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17-11-2014_Pressetext 2015_D

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Miró und Uecker, Agnes Martin und Imi Knoebel 2015 in der Kunstsammlung NRW
Bedeutende künstlerische Positionen von Joan Miró und Günther Uecker bis zu
der Amerikanerin Agnes Martin stehen im Mittelpunkt des Ausstellungsjahres 2015
in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Imi Knoebel wird sich auf sehr
überraschende Weise in einer Hommage mit dem Werk Kasimir Malewitschs
beschäftigen. Mit Elementen christlicher Bildsprache in der zeitgenössischen
Kunst setzt sich die große Themenausstellung „The Problem of God“ auseinander,
die auf Einladung der Deutschen Bischofskonferenz entsteht.
„Eine überbordende Kreativität, verknüpft mit politischem Engagement auch bei
aktuellen gesellschaftlichen Fragen, das ist das verbindende Thema unserer
kommenden Ausstellungen“, erklärte die Direktorin der Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen, Marion Ackermann.
Das Ausstellungsjahr 2015 beginnt mit Uecker (07.02.-10.05.). Aus aktueller Perspektive
richtet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 den Blick auf die verschiedenen
Facetten im sehr umfangreichen Werk von Günther Uecker (*1930). Eine konzentrierte
Auswahl auf einzelne Werkblöcke gibt Einblick in die Lebendigkeit, die Verwandlung von
Sprache in Bilder, die globale Ausrichtung und die unerschöpfliche Energie Ueckers seit
den Tagen der ZERO-Gruppe. „Es geht darum, von unserer mittleren Generation aus
einen Blick auf die besonders spezifischen, avantgardistischen und bis heute gültigen
Aspekte seines Werkes zu richten“, erklärt Marion Ackermann.
In der Grabbe Halle werden Auszüge aus zentralen Arbeiten wie das Terrororchester, der
Brief an Peking, die Verletzungsworte, eine Sandmühle sowie geschriebene Bilder
gezeigt. In der Klee Halle begegnet der Besucher Ueckers Nagelreliefs aus vielen
Jahrzehnten, die eine Biografie in Bildern, Momentaufnahmen seiner künstlerischen und
physischen Befindlichkeit darstellen. Dokumentiert ist der nagelnde „Bild-Hauer“, der
Aktionskünstler, der politische Mensch, der Poet ebenso wie der Bühnenbildner und
Klangkünstler. Seit Jahrzehnten begleitet der Satz „Wo die Sprache versagt, da beginnt
das Bild“ Ueckers künstlerisches Schaffen. Immer wiederkehrende Motive wie Spiralen
und Reihungen oder Materialien wie Stein, Sand, Erde und Asche verwandelt der
Künstler als minimalistische Vokabeln in eine universal lesbare Sprache.
Eine Fortsetzung der 1968-83 erschienenen Uecker-Zeitung lässt junge Kunsthistoriker
aus aller Welt (Polen, Russland, China, Israel, Ägypten, Iran, Kuba) zu Wort kommen. Sie
gehen der Frage nach, wie das Werk Ueckers in den verschiedenen Kulturen rezipiert
wird. Das Blatt wird kostenlos verteilt und ebenso im Internet für alle lesbar sein. Zudem
STIFTUNG KUNSTSAMMLUNG
NORDRHEIN-WESTFALEN
Grabbeplatz 5
D-40213 Düsseldorf
K20 GRABBEPLATZ
K21 STÄNDEHAUS
SCHMELA HAUS
Gerd Korinthenberg
Alissa Krusch
Kommunikation / Presse
Tel.: + 49 (0)211.83 81-730
Fax: + 49 (0)211.83 81-120
presse@kunstsammlung.de
www.kunstsammlung.de
erarbeitet Günther Uecker eigens für die Kunstsammlung eine Edition und ist mit einem
Projekt im LABOR vertreten.
Die Ausstellung Miró – Malerei als Poesie (13.06.-27.09.) widmet sich im K20 dem
lebenslangen Interesse des Spaniers für die Literatur. Miró pflegte nicht nur
Freundschaften zu bedeutenden Dichtern des 20. Jahrhunderts. Er ließ seine
künstlerische Fantasie durch die Lektüre beflügeln und verstand sich selbst als
»Malerdichter«, der keinerlei Unterschied zwischen den verschiedenen Künsten machte.
Erstmals beleuchtet eine Ausstellung dieses Thema umfassend und zeigt damit das Werk
Mirós, der mit Literaten wie Paul Eluard, Ezra Pound, Andre Breton oder Tristan Tzara
befreundet war, aus einem ganz neuen Blickwinkel. Ausgangspunkt der Präsentation ist
das Gemälde Sterne im Geschlecht von Schnecken (1925) aus dem Besitz der
Kunstsammlung. Wort und Bild gehen hier wie auf vielen seiner Leinwände vieldeutige
Verbindungen ein. Miró, im Zusammenhang mit dem Spanischen Bürgerkrieg stark
politisiert, schuf zusammen mit seinen Dichterfreunden auch zahlreiche aufwändig
gestaltete Künstlerbücher, die ebenfalls ausgestellt werden. Die zunächst im Bucerius
Kunst Forum/Hamburg als Kooperationspartner gezeigte Ausstellung ist für Düsseldorf
umfangreich ergänzt: So wird hier die Privatbibliothek Mirós mit ihren
1 700 Bänden möglichst umfangreich rekonstruiert zu sehen sein.
Der russische Suprematist Kasimir Malewitsch und dessen revolutionäres Schwarzes
Quadrat hat den in Düsseldorf lebende Künstler Imi Knoebel schon seit langer Zeit stark
beeinflusst. Imi Knoebel – Malewitsch zu Ehren heißt folgerichtig die Schau, die der
spätestens durch seine Kathedralenfenster für Reims weithin bekannte Künstler speziell
für die Bel Etage im K21 einrichtet (09.05-30.08). Spannend wird nicht nur der Dialog
zwischen den minimalistischen Arbeiten des Beuys-Schülers und den Werken
Malewitschs. Schon jetzt können Besucher und Freunde der Kunstsammlung auf eine
weitere Überraschung gespannt sein.
Unter dem Titel THE PROBLEM OF GOD zeigt die Kunstsammlung im K21 (26.09.24.01.2016) eine Ausstellung, die sich mit der christlichen Bildsprache in den Werken
international bedeutender zeitgenössischer Künstler beschäftigt. Anlass der Präsentation
auf Einladung der Deutschen Bischofskonferenz ist das 50jährige Jubiläum des Zweiten
Vatikanischen Konzils. Die etwa 120 Werke stammen von Künstlerinnen und Künstlern
wie Eija-Liisa Ahtila, Francis Alÿs, Berlinde de Bruyckere, Francis Bacon, Janett Cardiff,
Tacita Dean, Marlene Dumas, Harun Farocki, Katharina Fritsch, Kris Martin, Hermann
Nitsch, Robert Rauschenberg, James Turrell und Bill Viola. Sichtbar wird, wie sich
Elemente der christlichen Ikonografie als Bestandteil des kollektiven Bild- und
Textgedächtnisses vielschichtig und ambivalent in den Kunstwerken wiederfinden.
Auffällig viele Arbeiten widersetzen sich dabei einer einfachen Lesart und entfalten
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komplexe Geschichten und Bilder, die sich ebenso differenziert wie hintergründig mit
christlichen Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen. Die Ausstellung handelt
daher weder von sakraler Kunst noch von Religiosität im Allgemeinen. Der Fokus richtet
sich vielmehr auf Arbeiten, die zwar auf christliche Themenfelder Bezug nehmen, diese
jedoch kritisch reflektieren, transformieren und in neue inhaltliche wie bildästhetische
Zusammenhänge überführen. Auseinandersetzungen mit der kunsthistorischen
Bildtradition spielen ebenso eine Rolle wie aktuelle gesellschaftspolitische Probleme.
Die Auswahl konzentriert sich hauptsächlich auf die Kunst der vergangenen 25 Jahre
und umfasst Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Holzschnitte, Skulpturen, Fotografien
und Objekte, Video- und Filmarbeiten sowie komplexe Rauminstallationen. Gut ein
Drittel der gezeigten Arbeiten markiert zentrale Positionen der Kunstgeschichte
zwischen 1950 und 1980. Sie sind zugleich wichtige Bezugspunkte für die
zeitgenössische Kunst insgesamt.
Es ist ein Werk der leisen Töne, das die amerikanische Künstlerin Agnes Martin (19122004) seit den 1950er Jahren im Umfeld des Abstrakten Expressionismus und
minimalistischer Strömungen entwickelt hat. Der von zwei europäischen und zwei
amerikanischen Museen eingerichtete Rückblick, den Kunstsammlung und Tate London
gemeinsam eingerichtet haben, würdigt mit rund 150 Gemälden und Zeichnungen das
künstlerische Schaffen einer der bemerkenswertesten Malerinnen des 20. Jahrhunderts.
Agnes Martin. Eine Retrospektive wird nach der Station in der Tate vom 07.11. bis zum
06.03. 2016 im K20 am Grabbeplatz zu sehen sein und anschließend nach Los Angeles
und ins New Yorker Guggenheim Museum weitergehen.
Garantiert sind außergewöhnliche Seherlebnisse auf ein Lebenswerk, das Künstlerinnen
und Künstler dieser Generation zwar nachhaltig beeindruckt hat, aber selbst
Kunstkennern noch häufig unbekannt ist. Erst 2011 konnte die Kunstsammlung dank
eines erfolgreichen Fundraising-Dinners das Gemälde Untitled #5 (1998) von Agnes
Martin erwerben, das seitdem die männlich dominierte Kollektion der USNachkriegskunst bereichert. Die 1997 in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrte
Künstlerin, die schon früh der New Yorker Kunstszene den Rücken gekehrt hat, steht für
eine besondere Kreativität, die gerade aus dem Rückzug ihre Kraft bezogen hat, erläutert
Kunstsammlungs-Direktorin Ackermann.
Ebenso wie Günther Uecker wird im kommenden Jahr auch die Trägerin des Goslarer
Kaiserrings 2014, Wiebke Siem, ab September (bis Januar 2016) im LABOR vertreten
sein. Die Bildhauerin entwickelt hierfür eine interaktive Installation, die im
Zusammenhang mit der Sammlung im K20 steht. Siems Werk setzt sich in ironischen
Brechungen und aus weiblicher Perspektive mit der künstlerischen Moderne
auseinander, vor deren Hintergrund sie eine ganz eigene Position findet.
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Selbstverständlich wird auch 2015 das Diskussionsprogramm im künstlerisch gestalteten
F3 Schmela Haus ebenso fortgesetzt wie die Reihe der regelmäßig von ausgewählten
Künstlerinnen und Künstlern gestalteten Künstlerräume im K21, die sicherlich eine
Einmaligkeit in der internationalen Kunstwelt darstellen. Mindestens noch bis zum
Frühjahr 2015 ist im K21 Tomás Saracenos riesige Netz-Installation “in orbit“ nicht nur
zu sehen, sondern für besonders mutige Kunstfreunde auch zu besteigen.
Partner und Sponsoren
Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes
Nordrhein-Westfalen
Unternehmenssponsor: das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen Breuninger
Medienpartner: Handelsblatt
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