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Klinikum Schwabing | Kölner Platz 1 | 80804 München | Telefon (089) 3068-0
Klinik für Kinderorthopädie | Informationen für Eltern | 10/2014
Morbus Perthes
Der Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des
Hüftkopfes die typischerweise zwischen dem 3. und 8.
Lebensjahr auftritt. Jungen sind 4 mal häufiger
betroffen als Mädchen. Für die Erkrankung spielen
genetische Faktoren als Ursache eine wesentliche
Rolle. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien, die
Zeitdauer vom Beginn bis zum Endstadium dauert
mehrere Jahre.
Im weiteren Verlauf kommt es zuerst zu einem Abbau
des Knochengewebes im Hüftkopf und anschließendem
im Reparationsstadium zu einem spontanen
Wiederaufbau und Ausheilung.
Diagnostik
Betroffene Kinder hinken und klagen über leichte bis
mäßige Schmerzen im Bereich des Oberschenkels
oder Kniegelenkes. Die Beweglichkeit der betroffenen
Hüfte ist deutlich eingeschränkt.
Im Initialstadium liegt meist ein Hüftgelenkserguss vor,
der mittels Sonographie diagnostiziert werden kann.
Mittels MRT kann der Morbus Perthes von anderen
Erkrankungen abgegrenzt werden.
Erste Veränderungen im Röntgenbild sind Abflachung
des Hüftkopfes, Verbreiterung des Gelenkspaltes und
Verdichtungen der Knochenstruktur.
Abhängig vom Schweregrad des Morbus Perthes kann
die Ausheilung mit einer kompletten Wiederherstellung
des Hüftkopfes erfolgen, aber auch schwere
Deformierungen des Hüftkopfes zurückbleiben.
Therapie
Bei der Therapie des Morbus Perthes stehen folgende
Ziele im Vordergrund:
1. Verbesserung der Beweglichkeit des Hüftgelenkes
2. Verminderung der Belastung
3. Wiederherstellung eines runden Hüftkopfes mit guter
Überdachung des Gelenkes
Konservative Therapie
Die Physiotherapie sowie tägliche Übungen zuhause
stehen an erster Stelle. Zeitweise kann eine Entlastung
an Gehstützen oder bei Kleinkindern im Rollstuhl
erforderlich sein. Bei Schmerzen werden unterstützend
Medikamente eingesetzt. Hüftbelastende Sportarten,
Stoß- oder Sprungbelastungen sowie längere
Spaziergänge sollten vermieden werden. Schwimmen
und Radfahren sind erlaubt.
Bei einer Verschlechterung der Beweglichkeit trotz
Physiotherapie kann eine kurzzeitige stationäre
Aufnahme zur intensiven Physiotherapie und
Extensionsbehandlung erforderlich sein. Zusätzlich
können auch Botulinumtoxin-Injektionen durchgeführt
werden und Schmerzkatheter zum Einsatz kommen.
Durch den Morbus Perthes kann es auch zu
Beinlängendifferenzen oder übermäßigem Wachstum
des großen Rollhügels kommen. Dies kann durch eine
Wachstumslenkung mittels 8-Plates mit einem kleinen
operativen Eingriff korrigiert werden.
Verlaufskontrollen während der Erkrankung sollten
klinisch und ggf. sonographisch mindestens alle 3
Monate erfolgen. Röntgenbilder in 2 Ebenen werden
alle 6 Monate bis zum Wiederaufbau des Kopfes
durchgeführt.
Operative Therapie
In schweren Fällen kann bei einer beginnenden
Deformierung des Hüftkopfes mit Verschlechterung der
Hüftkopfüberdachung eine operative Therapie
erforderlich sein.
Hierzu wird eine Umstellungsoperation am
Oberschenkelknochen durchgeführt und eventuell
zusätzlich noch eine Operation an der Hüftpfanne zur
Verbesserung der Pfannenüberdachung.
Ziel ist auch hier die Wiederherstellung eines möglichst
runden Kopfes mit regelrechter Überdachung um im
weiteren Leben der betroffenen Kinder
Einschränkungen durch Gelenkbeschwerden/ Arthrose
zu vermeiden.
Klinik für Kinderorthopädie
Dr. med. Maya Salzmann MSc
Dr. med. Cora Behnisch-Gärtner
Telefon: (089) 3068-3050
Telefax: (089) 3068-3786
kinderorthopaedie@klinikum-muenchen.de
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