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Individueller Standard - ResearchGate

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26.02.2007
17:21 Uhr
Seite 134
Vorgehensmodell
PRAXIS
V-Modell XT an Unternehmen anpassen (Teil 1)
Individueller
Standard
Marco Kuhrmann, Ulrike Hammerschall,
Thomas Ternité, Marc Sihling
Nur selten vertrauen Projektleiter auf standardisierte
Vorgehensmodelle. Zu aufwendig sei deren Anpassung und zu
bürokratisch die Vorgaben. Das V-Modell XT soll mit diesen
Einschätzungen aufräumen. Ein zweiteiliger Leitfaden zeigt,
wie es sich für eigene Projekte justieren lässt.
U
nsere Fähigkeiten, Systementwicklung erfolgreich durchzuführen, wachsen langsamer als
der Bedarf hierfür. Viele Projekte
scheitern mit viel Getöse, Toll Collect
und die Arbeitslosengeld-2-Software
sind beileibe keine Einzelfälle. Mit
wachsender Projektgröße gestaltet sich
134
die Koordination der Beteiligten, die
Abstimmung des Informationsflusses
und mithin die Einhaltung der geforderten Qualität als immer schwieriger.
Das V-Modell XT bietet ein strukturiertes Rahmenwerk an, mit dessen
Hilfe die Anwender signifikante Verbesserungen erzielen können. Als stan-
dardisiertes Vorgehensmodell regelt es,
wer wann was zu tun hat [1], [2].
Da das V-Modell umfangreiche Projekte ebenso abdecken soll wie kleine
Vorhaben, zeigt es sich an manchen
Stellen zu allgemein und an anderen bietet es zu viele Optionen. Möchte ein
Projektleiter beispielsweise wissen, wie
er eine Aufwandsschätzung durchführen
soll, findet er klare Vorgaben zum Endergebnis beziehungsweise zahlreiche
mögliche Vorgehensweisen (etwa Function Points [3] oder Cocomo [4]). Meist
benötigt er diese Vielfalt nicht. Das
V-Modell kann seine Aufgabe als Leitfaden besser erfüllen, wenn seine Vorgaben eine konkretere Form bekommen.
Also müssen die Benutzer ein sogenanntes organisationsspezifisches
V-Modell erstellen, das beispielsweise
die Function-Point-Methode als Schätzverfahren und ein bestimmtes ExcelFormular als Werkzeug vorschreibt.
Das derart angepasste Vorgehensmodell legt somit Vorgaben für alle Projekte der Organisation fest. Aus dieser
präzisierten Variante entsteht in einem
weiteren Anpassungsschritt, dem Tailoring, ein projektspezifisches Modell.
Für das Maßschneidern stehen dem
Modellierer zwei Open-Source-Werkzeuge zur Verfügung, der Editor und
der Projektassistent (siehe Kasten
„Werkzeugkasten“).
Das V-Modell definiert das Zusammenspiel aller Ressourcen im Verlauf eines Projekts anhand von Rollen,
Aktivitäten und Produkten, die aus Übersichtlichkeitsgründen in Vorgehensbausteinen gruppiert sind, die jeweils einen
thematisch zusammengehörigen Teilprozess abdecken (siehe Kasten „V-ModellJargon“). Beispielsweise liegt das Produkt Projekthandbuch zusammen mit
der Rolle Projektleiter sowie der Aktivität Projekthandbuch fertig stellen im
Vorgehensbaustein Projektmanagement
(Abbildung 1).
Bauen auf solidem Grund
Jedes Projekt verwendet eine Grundmenge von Vorgehensbausteinen,
die elementare Managementprozesse
definieren: Projektmanagement, Qualitätssicherung, Problem- und Änderungsmanagement sowie Konfigurationsmanagement. Optionale Bausteine
können die Beteiligten hinzufügen. Der
Projekttyp legt fest, welche davon verpflichtend sind und welche nicht. Unverzichtbar sind etwa die Anforderungsfestlegung für Auftraggeber- oder die
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V-Modell-XT-Projekt
V-Modell XT
V-Modell-XT-Kern
Projektmanagement
Problemund Änderungsmanagement
Messung und
Analyse
Projektmanagement
Problemund Änderungsmanagement
Qualitätssicherung
Konfigurationsmanagement
Vertragsschluss AG
Qualitätssicherung
Konfigurationsmanagement
Anforderungsfestlegung
Vorgehensbausteine
Systemerstellung
Messung und
Analyse
SWEntwicklung
Anforderungsfestlegung
Vertragsschluss AG
...
Beim Tailoring legt der Anwender
die Inhalte des Projekts über die
Wahl von Vorgehensbausteinen
fest (Abb. 1).
Systemerstellung für Auftragnehmerprojekte. Den Vorgehensbaustein „Messung und Analyse“ benötigt man beispielsweise, wenn es gilt, in einem
Projekt Kennzahlen zu ermitteln, um es
im Rahmen eines Benchmark zu bewerten oder mit anderen zu vergleichen.
Im Zuge des Tailoring reduziert sich
die Anzahl der grundsätzlich verfügbaren Bausteine zum Teil erheblich. Getreu dem Motto: „Es wird nur das gemacht, was notwendig ist“ entfallen die
Teile, die für das Projekt keine unmittelbare Bedeutung haben.
Bisher ist noch keine Aussage zur
prinzipiellen Vorgehensweise gefallen.
Wichtig für die Projektdurchführung
sind Entscheidungspunkte, die als Meilensteine gelten können, an denen bestimmte Ergebnisse in einem qualitätsgesicherten Zustand vorliegen müssen.
Beispielsweise gibt es einen Entschei-
dungspunkt Projekt definiert, zu dem
ein Projekt- und ein Qualitätssicherungshandbuch sowie ein Projektplan
vorliegen sollten. Die Projektdurchführungsstrategie legt die Reihenfolge für
die Entscheidungspunkte und somit der
Produkterstellung fest. Schon beim
Tailoring lässt sich ein erster, initialer
Projektplan erzeugen.
Alle Konzepte und Teile des V-Modells sind in großen Bereichen anpassbar. So dürfen die Modellierer beispielsweise neue Produkte oder Rollen in
bestehenden Vorgehensbausteinen definieren oder eigene schaffen. Weiterhin können sie zusätzliche Projekttypen
einführen oder etablierte Vorgehensweisen in Form einer Projektdurchführungsstrategie abbilden.
Ein kleines, praktisch nachvollziehbares Beispiel soll die theoretischen
Ausführungen mit Leben füllen: Das
x-TRACT
●
Das V-Modell lässt sich an organisations- und projektspezifische Gegebenheiten
anpassen.
●
Beim sogenannten Tailoring setzt der Anwender die vorgegebenen Vorgehensbausteine neu zusammen und fügt bei Bedarf eigene hinzu.
●
Anhand eines praktischen Beispiels zeigt der erste Teil des V-Modell-Leitfadens, wie man
einen neuen Vorgehensbaustein für ein projektspezifisches Vorgehensmodell erzeugt.
Werkzeugkasten
Im Gegensatz zu anderen Vorgehensstandards sind die Quellen und die
Werkzeuge des V-Modells frei erhältlich. Die XML-Datei enthält die komplette Beschreibung zum Vorgehensmodells basierend auf einem Metamodell.
Aus dieser Datei und zahlreichen Grafiken wird die Dokumentation erzeugt,
wie sie auch auf der Homepage des
V-Modells liegt.
Der Projektassistent unterstützt den Projektleiter bei der Initialisierung eines
neuen Entwicklungsvorhabens. Das
Werkzeug durchforstet die XML-Datei
nach allen definierten Vorgehensbausteinen, Projektdurchführungsstrategien et
cetera und erstellt daraus eine Oberfläche, über die sich das Tailoring abwickeln lässt.
Unternehmen und Behörden sollen die
mitgelieferten Quellen an ihre Bedürfnisse anpassen. Zu diesem Zweck bietet
sich der Editor an, der die Inhalte der
XML-Datei als hierarchische Gruppe
von Formularen anzeigt. Hier lassen sich
beispielsweise neue Vorgehensbausteine
hinzufügen und neue Produkte ausgestalten. Das Ergebnis dient als Eingabe
für den Projektassistenten.
Management einer kleinen Softwarefirma beschließt, ihre Projektdurchführung auf das V-Modell XT umzustellen. Die Kunden verlangen, dass sie
ihre Software inklusive Dokumentation
bestehend aus Betriebshandbuch und
Anwenderhandbuch geliefert bekommen. Passende Komponenten hält das
V-Modell zwar schon parat (Vorgehensbausteine: Systemerstellung und
Logistikkonzeption), jedoch sind die
Projekte üblicherweise zu klein für die
standardmäßig definierten Konzepte.
Darüber hinaus hat das Softwarehaus
selbst schon eine Dokumentenvorlage
für die genannten Manuale entwickelt.
Es möchte nun in Form einer Erweiterung ihre eigenen Dokumentationsrichtlinien im organisationsspezifischen
V-Modell verankern.
Der Weg zum
richtigen Vorgehen
Dazu müssen die Modellierer zunächst
verschiedene Dinge anlegen: Zuerst
den Vorgehensbaustein SW-Dokumentation, dann die Produkt- und Aktivitätsgruppen, danach die Produkte Betriebshandbuch, Anwenderhandbuch
mit Themen sowie Aktivitäten und
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Vorgehensmodell
PRAXIS
Bei der Anpassung
des Modells hilft
der Editor. In der
Strukturansicht sieht
man den neuen
Vorgehensbaustein
SW-Dokumentation
(Abb. 2).
V-Modell-Jargon
Aktivität: Jedes Produkt ist einer Aktivität zugeordnet. Aktivitäten verändern
also Produkte. Sie untergliedern sich in
Teilaktivitäten.
Entscheidungspunkt: Hier legt man
fest, welche Produkte an einer bestimmten Projektstufe fertiggestellt sein sollen.
externes Produkt: Externe Produkte
(zum Beispiel Einheiten, Hardwareoder Softwaremodule) können außerhalb des V-Modell-Projekts erstellt
werden. Für diese Produkte gibt das
V-Modell nicht in allen Fällen Rollen
und Aktivitäten an.
initiales Produkt: Dieser Begriff steht
für ein Produkt, das in jedem Fall und
nur einmal erstellt werden muss.
organisationsspezifisches Vorgehensmodell: Das V-Modell lässt sich an die
Organisation anpassen und um organisationseigene Prozesse ergänzen.
Produkt: Nicht nur das zu erstellende
System, sondern alle Dokumente, Prüfprotokolle, Softwaremodule, kurz, alle
Erzeugnisse muss der Anwender im
V-Modell durch Produkte beschreiben.
Projektdurchführungsstrategie: Sie
legt eine Reihenfolge fest, in der die für
das Projekt relevanten Entscheidungspunkte durchlaufen werden müssen.
Projekttyp: Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen vier Projekttypen:
Systementwicklungsprojekt eines Auftraggebers, eines Auftragnehmers, eines
Auftragnehmers mit Auftragnehmer in
der gleichen Organisation (ohne Vertrag) sowie Einführung und Pflege eines
organisationsspezifischen Vorgehensmodells. Für jeden Projekttyp bietet das
V-Modell mindestens eine Projektdurchführungsstrategie an.
Rolle: Eine Rolle beschreibt eine Menge
von Aufgaben und Verantwortlichkeiten
im Rahmen eines Projekts und einer Organisation. Die Zuordnung von Organisationseinheiten und Personen zu den
Rollen erfolgt zu Beginn eines Projekts.
Eine Person kann mehrere Rollen besetzen, und eine Rolle kann mit mehreren
Personen besetzt werden.
Tailoring-Ergebnis: Als Resultat des
Tailoring legt es den Projekttyp, die Vorgehensbausteine, die Durchführungsstrategien sowie deren Kombination fest.
Nach Abschluss des Tailoring liegt dem
Projektleiter ein projektspezifisches Vorgehensmodell vor.
Vorgehensbaustein: Das V-Modell ist
aus thematisch gruppierten Teilprozessen zusammengesetzt. Mithilfe dieser
Komponenten erstellt der Anwender
auch das projekt- beziehungsweise organisationsspezifische Vorgehensmodell. Ein Vorgehensbaustein fasst verschiedene Aktivitätsbausteine zu einer
Einheit zusammen.
136
Teilaktivitäten (Abbildung 2). Ist das
erledigt, werden die Verantwortlichkeiten bestimmt, die Verbindung zum
V-Modell durch Festzurren der Auswahlkriterien und Projektmerkmale
hergestellt und die in Frage kommenden Projekttypen angebunden.
Bevor der Modellierer einen Vorgehensbaustein anlegen kann, muss er mit
dem Editor die Quellen des V-Modells
öffnen. Diese befinden sich (installierter Projektassistent vorausgesetzt) im
Verzeichnis C:\Programme\V-Modell
XT\V-Modell Quellen\V-Modell-XT.xml.
Nun erzeugt er in der Strukturansicht
(Knoten Vorgehensbausteine) seinen
Baustein. Hier besteht die Möglichkeit,
weitere Elemente anzulegen, etwa Produktgruppen. Der einfachste Weg ist,
zunächst alle gewünschten Komponenten zu spezifizieren und dann schrittweise zu befüllen.
Jedes neue Element bekommt eine
Nummer als Identifikator. Hier im Beispiel erhält der Vorgehensbaustein die
440, von der hochgezählt wird. Nun
weist der Modellierer dem Baustein
weitere Eigenschaften zu. Unter der
Rubrik basiert auf bestimmt er, welche
Teile Grundlage für den neuen Vorgehensbaustein sein sollen. Für SW-Dokumentation wäre es beispielsweise der
Baustein SW-Entwicklung. Eine Überblicksgrafik und ein Erläuterungstext
lassen sich ebenfalls hinterlegen. Zu jeder der Rubriken gibt es Kardinalitäten
(rechts neben der Rubrikbezeichnung).
Dort kann man ablesen, ob man Inhalte
einfügen muss oder nicht. Beispielsweise zeigt die Rubrik V-Modell-Kern,
dass ein Eintrag nicht zwingend ist. Die
Standardeinstellung steht auf nein. Wer
jedoch den neuen Vorgehensbaustein
als Teil des V-Modell-Kerns definieren
will, muss das Attribut auf ja setzen.
Der neu erschaffene Baustein fungiert sozusagen als Container für alle
Produkte, die im Rahmen der Soft-
waredokumentation entstehen. Bevor
man ein Produkt erzeugt, sollte man eine Gruppe Dokumentation (Nummer:
441) erstellen. Auf dieselbe Art wird
unter dem Knoten Produkte das Betriebshandbuch (Nummer: 443) angelegt. Auch hier muss der Modellierer
einige Eigenschaften spezifizieren: Zunächst in der Rubrik Produktvorlage
den Wert ja setzen. Das bewirkt, dass
sich beim Tailoring eine Vorlage für
das Betriebshandbuch generieren lässt.
Besetzung
der Hauptrollen
Als Nächstes definiert er die Rollen der
Verantwortlichen und Mitwirkenden bei
der Erstellung des Betriebshandbuchs.
In der verantwortlichen Rolle agiert der
technische Autor. Da diese Rolle im
Vorgehensbaustein Systemerstellung
schon vorgesehen ist, reicht es, sie zu referenzieren. Dann muss man noch den
System- sowie den Softwarearchitekten
auswählen, die an der Erstellung mitwirken. Im Anschluss ist das neue Produkt
einer Produktgruppe zuzuweisen, in diesem Fall der gerade angelegten Gruppe Dokumentation. An dieser Stelle
kann der Modellierer Entscheidungspunkte definieren, an denen das Produkt fertiggestellt sein soll. Außerdem
muss er angeben, ob das Betriebshandbuch initial und/oder extern sein
soll (siehe Kasten „V-Modell-Jargon“). Zu guter Letzt fügt er noch eine
kurze Beschreibung hinzu.
Um das Produkt beziehungsweise
seine Erzeugung im Projektplan zu berücksichtigen, benötigt man eine Aktivität, die das Betriebskonzept erstellt.
Dafür ist eine Aktivitätsgruppe Dokumentation anzulegen (Nummer: 442).
Unter dem Knoten Aktivitäten platziert
der Zuständige die Aktivität Betriebshandbuch erstellen (Nummer: 444).
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Vorgehensmodell
PRAXIS
Der Projektassistent
unterstützt das
Tailoring. Ein neuer
Vorgehensbaustein
ist sofort nach der
Integration ins
V-Modell verfügbar
(Abb. 3).
Die Aktivität muss er einer Aktivitätsgruppe zuordnen und eine Beschreibung angeben. Wesentlich ist die Rubrik Produkt. Hier gibt man an, auf
welches Produkt sich die Aktivität bezieht (hier das Betriebshandbuch). Bei
der Generierung des Plans lässt sich die
Aktivität dann als Planungsgröße heranziehen und in den initialen Projektplan aufnehmen.
Auf dieselbe Art wie Produkte, Aktivitäten und Gruppen werden Themen
und gegebenenfalls Teilaktivitäten angegeben. Jedem dieser Elemente ordnet
der Anwender Bezugsprodukte beziehungsweise Aktivitäten zu. Interessierte können das hier beschriebene fertig
konfektionierte Beispiel von der iXFTP-Site herunterladen (siehe Kasten
„Infos im Web“).
Produkte, Aktivitäten und verschiedene weitere Elemente sind nun angelegt. Die neuen Inhalte muss der Modellierer jetzt noch in das V-Modell
„einhängen“, sodass sie später beim
Tailoring auswählbar sind. Dazu gibt es
zwei Konzepte: die Auswahlkriterien
im Vorgehensbaustein und die Auswahllisten der Bausteine für die einzelnen Projekttypen (Abbildung 3).
Die Auswahlkriterien bestimmen,
wann der Vorgehensbaustein SW-Dokumentation automatisch ausgewählt wird.
Dazu muss einer der folgenden Punkte
mit einem Häkchen versehen sein:
AG/AN (Auftraggeber/Auftragnehmer)
mit Unterauftragnehmer, AG/AN ohne
Unterauftragnehmer, AN mit Unterauftragnehmer, AN ohne Unterauftragnehmer oder SW-System. Der Projektassis-
Auch beim Erzeugen von Produktvorlagen ist der Projektassistent
hilfreich. Hier sieht man die beiden
Produkte des Beispiels (Abb. 4).
tent prüft für jedes hinzugefügte Projektmerkmal, ob die Tailoring-Auswahl
den Vorgaben eines Bausteins entspricht. Auf diese Weise lässt sich die
Verwendung eines Vorgehensbausteins
verpflichtend vorschreiben.
Danach muss der Anwender den
Baustein noch mit den Projekttypen
verknüpfen. In der Strukturanzeige öffnet er dafür den Knoten Projekttypen
und trägt den Baustein in die Liste der
optionalen Vorgehensbausteine ein.
Dazu öffnet er die Konten der Projekttypen Systementwicklungsprojekt (AG),
beziehungsweise (AG/AN), wählt das
Element OptionaleVorgehensbausteine
aus und referenziert den neuen Vorgehensbaustein.
Alle wesentlichen Schritte, die notwendig sind, das V-Modell mit eigenen
Inhalten zu erweitern, sind nun vollzogen. Beim Tailoring lässt sich der neue
Vorgehensbaustein verwenden.
Wer den Vorgehensbaustein SWDokumentation auswählt, übernimmt
damit alle seine Inhalte in das projektspezifische V-Modell. Sämtliche Beschreibungen dieses Bausteins werden
in die Dokumentation integriert. Die
enthaltenen Produkte stehen ebenso für
die Erzeugung von Produktvorlagen
(Abbildung 4) zur Verfügung, sofern
die Eigenschaft Produktvorlage auf ja
gesetzt ist.
Der erste Teil der Anleitung führte
durch alle wesentlichen Aspekte der
Infos im Web
V-Modell XT
V-Modell-XT-Werkzeuge
Download des beschriebenen Projekts
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www.v-modell-xt.de
fourever.sourceforge.net
ftp.heise.de/pub/ix/ix_listings/2007/04/
V-Modell-XT-Beispielmodell.zip
inhaltlichen Erweiterungen des VModells. Zur Anpassung reichen die
beschriebenen Mittel aus. Das Vorgehensmodell bietet eine eigene Durchführungsstrategie für die Einführung
und Pflege einer organisationsspezifischen Variante an. Insbesondere mit
der Anpassung von Ablauf- und Durchführungsplänen beschäftigt sich der
zweite Teil im nächsten Heft.
(jd)
MARCO KUHRMANN UND
ULRIKE HAMMERSCHALL
sind wissenschaftliche Mitarbeiter am
Lehrstuhl von Prof. Dr. Manfred Broy an
der TU München.
THOMAS TERNITÉ
promoviert bei Prof. Dr. Andreas Rausch
an der TU Clausthal.
DR. MARC SIHLING
ist Gründer und Geschäftsführer der
4Soft GmbH.
Literatur
[1] Dirk Niebuhr, Andreas Rausch;
Vorgehensmodell; Neuer Glanz;
Erfolgreiche Projekte mit dem
V-Modell XT; iX 6/2005, S. 106
[2] Dirk Niebuhr, Marco Kuhrmann,
Vorgehensmodell; Projekt-TÜV,
Erste Praxiserfahrungen mit dem
V-Modell XT; iX 1/2006, S. 126
[3] Benjamin Poensgen, Bertram Bock;
Function-Point-Analyse, dpunkt
Verlag, Heidelberg 2005.
[4] Barry Boehm et al.; Software Cost
Estimation with Cocomo II, Prentice
x
Hall, 2000.
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