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(EU) Nr. 1178/2011 - Österreichischer Aero-Club

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Information für die Mitgliedstaaten und die Industrie über den Vorschlag, die Verordnung (EU) Nr.
1178/2011 ‚Aircrew‘ (Flugbesatzung) in Bezug auf Ausbildungsorganisationen (‚ATOs‘) zu ändern
1. Allgemeines
Ziel dieser Information ist, näher über die Details und Folgen der Änderungsvorschläge der
Europäischen Kommission (EK) und die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) betreffend der
‚Aircrew‘ – Verordnung zu informieren, welche am 9. Juli 2014 im EASA Komitee vorgestellt wurden.
Grundsätzlich haben sämtliche Mitgliedstaaten (MS) der vorgestellten Vorgehensweise betreffend
bestimmter nicht-komplexer ATOs sowie dem Training für bestimmte Lizenzen und Berechtigungen im
Zeitraum von 8. April 2015 bis 8. April 2018 zugestimmt. Die MS werden im Oktober formell über den
Vorschlag abstimmen. Da der Änderungsvorschlag von den MS unterstützt wird, ist eine positive
Abstimmung und Inkrafttreten mit Anfang 2015 wahrscheinlich.
Diesbezüglich ist hervorzuheben, dass die Agentur dem EASA-Kommittee den Vorschlag unterbreitet hat,
eine Lösung zur Schaffung der Möglichkeit der Durchführung von Trainings für LAPL, PPL, BPL oder SPL
außerhalb einer ATO auszuarbeiten. Diese Aufgabe wird in den kommenden Monaten gestartet werden,
und die Agentur beabsichtigt dabei sämtliche Optionen für künftige Änderungen von Vorschriften
(welche derzeit nicht Teil dieses Vorschlages sind) auszuloten, um eine Vereinfachung betreffend der
Ausbildungserfordernisse für nicht-kommerziellen Pilotenlizenzen und den damit verbundenen
Berechtigungen und Zeugnissen zu erreichen.
Primärer Zweck dieser Information ist es jedoch, alle Mitgliedstaaten und die Industrie über die aktuellen
Änderungsvorschläge und deren möglichen Konsequenzen zu informieren, um ihnen rechtzeitig zu
ermöglichen, die Auswirkungen auf ihre Planungen zu evaluieren und sich entsprechend vorbereiten zu
können.
Ausschlaggebend für den aktuellen Änderungsvorschlag für die Verordnung ‚Aircrew‘ waren die starken
Rückmeldungen von den MS sowie Interessensgruppen aus der General Aviation (GA). Diese
Rückmeldungen hatten zum Inhalt, dass die aktuellen Anforderungen für die Umwandlung von ehemals
‚Registered Facilities‘ (RFs) und anderen nationalen Ausbildungsorganisationen (hauptsächlich für
Ballone und Segelflugzeuge) in nicht-komplexe ATOs gemäß Teil-ORA bis spätestens 8. April 2015 einen
unverhältnismäßig hohen Aufwand für die Art von Tätigkeit und den damit verbundenen Risiken
darstellen und daher eine unnötige Belastung für MS und Interessensgruppen bedeutet. Außerdem
wäre es für all diese Organisationen und die MS gar nicht möglich, den Zertifizierungsprozess bis zu
diesem Zeitpunkt abzuschließen bzw. entsprechend zu genehmigen. Der Fokus der vorgeschlagenen
Änderungen liegt daher bei diesem speziellen Thema.
2. Vorgeschlagene normative Änderungen
Die Kommission und die Agentur schlagen die folgenden Änderungen der Verordnung (EU) Nr.
1178/2011 vor:
- Artikel 10 (a) (3) muss entsprechend abgeändert werden, um JAR-konformen ,Registered Facilities‘,
welche vor dem Anwendungszeitpunkt der neuen Vorschriften registriert wurden, bis 8. April 2018
weiterhin die Ausbildung für Light Aircraft Pilot Licence (LAPL) und der Private Pilot Licence (PPL) zu
ermöglichen.
- Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 290/2012 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 legt fest,
dass MS beschließen können, dass die Anforderungen des Anhangs VI und VII (Teil-ARA und Teil-ORA) bis
April 2015 nicht für Ausbildungsorganisationen gelten, welche ausschließlich Trainings für LAPL, PPL, SPL
oder BPL anbieten. Die vorgeschlagene Änderung sieht eine zusätzliche Ausnahmeregelung bis 2018 vor,
falls nicht anderweitig von einem Ausbildungsbetrieb gefordert.
- Artikel 12 wird dahingehend geändert, dass den MS bis April 2018 die Nichtanwendung bestimmter
Vorschriften des Anhangs I ermöglicht wird. Dazu gehören die Bestimmungen betreffend Ballon- und
Segelflugzeug-Lizenzen und die Anforderungen für einige dieser neuen Berechtigungen / Zertifikate.
3. Konsequenzen für Ausbildungsorganisationen
Die Einführung der oben genannten Änderungen haben nachfolgende Konsequenzen für die
verschiedenen Arten von Bildungsorganisationen und die MS, welche diese genehmigen.
3.1. Ehemalige JAR-konforme Ausbildungsorganisationen zertifiziert als ATO gemäß Teil-ORA
Ehemalige JAR-konforme Ausbildungsorganisationen (FTOs/TRTOs) sind bereits durch die Verordnung
(EU) Nr. 1178/2011 als Approved Training Organisation (ATO) nach Teil-ORA ‚grandfathered‘. Die
Privilegien dieser Organisationen sind auf die in der Genehmigung der Mitgliedstaaten enthaltenen
Rechte beschränkt (Artikel 10a (2)). Eine zusätzliche Übergangsfrist bis April 2014 wurde für die
Anpassung ihrer Managementsysteme, Schulungsprogramme, Verfahren und Handbücher eingeräumt.
Diese ATOs sind nicht von den geplanten Änderungen betroffen.
3.2 Registered Facilities und andere Ausbildungseinrichtungen zertifiziert als ATO gemäß Teil-ORA
Ehemalige JAR-konforme Registered Facilities (für Flugzeug-und Hubschrauberlizenzen) oder nationale
Ausbildungsorganisationen (für Segelflug- und Ballonlizenzen), die nach dem neuen System gemäß TeilORA als ATO zertifiziert sind oder werden, haben sämtliche Privilegien im Zertifikat zur Ausbildung von
Teil-FCL-Lizenzen einschließlich der Kurse für neue Berechtigungen (z.B. En-RouteInstrumentenberechtigung, Bergflugberechtigung, Instruktor-Lehrgänge, etc.), sofern diese Privilegien
erteilt worden sind.
3.3. Registered Facilities, die nicht als ATO gemäß Teil-ORA zertifiziert wurden
JAR-konforme Trainingsorganisationen, welche vor Anwendbarkeit der neuen Vorschriften in einem MS
registriert und noch nicht zertifiziert wurden, erhalten das Privileg, Trainings für LAPL und PPL in der
entsprechenden Luftfahrzeugkategorie anzubieten. Das Privileg bezieht sich auch auf die damit
verbundenen Berechtigungen, welche bereits bei der Registrierung enthalten waren. Dies wird in den
meisten Fällen die zugeordneten Klassen- (Touring Motor Glider und Single Engine Piston) oder die
Typenberechtigung für einmotorige Hubschrauber betreffen und sollte auch die Nachtflugberechtigung
für jene Organisationen umfassen, welche bereits vorher schon Nachtflugausbildungen geschult haben.
Geplantes Enddatum für diese Erweiterung von Privilegien auf nicht gemäß Teil-ORA zertifizierte
Organisationen ist der 8. April 2018. Um ein ATO-Zertifikat gemäß Teil-ORA zu erhalten, wird den JARkonformen Registered Facilities eine Übergangsfrist bis 2018 für die Anpassung ihrer
Managementsysteme, Schulungsprogramme, Verfahren und Handbücher, eingeräumt.
Abgesehen von der Ausbildung für LAPL dürfen diese JAR-konformen Registered Facilities keine
Schulungen für anderweitige Teil-FCL-Lizenzen oder Berechtigungen durchführen, welche nicht bereits in
ihren Privilegien aufgrund der JAR-Registrierung enthalten waren. Für die Erweiterung dieser Privilegien
sowie Ausbildung für anderweitige Teil-FCL-Kurse für andere Lizenzen oder Berechtigungen benötigen
diese Ausbildungsorganisationen eine Genehmigung gemäß Teil-ORA.
3.4. Andere nationale Ausbildungsorganisationen für Segelflugzeuge und Ballone
Gestützt auf Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 290/2012 können MS beschließen, die Anforderungen von
Teil-ORA für Ausbildungsorganisationen, welche nur LAPL, PPL, BPL und SPL anbieten, bis April 2015 nicht
anzuwenden. Der geänderte Text schlägt eine Verlängerung der Frist bis zum 8. April 2018 vor, aber nicht
mehr in Form eines Opt-outs.
Folglich dürfen Ausbildungsorganisationen für Segelflugzeuge und Ballone lediglich Trainings für
nationale Segelflug- und Ballon-Lizenzen und die damit verbundenen Berechtigungen und Zeugnisse
anbieten. Dieses Training ist entsprechend den nationalen Vorschriften und Verfahren bis zum Ende der
Übergangsfrist oder bis zur Genehmigung als ATO gemäß Teil-ORA durchzuführen.
Während dieser erweiterten Umsetzungsfrist kann ein MS weiterhin nationale Segelflug- und BallonLizenzen ausstellen. Diese Lizenzen können auch von den MS auf Grundlage der Umwandlungsberichte in
Teil-FCL-Lizenzen umgewandelt werden. Die für Artikel 12 der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 (neuer
Absatz 2a) vorgeschlagenen Änderungen ermöglichen den MS, Vorschriften für Ballone und
Segelflugzeuge, welche in Anhang I enthalten sind, bis April 2018 nicht anzuwenden.
Brüssel, 18. Juli 2014
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