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Technik - Musik - Lebensart
hifi-stars.de
Ausgabe 25 - Dezember 2014 - Februar 2015
Seite_001_Titel.pdf
1
19.11.14
20:23
ISSN 1867-5166
Ausgabe 25
Dezember 2014 Februar 2015
KSDIGITAL 2080
|
JOHNNY MARR
|
ONDU LOCHKAMERA
Technik
Aktiv-Kompaktmonitore AIR-X 403 von ELAC
Kopfschütteln inklusive
Es beginnt bereits beim Auspacken: „In diesem kleinen
Karton sollen zwei AKTIVE Abhörmonitore Platz finden?“, fragt sich der Elac-Laie staunend. „Sicher doch!“
kann darauf die Antwort der Kenner nur lauten. Aufgrund
vorhergehender Erfahrungen mit anderen „Kleinen“ aus
dem Hause Elac weiß nämlich nicht nur ich längst, daß
man sich in Kiel bestens darauf versteht, aus erstaunlich
kompakten Gehäusen richtig viel Klang zu holen. Die
Aktivelektronik zusätzlich noch unterzubringen ist allerdings schon eine echte Leistung.
Mit 7,8 kg Gewicht pro Lautsprecher bleibt das Ganze
auch im wahrsten Sinne des Wortes „tragbar“. Und dann
weisen diese „niedlichen Teile“ (O-Ton aus weiblichem
Munde zur schicken, weißlackierten Ausführung) auch
noch die Option der kabellosen Signalübertragung auf
– dafür steht das „AIR“ in der Modellbezeichnung. Um
es vorwegzunehmen: Die Wiedergabe ohne Lautsprecherkabel funktionierte einwandfrei und ist sicher der
Traum so mancher geplagten Hausfrau, denn wo nichts
im Weg liegt…! Aber auch Technikbegeistere dürften
diese Variante spannend finden: Entfallende Übergänge
und Übergangswiderstände, keine „Kabeleinspielzeiten“
oder falsch ausgerichtete Strippen mehr.
Mir persönlich ist der Gedanke an eine weitere aktive
Strahlungsquelle im Hause zwar nicht unbedingt angenehm, aber ich wollte doch möglichst unvoreingenommen
beide Modi – mit und ohne Kabel – hören. Was ich ausgiebig tat. Konkret bedeutet dies, daß mir nach etlichen
Musiksessions der Verbund der Elacs mit den hochwertigen Sommer-Cable-Lautsprecherkabeln aus der aktuellen „Excelsior“-Serie in Sachen Detailauflösung und
Baßdruck sowie Loslösung des Klangbildes von den
Speakern letztendlich doch mehr zusagte als der Aufbau
„ohne“, jener aber durchweg bereits sehr gut zu gefallen
wußte. Die meinerseits erwarteten deutlichen Klangverluste blieben insgesamt ebenso aus, wie die von den BeHifi­­­ ‐­ Stars
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fürwortern des Kabelverzichts erhofften Klanggewinne.
Das Ergebnis (in sehr freier Anlehnung an Loriots „Ein
Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“ formuliert):
Das Musikhören ohne Kabel zum Lautsprecher ist möglich, aber nicht notwendig. Es bleibt aufgrund der hohen
Qualität eine Frage des persönlichen Geschmacks – oder
der innerfamiliären Mitbestimmung , ob man Musik
„mit“ oder „ohne“ genießen möchte. Meine weiteren
Hörreihen erfolgten mit den Verbindern aus Straubenhardt, also „konventionell“.
Zunächst zur Technik
Die AIR-X 403 basiert auf dem passiven Modell BS 403,
das dank seiner erstaunlichen „Klanggröße“ ja bereits
längst dem Geheimtippstatus entwachsen ist. Was also
hat die „Neue“ mehr zu bieten? Es beginnt logischerweise mit dem Verstärkereinschub. Dieser leistet maximal
225 Watt und versorgt somit die beiden Chassis mit genügend Futter. Ein integrierter DSP übernimmt die
Funktion einer Frequenzweiche bereits vor der Verstärkereinheit – getrennt wird bei 2.700 Hz.
Als Hochtöner fungiert der auf der „Air Motion
Transformer“-Technologie von Dr. Oskar Heil (20.03.1908
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– 15.05.1994) basierende, bestens beleumundete JET-Hochtöner in der Inkarnation 5; die
Tiefmitteltonabteilung repräsentiert der 150
mm AS-XR-Aluminiumsandwich-Konus in
„Kristall“-Optik. Dieser strahlt mittels eines
Baßreflexrohres an der Geräteunterseite zusätzlich seine rückwärtigen Schallanteile auf
eine in exakt definiertem Abstand fest verschraubte Bodenplatte ab, was dem Tieftonvermögen zugutekommt.
An der Rückseite des Gehäuses finden sich
neben dem Ein-/Ausschalter noch die Anschlußoptionen für den „verkabelten“ Betrieb
in symmetrischer XLR- oder unsymmetrischer
Cinch-Variante sowie die Umschaltmöglichkeit auf Digital Wireless Audio; hier kommt
dann der „AIR-X Base Sender“ ins Spiel, der
für einen Aufpreis von 390 Euro den Verzicht
auf das „Strippenziehen“ zum AIR-X 403 ermöglicht. An dieser Einheit können bis zu
vier Quellengeräte angeschlossen werden,
deren Signale dann per Funk zu den Lautsprechern der AIR-X-Serie gelangen. Da drei
verschiedene Kanäle zur Verfügung stehen,
können bis zu drei Lautsprecherpaare gleichzeitig betrieben werden – etwa der CD-Player via Kanal 1 zum Lautsprecher im Wohnzimmer, der Streaming-Client auf Kanal 2 zum
Arbeitszimmer und der Fernsehton auf Kanal
3 zum Kinderzimmer. Die Kontrolleinheit wird ihrerseits
von der Infrarot-Fernbedienung gesteuert. Sie merken
bereits: Die Möglichkeiten sind weitreichend – ein Multiroom-System ist somit gegebenenfalls rasch konzipiert
und aufgebaut. Details zu den verschiedenen Optionen
sind im vorbildlich bebilderten und gut beschriebenen
Handbuch nachzulesen.
Die in weißem oder auch schwarzem Klavierlack erhältlichen Speaker bieten mittels eines „Mäuseklaviers“ noch
Einstelloptionen, um beispielsweise freie Aufstellung im
Raum ebenso optimal zu ermöglichen wie ihre wandnahe Platzierung. Des Weiteren ist die Anhebung von Tief(bei 80 Hz) und Hochton (bei 12 kHz) separat um jeweils
+2 dB möglich; die altbekannte „Loudness“-Schaltung
ist präsent, die Helligkeit der blauen Funktions-LED kann
mittels Day-/Night-Schalter beeinflußt werden. Im NightModus ist zudem die Ein-/Ausschaltautomatik abgeschaltet, sodaß dann ausschließlich die Fernbedienung die
Aktivierung oder Deaktivierung der AIR-X ermöglicht.
Soviel zur Technik. Mehr will ich zur Konstruktion nicht
ausführen. Klein, hübsch, aktiv – das ist sie, die AIR-X
403. Doch was hat die kleine Kielerin denn nun an Klangvermögen zu bieten?
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Ich lasse es krachen…!
Auch wenn es unfair sein mag: Ich mußte einfach etwas
„Schwermetall“ auf die kleinen Aktivisten aus dem Hause Elac loslassen. Und so begann ich mit AC/DC und
dem hierzulande wie in den USA mit fünffachem PlatinStatus versehenen 2008er „Black Ice“-Album. Eine echte Zumutung – und doch erstaunlich souverän gemeistert
von den AIR-X 403. Gut, zum Thema satter Baßdruck
ist der Einsatz beispielsweise eines der hauseigenen Subwoofer (z.B. des Sub 2030) empfehlenswert. Aber auch
mit „Fremdwoofern“ ist der Air-X 403 bestens kombinierbar; ich habe beispielsweise mit großem Vergnügen
den PSB HD8 als Tieffrequenz-Unterstützer genutzt.
Erstaunlich, was da passiert: Die Australier rocken, was
das Zeug hält, der mitunter „amerikanisch“ daherkommende Sound hat förmlich Überdruck. Und die Elacs
bleiben nordisch-cool, nämlich klanglich neutral, vollkommen unbeeindruckt rekreieren sie die Power-Orgien der australischen Dauerbrenner. Da kann Brian Johnson schreien und krächzen soviel er mag: die AIR-X 403
kriegt er nicht klein (…pun intended!…), die kleinen
Kielerinnen bleiben tonal vorbildlich seriös und vermitteln dennoch zugleich jede Menge Spaß.
Dasselbe geschah unter anderem bei Metallica (Black
Album), Hammerfall, Tyr und vielen anderen härtermetallischen Werken.
Ein weiteres Beispiel für die Fähigkeit der Elacs, auch
mit den gröberen Herausforderungen des musikalischen
Lebens fertigzuwerden, stellt „Nur Die Besten Werden
Alt“ von J.B.O. (2014, AFM Records) dar. Die Spaßmetaller aus dem fränkischen Erlangen legen zum 25sten
Bandgeburtstag ein neues Studio mit zusätzlicher LiveCD vor. Dabei werden wieder mal, neben eigenen Werken, ein paar mehr oder weniger bekannte Songs vermetalt – was die Grundlage etwa für „Death Is Death“
oder „Metal No. 666“ bildet ist ja nicht schwer zu erraten.
Das simple Rezept geht erneut voll auf: Es macht einfach
einen Heidenspaß, den „Verteidigern Des Blödsinns“
dabei zuzuhören, wie sie „Ein Fest“ mit „Bolle“ feiern,
um überraschend festzustellen „I Don’t Like Metal“ – was
erklärt, warum heute „Ein Guter Tag Zum Sterben“ ist
(…und das schon seit vielen Jahren…!). So ganz nebenbei erzeugen und vermitteln die Juxbarden um Vito und
Hannes nicht nur Partylaune, sondern rufen etwas wach,
das heutzutage nur allzu oft verloren geht: Die simple
Freude an der Musik. Und damit liegt die Band exakt auf
der Linie der kleinen Elac-Aktivisten. Die bereiten nämlich auch immer wieder aufs Neue akustisches Vergnügen
– und zwar nicht nur mit Rock, sondern mit jeder Art
von Musik. Denn diese Speaker lieben es, von fein aufgelösten Details bis zu grummelnden Baßläufen alles
präzise wiederzugeben – in letzterem Punkt allerdings
gern von einem erstklassigen reinen Tieftonspezialisten
(a.k.a. Subwoofer) unterstützt. Sie wissen schon – die
Grenzen der Physik…
Sanftere Töne
Stimmenwiedergabe ist also erwartungsgemäß eine der
Schokoladenseiten der Elac. Denn schon die Abmessungen sprechen dafür. (Erinnert sei an dieser Stelle an die
Aussage des renommierten ehemaligen BBC-Ingenieurs
und Spendor-Gründers Spencer Hughes, der sinngemäß
konstatierte, ein Schallerzeuger, der in etwa [menschliche]
Kopfgröße habe, müsse logischerweise Stimmen natürlicher wiederzugeben in der Lage sein als eine ‚große
Kiste‘.) Folglich muß Chely Wright ran: Die CountryChanteuse begleitet nun seit vielen Jahren mit diversen
ihrer CDs meine Hörberichte - und immer wieder vermag
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mich ihre Stimme zu faszinieren. Für die Elacs ist das
Vermitteln der feinen Stimmungsparameter erwartungsgemäß eine leichte Übung. Ob nun „Shut Up And Drive“(1997, CD „Let Me In“), „She Went Out For Cigarettes” (2000, CD „Single White Female”) oder „The Love
That We Lost” (1996, CD „Right In The Middle Of It”)
– immer packt mich die Ausdrucksstärke der aus Kansas
City (Missouri) stammenden Sängerin und vermittelt
pure Emotion. Einfach toll!
Nur folgerichtig, daß als nächstes Suzanne Vega mit „Solitude Standing“ (veröffentlicht 1987) in meinem Musikzimmer virtuell auftrat. Denn Lieder wie „Luka“ und
„Tom’s Diner“ (in der originalen, noch nicht von DNA
remixten Version, wobei letztere zu Vegas größtem kommerziellem Erfolg werden sollte) erzählen, sparsam orchestriert und geradezu zurückhaltend arrangiert, gefühlvoll Geschichten. Geschichten, denen man einfach
zuhört – oh ja, gar zuhören muß. Wer dabei keine Gänsehaut bekommt, ist wohl schon mehr als nur ein wenig
abgebrüht…
Zuhören müssen – das ist auch das Stichwort für die letzte CD, welche ich in diesem Bericht erwähnen möchte.
Wobei – es ist eigentlich keine einzelne CD, sondern eine
CD-Box: „Unearthed“ von Johnny Cash erschien 2003
und enthält auf insgesamt fünf Scheiben viele Alternativversionen bekannter Songs aus der letzten Schaffensphase des „Man In Black“. Die fünfte CD besteht aus einer
subjektiv von Rick Rubin, dem Produzenten der Aufnahmen, zusammengestellten, durchaus gelungenen Kompilation der bis dahin erschienenen „American Recordings
I – IV“. Von CD 1 auf „Unearthed“, auch „Who‘s Gonna
Cry“ betitelt und aus Solo-Tracks bestehend, die nicht auf
„American Recordings I“ erschienen sind, über CD 2
(„Trouble in Mind“, Coversongs, die u.a. mit Unterstützung
von Tom Petty und den Heartbreakers und Bandmitgliedern der Red Hot Chili Peppers aufgenommen wurden)
und 3 („Redemption Songs“ - enthält Aufnahmen aus den
Sessions zu „American III“ und „American IV“) bis zu
„My Mother’s Hymn Book“, einer Sammlung von Gospelsongs, die CD 4 füllen, ist hier einfach alles hörenswert.
Und zu CD 5 sage ich nur: Spätestens die Zerbrechlichkeit, die im letzten Track, „Hurt“, zum Tragen kommt,
berührt jeden, der in der Lage ist, sich auf die Faszination Johnny Cash einzulassen. Dank der Elac AIR-X 403
fällt das jedoch leicht – mit der geschmeidigen Eleganz
einer Katze umschiffen diese Lautsprecher klangliche
Klippen und lassen stets die Essenz der Musik für sich
sprechen.
Auf den Punkt gebracht
Das Klangvermögen der Elac AIR-X 403 wird
wegen ihrer Abmessungen gar manches ungläubige Kopfschütteln auslösen. Und ergänzt man
die Lautsprecher aus dem Norden Deutschlands
gar mit einem passenden aktiven Subwoofer,
wird aus dem Kopfschütteln bei Klassikbegeisterten oder Jazzanhängern endgültig begeistertes Nicken, Rockfans gehen zum Headbanging über. Die optionale Kabelfreiheit ist sicher
für viele Musikfreunde reizvoll. Ob man sie nun
mit oder ohne Lautsprecherkabel betreibt, das
ist Geschmackssache; außer Frage steht so oder
so: Die Elac AIR-X 403 ist ein klanglicher Hit
aus Kiel!
Information
ELAC AIR-X 403
Höhe x Breite x Tiefe: 308 × 166 × 280 mm
Gewicht: 7,8 kg
Bauart: 2-Wege, Vollaktiv, Baßreflex
Tieftöner: 1 × 150 mm AS-XR Konus
Hochtöner: 1 × JET 5
Übergangsfrequenz: 2.700 Hz
Frequenzbereich (IEC 268-5): 38 ... 23.000 Hz
Maximale Verstärkerleistung: 225 W an 4 Ohm,
Class A/B
Eingänge: 1x symmetrisch (XLR),
1x unsymmetrisch (Cinch)
Digitale Eingänge: Digital Wireless Audio,
2.4 GHz KleerNet
Eingangsempfindlichkeit:
700 mV (Cinch)/0 dBu (XLR)
Eingangswiderstand:
7.8 kOhm (Cinch)/7.1 kOhm (XLR)
Netzspannung: 115 ... 240 V~ / 50...60 Hz
Leistungsaufnahme: max. 320 W
Preis: 1.450 €/Stück
AIR-X Base: 390,- €
Hersteller:
ELAC Electroacustic GmbH
Rendsburger Landstraße 215
24113 Kiel
Telefon: +49 (431) 64 77 4-0
Telefax: +49 (431) 68 21 01
E-Mail: info@elac.com
Wolfgang Vogel
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