht länger
zu beachten. So habe er eine elektronische Fessel entfernt, mit der sein Hausarrest überwacht wurde, schrieb Nawalni in einem Blog und fügte ein Bild der zerschnittenen Fessel hinzu. Der Oppositionelle war Ende Dezember wegen Betrugs zu dreieinhalb Jahren
Gefängnis auf Bewährung verurteilt
worden. Sein Bruder Oleg muss eine
gleichlange Strafe ohne Bewährung
in einem Straflager absitzen. (rtr)
BERLIN — Geht ein Riss durch die
Führungsspitze der AfD, oder sind es
für eine Partei typische Flügelkämpfe? Knapp zwei Jahre nach ihrer
Gründung ist die eurokritische Partei zu einem Sammelbecken geworden, in dem sich Liberale genauso
aufgehoben fühlen wie Rechtspopulisten, Konservative und sogar ein
paar DDR-Nostalgiker. Hintergrund
des Machtkampfes ist auch die Frage, ob die AfD im Kern eine weltoffene, bürgerliche Partei sein will oder
ob man auch diejenigen aufsaugen
möchte, die provinziell sind und
Vorurteile pflegen. Wie gestern bekannt wurde, will die Parteispitze
den Machtkampf auf einem „zeitnahen“ Treffen beenden. Die „Freie
Presse“ stellt die wichtigsten Personen und ihre Positionen vor:
Bernd Lucke ist Professor für
Volkswirtschaft und beschäftigt
sich auch als Parteipolitiker am
Frauke Petry gehört ebenfalls zu
den drei Vorsitzenden des Bundesvorstandes. Sie ist
auch Vorsitzende
der AfD-Fraktion
im
sächsischen
Landtag. Petry ist
neu in der Politik,
ihr wird ein feines
Gespür für die
„Stimmung der Straße“ nachgesagt.
Sie vertritt die konservativen AfDMitglieder, die direkte Kontakte zur
islamfeindlichen Pegida-Bewegung
befürworten. Petry schreckt auch
vor gelegentlichem Populismus
nicht zurück. Sie möchte gern mehr
deutsche Musik im Radio hören und
findet, deutsche Frauen sollten im
Durchschnitt drei Kinder haben.
Die Chemikerin betont gern, dass
die AfD zwar viele Akademiker in
ihren Reihen habe, aber trotzdem
keine Akademiker-Partei sei, sondern „ein Abbild der Gesellschaft in
ihrer ganzen Breite“.
zubestimmen - obgleich er dem Bundesvorstand nur als Stellvertreter
angehört. Der konservative ExCDU-Mann wurde
bislang immer dem
bürgerlichen Spektrum der Partei zugeordnet.
Seine
jüngsten populistischen Äußerungen
und Aktionen, darunter ein pressewirksam inszenierter Besuch bei einer Pegida-Demonstration in Dresden, sorgten deshalb
auch bei einigen AfD-Mitgliedern
für Befremden.
Konrad Adam ist im Bundesvorstand der Dritte im Bunde. Als ehemaliger „FAZ“-Feuilletonist und ExKolumnist der „Welt“ ist er ähnlich
eloquent wie Lucke. Da Adam jedoch im Gegensatz
zu Lucke und Petry
keinem Parlament
angehört, kommt
er als AfD-Mitglied
in der öffentlichen
Debatte weniger zu
Wort. Das wurmt
ihn gelegentlich. In Sachen Zuwanderung vertritt der konservative Intellektuelle teilweise eine härtere Linie als Lucke. Großes Verständnis
hat er für die Positionen der Anti-Islamismus-Bewegung Pegida.
Hans-Olaf Henkel ist über seine
ablehnende Haltung zur Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung
zur AfD gestoßen. Er gilt derzeit als
prominentester
Vertreter des liberalen Flügels der AfD,
steht aber trotzdem
stets loyal zu dem
Konservativen Lucke. Henkel ist vielen Menschen vor
allem wegen seiner früheren Tätigkeit als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie bekannt. Dem AfD-Bundesvorstand
gehört der Hamburger als Stellvertreter an. Mit seinem manchmal etwas harschen Ton hat er schon einige Parteikollegen vor den Kopf gestoßen. (dpa)
Alexander Gauland, Vorsitzender
der AfD-Fraktion im Brandenburger
Landtag, ist immer dabei, wenn es
darum geht, den Kurs der Partei mit-
FOTO: BERND SETTNIK/DPA
FOTO: WOLFGANG KRUMM /DPA
liebsten mit Fragen wie Steuern,
Renten, Zinspolitik und dem Euro.
Er ist einer von drei Vorsitzenden
des AfD-Bundesvorstandes und das
bekannteste
Gesicht der jungen
Partei. Lucke ist
dem
konservativen, bürgerlichen
Flügel zuzurechnen. Systemkritik und Verschwörungstheorien lehnt der Europaparlamentarier aber ab. Lucke ist ehemaliges CDU-Mitglied. Er will einen
starken Staat, aber keine Gesinnungsdiktatur.
Deutschtümelei
mag Lucke, der als Akademiker
auch schon im Ausland gearbeitet
hat, nicht. Auch das traditionelle
Frauenbild, das einige Parteimitglieder pflegen, ist nicht seine Sache.
Der Vater von fünf Kinder war
mehrfach in Elternzeit. Lucke will
die Parteiführung auf einen Vorsitzenden schrumpfen. Er beansprucht
den Posten für sich selbst. Dagegen
begehren unter anderem die bisherigen Co-Parteichefs Konrad Adam
und Frauke Petry auf.
EU verstärkt
Kampf gegen
Schmuggel
von Menschen
FOTO: DANIEL REICHARDT/DPA
Nawalni ignoriert
Hausarrest
Die Querelen in der Alternative für Deutschland
(AfD) sind ein normaler
Kampf um Macht – wie
man ihn in allen Parteien
findet. Doch er hat auch
einen ideologischen
Hintergrund.
FOTO: JÖRG CARSTENSEN/DPA
RUSSLAND
AfD-Streit: Rechts gegen liberal,
populistisch gegen bürgerlich
FOTO: ARNO BURGI/DPA
einen griechischen Öltanker im Hafen der libyschen Stadt Derna sind
zwei Besatzungsmitglieder getötet
worden. Zwei weitere Seeleute hätten Verletzungen erlitten, erklärte
die griechische Küstenwache. Der
Tanker Araevo hatte 12.600 Tonnen
Rohöl geladen und 26 Besatzungsmitglieder an Bord. Weitere Details
nannte die Küstenwache nicht. Die
Araevo gehört der Athener Reederei
Aegean Shipping Management und
fährt unter liberianischer Flagge.
Am Wochenende hatten sich Truppen der beiden rivalisierenden Regierungen in Libyen Kämpfe geliefert. Kampfjets der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Abdullah al-Thinni hatten
den Handelshafen von Misrata angegriffen. (rtr)
EINEN LEITARTIKEL zu diesem Thema lesen sie auf Seite 4
TÜRKEI
Ex-Minister müssen
nicht vor Gericht
ANKARA — Vier frühere türkische Minister müssen sich nach der Entscheidung eines parlamentarischen
Untersuchungsausschusses nicht
wegen Korruptionsvorwürfen vor
dem Verfassungsgericht verantworten. Der Ausschuss habe ein Verfahren mit neun gegen fünf Stimmen
abgelehnt, meldete gestern die
Nachrichtenagentur Anadolu. Die
vier Politiker waren nach Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen
2013 von ihren Ministerämtern zurückgetreten. In dem Untersuchungsausschuss hatte die islamisch-konservative Regierungspartei AKP eine Mehrheit. Bei Razzien
im Dezember 2013 waren Dutzende
Menschen auch aus dem AKP-Umfeld unter Korruptionsverdacht festgenommen worden. Alle Verfahren
wurden aber eingestellt. (dpa)
„Boston-Bomber“ steht vor Gericht
Es war der schwerste
Terroranschlag in den USA
seit dem 11. September
2001. Drei Menschen
starben. Jetzt muss sich
der mutmaßliche Täter
verantworten.
VON PEER MEINERT
BOSTON — Fast zwei Jahre nach dem
blutigen Anschlag beim Boston Marathon steht in der US-Stadt der
mutmaßliche Täter vor Gericht. Die
Anklage wirft dem 21-jährigen
Dschochar Zarnajew vor, gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ta-
merlan Zarnajew auf der Zielgeraden zwei Bomben zur Explosion gebracht zu haben. Bei dem schwersten Terroranschlag in den USA seit
dem 11. September 2001 waren drei
Zuschauer getötet und 260 verletzt
worden. Zarnajew muss sich zudem
wegen Mordes an einem Polizisten
während seiner Flucht verantworten. Im Fall eines Schuldspruchs
droht ihm die Todesstrafe.
Der Prozess begann gestern mit
der Geschworenenauswahl aus einer Gruppe von 1200 Kandidaten.
Zarnajew war anwesend, als sich
Richter George O’Toole an die erste
Gruppe von potenziellen Geschworenen wandte. Während der kurzen
ersten Auftaktprozedur vermied
Zarnajew Augenkontakt mit den
Geschworenen. Bestimmt werden
So porträtierte ein Zeichner den Angeklagten gestern vor Gericht.
FOTO: JANE FLAVELL COLLINS/REUTERS
müssen 12 Juroren und sechs Ersatzgeschworene. Allein diese Prozedur
dürfte wegen der Bedeutung des Falles und der möglichen Todesstrafe
für den Angeklagten mehrere Wochen dauern. So erwartet der Richter
den Beginn der Hauptverhandlung
frühestens für den 26. Januar. Die gesamte Prozessdauer schätzte er auf
drei bis vier Monate.
Zarnajew hatte sich 2014 nicht
schuldig bekannt. Er ist in 30 Punkten angeklagt. 17 der Punkte wiegen
so schwer, dass sie ihm die Todesstrafe eintragen könnten. Zarnajews
älterer Bruder Tarmalan war bei einer Verfolgungsjagd der Polizei nach
dem Anschlag erschossen worden.
Dschochar wurdeverletzt in einem
Boot gefunden.
Massachusetts hatte die Todesstrafe in den frühen 1980-er-Jahren
abgeschafft. Zarnajew muss sich jedoch nicht in einem staatlichen,
sondern in einem Bundesverfahren
verantworten, und das Bundesrecht
erlaubt generell die Todesstrafe– also auch in Massachusetts. (dpa)
Kommission in Brüssel
lässt umfassende Strategie
zu Migration erarbeiten
BRÜSSEL — Angesichts der „Geisterschiff“- und anderer Schlepper-Aktivitäten im Mittelmeer will die EUKommission den Kampf gegen kriminelle Organisationen verstärken.
In den kommenden Monaten werde
ein Plan dazu vorgelegt werden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde gestern. Er sei Teil einer umfassenden Strategie zu Migrationsfragen, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erarbeiten
lassen wolle. „Die Menschenschmuggler begeben sich auf neue
Routen und greifen zu neuen Methoden“, sagte die Sprecherin. Der
griechische EU-Innenkommissar
Dimitris Avramopoulos hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt,
„gegen diese skrupellosen, kriminellen Organisationen mit Engagement und Entschlossenheit“ vorgehen zu wollen.
Dimitris
Avramopoulos
EU-Innenkommissar
FOTO: BERND VON JUTRCZENKA/DPA
Nach Angaben der Kommissionssprecherin haben die Einsatzkräfte
der EU-Grenzoperation „Triton“, die
seit 1. November 2014 vor der italienischen Küste patrouillieren, bisher
57
mutmaßliche
Menschenschmuggler verhaftet. Im selben
Zeitraum brachten die Grenzschützer rund 16.000 Bootsflüchtlinge
ans sichere Land.
Die italienische Küstenwache
hatte in den letzten Tagen in dramatischen Rettungsaktionen zwei führerlose Frachtschiffe unter ihre Kontrolle gebracht, die auf die Küste zutrieben. Sie waren offenkundig von
Schleusern im Stich gelassen worden. An Bord der „Ezadeen“ und der
„Blue Sky M“ befanden sich insgesamt mehr als 1000 Flüchtlinge. Die
meisten von ihnen stammen aus Syrien.
In beiden Fällen seien auch „Triton“-Kräfte beteiligt gewesen, unterstrich die EU-Kommission gestern.
Der „Triton“-Einsatz wird bereits seit
Monaten von Menschenrechtlern
kritisiert, weil sein Budget nur rund
2,9 Millionen Euro im Monat beträgt und das Einsatzgebiet vergleichsweise klein ist. (epd/dpa)
6 Freie Presse
WIRTSCHAFT & BÖRSE
NACHRICHTEN
ERWERBSTÄTIGE
Anzahl auf
Rekordhoch
WIESBADEN — Das wiedervereinigte
In Stollberg
Vernetzte Welt: Wenn die
wird am Auto
Zukunft
Zahnbürste bei der Diagnose hilft der
getüftelt
Deutschland zählt so viele Erwerbstätige wie nie: 42,6 Millionen Menschen mit Wohnort in der Bundesrepublik waren nach Berechnungen
des Statistischen Bundesamtes im
Jahresdurchschnitt 2014 erwerbstätig. Damit setzte sich der positive
Trend der vergangenen Jahre fort.
Nach Angaben der Wiesbadener Behörde von gestern kletterte die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um
372.000 oder 0,9 Prozent. Diesen vorläufigen Berechnungen zufolge fiel
der Anstieg höher aus als im Jahr
2013. Gleichzeitig gab es im achten
Jahr in Folge einen neuen Höchststand bei der Zahl der Erwerbstätigen. Begünstigt wurde die Entwicklung nach Einschätzung der Statistiker durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. (dpa)
Alltagsgegenstände, die
miteinander und dem
Internet verbunden sind –
das ist keine Zukunftsmusik mehr. Auf der Technikmesse CES in Las
Vegas explodiert die Zahl
vernetzter Anwendungen.
Das könnte das Leben
erleichtern – und auch den
gläsernen Verbraucher
heraufbeschwören.
TIERHALTUNG
LAS VEGAS — Alles, aber auch wirk-
Erneut Pestizide
im Futtermittel
lich alles wird vernetzt – schon wenige Stunden auf der Technikmesse
CES in Las Vegas lassen kaum noch
Zweifel daran. Thermometer für das
Pool-Wasser, Zahnbürsten, Insulinspritzen. Snowboards, Fußbälle,
Tennisschläger.
Küchenwaagen,
Überwachungskameras,
Hundehalsbänder. Die traditionelle VorabShow „CES Unveiled“, auf der meist
Start-ups und kleinere Player dicht
gedrängt ihre neuen Ideen präsentieren, sind voller Alltagsgegenstände, die mit Sensoren versehen wurden.
Die vom Chef des schwedischen
Netzwerk-Ausrüsters Ericsson vor
ein paar Jahren in den Raum geworfene Zahl von 50 Milliarden vernetzter Geräte bis 2020, die einst völlig
weltfremd erschien, wirkt damit
eher schon untertrieben. Doch ausgerechnet in dem Jahr, in dem das
Vernetzungsfieber Las Vegas endgültig gepackt hat, drück der Chefökonom des Messeveranstalters CEA,
Shaun DuBravac, auf die Euphoriebremse. Es gehe nicht mehr darum,
alles Mögliche mit Sensoren vollzupacken, erklärte DuBravac zum
CES-Auftakt. Entscheidend sei etwas anderes. „Die Frage heute ist:
Verändert diese Vernetzung etwas in
der realen Welt? Das ist das Maß für
sinnvolle Innovationen.“ Sei es
nicht der Fall, werde sich ein Produkt auch nicht bei Verbrauchern
etablieren.
Schätzungsweise nur vier Pro-
SCHWERIN — In Bio-Betrieben Mecklenburg-Vorpommerns ist es erneut
zu Grenzwertverstößen bei Futtermitteln gekommen. Wieder müssten mehrere Unternehmen für die
Vermarktung ihrer Bio-Produkte gesperrt werden, teilte das Agrarministerium mit. Betroffen seien unter anderem Legehennen- sowie Milchviehbetriebe. Zuletzt war Mitte Dezember die Auslieferung von Bio-Eiern aus Höfen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wegen Pestizid-belasteter ukrainischer
Futtermittel gestoppt worden. (dpa)
WINDENERGIE
Stürme sorgen
für Spitzenwerte
MÜNSTER — Das stürmische Wetter
der vergangenen Wochen hat nach
Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) im Dezember in
Deutschland für einen neuen Windstrom-Rekord gesorgt. Mit insgesamt 8,9 Milliarden Kilowattstunden sei so viel Windstrom produziert worden wie noch nie zuvor in
einem Monat, berichtete das IWR.
Die bisherige Rekordmarke von 8,4
Milliarden Kilowattstunden wurde
im Dezember 2011 markiert. (dpa)
Dienstag, 6. Januar 2015
zent der genutzten Produktkategorien seien vernetzt, sagte DuBravac.
Der Ökonom wäre aber nicht bei einem Branchenverband, wenn er
sich nicht auch revolutionäre Effekte bei zunächst belächelten MesseNeuheiten wie der vernetzten Zahnbürste vorstellen könnte. „Vielleicht
werden Zahnärzte in Zukunft auch
Daten-Analysten sein.“ Schließlich
könnten sie mit den Daten schon
vor einer Behandlung sehen, wann
und an welchen Stellen der Patient
die Zähne schlechter putze, und entsprechende Ratschläge geben.
Das alles klingt nach der Vision
von einer schönen neuen Welt – die
aber ihren Nutzen nur so richtig entfalten kann, wenn Daten verschiedener Dienste miteinander verknüpft werden. Man nehme zum
Beispiel die Filmauswahl an einem
Abend. Ein Streaming-Dienst wie
Netflix würde auch schon heute einen Film auf Basis der früheren Auswahl eines Kunden vorschlagen.
Nun ist heute aber vielleicht nicht
ein Abend wie jeder andere. Die Sensoren für das Raumklima registrieren, dass sich sechs Leute im Raum
aufhalten – man hat Besuch. Die
Smartwatch erkennt, dass der Hausherr heute gestresst ist.
Viele Branchenexperten glauben,
dass in der Zukunft alle diese Faktoren einkalkuliert werden, um das
Filmprogramm für den Abend zu
empfehlen. Die Folge wäre aber
auch eine verknüpfte Ansammlung
von Daten zu jedem beliebigen Nutzer. Deutsche Datenschützer schlagen mit Blick auf eine solche Zukunft schon lange Alarm. Heute erzeugen die vielen vernetzten Geräte
zwar auch eine schnell anwachsende Datenlawine, die Informationen
stecken aber meist noch in den Silos
der Anbieter fest. Wie hoch das tatsächliche Risiko ist, sie zu verknüpfen, ist offen. Der amerikanische Medienwissenschaftler und Unternehmer David Rose ist überzeugt, dass
es Gutes bringt. „Die Menschen werden sehen, dass es ihr Leben verbessert, und deshalb auch auf solche
Dienste zurückgreifen.“ Zugleich ist
auch er nicht frei von Ängsten: So
macht er sich Sorgen, dass die Versicherungsfirmen zu viel über sein Leben erfahren und ihn bei den Tarifen unter Druck setzen könnten. (dpa)
VON ANDREJ SOKOLOW
Kabellos sind diese Lautsprecher vernetzt, für eine ausgefallene Optik im
FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
Schwebezustand sorgt ein Magnetfeld.
Selbstfahrender Audi legt 900 Kilometer zurück
Der deutsche Autobauer Audi setzt
bei der Technikmesse CES in Las Vegas einen Meilenstein für selbstfahrende Autos. Ein mit zahlreichen Sensoren aufgerüstetes Fahrzeug mit
dem Spitznamen „Jack“ fährt in zwei
Tagen die knapp 900 Kilometer lange
Strecke vom Entwicklungslabor im
kalifornischen Silicon Valley zur Messestadt Las Vegas.
ren Autos des Modells A7, während
zum Beispiel die Roboter-Mobile von
Google mit Radar-Wölbungen auf dem
Dach fahren. (dpa)
Bis Sonntagabend Ortszeit legte
der Audi mit US-Journalisten an Bord
rund die Hälfte des Weges zurück und
kam bis zur kalifornischen Stadt Bakersfield, wie der Leiter von Audis
Elektronik-Entwicklung, Ricky Hudi, in
Las Vegas sagte. Dabei sieht das
Fahrzeug äußerlich aus wie alle ande-
Der Fahrer konnte die Hände vom
FOTO: JIM FETS/DPA
Steuer lassen.
Ingenieurgesellschaft IAV
fertigt jetzt an zwei
Standorten in der Region
VON RAMONA NAGEL
STOLLBERG — Die
Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) hat
ihren zweiten Standort in der Region in Betrieb genommen. Das mit
Geldern des Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (Efre) geförderte Projekt kostet 39 Millionen Euro. Bis Ende Februar werden in Stollberg insgesamt 350 Mitarbeiter ihre
Arbeit aufnehmen. Weitere rund
500 Mitarbeiter sind in Chemnitz
beschäftigt. „Der Standort Stollberg
bietet modernste technische Voraussetzungen für die Grundmotorenentwicklung mit dem Schwerpunkt
Mechanik – von der Komponentenerprobung bis zur Vollmotorenprüfung“, sagt Andreas Singer, Leiter des
Entwicklungszentrums Chemnitz/
Stollberg. IAV ist mit mehr als 5000
Mitarbeitern einer der weltweit führenden Engineeringpartner der Autoindustrie. Entwickelt werden
Konzepte und Technologien für
künftige Fahrzeuge. Kunden sind
fast alle Autokonzerne der Welt.
Die neuen Bürogebäude und
Werkstätten in Stollberg wurden
Ende 2014 fertiggestellt, das neue
Motoren-Prüffeld ging planmäßig
ab Dezember in Betrieb. Dort stehen
Motorenprüfstände mit einer Leistung von 220 Kilowatt (kW), 330
kW, 440 kW und 650 kW für kleine
Nutzfahrzeug-Motoren sowie Prüfstände für verschiedene Aggregate
zur Verfügung. In der Funktionshalle sind Werkstätten und Labore untergebracht, in denen die Motoren
und Fahrzeuge vor- und nachbereitet werden. „Wir haben die Anordnung von Werkstätten und Prüfständen optimal gestaltet und können flexibel auf Kundenanforderungen reagieren“, meinte Singer. Mit
der
gestrigen
Neueröffnung
hat IAV die Expansion in der Region
Chemnitz aber noch lange nicht
abgeschlossen. Bis 2020 wird
die Betriebsstätte Stollberg in Teilabschnitten weiter ausgebaut. Dann
sollen mehr als 1000 Menschen dort
arbeiten.
BÖRSEN UND MÄRKTE
Tops und Flops
Deutscher Aktien Index (Dax)
K U R S A M 0 5 .0 1 . 2 0 1 5 : 9. 4 7 3 , 1 6 P U N K T E
BB Biotech NA
MorphoSys
Dialog Semic. NA
Fresenius Med. Care St.
Fielmann
Lanxess
Manz
Salzgitter
Drägerwerk Vz.
E.ON NA
10400
10000
9600
9200
05.01. Änd. %
200,85
+1,98
78,29
+1,66
31,38
+1,55
61,25
+0,79
56,34
+0,68
35,43
-6,57
54,23
-5,95
21,91
-5,42
80,74
-5,18
13,30
-5,17
8800
Ausgewählte Notierungen
8400
November
200-Tage-Verlauf
Dezember
Januar
38-Tage-Verlauf
Markttrend
Die 30 Dax-Werte (Xetra)
DAX im Minus
Dividende 05.01. 02.01.
Adidas NA
1,5
54,75
56,42
Allianz SE vNA°
5,3
133,35 136,70
BASF NA°
2,7
66,71 69,69
Bayer NA°
2,1
109,20 113,00
Beiersdorf
0,7
66,01
67,09
BMW St.°
2,6
85,08
88,01
Commerzbank
10,85
11,21
Continental
2,5
168,90 171,75
Daimler NA°
2,25
66,17
68,75
Dt. Bank NA°
0,72
24,23
25,26
Dt. Börse NA
2,1
59,13
59,25
Dt. Post NA°
0,8
26,11
27,06
Dt. Telekom NA°
0,5
12,78
13,19
E.ON SE°
0,6
13,30
14,03
Fresen. M. C. St.
0,77
61,25
60,77
Fresenius SE
0,42
42,41 42,54
Heidelb.Cem.
0,6
57,00
58,33
Henkel Vz.
1,22
87,90
88,18
Infineon NA
0,12
8,70
8,89
K+S NA
0,25
22,40
22,68
Lanxess
0,5
35,43
37,92
Linde
3
150,10 153,40
Lufthansa
0,45
13,99
14,04
Merck
0,95
78,03
77,81
Münch. Rück°
7,25 161,35 164,85
RWE St.°
1
24,52
25,68
SAP SE°
1
56,34
58,26
Siemens NA°
3
90,93
93,76
ThyssenKrupp
20,47
21,04
VW Vz.°
4,06 176,30 182,50
Ein freier Fall im Ölpeis hat Europas und
damit auch den deutschen Aktienmarkt
kräftig ins Minus gerissen. Zudem
belasteteten Diskussionen um Griechenland und ein erneuter Rückgang im Euro
auf rund 1,1920 Dollar. Der DAX fiel um 3
Prozent auf 9.473 Punkte. Daneben
weckten schwache Teuerungsdaten aus
Deutschland die Sorge vor einer
Deflation. „Bei dieser verwirrenden
Gemengelage ist es heute zu einem
Käuferstreik gekommen“, sagte ein
Händler. Das Rohöl der Nordsee-Sorte
Brent stürzte um bislang 3,50 Dollar auf
52,92 Dollar. Darunter litten auch andere
Branchen wie Chemie-Werte und Versorger. Für BASF ging es 4,3 Prozent nach
unten, E.ON fielen um 5,2 Prozent und
RWE um 4,5 Prozent. Für Lanxess ging es
sogar 6,6 Prozent abwärts, hier belastete
zudem eine Abstufung. Die Entwicklung
um Griechenland wurde dagegen eher
entspannt gesehen.
Dow Jones
Angegeben sind Schlusskurse in Euro, Börsenplatz
Frankfurt (soweit nicht anders angegeben). Der Kurs
bezieht sich auf Stückaktien. ° = Euro Stoxx 50 Wert,
St = Stammaktie, Vz. = Vorzugsaktie, NA = Namensaktie.
Nikkei-Index = © Nihon Keizai Shimbun, Inc. **Zinsen =
FMH, Durchschnittswerte (Zinsen geben nur ungefähre Hinweise auf die Marktlage). Gold (1 kg) und Kurse für Reisende
sind Schalterkurse der Deutschen Bank. Tops/Flops
beziehen sich auf den HDax (Dax30, MDax und TecDax).
Alle Angaben ohne Gewähr.
Quelle vwd group
A. Springer SE
Aareal Bank
Airbus Group°
Aurubis
Bauer
Bechtle
Bilfinger
Brenntag NA
Carl Zeiss Med.
Celesio NA
CEWE KGaA
comdirect bank
CompuGroup
DMG Mori Seiki
Drägerwerk Vz.
Dt. Annington
Dt. EuroShop
Dt. Postbk. NA
Dürr
Evonik
Facebook
Fielmann
Fraport
G. Weber Int.
GAGFAH
GEA Group
Gerresheimer
GfK SE
GK Software
Hann. Rück.NA
Heidelb. Druck.
HOCHTIEF
Hornbach Vz.
Hugo Boss NA
Indus Hold.
Intershop
Jenoptik
Jungheinrich
Kabel Deutschl.
Kion Group
Koenig & Bauer
Krones
Dividende 05.01. 02.01.
1,8
49,17
50,15
0,75
32,92
33,96
0,75
41,81 41,60
1,1
45,80
47,03
14,04 14,00
1,1
65,27 66,38
3
45,32
47,10
0,87
45,17
46,31
0,45
21,22
21,26
0,3
26,12
26,25
1,5
51,79
52,12
0,36
8,38
8,34
0,35
19,93
19,91
0,5
23,19
23,62
0,83 80,65 84,09
0,7
27,95 28,30
1,25
36,26
36,27
1,66 35,40
35,30
1,45
72,68
74,27
1
26,57
27,00
64,80 64,85
1,45
56,45 56,00
1,25
48,31 49,24
0,75
32,96
33,93
18,43
18,56
0,6
35,70
36,17
0,7
44,00
45,11
0,65
33,10
33,62
0,25
33,47 34,45
3
73,41
74,77
2,06
2,09
1,5
57,15 58,88
0,8
71,83
71,33
3,34 99,39 102,25
1,1
38,00
38,47
1,06
1,04
0,2
10,18
10,61
0,86
51,60
52,85
113,50 112,34
0,35
31,35
31,64
10,51
9,93
2
80,10 81,00
KUKA
Leoni
Logwin
MAN SE St.
Medisana
Metro St.
MLP
MTU Aero
Nemetschek
Norma Group
Osram Licht
Porsche SE Vz.
ProS.Sat.1
Puma SE
QIAGEN
Rational
Rheinmetall
Rhön-Klinikum
Roth & Rau
RTL Group
RWE Vz.
Sachsenmilch
Salzgitter
Schneider El.°
SGL Carbon SE
Sixt SE St.
SolarWorld
STADA vNA
Südzucker
Symrise
Talanx
Telef. Dtschl.
TUI NA
Twitter
Utd. Internet NA
Vossloh
VTG
VW St.
Wacker Chemie
WINCOR NIXD.
Xing NA
Zalando
0,3
1
3,07
0,16
1,35
1,3
0,7
2,01
1,47
0,5
6
0,4
0,25
4,5
1
0,11
0,2
1,45
1
0,66
0,5
0,7
1,2
0,37
0,15
0,4
0,5
0,42
4
0,5
1,48
4,2
59,05
47,64
1,19
91,70
2,44
24,14
3,73
72,79
86,14
38,94
31,70
64,59
33,65
167,79
19,45
258,68
34,45
22,82
60,90
48,83
1,23
91,81
2,36
25,10
3,82
71,93
86,54
38,93
32,81
66,05
34,40
172,56
19,34
262,74
35,91
23,17
76,96
18,46
4050
21,92
57,25
13,38
30,33
13,03
25,46
11,88
49,56
24,83
4,37
13,83
30,25
36,93
51,53
18,27
172,55
86,35
40,09
93,38
24,66
78,10
18,94
4050
23,11
60,38
13,87
32,40
12,60
25,70
12,07
49,65
25,40
4,40
13,86
29,75
37,80
54,46
18,72
177,75
90,80
40,74
96,37
25,42
Metalle und Rohstoffe
in Euro
05.01.
02.01.
Gold, 1-kg-Barren
32485,00 32015,00
Silber 1 kg Barren
468,00
458,00
Platin (Heraeus) je g
34,78
34,40
Gold-Lnd., $ Feinunze
1192,00
1184,25
Rohöl, brent $/barrel
53,11
56,98
Min. - Max. Max-Vtg.
El.-Kupfer (DEL)
532,74-535,42 536,48
Investments
Zinsen
2,5
Realzins
05.01.2015 -0,15
Inflationsrate
November 2014
1,5
0,60%
0,5
Umlaufrendite
05.01.2015 0,45
-0,5
F M A M J J A S O N D J
Realzins=Umlaufrendite-Inflationsrate
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2015
Marktdaten
M-Dax
Tec-Dax
Euro Stoxx 50
FTSE 100
Dow Jones *
Nasdaq *
S & P 500 *
Nikkei
Hang Seng
1 Euro in Dollar
1 Euro in Yen
1 Euro in brit. Pfund
1 Euro in Schw. Fr.
Umlaufrendite
Bund-Future
Rentenindex (REX)
05.01. Änd. %
16.714,35
-1,40
1.372,80
-0,67
3.023,14
-3,70
6.417,16
-2,00
17.513,24
-1,79
4.655,53
-1,51
2.020,84
-1,82
17.408,71
-0,24
23.730,96
-0,57
1,1915
-1,06
143,0000
-1,52
0,7827
+0,35
1,2016
-0,05
0,45
-6,25
156,23
-0,17
139,77
-0,06
* Stand 20.05 Uhr ME(S)Z
Zinsen und Renditen
Basiszins n. § 247 (BGB)
Hauptrefi. (ab 10.09.14)
US-Leitzins Fed Funds Rate
CA-Leitzins Overnight Rate
GB-Leitzins Repo Satz
JP-Leitzins Diskontsatz
HK-Leitzins Prime Rate
Rentenindex (REX)
Tagesgeld unter Banken
Festgeld (1 Mon./ab 5TEuro)**
Festgeld (3 Mon./ab 5TEuro)**
Sparbrief (3 Jahre)**
Ratenkred. (3J./bis 10TEUR)**
Hypothek, Zins 10J. fest eff.**
Hypothek, Zins 5J. fest eff.**
-0,83
0,05
0,25
1,00
0,50
0,10
0,50
139,77
-0,20-0,10
0,17
0,24
0,66
5,56
1,73
1,29
KVG - Fondsname
Ausg. Rückn.
Aberd. A.M. DEGI EUROPA
13,74
13,09
AGI GmbH Adifonds A
101,12
96,30
AGI GmbH Adirenta A
16,42
15,94
AGI GmbH Adiverba A
130,10
123,90
AGI GmbH Biotechnologie A 152,70
145,43
AGI GmbH Bondspezial A EUR 49,60
48,16
AGI GmbH Concentra AE
97,38
92,74
AGI GmbH Eur Renten AE
66,50
64,88
AGI GmbH Eur Renten K AE
44,98
44,10
AGI GmbH Euroaktien A
51,11
48,68
AGI GmbH EuropaVision A
27,27
25,97
AGI GmbH Europazins AE
58,30
56,60
AGI GmbH Fondak A
143,25
136,43
AGI GmbH Fondirent
46,93
45,56
AGI GmbH Fondis
66,15
63,00
AGI GmbH Fondra
109,57 105,36
AGI GmbH Fonds Japan A
45,01
42,87
AGI GmbH Industria AE
101,09
96,28
AGI GmbH Interglobal A
237,36 226,06
AGI GmbH InternRent A EUR
45,71
44,38
AGI GmbH Kapital+ AE
63,21
61,37
AGI GmbH Neb. Deutschl.A
234,79
223,61
AGI GmbH Plusfonds
124,27
118,35
AGI GmbH Rentenfonds AE
91,76
89,52
AGI GmbH SGB GELDMARKT
75,27
74,90
AGI GmbH Thesaurus AT
769,98
733,31
AGI GmbH Verm. Deutschl. A 156,28 148,84
AGI GmbH Vermög. Europa A 44,65
42,52
AGI GmbH Wachstum Europa A 100,73
95,93
AGI GmbHLux Allianz Euro B.FE 69,94
67,90
Carmignac Investissement A* 1120,60 1120,60
DeAWM Basler-Aktienf DWS
59,81
57,11
DeAWM DWS Akkumula
852,06
811,48
DeAWM DWS Akt.Strat.D
286,27 272,64
DeAWM DWS EUR Bds(L)
1754,58 1703,47
DeAWM DWS EUR Reserve
136,17
134,82
DeAWM DWS Eurol Strat R
35,81
34,93
DeAWM DWS Europ. Opp
248,53 236,69
DeAWM DWS Eurorenta
58,11
56,41
DeAWM DWS Eurovesta
112,95
107,57
DeAWM DWS G M&M Typ O
57,56
57,56
DeAWM DWS Inter-Renta LD
14,97
14,53
DeAWM DWS Investa
147,05 140,04
DeAWM Dws TelemediaTyp O 129,40 129,40
DeAWM DWS Top Div. LD
111,02
105,73
DeAWM Dws Top Europe
127,62
122,71
DeAWM Dws Top World
83,78
80,55
DeAWM DWS Vermbf.I LD
125,97
119,97
DeAWM DWSI GE LD
147,40 140,03
DeAWM grundb. europa RC
43,95
41,85
Deka Deut. AriDeka
65,64
62,36
Deka Deut. Deka MegaTrends CF 59,61
57,46
Deka Deut. DekaFonds
94,19
89,48
Deka Deut. DekaRent-Internat. 19,89
19,31
Deka Deut. DekaSpezial
302,97
287,83
Deka Deut. DekaTresor
88,17
86,02
Deka Deut. RenditDeka
24,43
23,72
Deka Deut. TeleMedien TF
64,62
64,62
Deka Immob Europa
48,68
46,25
Deka Lux Europa TF
55,90
55,90
Deka Lux-Japan CF
565,14 536,90
DJE Invest Absolut PA
269,62 256,78
DJE Invest Alpha Glob PA
201,24 193,50
DJE Invest Div&Sub P
331,02
315,26
DJE Invest DJEDiv&Sub XP
206,66 206,66
DJE Invest Renten Glob PA
155,27
152,23
Fidelity European Growth*
13,37
12,70
Frank.Temp. TEM Gr.(Eur) Aa* 16,00
15,16
HANSAINVEST HANSAinternat. A20,49
19,79
iii INTER ImmoProfil
51,05
48,62
Pioneer EuroBond Medium*
54,29
52,64
Pioneer PI German Equity*
179,76
171,56
Robeco N.V. A
32,11
SEB Invest ImmoInvest
35,03
33,28
Union UniDyn.Europa A*
71,78
69,02
Union UniEuroAktien*
58,91
56,10
Union UniEuropa*
1729,28 1646,93
Union UniEuroRenta*
69,96
67,92
Union UniFonds*
47,48
45,22
Union UniGar: Deut.2019 II*
107,14
Union UniGlobal*
175,91
167,53
Union UniKapital*
114,73
112,48
Union UniRak*
109,61 106,42
Union UniRenta*
20,55
19,95
Union VR Sachsen Glbl Un*
48,57
47,62
UniRealEst UniImmo:Dt.*
95,83
91,27
* Fondspreise etc. vom Vortag oder letzt verfügbar, kursiv wenn nicht in Euro
Kurse für Reisende
Land
1 Euro in brit. Pfund
1 Euro in Dollar
1 Euro in Schw. Fr.
Dänische Kronen
Kanadische Dollar
Norwegische Kronen
Polnische Zloty
Schwedische Kronen
Tschechische Kronen
Türkische Lira
Ungarische Forint
Ankauf Verkauf
0,742
0,814
1,130
1,261
1,162
1,244
7,099
7,849
1,336
1,496
8,732
9,732
3,845
5,152
9,053
10,203
23,942 30,342
2,647
2,947
266,600 396,600
WIRTSCHAFT
Dienstag, 6. Januar 2015
Freie Presse
7
Auf der Straße zur Bootsmesse
NACHRICHTEN
SCHMUCK
Pandora
erweitert Filialnetz
KOPENHAGEN/DÜSSELDORF — Der dänische Schmuckhersteller Pandora
baut sein Filialnetz in Deutschland
aus. Das Unternehmen übernimmt
dazu bis zu 78 Mietobjekte von dem
deutschen Einzelhändler DHG, wie
Pandora gestern mitteilte. Es lässt
sich den Schritt zu mehr Unabhängigkeit von Vertriebspartnern wie
Kaufhof und Karstadt rund 50 Millionen Euro kosten. Damit treibe Pandora seine Strategie für Deutschland
voran, erklärte der Chef des Mitteleuropa-Geschäfts, Niels Möller. Seit
2011 legt das Kopenhagener Unternehmen, das durch seine Charms –
Schmuckelemente, die auf Bänder
aufgezogen werden können – bekannt ist, hierzulande den Fokus auf
ein eigenes Filialnetz. (dpa)
Ein Schwerlasttransporter fährt die Motor-
yacht Princess 98MY043 zur Messe Düsseldorf. Die knapp 30,20 Meter lange und 100
Tonnen schwere Yacht wird auf der „Boot
2015“ ausgestellt. Sie ist die größte Yacht der
Schau. Die Messe für Yacht- und Wasser-
sportfans findet vom 17. bis 25. Januar start.
Schon heute sprechen die Veranstalter von
einer guten Auslastung der mehr als 17 Mes-
sehallen. 1650 Aussteller aus über 60 Ländern haben sich für den Branchentreff angeFOTO: MAJA HITIJ/DPA
meldet.
NUTZFAHRZEUGE
Volvo kauft
in China ein
STOCKHOLM — Der
schwedische
Truckhersteller Volvo hat sich mit
45 Prozent beim chinesischen Nutzfahrzeughersteller Dongfeng eingekauft. Zwei Jahre nach der Unterzeichnung der Verträge hätten nun
alle Behörden das Geschäft genehmigt, teilte die Volvo Group Global
gestern auf ihrer Webseite mit. Der
Kaufpreis betrage 5,6 Milliarden
schwedische Kronen (587 Mio. Euro). „Diese strategische Allianz ist
ein echter Meilenstein und verändert massiv die Möglichkeiten der
Volvo-Gruppe auf dem chinesischen
Lkw-Markt, der der größte der Welt
ist“, sagte Volvo-Chef Olof Persson.
Die Gruppe werde einer der größten
Hersteller von mittelgroßen und
Schwerlast-Lkw. (dpa)
KONJUNKTUR
Spanien schafft
wieder Arbeitsplätze
MADRID — Spanien hat im vergange-
nen Jahr erstmals seit Krisenbeginn
2008 wieder Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der bei der Sozialversicherung zum 31. Dezember gemeldeten Erwerbstätigen stieg den Angaben zufolge im Vergleich zum selben Tag des Vorjahres um 417.000
auf 16,7 Millionen, wie das Arbeitsministerium gestern in Madrid mitteilte. Eine Netto-Arbeitsplatzschaffung sei zuletzt 2007 verzeichnet
worden, hieß es. Die Zahl der registrierten Jobsuchenden sei im selben
Zeitraum um 253.000 auf 4,447 Millionen zurückgegangen. (dpa)
TELEFONTARIFE
Telefonieren Call by Call Übersicht
über günstige Telefonanbieter (Gebühren in Cent/Min. inkl. MwSt.) aus
dem Festnetz der Deut. Telekom.
Nationale Ferngespräche
Festnetz zu Festnetz
Wie würde der Euroraum
ohne Griechenland aussehen?
IT-Markt
wächst 2015
nur langsam
Verband sieht rückläufige
Umsätze bei Telefonie
Die Debatte über einen Austritt des Landes ist entfacht. Droht eine neue Euro-Schuldenkrise?
FRANKFURT/ATHEN — Katapultiert
sich Griechenland aus der Eurozone? In der Berliner Politik und an
den Finanzmärkten wird vor den
Neuwahlen offen darüber spekuliert – auch weil die Gefahr eines
Flächenbrands im Euroraum heute deutlich geringer ist als 2012.
Worum geht es?
Weil es Hellas nicht gelungen ist, einen neuen Präsidenten zu wählen,
stehen am 25. Januar Neuwahlen
des Parlaments an. Nach Umfragen
könnte die linkspopulistische Partei
Syriza die künftige Regierung anführen. Deren Chef Alexis Tsipras
gilt als Gegner der Sparauflagen der
Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission. Er will im Falle eines Wahlsieges Griechenlands Sparpolitik beenden und einen Schuldenerlass verlangen.
Wie reagiert das Ausland?
Die Bundesregierung pocht auf Erfüllung griechischer Spar- und Reformzusagen. Man erwarte von der
griechischen Regierung – „egal wer
sie stellt – , dass die mit der EU getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
(SPD) gestern. Mit anderen Worten:
Hält sich Athen nicht an die Vereinbarungen, dreht die Troika den
Geldhahn zu.
Was würde das bedeuten?
In der Folge würde die EZB griechische Staatsanleihen nicht mehr als
Sicherheiten für Zentralbankgeld
akzeptieren, so dass griechische
Banken von der Versorgung mit Euro abgeschnitten würden. Das könnte das Ende Griechenlands als Mitglied des Währungsraums bedeuten. Das Land müsste eine eigene
Währung einführen, die schwächer
als der Euro wäre. Das würde die
Rückzahlung von Schulden erschweren.
Kann Europa Griechenland aus
der Eurogruppe werfen?
Nein. Das sehen die europäischen
Verträge nicht vor. Deshalb wird
wieder vermehrt über einen „Grexit“ diskutiert: Das Wort setzt sich
aus „Greece“ und „exit“ zusammen
und meint, dass Griechenland selbst
seinen Austritt aus der Eurozone erklärt. Auch das wäre Neuland für das
Eurosystem, das für einen solchen
Schritt keine Regelungen kennt.
Auch deshalb warnen Ökonomen
wie Clemens Fuest, Chef des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung: „Ein Austritt wäre mit erheblichen Risiken behaftet, vor allem für Griechenland selbst, aber
auch den Rest der Eurozone.“ Er
würde es daher vorziehen, wenn
Griechenland im Euroraum bliebe
und seine Reformanstrengungen
verstärke, sagte Fuest.
Was würde ein „Grexit“
Deutschland kosten?
SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider schätzt, dass ein Euro-Austritt
Griechenlands Deutschland 30 Milliarden Euro oder mehr kosten
könnte. „Wir haben fast 240 Milliarden an Krediten an Griechenland gegeben, um sie zu stabilisieren und
im Euro zu halten“, sagte Schneider.
Bei einem Umstieg auf die Drachme
könne Athen das nicht zurückzahlen. Nach Commerzbank-Berechnungen summieren sich die Schul-
Griechenland-Diskussionen belasten Finanzmärkte
Sorgen um die Zukunft Griechenlands und des Euro haben gestern
den Dax belastet. Das Börsenbarometer fiel bis zum Nachmittag um 1,40
Prozent auf 9627,81 Punkte. Zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr blieben
die Umsätze an der Börse allerdings
noch recht dünn.
Am Vormittag noch hatte die Aussicht auf weitere Hilfen durch die Europäische Zentralbank (EZB) den
deutschen Leitindex gestützt; im weiteren Verlauf gewannen jedoch die
Pessimisten immer mehr die Ober-
hand an den Handelsplätzen. Auch
europaweit überwogen die Minuszeichen: Der Leitindex der Eurozone, der
EuroStoxx 50, büßte rund anderthalb
Prozent ein.
Bei den deutschen Nebenwerte-Indizes bot sich gestern nach Handelsbeginn ein etwas freundlicheres Bild:
Der MDax als Index der mittelgroßen
Konzerne gab nur um 0,33 Prozent
auf 16.895,77 Punkte nach. Für den
Technologiewerte-Index TecDax ging
es sogar um 0,47 Prozent auf 1388,51
Punkte nach oben. (dpa)
den Griechenlands bei den europäischen Partnern, dem IWF und der
EZB auf gut 257 Milliarden Euro.
„Die Politiker in Geberländern wie
Deutschland müssten ihren Wählern erklären, dass die Hilfskredite –
anders als stets behauptet – verloren
sind“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
„Das wäre sehr unpopulär und würde eurokritische Parteien wie die
AfD stärken.“
Wie groß ist die Gefahr, dass die
Euro-Schuldenkrise
zurückkehrt?
Experten halten das Risiko eines Flächenbrands für gering – auch deshalb, weil ausländische Banken ihr
Engagement in Griechenland in den
vergangenen Jahren tendenziell verringert haben. Die Bundesregierung
hält einen „Grexit“ einem „Spiegel“Bericht zufolge inzwischen für verkraftbar. Denn anders als beim
Schuldenschnitt 2012 haben EU
und EZB inzwischen Brandmauern
eingezogen. Dazu gehört der Europäische Stabilitätsmechanismus ,
der Staaten im Notfall mit bis zu 500
Milliarden Euro beispringen kann.
Wie wahrscheinlich ist ein „Grexit“?
Das kann niemand vorhersagen.
Noch gehen Ökonomen eher davon
aus, dass Syriza die Wahlen verlieren und die bisherige Regierung unter der Führung der konservativen
„Neuen Demokratie“ Strukturreformen und Haushaltskonsolidierung
fortsetzen
wird. (dpa)
MÜNCHEN — Der deutsche Markt für
Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) dürfte nach
Einschätzung des Branchenverbands Bitkom in diesem Jahr nur
leicht wachsen. Insgesamt werden
die gesamten ITK-Umsätze 2015,
verglichen mit dem Vorjahr, wohl
nur um 0,6 Prozent auf 154,3 Milliarden Euro zulegen, wie der Verband
gestern mitteilte. Während die Geschäfte mit Datentechnik, Software
und Dienstleistungen anziehen,
dürften die Einnahmen mit Telekommunikation und Unterhaltungselektronik schrumpfen. „Die
Telekommunikationsunternehmen
stehen von zwei Seiten unter Druck.
Zum einen sind die Umsätze mit
Sprachdiensten sowohl im Festnetz
wie im Mobilfunk weiterhin stark
rückläufig. Zum anderen flacht die
Wachstumskurve bei Smartphones
nach dem rasanten Anstieg in den
Vorjahren sichtbar ab“, erklärte Bitkom-Chef Dieter Kempf. „Gleichzeitig werden von den Netzbetreibern
Multimilliardeninvestitionen für
den Breitbandausbau gefordert, um
Deutschland fit für die Gigabit-Gesellschaft zu machen“, klagte er. Die
Netzbetreiber würden die Investitionen in ihre Netze im laufenden Jahr
um 3,5 Prozent auf 6,5 Milliarden
Euro aufstocken.
Das Geschäft mit klassischer Unterhaltungselektronik dürfte Bitkom zufolge in einem Jahr ohne große, umsatzfördernde Sportspektakel
unter Druck bleiben. Die Umsätze
würden voraussichtlich um 3,3 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro zurückgehen. (dpa)
Zeit
Anbieter
Montag bis Freitag
Preis
Vorwahl
7-19
0,98
1,48
0,64
0,71
01011
01012
01060
01013
China lenkt im Handel mit seltenen Erden ein
010052
01079
Nach jahrelangem Streit
um Exportbeschränkungen für seltene Erden gibt
die chinesische Führung
den Handel mit den in der
Hightech-Industrie so begehrten Rohstoffen frei.
19-7
01011
01012telecom
01060
Tele2
Sonnabend, Sonntag, Feiertag
00-24
010052telecom 1,27
star79
1,68
Ortsnetzgespräche
Zeit
Anbieter
Montag bis Freitag
Preis
Vorwahl
7-19
1,1
1,11
0,71
0,79
01038
01052
01013
01070
1,12
1,14
01038
01088
19-7
tellmio
01052
Tele2
Arcor
Sonnabend, Sonntag, Feiertag
00-24
tellmio
01088telecom
VON FELIX LEE
zu den Mobilnetzen
Zeit
täglich
Anbieter
Preis
Vorwahl
00-24
01060
Ventelo
2,32
3,39
01060
01040
Tarife mit Einwahlgebühr oder Abrechnung schlechter als
Minutentakt wurden nicht berücksichtigt. Bei einigen Anbietern kann es wegen Kapazitätsengpässen zu Einwahlproblemen kommen. teltarif-Hotline (Montag bis Freitag 9
bis 18 Uhr): 0900 1 330100 (1,86 Euro/Minute von T-Com).
teltarif.de bietet im Internet auch eine Abfrage der Auslandstarife an. Stand: 05.01.2015, 11 Uhr. Kurzfristige Änderungen möglich. Quelle: www.teltarif.de – alle Anbieter
mit Tarifansage. Alle Angaben ohne Gewähr.
PEKING — Sie
stecken in Smartphones, Chips, Elektromotoren und
selbst in Hochpräzisionswaffen: Metalle der seltenen Erden. Ausgerechnet das kommunistisch geführte
China hatte fast ein Jahrzehnt lang
ein Quasimonopol über diesen so
wichtigen Rohstoff – und scheute
nicht davor zurück, diese Marktmacht auch für politische Zwecke
einzusetzen. Vor allem Japans Hoch-
technologieindustrie musste zwischenzeitlich erhebliche Einbußen
hinnehmen, weil China wegen Territorialstreitigkeiten im Ostchinesischen Meer die Ausfuhr dieser seltenen Metalle an seinen Erzrivalen
drosselte. Nun aber gibt sich die chinesische Führung geschlagen und
verzichtet künftig auf Exportbeschränkungen.
Zwar benötigen die chinesischen
Firmen für die Ausfuhr dieser Metalle auch weiter Genehmigungen der
Regierung, heißt es in einem Bericht
der staatlichen Zeitung „Security
News“. Ausfuhrquoten würde es
aber keine mehr geben. Vordergründig kommt die chinesische Führung
damit einem Schiedsspruch der
Welthandelsorganisation (WTO)
nach, die bereits im vergangenen
Frühjahr zu dem Urteil kam, dass die
Exportbeschränkungen gegen die
Regeln des freien Welthandels verstoßen. Ein Grund für die Lockerung
Im chinesischen Ganxian werden seltene Erden gefördert.
des Exports dürfte aber darin liegen,
dass Chinas Monopol ohnehin bröckelt und die Preise drastisch gefallen sind. Die Volksrepublik will auf
dem Weltmarkt wieder mehr seltene Erden verkaufen. Fast ein Jahrzehnt lag die Weltproduktion der
insgesamt 17 Elemente der begehrten Industriemetalle fast komplett
in chinesischer Hand. Diese Dominanz hatte historische Gründe. Der
Abbau ist sehr aufwendig, hinterlässt Giftmüll und belastet die Um-
FOTO: EPA/STR
welt. Den Chinesen war diese Arbeit
nicht zu schmutzig. Im Gegenteil:
Sie boten dem Rest der Welt diese
Metalle auch noch zu äußerst günstigen Preisen an. Den Industriestaaten kam diese Entwicklung gelegen,
und sie ließen ihre ohnehin rar gesäten Abbaustätten schließen. Zwischenzeitlich stammten mehr als 95
Prozent aller weltweit gehandelten
seltenen Erden aus der Volksrepublik. 2010 erkannte China sein
Machtmonopol und sah darin die
Gelegenheit, vor allem Ländern mit
hohem Hochtechnologie-Anteil wie
Japan, Südkorea, Taiwan, die USA,
Deutschland höhere Preise zu diktieren. China drosselte die Ausfuhr
um mehr als 40 Prozent, woraufhin
sich die Weltmarktpreise für einige
Metalle mehr als verzehnfachten.
Offiziell begründete die chinesische
Führung diesen Schritt damit, dass
sie ihre Umwelt und Ressourcen
schonen wolle. Inzwischen aber
kann von einem chinesischen Monopol nicht mehr die Rede sein.
Nach achtjährigem Stopp haben die
USA in Kalifornien den Abbau der
Metalle in einem alten Bergwerk
wieder aufgenommen, Chinas weltweiter Anteil ist in den vergangenen
vier Jahren auf 85 Prozent zurückgegangen. Zudem haben vor allem japanische High-Tech-Unternehmen
alternative Rohstoffe gefunden oder
recyceln die Metalle aus n alten
Elektrogeräten.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Dienstag, 6. Januar 2015
Gestrandeter
Frachter zieht
Touristen an
NACHRICHTEN
WIEDERHOLUNGSTÄTERIN
Weihnachtsgans
flüchtet erneut
Dutzende Schaulustige freuen sich
FURTH IM WALD — Kurz vor Weih-
an der englischen Südküste über
diesen Anblick: Das 180 Meter lange Autofrachtschiff Höegh Osaka ist
vor der Isle of Wight auf einer Sandbank aufgelaufen und liegt mit
deutlicher Schlagseite im Wasser.
Die Polizei warnte auf Facebook bereits vor überfüllten Parkplätzen an
der Küste. Die Bergung des Autofrachters könnte zur Mammut-Aufgabe werden. Gestern ging ein Expertenteam an Bord des 51.000 Tonnen schweren Schiffs, um den Schaden zu begutachten und einen Plan
zur Bergung auszuarbeiten, wie ein
Sprecher der Betreiberfirma Höegh
Autoliners sagte. Das Schiff ist laut
Küstenwache derzeit stabil. Die Besatzung hatte die Höegh Osaka am
späten Samstagabend absichtlich
auf Grund laufen lassen, da es sich
kurz nach der Abfahrt im Hafen
von Southampton aus bisher unbekannten Gründen zur Seite geneigt
hatte. 25 Besatzungsmitglieder wurden per Hubschrauber und Rettungsboot in Sicherheit gebracht.
nachten ist sie bereits ausgebüxt,
jetzt unternahm sie einen neuen
Fluchtversuch: Eine Hausgans hat es
in Furth im Wald (Bayern) bis vor
die Tür des Hallenbads geschafft.
Laut Polizei war der Vogel dasselbe
Tier, das bereits kurz vor Weihnachten auf die Straße geflohen war, um
nicht als Festtagsbraten zu enden.
Ein Spaziergänger habe die Gans am
Sonntag gesehen und die Polizei verständigt. Den Beamten sei das Tier
wohlbekannt gewesen, es sei ihnen
„inzwischen auch ans Herz gewachsen“, teilte die Polizei am Montag
mit. Die Polizisten nahmen Kontakt
mit einer Tierpension auf, in der die
Gans künftig leben soll. (dpa)
STUDIE
Kuscheln im Alter
wichtiger als Sex
Feuerwehr kämpft
gegen Buschbrände
SYDNEY — Hunderte Feuerwehrmän-
ner und mehr als ein Dutzend
Löschflugzeuge kämpfen in der Umgebung der südaustralischen Großstadt Adelaide gegen enorme Buschbrände. Bei Temperaturen von bis zu
38 Grad Celsius könne sich die Situation verschlechtern, warnte die
Brandbekämpfungsbehörde
des
Bundesstaats South Australia gestern. Die Flammen verletzten bis dahin mindestens 29 Menschen. 26
Häuser und 40 weitere Gebäude
wurden zerstört oder schwer beschädigt. Das Feuer sei weiterhin
„extrem gefährlich“, sagte South
Australias Ministerpräsident Jay
Weatherill. Die Ursache der Brände
ist noch unklar. Die Polizei ermittelte, ob eine Abfallverbrennungsanlage die Feuer in den Adelaide Hills
ausgelöst haben könnte. (dpa)
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Keno
Ziehung vom 5. Januar: 3, 7, 15, 22, 24,
25, 26, 27, 28, 34, 37, 38, 42, 48, 50, 55,
57, 58, 62, 63
Zusatzlotterie Plus 5: 21338
Auswahlwette
2, 12, 16, 25, 27, 35, Zusatzspiel: 11
Ergebniswette
1, 0, 1, 1, 2, 1, 2, 2, 1, 2, 0, 0, 1
Gewinnquoten
Lotto am Samstag
Kl. 1: unbesetzt, Kl. 2: 1.873.526,40 ¤,
Kl. 3: 10.767,30 ¤, Kl. 4: 3552,80 ¤,
Kl. 5: 235,30 ¤, Kl. 6: 51,00 ¤,
Kl. 7: 22,70 ¤, Kl. 8: 11,40 ¤, Kl. 9: 5,00 ¤.
Ergebniswette
Kl. 1: 131.652,90 ¤, Kl. 2: 2282,10 ¤,
Kl. 3: 102,60 ¤, Kl. 4: 15,80 ¤
Auswahlwette
Kl. 1: unbesetzt, Kl. 2: unbesetzt,
Kl. 3: 649,70 ¤, Kl. 4: 24,70 ¤,
Kl. 5: 6,20 ¤, Kl. 6: 3,40 ¤
Alle Angaben ohne Gewähr
James Bond im Alpendorf
Drei Orte in Österreich
haben das große Los
gezogen. James Bond alias
Daniel Craig kommt zu
Dreharbeiten nach Sölden,
Altaussee und in die Mini-Gemeinde Obertilliach.
VON MATTHIAS RÖDER
OBERTILLIACH — Wer für den Ge-
heimdienst Ihrer Majestät arbeitet,
kann schweigen wie ein Grab. Egal,
ob Spion mit der Lizenz zum Töten
oder Wachmann mit der Lizenz zum
Kettenrauchen. „Ich habe berufsbedingt Alzheimer.“ Der so von Vergesslichkeit Geplagte beschützt einen alten Tiroler Stadl. Die Frage
lautete schlicht: „Wo ist das JamesBond-Haus?“ Die Filmcrew hat vor
den Dreharbeiten zum nächsten
007-Abenteuer mit dem Titel „Spectre“ in Obertilliach in Osttirol zwar
viele Spuren gelegt. Große Zelte dienen als Lagerhallen, Container als
Büros, zwei Hubschrauberlandeplätze sind angelegt. Aber das
Schweigegelübde zeigt in dem 700Seelen-Dorf immer noch Wirkung.
Weitere Drehorte in Österreich sind
Sölden und Altaussee.
„Die geheimdienstliche Diskretion schwebt über allem“, schmunzelt
der 67-jährige Josef Lugger aus Obertilliach. Der Bauer, Wirt, Seilbahner
und Musikant gehörte zu den fünf
Leuten, die im März vom Interesse
der 007-Produzenten aus England
erfuhren. Obertilliach als Kulisse für
wesentliche Szenen in einem globa-
Eigens für den neuesten James-Bond-Film „Spectre“ errichtet: Heuhütten im
FOTO: MATTHIAS RÖDER/DPA
österreichischen Obertilliach.
len Blockbuster? „So eine Chance
lässt man sich nicht entgehen“, sagt
Bürgermeister Matthias Scherer
(44). Der ÖVP-Politiker und das Mini-Komitee sondierten die Stimmung im Dorf. Denn der PR-Coup
bedeutet in der etwa dreiwöchigen
heißen Drehphase ab Mitte Januar
auch Einschränkungen für Bewohner und Urlauber. Einige Tage ist unter anderem die Ski-Piste wegen des
Top-Agenten gesperrt.
Daniel Graig
James-Bond-Darsteller
FOTO: F. ARRIZABALAGA/DPA
Doch die Vorteile scheinen alle
überzeugt zu haben. „In der Region
bleiben vier Millionen Euro“, sagt
Scherer über das unerwartete Konjunkturprogramm.
Handwerker
und Bauern freuen sich über Zusatzaufträge und über zum Dreh verpachtete Grundstücke, die Hoteliers
über eine 350 Mann starke Crew, die
essen und schlafen will. Insgesamt
seien in Österreich vom großen
Filmteam – insgesamt 500 Leute –
30.000 Übernachtungen gebucht,
sagt der Chef der Filmförder-Agentur Location Austria, Arie Bohrer.
Die Zimmerleute aus Obertilliach und Region haben ganze Arbeit
geleistet. Schon im August haben sie
auf einer Wiese am Rande des Dorfes mit dem Bau eines Tiroler Stadls
und kleiner Heuhütten begonnen.
Der Stadl gilt als „James-Bond-Haus“.
„Hier wird es eine Verfolgungsjagd
geben“, erzählt Nachbar Emil Figl.
Von der Piste aus werde Bond wohl
vor seinen Verfolgern in die Hütte
fliehen, meint der 76-Jährige. In den
engen Gassen des Dorfes werde das
Katz-und-Maus-Spiel weitergehen.
Superstar Craig wird wohl für
vier, fünf Tage zum Dreh in Osttirol
sein. Schlafen wird der 46-Jährige
woanders, heißt es. Der Österreicher
Christoph Waltz (58), Bösewicht im
neuen Bond, wird bei den Dreharbeiten in seiner Heimat gar nicht
auftauchen, verriet er.
Dass sich die Location-Scouts aus
England für Obertilliach entschieden haben, ist für die Offiziellen gar
nicht so überraschend. Der Ort sei
schon öfter Kulisse für TV und Film
gewesen, meint Scherer. „Wir sind
ein sehr seltenes Landschafts-Möbel“, erklärt Lugger. Der Ort sei als altes Wehrdorf noch ganz kompakt,
habe viele alte Holzhäuser, kaum eine Bausünde geschweige denn einen Hotelturm. Obendrein hatte der
vergangene Rekordwinter mit seinen insgesamt neun Metern Schnee
und tagelangen Stromausfällen im
Rückblick auch etwas Gutes. Die
wetteranfällige Hochspannungsleitung wurde auf einer Länge von
zwei Kilometern unter die Erde verlegt. Die nun hindernisfreie Schneise habe die Filmemacher gefreut.
Für die geplanten Actionszenen habe das „super gepasst“, sagt Scherer.
Auch in der Tourismus-Hochburg Sölden im Ötztal reibt man
sich die Hände. „Das ist wie ein Lotto-Sechser“, ist sich der Chef der
Bergbahnen Sölden, Jakob Falkner,
sicher. Auf dem Gletscher, der Gletscherstraße und im neuen Ice-Q-Restaurant am Gaislachkogl mit spektakulärer Sicht werde im Januar und
Februar gedreht, erzählt Falkner. Er
wehrt sich gegen die Sorge, der Spaß
im Skigebiet könnte für den Urlauber durch die Filmarbeiten getrübt
werden. Alle Orte fühlen sich schon
als Sieger im Kampf um Gäste.
„Bond ist als Marke unschlagbar, um
sie auch touristisch zu verwerten“,
meint Bohrer. (dpa)
DER JAMES-BOND-FILM „SKYFALL“ wird
heute im ZDF ausgestrahlt. Mehr dazu lesen
Sie auf der Seite Fernsehen &Radio.
Tödlicher Adrenalin-Kick auf Bobbahn
Drei Männer rutschen auf
Kinderschlitten durch den
Eiskanal in Winterberg
und rasen vor einen
Mini-Traktor. Für einen
kommt jede Hilfe zu spät.
VON JÖRG TARON
Erst eine Stunde nach einem nächtlichen Unfall auf der geschlossenen Bobbahn in Winterberg wurden Rettungswagen gerufen. FOTO: HSK-PHOTOGRAPHY/DPA
WINTERBERG/MESCHEDE — Nach dem
Unglück bei einer verbotenen
nächtlichen Fahrt durch eine Bobbahn im Sauerland haben die Verletzten mehr als eine Stunde im Eiskanal gelegen, bis Hilfe kam. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in
Arnsberg gestern. Bei dem Unfall in
der Nacht zu Samstag war ein 25-
Jähriger aus Hamm ums Leben gekommen, seine beiden 26 und 29
Jahre alten Freunde wurden schwer
verletzt. Die Leiche des 25-Jährigen
sollte obduziert werden, um Aufschluss über den Hergang zu bekommen. „Bisher gibt es keinen
Hinweis darauf, dass jemand ande-
res als die Geschädigten verantwortlich sind“, sagte der ermittelnde
Staatsanwalt gestern.
Nach bisherigen Erkenntnissen
fuhren vier Männer aus Hamm am
Freitagabend nach Winterberg. Dort
sollen sie mit ihren Kinderschlitten
zunächst auf Skipisten gefahren
sein. Gegen 3 Uhr morgens hätte das
Quartett dann den Zaun zum Bobbahn-Gelände überwunden. Während seine Freunde die Bahn hinunterfahren wollten, hätte der Vierte
nach eigener Aussage versucht, sie
davon abzuhalten, hieß es. Der 26Jährige sei mit dem Auto zur Hauptstraße gefahren, um auf seine Freunde zu warten. Kurz danach müssen
die drei Männer im stockdunklen
Eiskanal in einen Trecker gerast
sein, der zur Aufbereitung der Eisfläche genutzt wird. Erst nach mehr als
einer Stunde hörte ein Nachbar der
Wintersportanlage Hilferufe und
alarmierte die Polizei. Als die Rettungskräfte eintrafen, lagen die Verletzten vermutlich schon eine Stunde auf dem Eis. Der vierte Mann habe vermutet, dass das Trio den Eiskanal nochmal hinunterfährt. (dpa)
HILFSBEREITSCHAFT
Mann will Hund
retten – vermisst
DESSAU-ROSSLAU — Bei dem Versuch,
einen Hund aus der Mulde in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) zu retten, ist ein Mann selbst von der Strömung mitgerissen worden. Er wurde auch nach Stunden noch vermisst, wie ein Sprecher der Polizei
gestern sagte. Die Helfer hätten die
Suche am Abend wegen der Dunkelheit unterbrochen und wollten heute weitermachen. Der Hund war
schon nach kurzer Zeit tot geborgen
worden. Der Mann war gestern ins
Wasser gesprungen, um dem Tier zu
helfen. Feuerwehr, Polizei sowie die
Wasserrettung suchten mit Tauchern nach dem Mann. Auch ein
Hubschrauber wurde eingesetzt. Ob
der Vermisste allein oder in Begleitung unterwegs war, blieb gestern
ungewiss. Sicher sei aber, dass der
Hund nicht ihm gehörte. Wem das
Tier gehörte, war gestern noch nicht
klar. (dpa)
LEUTE HEUTE
Sarah Palin (50), frühere Gouverneurin Alaskas, wehrt sich gegen
Vorwürfe der Tierquälerei. Die Politikerin hatte zu Neujahr Bilder auf
Facebook gepostet,
die ihren sechsjährigen Sohn Trig zeigen. Er ist dabei auf
dem Rücken des Familienhundes zu
sehen. „Möge 2015
jeder Stolperstein
zu einem Sprungbrett auf dem Weg nach vorne werden“, schrieb Palin dazu. Die Republikanerin erntete daraufhin scharfe
Kritik vieler Internetnutzer und der
Tierschutzorganisation Peta. „Liebe
Peta, entspannt euch“, antwortete
Palin am Wochenende. „Wenigstens
hat Trig den Hund nicht gegessen.“
Die 50-Jährige warf den Tierschützern Heuchelei und Doppelmoral
vor. Ihre Haustiere würden „geliebt,
verwöhnt und behütet“. (dpa)
FOTO: JUSTIN LANE WARREN TODA/DPA
AUSTRALIEN
FOTO: LUCY YOUNG/ACTION PRESSE
Jennifer Aniston (45), US-Schauspielerin, wird nicht gern auf ihre
frühere Ehe mit Brad Pitt (51) angesprochen. „Ich bin geschieden. Das
ist schmerzhaft. Ich
mag es nicht, wenn
Leute dieses Thema
ansprechen. Aber
sie tun es immer
noch“, sagte Aniston in einem Interview mit „CBS
News“. Das PromiPaar war von 2000 bis 2005 verheiratet. Im vergangenen Jahr heiratete
Brad Pitt seine Kollegin Angelina Jolie und zieht mit ihr sechs Kinder
groß. Jennifer Aniston („Friends“) ist
mit Schauspieler Justin Theroux
verlobt. (dpa)
FOTO: JIMMY MORRIS/DPA
ROSTOCK — Zärtlichkeit wird im Vergleich zum Sex mit zunehmenden
Alter für Senioren nach Forscherangaben immer bedeutender. Wie Britta Müller von der Universität Rostock gestern berichtete, räumten
91 Prozent der 74-jährigen Männer
und 81 Prozent der gleichaltrigen
Frauen Zärtlichkeit einen wichtigen
Platz in ihren Partnerschaften ein.
Geschlechtsverkehr spielte nur bei
61 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen eine bedeutende
Rolle. Für die vieljährige Studie waren in drei Erhebungswellen 194 Senioren aus Heidelberg, Leipzig und
Rostock jeweils im Alter von 63, 67
und 74 Jahren befragt worden. Sie
lebten über den gesamten Studienverlauf hinweg in stabilen Partnerschaften. (dpa)
PLAUENER ZEITUNG
Dienstag, 6. Januar 2015
JULIA KELLER
03741 408-15159
red.plauen@freiepresse.de
Seite 9
Oberdorfer nimmt Ball für neue Halle auf
Vordrängler
Der Pharmareferent rennt. Weshalb
Wünsche für Plauen 2015
wir Patienten glauben, der Typ sei
allgegenwärtig in Wartezimmern
hiesiger Arztpraxen. Einst wandelten Arzneimittelvertreter freundlich lächelnd und grüßend über Flure. Als Bittsteller wohlgemerkt. Heute verkörpern sie stressgeplagte Manager. Ohne Manieren. Zeit ist Geld.
Ihre Zeit und unser Geld. Wir Patienten harren nachdenklich auf der
Wartezimmerbank aus. Gelegenheit
zum Träumen. Vielleicht befördern
bald Drohnen die neuartigsten Pillen in die Praxen. Von solchen elektronischen Dingern erwartet kein
Mensch mehr die Bitte um Entschuldigung beim Vordrängeln. (ach)
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
Erfolge in der Stadt wahrnehmen,
statt meckern: Darüber würde sich
Spitzenprinzessin Rika Maetzig freuen. „Es heißt immer
nur, die Wema ist
tot, die Plamag ist
tot. Aber gerade die
Wema ist in ihrem
Bereich wieder
Marktführer. Nur leider interessieren
sich die Plauener
dafür zu wenig.“ Auch die Vosla sei
ein gutes Beispiel, dass es in Plauen
wirtschaftliche Erfolge gibt. Und nicht
zuletzt weiß sie als Spitzenprinzessin
um positive Entwicklungen in der Textilindustrie, die aus ihrer Sicht gerade
in Plauen viel zu wenig bekannt sind.
„Im Bereich technische Textilien laufen so viele spannende Projekte.“ Besonders freut sich Rika Maetzig auf
die Neuauflage der „Schau auf Design“ vom 20. bis zum 22. März im
neuen Landratsamt. Dort werden pfiffige und innovative Produkte aus dem
Vogtland vorgestellt.
NACHRICHTEN
THE ATER
Heute tagt
Zwei-Städte-Runde
PLAUEN/ZWICKAU — Die
Plauener
und die Zwickauer Stadtratsfraktionsspitzen und die Oberbürgermeister beider Städte treffen sich
heute ab 15.30 Uhr im Zwickauer
Rathaus, um gemeinsam Wege zu
suchen, ob und wie das Theater
Plauen-Zwickau mit Verlängerung
des Grundlagenvertrags im Sommer
dieses Jahres so finanzierbar ist, dass
Spartenschließungen
vermieden
werden können. Es ist das erste Treffen dieser Art. Eine Zwickauer Stadtratsvorlage zur Vertragsverlängerung, die harte Einschnitte ab 2018
mit sich gebracht hätte, war vor der
Sitzung am 18. Dezember kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden. (tk)
KIRCHE NBE ZIRK
Superintendentin
vor Amtseinführung
PLAUEN/DRESDEN — Die neue Plaue-
FOTO: PRIVAT
ner Superintendentin Ulrike Weyer
tritt noch im Januar offiziell ihr Amt
an. Die Amtseinführung mit dem
sächsischen Landesbischof Jochen
Bohl findet am
Sonntag, 25. Januar,
14 Uhr, in der Johanniskirche statt.
Bereits heute stellt
sich Weyer, die bislang Pfarrerin im Kirchspiel Sornzig
im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz
war, im Landeskirchenamt in Dresden vor und wird dort von dem Präsidenten des Landeskirchenamtes
Johannes Kimme erwartet. Weyer
tritt die Nachfolge von Matthias
Bartsch an, der im Frühjahr des vergangenen Jahres Plauen verlassen
hatte und seitdem von Pfarrer Andreas Gräßer vertreten wird. (bju)
BEUTEZUG
Einbrecher in
Kita und Sporthalle
PLAUEN — Einbrecher haben über
das Wochenende im Kindergarten
„Kinderhaus Westend“ an der Europaratstraße und in der Sporthalle an
der Kasernenstraße zugeschlagen.
Wie die Polizei gestern berichtete,
gingen sie in beiden Fällen gewaltsam vor. Im „Kinderhaus Westend“
wurden sämtliche Räume durchwühlt und Schränke aufgehebelt.
Neben einer geringen Menge an Bargeld erbeuteten die unbekannten
Einbrecher eine Videokamera, Kaffee und Süßigkeiten. Der Stehlschaden wurde insgesamt mit gut 200
Euro angegeben. Der angerichtete
Sachschaden summiert sich auf etwa 1800 Euro. In die Sporthalle gelangten die Täter durch Aufhebeln
der Eingangstür. Im Gebäude brachen sie mehrere Türen und Schränke auf. Entwendet wurde nichts, allerdings entstand ein Sachschaden
in Höhe von rund 3000 Euro. (bju)
Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer stößt mit Plauener Schulleiterinnen aufs neue Jahr an: (von links nach rechts) Petra Engelhardt vom Diesterweg-GymnaFOTO: ELLEN LIEBNER
sium, Silke Schwerdt von der Rückert-Oberschule und Rita Hildebrandt von der Kolping-Schule.
Neues beim Neujahrsempfang: In Plauen wird die
Idee einer neuen GroßArena für bis zu 2000 Zuschauer diskutiert. Unternehmer und Handballvereins-Chef Bernd Märtner
gab dazu den Anstoß.
VON TINO BEYER
PLAUEN — Entsteht in Plauen in den
nächsten Jahren eine neue Multifunktionsarena? Zumindest die Idee
davon hat Oberbürgermeister Ralf
Oberdorfer (FDP) gestern erstmals
öffentlich in den Mund genommen
– wenngleich auch so dezent, dass es
nur Eingeweihte mitbekommen haben. Vor rund 400 Gästen seines
Neujahrsempfangs lobte Oberdorfer
die fulminante Entwicklung der beiden Plauener Handballvereine. Eine
neue Halle, in der bis zu 2000 Zuschauer Platz finden, könne da
durchaus notwendig werden, wenn
diese Entwicklung weiter anhält.
Oberdorfer nimmt damit einen Ball
auf, den Bernd Märtner schon seit
geraumer Zeit durch die Stadt spielt
und damit unter anderem durch die
Bernd Märtner
Vorsitzender
SV 04 Oberlosa
FOTO: ELLEN LIEBNER
Fraktionen des Stadtrates gezogen
ist: den Bau einer neuen Multifunktionarena in der Elsteraue. 2015, so
Märtners Wunsch, soll dafür mit der
Festlegung eines Standortes ein erster Schritt gemacht werden.
„Eine Freiheitshalle in klein“
Die Idee des Chefs des SV 04 Oberlosa: Die neue Halle könnte für Kongresse genauso genutzt werden wie
fürs Handballspielen. Bernd Märtner beschreibt sie als „Hofer Freiheitshalle in klein“. 2000 Besucher
sollen darin Platz finden. „Ohne so
eine Halle werden wir zwischen Hof
und Zwickau aufgerieben“, begrün-
det er. Seine Idee hat er bereits beim
Forum Zukunft Elsteraue und den
Fraktionen des Stadtrates vorgestellt. Wie sie angesichts der klammen Plauener Finanzen umgesetzt
werden kann? „Ohne die Stadtkasse
zu belasten: mit staatlichen Zuschüssen und privatem Geld“, so
Märtners Vorstellung. Man müsse
davon weg, dass Großprojekte nur
unter maßgeblicher Beteiligung der
Stadt realisierbar seien. Würde es in
Plauen Zustimmung für so ein Projekt geben, müsste laut Bernd Märtner der Bau binnen fünf Jahren
durchgezogen werden. Solange sind
die Aussichten auf staatliche Zuschüsse hoch.
Theater-Debatte prägt OB-Rede
Geprägt war der Neujahrsempfang
jedoch von der Debatte um die Theaterzukunft. In einer engagierten Rede warb der Stadtchef eindringlich
dafür, die städtischen Ausgaben für
den Bühnenbetrieb zu senken, ohne
eine produzierendes Mehrspartentheater infrage zu stellen. „Wir müssen Veränderungen akzeptieren, wir
müssen einen Kompromiss finden“,
sagte er. Als Beispiel, um Kosten
Hoch die Tassen: Bürger
küren neues Becher-Motiv
Die Vogtländer können erneut darüber abstimmen,
wie im Advent die offizielle
Weihnachtsmarkttasse
aussehen soll. Sechs Entwürfe stehen zur Wahl.
VON NANCY DIETRICH
PLAUEN — Das Weihnachtsfest ist ge-
rade erst vorbei, da laufen schon die
Vorbereitungen für den kommenden Advent in Plauen: Noch bis Ende Januar können die Vogtländer im
Internet darüber abstimmen, welches Motiv dieses Jahr die offizielle
Weihnachtsmarkttasse der Stadt
Plauen zieren soll. Sechs von Bürgern eingereichte Motive stehen zur
Auswahl: Sie zeigen Weberhäuser,
Malzhaus und den Kemmler und
auch drei farbenfrohe Weihnachts-
Illustrationen sind dabei. Wer abstimmen will, kann im Internet die
Seite www.buergertasse.de aufrufen
und dort seinen Favoriten mit bis zu
fünf Punkten bewerten. Bislang liegt
der Kemmler in der Gunst der Abstimmenden vorn – noch bis 31. Januar ist Zeit, daran etwas zu ändern.
Die Idee, die Plauener über das
Becher-Motiv abstimmen zu lassen,
stammt vom 2013 verstorbenen Galeristen und Stadtrat Andy Darby. Er
hatte die sogenannte „Bürgertasse“
ins Leben gerufen. Vergangenes Jahr
war dazu erstmals ein Wettstreit
ausgerufen worden: Plauener konnten ihre Ideen fürs Bechermotiv einreichen, anschließend wurde abgestimmt. Als Sieger ging eine Illustration der Alten Elsterbrücke hervor –
das Bauwerk zierte im Dezember
6000 Weihnachtsmarkttassen.
Genau das soll auch im Advent
2015 der Fall sein. Weil die Produktion der Tassen lange im Voraus geplant sein muss, läuft die Abstim-
beim Theater zu senken, regte Oberdorfer die Streichung der schlecht
besuchten Wochentags-Vorstellungen an.
Auch für die Zukunft des insolventen VFC Plauen legte sich der
Stadtchef ins Zeug. Er appellierte an
die vielen Unternehmer im Ratssaal,
den Verein jetzt nicht hängen zu lassen und ihn als Sponsor weiter zu
unterstützen. „Wir müssen Stabilität hinkriegen, es kommt dabei
nicht auf die Spielklasse an.“
Gute Nachrichten konnte Oberdorfer aus der Plauener Wirtschaft
vermelden. Die Firmen der Stadt
würden gegenwärtig rund 70 Millionen Euro investieren. Das wisse man
aus Förderanträgen. „Das ist ein
deutliches Zeichen dafür, dass die
Unternehmen an die Zukunft glauben.“ Ernstere Töne schlug er dabei
mit Blick auf Neoplan an. Der Volkswagen-Konzern möge zu seinem
Versprechen für den Standort Plauen stehen. Die Politik müsse das
ebenfalls einfordern, appellierte
Oberdorfer in Richtung Freistaat.
Laut Aussagen des Rathaus-Chefs ist
der Betrieb am Leuchtsmühlenweg
nicht ausgelastet.
Einen weiterhin so gelassenen
Oberbürgermeister wünscht sich
„Rathaus-Elektriker“Lutz Reinhardt.
„Er hat mir gefallen“, sagte der Karnevalist nach der
Rede. Außerdem
würde er sich über
weniger „übergescheite Menschen“
im neuen Jahr freuen. Sie sollten sich
erst informieren und dann etwas sagen, so Reinhardt. Dann könne man
urteilen, was geht und was nicht.
Sonst würde es ja heißen „Freibier für
alle. Und wer bezahlt’s?“
FOTO: ELLEN LIEBNER
MOMENT MAL
Dass die Plauener Wirtschaft in
Schwung kommt, hofft Frank Grünert. „Das wäre mir das Wichtigste,
auch wenn wir darauf keinen großen
Einfluss haben“,
sagt der sich bei der
Bürgerplattform engagierende frühere
Orthopäde. „Plauen
darf außerdem
nicht noch einmal
so ein Ding vorüberziehen lassen“, spielt er auf die in
Neuensalz geplatzte Unternehmensansiedlung an. Was Grünert auch auf
den Nägeln brennt: „Wir müssen mit
dem Vogtlandkreis weiter in Dresden
Druck machen, sonst werden wir abgehängt.“ Und: Grünert spricht sich
dafür aus, die Frontpartie des Rathauses neu zu bauen.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Freie Presse
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
Spielzimmer wieder wie neu
mung bereits jetzt. Bei der „Bürgertassen“-Aktion handelt es sich um
ein gemeinsames Projekt der Stadtverwaltung und des Vereins Forum
Kunst Plauen.
Abstimmung zur Tasse –
so funktioniert‘s:
Alle sechs Motive gibt‘s im Netz im
Überblick: Einfach die Internetseite
http://buergertasse.de aufsuchen
und dort die einzelnen Entwürfe anklicken.
Frisch renoviert geht‘s ab heute im Spielzimmer des Mehrgenerationen-
Die Abstimmung funktioniert über
die kleine Sternchen-Leiste. Bis zu
fünf Punkte können dort vergeben
werden – fünf steht für die höchste
und damit beste Bewertung.
Für Sammler: Auf der Seite gibt‘s
auch einen Überblick über die Weihnachtstassen von 1995 bis 2013.
» http://buergertasse.de
hauses am Albertplatz zu: Dort waren gestern Falk Schilb und sein Sohn
Erik (links) von der Tischlerei Schilb im Einsatz, um einen neuen Fußboden zu verlegen. Im Anschluss bauten die beiden Fachleute Spielhaus
und Rutsche wieder auf. Auch die Wände hatten an den Tagen zuvor einen neuen Anstrich erhalten. Das Spielzimmer gehört mit zu den wichtigsten Räumen des Mehrgenerationenhauses – Kinder vom Kleinkindbis zum Teenager-Alter vergnügen sich täglich in den vier Wänden. Die
Renovierung war übrigens eine Überraschung für Einrichtungsleiterin
Silke Neumann – sie war während der Arbeiten im Urlaub und wusste
FOTO: ELLEN LIEBNER
von nichts.
10 Freie Presse
PLAUENER ZEITUNG
Dienstag, 6. Januar 2015
Gala mit beliebten Melodien zum Jahreswechsel
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110,
Feuerwehr und Rettungsdienst 112,
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Plauen Stadt und Landkreis Vogtland:
19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117,
03741 457222
Elsterberg: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117, 0365 412176
APOTHEKEN
Plauen: 8 - 8 Uhr, Neue Schloßapotheke, Klosterstraße 4, 03741 20900
Elsterberg: 8 - 8 Uhr, Burg-Apotheke,
Lange Straße 15, 036621 20352
AUGENARZT
Plauen: 19 - 7 Uhr, DM Martina
Pötzsch, Klingenthal, 037467 22197,
037467 22026, 03741 457222
TIERARZT
Plauen: 16 - 6 Uhr, Großtiere,
TA Gerd Winkler, 0176 70725343
Plauen: 18 - 22 Uhr, Kleintiere,
TÄ Katrin Riedel, 0178 1911405
Plauen Umland: 16 - 6 Uhr,
DVM Gerdhold Werner,
036645 22259
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
KINDERARZT
Plauen: 19 - 22 Uhr, Sprechstunde
19 - 22 Uhr, MVZ Helios Vogtlandklinikum - Kinder- und Jugendmedizin, Röntgenstraße 2,
03741 4914600, 03741 4914599,
03741 457222
VERANSTALTUNGEN
Auerbach: Diakonie Pflegezentrum
Lindenallee, Lindenallee 18, Angehörigengesprächskreis des Demenz-Betreuungs- und Info-Zentrums, Angebote für Menschen in ihrer letzten Lebensphase, 18 Uhr
WIR GRATULIEREN
Mühltroff: Willibald Augst 70 Jahre.
Pausa: Johannes Dunger 76 Jahre.
Langenbach: Erika Nieghorn
84 Jahre.
Theuma: Renate Schaller 75 Jahre.
Kemnitz: Rudolf Degenkolb 82 Jahre.
Weischlitz: Renate Fuchs 87 Jahre,
Anna Schneider 86 Jahre.
Tobertitz: Karlheinz Schnabel
73 Jahre.
Mehltheuer: Klaus Grüner 71 Jahre,
Peter Luderer 76 Jahre.
Syrau: Edeltraud Rank 71 Jahre.
Allen die besten Wünsche!
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Martin-Luther-Straße,
Reißiger Straße, Hofwiesenstraße;
Falkenstein, Friedrich-Engels-Straße;
Lengenfeld, Polenzstraße, Richtung
Reichenbach.
Morgen: Plauen, Lützowstraße, Stauffenbergstraße, Alte Straßberger Straße; Rodewisch, Bahnhofstraße, Richtung Auerbach; Lengenfeld, Zwickauer Straße.
Auszüge aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“
gehörten zum Programm der traditionellen
Neujahrsgala der Vogtland-Philharmonie, die
am Sonntagnachmittag in der Plauener Festhal-
le zu erleben war. Charmant und mit Witz führte Generalmusikdirektor und Dirigent Stefan
Fraas durchs Programm. Marie Friederike Schöder (Sopran) und Joachim Goltz (Foto/Bariton)
sangen beschwingte Melodien aus Oper, Operette und Musical. So waren auch Ausschnitte aus
Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ sowie Verdis
FOTO: ELLEN LIEBNER
„Rigoletto“ zu hören.
Grundstein für Weltfirma gelegt
Der Mitbegründer der
Vogtländischen Maschinenfabrik AG (Vomag),
Paul Herrmann Dietrich,
starb heute vor 100 Jahren
auf seinem Rittergut in
Untermarxgrün.
VON PETER ALBRECHT
zogen sie von der Hofer Straße an die
Trockentalstraße (heutige Tankstelle) um, und 1895 wurde daraus die
Vogtländische Maschinenfabrik AG,
eine Aktiengesellschaft, die ihren
Sitz an der Cranachstraße am Unteren Bahnhof hatte und zeitweise bis
zu 6000 Menschen beschäftigte.
Paul Herrmann
Dietrich
Mitbegründer der
Vomag
PLAUEN — Der am 28. Oktober 1848
in Kändler bei Limbach-Oberfrohna
Geborene legte zusammen mit seinem nicht verwandten Namensvetter Johann Conrad Dietrich in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
den Grundstein für die spätere Weltfirma – von der man selbst ein Jahrhundert später noch spricht. Die
beiden Dietrichs gründeten das Unternehmen J. C. & H. Dietrich am
28. Oktober 1881. Zwei Jahre später
REPRO: PETER ALBRECHT
Die beiden Herren „hatten sich in
der Stickmaschinenfabrik Albert
Voigt in Kappel bei Chemnitz kennen gelernt, in der Johann Conrad
Dietrich seit der Gründung 1860 tätig war“, weiß Heino Strobel vom
Verein für Vogtländische Textilgeschichte. Er ist Hobbyhistoriker und
als solcher ein ausgewiesener Fach-
mann in Sachen Vomag und Stickmaschinen. Der jüngere Paul Herrmann hat in dem Chemnitzer Betrieb auch seine Lehre gemacht. Der
aus der Schweiz stammende Johann
Conrad war als Werksmeister eingestellt. Die beiden Männer entschlossen sich dann später, eigene Wege zu
gehen und diese Technik selbst herzustellen, und zwar in Plauen, wo sie
ja gebraucht wurde. „Das war aber
nicht die erste Stickmaschinenfabrik in Plauen, wie man fälschlich öfters lesen kann“, stellt Heino Strobel
klar.
Weitgehend unbekannt sei, dass
der Mitbegründer „1893 und 1894
Alleininhaber der Firma war, bevor
dann am 1. Januar 1895 die Vogtländische Maschinenfabrik Actien-Gesellschaft ins Leben gerufen wurde“,
weiß der Fachmann. Herrmann
Dietrich ist ab diesem Zeitpunkt bis
Ende 1903 der alleinige Direktor der
AG gewesen. Am 6. Januar 1904
wurde er aus dieser Funktion verab-
schiedet – aus gesundheitlichen
Gründen, wie einem Zeitungsbericht von damals zu entnehmen ist.
Es folgte Robert Zahn.
Der Vomag-Mitbegründer wechselte stattdessen in den Aufsichtsrat
und betrieb auf seinem Rittergut in
Untermarxgrün Landwirtschaft. In
dessen Besitz war er ab 1905, steht
im Buch „Rittergüter des Vogtlandes“ von Wolfgang Seffner. Zehn
Jahre sind ihm als Rittergutsbesitzer
in diesem Ruhestand demnach geblieben. In der Nacht zum 7. Januar
1915 starb Paul Herrmann Dietrich
im Alter von 66 Jahren, zwei Jahre
nach Johann Conrad Dietrich. „Die
Familie hatte das Rittergut noch bis
1945 und wurde dann enteignet“,
wie in dem Buch von Seffner zu lesen ist. Bereits 1933 wurde eine Straße in Plauen am Grünen Kranz nach
ihm benannt, erinnert der Geschichtsforscher. Die verbindet die
Hartmann- mit der Neupertstraße
nahe des Grünen Kranz.
A N ZE I G E
LESERFORUM
! " ! ;' 12281'#( %'(
=0 &#0 ;(8(
'? ;( #& ;1#! ;2 ;(#8@
.9A9A6:5A 3 )64 '/
=0 &#0 *(
(12 1#1 #&1 ;2 + (#8@ .A5A : '/ #(* ($'#( 11 ;2 &;(
.95A A '/ &#( !1#28#( ;-#"
%# ;2 1'! .59A '/
1 '#( <281 ;2 &;( .:4, 4 '/ >1 2 *!' ;2 #!("
! .9,9A A '/0
; 1' >;1( #( &;( 5 >#81
?2 *1( >&! (#!8 @;' *8*"
81'#( 12!#((0
1 (!28 *8*81'#( #(8 ' %*'"
'(( 1#8 ;' ,A0AA !1 #( &;( ;
88#*( 5 28880
*8* &&( #(1
3581200-10-1
Tellereisen: „Von der
Pelzbranche belogen“
Zum Winterdienst in der Stadt
Plauen.
Zur Gastronomie im Plauener
Kino Capitol.
„Hohe Schneehaufen“
Der Winterdienst in Plauen räumt
Straßen und Gehwege. Diese Arbeit
muss anerkannt werden. Wenn man
vom Gehweg zu den Straßenbahnhaltestellen laufen möchte, sind
sehr oft hohe Schneehaufen zu
überwinden. Behinderte Menschen
haben da teilweise unüberwindliche Herausforderungen zu überstehen, Unfälle sind so vorprogrammiert.
Gerhard Hübner, Plauen
„Ich habe mich geschämt“
Seit langer Zeit war ich wieder mal
im Kino. Die Filme waren gut, die
habe ich mir ja auch ausgesucht. Alles andere darf man wirklich nicht
ansehen. Nach der Vorstellung sehen die Platzreihen wie Müllberge
aus. Ich habe mich vor meinem Besuch geschämt. Ist denn ein Kinobesuch nur mit einem Eimer Popcorn,
Pommes mit Ketchup, Cola und vielem anderen mehr ein gelungener
Freizeitspaß? Im Theater geht das
doch auch nicht und unser Kino ist
schließlich ein „Filmtheater“. Aber
ohne diesen Verzehr ist wahrscheinlich der Umsatz nicht garantiert,
dann würde ein großer Teil der Besucher fernbleiben, die sich dort sowieso nur unterhalten wollen.
Trotzdem sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken über
eine Veränderung machen.
Karin Eichelkraut, Plauen
Zum Beitrag über einen Fuchs,
der sich in einem Tellereisen verfangen hatte.
„Verboten seit November 1991“
Tellereisen dürfte es gar nicht mehr
geben! Nach Mitteilung der Pelzbranche im Sommer 1993 in der
„Freien Presse“ findet man Tellereisen mit Stahlzähnen nur noch im
Museum. Jedoch gab es schon die
Verordnung zum Verbot von Tellereisen in der Gemeinschaft (EWG)
vom 4. November 1991. So wurden
die Leser also von der Pelzbranche
übel belogen.
Reinhold Turczyk, Gospersgrün
LESERBRIEFE Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe sinnwahrend zu bearbeiten. Die
Lesermeinungen müssen nicht mit denen der
Redaktion übereinstimmen. E-Mails müssen
die vollständige Adresse enthalten. Anonyme Zuschriften werden grundsätzlich nicht
veröffentlicht.
PLAUENER ZEITUNG
Dienstag, 6. Januar 2015
Freie Presse
Große Renovierung in
der Plauener Jugendherberge
NACHRICHT
VERE INE
Kultur-Fördermittel
jetzt beantragen
SPD fordert
rasch neue
Satzung für
Müllgebühren
PLAUEN — Bis 31. Januar haben Verei-
ne und freie Träger in der Stadt Plauen die Möglichkeit, für ihre kulturellen Maßnahmen und Projekte Fördermittel für 2015 im Kulturreferat
zu beantragen. Im begrenzten Umfang sei es auch nach dieser Frist
noch möglich, Anträge einzureichen – jedoch zu geänderten Bedingungen, teilte die Stadtverwaltung
gestern mit. Die spätere Antragstellung müsse ausreichend begründet
werden. Die Förderrichtlinie und
das Antragsformular können im Internet abgerufen oder im Kulturreferat angefordert werden. (bju)
Die Wintermonate sind in
der „Alten Feuerwache“
Nebensaison. Diese Zeit
wird genutzt, um alle
Räume auf Vordermann
zu bringen. Es gibt weitere
Pläne.
ANSPRECHPARTNERIN ist Steffi Behncke,
Mitarbeiterin im Kulturreferat. Sie ist unter
der Rufnummer 03741 291 2342 zu erreichen.
Möglich ist auch der Kontakt per E-Mail an
steffi.behncke@plauen.de.
» www.plauen.de/kulturreferat
sen im Deutschen Jugendherbergsverband (DJH) registriert einen
deutlichen Zuwachs an Übernachtungen in ganz Sachsen. Auch die
vier Standorte im Vogtland – neben
Plauen gibt es in Klingenthal,
Schöneck und Taltitz weitere Jugendherbergen – haben daran laut
Thomas Müller, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes, einen großen Anteil. Das bestätigt auch eine
kürzlich veröffentlichte Statistik
des Verbandes, die sich noch auf das
Jahr 2013 bezieht. Auszahlen würde
sich etwa die 2013 abgeschlossene
Sanierung des Hauses am Aschberg.
Rund 2,5 Millionen Euro wurden
dort mithilfe des Freistaates investiert. Unter anderem wurde dabei
aus einer ehemaligen Terrasse ein
Multifunktionssaal mit 100 Plätzen.
Zwischen 2011 und 2013 konnten
die Übernachtungszahlen um rund
3000 auf 14.200 gesteigert werden.
Im Vorjahr aber musste Klingenthal einen leichten Rückgang verkraften. Grund war der fehlende
Schnee, vor allem Familien und Individualgäste kommen da nicht.
„Von Januar bis März 2014 haben
wird über 2000 Übernachtungen
verloren. Das lässt sich nicht aufholen“, sagt Müller. Der Verband sei
aber guter Hoffnung, dass das nur eine Momentaufnahme war.
KURZ GEMELDET
Hilfe nach Prostatakrebs
PLAUEN — Das nächste Treffen der
Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe für
das Vogtland findet morgen im Konferenzzentrum des Helios VogtlandKlinikums statt. Beginn ist 15.30
Uhr. (bju)
Vorstellung fällt aus
PLAUEN — Aufgrund einer Erkran-
kung im Ensemble muss die für heute geplante Vorstellung des Tanzstückes „Yesterday“ im Vogtland-Theater ausfallen. Ein Ersatztermin wird
zurzeit noch gesucht. (bju)
Vortrag für Diabetiker
PLAUEN — Die Diabetiker Selbsthilfe-
gruppe Plauen-Vogtland trifft sich
morgen, 14 Uhr, im Restaurant des
Möbelhauses Biller zur nächsten Zusammenkunft. Dr. Kathrin Tröger,
leitende Oberärztin an der Paracelsus Klinik Schöneck, spricht zum
Thema „Der diabetische Fuß – chirurgische Behandlungsmöglichkeiten“. (bju)
FALSCH & RICHTIG
NEUER KANTOR — Heiko Brosig, neuer
Kantor in der Plauener Johanniskirchgemeinde, ist 43 Jahre alt. Er
hat sich am Sonntag erstmals den
Plauenern vorgestellt. In der Montag-Ausgabe war irrtümlich vermeldet worden, dass Brosig erst 42 Jahre
alt ist.
Fraktionschef Kätzel hat
das Dilemma vorhergesagt
– Kreisbehörde am Zug
VON ULRICH RIEDEL
PLAUEN — Wie kann der Vogtland-
VON ANIKA HEBER
PLAUEN — Der Landesverband Sach-
Ziel: Mehr Tagungen in Plauen
Vom Wetter weniger abhängig ist
die Plauener Jugendherberge. Hier
sind die Wintermonate nach Aussagen von Leiterin Anja Olbrich Nebensaison. In der will sie gemeinsam
mit ihrem Team künftig verstärkt
Tagungen und Seminare ins Haus
holen. „Wir haben die notwendige
Technik und die Räume. Es wissen
aber noch zu wenige Leute, dass wir
ein guter Ort dafür sind“, so Olbrich.
Zudem wird im Januar gründlich renoviert. Seit der Neueröffnung der
11
Im Januar werden in der Plauener Jugendherberge sämtliche Räume auf Vordermann gebracht. Herbergschefin Anja
FOTO: ELLEN LIEBNER
Olbricht (rechts) und Antje Pfeiffer haben sich für farbenfrohe Wände entschieden.
Jugendherberge in der Alten Feuerwache im Jahr 2007 trägt Olbrich die
Verantwortung für das Haus. 14.500
Übernachtungen konnte sie im Vorjahr verzeichnen, viele der Gäste seien Wiederholungstäter.
Auch der Schönecker Jugendherbergschef Dieter Neumann kennt etliche seiner Urlauber seit vielen Jahren. Gerade Lehrer zum Beispiel sehe er alle vier Jahre, wenn sie mit ihren vierten Klassen nach Schöneck
kommen. Neben Schulen kommen
Vereine für Trainings- und Probenlager regelmäßig in sein Haus. Mit
dem angedachten Neubau sollen neben einer Verdopplung der Bettenzahl deshalb auch ein zusätzlicher
großer Gruppenraum geschaffen
werden. Läuft alles nach Plan, kann
Dieter Neumann 2017 den Neubau
für Gäste öffnen.
Abriss für dieses Jahr geplant
Ende diesen Jahres soll der Abriss
der Schönecker Jugendherberge
Jugendherbergen in Sachsen
In Sachsen gibt es neben den vier
vogtländischen Jugendherbergen in
Klingenthal, Plauen, Schöneck und
Taltitz 33 weitere Häuser. Sie sind
heute nicht nur Ausflugsziel für
Schulklassen und Vereine, rund
20 Prozent der Gästezahlen machen
Familien aus. Zwischen Januar und
November 2014 kamen etwa 135.000
Gäste in alle sächsischen Häuser.
Im Jahr 2013 konnten die vier Standorte im Vogtland insgesamt 41.264
Übernachtungen verzeichnen. Das ist
ein Anstieg von rund acht Prozent im
Vergleich zu 2012. Da waren es 37.938
Übernachtungen. 2013 entfielen rund
7000 auf Schöneck, in Klingenthal sowie Plauen waren es jeweils etwa
14.500.
Die Zahlen für Januar bis November
2014 zeigen konstante Gästezahlen.
In den elf Monaten gab es etwa in
Plauen 6100 Gäste, in Schöneck 2300,
in Klingenthal 4300. Im Schnitt bleiben diese rund zwei bis zweieinhalb
Tage in der Jugendherberge.
starten. Das ist das Ziel des Landesverbandes Sachsen im Deutschen
Jugendherbergsverband. Seit mehreren Jahren bereits plant dieser ein
neues und vor allem größeres Gebäude an gleicher Stelle. Bisher fehlte jedoch die finanzielle Unterstützung vom Freistaat. Im Haushaltsplan für die Jahre 2015 und 2016
sind nun rund 5,7 Millionen Euro
für den Bau vorgesehen. Noch muss
der aber vom Landtag beschlossen
werden.
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und alle Unterlagen
zur baufachlichen Prüfung eingereicht. Jetzt liegt es an der Regierung
und den Abgeordneten“, sagt Thomas Müller. Nach seinen Worten ist
das Haus in Schöneck einfach nicht
mehr zeitgemäß: 60 Betten seien zu
wenig, die Struktur mit 8-Bett-Zimmern mache die Jugendherberge gerade für Familien nicht attraktiv.
„Ohne einen Neubau gibt es keine
Perspektive für den Standort“, wird
Müller deutlich. Trotz der Nachteile
zähle das seit 1951 als Jugendherberge genutzte Gebäude zu den Topadressen im Landesverband.
kreis sein Müllgebühren-Problem
lösen? Der Fraktionsvorsitzende der
SPD im Kreistag, Lutz Kätzel, fordert
eine neue Müllgebühren-Satzung
mit einer neuen Kalkulation für die
nächsten Jahre. Wie bereits vorige
Woche der CDU-Kreisvorsitzende
Sören Voigt, verlangt auch Kätzel rasches Handeln von Landrat Tassilo
Lenk (CDU) und der Kreisbehörde.
Und zwar eine Satzung für den gesamten Vogtlandkreis statt der im
Dezember 2013 beschlossenen Trennung zwischen Plauen und dem Altkreis. „Und ohne eine Subventionierung, die am Ende für den Einzelnen
nicht mehr bedeutet als ein warmes
Mittagessen pro Jahr“, so Kätzel.
Vorige Woche war bekannt geworden, dass die Landesdirektion als
Aufsichtsbehörde das eigentümliche Gebührenkonstrukt des Vogtlandkreises beanstandet und eine
Anhebung der Gebühren bis 1. Januar 2016 fordert. Auch die Bezuschussung aus zweckgebundenen Rücklagen zur Sanierung von Deponien
hatte die Behörde angemahnt. Voigt
reagierte sauer, weil dem Kreistag
seinerzeit „bewusst oder unbewusst“, wie er formulierte, eine Entscheidungsgrundlage mit erheblichen kommunalrechtlichen Mängeln präsentiert worden sei. Mit
Blick auf die leere Kreiskasse seien
derlei Wohltaten kaum haltbar.
Nach 2019 wäre dann mit einem
enormen Anstieg der Entsorgungsgebühren zu rechnen. Ein solches
Szenario lehne er ab. Die Kreisbehörde soll eine neue Satzung bis Ende März erarbeiten, fordert Voigt.
Die SPD war schon im Dezember
2013 an diesem Punkt. Kätzel hatte
Landrat Lenk und die CDU-Fraktion
damals vor einem „Griff in die Trickkiste“ und einem „Preissprung 2018“
gewarnt, falls man an den Plänen für
getrennte Gebührengebiete und die
symbolische Subventionierung der
Müllgebühren 2014 bis 2018 festhalte. Doch eine Kreistags-Mehrheit
war dem Landrat gefolgt. Nun stehe
der Vogtlandkreis vor einem Scherbenhaufen, so Kätzel.
A N ZE IG E N
SERVICE
KAUFGESUCHE
ABFALLWIRTSCHAFT HANDWERKER
'* ) ! !) % % ,% !%#!%
!#
!
!
! #
$#
# # # # "$ !! %" #
$!$
3581765-10-1
# #
3583871-10-1
BAUTROCKNUNG
" " "
" "! !&) #%! %&! #%! , ))
JN %PQQFM[JNNFS
JN &JO[FM[JNNFS
JN "QQBSUFNFOU
ì
ì
ì
HAUSGERÄTESERVICE
o ,JOEFS WPO o +
o ,JOEFS WPO o +
o ,JOEFS WPO o +
&JHFOF )JO3àDLSFJTF 1SFJTF FYLM ,VSUBYF
% &))% ! !)&
,)& !$ 3581094-10-1
( +% " % ( "!!" *%* + +. +"" " & + +%. " . + *.. --" $)'
,) " ) % ( )*%( ) %
% ( % ,## )#" &+
.+* , ,&!#''"!"'
3583520-10-1
#SFJUF 4US (PTMBS
3583820-10-1
s Kontakt: 0371/656 15050
3582107-10-1
?ؔ åØ ~?ØMj™^ ?Mjà ß?†Ã^
aØ ß‰ÃÆÏ †jØÏ Êç ?†Ã³
?ÆÏ Æj†Ã މj ~jÆW†?wwÏ ‰™ j‰™j” jMj™
ؙa Ø™Æ ?j™ މj ~j~jMj™³
j™ ‰””jà ÆÏjÏÆ a?Ã?™³ ÞjÃ~‰ÆÆ jÆ ™‰W†Ï^
߉à ‰jMj™ ؙa ߉à MÃ?ØW†j™ a‰W†³
j‰™j ‰™ajà j™Æ ؙa -ž™™á ”‰Ï ?”‰‰j™
ŠjMj #•?
†?đŸÐÐj -jŠW†‘^
aŠj MjÇÐjš 8ܚÇW†j æٕ
IMMO/VERMIETUNGEN
BRENN−/BAUSTOFFE
! ""++
3582981-10-1
3576306-10-1
#VDICBS OBDI 7FSGàHCBSLFJU
'FJFSUBHTBSSBOHFNFOUT BVTHFTDIMPTTFO
‰ÂÅ­j - =.. ~jŲ]
j™?ÝjÂÎ^ j™?ÎjW†^ 0jW†™‰Ý?^
j™?”ja^ 7jÂΉÝ?^ !2Õ^ ?Mˆ
Ý?^ ”­‰Ý?^ Â~?Ý?^ ‰ÎÝ?^
?jÅ ?™M‰jÎj™^ ?×W† 0j‰j ײ
=×Mj† ² 0j² æÐÉÕæšËÕ||æ
?”? ؙa #”? ‰Æj?
3582515-10-1
3581230-10-1
&JOF 'MBTDIF 4FLU
VOE FJOFO 0CTULPSC
BVGT ;JNNFS
‰jMj
QônŽ[‹n¢b #Âaj™ F ™ÅÎjW™?ˆ
aj™ ˆ ‰‰ÎCÂ^ -^ ‰j~^ 8jˆ
Mי~²²² M‰Å ¥šÊæ ?×wÎ ² .ÎÂ×W
æÐÉ՚|ËÉÕÉ¥
"C ,JOEFSO "QQBSUFNFOU FSGPSEFSMJDI
t ÃCFSOBDIUVOHFO JN HFNàUMJDIFO
"
t 5ÊHMJDI BCXFDITMVOHTSFJDIFT 'SàI
TUàDLTCVGGFU
t 5ÊHMJDI "CFOEFTTFO JN 3BINFO VOTFSFS
t .JOFSBMXBTTFS VOE GSJTDIFT 0CTU CFJ
"OSFJTF BVG *ISFN ;JNNFS
t GSFJF /VU[VOH EFT 4BVOBCFSFJDIFT NJU
'JOOJTDIFS 4BVOB VOE %BNQGCBE TPXJF
MITEINANDER GLÜCKLICH
3582802-10-1
PKW ANKAUF
:  -:  n{n–Þn ~jÅ×W†Î^
?Âä?†×™~^
æ¥É|ËoÕÕÊÕÉÉ^
-×a‰ .W†Þ?Âäu
œy´ jMÙÄÐÇÐ?~
ߟš
jŠšjš ŠšajĚ^
šj‘š ٚa 2Äjšj‘š
3583535-10-1
12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Dienstag, 6. Januar 2015
Malzhaus: Straßenfeger und Geheimtipps
Im Plauener Kultur- und
Kommunikationszentrum
sind in diesem Jahr eine
Reihe spannender Veranstaltungen geplant.
VON SABINE SCHOTT
KONZERT
Chursachsen-Chor
heute mit Premiere
BAD ELSTER — „Dem Singen wohnt
ein Zauber inne“, meint der Chor
der Chursächsischen Philharmonie, und den Beweis will er heute
Abend antreten. Das Ensemble
präsentiert erstmals sein neues
Programm, welches von Strauß bis
Schlager reicht. Der gemischte
Chor, vor knapp 20 Jahren von
Christoph Kunze aus einem Männer- und Frauenchor zusammengefügt, steht seit April vergangenen Jahres unter der Leitung von
Sebastian Wildgrube aus Arnoldsgrün. Im Programm versuchen die
Sängerinnen und Sänger mit Klassikern wie „Rosen aus dem Süden“
aus dem winterlichen Kurort in
wärmere Gefilde zu entfliehen.
Der Chor stimmt Händels „Festliche Klänge“ an und wandelt mit
„Mein kleiner grüner Kaktus“ auf
den Spuren der Comedian Harmonists. Dem kurz vor Weihnachten
gestorbenen Udo Jürgens erweisen
die Obervogtländer durch dessen
Schlager-Erfolge wie „Ein ehrenwertes Haus“ oder „Aber mit Sahne“ die Ehre. (hagr)
DAS KONZERT mit dem Chor der Chursächsischen Philharmonie beginnt heute,
19.30 Uhr in der Kunstwandelhalle Bad Elster. Karten dafür gibt es für 10 Euro in der
Touristinformation im Königlichen Kurhaus,
Ruf 037437 53900, oder an der Abendkasse.
» www.chursaechsische.de
BÜHNE
Zwickau: Gewandhaus, Neuberinplatz 2,
Tschick, Jugendstück nach dem Roman von
Wolfgang Hernsdorf, Bühnenfassung von Robert Koall - ab 12 Jahre, 18 Uhr, 0375 274114647
MUSIK
Bad Brambach: Sante Royale Hotel- und
Gesundheitsresort, Badstraße 45, Dreikönigsserenade, mit dem Trio Divertimento der
Chursächsischen Philharmonie, 20 Uhr
Bad Elster: Kunstwandelhalle, Badstr. 6,
Dem Singen wohnt ein Zauber innne, mit dem
Chor der Chursächsischen Philharmonie,
19.30 Uhr, 037437 53900
Kurhaus, Badstraße 25, Nachmittagskonzert
mit dem Trio Divertimento, der Chursächsischen Philharmonie, 15 Uhr
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Jugendzentrum Oase, Dr.-KarlGelbke-Str. 1, Teeniebereich, offener Treff mit
Oase-kreativ: Herstellen von Glückbringern,
14.30-19 Uhr; Jugendliche für Senioren, 14 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, offener Treff/Herstellen
von Perlenarmbändern, 13-19 Uhr; Jugendzentrum, offener Treff mit Quiztime, 14-20 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34, Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Kreativer Kindertanz (ab 3 Jahre), 15.30 Uhr;
Kreativer Kindertanz (ab 6 Jahre), 16.15 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30, Keramikwerkstatt 1, 17-18.30 Uhr
Vogtlandbibliothek, Neundorfer Straße 8,
Vorlesezeit in der Kinderbibliothek, fröhliche
und spannende Geschichten, 16 Uhr
Auerbach/V: Awo Jugendzentrum High
life, Eisenbahnstraße 49, HL kulinarisch:
Back-Factory, 16-18 Uhr
Begegnungszentrum Zebra, Katzensteinstraße 1, Die Koch Kids, kleine Leute zaubern ein
leckeres Essen, 16-18.30 Uhr
Waliser freuen. Der Preis der Jury
geht zudem erstmals nach Schottland. Die fünf Musiker von Dàimh
überzeugten mit einem musikalisch
ausgefeilten Konzept.
„Die Liste der Musiker, die 2015
bei uns auftreten, ist noch nicht zu
Ende geschrieben“, sagt Tommy Ziegenhagen, im Malzhaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Was
er verrät: am Samstag, 7. Februar,
tritt die Band Rainbirds um Front-
KLASSIK
Macht einen Boxenstopp: Django
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
Asül.
Felix Meyer: auf Straßenmusik-Tour.
FOTO: KATJA KUHL/AGENTUR
FOTO: MAXIM SCHULZ
frau Katharina Franck auf. Nicht nur
vor einem Vierteljahrhundert ein
Straßenfeger! Wahrscheinlich surfen die Fans noch immer auf der
„Blueprint“-Welle. So hieß 1988 der
erfolgreichste Song der Berliner.
Weitere Highlights im Konzertprogramm werden am 13. Februar
der Song-Poet Mitch Ryder und am
3. Mai der erfolgreiche Chansonier
Felix Meyer sein. Geboren in Berlin,
lebt der einfühlsame Sänger mittler-
weile im Norden: in Hamburg.
Besonderes Augenmerk legen die
Veranstalter wieder auf Kleinkunst
und Kabarett. Als Gäste haben sich
etwa Claus von Wagner (26. Februar), „Geheimtipp“ Andreas Rebers
(12. November) und die Mitstreiter
der Herkuleskeule (17. und 18. Dezember) angesagt. „Auf den Termin
mit Django Asül am 10. Oktober
freue ich persönlich mich besonders“, so Ziegenhagen. Der Deutsch-
Türke ist immer für Lacher gut. Und
noch ein Comedy-Schmankerl: der
Kabarettist Volker Diefes findet am
7. Mai interessante (Bauch-)Ansätze,
über die es in der Malzhaus-Galerie
zu sprechen gilt. Auch was Kino anbelangt, ist man im Malzhaus zweimal pro Woche an der richtigen Adresse: Hier werden montags und
dienstags jeweils um 20 Uhr Streifen
gezeigt, die in den Filmpalästen
nicht (mehr) zu sehen sind.
RATHAUS-SCHAU
SCHAUSPIEL
LUTHERDEKADE
ERLEBNIS
„Winterreise nach
Wien“ im Kurhaus
Neue Ausstellung
beleuchtet Umwelt
König Lear steigt in
Hof auf die Bühne
Vorträge widmen
sich Cranach-Altar
Sonderführungen
mit Lasershow
BAD ELSTER — Zu einer „Winterreise
PLAUEN — „Umwelt
ist Zukunft“
heißt eine neue Ausstellung, die
heute ab 16.30 Uhr im Foyer des
Plauener Rathauses zu sehen ist. Besucher erfahren Wissenswertes über
die Entwicklung des Umweltschutzes in Plauen, über Aufgaben und
Wirkungen des Stadtwaldes, der Naturschutzgebiete, des Arboretums
oder des Gewässerschutzes. Die
Schau ist bis 29. Januar zu den Rathaus-Öffnungszeiten zu sehen. (nd)
HOF — William Shakespeare hat sich
in keinem seiner Stücke so pessimistisch über die Menschen, ihre Motive und ihre Moral geäußert wie in
der Tragödie „König Lear“: Macht bedeutet Manipulation, Treue zahlt
sich nicht aus und am Ende des Stückes gibt es keine Gewinner. „König
Lear“ in der Inszenierung von Holger Seitz ist morgen ab 19.30 Uhr im
Theater Hof zu erleben. Karten unter Telefon 09281 70 70 290, (how)
ZWICKAU — Im Rahmen der heute in
SCHWARZENBERG — Die
Mitglieder
des Vereins Zinnkammern Pöhla
starten nach der Hochsaison ihrer
Mettenschichten untertage nahtlos
mit Sonderführungen für Besucher
durch die stillgelegte Schachtanlage
am Hämmerlein im Besucherbergwerk Pöhla. Diese starten bis Ende
Februar täglich 14 Uhr und zeigen
den Gästen die unterirdischen Kammern im faszinierenden Laserlicht.
Kontakt: Ruf 03774 81078
(ane)
Vogtlandmuseum, Nobelstraße 9-13, Napoleonzimmer und vogtlä. Malerei; Kleine Küchen Große Küchen, Zeitreise zurück in Geschichte
der Küche u. der Puppenküche, 11-17 Uhr
Auerbach: Museum, Schlossstr. 11, Schneemann, Schneemann, weißer Mann ..., kulturgeschichtlicher Streifzug in einer traumhaften
Museums-Winterlandschaft mit der Sammlung
Grätz & Gajek, 10-12, 13-17 Uhr, 03744 835513
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Malerei und Collagen des Familien- und
Kulturzentrums Schöne Welt Plauen, 9-17 Uhr
Eubabrunn: Freilichtmuseum, Waldstr. 2 A,
Arbeits- und Lebensweise der Landbevölkerung, 10-16 Uhr
Klingenthal: Musik- und Wintersportmuseum, Schloßstraße 3, Geschichte des vogtländischen Musikinstrumentenbaus und des Klingenthaler Skisports; Kinderträume, 10-16 Uhr
Lengenfeld: Heimatmuseum, Hauptstr. 57,
Die Geschichte des Tuchfärberhauses; Parade
der Qualmguschen, 10-16 Uhr, 037606 32178
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Natur- und
Jagdausstellung; Bäume in Öl und Aquarell,
von Matthias Kiesel, 9-16 Uhr
Markneukirchen: Historisches Sägewerk,
Trobitzschen 14, Der 1. Weltkrieg vor 100 Jahren, 10-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Musikinstrumentenmuseum, Bienengarten 2, Geschichte Instrumentenbau, 10-16 Uhr
Mylau: Museum Burg Mylau, Ausstellung
zur Reformationsgeschichte, 11-17 Uhr,
03765 3822352
Oelsnitz: Schloss Voigtsberg, Schlossstr. 32,
Mineraliengewölbe Oelsnitz, vogtländische Mineralien, vogtländischer Bergbau und deren
Geschichte; Illusorium, Dauerausstellung zum
Lebenswerk von Buchillustratorin Regine Heinecke; Winterausstellung Engel - himmlische
Botschaften, 11-17 Uhr
Reichenbach: Neuberin-Museum, Johannisplatz 3, „Mach auf die Tür ...“ Zur Geschichte
der Adventskalender, 10-16 Uhr, 03765 21131
Neuberinhaus, Weinholdstraße 7, „Gute Geister“, Malerei und Grafik von Ines Falcke
(Plauen), 10-18 Uhr, 03765 12188
Rodewisch: Museum Göltzsch, Schlossinsel, Große Spielzeugschau, 10-12, 13-16.30 Uhr
Schneckenstein: Vogtländisch-böhmisches Mineralienzentrum, Zum Schneckenstein 44, Mineralien und Gesteine,
10-17 Uhr
Schöneck: Zigarren- & Heimatmuseum,
Bauhofstraße 1, Heimatgeschichte; Lieber guter Weihnachtsmann .., 101 Weihnachtsmänner
in Szene gesetzt, 14-17 Uhr
Töpen: Deutsch-Deutsches Museum, Mödlareuth 13, „Umweg Prag - Die Prager Botschaftsflüchtlinge im Herbst ’89“; Geschichte
der deutschen Teilung, 9-17 Uhr
Zwota: Harmonikamuseum, Kirchstraße 2, Zungeninstrumentensammlung, 1016 Uhr
Mundart- und Erlebnisraum, Kirchstraße 2,
Weihnacht - und mehr ..., Weihnachtsausstellung, 10-16 Uhr
Klingenthal: Seniorenverein, Kirchstraße 14, Jahresauftakt mit dem Duo Homolka,
14 Uhr
Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133,
Besichtigung, 10-16 Uhr, 037467 280860
Rodewisch: Pestalozzi-Gymnasium, Straße
des Friedens 5, Allgemeiner Sammlertreff,
Briefmarken, Münzen, Telefonkarten u. a. Beratung, Tausch und Information, 13.10-15 Uhr
Schneckenstein: Schaubergwerk Grube
Tannenberg, Zum Schneckenstein 42, Führung, 10, 11.30, 13, 14.30 Uhr, 037465 41993
nach Wien“ nimmt das Ensemble
Melange der Chursächsischen Philharmonie die Besucher morgen im
Königlichen Kurhaus mit. Ab 19.30
Uhr spielt das Ensemble bekannte
Melodien, die in Wien entstanden
sind – servieren wollen sie die Musiker mit Charme und einer großen
Portion Wiener Schmäh. Karten gibt
es für 6 Euro unter Ruf 037437 53900
oder an der Abendkasse. (hagr)
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Wii-Sing-Contest, 14-16 Uhr, 03744 308686
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 10-16 Uhr,
03745 5421
Verein Kirche im Laden, Gartenstraße 19,
Mutti-Kind-Kreis: Weihnachtskrippe ansehen,
9-11 Uhr, 03745 751475
Friesen: Kinder- und Jugendzentrum,
Hauptstraße 18, Rückblick auf 2014, was haben
wir alles erlebt, 14 Uhr, 03765 16120
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Café B., Auerbacher Straße 19,
Kindernachmittag, 15.30-17 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Offener Treff, mit Breitensportangebot, 15.30-19 Uhr; Trampolinnachmittag, 16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Rodewisch: Kinder- und Jugendfreizeittreff, Busbahnhof 3, Offener Treff, Darts, Billard, Computernutzung, kreatives Gestalten,
Spiele, 14-20 Uhr, 03744 48426
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Erich-Ohser-Haus - Galerie
e.o.plauen und Archiv, Nobelstraße 7, „Bewegende Bilder - Bewegung im Bild“, Ausstellung
zum Schaffen des bekannten Plauener Zeichners Erich Ohser (1903-1944), 11-17 Uhr
Galerie im Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, Das
grafische Werk von Lothar Rentsch, anlässlich
seines 90. Geburtstages, 13-18 Uhr,
03741 15320
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Erzählte
Wirklichkeiten, moderne schwedische Textilkunst und Handstickerei von Annika Wahlström, 10-17 Uhr, 03741 443187
Spitzenmuseum, im Alten Rathaus, Kostbarkeiten aus Plauener Spitze, 10-17 Uhr
Stadtarchiv, Herrenstraße, Fotoausstellung:
„Rudolf Fröhlich - Ein Fotograf sieht seine
Stadt“, Aufnahmen der Friedlichen Revolution
in Plauen, Eintritt frei, 9-18 Uhr
Die Rainbirds und Frontfrau Katharina Franck sind noch immer beliebt.
Zwickau stattfindenden Eröffnung
des Themenjahres 2015 der Lutherdekade „Reformation –Bild und Bibel“ für Sachsen lädt der Förderverein der St. Katharinenkirche zu einer gesonderten Veranstaltung ein.
Ab 13 Uhr erfolgt der Start der „Erforschung des Kunigundenretabel
aus der Werkstatt Lucas Cranach des
Älteren“. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. (awo)
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; Bibi und Tina - Voll verhext,
14.30, 16.45 Uhr;
A N ZE I G E
SONSTIGES
Plauen: Gaststätte by Dollys, Rathausstraße/Ecke Herrenstraße, Treff der Bürgerplattform, u. a. zu den Themen: Vogtland
Theater, Werteverfall in der Gesellschaft,
19 Uhr
Helios Vogtland-Klinikum, Röntgenstraße 2,
Infos rund um die Geburt (Besichtigung des
Kreißsaales, Vorträge, Gespräche und Videovorführungen), 19 Uhr
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Auerbach: Begegnungszentrum Zebra,
Katzensteinstraße 1, Bastelkurs, 16-17 Uhr
Café Nebenan, Goethestraße 7, Tanztee,
15.30 Uhr
Bad Elster: König-Albert-Theater, Theaterplatz 1, Blick hinter die Kulissen, Führung durch
historische Publikumsbereiche inkl. Bühnentechnik, 16 Uhr, 037437 53900
Greiz: Buchhandlung „Bücherwurm“,
Markt 2, Reihe Prominente im Gespräch, Journalist und Sachbuchautor Sergej Lochthofen
stellt seine Autobiographie „Grau. Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land“
vor, 19 Uhr, 03661 3012
((
/// / / *)
) " Sebastian Wildgrube leitet seit
April 2014 den Chor der ChursächFOTO: ARCHIV
sischen Philharmonie.
PLAUEN — Neben Konzerten, Kabarett und Kleinkunst, Kino und Vorträgen wartet die Galerie im Malzhaus wieder mit beeindruckenden
Ausstellungen auf. Der unbestritten
größte Knaller wird ab zweitem Advent die Schau mit Werken des Surrealisten Salvador Dalí sein.
Kurzentschlossene können sich
indes bis Sonntag die Grafik-Ausstellung zum 90. Geburtstag des
Plauener Künstlers und Ehrenbürgers Lothar Rentsch ansehen.
Ab 16. Januar werden unter dem
Titel „Tanz des Lebens“ Malereien,
Grafiken und Plastiken von Ines Falcke alias inesj.plauen zu betrachten
sein. Der Anlass: die Kunstlehrerin
am Diesterweg-Gymnasium feiert
drei Tage zuvor ihr 50. Wiegenfest.
Gemeinsam mit ihrem Mann Mario
hat Falcke in Eschenbach das Kunsthaus Eigenregie ins Leben gerufen.
Bevor das Malzhaus im Herbst in
die 24. Folkherbst-Saison startet,
wird am 31. Januar zum 23. Mal der
Eiserne Eversteiner verliehen. Dabei
handelt es sich um den einzigen Europäischen Folkmusikpreis. Über
den Publikumspreis können sich
mit Jamie Smith’s Marbon erstmals
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere,
ab 12 J, 19.30 Uhr; Der Hobbit: Die Schlacht der
Fünf Heere 3D, ab 12 J, 14, 17, 20, 22.30 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45 Uhr; Die
Entdeckung der Unendlichkeit, 17, 20.15 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar, 14.15 Uhr; Die
Pinguine aus Madagascar 3D, 14.15 Uhr; Die
Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J,
20.15 Uhr; Exodus - Götter und Könige, ab 12 J,
16.30, 19.45 Uhr; Herz aus Stahl, ab 16 J, 16.45,
19.45 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 17, 20,
22.30 Uhr; Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Paddington, 14.30, 16.45 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
Plötzlich Gigolo, 20 Uhr
Auerbach: Rekordlichtspiele, Göltzschtalstr. 35, 03744 217272; Der Hobbit: Die Schlacht
der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 17, 20.15 Uhr; Die
Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J,
20 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J, 17, 20 Uhr; Nachts
im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal,
ab 6 J, 17.15 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
Alles ist Liebe, 20 Uhr; Der Hobbit: Die Schlacht
der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 15, 19 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar 3D, 14.45 Uhr; Exodus Götter und Könige 3D, ab 12 J, 15.30, 19.30 Uhr;
Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal, ab 6 J, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr; Paddington,
17.30 Uhr
WINTERSPORT
# $
#, $ $)#,$
" "+"+/ ' #
## .
+& % " + " ++"+"+/ ' #
++ $
*+ % " */ ($ #(
##$$!$
3582101-10-1
Erlbach: Loipen, Loipen am Hohen Brand
gewalzt, Schneetelefon 037422 6225 oder
www.kegelberg.de
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe befahrbar,
Schneetelefon: 037467 22494
Skilift, Schneetelefon: 037467 22494,
10-21 Uhr
Schwaderbach (Bublava): Skilifte,
Schneetelefon 00420/352 696 830,
9-20 Uhr
Schöneck: Loipen, Kammloipe und Ortsloipen teilweise gewalzt
Skiwelt, Lifte, Schneetelefon 037464 82000
oder www.schoeneck.eu, 9 Uhr
Zauberteppich, 9-16.30 Uhr
PLAUENER ZEITUNG
Dienstag, 6. Januar 2015
NACHRICHT
GRÜNE WOCHE
Freie Presse
13
Neuling sitzt in drei Ausschüssen
Stephan Hösl (CDU) zu seinen ersten 100 Tagen als Abgeordneter im Sächsischen Landtag – Finanzminister besucht am 2. März Reichenbach
Noch freie Plätze
für Fahrt nach Berlin Bei der Landtagswahl 2014 hat im
Die Frage war zu erwarten. In DresPLAUEN — Die Fachschule für Land-
wirtschaft Plauen und der Absolventenverein der landwirtschaftlichen
Fachschule Plauen organisieren gemeinsam eine Fahrt für Landwirte
und alle interessierten Bürger des
Vogtlandes zur „Grünen Woche“
nach Berlin. Dafür gibt es derzeit
noch freie Plätze. Die Busfahrt ist für
Samstag, 17. Januar geplant. Los
geht es 6 Uhr im Behördenzentrum
an der Europaratstraße. Die Rückkehr erfolgt gegen 22 Uhr. Die Kosten betragen pro Person einschließlich Eintritt 40 Euro. Die Grüne Woche findet jährlich im Januar in Berlin statt und ist eine internationale
Ausstellung der Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft sowie des
Gartenbaus. (bju)
ANMELDUNGEN nimmt Elke Diezel unter
der Rufnummer 03741 392-1809 entgegen.
KURZ GEMELDET
Papiercontainer abgebrannt
PLAUEN — Gegen 19 Uhr rückte am
Sonntag die Plauener Berufsfeuerwehr zu einem Containerbrand auf
der Auenstraße in Plauen aus. Der
Papiercontainer stand bereits voll in
Flammen und beschädigte einen
weiteren daneben stehenden Container stark. Wer das Feuer gelegt
hat, ist bisher unbekannt. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund
1000 Euro. (bju)
Wahlkreis 4, zu dem auch die Gemeinden Elsterberg und Pöhl gehören, mit Stephan Hösl (CDU) einer neuer Mann das Direktmandat
geholt. Seit der Konstituierung des
Sächsischen Landtages sind bis
heute 100 Tage vergangen. Aus
diesem Anlass sprach Gerd Betka
mit dem 48-Jährigen.
Freie Presse: Wie war Ihr Start
in die Parlamentsarbeit?
Stephan Hösl: Zunächst liefen ja
die Koalitionsverhandlungen, da
ruhte der parlamentarische Apparat
noch. Die ersten Sitzungen gab es
erst im Dezember. Ich habe die Zeit
genutzt, um mein Wahlkreis- und
Bürgerbüro einzurichten. Es befindet sich seit 13. Oktober in der RosaLuxemburg-Straße 7 in Reichenbach
und hat Montag bis Mittwoch sowie
Freitag von 8 bis 14 Uhr und Donnerstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Als Mitarbeiter sind dort Eva Heyer
und Daniel Hoost tätig. Außerdem
habe ich mir eine Zweitwohnung in
Dresden genommen. Wenn Sitzungen bis nach 22 Uhr dauern, werde
ich nicht erst heimfahren.
„Die Familie darf
man bei aller Arbeit
nicht vergessen.“
Stephan Hösl Landtagsabgeordneter
Frau bei Unfall verletzt
PLAUEN — Zu einem Unfall mit einer
Leichtverletzten kam es am Sonntag
gegen 20 Uhr in Plauen. Eine 55-Jährige befuhr mit ihrem Audi A3 die
Chamissostraße in Richtung Jößnitzer Straße. Als sie die Jößnitzer
Straße überqueren wollte, nahm sie
einem 35-Jährigen die Vorfahrt. Die
Frau wurde leicht verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand ein Gesamtschaden von 7000 Euro. (bju)
Was war das bisher Schönste,
was das Schwierigste an Ihrer
neuen Aufgabe?
Das Schönste und zugleich Schwierigste war gleich am 1. Oktober der
Besuch von 66 Zehntklässlern der
Oberschule Netzschkau im Landtag.
Da war etwas mit der Anmeldung
schiefgegangen. Zwei Tage nach der
Konstituierung des Landtags hatte
ich auch noch keinen Abgeordne-
Stephan Hösl in seinem Wahlkreis- und Bürgerbüro in der Rosa-Luxemburg-Straße 7 in Reichenbach. Im selben Haus
FOTO: FRANKO MARTIN
wohnt der Landtagsabgeordnete auch mit seiner Familie.
tenausweis. Und der Besuchsdienst
im Landtag ist streng. Aber letztlich
hat doch alles geklappt. Die Schüler
haben mich intensiv gelöchert. Der
Tag hat mir viel Spaß gemacht.
Jetzt rufen die Mühen der Ebene.
Sie sind Mitglied in gleich drei
Ausschüssen ...
Der Ausschuss für Schule und Sport
war mein ausdrücklicher Wunsch.
Ich habe ja selbst drei Kinder und gesehen, dass dringend mehr Lehrer
gebraucht werden. Die CDU hat darauf ja reagiert. Aber noch müssen
Anreize gesetzt und Regularien geschaffen werden. Im Petitionsausschuss ist eine Unmenge Papier zu
lesen. Da hat sich 2014 einiges angestaut. Und ich bin auch Mitglied im
Verfassungs- und Rechtsausschuss.
Dort wird eine Aufgabe die Asylpolitik sein. Ich gehöre in diesem Zusammenhang auch der Expertenkommission Integration und Zuwanderung der Landes-CDU an.
Die Sachsen-CDU hat mit dieser
Kommission offenkundig auf
die Pegida-Demonstrationen in
Dresden reagiert ...
Zu Pegida will ich mich gern in der
öffentlichen Fragestunde am 20. Januar, 19 Uhr im Bergschlößchen Reichenbach äußern. Die Kommission
soll jedenfalls die Unterschiede zwischen Zuwanderungs-, Asyl- und
Flüchtlingspolitik definieren, Versäumnisse benennen und formulieren, was wir an Integrationsanstrengungen erwarten.
Mit welchen Anliegen sehen Sie
sich in Ihrem Wahlkreisbüro
konfrontiert?
Das sind etliche. Zum Tourismus an
der Talsperre Pöhl hat mit ein Bürger
seine Sorgen angetragen. Vor Weihnachten saßen wir zusammen. Am
Freitag habe ich mir den Protest gegen das Fichtenabholzen im Triebtal
angeschaut. Ich denke, da müssen
schnell alle an einen Tisch. In Rode-
wisch war ich bei der Frau, die
32.000 Euro für eine 2013 vom
Hochwasser zerstörte Ufermauer berappen soll, weil die Sächsische Aufbaubank ihre Förderzusage widerrief. Ich will versuchen, ihr zu helfen. Wegen einer Schulschließung
in Cossengrün in Thüringen sollen
jetzt alle Schüler nach Greiz gefahren werden, obwohl Elsterberg näher liegt. Eltern haben sich daher an
mich gewandt. Um den Bürgern effektiv helfen zu können, muss ich
mich 2015 noch besser in das Räderwerk von Landtag und Regierung
einarbeiten. Es geht darum, schnell
die richtigen Leute zu finden, um
Lösungen für die Belange der Menschen daheim anzubieten.
Für das 4. Quartal 2014 hatten
Sie im Sommer eine Entscheidung des Finanzministeriums
zur Nachnutzung des Hochschulteils Reichenbach angekündigt.
Was ist daraus geworden?
den habe ich dazu etliche Gespräche
geführt. Denn die Sache liegt mir am
Herzen. Ich habe jetzt die Zusage,
dass der Finanzminister am 2. März
nach Reichenbach kommt, um die
Situation darzulegen. OB, Bitex und
weitere Interessenten erhalten Informationen aus erster Hand.
Sie sind oft aktiv in der Stadt Reichenbach: Vom Einsatz im Park
der Generationen bis zum Treppenlauf im Neubaugebiet. Sie
spenden für Vereine und soziale
Projekte. Warum ist Ihnen das
wichtig?
Ich mache das seit vielen Jahren,
nicht erst, seitdem ich im Landtag
bin. Als Christ ist es für mich eine
Selbstverständlichkeit, Menschen
zu helfen. Ich möchte zeigen, dass
ich da bin, mir auch mal die Hände
dreckig mache und nicht nur große
Reden schwinge. Weihnachten im
Schuhkarton, Leuchtturm, Tafel,
Kinderarche, THW, Musikschule,
den Freibadverein Neumark und
den Schützenverein Rothenkirchen
habe ich gern unterstützt.
Neben der Landtagsarbeit sind
Sie auch Fraktionsvorsitzender
im Stadtrat. Dass die Mehrheit
der CDU-Fraktion bei der Wahl
der OB-Stellvertreter den Kandidaten der Linken unterstützte,
hat Sie im vorigen Jahr den Vorsitz im CDU-Stadtverband gekostet. Wie bewerten Sie das
heute?
Darüber ist genug geredet und geschrieben worden. Nachher ist man
immer schlauer. Wir sollten nach
vorn schauen.
Welchen persönlichen Vorsatz
haben Sie für 2015 gefasst?
Ich will mich in der Zeiteinteilung
disziplinieren. Mein Arbeitstag dauert von 7.30 bis 22 Uhr. Die Familie
darf man aber bei aller Arbeit nicht
vergessen. Ohne den Rückhalt
durch meine Frau Elke wäre das
Ganze nicht zu machen. Im September feiern wir Silberhochzeit.
Musiker sorgen beim Neujahrskonzert für Lachsalven
Herzerfrischend dargeboten und mit Schauspielkunst gespickt, erlebte das
Pausaer Publikum am
Sonntag ein nicht alltägliches Konzert.
VON SIMONE ZEH
PAUSA — Für den Kniefall, welchen
Jörg Leitz (rechts), Chef des Vogtlandkonservatoriums, serviert das nächste
Gläschen an seine Musiker. Die Aktion gehörte zu den Showeinlagen des Neujahrskonzertes in Pausa. In den Gläsern war aber kein Alkohol. FOTO: SIMONE ZEH
Michael Thoß vor dem Publikum
vollzog, musste er sich nicht groß
anstrengen: Miriam Settelmeier, die
in der ersten Reihe saß und der er eine rote Rose reichte, ist auch im
wahren Leben die Frau an der Seite
des jungen Posaunisten.
Der 24-Jährige war es auch, der
Jörg Leitz, Chef des Vogtlandkonservatoriums, immer mal wieder die
Noten oder das Instrument richten
durfte. Leitz brachte zum musikalischen Menü „Dinner for four and
more“ ein Tablett nach dem anderen
an. Schließlich gehört zu gedanklichen Leckereien wie Trüffel oder
Thunfischhälften auch ein edler
Tropfen. Und so servierte der Musikschuldirektor Aperitif, Wein von
weiß, rosé bis tiefrot. In deren Genuss kamen als Quartett Stephan
Michels, Jakob Zaumseil, Michael
Thoß und Leitz selbst. Lachen im Publikum, als Letzterer immer wieder
über die Instrumententasche stolperte und zu tun hatte, mit dem Silbertablett und den je vier Gläsern
drauf die Balance zu halten.
Katrin Löwe, Vorsitzende vom
Heimatverein Pausa, der das Konzert
veranstaltete, meinte verschmitzt:
„Ich wusste gar nicht, dass es am
Vogtlandkonservatorium eine Abteilung Schauspielkunst gibt.“ Leitz
gab zu, dass es gar nicht so einfach
gewesen war, die Farbtöne der Getränke hinzukriegen. Er bescheinigte, dass kein Alkohol im Spiel gewesen sei, schließlich sei Jakob Zaumseil aus Zobes, der die Trompete
blies, erst 13. Deshalb gab es für ihn,
als es zum Schluss je ein halbes Gläschen echten Sekt gab, Orangensaft.
Michael Thoß meinte, dass es
schon schön sei, einen für solcherlei
Späße offenen, lockeren Chef zu haben. Der junge Posaunist, aus der Nähe von Mühlhausen in Thüringen
stammend, ist seit Oktober 2013 im
Plauener Konservatorium tätig. „Ich
bin der jüngste Musiklehrer, mit Abstand“, meinte er. Freundin Miriam,
die noch studiert und aus Wiesbaden stammt, war über die Feiertage
bei ihrem Schatz. „Ich wurde gleich
mit ins Programm eingebunden“,
sagte sie lachend.
Natürlich kamen die etwa 80 Zuhörer bei allem Humor auch in
wahrhaftigen Musikgenuss. Gesangssolist Michael Hammermann
brachte „Der Floh“ von Beethoven
zu Gehör. Später sang er im Duett
mit Heike Simanowski. Harald
Oberlechner demonstrierte, dass
man der Zither jazzige Töne entlocken kann, und Torsten Trommer
steuerte Violinenklänge bei – ein
reichhaltiges Menü, wie es Jörg Leitz
anfangs versprochen hatte.
A N ZE IG E N
Traueranzeigen
‰™ jÃwېÏjÆ jMj™ †?Ï Æ‰W† ޞj™ajϳ
” Ö³ ?™Ø?à Öç¦y ÞjÃÆÏ?ÃM ؙÆjÃj ‰jMj ØÏÏjÃ^
.W†ß‰j~jÔØÏÏjÃ^ #”? ؙa 2ޔ?^ Ã?Ø
?™™?
‰jؙ
ېjÃ
0)3) *2)) )# - *- "# !) ##
-) 2)1-) ' 0# %0*# ))
( /(&/(&$.&
8j™™ a‰j Ã?wÏ åØ ™aj ~j†Ï^ ‰ÆÏ Ã¡Æؙ~ j‰™j ™?aj³
8‰Ã ™j†”j™ ‰™ ‰jMj ؙa ?™M?Ïj‰Ï MÆW†‰ja ޞ™
”j‰™jà †jÃåj™Æ~ØÏj™
ØÏω ؙa .W†ß‰j~jÔØÏω^
ؙÆjÃjà ‰jMj™ #”? ؙa 2ޔ?
w‰jaj×aމ~
wÉjaj Øa߉~
*-( /.(&/(/4&
~jM³ .W†j‰Ï†?ØjÃ
~jMžÃj™ ?” Ö|³ ®Ã‰ ¦›ÖÊ
)! #*!#(
™ ‰jMj ؙa ?™M?Ïj‰Ï
0žW†Ïjà †Ã‰ÆÏj ”‰Ï ۙÏjÃ
™jÏ¡W†Ïjà ?ω ”‰Ï j™Æ
?Øa‰? ”‰Ï ?ÃÃjφ
ؙa ‰†Ãj 2Ãj™j 0ÉÆÏ?™ ؙa aÉ?™
~jM³ ÉÏåÆW†
~jMžÃj™ ?” Ö³ #ÏžMjà ¦›Öç
~jÆϞÃMj™ ?” Ö³ ?™Ø?à Öç¦y
# *-!!) )0)
)0)) "- #*!#) )##*-30#
#- " )- " /.( #0) /4& 0" &(44 )
0 " )% # !0# ) -) + *---(
‰j 0Ã?ØjÃwj‰jà w‰™ajÏ ?” ž™™jÃÆÏ?~^
aj” o³ ?™Ø?à Öç¦y^ ؔ ¦Ñ³çç 2†Ã
‰™ ajà Éja†žwƆ?j ޞ™ ‰”M?W† ‰³7³ ÆÏ?Ïϳ
™ Æωjà 0Ã?ØjÃ
8žw~?™~ ؙa j‰a‰ Øa߉~
!žÃMjÃÏ Ø™a žÃjj™ Øa߉~
Ã?™ Øa߉~
2Ãj™j ?φjj™ ؙa ɏ
ƞ߉j †Ã‰Æω™j !?ÏØÆW†
ؙa -j™?Ïj ‰ÃW†j‰Æ
‰j 0Ã?ØjÃwj‰jà w‰™ajÏ ?” o³ ?™Ø?à Öç¦y ؔ ¦|³çç 2†Ã
‰™ ajà 0-2- #MjÃjà Ã?Mj™ ‰™ +?Øj™ ÆÏ?Ïϳ
3586033-10-1
3585410-10-1
% $ #"# "
" # &&& & & ! 3585607-10-1
$$$
14 Freie Presse
LOKALSPORT
Sidney Sam zu Beim VFC
Gast in Plauen Plauen gibt‘s
NACHRICHTEN
RALLYE DAKAR
Plauener Autos in
Südamerika am Start
Bundesliga-Fußballer Sidney Sam
(vorn, 3. von links) sorgte am Sonntag im Plauener Westend für überraschte Gesichter. Schalke-Fan Jörg
Pflug klärt auf: „Deutschlandweit
lädt der FC Schalke 04 einmal im
Jahr alle Fanclubs zur Bezirksversammlung ein. Im Südosten durfte
diesmal der Schalke-Fanclub Königsblau Plauen die Gastgeberrolle
übernehmen.“ Am Sonntag begrüßte der 2001 gegründete Verein Abordnungen aus Sachsen, SachsenAnhalt, Thüringen und Bayern. Getagt wurde im Behördenzentrum
im Haus Vogtland. Der FC Schalke
schickt zu jeder Bezirksversammlung einen Spieler. So landete Mittelfeldmann Sidney Sam mit dem
Flieger in Hof. Der 26-jährige Nationalspieler räumte ein: „Ich musste
erstmal schauen, wo Plauen genau
liegt. Aber ich habe früher in der Junioren-Bundesliga oft in Chemnitz
gespielt. Die Ecke hier kenne ich.“
Jens Eichhorn (Erster Vorstand) und
Mario Kammler (Zweiter Vorstand)
durften zum großen Gruppenfoto
direkt neben ihrem Star stehen. Im
Schalke-Fanclub sind 22 Mitglieder
FOTO: KARSTEN REPERT
organisiert.
PLAUEN — Drei von der Sächsischen
Automobil Manufaktur (SAM) Plauen entwickelte Autos sind in diesem
Jahr bei der Rallye Dakar am Start.
Nachdem das Team Tamarugal XC
2014 bereits in zwei im Vogtland
entwickelten und gebauten Fahrzeugen die berühmteste Wüstenrallye der Welt absolvierte, wollen nun
Rodrigo Moreno, Javier Campillay
und Omar Campillay Rojas die gut
9000 Kilometer durch Argentinien,
Bolivien und Chile meistern. Nach
der ersten von 13 Etappen liegen sie
auf den Rängen 40, 70 sowie 90. Die
Rallye endet am 17. Januar in Buenos Aires. (aheb)
WASSERBALL
Zusatztribüne beim
nächsten Heimspiel
PLAUEN — Der SVV Plauen schafft
TISC HTENNIS
René Dietzsch holt
sich erneut den Pott
PLAUEN — Tischtennisspieler
René
Dietzsch hat seinen Titel als Vereinsmeister des Post SV Plauen verteidigt. Er setzte sich am Wochenende
souverän im Feld der 14 Starter
durch. Erfreulich und ein Fingerzeig
für die Zukunft war die Leistung des
erst 12-jährigen Sebastian Herzog,
der Rang 4 belegt. In den Wettbewerben der Schüler und Jugend konnte
er sich zudem jeweils den Vizemeistertitel hinter Jan Graupner sichern.
Bei den Senioren ist Helmuth Riedl
neuer Vereinsmeister, der Damenwettbewerb musste aufgrund von
Erkrankungen der Teilnehmerinnen verschoben werden. In der Doppelkonkurrenz – hier wurden die
Paarungen offen ausgelost – setzte
sich das Duo Stefan Schauer/Pedro
Diogo erwartungsgemäß durch.
Leichtathlet Andreas Burkhardt holte sich zudem den Titel bei den Freizeitsportlern. (bkl)
LEICHTATHLETIK
Jahr startet mit
Gute-Vorsätze-Lauf
PLAUEN — Mit der 15. Auflage des
Neues-Jahr-Gute-Vorsätze-Lauf ist
der Lauftreff des LATV Plauen ins
neue Jahr gestartet. 27 Freizeit- und
Wettkampfläufer nutzen die Gelegenheit, im Vogtlandstadion die ersten Runden im Jahr 2015 zu drehen.
Ein Großteil der Teilnehmer gehört
zu den Stammgästen der Veranstaltung. (aheb)
HANDBALL
HC Einheit: Spielfest
für die E-Jugend
Spätes Tor entscheidet Endspiel
der D-Junioren-Meisterschaft
Die U-13-Kicker des VFC
Plauen haben am Sonntag
den ersten Hallentitel der
Saison für ihren Verein
geholt. Silber und Bronze
gingen an Auerbach und
Straßberg/Kürbitz.
VON RAINER TAUBALD
PLAUEN — Mit einem 2:1-Erfolg im
Endspiel gegen den VfB Auerbach
hat das U-13-Team des VFC Plauen
am Sonntag vor 216 Zuschauern in
der Plauener Sporthalle Wieprechtstraße die Hallenkreismeisterschaft
der D-Junioren für sich entschieden.
Den dritten Platz sicherte sich die
Spielgemeinschaft (SpG) Straßberg/
Kürbitz durch einen 3:1-Sieg im kleinen Finale gegen die Jungs der
SG Kürbitz. Geehrt wurden darüber
hinaus Jeremy Glaß vom VfB
Auerbach (18 Treffer) als Torschützenkönig, Lukas Seyfahrt von der SG
Kürbitz als bester Spieler und Louis
Kehl von der SpG Mylau/Limbach
als bester Torhüter.
Manfred Jahn, der mit Michael
Scherf die Turnierleitung inne hatte,
meinte zufrieden: „Das Turnier hatte gutes spielerisches Niveau und
war zudem auch spannend.“ Ihren
Anteil daran hatten auch die sicher
agierenden Schiedsrichter Ricardo
das bravourös kämpfende Team der
SpG Straßberg/Kürbitz zum 2:0-Sieg.
Domenik Heidenreich, Konrad
Puschner und Laurin Nitze trafen
für die SpG Straßberg/Kürbitz im
vereinsinternen Spiel um den Bronzeplatz gegen die SG Kürbitz. Dustin
Walther gelang der Ehrentreffer für
den am Ende Viertplatzierten.
Im Endspiel kam der VFC Plauen
gegen die mit offensiver Deckung
taktisch hervorragend eingestellten
Auerbacher kaum ins Spiel. Verdient führte so auch der VfB durch
Chris Vogel 1:0. Per Sonntagsschuss
traf Johnas Kühn zum 1:1. Nachdem
So sehen Sieger aus: Die D-Junioren des VFC Plauen bejubelten am Sonntagmittag ausgelassen den Sieg bei der Hallenkreismeisterschaft. Im Endspiel
hatten sie Auerbach 2:1 besiegt.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Die Oberlosaer Männer
verlassen die Abstiegsplätze
Einen Sieg und eine Niederlage haben die Landesklasse-Volleyballer des SV
04 Oberlosa in heimischer
Halle eingefahren.
PLAUEN — Der HC Einheit Plauen
lädt am Samstag von 10.30 Uhr bis
14.30 Uhr zum ersten HCE-Spielfest
für E-Jugend-Mannschaften. In der
Plauener Einheit-Arena messen sich
vier Teams in unterschiedlichen
Disziplinen wie etwa Turmball und
einem Athletikparcour. Die Siegerehrung der jungen Sportler findet
dann im Rahmen des OberligaPunktspiels ab 16 Uhr gegen die
HSG Freiberg statt. (slx)
Zeitz, Daniel Müller und Marco
Leihkamm.
In der Gruppe A dominierten die
Favoriten Plauen und Auerbach.
Aus der Gruppe B kamen überraschend die beiden Teams aus Straßberg und Kürbitz und nicht Wacker
Plauen ins Halbfinale. Im ersten
Halbfinale hatte Kürbitz gegen den
VFC Plauen keine Chance und unterlag nach Treffern von Johnas
Kühn, Kevin Baumann (4), Devis
Meichsner und Charlie Spranger 0:7.
Erst spät trafen für die favorisierten
Auerbacher im zweiten Halbfinale
Chris Vogel und Marvin Todt gegen
PLAUEN — Es ist nicht der ganz große
Befreiungsschlag für die Landesklasse-Volleyballer des SV 04 Oberlosa
geworden in den beiden Heimspielen am Wochenende. Ein Sieg und
eine Niederlage standen nach den
Partien gegen den GSVE Delitzsch II
und Tabellennachbar SV ChemnitzHarthau II auf dem Konto der Vogtländer. Gegen Delitzsch lieferten die
Hausherren einen harten Fight,
mussten am Ende aber eine 2:3-Tiebreak-Niederlage (25:21, 13:25,
25:23, 20:25, 7:15) einstecken. Dabei
zeigte der Gastgeber eine starke
Startphase, in der schnelle erfolgreiche Angriffe den Tabellendritten
immer wieder in Bedrängnis brachten. Trotz vieler Aufgabefehler und
des effektiver agierenden Gästesechsers entwickelte sich ein Spiel auf
Augenhöhe, das die Oberlosaer 2:1
in Führung brachte. Eine Phase der
Unkonzentriertheit vor allem im
Aufbauspiel im vierten Satz brachte
am Ende zu wenig Angriffsdruck
und kostete den möglichen Sieg, als
es der ambitionierten Delitzscher
Bundesligareserve gelang, den Satzausgleich zu erreichen und auch
den Tiebreak clever zu gewinnen.
Im Spiel gegen Tabellennachbar SV
Chemnitz-Harthau II war klar, dass
nur ein Sieg das Team dem Saisonziel Klassenerhalt näher bringen
kann. Mit Torsten Friedrich auf der
Zuspielerposition und Steffen Laudel als Libero kamen frische Kräfte,
die mit ihrer Erfahrung dem Spiel
Stabilität und Sicherheit brachten.
Auch wenn die Gäste im dritten Satz
eine Schwächephase der Hausherren clever nutzten, gab Oberlosa im
vierten Satz das Heft des Handelns
nicht mehr aus der Hand. Dank des
3:1-Sieges (25:22, 25:23, 21:25, 25:22)
steht die Mannschaft nun auf Nichtabstiegsplatz 7. (grs)
OBERLOSA: Popp, Friedrich, Zöbisch, Ludwig, Koj, Pechmann, Ionescu, Exner, Eichner,
Laudel, Düntsch.
der VFC-Torhüter mit tollem Reflex
einen Rückstand verhindert hatte,
traf in der hektischen Schlussphase
17 Sekunden vor Spielende Merlin
Hartmann zum umjubelten und
glücklichen 2:1 für die Plauener.
VFC-Trainer Ingo Wappler: „Unser Sieg war schon etwas glücklich.
Der VfB war stark. Insgesamt denke
ich aber, dass wir nicht unverdient
Kreismeister wurden. Durch die lange Freiluftsaison in der Talentliga
Sachsen hatten wir auch wenig Zeit,
in der Halle zu trainieren.“
STATISTIK
Gruppe A: Mylau/Limbach - Irfersgrün/
Heinsdorfergrund 3:0, VFC Plauen - Auerbach
1:1, Mylau/Limbach - VFC Plauen 0:3, Auerbach - Irfersgrün/Heinsdorfergrund 6:0,
Irfersgrün/Heinsdorfergrund - VFC Plauen
0:6, Auerbach - Mylau/Limbach 3:1. Tabelle:
1. VFC Plauen U 13 7 Punkte/10:1 Tore; 2. VfB
Auerbach 7/10:2; 3. SpG Mylau/Limbach 3/4:6;
4. SpG Irfersgrün/Heinsdorfergrund 0/0:15.
Gruppe B: Kürbitz - Straßberg/Kürbitz 1:2,
Neustadt - Wacker Plauen 0:3, Kürbitz - Neustadt 3:1, Wacker Plauen - Straßberg/Kürbitz
0:2, Straßberg/Kürbitz - Neustadt 2:1, Wacker
- Kürbitz 1:5. Tabelle: 1. SpG Straßberg/Kürbitz
9 Punkte/6:2 Tore; 2. SG Kürbitz 6/9:4; 3. 1. FC
Wacker Plauen 3/4:7; 4. SG Neustadt 0/2:8.
9-m-Schießen um Platz 7: Irfersgrün/Heinsdorfergrund - Neustadt 3:2. 9-m-Schießen
um Platz 5: Mylau/Limbach - Wacker Plauen
5:4. Halbfinals: VFC Plauen - Kürbitz 7:0,
Auerbach - Straßberg/Kürbitz 2:0. Spiel um
Platz 3: Kürbitz - Straßberg/Kürbitz 1:3. Endspiel: VFC Plauen - Auerbach 2:1.
SKISPRINGEN
Klingenthaler
traut sich die 20,0
INNSBRUCK — Neben Richard Freitag
hat es beim Tourneespringen in
Innsbruck auch Jürgen Thomas
(Foto) in die Schlagzeilen
geschafft.
Der Wertungsrichter vergab eine 20,0.
Zuletzt hatte sie der
Klingenthaler bei
der Vierschanzentournee 2003 an
Thomas Morgenstern und Janne Ahonen vergeben.
Als der Erzgebirger Richard Freitag
in Innsbruck im zweiten Durchgang
auf 132 m segelte, tippten die Finger
des Vogtländers beinahe von allein
die 20,0 in den Computer. „Bei so
einem Sprung muss man nichts
mehr mäkeln“, erklärte der 58-Jährige. Bestätigung bekam er selbst von
seinen Kollegen, die es bei 19,5 und
einer bei 19,0 beließen. (tyg)
FOTO: MONTY GRÄßLER
zum nächsten Heimspiel der Bundesliga-Wasserballer gegen den OSC
Potsdam am 17. Januar mehr Zuschauerplätze. Direkt am Beckenrand wird erstmals eine Zusatztribüne für 150 bis 200 Leute aufgebaut.
Die an der Stirnseite in Richtung
Parkplatz des Plauener Stadtbades
geplante Konstruktion wird von einer Weischlitzer Gerüstbaufirma
aufgestellt. „Im hinteren Bereich
wird die Tribüne drei Meter hoch,
damit die Zuschauer auch gut sehen.
Von der Bäder-GmbH ist das Einverständnis dafür da“, sagte SVV-Pressesprecher Jens Elschner gestern. Laut
ihm will der Verein einfach ausprobieren, ob der Aufbau eine sinnvolle
Ergänzung zur regulären Zuschauertribüne bietet. Bisher verfolgen im
Schnitt rund 500 Besucher die
Heimspiele des SVV. (aheb)
Dienstag, 6. Januar 2015
weiter viele
Baustellen
Insolvenzverfahren läuft –
Benefizspiel abgesagt –
Wichtige Personalien offen
VON MONTY GRÄßLER
UND KARSTEN REPERT
PLAUEN — Der VFC Plauen hat offen-
bar einen ersten kleinen Etappensieg auf dem Weg zur Rettung des
Vereins erzielt. Wie Pressesprecher
Marcus Gnad vom Amtsgericht
Chemnitz gestern Nachmittag auf
Anfrage der „Freien Presse“ informierte, ist dort das Insolvenzverfahren für den Verein zum 1. Januar
2015 eröffnet worden. Damit ist
zwar davon auszugehen, dass der
VFC automatisch erster Absteiger in
die Oberliga ist. Wäre aber die Eröffnung des Verfahrens mangels Masse
abgelehnt worden, hätte den Plauener Fußballern die Liquidierung des
Vereins gedroht. Der Vereinsvorstand hofft, die Regionalliga-Rückrunde mit Pflichtfreundschaftsspielen beenden zu können. Die Entscheidung darüber fällt das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Dessen Geschäftsführer Holger Fuchs sprach gestern
davon, für diesen Zweck unter Umständen eine außerordentliche Sitzung einzuberufen. Der nächste reguläre Termin wäre im März.
Felix Lietz: „Es ist alles offen“
Unabhängig davon gehen die Spekulationen, mit welchen Spielern
der VFC für den Neuaufbau rechnen
kann, munter weiter. Die wurden
unter anderem dadurch angeheizt,
dass zum Informationsgespräch mit
dem Vorstand am Freitag nur vier
Spieler aus dem Regionalliga-Kader
anwesend waren. Zu den Wackelkandidaten gehört mit Felix Lietz
auch der Kapitän. „Es ist nach wie
vor alles offen“, sagte der 24-jährige
Verteidiger gestern, der nach Absprache mit dem Verein den Winterurlaub verlängert. Mutmaßungen,
dass der VFC aufgrund des Aderlasses an Spielern die zweite Mannschaft oder die A-Jugend aus dem
Punktspielbetrieb
zurückziehen
muss, wies Interims-Trainer André
Rabe allerdings gestern zurück:
„Zum jetzigen Zeitpunkt ist das
wirklich keine Überlegung.“
VFC-Urgestein nimmt Auszeit
Von Normalität kann im Vogtlandstadion aber dennoch keine Rede
sein. Vor allem der psychische
Druck lastet auf den verbliebenen
Kickern und auf den VFC-Funktionären. Co-Trainer Thomas Sesselmann verabschiedete sich gestern
vorerst von der Kommandobrücke.
Dem 54-Jährigen hatte der Verein im
Rahmen der Liquidierung der VFC
Plauen Dienstleistungs-GmbH kündigen müssen. Nach 31 Jahren im
Fußballgeschäft ist Sesselmann nun
arbeitslos. Gestern entschied das
VFC-Urgestein: „Ich muss eine Auszeit nehmen. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben heftige
Spuren hinterlassen.“ In den nächsten zwei Wochen will er zusammen
mit seiner Ehefrau die Frage beantworten, ob es für ihn weitergehen
kann beim VFC.
Spiel gegen Chemnitz später
Fest steht, dass das für Mittwochabend vorgesehene Benefizspiel der
Plauener gegen den Drittligisten
Chemnitzer FC witterungsbedingt
abgesagt wurde. „Aktuell liegen
sechs bis acht Zentimeter Schnee
auf den Plätzen, die obere Schicht ist
vereist. Die Wettervorhersagen für
die kommenden Tage lassen vermuten, dass sich die Bedingungen nicht
bessern und die Verletzungsgefahr
der Akteure einfach zu groß ist“, teilt
der Plauener Verein mit. Er will sich
in den nächsten Tagen mit den
Chemnitzer Funktionären auf einen
neuen Termin einigen. Am gestrigen Abend kickte ein Team des VFC
in Leipzig beim Ur-Krostitzer-Hallenmasters. Es dauerte bei Redaktionsschluss dieser Seite noch an.
SPORT
Dienstag, 6. Januar 2015
Freie Presse
Mitfavorit Al-Attiyah übernimmt Führung bei Rallye Dakar
NACHRICHTEN
MOTORSPORT
Rallye Dakar
1. Etappe, Buenos Aires - Villa Carlos Paz
(838 km): Automobile: 1. Terranova/Graue
(Argentinien) - MINI 1:13:12 h; 2. Gordon/Campbell (USA) - Hummer 42 s zur.; 3.
de Villiers/von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof)
- Toyota 50; 4. Holowczyc/Panseri (Polen/Frankreich) - MINI 54; 5. Spataro/ Lozada
(Argentinien) - Renault 56; 6. Brinke/Colsoul
(Niederlande/Belgien) - Toyota 1:16 min; 20.
Alrajhi/Gottschalk (Saudi-Arabien/Berlin) - Toyota 5:15 min; 30. Yong/Schulz (China/München) - MINI 7:53; 35. Schott/Schmidt (Weilrod/Leipzig) - MINI 11:36.
Motorräder: 1. Sunderland (Großbritannien)
- KTM 1:18:57; 2. Gonçalves (Portugal) - Honda 5; 3. Coma (Spanien) - KTM 1:12; 4. Barreda (Spanien) - Honda 1:41; 5. Duclos (Frankreich) - Sherco 2:08; 6. Israel (Chile) - Honda
2:16.
UNGLÜCK
Lawine tötet
zwei US-Skisportler
SÖLDEN — Eine Lawine hat zwei USSkisportler gestern im Tiroler Ötztal
in den Tod gerissen. Die beiden Mitglieder des C-Kaders des amerikanischen Ski-Teams waren zum Training in die Alpen gekommen. Sie
seien in einen Steilhang oberhalb
von Sölden gefahren und hätten die
Schneemassen offenbar selbst ausgelöst, berichtete die österreichische
Nachrichtenagentur APA. Nach Angaben des US-Ski-Teams handelt es
sich bei den Verunglückten um die
Nachwuchsfahrer Bryce Astle aus
Salt Lake City und Ronald Berlack
aus Franconia in New Hampshire.
Das teilte Alpinchef Patrick Riml
laut APA am Rande des Weltcup-Slaloms in Zagreb mit. Den US-Läufern
in Zagreb sei angesichts der traurigen Nachricht der Start gestern freigestellt worden. (dpa)
EISHOCKEY
DEL
35. Spieltag: Berlin - München 5:0 (1:0, 2:0,
2:0), Hamburg - Mannheim 2:3 (0:0, 1:1,
1:2), Köln - Straubing 3:2 (0:0, 0:0, 3:2),
Augsburg - Krefeld 2:1 n. V. (0:0, 1:0, 0:1),
Schwenningen - Iserlohn 3:2 (1:1, 1:0, 1:1),
Nürnberg - Düsseldorf 4:1 (1:0, 2:0, 1:1),
Wolfsburg - Ingolstadt 3:5 (2:1, 1:3, 0:1).
1. Adler Mannheim
35 127: 74 82
2. Hamburg Freezers
36 120: 102 67
3. EHC München
35 114: 78 66
4. ERC Ingolstadt
35 120: 104 63
5. Iserlohn Roosters
35 112: 93 59
6. Eisbären Berlin
36 109: 90 59
7. Kölner Haie
37 85: 103 55
8. Düsseldorfer EG
36 105: 107 54
9. Wolfsburg
35 112: 102 53
10. Nürnberg
37 110: 111 49
11. Krefeld Pinguine
35 103: 115 48
12. Augsburger Panther 37 94: 125 40
13. Schwenningen
36 78: 125 31
14. Straubing Tigers
35 65: 125 24
FUSSBALL
Podolski-Wechsel
zu Inter perfekt
MAILAND — Der Wechsel von Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski
zum Traditionsclub Inter Mailand
ist offiziell bestätigt. Der 29-Jährige
wechsele bis zum Ende der laufenden Saison auf Leihbasis nach Italien, teilte Podolskis bisheriger Verein
FC Arsenal gestern mit. Der Deutsche hatte zuvor erstmals am Mannschaftstraining des Serie-A-Clubs
teilgenommen und könnte heute
Abend gegen Juventus Turin sein
Debüt in Italien geben. (dpa)
TENNIS
Brown erreicht
das Achtelfinale
DOHA — Tennisprofi Dustin Brown
hat beim ATP-Turnier in Doha das
Achtelfinale erreicht und trifft dort
auf einen deutschen Kontrahenten.
Brown setzte sich in seinem Erstrundenmatch gestern 7:6 (7:3), 6:3 gegen
Paolo Lorenzi aus Italien durch. Der
Niedersachse spielt nun entweder
gegen Philipp Kohlschreiber oder
Jan-Lennard Struff. Benjamin Becker
verlor dagegen 3:6, 6:7 (2:7) gegen
den Italiener Simone Bolelli. (dpa)
RADSPORT
Wiggins verlängert
um vier Monate
MANCHESTER — Der erste britische
Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins wird nur noch bis Ende April
2015 für das Team Sky fahren. Wie
der britische Radrennstall gestern
mitteilte, verlängerte Wiggins seinen Vertrag um vier Monate. Seinen
Abschied gibt er beim Eintagesklassiker Paris–Roubaix. Anschließend
möchte der 34-Jährige seinen Fokus
auf den Bahnradsport richten und
sich gezielt auf die Olympischen
Spiele 2016 in Rio de Janeiro vorbereiten. (dpa)
HANDBALL
Janke vom SCM
nach Leipzig
Auf der zweiten Etappe der Rallye Dakar hat
Mitfavorit Nasser Al-Attiyah vom hessischen
X-Raid-Team (Foto) gestern mit einem Sieg die
Gesamtführung übernommen. Nachdem der
Katarer am Vortag wegen einer nachträglichen
Zwei-Minuten-Strafe den Auftaktsieg verloren
hatte, war der Mini-Pilot auch auf dem zweiten
Abschnitt der Schnellste. Mit mehr als acht Minuten Vorsprung auf die Verfolger bewältigte
Al-Attiyah die 518 Wertungskilometer zwischen Villa Carlos Paz und San Juan in Argentinien. Der Deutsche Dirk von Zitzewitz wurde
als Beifahrer im Toyota des Südafrikaners Giniel
de Villiers Tageszweiter. Das Duo liegt auch im
Gesamtklassement an zweiter Position hinter
Al-Attiyah. Bei den Motorrädern setzte sich der
Spanier Joan Barreda Bort auf seiner Honda an
FOTO: DPA
die Spitze der Gesamtwertung.
Schotte kann seinen Triumph
gegen die Legende kaum fassen
Es hätte der 17. WM-Titel
von Dart-Ikone Phil Taylor
werden können, doch der
Schotte Gary Anderson
spielte da nicht mit. Selbst
Fußball-Weltmeister
Toni Kroos war vom
hochspannenden Endspiel
in London angetan.
be“, kommentierte er bewegt, gab
seiner Freundin Rachel Ford einen
Kuss, strahlte in die Kameras und
durfte sich nebenbei noch über ein
Preisgeld von 250.000 Pfund
(320.000 Euro) freuen.
Vorausgegangen war in der Karnevals-Atmosphäre im Alexandra
Palace ein Dart-Thriller der Extraklasse, ein Spiel, das mehrmals in
beide Richtungen kippte. Anderson
Phil Taylor
16-facher Weltmeister
VON MICHAEL BREHME
LONDON — Der WM-Triumph über
die englische Dart-Legende Phil Taylor ließ Gary Anderson fast die Fassung verlieren. „Phil ist der Beste
und wird auch in 100 Jahren noch
der Beste sein. Das macht den Sieg
gegen ihn besonders“, schwärmte
der Schotte nach seinem 7:6-Coup
über den 16-maligen Weltmeister in
der Nacht zum Montag. In einem
hochspannenden Endspiel setzte
sich der 44-Jährige eindrucksvoll
durch, kurz darauf stemmte er die
25 Kilogramm schwere Trophäe aus
silbernen Streben, Granit und rotem
Marmor im Londoner Konfettiregen
erstmals in die Höhe. „Es wird eine
Weile dauern, bis ich es begriffen ha-
FOTO: SEAN DEMPSEY/DPA
führte zwischenzeitlich schon mit
3:1, ehe der Engländer eindrucksvoll
zurückkam, drei Sätze in Serie gewann und das Match im Best-of-13Modus in ein 4:3 drehte. Taylor ballte siegessicher die Fäuste, ließ aber
die Chancen zum 5:3 aus und war
danach sofort wieder im Nachteil:
Anderson schaffte es in der hitzigen
Atmosphäre ebenso, „The Power“
drei Sätze nacheinander abzutrotzen, ehe Taylor erneut ausgleichen
konnte. „Als Phil zurückkam und
diese zwei Sätze zum 6:6 gewann,
dachte ich, das Spiel sei verloren“, gestand Anderson. Doch der Außensei-
ter mit dem Spitznamen „Flying
Scotsman“ unterschätzte sich selbst
– und ließ dem 54-jährigen Altmeister im letzten Durchgang keine
Chance mehr.
Andersons größter KarriereCoup hatte sich schon ein wenig im
Halbfinale angekündigt, als er die
Hoffnungen des letztjährigen Weltmeisters Michael van Gerwen aus
den Niederlanden mit einem deutlichen 6:3 zerstört hatte. Immer wieder seit seinem Debüt in der Professional Darts Corporation (PDC) vor
sechs Jahren hatte er sein Talent angedeutet und auch wichtige Turniere gewonnen, aber für die absolute
Weltspitze zu oft die Konstanz vermissen lassen. Private Schicksalsschläge kamen hinzu: Im Herbst
2011 starb zunächst Andersons Bruder an einem Herzinfarkt, kurz darauf sein Vater Gordon. Der einstige
Kaminbauer brauchte etwas Zeit,
um sich davon zu erholen – und hat
sich jetzt tatsächlich zum neuen
Dart-König gekrönt.
Auch Fußball-Nationalspieler Toni Kroos war begeistert. „Gratulation, Gary Anderson“, twitterte der
Profi von Real Madrid nach einem
„großartigen Finale“. Tomas Seyler,
einer der besten deutschen DartSpieler, schwärmte: „Es war eines
der großartigsten Finals, das ich je
gesehen habe.“
Für Phil Taylor dagegen war es
ein ungewohntes Gefühl: In seinem
20. WM-Endspiel verlor er erst zum
vierten Mal. Zuletzt war ihm das
2007 gegen den Niederländer Raymond van Barneveld passiert. „Er
hat großartig gespielt im letzten
Satz, er ist ein super Spieler und hat
es verdient“, gestand die Sport-Ikone
aber letztlich fair ein. (dpa)
A N ZE I G E
KONTAKTE
nçÞÔ[‹n ?×Å ¯ÕÊ° ”‰Î j~?
#8 יa ݉jj™ ?WjÎÎj™ jÂÞ?ÂÎjÎ
‰W† = æ¥ÉÊËooɚÐÉ|š
nð ÕÉ^ ² Ð|^ 0² 0?™Ž? ÕÉ^ ²
Ð|^ =²
‰W†j Ðæ^ ² Ðʲ =
æÐÉyËÕÉÕ¥ÊšÉ ÞÞÞ²~j‰‰Î?Ųaj
OBERSTDORF — Tobias Angerer ist zu-
rück in der Langlauffamilie. Das Unschöne daran: Der zweimalige Gesamtweltcup-Gewinner tauchte nur
als Experte für das ZDF beim Start
der Tour de Ski in Oberstdorf auf.
Angesichts der bislang eher schwachen deutschen Auftritte in der Saison wäre ein Comeback wünschens-
wert. Doch Angerer wehrte alle
Überredungsversuche zu einer
Rückkehr in die Loipen ab. „Das Kapitel ist beendet. Ich genieße jetzt
das Leben ohne Leistungssport. Ich
schaue mir alle Rennen am Fernseher an, war auch in Davos dabei.
Aber ich empfinde keinerlei Wehmut, wenn ich die Kollegen laufen
sehe“, sagte er. Ein wichtiger Punkt
aus seiner Sicht: „Der Langlauf hat
sich schon wieder verändert. Wenn
ich sehe, wie schwer sich ältere Läufer wie Lukas Bauer oder Giorgio di
Centa tun, dann weiß ich, dass mein
Rücktritt nach Olympia genau
richtig war“, erzählte der 37-jährige
Traunsteiner, dessen Name für im-
mer untrennbar mit der Tour de Ski
verbunden sein wird.
Tobias Angerer
Ex-Skilangläufer
FOTO: HILDENBRAND/DPA
Angerer war vor neun Jahren
Premierensieger des Mehretappenrennens. „An die Tour denke ich
immer noch gern. Schließlich wird
dabei der kompletteste Läufer ermittelt. In Oberstdorf wurde damals der
Grundstein gelegt, als mich Axel
Oberliga
26. Spieltag: FASS Berlin - Leipzig 3:11 (1:3,
2:3, 0:5), Erfurt - Halle 5:3 (4:2, 0:0, 1:1),
Leipzig - Niesky 5:1 (0:0, 2:0, 3:1). 27. Spieltag: Niesky - Erfurt 4:1 (2:1, 1:0, 1:0), EHV
Schönheide - Berlin 8:2 (3:1, 5:0, 0:1). Stand:
Leipzig 39 (86:34); 2. Halle 36 (65:49); 3. Erfurt :27 (78:60); 4. Niesky 23 (59:63); 5.
Schönheide 20 (59:66); 6. Berlin 8 38:113.
BASKETBALL
Bundesliga: Jena Caputs - Rolling Devils
41:80 (13:35), Roller Bulls - Rollers Zwickau
47:78 (30:39), Lahn-Dill - Baskets Hamburg
56:60 (40:32), Mainhatten Skywheelers Köln 99ers 57:38 (32:20), Dolphins Trier Oettinger RSB 63:91 (34:36).
1. RSV Lahn-Dill
851:479 20: 2
2. Oettinger RSB
841: 573 18: 4
3. Rollers Zwickau
792: 591 18: 4
4. Dolphins Trier
759: 687 14: 8
5. BG Baskets Hamburg 767: 660 12:10
6. Rolling Devils
636: 698 10:12
7. Mainhatten Skyw.
613: 735 10:12
8. Köln 99ers
574: 746 6:16
9. Roller Bulls
605: 851 2:20
10. Jena Caputs
407: 825 0:22
RINGEN
Bundesliga
Viertelfinale, Hinkämpfe: Weingarten Mömbris-Königshofen 12:7; Aalen - Köllerbach 5:18; 1. Luckenwalder SC - Nendingen
3:21; ASV Mainz - TuS Adelhausen 15:11.
Der Schotte Gary Anderson kürt sich
erstmals zum Dart-Weltmeister.
FOTO: SEAN DEMPSEY/DPA
Tobias Angerer genießt das Leben
Eine Rückkehr in die
Langlauf-Loipen ist kein
Thema. Mit der Tour de
Ski bleibt sein Name aber
untrennbar verbunden.
34. Spieltag: Bremerhaven - Bad Nauheim
5:2 (1:2, 2:0, 2:0), Dresden - Rosenheim 1:5
(0:3, 1:2, 0:0), Kassel - Riessersee 0:1 n. P.
(0:0, 0:0, 0:0), Landshut - Crimmitschau 4:1
(0:0, 1:1, 3:0), Lausitzer Füchse - Heilbronn
5:3 (0:0, 1:2, 4:1), Kaufbeuren - Bietigheim
5:8 (0:2, 2:4, 3:2), Ravensburg - Frankfurt
4:0 (0:0, 1:0, 3:0).
1. Bietigheim Steelers 34 152: 92 80
2. Kassel Huskies
34 123: 87 61
3. Lausitzer Füchse
33 133: 118 59
4. Löwen Frankfurt
33 132: 105 58
5. SC Riessersee
34 110: 82 57
6. Ravensburg
34 113: 110 55
7. Bremerhaven
32 100: 99 53
8. Dresdner Eislöwen
35 116: 125 53
9. EV Landshut
34 111: 111 52
10. Starbulls Rosenheim 34 95: 101 50
11. Bad Nauheim
35 107: 123 48
12. Crimmitschau
34 107: 119 40
13. ESV Kaufbeuren
34 84: 141 23
14. Heilbronner Falken 34 78: 148 22
Rollstuhlbasketball
MAGDEBURG — Rückraumspieler Ma-
ximilian Janke (21) wechselt mit
sofortiger Wirkung vom HandballBundesligisten SC Magdeburg zum
Zweitliga-Spitzenreiter SC DHfK
Leipzig. Dies gaben beide Vereine
gestern bekannt. Der SCM und Janke, der in der vergangenen Saison
sporadisch im Erstliga-Team zum
Einsatz kam, lösten den bis zum
30. Juni diesen Jahres datierten Vertrag vorzeitig auf. In Leipzig erhält
er einen Kontrakt bis 2017. (dpa)
DEL 2
Teichmann uneigennützig nach
vorn gelaufen hat. So etwas vergisst
man nicht“, bemerkte der dreifache
Familienvater, der sich nach seinem
Abschied in Oslo zunächst komplett
zurückgezogen hatte. „Ich habe ein
halbes Jahr abtrainiert und Dinge
gemacht, für die während meiner
Karriere nie Zeit war. Ich habe mit
meiner Frau eine Ägypten-Reise unternommen, später mit der ganzen
Familie einen ausführlichen Italien-Urlaub gemacht. Es war ein
Durchschnaufen, ein einfaches Inden-Tag-Hineinleben.“ Mittlerweile
studiert er Sportmanagement in
München und muss in einer Woche
die ersten Prüfungen ablegen. (dpa)
TISCHTENNIS
3. Bundesliga
Damen: Saarlouis-Fraulautern - TTC Langweid
0:6, VfL Sindelfingen - TTC Langweid 0:6.
Bezirksliga: Damen: Tanne Thalheim - Hohndorf III 3:11.
VOLLEYBALL
Sachsenklasse
West: Männer: Plauen-Oberlosa - ChemnitzHarthau II 3:1, SV Borna - L. E. Volleys III 3:0,
- Krostitzer SV 3:2; Milkau - SV Schneeberg
1:3, - Textima Chemnitz-Süd 0:3.
SCHACH
1. Landesklasse
St. B: Nachholspiel 4. Rd.: Aufbau Chemnitz USG Chemnitz II 6:2.
Deutsche Jugendmeisterschaft
in Naumburg: U 20 weibl.: 2. CSC Aufbau
Chemnitz (Spangenberg, Nitzsche, Hartewig,
Fischer) 10:4 P., 10. USG Chemnitz (Halas,
Kluge, Oltmanns, Schwendel) 7:7.
in Regensburg: U 14 weibl.: 1. Muldental
Wilkau-Haßlau (Moses, Simon, Fromm, von
Jan, Böhle) 14:0, 4. USG Chemnitz (Peil,
Fuchs, Wienhold, Belusa) 8:6.
SPORT
Freie Presse
FUSSBALL I
FC Erzgebirge testet
Kroaten Glavina
AUE — Der FC Erzgebirge Aue ist wei-
ter auf der Suche nach Verstärkungen. So stellt sich seit gestern Offensivmann Dominik Glavina zum
Probetraining vor. In seinem Heimatland Kroatien spielte der 22-Jährige zuletzt für den Erstligisten Slaven Belupo. Zudem hat der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga Abwehrspieler Benedikt Krug (19) fest
verpflichtet. Der Innenverteidiger
kommt vom TSV Schwabmünchen
und besitzt nun in Aue einen Kontrakt bis Juni 2017. Ausgeliehen ist
Abwehrspieler Vladimir Rankovic
von Hannover 96. Romario Kortzorg
hat sich indes gestern im Training
eine Sprungelenkverletzung zugezogen. Noch ist unklar, wie lange der
Niederländer ausfällt. (fp/dpa)
FUSSBALL II
CFC trennt sich von
Pusch und Hölscher
CHEMNITZ — Der Chemnitzer FC und
Kolja Pusch gehen getrennte Wege.
Wie die Himmelblauen gestern mitteilten, wurde der bis 30. Juni laufende Vertrag mit dem Mittelfeldspieler
mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Zudem ist die Ausleihe von Tim
Hölscher nach der Klärung letzter
Details beendet. Der Stürmer kehrt
zum FC Twente Enschede in die
Niederlande zurück. Unterdessen
testet der Fußball-Drittligist Nicolai
Lorenzoni. Der 22-jährige DeutschSchweizer vom SC Freiburg ist auf
der linken Außenbahn defensiv,
aber auch offensiv einsetzbar. (fp)
FUSSBALL III
Insolvenzverfahren
für VFC Plauen läuft
PLAUEN — Am Amtsgericht Chem-
nitz ist das Insolvenzverfahren für
den Fußball-Regionalligisten VFC
Plauen zum 1. Januar 2015 eröffnet
worden. Darüber hat gestern der Gerichtssprecher Marcus Gnad auf Anfrage der „Freien Presse“ informiert.
Der VFC steht damit als erster Absteiger in die Oberliga fest. Die Vereinsführung hofft, die Rückrunde
mit Pflichtfreundschaftsspielen beenden zu können. Unterdessen hat
der VFC das für morgen Abend vorgesehene Benefizspiel gegen den
Chemnitzer FC abgesagt. Die Plätze
im Vogtlandstadion sind unbespielbar. Beide Vereine wollen sich zeitnah auf einen neuen Termin einigen. (tyg)
FUSSBALL IV
RB Leipzig startet
in die Vorbereitung
LEIPZIG — Fußball-Zweitligist RasenBallsport Leipzig hat gestern mit
Leistungstests die Vorbereitung auf
die Rückrunde begonnen. Die Leipziger wollen sich nach dem Kreuzbandriss von Stürmer Terrence Boyd
noch in der Offensive verstärken.
Laut Medienberichten ist der schwedische Stürmer und Nationalspieler
Emil Forsberg von Malmö FF ein
heißer Kandidat. Bereits am 7. Januar fährt das Team zu einem viertägigen Lauftrainingslager nach Oberwiesenthal. (dpa)
Ein Österreicher gewinnt immer
Deutschland, Norwegen,
Tschechien und Österreich
selbst setzen auf Nationaltrainer aus der Alpenrepublik. Hinter allen Saisonsiegern im Skispringen
steckt Know-how
made in Austria.
Robben und Neuer
bei Umfrage vorn
DÜSSELDORF — Bayern
Münchens
Torjäger Arjen Robben ist nach Ansicht der Bundesliga-Profis bester
Feldspieler der Hinrunde, sein Vereinskollege Manuel Neuer mit Abstand bester Torhüter. Das ergab die
„Kicker“-Umfrage unter 240 befragten Fußballern der Bundesliga. Gewinner unter den Trainern ist Markus Weinzierl vom FC Augsburg. In
der Verlierer-Rubrik entschied sich
die Mehrheit für den ehemaligen
Stuttgarter Coach Armin Veh. Aufsteiger der Hinrunde ist nach Ansicht der Profis der Leverkusener Karim Bellarabi, Absteiger BVB-Torhüter Roman Weidenfeller. (dpa)
Innsbruck-Sieger Richard Freitag
hat nach seiner Ankunft am vierten
Tourneeort Bischofshofen nur noch
kurz mit den Teamgefährten im
Hotelzimmer auf den Erfolg angestoßen. „Um Mitternacht ging es ins Bett.
Der Tag war schön, aber auch lang.
Da muss man auch professionell
sein“, antwortete der Erzgebirger auf
die Frage, ob noch gefeiert wurde.
In der Qualifikation kam der 23-Jährige gestern auf 130,5 Meter und
Platz acht. „Ich war etwas zu früh am
Schanzentisch. Ich bin zuversichtlich,
will nochmal angreifen“, sagte Freitag, der den Sprung zumindest auf
Gesamtrang drei noch schaffen könnte. 14,3 Punkte beträgt sein Rückstand auf Peter Prevc (Slowenien).
VON THOMAS PRENZEL
BISCHOFSHOFEN — Neun verschiedene Saisonsieger in zwölf Einzelweltcups hat es in diesem Winter gegeben. Doch eines hatten alle neune
gemeinsam. Hinter ihren Erfolgen
steckte in irgendeiner Form die
Handschrift eines Österreichers.
Gewinnen Severin Freund oder wie
am Sonntag Richard Freitag bei der
Vierschanzentournee am Bergisel,
so haben auch Bundestrainer Werner Schuster und dessen Assistent
Stefan Horngacher eine Aktie daran.
Beide erlernten ihr berufliches
Handwerk in ihrem Heimatland
Österreich. Und das offensichtlich
nicht schlecht. Schuster verlängerte
vor der Saison seinen Vertrag mit
dem Deutschen Skiverband (DSV)
bis 2019. „Wir schauen bei der Verpflichtung der Trainer nicht nach
der Nationalität, sondern nach der
Qualität“, sagt DSV-Präsident Franz
Steinle unmissverständlich. Diese
Sichtweise spiegelt sich auch bei
den deutschen Alpinen wider: Der
Bundes- und die Disziplintrainer der
Herren wohnen in Gargellen, Saalfelden und Wien in Österreich.
Im Skispringen jubeln Österreicher nicht nur, wenn Stefan Kraft
oder Gregor Schlierenzauer auf dem
obersten Treppchen stehen. Der
Schweizer Simon Ammann schwört
zum Beispiel auf die Wachskünste
des österreichischen Servicemannes
Gerhard Hofer. Der Japaner Noriaki
Kasai lässt sich seine Skier nur vom
Saalfeldener Andreas Gruber präparieren. Den größten Einfluss auf die
Leistung nach dem Athleten selbst
besitzen die Trainer. Siegt Anders
Jacobsen wie am Neujahrstag in Garmisch, dann freut sich Norwegens
Nationaltrainer Alexander Stöckl
aus St. Johann in Tirol diebisch. Gleiches trifft auf Richard Schallert zu,
wenn Roman Koudelka in der Ergebnisliste ganz oben steht. Der Vorarlberger ist Nationaltrainer Tschechiens. Schuster, Schallert, Stöckl
und Austria-Nationalcoach Heinz
Kuttin aus Kärnten haben eines ge-
Michael Hayböck (137,5 m) aus
Österreich gewann die Qualifikation
vor seinem Landsmann Stefan Kraft
(136,5 m), der wiederum in der Tournee-Gesamtwertung mit 23,1 Zählern
vor seinem Zimmerkollegen Hayböck
führt. Das bedeutet umgerechnet
etwa ein Polster von knapp 13 Metern
für Kraft, der fünf Minuten von seiner
Hausschanze am Laideregg entfernt
wohnt und dort vor zwei Jahren mit
Tagesrang drei ins internationale
Rampenlicht sprang.
Bundestrainer Werner Schuster winkt seit 2008 die deutschen Ski-Adler ab.
FOTO: IMAGO
Um 16.30 Uhr (ZDF und Eurosport
live) beginnt heute das Finale der
63. Vierschanzentournee. Alle sieben
deutschen Springer qualifizierten sich
gestern für den Wettkampf. Die Wetterprognosen waren mit Hochdruckeinfluss, minus vier Grad und Sonnenschein sehr gut fürs Skispringen. (tp)
Heinz Kuttin: Der lange Villacher
übernahm im Frühjahr das Amt von
Alex Pointner. Kuttin forcierte das
Miteinander in der Mannschaft und
führte Bescheidenheit ein. Als Erstes
schaffte er den Luxusbus („Die Superadler“), mit dem die Österreicher
zu den Weltcups tourten, ab. Kuttin
will, dass seine Athleten als Sportler
und nicht als Werbestars wahrgenommen werden. Er kennt es nicht
anders, wuchs mit Großeltern, Eltern und drei Geschwistern in einer
kleinen Holzblockhütte mit zwei
Schlafzimmern auf. Er sieht sich nur
als kleines Rädchen im Getriebe. Erfolg schließt das nicht aus. Passiert
heute nichts Ungewöhnliches, heißt
der Gesamtsieger Stefan Kraft. Es
wäre der siebente Tourneetriumph
eines Austria-Adlers in Folge. Ein
Österreicher gewinnt eben immer.
Richard
Schallert
Alexander
Stöckl
Heinz
Kuttin
Skisprung-Nationaltrainer Tschechiens
Skisprung-Nationaltrainer Norwegens
Skisprung-Nationaltrainer Österreichs
FOTO: IMAGO
FOTO: REUTERS
FOTO: IMAGO
meinsam. Sie besuchten zu aktiven
Zeiten oder während ihrer Karriere
als Trainer das Schigymnasium in
Stams, die Talentschmiede für Nordische im Alpenland. „Freie Presse“
stellt die Nationaltrainer kurz vor:
Werner Schuster: Der 45-jährige
Vorarlberger kann als Skispringer
mit Platz zwei beim Weltcup in Sapporo nicht die ganz großen Meriten
aufweisen, startete nach der aktiven
Laufbahn aber als Trainer durch.
Nach seinem Engagement in der
Schweiz wechselte Schuster im
März 2008 nach Deutschland. Er hat
in Innsbruck Sport und Psychologie
studiert, kann wortgewandt Sachverhalte bestens vermitteln. In
schweren Zeiten wie nach diesem
verkorksten Tournee-Auftakt behält
er die Ruhe, ohne Klartext gegenüber seinen Sportlern zu meiden.
Richard Schallert: Der heute
50-Jährige, wie Schuster aus Vorarlberg, verbuchte Team-Bronze bei der
WM 1987 als größten Erfolg seiner
Karriere. Als Trainer suchte der
Mann mit dem Ziegenbärtchen lange nach seinem Glück. Zwischen
2006 und 2009 arbeitete er bereits
für Tschechiens Skiverband, betreute danach auch Springer aus Russland oder Rumänien. Vor diesem
Winter nun die Rückkehr nach
Tschechien. Aus Roman Koudelka
machte er einen Siegspringer. Seinen Anteil daran spielt Schallert
aber herunter: „Er hatte einen eingeklemmten Nerv im Nackenbereich.
Das ist ausgestanden, zudem hat
sich Roman psychologische Hilfe
geholt“, berichtete Schallert während der Tournee den Journalisten.
Er mag keine Materialtüftelei bis
zum Erbrechen: „Wir springen
Anzüge von der Stange“, sagt er und
erklärt damit vielleicht einen zweiten Satz: „Ich wollte und könnte nie
Cheftrainer in Österreich sein.“
Alexander Stöckl: Der 41-Jährige
hatte es schon zweimal bis zum
Assistenten des Austria-Nationaltrainers gebracht: Einmal arbeitete
er unter Andreas Felder (1996 bis
1999), später dann mit Mika Kojonkoski, den er 2011 in Norwegen als
Nationaltrainer beerbte. Stöckl
schaffte es als Springer (bestes Weltcupergebnis Platz 15 am Kulm)
nicht in die Weltklasse, bei seinen
Athleten sieht das anders aus. Stöckl
hat Sportwissenschaften studiert
und eine musische Ader.Für die Skiflug-WM in Vikersund 2012 schrieb
er den Text zur WM-Hymne „Flying
into the future“.
Chance und Herausforderung in Oberhof
Beim Biathlon-Spektakel
am Grenzadler kehrt
Tina Bachmann nach einer
Durststrecke in den Weltcup zurück. Doch es ist
nicht einfach, vor den heimischen Fans zu bestehen.
VON THOMAS TREPTOW
CHEMNITZ/OBERHOF — Ihr letzter Auf-
FUSSBALL V
Mitternacht ins Bett
tritt im Weltcup am Grenzadler liegt
zwei Jahre zurück. Damals freute
sich Tina Bachmann über Rang drei
mit der Staffel und ließ nach einem
schwachen Auftritt im Sprint und
dem verpassten Verfolger die Flügel
hängen. Eine Woche später wurde
sie in Ruhpolding aus dem Weltcuprennen genommen. Es folgte eine
schwierige (Aus)-Zeit, gepaart mit
psychischen und physischen Problemen, doch jetzt kehrt die ehrgeizige Sächsin zurück in den Kreis der
weltbesten Skijäger. Auf der Habenseite steht bei Tina Bachmann ein
Sieg im IBU-Cup, der zweiten Liga
des Biathlons. „Damit hat sie sich
empfohlen und eine Chance verdient“, sagte Frauen-Bundestrainer
Gerald Hönig.
Ob die Schmiedebergerin den
vermeintlichen Heimvorteil nutzen
kann, muss sich zeigen. Denn Oberhof ist Chance und Herausforderung zugleich. „Einerseits motivieren uns die Zuschauer natürlich
sehr, andererseits sind der Trubel
und die zusätzlichen Termine bei
den Heim-Weltcups deutlich zu spüren“, weiß Gerald Hönig, der neben
Bachmann auch Karolin Horchler
nominiert hat. Laura Dahlmeier, die
nach dem ersten Weltcupblock und
den Rennen auf Schalke pausiert,
und Miriam Gössner sind dafür
nicht im Team. Die Garmischerin,
die nach ihrer langen Verletzungspause noch nicht wieder in der Spur
ist, startet dafür im IBU-Cup: „Sie
braucht nach wie vor Wettkämpfe.
Wir hoffen, dass sie abseits des Weltcuptrubels ihre Form stabilieren
kann“, sagte Gerald Hönig
Auf Formsuche geht in Oberhof
auch Arnd Peiffer. Der Wahl-Thüringer aus dem Harz steht nach drei
Stationen mit mageren 70 Punkten
auf Rang 37 im Gesamtweltcup.
Allerdings ist der 27-Jährige, der zusammen mit Christoph Stephan einen zusätzlichen Trainingsblock in
Obertilliach eingeschoben hat, auch
als Spätstarter bekannt. Oft gelang
es dem Sportsoldaten gerade vor
heimischem Publikum, den Schalter umzulegen. Auch an den äußeren Bedingungen soll es nicht scheitern, dass die deutschen Biathleten
ab morgen vorn mitmischen.
Schneefall und Minusgrade, bei denen genügend künstlicher Schnee
produziert werden konnte, sorgten
in den vergangenen Tagen für Entspannung in den Gesichtern der Verantwortlichen.
SERVICE: Eintrittskarten für alle Tage sind
noch in der Tourist-Information in Oberhof erhältlich. Die Liste aller Vorverkaufsstellen gibt
es unter www.weltcup-oberhof.de.
Aufgebot & Zeitplan
Tina Bachmann kehrt in Oberhof nach einer langen Durststrecke in den Weltcup zurück.
FOTO: IMAGO
Deutsches Aufgebot für Oberhof:
Tina Bachmann (Schmiedeberg),
Franziska Hildebrand, Karolin Horchler (beide Clausthal-Zellerfeld), Vanessa Hinz (Schliersee), Luise Kummer (Frankenhain), Franziska Preuß
(Haag); Herren: Andreas Birnbacher
(Schleching), Daniel Böhm (Buntenbock), Benedikt Doll (Breitnau), Erik
Lesser (Frankenhain), Arnd Peiffer
(Clausthal-Zellerfeld), Simon
Schempp (Uhingen).
Zeitplan: 7. Januar, 14:15 Uhr: Staffel
(D), 8. Januar, 14:15 Uhr: Staffel (H),
9. Januar, 14:30 Uhr: Sprint (D),
10. Januar, 12:00 Uhr: Sprint (H),
11. Januar, 11:15 Uhr: Massenstart (D);
14:15 Uhr: Massenstart (H).
FUSSBALL
Anwesenheitspflicht
beim Hamburger SV
HAMBURG — Trainer Josef Zinnbauer
zieht beim Hamburger SV die Zügel
an. Bis auf weiteres gilt für die Fußballprofis des abstiegsbedrohten
Bundesliga-Dinos Anwesenheitspflicht ab 07.30
Uhr auf dem Trainingsgelände am
Volkspark.
Erst
wird
gelaufen,
dann gemeinsam
gefrühstückt und
um 10.00 Uhr eine
Einheit absolviert.
Schluss der Ganztagesarbeit ist erst
nach Mittagsruhe und Nachmittagstraining. „Die Pause war lang genug.
Wir wollen uns schließlich in allen
Bereichen verbessern“, sagte der
Coach des Tabellen-14. beim Auftakt
nach der Winterpause.
Zum Punktspielstart am 31. Januar daheim gegen Köln sollen Kapitän van der Vaart & Co. fit sein. „Jeder muss seinen Platz verteidigen
wollen, das fördert die Leistung“,
sagte Zinnbauer. Einen Stammplatz
sicher haben derzeit nur Torhüter
Jaroslav Drobny, Abwehrchef Johan
Djourou und Valon Behrami. Der
Mittelfeldspieler unterzog sich im
Weihnachtsurlaub einem kleinen
Eingriff am linken Knie. Der
Schweizer wird zunächst nur gepflegt, soll aber am Sonntag mit ins
Dubai-Trainingslager reisen. (dpa)
FOTO: DANIEL BOCKWOLDT/DPA
NACHRICHTEN
Dienstag, 6. Januar 2015
KULTUR & SERVICE
Freie Presse
Dienstag, 6. Januar 2015
Fernsehen
Daniel Craig lieferte in „Skyfall“
seine bisher beste James-BondRolle ab. S. A3
Seite A1
Bierkultur und Maori-Geister
NACHRICHTEN
SHERMIN LANGHOFF
Politische Aufgabe
von Theatern
BERLIN — In der Migrationsdebatte
schreibt die Berliner Intendantin
Shermin Langhoff den Theatern eine politische Rolle zu. „Das Theater
muss die Fragen stellen. Es muss sagen, was Sache ist“, sagte die Leiterin
des Maxim Gorki Theaters in einem
Medienbericht. Benötigt werde politisches Theater und Zivilcourage,
auch von den Intendanzen. „30.000
Menschen sterben vor den Grenzen
der Europäischen Union. Die Zivilgesellschaft muss einschreiten gegen die Europa einmauernden Eliten“, sagte die 1969 in der Türkei geborene Theatermacherin. „Wir halten, das ist gute, alte Theatertradition, der Gesellschaft einen Spiegel
vor.“ (dpa)
EDGAR REITZ
„Heimat“-Epos
digital restauriert
MAINZ — Gut 30 Jahre nach der Erst-
aufführung wird im Februar in
Mainz eine neue digitale Fassung
des ersten Teils des „Heimat“-Epos
von Regisseur Edgar Reitz gezeigt.
Der Zyklus gilt als Jahrhundertwerk
zum Thema Heimat in einer globalisierten Welt. „Heimat – eine deutsche Chronik“ hatte 1984 in Venedig
Premiere gefeiert, war später aber
nicht mehr vorführbar gewesen. In
fast fünfjähriger Arbeit wurde das
Werk gerettet und kann nun in neuer Bild- und Tonqualität gezeigt werden. Die Stiftung Rheinland-Pfalz
für Kultur und die Kulturstiftung
des Bundes unterstützten dies mit
insgesamt 136.000 Euro. Zu dem
„Heimat“-Epos von Reitz gehören
weitere Werke aus den Jahren 1992,
2004 und 2013. Geschildert werden
die Schicksale einer Familie aus dem
fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach.
Der 1932 in der Region geborene
Reitz spannt einen Bogen von 1919
bis zur Jahrtausendwende. (dpa)
PINO DANIELE
Italienischer Sänger
gestorben
FOTO: IMAGO
ROM — Der italienische Sänger und
Liedermacher Pino Daniele ist im
Alter von 59 Jahren gestorben. Der
aus Neapel stammende Künstler erlag in der Nacht
zum Montag einem
Herzinfarkt, wie
sein Manager Ferdinando Salzano bestätigte.
Daniele
war seit Beginn seiner Karriere in den 1970er-Jahren
mit einem Mix aus Jazz, Blues und
Rock vor allem in Italien bekanntgeworden. (dpa)
Pilsen ist neben Mons eine
der zwei Kulturhauptstädte 2015. In der viertgrößten Stadt Tschechiens hat
das kulturelle Leben von
jeher einen hohen
Stellenwert – auch wenn
die Industrie das Stadtbild
bestimmt.
VON VERENA WOLFF
PILSEN — Jarda ist Rentner. 65 Jahre
alt, ein lustiger Mann. Und einer, der
sein gesamtes Arbeitsleben in den
Skoda-Werken in Pilsen verbracht
hat. Autos hat er da nicht gebaut,
denn die wurden in der Stadt in
Westböhmen nie hergestellt, sondern Motoren für Straßenbahnen
und andere Maschinen. Vaclav ist
55. Auch er ist bei einem Unternehmen angestellt, das traditioneller
nicht sein könnte: Er ist Böttcher bei
der Pilsner Urquell-Brauerei.
Was haben die beiden nun gemeinsam? Auch mit Tereza, Robert,
Erik, Tonny, Marketa, Irina und Veronika? Sie alle erzählen Geschichten, die unmittelbar mit dem Leben
in der Europäischen Kulturhauptstadt 2015 verknüpft sind. Jarda
nimmt die Besucher mit in die Welt
der Industrie, in die Skoda-Werke,
die im Jahr 1859 in Pilsen gegründet
wurden und zunächst Einrichtungen für Zuckerfabriken, Brauereien,
Bergwerke, Kessel und Dampfmaschinen herstellten. Vaclav erzählt
von der Wiege des Bieres – denn das
Pilsner Urquell trägt seinen Namen
nicht von ungefähr. Das Plzenský
Prazdroj – so der tschechische Name
dieses untergärigen Bieres – gilt als
erstes Bier Pilsner Brauart.
Auf einer Handy-App oder im Internet kann man sich die Geschichten der neun Pilsner Charaktere anschauen. Sie alle sind fiktiv, zusammengebaut aus vielen wahren Geschichten der Einwohner. „Das ist eine ganz neue Art, die Stadt kennenzulernen“, sagt Petr Forman. Er ist
der künstlerische Leiter der Kulturhauptstadt „Pilsen 2015“ und bekannt als Theatermacher, Schauspieler, Puppenspieler, Regisseur.
Die Geschichten lassen die Gäste
eintauchen in die reiche Historie
von Tschechiens viertgrößter Stadt,
die während der Monarchie zur Industriestadt auserkoren wurde und
das bis heute geblieben ist. Die erstaunlich viele Jugendstil-Gebäude
in ihrem Zentrum hat, aber auch
Bausünden aus Zeiten des Kommunismus. Und die ein buntes kulturelles Leben vorweisen kann.
Zwei Theater besitzt Pilsen seit
September 2014: das Große Theater
Die Pilsner Urquell-Brauerei zieht immer noch die meisten Touristen in der Stadt an.
und das Neue Theater. Ersteres gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt. Das Sandsteingebäude wurde vom Architekten Antonín Balšánek errichtet und
im Jahr 1902 eröffnet. Das Neue Theater, in Sichtweite des historischen,
nahm erst vor wenigen Monaten
den Betrieb auf. Es ist eines der Projekte, das unter anderem mit Geldern für die Kulturhauptstadt finanziert wurde. Und es ist ultramodern.
Puppen tanzen in der Stadt
Man habe dieses Theater gebraucht,
um das marode Kammertheater zu
ersetzen, sagt Eva Ichová, die Sprecherin der beiden Häuser. „Beide
Theater sind sehr gut besucht.“ Die
vier Ensembles – Ballett, Schauspiel,
Oper und Musical – spielen an der
neuen und der alten Bühne. Doch
nicht alles soll klassisch sein, betont
Petr Forman. „Wir wollen vor allem
die Leute begeistern, die eher nicht
ins Theater oder in ein Konzert gehen“, sagt der Sohn des oscarprämierten Regisseurs Milos Forman.
Mit den meisten Besuchern rechnen die Veranstalter bei einem Auftritt der französischen Kompanie
Royal de Luxe, die in der Stadt überdimensionierte Puppen tanzen lassen wird. Auch ein Konzert mit einem international bekannten Popstar ist geplant – der Name bleibt allerdings noch geheim. Doch es soll
nicht so sehr um die großen Events
gehen zwischen der Eröffnung am
17. Januar 2015 und dem Jahresabschluss. „Wir haben acht große Themen in diesem Jahr und dazu mehr
als 600 Veranstaltungen“, sagt Programmdirektor Jirí Sulženko.
Und die sind so unterschiedlich
wie Kultur nur sein kann: Der Neue
Zirkus hat in Pilsen ganzjährig Saison und lädt sich ausgezeichnete
Gruppen aus dem Ausland ein. Die
Westböhmische und die Städtische
Galerie zeigen Ausstellungen internationaler und tschechischer Künstler. Besonderes Highlight: eine
Sammlung von Maori-Porträts des
Pilsner Künstlers Gottfried Lindauer. Lindauer war nach Neuseeland
ausgewandert und hatte die Ureinwohner dort porträtiert. „Die Maori
glauben, dass die Seelen ihrer Verstorbenen in den Bildern weiterleben“, erläutert der Programmchef.
Darum kommen nicht nur die Gemälde nach Tschechien, sondern
auch Maori-Schamanen.
Erstmals für die Öffentlichkeit
zugängig sind auch verschiedene
Wohnungen, die der Architekt
Adolf Loos in der Stadt eingerichtet
hat. Die Veranstalter wollen die
Kunst nicht von der industriellen
Geschichte der Stadt trennen – und
so gibt es eine Reihe von Veranstal-
der gotischen St.-Bartholomäus-Kathedrale und dem Renaissancerathaus. Sehenswert ist auch die Große
Synagoge im maurisch-romanischen
Stil. Seit 1993 ist die viertgrößte Stadt
Tschechiens Bischofssitz.
(Estland), Turku (Finnland); 2012– Guimarães (Portugal), Maribor (Slowenien); 2013 – Košice (Slowakei), Marseille (Frankreich); 2014 – Riga (Lettland), Umeå (Schweden); 2015 – Mons
(Belgien), Pilsen (Plzen/Tschechien);
2016 – Donostia/San Sebastián (Spanien), Breslau (Wroclaw/Polen); 2017
– Aarhus (Dänemark), Paphos (Zypern); 2018 – Leeuwarden (Niederlande), Valetta (Malta); 2019 (noch nicht
offiziell ernannt) – Plowdiw (Bulgarien), Matera (Italien). (dpa)
Europäische Kulturhauptstadt
Das tschechische Pilsen (Plzen)
wurde 1295 gegründet. Die westböhmische Stadt liegt am Zusammenfluss
von vier Flüssen. Sie hat heute etwa
167.000 Einwohner. Pilsen ist als Biermetropole bekannt. Aber nicht nur
die Brauerei für Pilsner Urquell hat
hier seit dem 19. Jahrhundert ihren
Sitz, sondern auch der Maschinenbaubetrieb Skoda Transportation. Der
historische Stadtkern wurde 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Mittelpunkt ist der Platz der Republik mit
Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“
wird seit 1985 jeweils für ein Jahr an
eine Stadt vergeben – von 2010 bis
2019 waren bzw. sind das: 2010 – Essen für das Ruhrgebiet, Pécs (Ungarn), Istanbul (Türkei); 2011 – Tallinn
FOTO: PILSEN 2015 TOURISM/DPA
tungsorten, die in alten Hallen und
Fabriken untergebracht sind. Neue
Orte der Kultur sind schon auf dem
Gelände der Skoda-Werke entstanden: das Wissenschafts-Museum
Techmania und ein Planetarium.
Brauerei wird Veranstaltungsort
Ebenfalls recht neu: das Marionetten-Museum am Hauptplatz. Hier
wird über die lange Tradition des
Puppentheaters in Tschechien und
in Pilsen erzählt – und gespielt. Jirí
Trnka war nicht nur bekannter Marionettenbauer, er gilt auch als Vater
des Animationsfilms. Sein Sohn und
sein Enkel haben ein Projekt an der
Schnittstelle zwischen Ausstellung,
Theatervorführung und Animationsfilm geschaffen, das am 24. Februar Premiere haben soll.
Und dann ist da noch die Brauerei
und das Bier. „Das ist noch immer
der Grund, weswegen die meisten
Menschen nach Pilsen kommen“,
sagt Forman. Darum ist auch das Gelände der Pilsner Urquell-Brauerei
Schauplatz von Veranstaltungen –
genauso wie der Zug, der München
und Prag verbindet und dabei Halt
in Regensburg und Pilsen macht. „Er
wird an den Wochenenden um ein
Abteil aufgestockt, in dem eine Bühne ist“, sagt Sulženko. Darauf wird
während des gesamten Kulturhauptstadtjahres gespielt, damit die
Besucher schon auf dem Weg einen
Vorgeschmack auf die Events in der
Kulturhauptstadt bekommen. (dpa)
» www.plzen2015.cz/de
Konzertaktivität im Museum
Kraftwerk gastieren ab
heute mit ihrer 3-DKonzertreihe „Der Katalog
– 1 2 3 4 5 6 7 8“ an acht
Abenden in der Neuen
Nationalgalerie Berlin.
VON GUNNAR LEUE
BERLIN — Seit einiger Zeit ist es ja Mode, dass in die Jahre gekommene
Bands ihre legendären Alben zum
zwanzigsten oder dreißigsten Jubiläum noch mal in Gänze live aufführen. Da sind Kraftwerk, man möchte
sagen, natürlich, mal wieder einen
Schritt weiter. Sie führen ihr komplettes Werk am Stück auf. Na ja,
fast. Beginnend mit „Autobahn“, ihrem bereits vierten Album aus dem
Jahr 1974, spielen sie sämtliche folgenden Platten in chronologischer
Reihenfolge an je einem Abend von
heute bis zum 13. Januar in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, bevor
der berühmte Mies-van-der-RoheBau wegen Sanierung für einige Jahre schließt. Selbstverständlich ist die
3-D-Konzertreihe „Der Katalog – 1 2
3 4 5 6 7 8“ komplett ausverkauft,
wie zuvor schon in New York und
London.
Nirgendwo gab es hämische
Kommentare, dass sich eine Band
selbst ins Museum einliefert. Weil
Kraftwerk im herkömmlichen Sinne keine Band sind, sondern ein Verbund von Musikern (dominiert von
den Kraftwerk-Gründern Florian
Schneider und Ralf Hütter), die ihr
Schaffen immer über ihre Person
stellten. Sie verzichteten nicht nur
auf jegliches Rockbandgestentum,
sondern auch auf bandtypische
Gilt als obercool: die Band Kraftwerk.
FOTO: SANDRO CAMPARDO/DPA
Selbstdarstellung, was wiederum
das Image ihrer Außergewöhnlichkeit zusätzlich pushte.
Wenn der britische Musikautor
und Art-of-Noise-Produzent Paul
Morley die Düsseldorfer Band in der
Bedeutung höher als die Beatles ein-
stuft, weil sie eine bis heute dauernde, viel größere Breitenwirkung auf
Musiker hätte, von Avantgarde über
Pop bis Dub Step, ist das einerseits
gewagt. Die (simple) Genialität der
Beatles-Songs, geboren aus einer
Jungsband, die den Popband-Urknall
auslöste, war revolutionär und
wirkt bis heute fort. Richtig ist jedoch, dass Kraftwerk in ihrer visionären Ausstrahlung fast unerreicht
sind. Sie brachten nicht den Zeitgeist auf den Punkt wie Elvis oder
die Stones, sondern sie sahen ihn voraus und machten ihn quasi vorab
hörbar. Die technisierte, digital kontrollierte Welt, in der sich der einzelne Mensch als Teilchen in der Masse
bewegt – auf der Autobahn oder in
der Computerwelt –, oft mit dem Gefühl, nicht anhalten zu können oder
zu wollen. Die Philosophie von
Kraftwerk war immer: Der Sound
bestimmt das Bewusstsein für die
Musik. Und die Emotionalität. Emotionale Maschinenmusik/Elektronikmusik – das ging, weil die steril
anmutenden, metallischen Klänge
und Synthitöne auf eingängigen
Melodienfetzen lagen. Sie sind die
entscheidende Verknüpfung in der
Musik, die ansonsten so klingt, als
wäre sie nach einem Ingenieursplan
zusammengebaut. Weil das in seiner Abstraktion und Reduziertheit
nicht zuletzt für Ausländer eine sehr
deutsche Anmutung hat (und auch
noch deutsch besungen wurde), reüssierten Kraftwerk im Ausland sogar noch mehr als zu Hause.
Die öffentliche Verliebtheit von
David Bowie in das Album „Autobahn“ hatte 1974 dafür gesorgt, dass
Kraftwerk überhaupt auf dem
Schirm der englischen Presse landete. Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa wiederum sorgte 1982 für einen
Popularitätsschub in der schwarzen
Community, als er Beats aus „Trans
Europa Express“ in seine Musik einbaute. Fortan galten die kühlen
Deutschen als obercool.
Das Schwärmen von Kraftwerk
ist inzwischen eine weltumspannende Übung.
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
I
ch glaube, er hat auch was mit
der neuen auberge zu tun, die
vor kurzem eröffnet wurde.
Was Lemontin an Informationen
zusammengetragen hat, steht in einer Akte, die ich zu Hause habe. Ich
werde noch ein paar Gespräche führen und dann unserem Bürgermeister einen Bericht vorlegen.“
„Graf Vexin. Der Name sagt mir
was“, dachte Isabelle laut. „Weißt du
mehr über ihn?“
„Nur dass er mit einem Hubschrauber reist, offenbar sehr vermögend ist und ziemlich gut aussieht.“
„Also ganz mein Typ“, sagte Isabelle.
„Was meinen Sie, Jean-Jacques?
Wäre das was für Sie?“
„Klingt eher nach einer zivilrechtlichen Sache. Außerdem habe
ich mit meinen Fällen genug zu
tun“, entgegnete er. „Wir sind gleich
in Saint-Denis. Sagen Sie mir, Bruno,
wohin soll ich fahren?“
Sie machten auf Pamelas Anwesen halt, um Hector zu begrüßen
Dienstag, 6. Januar 2015
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 72
und Balzac zu holen, der in Hectors
Box geschlafen hatte. Der Welpe
schien sich über das Wiedersehen
mit Isabelle zu freuen und kuschelte
sich in ihren Schoß, als sie auf Nebenstraßen am Friedhof vorbei zu
Brunos Haus fuhren.
Dort ließ Bruno Jean-Jacques und
Isabelle am Terrassentisch in der
GEWINNSPIEL
Sonne Platz nehmen und Balzac sein
neues Zuhause erkunden.
Aus der Küche holte er sich ein
kleines Messer und eine Schüssel,
um sich um das Mittagessen zu
kümmern. Warum Pamela so versessen darauf war, Löwenzahn zu jäten,
hatte er nie so recht verstanden.
Vielleicht war es ein britischer
Spleen. Er fand es jedenfalls ebenso
kauzig wie die Vorliebe für die Königsfamilie und warmes Bier. In
Frankreich schätzte man die jungen
Blätter im Salat. Bruno ging sogar
noch weiter. Er suchte nach den kleinen grünen Knospen, bis er zwei
Dutzend zusammenhatte, und
schnitt dann noch ein wenig frische
Petersilie dazu.
Damit kehrte er in die Küche zurück, schälte Knoblauch und den
Spargel. Froh darüber, Freunde zu
Gast zu haben, summte er vor sich
hin und schnitt ein paar Scheiben
von dem geräucherten Schinken ab,
der an einem Sparren von der Decke
hing. Er setzte Wasser auf, um den
Spargel und die kleinen neuen Kartoffeln zu kochen, schlug ein Dutzend Eier in eine Schüssel, nahm Geschirr und Gläser und deckte draußen den Tisch, wo sich Isabelle und
Jean-Jacques über Politik unterhielten.
Er strich eine großzügige Portion
Butter in die große Bratpfanne, drehte die Flamme darunter auf, öffnete
eine Flasche Bergerac Sec und brachte sie mit einem frischen Baguette
und einer Flasche Mineralwasser
nach draußen auf den Tisch.
Zurück in der Küche gab er ein
paar gequetschte Knoblauchzehen
und die kleinen boutons de pissenlit,
die Löwenzahnknospen, in die siedende Butter und machte sich mit
einer großen Gabel daran, die Eier zu
verrühren. Er würzte sie mit Salz
und Pfeffer, und als er sich davon
überzeugt hatte, dass die Knospen
inzwischen weich genug waren,
schüttete er die Eier darüber. Die
Spargelstangen stellte er in einen
hohen Spezialtopf, den er auf einem
Trödelmarkt erstanden hatte. Anschließend widmete er sich wieder
seinem Omelett.
„Kann ich helfen?“, fragte Isabelle, die in die Küche gekommen war,
gefolgt von Balzac, der sich neugierig umschaute und mit hocherhobener Schnauze die für ihn neuen, reizvollen Düfte aufnahm.
7
1
3
4
8
6
5
9
2
5
6
8
4
2
1
7
9
3
LÖSUNGEN
Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen
24 Uhr. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Glück!
jeden Tag 25 Euro
Wenn Sie das Lösungswort herausgefunden haben, rufen Sie einfach an unter
GEWINNER VOM 02.01.2015:
S. Jähn, Eppendorf
0 13 78 / 22 27 23
Nennen Sie die Lösung und ihre Adresse. Teilnahmeschluss ist heute um
1
2
3
GEWINN-HOTLINE:
0 13 78 / 22 27 23 (0,50 €/Anruf aus dem deutschen Festnetz, mobil deutlich teurer)
4
5
6
7
8
9
amerik.
Luft der kurz für: Zeichen RekordLungen an das für Neon sprinter
(Jesse) †
Abk.:
Weltmeisterschaft
6
9
5
8
3
1
4
7
2
8
3
7
5
2
4
9
1
6
1
4
2
7
9
6
3
8
5
3
1
6
4
8
9
5
2
7
4
5
9
1
7
2
6
3
8
2
7
8
6
5
3
1
4
9
7
6
1
2
4
5
8
9
3
Entwicklungsverlauf
gleichgültig
(das ist
mir ...)
2
8
9
6
4
5
1
7
3
9
8
4
3
6
7
2
5
1
Sudoku leicht
10
11
12
russ.
Dirigent
(Jewgeni)
† 2002
Getreidereiniger
5
3
7
8
9
1
4
2
6
1
4
6
2
3
7
9
5
8
6
9
8
5
1
2
7
3
4
4
2
5
3
7
9
6
8
1
9
7
2
1
6
3
8
4
5
8
5
1
7
2
4
3
6
9
3
6
4
9
5
8
2
1
7
3
7
5
1
9
8
6
4
2
Sudoku mittel
9
8
6
2
4
7
1
3
5
4
2
1
3
6
5
9
8
7
7
1
9
6
5
3
4
2
8
6
4
3
8
7
2
5
1
9
8
5
2
9
1
4
3
7
6
2
9
4
7
3
6
8
5
1
1
3
7
5
8
9
2
6
4
Sudoku schwer
Auszeichnung,
Medaille
Initialen
Einsteins
† 1955
Staat in
Mitteleuropa
österr.:
Rahm
große
Sorgen
9
erbitterter
Gegner
Teilnehmer an
Technopartys
asiatischer
Halbesel
affektiert
mit einer
Hand
geführtes
Ruder
Offerte;
Warenauswahl
wunschlos
glücklich
Zeitmessgerät
in der
Küche
platzieren
nordspan.
Hafenstadt
Bodenvertiefung
Leibbürge
Stimmlage
Lebensabend
vollendet
schlechte Angewohnheit
Schiffsfahrer,
Matrose
im Pendelverkehr
einges.
Fahrzeug
Außerirdischer
(engl.)
Zauberer,
Schwarzkünstler
Weite,
Fremde
kleines
Raubtier
schleiffähiger
Kalkstein
Epoche
6
Apostel
Kfz-Z.
des
Nordens Tansania
† 865
Polargewässer
Schokoladengetränk
Schräglage,
Neigung
ältester
oder sehr
früher
Vorfahr
Abk.:
Local
Area
Network
Heiligenbild
der Ostkirchen
11
Name
sächs. dt.
Könige
im MA.
7
2
4
3
4
6
1
7
2
8
3
4
6
3
7
5
5
5
7
2
4
7
8
1
3
6
4
8
7
4
6
3
2
5
6
7
3
8
4
2
1
1
7
5
7
2
6
4
3
7
3
1
1
1
5
2
4
®
Abk.: gegebenenfalls
5
6 9
4
1
4 2 7
4
2 6
5
6
5
3 9
2
1 5 8
8
4
7
6 9
7
5
8
3
A
M
G
S A
T I ON KAT ER BALD
A R DWA R E L A B E L A T
RRE E AS S EN RUHM
ERNEUT KAR I TAS
NN D TR I T T C L D
A GECKO R CHAMAE
HERN O S I NATRA U
I
I
O
SC
SPAAK N
T ES T LAUF E LOBE L I E
S T I L D SEM I NAR S
P B RAYON N M KAT
ZUSEHEN N S I EBT E L
I
I SRAE L I
M I T
L
F
AME T HY S T M
SCHR
I
SPREE E OE L TUCH E
L R ER I NNYE H SC
DROGER I E D R BUECH
I NUK N M I N I BAR H
G E K I NE T I K S MA T
SEE TANG D E KEGE L
E LBE U VORT E I L U
S E T L I CHE N DT L
E T SCH S E ANDREA
DE O PAT I NA EURO
D I L L I NGEN RAPPE L
ANNE GE L EGE PARA
7
s2227.8-28
(1-12) Puppenkueche
T
RANK
OM E
EBEN
H G
RAMA
L EON
RNS
HOT T
I
S
BOT E
A LOG
S M
R I S T
ANKE
S R
HE LM
ERE I
FAS T
E T EE
9
2
5
Auflösung vom 05.01.2015:
AC
H
KA
R
I
T
E
zu vorgerückter
Stunde
Windrichtung
anbaufähig
ugs.:
Schund,
dummes
Zeug
entsprechend,
ähnlich
Teig bearbeiten
Blattvorderseite
8
Benzinbehälter
im Auto
Funksenderaum
Biol.:
Sauerstoff
benötigend
weibl.
Schwein
Segelbaum
Neckerei
deutsches
Mittelgebirge
Einrichtung für
Bankkunden
8
Schwierigkeit: mittel
unser
Planet
Rücksendung
an den
Verkäufer
Funktionsleiste
(EDV)
Augenblick
nord.
Göttergeschlecht
amerik.
Maler
(Edward)
† 1967
Wassersportler
zweckbestimmtes
Verhalten
wetterfeste
Windjacke
Wassersportfahrzeug
5
7
Kf.: Katalysator
Schweifstern
Nadelbaum
Bewohner des
alten
Mexikos
Ausdruck,
Äußerung
(Mz.)
Wildpfleger
Teil
eines
Theaterstückes
ind.
Unionsstaat
eh. span.
Statthalter in den
Niederl.
2
„Mutter
der
Armen“
† 1997
Abk.:
Rückseite
Kehrgerät
Textilbetrieb
Luft
holen
3
Frauengestalt
aus „Don
Carlos“
Abstammung,
Geschlecht
Hauptstadt
von
Aargau
6
3
Engherzigkeit,
Knauserei
1
6
Die Zahlen von 1 bis 9 sind so einzutragen, dass sich jede dieser neun
Zahlen nur einmal in einem Neunerblock, nur einmal auf der Horizontalen und nur einmal auf der Vertikalen befindet.
Getreidegericht
umhertollen
Greifvogel
Lehre
vom
Schall
4
4
SUDOKU
NWamerik.
Inselbewohner
in die
Höhe
bewegen
Es müssen Kästchen so eingeschwärzt werden, dass in keiner Zeile
und keiner Spalte eine Zahl doppelt vorkommt. Dabei dürfen sich
schwarze Kästchen nicht waagerecht oder senkrecht berühren, sondern nur diagonal. Einzelne Zahlen oder Zahlenreihen dürfen nicht
so von geschwärzten Kästchen umgeben sein, dass sie dadurch vom
Rest des Zahlenfeldes abgetrennt sind.
Gottesleugner
Krankheitsheuchler
Woge
Datensichtgerät,
Endgerät
durchsichtiger
Farbüberzug
ital.:
„die
Schöne“
Herbstblume
Fluidum,
Atmosphäre
(franz.)
Zentrum
10
Sitzstreik
(amerik.)
Bewegungsform
Fangvorrichtung
förmliche
Anrede
vollendet,
vollkommen
Leipziger
Organist
(18981956)
Revue
farbig,
vielseitig
Paradiesgarten
Zuchtstier
5
Verbrechergruppe
Essgerät
Abscheu
empfinden
waidm.:
Maul
des Rotwildes
Posse,
Burleske
Eichhörnchennest
rein;
ungetrübt
2
Gebäudeerweiterung
Lederpeitsche
frz. Komponist u.
Organist
† 1733
Brot-,
Käseform
Hochherzigkeit
Kohl,
Gemüse
Kfz-Z.
Haldensleben
Nebenfluss der
Saale
Hymne
sportl.
Jacke
mit Bund
(frz.)
US-Schauspieler †
Kf. einer
Buchnummer
12
einer
der drei
Musketiere
dritte
Sinfonie Schluss
Beethovens
mit Säure oder
Lauge bearbeiten
DIESES BUCH gibt es in allen Geschäftsstellen
und im Online-Shop der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
HITORI
5
2
3
9
1
8
7
6
4
LÖSUNGSWORT:
Stadt
im Iran
„Es ist so schön, wieder hier zu
sein und dir beim Kochen zuzusehen. Und dass draußen die Sonne
scheint und ein Hund zwischen unseren Füßen herumspringt, macht’s
noch schöner. Es ist so wie im letzten Sommer.“
Bruno lächelte ihr kurz zu und
klappte das Omelett zusammen. Der
Sommer des vergangenen Jahres
war die Zeit ihrer unbeschwerten,
stürmischen Liebesaffäre gewesen,
die zu Ende ging, weil Isabelle beschlossen hatte, nach Paris zu ziehen, um sich weiter um ihre Karriere zu kümmern. Bruno war sich immer noch nicht im Klaren darüber,
ob er einen klaren Trennungsschnitt machen oder doch lieber an
der Aussicht auf sporadische Wochenendbegegnungen festhalten
wollte, die zwar immer wieder prickelnd, aber letztlich frustrierend
Fortsetzung folgt
waren.
4
3
8
1
1
9
4
6
8
9
8
5
8
7
1
8
9
7
Schwierigkeit: schwer
4
3
6
FERNSEHEN & RADIO
Dienstag, 6. Januar 2015
IM RADIO
HÖRSPIEL
Freie Presse
Willkommen zu Hause, Mr. Bond
Tanz auf dem Trapez Bond ist angekommen in
und im Leben
der Moderne – und doch
A3
Disneyland
im
Wüstensand
öffentlicht, womit das Leben der im
Untergrund agierenden Spione
nichts mehr wert ist.
Silva will aber vor allem Rache an
„Mommy“ M (Judy Dench) nehmen.
Als gefallener Engel, als ehemaliger
MI6-Agent will er seine frühere Chefin bis aufs Letzte entblößen. Er
führt sie vor, hackt sich in die Computer des Geheimdienstes und lässt
Chaos über London einbrechen. Gekonnt setzt Bardem die Tradition
ziemlich irrsinniger Schurken in
007-Filmen fort. Überdreht, besessen, brutal, aber eben auch charismatisch und in gewisser Hinsicht
sogar sympathisch tritt er, blond perückt, auf. Er treibt seine Figur an die
Grenze zum Absurden, überschreitet sie jedoch nicht.
Bond nimmt ihn denn auch äußerst ernst. Zieht er sich zu Beginn
noch aus seinem Agentenleben zurück, kommt er durch die Bedrohung Silvas wieder zurück. Er muss
es, das ist sein Leben. Er muss „seine“
M beschützen – und geht dabei auf
eine fast schon spirituelle Reise in
die eigene Vergangenheit.
Daniel Craig lieferte mit „Skyfall“
seine bisher beste, weil charakterstärkste Leistung in der traditionsreichen Rolle ab. Dieser 007 ist meistens todernst, zielorientiert und vor
allem schweigsam wie nie zuvor.
Dies, verbunden mit einer kraftvollen Bildsprache, verleiht seiner Figur einer Form von Macht und Bedrohlichkeit, wie man sie allenfalls
bei Sean Connery und später bei Timothy Dalton sah.
„Skyfall“ erzählt viel Relevantes
für die Entwicklung von Bond, sowohl was das Gestern als auch das
Morgen betrifft. Die Figur Bond, so
zeigt sich, ist der, der er ist, nicht nur
aufgrund seiner tragischen Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht.
Die Grundlage für eine fruchtbare
Zukunft der Reihe ist gelegt – und
Daniel Craig hat bereits für zwei
weitere Filme unterschrieben. Die
Dreharbeiten für den 24. Bond-Film,
in dem Christoph Waltz den Schurken spielt, haben Anfang Dezember
begonnen. Léa Seydoux wird das
nächste Bond-Girl sein, Regie führt
Sam Mendes. „Spectre“ wird am
29. Oktober 2015 in die deutschen
Kinos kommen. (tsch)
ZDF
MDR
RTL
ARTE
3 SAT
5.10 Brisant 5.30 ZDF-Morgenmagazin
9.05 Rote Rosen 9.55 Sturm der Liebe
10.45 Um Himmels Willen 11.35 Nashorn,
Zebra & Co. 12.00 Tagesschau 12.15 ARDBuffet. Magazin. U.a.: Hallo Buffet: SpamMails und Trojaner 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen
15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe
5.15 Das Winterwunderland 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.05 Volle Kanne – Service
täglich. U.a.: Top-Thema: Gebrauchte Handys verkaufen 10.30 Die Rosenheim-Cops
11.15 SOKO Wismar 12.00 heute 12.10
drehscheibe 13.00 ZDF-Mittagsmagazin
14.00 heute 14.10 Lafer!Lichter!Lecker!
14.50 Ein guter Grund zu feiern. Reportage
5.50 Sehen statt Hören 6.20 LexiTV – Wissen für alle 7.20 Rote Rosen 8.10 Sturm
der Liebe 9.00 Brisant 9.45 Mach dich
ran! 10.10 Giraffe & Co. 11.00 MDR um elf
11.50 In aller Freundschaft 12.40 Lady
Musketier – Alle für eine (2/2). TV-Abenteuerfilm, D/USA/KRO 2004 14.00 MDR
um zwei 15.00 LexiTV – Wissen für alle
5.35 Explosiv – Das Magazin 6.00 Guten
Morgen Deutschland. Moderation: Wolfram Kons, Angela Finger-Erben 8.30 Gute
Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Unter uns
9.30 Betrugsfälle 10.00 Die Trovatos –
Detektive decken auf 11.00 Die Trovatos –
Detektive decken auf 12.00 Punkt 12 – Das
RTL-Mittagsjournal 14.00 Verdachtsfälle
19.10 ARTE Journal 19.30 Wilde Inseln
20.15 Das letzte Eldorado. Krieg um die
Arktis 21.45 Alte Freunde – neue Feinde
(VPS 21.40). Was unsere Kinder chronisch
krank macht 23.10 Gespräch mit Tim Niehues 23.20 Ishiwara Kanji – Der General, der
Japan in den Zweiten Weltkrieg führte (VPS
23.15). Dokumentarfilm, F 2012 0.45 Gewalt
und Leidenschaft. Melodram, I/F 1974
16.10 Ringstraßenpalais (3/3) (VPS 16.15)
17.40 Universum 18.30 nano 19.00 heute
19.20 Kulturzeit 20.00 Tagesschau 20.15
Der talentierte Mr. Ripley. Thriller, USA
1999 22.25 Jack in Love. Komödie, USA
2010 23.50 10vor10 (VPS 21.50 ) 0.15
Kama Sutra. Liebesdrama, GB/IND/
USA/D/J 1996 2.05 The Boss Of It All.
Komödie, DK/S/ISL/I/F/N/FIN/D/E 2006
16.00 Tagesschau
16.10 Panda, Gorilla & Co.
17.00 Tagesschau
17.15 Brisant
18.00 Verbotene Liebe Daily Soap
18.50 Heiter bis tödlich – Morden im
Norden Ausgekocht. Krimiserie
19.45 Wissen vor acht – Mensch
Was ist dran am Eiweißbrot?
19.50 Wetter vor acht
19.55 Börse vor acht
15.00 Sport extra. Ski alpin: Weltcup,
Slalom Herren, 1. Lauf / ca. 15.45
Langlauf: Weltcup, Tour de Ski, 3.
Etappe, Sprint / ca. 16.10
Skispringen: Vierschanzentournee,
aus Bischofshofen (A) / ca. 18.40
Ski alpin: Weltcup, Slalom Herren,
2. Lauf, aus Zagreb (KRO). Live
19.00 heute
19.25 Die Rosenheim-Cops
Tod auf der Walz. Krimiserie
16.00 MDR um vier
Neues von hier
17.45 Aktuell
18.10 Brisant Infomagazin
18.54 Unser Sandmännchen
Lola Langohr: „Wie alles begann”
19.00 SachsenSpiegel
Regionalmagazin
19.30 Aktuell
19.50 Einfach genial
Das MDR-Erfindermagazin
17.00 Berlin Models – Unser Leben,
unser Traum Soap
17.30 Unter uns Daily Soap
18.00 Explosiv – Das Magazin
Moderation: Nazan Eckes
18.30 Exclusiv – Das Star-Magazin
Moderation: Frauke Ludowig
18.45 RTL Aktuell
19.05 Alles was zählt Daily Soap
19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Daily Soap
NDR
WDR
20.00 Tagesschau
20.15 Um Himmels Willen Schwein
gehabt. Unterhaltungsserie
21.00 In aller Freundschaft Zwei Leben
21.45 Donna Leon – Venezianisches
Finale TV-Kriminalfilm, D 2003
Mit Uwe Kockisch, Julia Jäger u.a.
Regie: Sigi Rothemund
23.10 Tagesthemen
23.40 Tannöd Drama, D 2009. Mit Julia
Jentsch u.a. Regie: Bettina Oberli
20.15 James Bond 007 – Skyfall
Agentenfilm, GB/USA 2012. Mit
Daniel Craig, Javier Bardem u.a.
Regie: Sam Mendes
22.25 heute-journal
22.55 Wüstenträume Dubai –
Das Übermorgenland
23.40 James Bond 007 – Skyfall
Agentenfilm, GB/USA 2012. Mit
Daniel Craig, Javier Bardem u.a.
Regie: Sam Mendes
20.15 Umschau Wie Arbeitgeber
den Mindestlohn umgehen
20.45 Der Osten Entdecke wo du lebst
Himmelszauber aus Uftrungen
21.15 Geschichte Mitteldeutschlands
U.a.: Neues Format!: Zeitreise2go
21.45 Aktuell
22.05 Bei Nacht und Nebel –
Ein Dorf flieht in den Westen
22.50 Polizeiruf 110 Der Fall
Preibisch. TV-Krimireihe, D 1991
20.15 Bones – Die Knochenjägerin
Phönix in der Asche. Ein totgeglaubter Sammler von Artefakten
erscheint quicklebendig auf seiner
eigenen Beerdigung. Das Team
muss nun herausfinden, wessen
Asche sich in der Urne befindet.
21.15 Bones – Die Knochenjägerin Zum
Schluss fängt alles an. Krimiserie
22.15 CSI: Vegas Teufelsbrut. Krimiserie
23.10 CSI: Vegas Nachspielzeit
18.15 NaturNah (VPS 18.14) 18.45 DAS!
19.30 Hallo Niedersachsen 20.00 Tagesschau 20.15 Heinz Erhardt ist Kult! Der
große Humorist und sein Erbe. Dokumentarfilm, D 2013 21.45 NDR//Aktuell 22.00
Heinz Erhardt – Geld sofort. Komödie, D
1958 22.35 Geld sofort – die Geschichte
zum Film 22.45 Tatort. Stille Wasser. TVKriminalfilm, D 2011 0.15 Polizeiruf 110.
Wolfsmilch. TV-Kriminalfilm, D 2008
18.05 Hier und Heute 18.20 Servicezeit
18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit
20.00 Tagesschau 20.15 Abenteuer Erde
21.00 Quarks & Caspers: Hormone – 7 Dinge, die Sie wissen sollten 21.45 WDR aktuell
22.00 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs: Die Heimat 22.45 14 – Tagebücher
des Ersten Weltkriegs: Die Entscheidung
(4/4) 23.30 An einem klaren Tag. Drama, GB
2005 1.05 Domian 2.00 Lokalzeit aus Köln
RBB
KIKA
14.15 Planet Wissen 15.15 Die Champagne – Eine Reise für die Sinne 16.05 lecker
(h)essen – der fröhlich freche Kochwettkampf 16.50 kurz vor 5 17.05 Giraffe, Erdmännchen & Co. 18.00 rbb um sechs – Das
Ländermagazin 18.30 zibb 19.30 Regional
20.00 Tagesschau 20.15 Worldwide Berlin
(1/2) 21.45 rbb aktuell 22.15 Thadeusz 22.45
Worldwide Berlin (2/2) 0.15 In Berlin. Dokufilm, D 2009 1.50 Berliner Abendschau
13.40 Die Pfefferkörner 14.10 Schloss
Einstein – Erfurt 15.00 Sadie J 15.25 Horseland, die Pferderanch 15.50 Hexe Lilli
16.20 Garfield 16.50 Pound Puppies – Der
Pfotenclub 17.10 Die Wilden Kerle 17.35
Peter Pan – Neue Abenteuer 18.00 Pettersson und Findus 18.15 Mouk, der Weltreisebär 18.40 Weißt Du eigentlich, wie
lieb ich dich hab? – Die Abenteuer des kleinen Hasen 18.50 Unser Sandmännchen
Solveig will Trapezartistin werden. Sie besucht eine Zirkusschule in Bristol, Großbritannien. Da sie noch keine Wohnung hat,
zieht sie in ein Haus für Obdachlose
ein. Während sie um Choreografien
und die richtige Anzahl Klimmzüge
für die Auftrittsreife ringt, entfaltet
sich für sie in dem Hörspiel „Wir fallen nicht“ von Dunja Arnaszus ein
Chaos aus Kunst und Körperlichkeit, aus Liebe und Nichtliebe, Geldnot und Versagensängsten. (fp)
DLF 20.10 UHR
tief verwurzelt in der
Tradition der Kinoreihe.
Ein Film, der 007-Fans
glücklich machte.
VON KAI-OLIVER DERKS
Das erste
Abonnementkonzert überhaupt?
London, Carlisle House, 23. Januar
1765. Die Erfinder: zwei zugereiste
Musiker aus Sachsen, Karl Friedrich
Abel (1723–1787) und Johann Christian Bach (1735–1782). Letzterer, der
jüngste Bach-Sohn, kam 1762 in die
Stadt, drei Jahre zuvor hatte Abel
Wohnsitz in London genommen.
17 Jahre lang waren die Londoner
Bach-Abel Concerts der Hit. Bald
musste man umziehen nach Almack’s Great Room in der King
Street und zehn Jahre nach der
Gründung sogar ein eigenes Konzerthaus errichten, wie Georg Beck
in seinem Feature berichtet. (fp)
Mit „Skyfall“ (2012) gelang Regisseur Sam Mendes („American Beauty“) nicht weniger als die
Rettung der populärsten und erfolgreichsten Filmreihe vor ihrem Untergang. Der 23. Bond-Film ist der
beste Craig-Bond bisher. Er ist modern und traditionell zugleich:
21. Jahrhundert und doch tief verwurzelt in der Tradition der Agentenreihe. Nun zeigt das ZDF den
Film in einer Free-TV-Premiere.
Es ist keine große Organisation,
mit der sich James Bond (Daniel
Craig) in „Skyfall“ auseinandersetzen muss. Streng genommen, ist es
nur eine einzige Person, die durch
ein paar namen- und wortlose
Schergen unterstützt wird. Ihr Motiv ist simpel: Rache. Javier Bardem
spielt diesen Raoul Silva, der sich
zum Ziel gesetzt hat, den britischen
Geheimdienst MI6 zu zerstören,
und das in gewisser Hinsicht auch
tut. Er ist im Besitz einer Liste mit
vertraulichen Daten über Agenten
in aller Welt, die er schrittweise ver-
ARD
ALTE MUSIK
Die Erfindung
des Abonnements
D-RADIO KULTUR 22 UHR
1.10 Tagesschau
1.20 Giulias Verschwinden Komödie,
CH 2009. Mit Corinna Harfouch u.a.
2.50 Donna Leon – Venezianisches
Finale TV-Kriminalfilm, D 2003
4.15 Deutschlandbilder
ZDF 20.15 UHR
2.00 Captivity – Tödliches Spiel
Thriller, USA/RUS 2007. Mit Elisha
Cuthbert u.a. Regie: Roland Joffé
3.25 Wüstenträume
4.10 Die Rosenheim-Cops
4.55 drehscheibe
Bonds (Daniel Craig) Aston Martin ist zurück – und er besitzt noch immer auFOTO: FRANCOIS DUHAMEL/ZDF
ßergewöhnliche Fähigkeiten.
0.05 Es steht der Wald so schweigend
TV-Drama, DDR 1985. Mit Henry
Hübchen u.a. Regie: W. Hübner
1.30 Kalter Engel Kriminalfilm, DDR
1986. Mit Hans Teuscher u.a.
3.00 Umschau MDR-Magazin
0.00 RTL Nachtjournal
0.30 Bones – Die Knochenjägerin
1.25 CSI: Vegas
2.15 CSI: Vegas
3.10 RTL Nachtjournal
3.40 Exclusiv – Das Star-Magazin
Voller Gegensätze –
eine Doku über Dubai
Die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihren Glitzerstädten Dubai und Abu Dhabi haben auf
der Halbinsel eine recht komfortable Wohlfühl-Lage. Der Norden, dort,
wo im Irak und in Syrien im Namen
Allahs hemmungslos gemordet
wird, ist weit entfernt. Als praktischer Puffer liegen das große SaudiArabien und der Persische Golf zwischen unendlichem Leid und unfassbarem Luxus. Der erste Film der
Schwerpunktreihe „Wüstenträume“
ist eine schillernde Doku, die sich
zwischen den Gegensätzen bewegt
und mit beeindruckenden Bildern
und Begegnungen versucht, dem
Zuschauer das „Übermorgenland“
näherzubringen. Dietmar Ossenberg porträtiert die größte Stadt der
Emirate: Dubai. Mit seinen Prunkbauten wie dem Burj al Khalifa, dem
höchsten Gebäude der Welt, oder einer Skihalle gilt Dubai Kritikern als
eine Art Disneyland in Wüstenumgebung. Ossenberg nennt es „Übermorgenland“, in das Geschäftsleute
aus dem Irak, aus Syrien, aus Libyen
kofferweise investieren.
Im zweiten Film der „Wüstenträume“ im ZDF reist Gert Anhalt
am 8. Januar, 22.15 Uhr durch das
„Reich des Sultans“, den Oman.
(tsch)
ZDF 22.55 UHR
SAT 1
PRO 7
RTL 2
BR
KABEL 1
VOX
5.30 SAT.1-Frühstücksfernsehen. Aktuelle
Information, entspannter Talk, kontroverse Diskussionen, Service, Prominente und
viel gute Laune. Moderation: Matthias Killing, Alina Merkau 10.00 Auf Streife 11.00
Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter
Alexander Hold 13.00 Richter Alexander
Hold 14.00 Auf Streife 15.00 Im Namen
der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie!
6.20 Two and a Half Men 6.50 Two and a
Half Men 7.20 Mike & Molly 7.45 Mike &
Molly 8.15 How I Met Your Mother 9.40
The Big Bang Theory 10.05 The Big Bang
Theory 11.00 Mike & Molly 11.50 Two and
a Half Men 12.15 Two and a Half Men 13.10
2 Broke Girls 13.40 New Girl 14.10 The Big
Bang Theory 14.35 The Big Bang Theory
15.30 How I Met Your Mother. Sitcom
5.40 Grip – Das Motormagazin 6.20 Die
Schnäppchenhäuser – Der Traum vom Eigenheim: Wir ziehen ein 7.05 Die Kochprofis – Einsatz am Herd 8.05 Die Kochprofis – Einsatz am Herd 9.05 Frauentausch
11.05 Family Stories 12.05 Köln 50667
13.05 Berlin – Tag & Nacht 14.05 Hilf mir!
Jung, pleite, verzweifelt... 15.05 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller
8.50 Der kleine Rabe Socke (VPS 8.45).
Animationsfilm, D 2012 10.00 Katholischer Gottesdienst zum Dreikönigsfest
11.00 Zeit und Ewigkeit 11.15 Stolperstein
11.45 BR-KLASSIK: Der Pianist Menahem
Pressler 12.35 Die Hochzeit meiner
Schwester. TV-Komödie, D/A 2014 14.05
Kindermädchen für Papa gesucht. Komödie, D 1957 15.30 Welt der Tiere. Dokureihe
12.00 Numb3rs 12.55 Cold Case 13.55 Ghost
Whisperer 14.50 The Mentalist 16.00 Castle
17.00 Mein Lokal, Dein Lokal – Wo
schmeckt’s am besten? 18.00 handeln, bieten, kaufen – Wünsche werden bar 19.00
Achtung Kontrolle! Einsatz für die Ordnungshüter 20.15 Rosins Restaurants –
mein Jahr 2014 22.20 Abenteuer Leben spezial 23.30 Abenteuer Leben 1.25 K1 Reportage spezial 3.00 Abenteuer Leben spezial
11.55 Shopping Queen 13.00 Verklag mich
doch! 13.55 Verklag mich doch! 15.00
Shopping Queen 16.00 4 Hochzeiten und
eine Traumreise 17.00 Mein himmlisches
Hotel 18.00 Mieten, kaufen, wohnen
19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Die tierischen 10 (1/8) 21.15
Die tierischen 10 22.15 Liebe und andere
Dramen (1/4) 23.15 Die Küchenchefs 0.15
vox nachrichten 0.35 Motive (1/13)
16.00 Anwälte im Einsatz
17.00 Mein dunkles Geheimnis
Doku-Soap. Der rollende Rolf
17.30 Schicksale – und plötzlich ist
alles anders Indien mon amour
18.00 In Gefahr – Ein verhängnisvoller
Moment Doku-Soap
Tim – Tödlicher One Night Stand
19.00 Navy CIS Legende (2). Krimiserie
Mit Mark Harmon, Michael
Weatherly, David McCallum
19.55 SAT.1 Nachrichten
16.00 How I Met Your Mother
Die Super-Nanny. Comedyserie
16.30 How I Met Your Mother
Wer möchte Pate werden?
Comedyserie. Mit Josh Radnor
17.00 taff
18.00 Newstime
18.10 Die Simpsons Whiskey
Businesssons. Zeichentrickserie
18.40 Die Simpsons Der fabelhafte Faker
Boy. Zeichentrickserie
19.05 Galileo Hochhaus der Armen
16.05 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt
im Keller Egal ob Vater Ullrich
(58), Mutter Marlies (53) oder
Nesthäkchen Laura (25) – alle
haben einen Hang zum Sammeln.
Sohn Mirco (28) reicht es. Er zieht
die Reißleine und ruft den RTL
II-Trödeltrupp zur Hilfe.
17.00 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie!
18.00 Köln 50667
19.00 Berlin – Tag & Nacht
16.00 bergheimat Ernst Heckelmann
und seine fernen Gipfel
16.45 Rundschau
17.00 Schlemmerreise um die Welt
17.30 Stadtspaziergänge Die BRKorrespondenten unterwegs
18.00 Schöne Oberpfalz Regensburg
und das Regensburger Land
18.45 Rundschau
19.00 Gernstl in Israel (2/2)
19.45 Stofferl Wells Bayern
Strawanzen in Wasserburg
HR
TELE 5
20.15 Männerherzen... und die ganz
ganz große Liebe Komödie, D
2011. Mit Til Schweiger, Christian
Ulmen, Nadja Uhl u.a. Herzensangelegenheiten sind verzwickt.
Das wissen Jerome, Niklas, Phillipp
und Günther nur zu gut.
22.30 20 Jahre akte: Das große
Spezial mit Joko und Klaas
23.35 24 Stunden Einsatz für vier
Pfoten – Dr. Nieburg macht’s mobil
20.15 Two and a Half Men
Stur, zwanghaft und unflexibel
20.45 Two and a Half Men
Der Sockengolf-Champion
21.15 Two and a Half Men Ich bin eine
Aztekenpriesterin. Comedyserie
21.45 Two and a Half Men
Donuts im Stau. Comedyserie
22.15 The Big Bang Theory Der sicherste
Ort der Welt / Noch so ein Weichei
23.10 TV total
20.00 RTL II News
20.15 Zuhause im Glück – Unser Einzug
in ein neues Leben Das Leben
von Martina, Patrizio und ihren
Kindern ändert sich schlagartig, als
Nesthäckchen Mariano erkrankt.
Die Familie ist völlig verzweifelt.
22.10 Bauexperte im Einsatz –
Dem Pfusch auf der Spur
23.05 Game Of Thrones – Das Lied von
Eis und Feuer Feuer und Blut
20.15 Drei Männer im Schnee
Komödie, A 1955. Mit Paul Dahlke
u.a. Regie: Kurt Hoffmann
21.45 Rundschau-Magazin
22.00 Der Schut Abenteuerfilm, D/F/I/
JUG 1964. Mit Lex Barker u.a.
Regie: Robert Siodmak
23.50 Sherlock Holmes und das
Halsband des Todes Kriminalfilm, F/I/D 1962. Mit Christopher
Lee u.a. Regie: Terence Fisher
17.00 hallo hessen 17.50 hessenschau
kompakt 18.00 maintower 18.20 Brisant
18.50 service: reisen 19.15 alle wetter!
19.30 hessenschau 20.00 Tagesschau
20.15 Die Zarinnen aus Hessen 21.00 Vergessenes Hessen 21.45 Damals auf dem
Lande (VPS 21.44) 22.30 hessenschau
kompakt 22.45 Kommissar Beck – Die neuen Fälle. Der Lockvogel. TV-Kriminalfilm, D/
DK/N/S 1997 0.15 Die Zarinnen aus Hessen
14.05 Leider geile Werbeclips! 14.15 Star
Trek – Das nächste Jahrhundert 15.15
Stargate Universe (1) 16.10 Stargate Universe 17.10 Star Trek – Enterprise 18.10
Star Trek – Raumschiff Voyager 19.10 Star
Trek – Das nächste Jahrhundert 20.15 Die
Legende der weißen Schlange. Actionfilm,
CHN/HK 2011 22.05 13 Assassins. Actionfilm, J/GB 2010 0.45 War of the Wizards.
Actionfilm, COR 2009. Mit Jin-mo Ju
SPORT 1
EUROSPORT
8.00 Teleshopping 8.30 Sport-Quiz 11.30
Teleshopping 14.30 Teleshopping 15.00
NORMAL (1) 15.30 Storage Hunters 16.00
Storage Hunters 16.30 Container Wars
17.00 Container Wars 17.30 Fußball. Hallenturnier – Sparda-Bank-Hallencup. Mit
ETSV Weiche Flensburg, FC St. Pauli, SC Paderborn, VfL Osnabrück, Arminia Bielefeld,
MSV Duisburg. Übertragung aus Flensburg
23.00 Fußball 23.30 Die PS Profis – Mehr
Power aus dem Pott 0.00 SPORT CLIPS
13.00 Langlauf. Weltcup. Tour de Ski: Einzelsprint. Aus Münstertal (CH) 15.00 Ski
alpin. Aus Zagreb 16.00 Skispringen. Vierschanzentournee. 4. Station. Aus Bischofshofen (A) 18.45 Ski alpin. Weltcup. Slalom Herren. Aus Zagreb 19.30 Darts. BDOProfi-WM. Aus Frimley Green 20.05 Darts.
BDO-Profi-WM. Aus Frimley Green (GB)
22.00 Skispringen 23.00 Rallye 23.30 GT
Academy Masterclass 23.45 Rallye 0.15
WATTS Sportzapping 0.30 Rallye
0.35 Criminal Minds Der letzte Song
1.35 Navy CIS Legende (2)
2.20 In Gefahr Doku-Soap
Blaue Zeiten = Programmaktualisierung
0.10 Two and a Half Men
1.10 The Big Bang Theory
2.00 Fringe – Grenzfälle des FBI
Die Gleichung. Mysteryserie
2.50 Fringe – Grenzfälle des FBI
0.10 Game Of Thrones – Das Lied
von Eis und Feuer Der Norden
vergisst nicht. Fantasyserie
1.10 Game Of Thrones – Das Lied
von Eis und Feuer Fantasyserie
1.20 Startrampe
Das Finale der 15. Staffel mit Malky,
the Impression und Liquid
1.50 Startrampe Startrampe live
2.50 Stadtspaziergänge
A4 Freie Presse
RATGEBER
Dienstag, 6. Januar 2015
Wie erkenne ich regionale Lebensmittel?
STILVOLL
Mode in
Schichten
Mehr als 2400 Produkte tragen das neue Logo – Doch Verbraucherschützern ist es nicht klar genug
VON MARTINA HAHN
GISELA BRAUNE
ZUM WINTERLICHEN
ZWIEBEL-LOOK
Die Lebensmittelwirtschaft warnt
davor, dass regionale Produkte mit
dem geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) künftig auch in
den USA produziert werden könnten. Die EU hat derzeit hunderte
Produkte als regionale Spezialität
klassifiziert. Doch welches Lebensmittel wurde wirklich in der
Heimat geerntet oder verarbeitet?
Das ist im Laden noch immer
schwer zu erkennen – zumal etliche Hersteller schummeln. Gerne
geben sie auch industrieller Massenware mit Rohstoffen aus aller
Welt über blumige Namen oder
heimelige Bildchen auf der Tüte
einen lokalen Touch. Eine kleine
Einkaufshilfe soll verunsicherten
Käufern das sogenannte Regionalfenster bieten. Seit diesem Monat
findet sich das blaue Logo im Handel auf Lebensmitteln. Doch es ist
umstritten.
expertentipp@redaktion-nutzwerk.de
L
ayering bedeutet im Englischen „Schichten“. Im Deutschen ist der Style als „Zwiebel-Look“ bekannt. Ursprünglich
stammt das Kleidungskonzept aus
den kälteren Regionen, wo es vor der
Haustür bitterkalt und in den geschlossenen Räumen mollig warm
ist. Seit meinen Kindheitsjahren im
Erzgebirge bin ich damit vertraut.
Diese Kunst, mit den fallenden Kleidungsschichten noch gut auszusehen, ist der Ursprung des Layerings.
Es ist eine wunderbare Sache für jede Frau, unabhängig von Körperoder Konfektionsgröße.
Und so trägt man ihn: Eine Tunika, ein Rock oder ein Minikleid werden über eine Hose getragen, darüber vielleicht eine Weste, ein Tuch
oder ein großer Schal plus einer winterlichen Jacke oder einem Cape.
Neu ist, dass die Röcke in dieser Saison in unterschiedlichsten Versionen auftreten, sogar kurz und plissiert. Und sie werden jetzt nicht nur
über Leggins getragen, sondern sogar mit weiten Bundfaltenhosen. Besonders modern wirkt der Trend mit
fließender Silhouette und schmaler
Hose, die durch die Schlitze des
Rocks hervorblitzt. Allerdings vertragen diese Looks in der Regel keine
auffälligen Muster und sollten am
besten in Ton-in-Ton-Kombinationen durchgestylt werden.
Harmonische Lagen in sanften
Tönen sind ein Garant für einen sicheren Look, beispielsweise eine
weiße Hose, eine zarte lange Bluse in
einem leichten Grauton mit dunkelgrauer Jacke und perlgrauem Schal.
Dieser Style funktioniert mit jeder
Farbe. Wenn Sie aufgrund Ihrer natürlichen Farbpräferenz mehr Farbe
brauchen und zudem noch temperamentvoll sind, können Sie natürlich mit extremen Farben spielen.
Vermutlich haben Sie alles bereits in Ihrem Kleiderschrank, jedoch noch nie zusammen angezogen. Kleine Frauen können ihre
Zierlichkeit mit höheren Schuhen,
kürzerem Rock und schmaler Hose
unterstreichen. Bei großen schlanken Frauen dürfen die Materialien
ruhig ein bisschen voluminöser
sein, und kurvige Frauen können
feine, fließende Schichten tragen,
die bei jedem Schritt mitschwingen.
Was steht im Regionalfenster?
Woher die wichtigsten Zutaten
stammen und wo sie verarbeitet
wurden. Dabei muss die genannte
Region kleiner sein als Deutschland.
Möglich ist die Nennung eines Bundeslandes oder auch eine Angabe
wie „100 Kilometer um Dresden“.
Die erste Hauptzutat muss zu 100
Prozent aus dieser Region stammen
und dort auch verarbeitet werden.
Dasselbe trifft auf die wertgebenden
Zutaten zu – etwa Himbeeren im
Himbeerjoghurt – und auf Monoprodukte wie Mehl oder Öl. Bei zusammengesetzten Produkten wie
Wurst oder Marmelade reicht es aus,
wenn regionale Zutaten mit 51 Pro-
FOTOS: FRANK RUMPENHORST/PA/DPA, HERSTELLER, DPA
Von nah oder fern?
zent etwas mehr als die Hälfte des
Gewichts ausmachen. Hier wird im
Logo die Gesamtsumme der regionalen Rohstoffe in Prozent angegeben. Auf dem Etikett des „Bayerischen Leberkäses“ steht etwa:
„Schweinefleisch/Rindfleisch aus
Bayern; verarbeitet in 92421
Schwandorf; Anteil regionaler Rohstoffe am Endprodukt = 80%.“
Wie eindeutig ist das Logo?
Darüber gehen die Meinungen auseinander. Kritisiert wird etwa, dass
das Herkunftsgebiet unterschiedlich angegeben wird – mal steht ein
Landkreis auf der Verpackung, mal
ein Bundesland. Das verwirre die
Konsumenten.
Was sagen andere Regio-Hinweise aus?
Mitunter nichts. Es gibt zwar Marken wie „Von hier“ oder „Unsere Heimat“, auch haben einzelne Bundesländer eigene Regionalsiegel entwickelt. Doch einheitliche Kriterien
verbindet sie nicht. So kann ein regionaler Hinweis bedeuten, dass nur
knapp 50 Prozent der Hauptzutat
aus dem Gebiet stammen – oder
eben auch 100 Prozent. Viele Kunden gingen „Pseudo-Regio-Produkten auf den Leim“, bedauert das Magazin „Ökotest“. Die Redaktion hat
jetzt bundesweit 106 Regioprodukte
mit einer regionalen Auslobung untersucht. Das Ergebnis: Nur ein Viertel sei „lupenrein regional“.
Ist das Regionalfenster weit verbreitet?
2400 Produkte sind bislang registriert, vor allem Obst und Gemüse,
Fleisch- und Wurstwaren, Milch,
Molkereiprodukte und Eier. Einige
Handelsketten haben regionale Eigenmarken mit dem blauen Logo
entwickelt, etwa Edeka, Rewe, Tegut
und Lidl. Das Regionalfenster soll
bald auch auf Blumen, Zierpflanzen
und Tierfutter zu finden sein. An einer Ausweitung haben Handel und
Produzenten großes Interesse: Für
regionale Kost zahlen Konsumenten gerne einen höheren Preis – bis
zu 15 Prozent mehr, so das Ökobarometer 2013 im Auftrag der Bundesregierung.
Aus Versehen
Rewe hat die Lätta in Bayern mit dem
Hinweis „Aus unserer Region“ verkauft. Dieser Fehler sei im Alltagsstress passiert, entschuldigt sich der
Konzern. Kunden hatten nachgehakt.
Aus den Tropen
Als Schwäbisch bewirbt Burkhardt
seine Säfte, auch den Ananassaft. Das
stört Ökotest. Man könnte aber auch
sagen, dass jeder weiß, dass in Süddeutschland keine Ananas wachsen.
Was sagen Verbraucherschützer?
Sie kritisieren die Standards des Regionalfensters als zu lasch. Der Begriff Region werde zu großzügig ausgelegt, wenn das einzige Kriterium
ist, dass sie kleiner sein muss als die
Bundesrepublik Deutschland. „Ökotest“ geht weiter und zieht die Grenze bei maximal 60 Kilometern: Nur
in diesem Radius produziertes Essen
sei echt regional. „Ökotest“ fordert
zudem, dass bei Mischprodukten
mindestens 95 Prozent der darin enthaltenen Rohstoffe aus der definierten Region stammen müssten.
Die
Verbraucherorganisation
Foodwatch moniert, dass das Regionalfenster freiwillig ist. Wer ein Produkt mit Heimat bewirbt, müsse
verpflichtet werden, den Ursprungsort abzudrucken. „Den 2400 Produkten mit Regionalfenster stehen hunderttausend Produkte gegenüber,
bei denen die Hersteller die Herkunft verschweigen“, kritisiert Foodwatch-Vize Matthias Wolfschmidt.
„Berlin muss sich für eine EU-weite,
verbindliche Herkunftskennzeichnung der wichtigsten Zutaten starkmachen.“ Solange das nicht passiere,
könnten Produzenten Regionalität
weiter ganz legal mit wolkigen Werbelandschaften vortäuschen, indem
sie das freiwillige Logo einfach ignorieren und Herkunftsangaben weglassen. Ein weiteres Manko: Wie das
Lebensmittel erzeugt wurde – also
ob fair, nachhaltig, ökologisch,
ohne Gentechnik oder
tiergerecht –
sagt das Regionalfenster
nicht
aus.
(mit dpa)
» www.regionalfenster.de
Ökotest: Fünf Beispiele von Regionalschwindel
Aus drei Ländern
Thüringer Bratwürste von „Die Thüringer“ werden zwar dort verarbeitet
und verpackt. Doch das Schweinefleisch komme auch aus Sachsen und
Sachsen-Anhalt, so Ökotest.
Aus dem Süden
„Unser Norden“ steht auf dem Kräuterquark von Coop. Doch nur zwei
Drittel der Rohstoffe kommen aus
diesem Gebiet, moniert Ökotest. Fazit: Das sei kein Regionalprodukt.
Aus Italien
Warum steht „Qualität aus der Heimat“ auf dem Risotto, dessen Zutaten
aus Italien stammen, fragt Ökotest.
Das Unternehmen „Heimatsmühle“
will die Deklaration jetzt verbessern.
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM DIENSTAG
3
2
3
-2
Hoyerswerda
-2
-4
Riesa
Leipzig
Görlitz
1
Rochlitz
-4
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
-1
Chemnitz
1
-3
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Fichtelberg
1215 Meter
Klingenthal
-8
15
Wind in km/h
06.01.2015
Freundlicher Wintertag
Heute: Heute halten sich Sonne und
Wolken häufig die Waage, und die
Temperaturen steigen am Tage auf
minus 1 bis 3 Grad. Vereinzelt bleibt
es auch längere Zeit neblig oder trüb.
Nachts gehen die Werte dann auf
0 bis minus 4 Grad zurück. Unter
teils klarem Himmel kann es zu Glätte auf den Straßen kommen. Der
Wind weht schwach, in Böen mäßig
aus südlichen Richtungen.
Oslo
Aussichten: Morgen gewinnen vorübergehend Wolken die Oberhand.
Dabei werden um 2 Grad erreicht,
nachts kühlt es dann bis auf 0 Grad
ab. Der Wind weht schwach, in Böen
mäßig aus West. Am Donnerstag und
Freitag fällt aus bewölktem Himmel
zeitweise Regen.
Biowetter: Die aktuelle Wetterlage
bereitet vor allem Asthmatikern und
Rheumatikern Probleme. Sie klagen
über Atemwegsbeschwerden sowie
Gelenk- und Gliederschmerzen.
Nach einem nicht erholsamen Schlaf
ist man oft abgespannt.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
08:10 Uhr
16:18 Uhr
18:06 Uhr
08:23 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Mi
2
Do
3
-3
0
4
2
1
0,5
heiter
sonnig
wolkig
Fr
3
2
4
0,5
Sa
9
3
0
2
So
3
0
1
0,5
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
2 Grad
Berlin
4 Grad
Carlsfeld
-3 Grad
Chemnitz
0 Grad
Dresden
1 Grad
Fichtelberg
-5 Grad
Gera
2 Grad
Görlitz
0 Grad
Leipzig
2 Grad
Plauen
1 Grad
Zinnwald
-3 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Hoch Bijanka bildet sich über Mitteleuropa und wandert nach
Nordosten. Unter Hochdruckeinfluss herrscht von Finnland bis Algerien teils
wolkenloses, teils nebliges oder trübes Wetter. Über dem Atlantik und Nordwesteuropa befinden sich Wolken von Tief Bob bei Island.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
7° Schneeschauer
Athen
9°
wolkig
Antalya
13°
heiter
Barcelona
1°
wolkig
Budapest
5° Schneeschauer
Istanbul
14°
wolkig
Kairo
6°
bedeckt
Kopenhagen
14° stark bewölkt
Lissabon
11° stark bewölkt
London
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
-15°
wolkig
15°
sonnig
17°
wolkig
7° stark bewölkt
1°
Nebel
12°
wolkig
3° Schneeschauer
16°
sonnig
1°
Schnee
0°
Nebel
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
520
Dateigröße
3 587 KB
Tags
1/--Seiten
melden