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Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen

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Service d’économie rurale
Die GAP Reform 2015
im Bereich Direktzahlungen
© 2014 SIP / Yves Kortum, tous droits réservés
Vorwort
Seit der Einführung einer gemeinsamen Agrarpolitik, kurz GAP, wurde diese immer an die Herausforderungen ihrer Zeit angepasst. So wird
seit dem Jahr 2014 eine weitere, tiefgreifende,
Neugestaltung vorgenommen. Es ist auch das
erste Mal, dass die GAP in ihrer Gesamtheit im
Mitentscheidungsverfahren mit dem europäischen Parlament erneuert wurde.
Nach einem dreijährigen Prozess von intensiven
Diskussionen, aber auch von zähen Verhandlungen, wurden die neuen Rahmenbedingungen im Dezember 2013 vom Agrarministerrat
endgültig angenommen.
weltschutz förderlichen Landbewirtschaftungsmethoden unterstützt. Zudem wird durch eine
neue Beihilfe in der 1. Säule eine punktuelle
und verstärkte Unterstützung von Junglandwirten ermöglicht. Des Weiteren sollen die Direktzahlung schrittweise angeglichen werden,
wobei den Mitgliedstaaten ein großer Gestaltungsfreiraum eingeräumt wurde, wie weit diese Konvergenz gehen soll.
Bei der Umsetzung dieser neuen Regelung werden wir bestrebt sein, den verwaltungstechnischen Aufwand so gering wie möglich zu gestalten, um unnötige Belastungen der Landwirte zu
vermeiden.
Die gemeinsame Agrarpolitik wird weiter auf
zwei Säulen aufbauen, einerseits die Direktzah- Diese Broschüre hat zum Ziel, in einer überlungen, andererseits die verstärkt zielorientier- schaubaren Form die wichtigsten neuen Elemente der GAP 2014-2020 im Bereich der
ten Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung.
Direktzahlungen darzulegen. Ich bin überzeugt
Sie leistet einen wichtigen Beitrag in den Berei- davon, dass sie ein nützliches Hilfsmittel für
chen Umwelt- und Klimaschutz, dem nachhal- alle Akteure aus der Landwirtschaft sein wird.
tigen Umgang mit Ressourcen, sowie Stärkung
der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und
trägt der vielfältigen, landwirtschaftlichen Produktion in den EU-Mitgliedstaaten Rechnung.
Fernand Etgen
Wichtige Aspekte in der Umsetzung der Reform
Minister für Landwirtschaft,
in Luxemburg ist die sogenannte Greening-PräWeinbau und Verbraucherschutz
mie. Hierdurch werden dem Klima- und Um-
Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 1
1.Zielsetzungen der Reform
Die Reform 2015 der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit, die Nachhaltigkeit und die Verankerung
der Landwirtschaft im gesamten ländlichen
Raum zu stärken, um den europäischen Bürgerinnen und Bürgern eine gesunde und hochwertige Ernährung zu garantieren, die Umwelt zu
erhalten und die ländlichen Gebiete zu entwickeln. Hierzu gilt es:
• die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wie Wasser, Luft, Biodiversität und Böden zu fördern,
• die Vielfalt der Betriebsstrukturen und
Produktionssysteme in der europäischen
Landwirtschaft, die mit der Erweiterung
der EU zugenommen hat, optimal zu
nutzen und ihre soziale, räumliche und
strukturierende Rolle aufrechtzuerhalten,
• die Unterstützung im Rahmen der GAP
gerecht und ausgewogen zwischen den
Mitgliedstaaten und Landwirten zu verteilen, indem die Ungleichheiten zwischen den Mitgliedstaaten verringert
werden.
• den zunehmenden Beeinträchtigungen der
Bedingungen für die landwirtschaftliche
Erzeugung durch die laufenden Klimaveränderungen zu begegnen und dafür zu sorgen, dass die Landwirte ihren Beitrag zu
den Treibhausgasemissionen verringern,
eine aktive Rolle im Klimaschutz spielen
und erneuerbare Energien bereitstellen,
Im Bereich der Direktzahlungen der ersten Säule kommt es zu einer leichten und progressiven
Angleichung der Zahlungen. Die Einführung
eines Ökologisierungszuschlags („Greening“)
(30 % des verfügbaren nationalen Finanzrahmens sind an die Anwendung bestimmter
nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken
geknüpft) bedeutet zudem, dass ein erhebli• vor dem Hintergrund einer zunehmenden cher Anteil der Stützung künftig dazu dient,
Globalisierung und steigender Preisvolati- die Betriebsinhaber für die Bereitstellung ökolität die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten logischer öffentlicher Güter zu belohnen. Des
und zu steigern und zugleich die landwirt- Weiteren sind alle Zahlungen weiterhin an die
schaftliche Erzeugung in der gesamten Einhaltung der Cross Compliance BestimmunEuropäischen Union aufrechtzuerhalten,
gen geknüpft.
2 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
2.Die Basisprämie
im Eigentum als auch für solche die gepachtet
sind. Diese werden 2015 durch neue BasispräZiel der Basisprämie ist die Grundabsicherung mienansprüche ersetzt.
des Einkommens aller aktiven Landwirte und
Wer hat ein Anrecht auf Basisprämienansprüche?
Winzer durch eine entkoppelte Basis-Direktzahlung. Die Basisprämie basiert wie die bisherige Zuteilungsberechtigt sind folgende Landwirte /
Betriebsprämie auf:
Winzer:
2.1.Zielsetzung
• übertragbaren Ansprüchen,
• beihilfefähigen Flächen,
• und Erfüllung der Cross Compliance Anforderungen.
2.2.Bedingungen
Die Auszahlung der Basisprämie erfolgt auf
Basis der genutzten Basisprämienansprüche
(Jetons). Die Nutzung kann nur mit Angabe
der entsprechenden, prämienfähigen, landwirtschaftlichen Fläche im Flächenantrag eines jeden Jahres erfolgen.
• Landwirte/Winzer, welche im Jahr 2013
vor jedweder Kürzung auf eine Betriebsprämie berechtigt waren.
• Landwirte/Winzer, welche ihre landwirtschaftliche Tätigkeit erst im Jahr 2014
begonnen haben (Neueinsteiger).
Zuteilungsberechtigt sind nur Landwirte/Winzer, welche einen Antrag auf Zuweisung von
Basisprämienansprüchen im Jahr 2015 stellen.
Der Antrag auf Zuteilung der neuen Basisprämienansprüche geschieht im Rahmen des Flächenantrags/Weinbaukarteierhebung 2015.
Der Erhalt der vollen Basisprämie ist zudem Die neuen Basisprämienansprüche werden den
an die Einhaltung folgender Bedingungen ge- Landwirten/Winzern bis spätestens zum 1. April
2016 zugewiesen.
knüpft:
• Der Landwirt/Winzer ist als „aktiver“ Wie bei der bisherigen BetriebsprämienregeLandwirt eingestuft, d.h. er verfügt über lung wird jeder Basisprämienanspruch durch
eine Identifizierungsnummer gekennzeichnet.
eine eigene Betriebsnummer.
Alle zugeteilten Basisprämienansprüche sind
• Der Antrag zum Erhalt der Basisprämie im Besitz des Antragstellers.
muss fristgerecht mit Hilfe des Flächenantrags / der Weinbaukarteierhebung ein2.4.Prämienhöhe – Konvergenz
gereicht werden.
Der Wert der verschiedenen Basisprämien• Der Landwirt/Winzer ist verpflichtet sämtansprüche eines Landwirts/Winzers wird auf
liche von ihm bewirtschafteten Flächen
Basis eines Referenzbetrages berechnet. Als
im Flächenantrag / in der WeinbaukarteiReferenzbetrag wird der Prämienbetrag der Beerhebung anzugeben.
triebsprämie 2014, vor Anwendung jedweder
• Der Landwirt/Winzer erfüllt die Cross Kürzung, herangezogen.
Compliance Anforderungen.
Die Bestimmung der Anzahl der zuzuteilenden
Basisprämienansprüche im Jahr 2015
2.3.Erste Zuteilung der Basis­­­
prämienansprüche im Jahr 2015
Die zuzuteilende Anzahl an Zahlungsansprüchen eines jeden Landwirts/Winzers entspricht
Zum 31. Dezember 2014 werden die bestehen- der sich in Luxemburg befindlichen, prämienden Betriebsprämienansprüche abgeschafft. fähigen, Fläche in Hektar, die der Landwirt/
Dies gilt sowohl für Betriebsprämienansprüche Winzer im Jahr 2015 meldet und die bei einer
Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 3
etwaigen Kontrolle festgestellt wird. Der Landwirt/Winzer ist dazu verpflichtet, sämtliche
Flächen seines Betriebs anzugeben, da er die
Cross Compliance Bedingungen auf sämtlichen
Flächen seines Betriebs einhalten muss.
schöpft, die im Wert über dem nationalen
Durchschnitt liegen (durch lineare Kürzung des Teilwerts, der über dem Durchschnitt liegt).
nationale Durchschnittswert liegt schätzungsweise bei 185 €/ha.
Werden innerhalb von 2 Jahren Prämienansprüche nicht genutzt, wird eine entsprechende Anzahl von Prämienansprüchen der nationalen
Reserve zugeführt. Die Möglichkeit der Rotation der Nutzung der Ansprüche, wie dies bei der
Betriebsprämienregelung möglich war, entfällt!
Als prämienfähige Flächen gelten Ackerland, 2.5.Nutzung und Übertragung der
Dauergrünland, Obstgärten („Bongerten“), GeAnsprüche, nationale Reserve
müse im Freilandanbau, Baumschulen, Weinbauflächen sowie Flächen mit Niederwald im Die Nutzung der Basisprämienansprüche kann
Kurzumtrieb, die primär als landwirtschaftliche nur mit Angabe der entsprechenden prämienfähigen landwirtschaftlichen Fläche im FlächenFläche genutzt werden.
antrag/Weinbaukarteierhebung eines jeden JahDie Festlegung des Werts der zuzuteilenden
res erfolgen. Jeder gemeldete Anspruch ergibt
Basisprämienansprüche im Jahr 2015
zusammen mit je einem Hektar prämienfähiger
Der Wert wird berechnet, indem der Referenz- Fläche Anspruch auf Zahlung eines Betrags in
betrag durch die festgestellte prämienfähige Höhe des Prämienanspruchs. Ein PrämienanFläche geteilt wird.
spruch kann anhand eines Hektarbruchteils
Landwirte/Winzer, welche ihre landwirtschaft- beihilfefähiger Fläche genutzt werden. Der für
liche Tätigkeit erst im Jahr 2014 begonnen den besagten Prämienanspruch auszuzahlende
haben, erhalten Ansprüche aus der nationalen Wert entspricht jedoch lediglich dem entspreReserve. Der Wert eines solchen Anspruches chenden bewirtschafteten beihilfefähigen Hekentspricht dem nationalen Durchschnitt. Der tarbruchteil.
Konvergenz (Annäherung) der Ansprüche in den Jahren
2015 bis 2019
Die Konvergenz der Prämienansprüche vom
Jahr 2015 bis zum Jahr 2019 bleibt auf ein
Minimum beschränkt. Demnach gibt es auch
im Jahr 2019 noch unterschiedliche Werte bei
den Prämienansprüchen und keinen Einheitswert!
Die minimale Teilkonvergenz ist folgende:
• Ansprüche, die weniger als 90% des nationalen Durchschnittswerts betragen,
werden um 1/3 dieser Differenz im Wert
gesteigert und auf mindestens 60% des
nationalen Durchschnittswerts angehoben.
Des Weiteren entfällt ebenfalls die Möglichkeit
einer Konsolidierung von Ansprüchen („Kompression“) im Fall eines Verlusts von prämienfähigen Flächen durch Straßenbau oder anderen öffentlichen Bauten.
Prämienansprüche können jederzeit mittels
des hierfür vorgesehenen Formulars übertragen
werden.
Die Übertragung geschieht entweder durch Verkauf oder durch Verpachtung. In beiden Fällen
braucht keine entsprechende Hektarzahl Flä• Die für die Wertsteigerung benötigten Mit- chen mit übertragen werden (auch nicht im Fall
tel werden bei jenen Ansprüchen abge- von Verpachtung).
4 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
3.Das Greening:
Die Prämie für dem Klima- und Umweltschutz
förderliche Bewirtschaftungsmethoden
die in den Genuss der Basisprämie kommen.
Die Landwirte müssen dem Klima- und UmEines der Ziele der neuen GAP besteht in der weltschutz förderliche BewirtschaftungsmethoVerbesserung ihrer Umweltleistung, indem die den in folgenden Bereichen einhalten:
Direktzahlungen eine obligatorische “Ökologi• Anbaudiversifizierung,
sierungskomponente” erhalten, durch die dem
Klima- und Umweltschutz förderliche Landbe• Erhalt des bestehenden Dauergrünlands,
wirtschaftungsmethoden EU-weit unterstützt
• Ausweisung einer Flächennutzung im
werden. Zu diesem Zweck wird eine Prämie
Umweltinteresse, sogenannte „ökologisch
für dem Klima- und Umweltschutz förderliche
wertvolle Flächen“ („EFA“-Flächen; EFA =
Bewirtschaftungsmethoden eingeführt: „Das
Ecological Focus Area) auf Ackerflächen.
Greening“.
Angesichts des anerkannten Umweltnutzens der
Bei diesen Bewirtschaftungsmethoden handelt
Produktionssysteme der ökologischen Landwirtes sich um einfache, allgemeine, nicht vertragschaft haben Bio-Betriebe, welche ihre Flächen
liche, jährliche Maßnahmen, die über die Cross
gemäß Artikel 29 Absatz 1 der Verordnung (EG)
Compliance hinausgehen.
Nr. 834/2007 für die ökologische/biologische
Landwirtschaft bewirtschaften, automatisch
3.2.Bedingungen
Anrecht auf die Zahlung der Greening-Prämie
Das Greening ist keine freiwillige Regelung, und sind demzufolge von den Greening-Auflasondern obligatorisch für alle Landwirte/Winzer, gen befreit.
3.1.Zielsetzung
Wie bin vom Greening betroffen ?
Bin ich Biolandwirt (gemäß Artikel 29 Absatz
1 der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 für die
ökologische/biologische Landwirtschaft)?
JA NEIN Bewirtschafte
ich
ausschließlich
Dauerkulturen, wie Weinberge oder
Obstanlagen (keine Streuobstwiesen)?
JA NEIN Keine Greening
Auflagen auf
Ackerland
NEIN Bewirtschafte ich Ackerflächen
(einschließlich Feldfutter)?
Keine Greening
Auflagen auf
Ackerland
Bewirtschafte ich Dauergrünland
(einschließlich Streuobstwiesen)?
NEIN NEIN
Keine Greening
Auflagen auf
Dauergrünland
JA JA 5% ökologisch
wertvolle Flächen
Erhalt von
Dauergrünland
5% ökologisch
wertvolle Flächen
Greening-Auflagen erfüllt
Anbaudiversifizierung
Verstoβ
Service d’économie rurale Bewirtsc
(einsc
Für die drei verschiedenen G
Ablaufdiagramme bestimmen,
Greening-­‐Auflagen erfüllt Maßnahmen
Die GAP Reform 2015 imzusätzliche
Bereich Direktzahlungen 5 unter
Verstoβ Dauerkulturen sind vom Greening ausgenom- Flächen im Ausland
men. Demzufolge sind Winzer, welche lediglich
Weinbauflächen bewirtschaften, ebenfalls von Da die Greening-Prämie nur auf luxemburgischen Flächen ausbezahlt wird, werden die
den Greening-Auflagen befreit.
landwirtschaftlich genutzten Flächen, welDie Greening Regelung sieht verschiedene che sich im Ausland befinden, nicht für die
Schwellenwerte und Situationen vor. Ablauf- Greening-Auflagen berücksichtigt.
diagramme sollen den Landwirten helfen sich
zurecht zu finden und zu bestimmen, welche
3.3.Anbaudiversifizierung
Auflagen auf den eigenen Betrieb zutreffen.
Für die drei verschiedenen Greening-Bereiche
kann der Landwirt mit Hilfe der folgenden Ablaufdiagramme bestimmen, ob er bereits die
Auflagen erfüllt oder ob er entsprechende zusätzliche Maßnahmen ergreifen muss.
i
Wie bin ich betroffen?
Das Schema auf Seite 7 hilft zu klären, ob der
Landwirt von den Auflagen im Bereich der Anbaudiversifizierung betroffen ist.
Definition:
Im Rahmen des Bereichs Anbaudiversifizierung gilt als „Kultur“:
a) Landwirtschaftliche Kulturpflanzen verschiedener Gattungen,
b) brachliegendes Land,
c) Gras oder andere Grünfutterpflanzen.
Winter- und Sommerkulturen gelten als unterschiedliche Kulturen, auch wenn sie
zur selben Gattung gehören.
3.4.Erhalt von Dauergrünland
von Flächen mit Dauergrünland zur gesamten
landwirtschaftlichen Fläche nicht um mehr als
Im Rahmen der Auflagen im Bereich des Erhalts 5 % im Vergleich zum Referenzratio Dauergrünvon Dauergrünland sehen die gemeinschaftli- land 2012 / Landwirtschaftliche Nutzfläche
chen Bestimmungen vor, dass das Verhältnis 2015 abnimmt.
i
Definition:
Dauergrünland und Dauerweideland (zusammen „Dauergrünland“):
Flächen, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau
von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf
Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs sind.
6 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
Wie bin von der Verpflichtung der Anbaudiversifizierung betroffen ?
Greening-Auflagen erfüllt
Bewirtschafte ich Ackerflächen
(einschließlich
Feldfutter)?
Verstoβ
NEIN JA Beträgt meine
Ackerfläche > 10 ha ?
NEIN JA Mehr als 50% meiner Ackerfläche
habe ich voriges Jahr nicht im
Genuss gehabt?
NEIN JA Meine neuen Ackerflächen werden
mit einer anderen Kultur als im
vorigen Jahr bewirtschaftet?
JA NEIN Meine restliche
Ackerfläche
beträgt > 30 ha?
NEIN Mehr als 75% meiner
landwirtschaftlichen Nutzfläche
besteht aus Dauergrünland
und/oder Feldfutter?
JA JA NEIN Mehr als 75% meines Ackerlands
besteht aus Feldfutter und/oder
stillgelegten Flächen?
NEIN Beträgt
meine
Ackerfläche
> 30 ha?
NEIN NEIN NEIN Baue ich
mindestens 2
Kulturen an?
JA Baue ich
mindestens 3
Kulturen an ?
JA Hauptkultur ≤
75% der
Ackerfläche?
Erste
Hauptkultur ≤
75% der
Ackerfläche?
Baue ich mindestens 3
Kulturen an?
NEIN NEIN JA Erste Hauptkultur
(außer Gras, andere
Futterpflanzen,
Stilllegung) ≤ 75% der
Ackerfläche?
NEIN NEIN JA JA Erste und zweite
Hauptkultur ≤ 95%
der Ackerfläche?
NEIN JA JA JA Meine restliche
Ackerfläche
beträgt > 30 ha?
JA NEIN JA Zusätzlich werden Dauergrünlandflächen ausgewiesen, für die strikter Schutz erforderlich ist
(umweltsensibles Dauergrünland).
• Dauergrünlandflächen, welche im Rahmen
der Biotop-Kartierung als schützenswertes
Grünland-Biotop ausgewiesen sind.
In Luxemburg werden folgende Flächen als sensibles Dauergrünland definiert:
• Dauergrünlandflächen, welche offiziell als
erfüllt Überschwemmungsflächen Greening-­‐Auflagen ausgewiesen
sind.
Verstoβ Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 7
Wie bin ich betroffen?
Folgendes
hilft zu klären, ob der Landwirt von den Auflagen im Bereich des Erhalts
Wie bin ich Schema
betroffen?
von
Dauergrünland
betroffen
ist:
Wie bin ich betroffen?
Folgendes Schema hilft zu klären, ob der Landwirt von den Auflagen im Bereich des Erhalts
Folgendes Schema hilft zu klären, ob der Landwirt von den Auflagen im Bereich des Erhalts von
von Dauergrünland betroffen ist:
Dauergrünland betroffen ist:
Wie bin ich von der Verpflichtung vom Erhalt des Dauergrünlands betroffen ?
Wie bin ich von der Verpflichtung
vom Erhaltich
des Dauergrünlands betroffen ?
Bewirtschafte
Dauergrünland?
Normales
Dauergrünland
JA
Bewirtschafte
ich
Dauergrünland?
Normales
Dauergrünland
JA
NEIN
Bewirtschafte ich normales
Dauergrünland?
NEIN
BewirtschafteJAich normales
Dauergrünland?
NEIN
Habe ichJAnormales
Dauergrünland
umgepflügt?
NEIN
Habe ich normales
JA
Dauergrünland
umgepflügt?
JA
Hat der SER den
Umbruch
JA
genehmigt?
JA
NEIN
NEIN
Sensibles
Dauergrünland
Sensibles
Dauergrünland
Bewirtschafte ich sensibles
Dauergrünland (Ausgewiesene
Grünland-Biotope und
Überschwemmungsflächen)?
Bewirtschafte ich sensibles
Dauergrünland (Ausgewiesene
Grünland-Biotope
und
JA
Überschwemmungsflächen)?
Habe ich sensibles
JA
Dauergrünland umgepflügt?
JA
Habe ich sensibles
Dauergrünland umgepflügt?
NEIN
NEIN
NEIN
NEIN
JA
Hat der SER den
NEIN
Umbruch
genehmigt?
NEIN
Greening-Auflagen erfüllt
Greening-Auflagen
Verstoβ erfüllt
Verstoβ
3.5.Ökologisch wertvolle Flächen
(EFA-Flächen)
12
Hecken auf Grünland für das Greening nicht
berücksichtigt.
In Luxemburg werden folgende Elemente im
Rahmen des Greenings als ökologisch wertvolle
12
Flächen auf Ackerland anerkannt:
Das Schema auf Seite 9 hilft zu klären, ob der
Landwirt von den Auflagen im Bereich der öko• Stilllegungsflächen:
logisch wertvollen Flächen betroffen ist:
Stilllegungsflächen dürfen nicht zur
landwirtschaftlichen Produktion genutzt
Was wird als „ökologisch wertvolle Fläche“ (EFAwerden.
Flächen) anerkannt?
• Hecken und Gehölzstreifen
Im Rahmen der Greening Auflagen im Bereich
• Feldgehölze
der ökologisch wertvollen Flächen sind nur
Feldgehölze dürfen eine Maximalgröße
Ackerflächen betroffen. Demzufolge werden
von 30 ar nicht überschreiten.
Strukturelemente wie Bäume, Baumreihen und
Wie bin ich betroffen?
8 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
ökologisch wertvollen Flächen betroffen ist:
Wie bin von der Verpflichtung der ökologisch wertvollen Flächen betroffen ?
Wie bin von der Verpflichtung der ökologisch wertvollen Flächen betroffen ?
Bewirtschafte ich Ackerflächen (einschließlich
NEIN
Feldfutter)?
Bewirtschafte ich Ackerflächen (einschließlich
NEIN
Feldfutter)?
JA
JA
Beträgt meine
Ackerfläche > 15 ha ?
Beträgt meine
Ackerfläche > 15 ha ?
NEIN
NEIN
JA
JA
Ich brauche 5%
ökologisch wertvolle
IchFlächen
braucheauf
5%meinen
Ackerflächen!
ökologisch
wertvolle
Flächen auf meinen
Ackerflächen!
NEIN
NEIN
Mehr als 75% meiner
landwirtschaftlichen Nutzfläche
besteht
aus meiner
Dauergrünland
Mehr als 75%
und/oder Feldfutter?
landwirtschaftlichen
Nutzfläche
besteht aus Dauergrünland
und/oder Feldfutter?
Mehr als 75% meines Ackerlands
ist mit Feldfutter, stillgelegt und/
eingesät?
Mehr alsoder
75%Leguminosen
meines Ackerlands
ist mit Feldfutter, stillgelegt und/
oder Leguminosen eingesät?
JA
JA
NEIN
NEIN
Meine restliche Ackerfläche
beträgt > 30 ha ?
Meine restliche Ackerfläche
beträgt > 30 ha ?
JA
JA
Ich brauche 5%
ökologisch wertvolle
IchFlächen
braucheauf
5%meinen
Ackerflächen!
ökologisch
wertvolle
Flächen auf meinen
Ackerflächen!
NEIN
NEIN
JA
Ich brauche 5%
ökologisch wertvolle
IchFlächen
braucheauf
5%meinen
Ackerflächen!
ökologisch
wertvolle
Flächen auf meinen
Ackerflächen!
JA
Meine restliche Ackerfläche
beträgt > 30 ha ?
Meine restliche Ackerfläche
beträgt > 30 ha ?
NEIN
NEIN
JA
JA
Ich brauche 5%
ökologisch wertvolle
IchFlächen
braucheauf
5%meinen
Ackerflächen!
ökologisch
wertvolle
Flächen auf meinen
Ackerflächen!
Greening-Auflagen erfüllt
Greening-Auflagen erfüllt
Verstoβ
• Einzelbäume
• Baumreihen
• Ackerrandstreifen
Ackerrandstreifen dürfen nicht zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt
werden.
• Weiher
13
Weiher dürfen eine Maximalgröße von 10
13
ar nicht überschreiten.
• Uferrandstreifen
Uferrandstreifen dürfen nicht zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt werden. Falls die Uferrandstreifen mit Gras
eingesät sind, darf der Aufwuchs jedoch
abgeweidet bzw. abgemäht und verfüttert
werden. Uferrandstreifen müssen Teil
einer FLIK-Parzelle sein. Ihre Breite des
Service d’économie rurale Verstoβ
Uferrandstreifens wird ab der Oberkante
der Uferböschung gemessen. Die Uferböschung selbst ist nicht Teil des Uferrandstreifens.
!
Aufgepasst!:
Im Rahmen des Nitratreglements ist
das Ausbringen von mineralischem
Dünger auf einer Breite von 3 m sowie das Ausbringen von organischem
Dünger auf einer Breite von 10 m
entlang von Wasserläufen verboten.
Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 9
• Waldrandstreifen
Waldrandstreifen dürfen zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt werden.
Ist dies nicht der Fall und sind sie mit
Gras eingesät, so darf der Aufwuchs abgeweidet, bzw. abgemäht und verfüttert
werden.
• Kurzumtriebwälder:
Als Niederwald mit Kurzumtrieb gelten
Flächen, die mit Gehölzarten bestockt
sind, bei denen es sich um mehrjährige
Gehölzpflanzen handelt, deren Wurzelstock oder Baumstumpf nach der Ernte im Boden verbleibt und in der nächsten Saison wieder austreibt. Zulässige
Gehölzarten sind: Weide, Pappel, Birke,
Erle, Ahorn sowie Robinie. Der Erntezyklus beträgt maximal 12 Jahre.
• Zwischenkulturen und Untersaat
Die Zwischenkulturen müssen aus Mischkulturen bestehen. Im Rahmen der ökologisch wertvollen Flächen werden nur
Zwischenkulturen als Nachfrucht berücksichtigt, d.h. Zwischenfrüchte, welche im
Sommer nach Einreichen des Flächenantrags eingesät werden.
!
Da die Greening-Prämie ab dem Jahr
2015 Anwendung findet, sind Zwischenfrüchte betroffen, welche im Flächenantrag 2015 gemeldet werden und ab
Sommer 2015 als Winterbedeckung
2015/2016 eingesät werden.
• Leguminosenanbau:
Leguminosen-Gras Mischungen werden
nicht als EFA-Fläche berücksichtigt.
Für die Flächenbestimmung werden Punktelemente, wie Einzelbäume, und Linienelemente,
wie Hecken, Gehölzstreifen und Waldrandstreifen, mit Hilfe eines festen Standardwerts (Breite, Fläche) in eine Fläche umgewandelt. Linienförmige Elemente, wie Uferrandstreifen und
Ackerrandstreifen, werden direkt als Fläche
durch Angabe von Länge und Breite gemeldet.
Um die ökologisch wertvolle Fläche zu bestimmen, wird jede Fläche mit dem entsprechenden
Gewichtungsfaktor („Öko-Wert“) multipliziert.
Überlappungen verschiedener Elemente sind
nicht zulässig und werden nicht mehrfach angerechnet. Wobei dann das Element mit dem
höchsten Gewichtungsfaktor zurückbehalten
wird.
Aufgepasst!:
Laut Nitratreglement ist in Wasserschutzzonen II-V1 der Leguminosenanbau in
Reinsaat verboten. In Wasserschutzzonen II-V2 und III ist die Reinsaat von Leguminosen nur alle 5 Jahre erlaubt.
Die einzelnen Elemente, in Öko-Fläche sehbar sein (eine entsprechende Pressemitumgerechnet, werden addiert und mit der teilung hierzu wird folgen).
Greening-Auflage (5% des Ackerlandes) verUm den Landwirten eine bestmögliche Hilfeglichen.
stellung zur Abschätzung Ihrer erforderlichen
Die landschaftlichen Strukturelemente (He- Bemühungen zum Erfüllen ihrer „EFA“-Auflacken und Gehölzstreifen, Einzelbäume, ge zu geben, wird ihnen im Laufe des Herbsts
Baumreihen und, Weiher wurden bereits von 2014 vom Service d‘Economie Rurale eine
der ASTA digitalisiert und werden in den erste Abschätzung der anhand der Antragsnächsten Monaten im Geoportal Landwirt- daten 2014 bereits auf den Betriebsflächen
schaft (http://agriculture.geoportail.lu) ein- erfassten EFA-Flächen übermittelt.
10 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
Standardwert
Gewichtungs­
faktor
Angerechnete
Öko-Fläche
Zulässige
Mindest­
breite
Zulässige
Maximalbreite
5 m Breite
2
10 m2 pro Meter
Länge
2m
10 m
Feldgehölze
-
1.5
1.5 m2 pro m2
Fläche
-
-
Einzelbäume
20 m2
1.5
30 m2 pro Baum
-
-
Baumreihen
5 m Breite
2
10 m2 pro Meter
Länge
-
-
Ackerrandstreifen
-
1.5
1.5 m2 pro m2
Fläche
1m
20 m
Weiher
-
1.5
1.5 m2 pro m2
Fläche
-
-
Uferrandstreifen
-
1.5
1.5 m2 pro m2
Fläche
3m
-
Flächen mit
Waldfeldbau
-
1
1 m2 pro m2
Fläche
-
-
Waldrandstreifen
ohne landwirtschaftliche
Produktion
6 m Breite
1.5
9 m2 pro Meter
Länge
1m
10 m
Waldrandstreifen
mit landwirtschaftlicher
Produktion
6 m Breite
0.3
1.8 m2 pro Meter
Länge
1m
10 m
Kurzumtriebwälder
-
0.3
0.3 m2 pro m2
Fläche
-
-
Ökologische
Aufforstung
-
1
1 m2 pro m2
Fläche
-
-
Zwischenkulturen
und Untersaat
-
0.3
0.3 m2 pro m2
Fläche
-
-
Leguminosenanbau
-
0.7
0.7 m2 pro m2
Fläche
-
-
Stilllegungsflächen
-
1
1 m2 pro m2
Fläche
-
-
Hecken und
Gehölzstreifen
Alle Elemente müssen Teil einer FLIK-Fläche ßenbauverwaltung gepflegt werden, sind nicht
sein. Strukturelemente, wie zum Beispiel Baum- Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche und werreihen entlang von Straßen, welche von der Stra- den nicht berücksichtigt.
Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 11
Wie berechne ich den Anteil ökologisch wertvoller Flächen (EFA) auf meinem Betrieb?
i
Bei der Berechnung der benötigten bzw. vorhandenen ökologischen
Flächen auf dem Betrieb ist es ratsam:
1. Längen und Flächen beim Berechnen abzurunden.
2. Es ist ratsam etwas mehr als 5% ökologisch wertvoller Fläche auf
dem Betrieb vorsehen. Die ökologisch wertvollen Flächen sind prämienfähige Flächen und werden bei der Basisprämie, Ausgleichszulage
und Landschaftspflegeprämie berücksichtigt.
Mit Hilfe der Luftbilder die meinem Flächenantrag
beiliegen:
Die dem Flächenantrag beiliegenden Luftbilder
sind im Maßstab 1/5000. Demnach entspricht
1 cm auf dem Luftbild 50 m in Wirklichkeit. Mit
Hilfe eines einfachen Lineals kann der Landwirt
so
Längen
von Randstreifen abschätzen.
Mitdie
Hilfe
des Geoportals:
Mit Hilfe des Geoportals:
Mit Hilfe des Messtools kann ich Längen und
Flächen messen.
Durch Klicken zeichne ich eine Linie. Mit Hilfe
eines Doppelklicks beende ich die Zeichnung.
Die Länge bzw. Fläche wird automatisch angezeigt.
Eingabe FLIK
Nummer
Messtool
Meine
Zeichnung
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12 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
Mit Hilfe des Messtools kann ich Längen und Flächen messen. Durch Klicken zeichne ich
Rechenbeispiel:
Ein Landwirt bewirtschaftet 100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. 50 ha davon sind
Dauergrünland, 15 ha Feldfutter und 35 ha Ackerland.
Wieviel ökologisch wertvolle Fläche mindestens muss der Landwirt auf seinem Betrieb
aufweisen?
Umfang der Ackerfläche: 15 + 35 = 50 ha Ackerland
Benötigte Öko-Fläche: 50 x 0,05 = 2,50 ha Ökofläche
Berechnung der verschiedenen Ökoflächen:
Ein Teil seiner Ackerflächen liegen am Rande von Waldflächen. Der Landwirt beschließt
Waldrandstreifen anzulegen und auf einer Breite von z.B. 3 Meter keine Kultur anzubauen.
Insgesamt belaufen sich die Waldrandstreifen auf eine Länge von 500 m.
Ökofläche Waldrandstreifen:
500 (Länge) x 6 (Standardbreite) x 1,5 (Gewichtungsfaktor) = 4 500 m2 = 0,45 ha
Ein Teil seiner Ackerflächen liegen am Rande von Bächen. Er entschließt sich
Uferrandstreifen anzulegen. Diese haben eine Breite von 3 Meter und sind mit Gras
eingesät. Insgesamt belaufen sich die Uferrrandstreifen auf eine Länge von 1 800 m.
Ökofläche Uferrandstreifen:
1 800 (Länge) x 3 (Breite) x 1,5 (Gewichtungsfaktor) = 8 100 m2 = 0,81 ha
Zwischen seinen Ackerflächen sind noch 500 m Hecken vorhanden. Des Weiteren sind
noch 500 m halbscheitliche Hecken, welche die Grenze mit seinem Dauergrünland
markieren, auf dem Ackerland vorhanden.
Ökofläche Hecken:
Hecken zwischen Ackerflächen:
500 (Länge) x 5 (Standardbreite) x 2 (Gewichtungsfaktor) = 5 000 m2 = 0,50 ha
Halbscheitliche Hecken:
500 (Länge) x 5 (Standardbreite): 2 (Halbscheitlich) x 2 (Gewichtungsfaktor) = 2 500 m2
= 0,25 ha
Da ein Teil seiner Ackerflächen in Wasserschutzgebieten liegt,
entschließt er sich auf 6 ha Zwischenfrüchte anzubauen.
Ökofläche Zwischenfrüchte:
6 (Fläche) x 0,3 (Gewichtungsfaktor) = 1,8 ha
Gesamt-Ökofläche:
0,45 + 0,81 + 0,50 + 0,25 +1,8 = 3,81 ha
Er erreicht damit im Rahmen des Greenings ein Prozentsatz von:
3,81 : 50 x 100 = 7,62 % Ökoflächen auf seinem Betrieb.
Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 13
3.6.Prämienhöhe
Die Greening-Prämie liegt schätzungsweise bei ungefähr 81 €/ha. Verstöße gegen Greening-Auflagen führen zu Beihilfekürzungen entsprechend der Schwere der Verstöße, bis hin zum Beihilfeausschluss.
Der Hektarbetrag ist einheitlich und wird jedes Jahr anhand der für die Greening-Prämie vorgesehenen Mittel und der Gesamtfläche sämtlicher aktivierter Basisprämienrechte ermittelt.
Vorgesehene Haushaltsmittel für die Greening-Prämie
2015
2016
2017
2018
2019
10 080 900 €
10 063 500 €
10 045 800 €
10 037 700 €
10 029 300 €
4.Die Junglandwirteprämie / Jungwinzerprämie
Diese zusätzliche finanzielle Unterstützung
kann nur Antragstellern gewährt werden, welDie Beihilfe wendet sich ausschließlich an Jun- che ein Anrecht auf eine Basisprämie haben.
glandwirte, Jungwinzer und Junggärtner welche
sich neu und zum ersten Mal auf einem Betrieb 4.3.Prämienhöhe
installieren. Sie soll als finanzielle Unterstützung die Junglandwirte / Jungwinzer / Jung- Der Zuschuss ist im Prinzip ein einheitlicher
gärtner bei einer Betriebsübernahme entlasten. Pauschalbetrag von schätzungsweise 5.000
Ferner soll ein Generationswechsel in der Land- Euro pro Jahr. Liegt aber im Antragsjahr der
wirtschaft, im Weinbau sowie Gartenbau geför- Gesamtwert der geltend gemachten Basisprämienansprüche eines Antragstellers unter dem
dert werden.
des Pauschalzuschusses, so wird ihm lediglich
ein Zuschuss in Höhe dieses Gesamtwerts ge4.2.Bedingungen
währt.
Förderfähig sind Junglandwirte, Jungwinzer
und Junggärtner, die bei der Beantragung der Der Zuschuss kann über maximal 5 AntragsPrämie das 40 Lebensjahr noch nicht über- jahre jährlich beantragt und erteilt werden. Die
Dauer von 5 Jahren wird verringert durch die
schritten haben.
Anzahl der Jahre zwischen der Installierung
Diese Prämie kann von Junglandwirten, Jungund der ersten Beantragung.
winzern und Junggärtnern in Anspruch genommen werden, welche erstmals die Leitung ei- Für die Förderung der Junglandwirte, Jungwinnes Betriebes in Luxemburg übernehmen. Dies zer und Junggärtner stehen höchstens 2 % des
setzt voraus, dass alle gesetzlich gestellten Gesamtförderungsetats zur Verfügung. ÜberRahmenbedingungen zur Erstinstallation ein- steigt der Gesamtbetrag sämtlich gewährter
gehalten sind. Die Prämie kann bis zu 5 Jahre Zuschüsse den gesetzten Rahmen von 2 %, so
nach dem Erstinstallationsdatum nachträglich werden die Beihilfebeträge je Antragsteller in
beantragt werden, aber dies nicht rückwirkend. diesem Jahr anteilsmäßig verringert.
4.1.Zielsetzung
14 Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
5.Die gekoppelte Leguminosenbeihilfe
5.1.Zielsetzung
Die Leguminosenbeihilfe ist eine an die Fläche gekoppelte finanzielle Unterstützung für
interessierte Landwirte. Sie soll einen Anreiz
zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des
Anbaus dieser Kulturen schaffen. Gleichzeitig können die Leguminosenanbauflächen als
EFA-Flächen im Rahmen des Greenings mit angerechnet werden.
5.2.Bedingungen
wird, müssen nach den ortsüblichen Normen
mit ­Leguminosen angebaut werden.
Werden Leguminosen in Mischung mit Getreide ausgesät, wird die Prämie gezahlt, sofern
die Mischung überwiegend aus Leguminosen
besteht. Leguminosen-Gras Mischungen sind
nicht beihilfefähig.
Die für die Prämie gemeldeten Leguminosenflächen können gleichzeitig Gegenstand eines
Antrags auf die Basisprämie, Ausgleichszulage
und Landschaftspflegeprämie sein.
Für Leguminosen wird ab dem Erntejahr 2015
5.3.Prämienhöhe
eine flächenbezogene Prämie für im Großherzogtum Luxemburg gelegene Anbauflächen ge- Die Prämienhöhe beträgt voraussichtlich 200 €/
ha. Dieser Betrag gilt für eine förderfähige Höchstwährt.
fläche von 800 Hektar. Übersteigt die förderfähiDer Antragsteller muss aktiver Landwirt sein.
ge Gesamtfläche diese Referenzfläche, so wird die
Die Flächen, für die eine Prämie beantragt Prämie pro Hektar anteilsmäßig verringert.
6.Wie kann ich meine Prämiensituation
2015-2019
abschätzen?
In
der
folgenden
Graphik
sind
die
Gewinne/Verluste
2014-2019
6. Wie kann ich meine Prämiensituation 2015-2019 abschätzen?
nach
Betriebsprämienanspruchsklassen
2014) (Durchschnitt
gehaltenen
Ansprüche)
In der folgenden Graphik sind die (Wert
Gewinne/Verluste
2014-2019der
nach
Betriebsprämienandargestellt:
spruchsklassen (Wert 2014) (Durchschnitt der gehaltenen Ansprüche) dargestellt:
Rechenbeispiel 1: Der Wert der Prämienansprüche liegt über dem nationalen
Durchschnittswert
Service d’économie rurale Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen 15
Rechenbeispiel 1:
Der Wert der Prämienansprüche liegt über dem nationalen Durchschnittswert
Ein Landwirt bewirtschaftet 100 ha prämienfähiger Fläche. Seine Betriebsprämie beläuft sich 2014 auf 33 000
€. Seine Fläche bleibt in den Jahren 2015 bis 2019 konstant bei 100 ha.
Wie stellt sich seine Prämiensituation in den Jahren 2015 bis 2019 schätzungsweise dar?
Betriebsprämie 2014: Prämienfähige Fläche 2015: Betriebsprämie 2014: 33 000 €
100 ha
Durchschnittswert der Prämienansprüche: 33 000 : 100 = 330 €/ha
Basisprämie 2015:
Der Finanzrahmen der Basisprämie beträgt schätzungsweise 70% des Finanzrahmens der Betriebsprämie.
Demnach wird der Wert der Prämienansprüche entsprechend angepasst.
Angepasster Wert der Basisprämienansprüche: 330 x 0.70 = 231 €/ha
Berechnung der Konvergenz: Der Durchschnittswert aller Basisprämienansprüche beträgt 185 €/ha. Ist der angepasste Wert der
Basisprämienansprüche höher als dieser Durchschnittswert, wird der Teil, welcher den Durchschnitt von 185 €/
ha übersteigt, um schätzungsweise -20% (-4% pro Jahr, in den Jahren 2015-2019) gekürzt.
Betrag über dem Durchschnittswert: Betrag der Gesamtkürzung:
Kürzung pro Jahr im Zeitraum 2015-2019:
231 - 185 = 46 €/ha
46 x -0,20 = -9,20 €/ha
-9,20 : 5 = -1,84 €/ha
Wert der Basisprämienansprüche im Zeitraum 2015 – 2019:
2015
231 – 1,84 = 229,16 €/ha
2016
2017
2018
2019
229,16 – 1,84 = 227,32 €/ha 227,32 – 1,84 = 225,48 €/ha 225,48 – 1,84 = 223,64 €/ha 223,64 – 1,84 = 221,80 €/ha
Betrag der Basisprämie im Zeitraum 2015 -2019:
2015
2016
2017
2018
2019
229,16 x 100 = 22 916 €
227,32 x 100 = 22 732 €
225,48 x 100 = 22 548 €
223,64 x 100 = 22 364 €
221,80 x 100 = 22 180 €
Betrag der Greening-Prämie:
Es wird angenommen, dass der Landwirt alle Greening-Auflagen erfüllt und in den Genuss der vollen GreeningPrämie kommt. Die einheitliche Greening-Prämie wird auf 81 €/ha geschätzt.
Betrag der Greening Prämie im Zeitraum 2015 – 2019:
100 x 81 = 8 100 € pro Jahr.
Prämiensituation im Zeitraum 2015-2019:
16 2015
2016
2017
2018
2019
22 916 + 8 100 = 31 016 €
22 732 + 8 100 = 30 832 €
22 548 + 8 100 = 30 648 €
22 364 + 8 100 = 30 464 €
22 180 + 8 100 = 30 280 €
Die GAP Reform 2015 im Bereich Direktzahlungen
Service d’économie rurale
Rechenbeispiel 2:
Der Wert der Prämienansprüche liegt unter dem nationalen Durchschnittswert
Ein Landwirt bewirtschaftet 100 ha prämienfähiger Fläche. Seine Betriebsprämie beläuft sich 2014 auf 19 500
€. Seine Fläche bleibt in den Jahren 2015 bis 2019 konstant bei 100 ha.
Wie stellt sich seine Prämiensituation in den Jahren 2015 bis 2019 schätzungsweise dar?
Betriebsprämie 2014: Prämienfähige Fläche 2015: Betriebsprämie 2014: 19 500 €
100 ha
Durchschnittswert der Betriebsprämienansprüche: 19 500 : 100 = 195 €/ha
Basisprämie 2015:
Der Finanzrahmen der Basisprämie beträgt schätzungsweise 70% des Finanzrahmens der Betriebsprämie.
Demnach wird der Wert der Prämienansprüche entsprechend angepasst.
Angepasster Wert der Basisprämienansprüche: 195 x 0.70 = 136,50 €/ha
Berechnung der Konvergenz:
Der Durchschnittswert aller Basisprämienansprüche beträgt 185 €/ha. Ist der angepasste Wert der
Basisprämienansprüche niedriger als dieser Durchschnittswert, werden die angepassten Basisprämienansprüche
eventuell erhöht oder bleiben unverändert:
Der angepasste Wert der Basisprämienansprüche beträgt zwischen
0,00 und 83,25 €/ha
Der angepasste Wert der BasisprämienDer angepasste Wert der Basisprämienansprüche beträgt zwischen
ansprüche beträgt zwischen
83,25 und 166,50 €/ha (90% von 185 €/ha) 166,50 (90% von 185 €/ha) und 185,00 €/ha
Der angepasste Wert der Basisprämienansprüche wird auf 60% des Durchschnittwerts erhöht.
Mindestwert = 111,00 €/ha
Der angepasste Wert der Basisprämienansprüche wird um 1/3 der Differenz
zwischen 166,50 €/ha und dem angepassten Basis-prämienanspruch erhöht.
Der angepasste Wert der Basisprämienansprüche bleibt unverändert.
Der angepasste Wert der Basisprämienansprüche beträgt zwischen 83,25 €/ha und 166,50 €/ha.
Differenz zwischen 166,50 €/ha und 136,50 €/ha:
Wert der Gesamtaufstockung: Aufstockung pro Jahr im Zeitraum 2015-2019: 166,50 -136,50 = 30 €/ha
30 : 3 = 10 €/ha
10 : 5 = 2 €/ha
Wert der Basisprämienansprüche im Zeitraum 2015 – 2019:
2015
2016
2017
2018
2019
136,50 + 2,00 = 138,50 €/ha 138,50 + 2,00 = 140,50 €/ha 140,50 + 2,00 = 142,50 €/ha 142,50 + 2,00 = 144,50 €/ha 144,50 + 2,00 = 146,50 €/ha
Betrag der Basisprämie im Zeitraum 2015 -2019:
2015
2016
2017
2018
2019
138,50 x 100 = 13 850 €
140,50 x 100 = 14 050 €
142,50 x 100 = 14 250 €
144,50 x 100 = 14 450 €
146,50 x 100 = 14 650 €
Betrag der Greening-Prämie:
Es wird angenommen, dass der Landwirt alle Greening-Auflagen erfüllt und in den Genuss der vollen GreeningPrämie kommt. Die einheitliche Greening-Prämie wird auf 81 €/ha geschätzt.
Betrag der Greening Prämie im Zeitraum 2015 – 2019:
100 x 81 = 8 100 € pro Jahr
Prämiensituation im Zeitraum 2015-2019:
2015
2016
2017
2018
2019
13 850 + 8 100 = 21 950 €
14 050 + 8 100 = 22 150 €
14 250 + 8 100 = 22 350 €
14 450 + 8 100 = 22 550 €
14 650 + 8 100 = 22 750 €
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Kontakte:
Sollten Sie Fragen zu dieser Informationsbrochüre sowie
allgemein zur Reform der Direktzahlungen haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Jean-Paul DIDIER
Tel.: 247- 82573
E-Mail: jean-paul.didier@ser.etat.lu
Pol PETERS
Tel.: 247- 72551
E-Mail: pol.peters@ser.etat.lu
Georges THEWES
Tel.: 247- 82575
E-Mail: georges.thewes@ser.etat.lu
Basisprämie und Junglandwirteprämie
Arthur SCHMITZ
Tel.: 247- 82583
E-Mail: arthur.schmitz@ser.etat.lu
Greening-Prämie: Erhalt von Dauergrünland
Patrick STRANEN
Tel.: 247- 82595
E-Mail: patrick.stranen@ser.etat.lu
i
Des Weiteren stehen wir Ihnen auf dem Stand des Landwirtschaftsministeriums
auf der „Foire Agricole“ vom 4. bis 6. Juli 2014 in Ettelbrück
und am Sonntag den 13. Juli 2014 auf dem „Daag um Baurenhaff“ in Contern Rede und Antwort.
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