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iSn^fL - Neue Zürcher Zeitung

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Ülcue
c3ürdjcr
leitung
Nr. 2913/2 v. 25.12.1951
figur
Anpst, die
sehen kann. Die
oft aus dun Worten
und den Gebärden bekümmerter ^lütter and unsicher gewordener Väter spricht, der beklemmende
Eifer, mit dem sie ihre Vorstellungen von kindlicher Unschuld, vorn Glauben ans Christkind und
Frömmigkeit unentwirrbar vervon kindertümlicher
Seelsorger,
knotet im Gespräch ausbreiten, zeigen dem
daß solche Ehern die Herzen ihrer Kinder vor einer
erwundung bewahren möchten. Die analytische AusV
zeigt,
besorgten
sprache mit
daß sie aus der
Ehern
Kindheit her unausgeheilte, wuchernde Enttäuschungen in sich tragen.
Die Weihnachtszeit weckt jedes Jahr in so vielen
innerlich einsamen Gemütern die Erinnerung an unHoffnungen. II ie schön ist das Leben, so
erfüllte
<;
tange der kindliche Glaube an ir limier die Bitterkeit
Augenblicks mildert . . :» «Wie konnte die Muller
des
Engelein und Christkindchen...*
so gut trösten mit
mein Glaube kraftlos gewor«Die Mutter ist tot
den . . .» «Ich möchte immer, meine 1\ inder wären mir
anhänglich, wie ich meiner Mutter angehanauch so
gen habe . . .»
Gesinnung
Weihnachten wird im Rahmen solcher
schwül und kraftlos, kränkelndes/ ?ntimenlal. Das Fest
der schenkenden Liebe wird zu einer Gelegenheit des
süchtigen Begehrens.
?
Weihnachten ist ein Fest, ilas alle, dir daran teilBeieinandern
nehmen «die Segnungen des liebende
seins» zu tiefst erleben läßt, aber nicht um rückwärts
bloß, sondern um vorwärts schauen zu lehren.
Finden wir eine Möglichkeit zu frohem Weihnachtserleben, das Kinder und Ehern gleichermaßen
ergreift
das e
d i christliche II ahrheil in sich trait
und zugleich zum Ausdruck bringt in echter Liebe,
die nicht bindet, sondern freigibt? Das folgende Bekenntnis mag uns einen Weg weisen
Vorstellung das.
^Unsere Kinder erleben in ihrer
Traumgestalt
Weihnachtsengel, der
Christkind
?
als
als
die Hirten auf dem Feld mit dem leisen Anruf:
verkündige euch große
.Fürchtet euch nicht, siehe ich
Freude...' aus dem Schlaf geweckt hat. Vater und
d i heimMutter stehen an seiner Statt und treffen e
lichen Vorbereitungen auf den Christusabend hin.
begleiten die Huben und
In beglückender Vorfreude
beseligendem If erweisen das verborMädchen mit
gene Rüsten der Ehern auf das schönste aller Feste
d i Mutter
hin. Einmal darf der Vater, ein andermal e
Heiligen Abend das
der Weihnachtsbote sein, der am
Engels beglückt:
dem Ruf des
harrende
Schärchen mit
.Freuet euch . . .!' Mit dem Oeffnen der Stubentür
k l e i n e flirten' ein Stücklein Himmelsdürfen die n
boden auf Erden betreten.
In das heimliche Rüsten der Ehern flicht sich das
verstohlene Planen, Basteln und Einkaufen der Kinder, der Verwandten und Bekannten, der Freunde
und Kameraden ein. Alle wollen und dürfen Weihnachtsengel uerden, die einander unter dem Christbaum mit Freude überraschen möchten.
?
Große
An der Weihnachtsfeier ahnen wir alle
und Kleine -- alle, die wir an diesem Fest innerlich
Weihnachtsgehcimeinander nahe sind, das göttliche
göttlichen Liebe
die
Feier
der
ist
nis. Weihnachten
unter den Menschen, die guten Willens sind. Lieben
glücklich sein.
heißt für uns: Im Glücklichmachen
Eine Christuskrippe weist schlicht auf den UrTages
hin, e
sprung dieses
d i IT eihnachtstanne. läßt
auf dem Kreuz für uns ihr Lehen, um unsertwillen
brennen die Lichter nieder, tcir alle haben kleine Verzichte auf uns genommen, um uns gegenseitig Freude
zu bereiten .
.
Wenn zu solchem Weihnachtserleben unsere hieklingen, e
d i rauhe Winternacht uns in der wannen
der
Stube nichts anhaben kann, dann spuren wir zu tiefst
die Geborgenheit in der lebendigen Liehe. In der
Gegenwart
lebendigen Liebe
offenbart sich die
G°"<;«-*
Hans Freimüller
«Stille Yacht, heilige Nacht»
Der Erstdruck
Vor uns liegt, aus Zürcher Privatbesitz uns
iir Einsicht übergeben, ein Heft in Querfolioformat,
farbigen Vignette cines Zillertaler Trachtenmit der
quartetts geschmückt und betitelt : «Vier ächte TyrolerLieder für Sopran-Solo oder für vier Stimmen mit
E. Tb.
ADVENTSMUSIK VOK
10 0
willkührlicher Begleitung
JAHREN
Anonymer Photograph 1857. Aus ?Masterpieces of Victorian Photography"
Phaidon Verlag, London
von Helmut Gernsheim,
Wir feiern Weihnachten
Immer nieder hören wir Anregungen, Weihnachten, das Gcbiirtsjest des Christuskindes, möchte zu
einem eigentlichen Jahresfest der Kinder erhoben
priiu erden. W ir ivolleri die Mühe nicht scheuen, zu
Jen, ob auch wir diese Ansicht teilen oder rf i a wohl
aktiv unterstützen dürfen, denn uns beschäftigt noch
viel mehr e
d i entscheidende Frage: Kann nicht vom
d i Eltern ausgehen,
Weihnachtsfest eine Weihe auf e
die sie zu Wegbereitern der echten Liebe auf Erden
adelt?
Ursprünglich war das
d i Zentralfeier im
Osterfest e
Kreis der jährlichen Gedenktage. Christus ist vom
Tod auferstanden
die Unsterblichkeit aller Gläubigen
d i letzte Not in der Erdenzeit
e
ist gesichert
ist überwunden!» Das Sterben wird als Gehurt der
Seele zur ewigen Seligkeit geadelt. «Seid getrost, in
?
?
der Welt habt ihr wohl Angst, aber ich habe die W ehangst überwunden,* So spricht Christus. Die Todestage der Glaubenszeugen wurden in der Folgezeit als
ihre, eigentlichen Geburtstage in Ehre gehalten, unsere
Kalendertage tragen heute
noch die Namen hervorragender Märtyrer
der frühchristlichen Zeit,
Wenn heute das Weihnachts! esl in den Mittelpunkt
aller kirchlichen Feiern gerückt ist, so liegt die Haupt-
ursache sicher in der zunehmenden Abkehr des modernen Menschen von allem metaphysischen Wunschdenken, in der Hinwendung zur l\Vehfreude und in der
genießerischen Bejahung des körperlichen Lebens.
Hier liegt ein kulturgeschichtlich außerordentlich
interessantes Phänomen, wenn wir bedenken, daß im
Erleben der Urchristen, nährend mehr als UDO Jahren,
Gedenken der Geburt Christi
keinerlei Hanin eingenommen hat. Nur in der OstKirche uurde seit frühester Zeit der 6. Januar, der
Tauftag Jesu, als <;l'ag der geistigen Gehurt des gött-
das weihnachtliche
lichen Erlösers» festlich begangen. «Und eine Stimme
erscholl aus den Himmeln: Mein Sohn bist du, heute
habe ich dich gezeugt!» (Lukas Ev. Kp. 3, Vers 22.)
Ein kirchlicher Kniender aus Rom vom Jahr 354
läßt erstmals das Jahr mit dem 25, Dezember beginnen, und zwar mit dem I critici k: «Christus zu Bethlegeboren.»
hem in Judäa
Dokumente bezeugen, daß im heidnischen Rom
schon vor dieser Zeil der Jahresanfang auf unseren
heutigen Weihnachtstag festgelegt war und
feierlich
begangen
wurde. Die Sonnwende und damit das Zunehmen der Tageslänge wurde unter diesem Datum
als «Dies natalis solis invicti (Geburlstag der unbesiegbaren Sonnengottheit), als geweihte Nacht gehei>;
ligt. Durch den lebel tritt des römischen Kaiserhauses
zum christlichen Bekenntnis uurde diesem 'Tag zur
heutigen Bedeutung
Propheten Maleachi
verholfen. Im
(Kp. 4, Vers 2) lesen wir: «Aufgehen wird euch die
Gerechtigkeit, und Heilung birgt sie unter
Sonne der
Flügeln
Johannes-Evangelium
spricht
ihren
. .»
Im
.
Cliristus (Kp. 8, Vers 12): «Ich bin das Licht der
Welt . . .»
Der römisch-heidnische Sonnen-Festtag nullte zur
umgeprägt mit
Geburtsfeier des Christus
Hilfe der
kirchlichen Bibelinterpreten, Die heidnische Festform füllte sich mit kirchlichem Lehrinhalt. In der
t
Folgezei
trug die Staatsgewalt das römisch-christliche Weihnachtsfest mit der Verehrung der Krippe
im Zentrum bis an die äußersten Grenzen des Cäsa-
Loyalität dem Staate
renreiches: Kirchlichkeit und
gegenüber Haien unterdessen identische Größen geNeuerung bis
worden. Nur ein Volk hat dieser
auf
Tag getrotzt: e
d i armenische Kirche.
den heutigen
Die germanischen Stämme nördlich der Alpen
feierten in den ersten Wintermonaten ihre Julfeste.
Witterung
Die kalte und nasse
führte die Familien
nieder zusammen unter die weitausladenden schützenden Dächer ihrer Gehöfte. Die fruchtbare Zeit des
gewendet. Die
die Sonne hat sich
Jahres ist vorbei
karge
Jahreszeit trifft aber nicht unvorbereitete Väter
Erträge des Sommers
und Mütter. Die gesammelten
und Herbstes dürfen nun die Herzen erfreuen. In den
warmen Stuben, bis tief in die Nacht hinein, mögen
ausschlachtungen und Schwarzim Anschluß an 11
wildjagden, im hellen Licht der Kienspanfackeln
mitgeladenen
die. einzelnen Familien und ihre
?
Freunde sich zusammengefunden huben. Das winterStechpalmen
harte Grün von Fichten, Misteln und
diente nicht nur als festlicher Schmuck, sondern nur
vielmehr auch Ausdruck des festen Vertrauens in die
unverbrüchliche Ordnung der Natur: Das Lehen
überdauert Frost und Stürme
die Sonne kehrt
nieder! Die Julzeil (Jeochol = Schneesturm) mit
d i gegenseitigen Einihren Festgelagen stärkte durch e
ladungen und Beschenkungen das Zusammengehörigkeilsgefühl all derer, die sich gemüthaft verbunden
?
fühlten. Durch die Wirksamkeit der christlichen Missionare und wohl noch vielmehr durch kirchlichobrigkeitliche Verfügungen wurden e
d i heidnischgermanischen
intergelage christlich-dogmatisch einII
gefangen
und zeillich an den 2.1. Dezember gebunden.
Heilig e
II ie
d i Bemühungen im Grunde genommen
gefruchtet haben, zeigt nicht nur die alle englische
Form, Weihnachten zu feiern, sondern auch die Verlegenheit
vieler Eltern, das echte Christliche in eine
gesunde,
unbeschwerte Feststimmung einzubauen.
Warum feiern wir nicht froh und dankbar e
d i
Sonnenwende, die sich unmerklich in aller Stille vollzogen hat und mitten im grimmigsten Winter bereits
Frühling
Liegt
den
nieder vorbereitet?
darin nicht
Grund zu froher Stimmung? Wiegt eine echte Freude
genug? Und doch
an sich nicht
will Weihnachten uns
mehr bieten. Der Christbaum ist ein rational nie begreifbares, aber
Symbol, ein
aus natürs
umfassende
lichem und christlichem Erleben heraus geformter
Ausdruck dafür, daß uir hoffend und vertrauend der
gedenken,
bescheiden,
Geburt liessen
der arm und
von
wenigen beachtet die Wende der Weltgeschichte
eingeleitet hat und der
inmitten grimmigster Nöte and
entgegenführt.
Leiden uns einer besseren
Zukunft
«Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
unter den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen
hat!» (Luk. 2114).
II ie selbstverständlich beglückend sich eine christlich-natürliche Haltung im Familienkreis auswirkt
und wie tief sie in die kindlichen Gemüter einwirkt,
wissen die Ellern, die das Evangelium als frohmachende Botschaft nicht länger vermischen möchten
mit crlelmisi er fälschender Sentimentalität.
Die Erziehungsberatung in der Vorweihnachtszeit
zeigt
uns immer wieder die elterlichen Schwierigkeiten, die erwachen, nenn der kindliche Realsinn
das Christkind nicht, mehr als II eihnachtsniärcheiu
Piano-Forle.
des
Gesungen
von den Geschwistern Straßer aus dem Zillerthale.
NaturBängcrn nachgeschrieben.
Treu diesen trefflichen
Dresden bei A. K. Friese.» Dieses Heft enthält, in harvierstimmigem Satz mit Klaviermonisch einfachstem
begleitung, die Partitur folgender Lieder: «Holdig
Schatzcl, laß dich herzen»; «Mein Schatz ist nit da, ist
Morgens in der Früh'
weil über dem See»; «Wenn des
aufgebt»; «Stille Nacht, heilige Nacht».
die Sonn'
Tyroler Lieder» ist
Das letzte dieser «vier ächten
also unser W cibnachtslied, das Lied, das wie kaum ein
gehört, das
ganzen
christlichen Menschheit
zweites der
nicht nur ein Volkslied, sondern ein VölkcrÜcd, ein
Welt-Volkslied, wie man es
genannt hat, geworden ist.
vorliegende
Und das uns
übrigens kein
lieft,
des
Liedes
Gegend, wo er da»
neue
im Zillertale in die
Lied kennen lernte und es dann mit nach Hause nahm.
Salzburg schon nach Tirol gekommen.
So war es von
Fügen
Im Zillertale aber lebten um 1830 die vier Geschwister
Straßer (drei Mädchen und ihr Bruder), die als IlandLeipziger Messe kamen
schuhhändlcr jährlich auf die
und, da sie gute Sänger waren, dort auch gerne Tiroler
Lieder vortrugen. Zu Weihnachten 1831 sangen sie in
Leipzig dem Lehrer Franz Alsclier, Organisten der
katholischen Gemeinde, unser Lied vor, und er vcranlaßte sie, es bei der Christmette in der königliehen
Hofkapelle der Pleißcnburg zu wiederholen. Ein Jahr
darauf, am 15. Dezember 1832, sangen die Geschwister
Straßer das Lied dort auch bei einem eigenen KonPologne. Dem Konzerte soll ein
zerte im Hotel de
Herr Friese aus Dresden heigewohnt haben, der dann
Papier bringen ließ,
das Lied von einem Musiker zu
und diese Niederschrift wies die erste Korruption des
das
Datum trägt, stellt, so sagt
man uns, den Erstdruck
dieses Liedes dar. Wir sind
Aussage nachgegandieser
gen und haben sie. tatsächlich in der uns zugänglichen
Literatur über die Geschichte unseres Weihnachtsliedes, das, gedichtet vom
damaligen Hilfspriester Jo(1792?1848) im
sef Mohr
österreichischen Oberndorf,
in einer glückliehen Stunde
am 24, Dezember 1818 \om
Schullehrer und Organisten
v/7*- SolO^odtrAir
Franz Xaver Gruber (1787
bis 1863) in Arnsdorf komponiert und um selben Heiligen Abend in der Christmette durch die beiden Autoren (Mohr sang Tenor,
Gruber Haß) zur Gitarrenbegleitung aufgeführt wurde, mit größter Wahrscheinlichkeit bestätigt gefunden.
Strasser aus dem Zillerthale.
~*<;&)
In lieni Hegleitwort, das
Otto Erich Deutsch der
«Getreuen Wiedergabe der
eigenhändigen Niederschrift
Das Titelblatt des Dresrfi ni r Erstdruckes
von Kranz Gruber» (Herbert Reichner Verlag,
Wien 1937) beigegeben hat, lesen wir, wie Grubers
Lieil, das bis dahin anscheinend nur in handschriftlichen Kopien eine immerhin bemerkenswerte Verbreitung gefunden hatte, «geflügelt»
worden ist: «Der
schadhafte Zustand der Orgel in Oberndorf, der tunächst zur Guitarren-Begleitiing geführt hatte, brachte
bald darauf den Orgelbauer Karl Mauraeher aus
j£jjtK.\,»>;
I7t
:rk-
=S
'S
iSn^fL
3E£f£S=E=?i=i
Ausschnitt (Chorrefrain) aus dem Faksimile der
(
von Franz Gruber. Diese
it/i nliändir/cn Fa.sxiiiiy
Niederschrift
ursprünglich!
~ii()l die melodi.sche IVciulumj
?Schlafe, in himmlischer ..." (hier im Sopran.schlüssel, in D-dur, notiert) eine Terz tiefer, als sie
hentz gesungen wird; ebenso enthält der zweitletzte
Takt (..schlafe in
ein zierliches rhythmisches
Ornamin! (mit der Wechselnole h), das heute nicht
mehr bekannt ist.
...")
./r.tiMifrrltrtttricl
<;la-.
.uMa/'ütJiunm/t.'r/trtfiuJi.
Jesu-rdcrlirt Verist, dtv
Jbju.t
i/u da' tf£/?{'&? 6{£t£z
fcf/fa/%
Die
Partir (iv der C-dw-Fas&mg) nach
dem Dresdener Erstdruck der ?Vier ächten TyrolerLieder" i der zum erstenmal die Melodic in ihrer heuentsprechende
tigen Form notiert, d.h. jene Wendung eine*
Terz
höhor und den Sohluli olrnc das Wtclmelno tenor 'tiennent.
Neue Zürcher Zeitung vom 25.12.1951
Fassung
Notentextes auf: die übliche
des 9. Taktes
(,Schlafe in himmlischer . . .'), meist um drei Töne zu
hoch gesungen, die sonst durch eine flüchtige Ucbertragung aus dem Sopran- in den Violinschlüssel teilweise zu erklären wären.»
Dieser letzte Satz zeigt uns, daß wir das Lied
Abweichungen, meist rhythmischer Art,
auch andere
haben sich «eingebürgert»
nicht ganz der ursprünglichen Melodie getreu singen, und der uns vorliegende,
von dem oben erwähnten Herrn Friese aus
Dresden Huf Grund jener «fehlerhaften» Niederschrift
offenbar im Jahre 1810 besorgte Erstdruck bringt also
zugleich
originalen
zum erstenmal das hier aus dem
D-dur nach C-dur transponierte und von den ehemaligen sechs Strophen nur noch die zwei ersten und die
letzte verwendende Lied in der «korrumpierten» Gestalt, die heule die allgemein gültige ist, an die
?
?
Oeffentlichkoit.
Mit gebührender Pietät nehmen wir, im Blick auf
die interessante Geschichte dieser Weise, das uns vorgelegte
Heft in die Hand, dessen munteres Titelblatt
mit dem farbigen Konterfei des Zillertaler Quartetts
Amalie, Caroline, Anderl und Joseph Straßer alles
andere als gerade unser ehrwürdigstes Weihnachtslied
erwarten ließe. Aber wenn wir dann die köstlich
naive und primitive Dreiklang-Homophoiiie des vierstimmigen,
mit schematischer Klavierbegleitung unterlegten
Auge und ins Ohr fassen, dann
Liedsätze« ins
fühlen wir uns doch wiederum gar nicht so weit vom
Zillertaler Volksgesang entfernt. Der echte Volkston,
der in dieser Melodie lebt, verträgt eben auch solche
stilistische, atmosphärische und folkloristische Tönung.
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