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Heft 04, 2014 PDF-Download - Lebensmittel &amp

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P.b.b.
Fachverlag Wien, 2301 Groß-Enzersdorf,
DOK IV, NW 21
09z037920M
Die österreichische Fachzeitschrift für LebensmittelINDUSTRIE und -Forschung
waters.com
All the ingredients for the safest,
highest quality food and beverages.
Laboratories that make Waters an essential part of their food and
beverage testing process always know what they’re getting. Innovative
technologies that deliver safe, quality products more efficiently
and cost effectively. Attribute it to a 50-year focus on innovation
and a commitment to helping laboratories in every way.
Analytically, scientifically, operationally. In the end, it’s
all about stocking shelves around the globe with food and
beverages that taste great every time. To discover what’s
possible in your world, visit waters.com/food.
Pharmaceutical | Health Sciences | Food & Environmental | Chemical Materials
©2014 Waters Corporation. Waters and The Science of What’s Possible are registered trademarks of Waters Corporation.
ISSN 0254-9298
themenheft der österreichischen chemie-zeitschrift
Job #: WATR14969_A
Please note this is a COMMON SIZE mechanical file,
2014/4
Born to find out
Inline-Getränkeanalyse
mit Cobrix 5
Alle Getränke, alle Parameter
Mit dem Cobrix 5 ist es möglich, °Brix, % Diet, CO2, Alkohol, Zuckerinversion, Extrakt und viele andere zusätzliche Qualitätsparameter direkt in
der Leitung mit einem einzigen Analysesystem kontinuierlich zu messen.
Wirtschaftliche Produktionsüberwachung
„ Höchste Flexibilität durch Inline- oder Bypass-Version
„ Für alle Erfrischungsgetränke, Biere, Weine, Alkopops, etc. geeignet
„ Auswerteeinheit kann bis zu 250 m vom Sensor entfernt
installiert werden
„
Anton Paar® GmbH
info@anton-paar.com
www.anton-paar.com
26. Jahrgang
2009/1
Offizielles Organ der Arbeitsgruppe Lebensmittelchemie, Kosmetik und Tenside der GÖCH
31. Jahrgang
Eigentümer und Verleger:
Mag. Florian Fischer
Herausgeber:
FACHVERLAG WIEN,
A-2301 Groß-Enzersdorf, DOK IV, NW 21
Verantwortlicher Schriftleiter:
Prof. Dipl.-Ing. Dr. Sepp Fischer
Druckerei:
Alwa & Deil Druckerei Ges.m.b.H.
1140 Wien, Sturzgasse 1a
Für mit Namen oder Kurzzeichen gekennzeichnete
Artikel trägt der Autor die volle Verantwortung.
Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung
in andere Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser
Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung
des Verlages in i­rgendeiner Form – Durch Fotokopie, Mikrofilm oder irgendein anderes Verfahren –
reproduziert, übertragen oder übersetzt werden.
Unverlangt eingesandte Manuskripte sowie nicht
angeforderte Rezensionsexemplare werden nicht
zurückgeschickt.
Abonnements:
2014 erscheinen 4 Hefte. Preis: ¤ 44,– (Inland),
¤ 65,– (Ausland) incl. Porto und MWSt.
Ein Abonnement verlängert sich automatisch um
ein Jahr, wenn nicht bis 3 Monate vor Jahresablauf eine schriftliche Kündigung erfolgt.
© FACHVERLAG WIEN 2014,
ISSN 0254-9298
DVR 0521451
UID-Nr. ATU 13258204
Redaktion und Anzeigenverwaltung:
A-2301 Groß-Enzersdorf
DOK IV, NW 21
Tel.: 02249/41 04, Fax: 02249/74 81
Bankverbindung:
UniCredit Bank Austria AG
Kto. 624170007, BLZ 12000
IBAN AT94 1200 0006 2417 0007
SWIFT/BIC: BKAUATWW
Internet: http://www.labor.at
E-mail: info@labor.at
Titelbild: Waters
INHALT
Termine......................................................................................................100
Forschung..................................................................................................102
Fachkonferenz............................................................................................107
Labor&Betrieb...........................................................................................108
GÖCH-Nachrichten.....................................................................................111
Tagungen...................................................................................................113
Firmen&Fakten..........................................................................................116
Prozessautomation.....................................................................................122
Pharmazeutik.............................................................................................124
Bücher.......................................................................................................125
Biotech aktuell...........................................................................................126
Das besondere Buch..................................................................................127
Ein Teil der Auflage liegt der Österreichischen Chemie-Zeitschrift bei.
Die ÖChemZ wird über info@labor.at kostenlos zugeschickt.
Nachfolger gesucht
Vertretung und Handel mit Analysengeräten
für Labor und Life Science.
Bei Interesse Mail mit VIA an
office@chemie-zeitschrift.at
L&B 2014/4
IMPRESSUM
2014/4
99
termine
ProSweets Cologne ­hervorragend
aufgestellt
Breit aufgestelltes Angebotsspektrum bietet
ideale Informationsplattform für Produzenten
von Süßwaren und Knabberartikeln – Rahmenprogramm mit Speakers’ Corner, FutureLab und Science Center,
Sonderschau Power Fruits und New Product Showcase
Vom 1. bis 4.Februar 2015 findet die ProSweets Cologne
– Internationale Zuliefermesse für die Süßwarenindustrie,
erneut parallel zur ISM (Internationale Süßwarenmesse)
statt und macht die Halle 10.1 der Koelnmesse damit wieder zum hochkarätig besetzten Kompetenzzentrum, wenn
über 300 Anbieter aus etwa 30 Ländern neue Lösungen
und Weiterentwicklungen für Zusammensetzung, Produktion, Verpackung und Logistik von Süßwaren und Knabberartikeln darstellen. Das Ausstellerangebot ist national wie
international breit aufgestellt und deckt das gesamte Zulieferspektrum maßgebend ab. Die komplette Ausstellerliste
wird ab Mitte Dezember auf der Website veröffentlicht.
Als Sonderplattform wird erstmalig der „New Product
Showcase ProSweets Cologne“ als Schaufenster für Produkte, Verfahren, Verpackungen und Inhaltsstoffe angeboten. Aussteller der ProSweets Cologne können in dieser
Vitrinenausstellung publikumswirksam auf ihre Innovationen hinweisen. Erstmals wird es das „Science Center“
geben, in dem sich Lebensmitteltechnologie-Institute vorstellen können und aktuelle Forschungsthemen präsentiert
werden.
www.prosweets-cologne.de
Süßwaren wie immer.
Mehr Snacks als je zuvor.
Die Zukunft der Süßwarenwelt
beginnt in Köln: auf der ISM 2015, der
größten und wichtigsten Business- und
Kommunikationsplattform der Branche.
Mit dem gesamten Produktspektrum von Süßwaren und
Knabberartikeln, mit allen Innovationen und Trends und
mit einem verstärkten Fokus auf weitere Produkte für
den Genuss zwischendurch. 2014 führte die ISM über
1.400 Anbieter aus rund 70 Ländern mit über 35.000
Fachbesuchern aus 140 Ländern zusammen.
www.ism-cologne.de
L&B 2014/4
Kongressschwerpunkt BIOFACH 2015:
­Organic 3.0
100
Einmal im Jahr versammelt die BIOFACH, Weltleitmesse
für Bio-Lebensmittel, Vertreter des gesamten Sektors in
Nürnberg ­zuletzt 2.263 Aussteller und 42.445 Besucher.
Sie alle gestalten von dort aus die Zukunft des globalen
Marktes sowie der Bio-Bewegung und die Politik mit. Zur
nächsten BIOFACH vom 11. bis 14. Februar 2015 richtet
die Branche ihren Blick auf die Rahmenbedingungen. Diese
sind mitentscheidend für die Weiterentwicklung von Bio
und ausschlaggebend für die nachhaltige Zukunft der Landund Lebensmittelwirtschaft. Der Startschuss für die BioZukunftsdebatte unter der Überschrift Organic 3.0 fiel auf
der BIOFACH 2014 anlässlich des 25. Jubiläums der Fachmesse. Nun führt die Branche diese im BIOFACH Kongress
2015 fort. Der BIOFACH und VIVANESS Kongress umfasst
rund 100 Vorträge und Diskussionsrunden und erreicht
mehr als 6.500 Teilnehmer. Er ist der weltweit größte BioBranchenkongress und einzigartige Plattform für Wissensund Informationsaustausch.
www.biofach.de
Globaler Lebensmittel-Sektor goes Bio
Rund um den Globus ist das Interesse an biologisch
produzierten Lebensmitteln ungebrochen. Der Markt
entwickelt sich in den meisten der westlichen Industriestaaten durchweg positiv. Ein immer größeres Angebot
an Bio-Lebensmitteln, neue Vertriebskanäle sowie eine
gute Kundenbindung führen zu nachhaltigen Umsatzzuwächsen. Die gesamte Branche trifft sich einmal
jährlich zu ihrem Veranstaltungshighlight, der BIOFACH,
Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, im Messezentrum
Nürnberg. Vom 11. bis 14. Februar 2015 werden dort
rund 2.200 Aussteller erwartet – 200 davon auf der VIVANESS, Internationale Fachmesse für Naturkosmetik.
www.biofach.de
27. März – Careers Day
zur Anuga FoodTec 2015
Rund 1.300 Unternehmen aus etwa 40 Ländern werden
vom 24. bis 27. März 2015 zur Anuga FoodTec – Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie – in Köln erwartet. Als branchenübergreifende
Fachmesse bietet die Anuga FoodTec einen aktuellen
Überblick über die neue Technologien, Anlagen und Zulieferkomponenten für alle Produktionsbereiche der Lebensmittelwirtschaft und dient gleichzeitig als internationale Wissens- und Weiterbildungsplattform. Darüber hinaus ist die
Nachwuchsförderung den Veranstaltern – Koelnmesse und
DLG Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft – ein wichtiges
Anliegen. Daher wird nach erfolgreicher Einführung 2012
auch die kommende Anuga FoodTec einen „Careers Day“
durchführen. Diese Initiative soll den Kommunikations- und
Informationsaustausch zwischen den ausstellenden Unternehmen der Anuga FoodTec und Studenten bzw. Absolventen aus themenrelevanten Studienrichtungen forcieren.
Der „Careers Day“ im Rahmen der Anuga FoodTec findet
am Freitag, 27. März 2015 statt.
Der „Careers Day“ der Anuga FoodTec bietet internationalen Studenten/Absolventen aus technischen und
verfahrenstechnischen Fachrichtungen oder auch aus der
Lebensmittelchemie erste Einblicke in die verschiedenen
Betätigungsfelder der teilnehmenden Unternehmen.
Gleichzeitig eröffnet der „Careers Day“ den teilnehmenden
Ausstellern die Möglichkeit, motivierten und potenziellen
Arbeitnehmern ihr Unternehmen und das Aufgabenspektrum direkt an den präsentierten Anlagen und Produkten zu
erläutern.
Studenten und Absolventen, die am „Careers Day“ teilnehmen möchten, erhalten am 27. März 2015 kostenlosen
Eintritt zur Anuga FoodTec.
www.anugafoodtec.de
BIOTECHNICA 2015 (Dienstag, 6., bis Donnerstag, 8. Oktober)
10 Monate vor Beginn der BIOTECHNICA 2015 laufen
in Hannover die Vorbereitungen für Europas Branchentreff
Nummer eins für Biotechnologie, Life Sciences und Labortechnik bereits auf vollen Touren.
Ein Fokus der BIOTECHNICA liegt darauf, mit PartneringAngeboten als Plattformen zur Geschäftsanbahnung den
termine
BIOTECHNICA und
LABVOLUTION 2015
Vom 6. bis 8. Oktober
2015 veranstaltet die
Deutsche Messe AG
erstmals die beiden Messen BIOTECHNICA und LABVOLUTION zur gleichen Zeit auf dem Messegelände
in Hannover. Die 21. BIOTECHNICA ist als Europas
Branchentreff Nummer eins für Biotechnologie, Life
Sciences und Labortechnik fester Bestandteil im
Markt. Sie bildet die gesamte Wertschöpfungskette
der Biotechnologie ab – von der Grundlagenforschung
bis hin zum fertigen Produkt. Mit den Marketplaces
Bio­economy und Personalized Medicine Technologies
bildet sie die relevanten Trends der Branche ab.
Die LABVOLUTION – Welt der Labortechnik feiert
2015 ihre Premiere. Die neue Messe zeigt Labortechnik, die auch über die Bereiche der Biotechnologie
und Life Sciences hinausgeht. Auf der LABVOLUTION
werden die Schwerpunktbranchen Chemie, Pharma,
Biotechnologie, Kunststoffe, Materialentwicklung und
Wertstoffprüfung, Kosmetik, Medizintechnik, Umwelttechnik und Ernährung gezeigt. Für beide Messen gilt
ein gemeinsamer Eintrittspreis.
www.biotechnica.de
genannte „disruptive Technology“ im Bereich Biotechnologie oder Life Sciences auf den Markt gebracht hat.
Zahlreiche Synergien werden sich im kommenden Jahr
außerdem durch die parallele Veranstaltung mit der neuen
Messe LABVOLUTION ergeben. Als internationale Fachmesse für den Norden Europas umfasst sie die gesamte Welt
der Labortechnik für die Schwerpunktbranchen Chemie,
Pharma, Kunststoff und Materialentwicklung sowie Werkstoffprüfung, Kosmetik, Medizintechnik, Umwelttechnik und
Ernährung. Damit ergänzt die LABVOLUTION das bestehende Angebot im Bereich Labortechnik für Biotechnologie
und Life Sciences. Beide Messen finden zur gleichen Zeit
und am gleichen Ort statt. Der gemeinsame Eintrittspreis
sorgt dafür, dass die Besucher das Angebot beider Messen
wahrnehmen und bestmöglich die sich daraus ergebenden
Synergien nutzen können.
BrauBeviale 2014: Triple fulminant gestartet
37.200 Fachleute – davon rund 40 Prozent aus dem
Ausland – besuchten die BrauBeviale 2014, die in diesem Jahr wichtigste Investitionsgütermesse für die Getränkewirtschaft. Vom 11. bis 13. November fand sie im
Messezentrum Nürnberg statt. Mit 42.781 m2 Fläche war
die BrauBeviale 2014 die größte in ihrer über 50-jährigen
Geschichte. 1.133 Aussteller – 45 % International - Weltmarktführer wie Newcomer – präsentierten alle Zutaten für
einen gelungenen Getränke-Mix: hochwertige Rohstoffe,
anspruchsvolle Technologien, leistungsfähige Logistik und
kreative Marketing-Ideen.
Vollste Zufriedenheit bei Ausstellern und Besucher. Man
freut sich auf die BrauBeviale 2015 vom 10. Bis 12. November 2015
www.braubeviale.de
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L&B 2014/4
speziellen Wünschen der Branche bestmöglich nachzukommen. „Wissenschaft, Dienstleistung und Industrie
finden in Hannover die geeigneten Formate, um sich erfolgreich zu vernetzen“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied
des Vorstandes der Deutschen Messe AG. Eine Stärkung
erfährt die BIOTECHNICA ab 2015 auch dadurch, dass
die Deutsche Messe AG mit der LABVOLUTION eine neue
Labortechnik-Messe ins Leben gerufen hat, die parallel zur
BIOTECHNICA veranstaltet wird.
„Die Biotechnologie ist eine der spannendsten Technologien unserer Zeit“, erklärt Dr. Köckler. „Mit ihr werden
die Weichen für ein nachhaltiges Wirtschaften jenseits
fossiler Rohstoffe gestellt.“ Wenige Wochen ist es her,
dass die deutsche Bundesregierung im Rahmen der Hightech-Strategie beschlossen hat, mit mehreren Milliarden
Euro den schleunigeren Transfer von wissenschaftlichen
Erkenntnissen in die Anwendung zu unterstützen. In diesem
Kontext wurden die Bioökonomie als Schwerpunkt sowie
die Biotechnologie als Schlüsseltechnologie herausgestellt.
Die BIOTECHNICA 2015 bildet dazu den Stand der Dinge
ab, zeigt zukunftsweisende Lösungen und belegt damit die
Innovationskraft in Wissenschaft und industrieller Anwendung. Denn darin unterscheidet sich die BIOTECHNICA
von ihrem Wettbewerb: Als einzige Messe bildet sie die
gesamte Wertschöpfungskette der Biotechnologie ab – von
der Grundlagenforschung bis hin zum fertigen Produkt.
Neben den Unternehmen aus der Biotechnologie präsentieren sich führende Universitäten und Forschungsinstitute auf der BIOTECHNICA. Konkrete Unterstützung bei
der Geschäftsanbahnung liefern Partnering-Instrumente,
die schon im Vorfeld der Messe ein erfolgreiches Matchmaking auf den Weg bringen. Außerdem bieten zahlreiche
Sonderveranstaltungen jede Menge Raum für Wissenstransfer und Networking. Dazu gehören das INNOVATION
FORUM mit seinen Produktneuheiten der Aussteller, das
Life Science Spotlight mit wissenschaftlichen Vorträgen zu
Schlüsselthemen der Life-Science-Industrie sowie weitere
begleitende Konferenzen. Im kommenden Jahr wird bereits
am Vorabend auf der Eröffnungsveranstaltung der 11.
EUROPEAN BIOTECHNICA AWARD verliehen. Er wird an ein
europäisches Unternehmen gehen, das erfolgreich eine so
101
forschung
Highspeed-Evolution im Labor –
GenetikerInnen evaluieren kostengünstige
­Genomanalyse
Leben heißt Veränderung. Das gilt auch für Gene. Damit
sich Lebewesen veränderten Umweltbedingungen anpassen können, braucht es ein flexibles Genom. Christian
Schlötterer und sein Team vom Institut für Populationsgenetik an der Vetmeduni Vienna erforschen die Genome
gesamter Populationen. Die Forschenden wollen wissen,
warum sich Individuen voneinander unterscheiden und was
diese Unterschiede bewirken. Sie zeigen in zwei Übersichtsartikeln in Nature Reviews Genetics und im Journal Heredity, dass die DNA-Sequenzierung gesamter Gruppen effizient
und kostengünstig diese Fragen beantworten kann.
Seit der vollständigen Sequenzierung des humanen Genoms im Jahr 2001 ist die DNA-Analyse immer effizienter
und kostengünstiger geworden. Dennoch muss man mit
etwa 1.000 US Dollar pro sequenziertem Genom rechnen.
Möchte man nun etwa den genetischen Code hunderter
Individuen sequenzieren, ist das sehr teuer und aufwändig.
Forschende stoßen dabei rasch an die Grenzen der Machbarkeit.
Gruppe statt Individuen sequenzieren
Die Lösung dieses Problems nennt sich Pool-Sequenzierung (Pool-Seq). Schlötterer und sein Team sequenzieren
ganze Gruppen von Individuen, nämlich Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), in einer einzigen Reaktion anstelle
von vielen einzelnen Sequenzierungen. So können die
genetischen Informationen zwar nicht auf das einzelne
Individuum zurückgeführt werden, der gesamte Datensatz
liefert dennoch alle wichtigen genetischen Informationen
der gesamten Population.
Schlötterer und seine KollegInnen zeigen in ihrer aktuellen Veröffentlichung, welche Fragestellungen mit Pool-Seq
beantwortet werden können.
Auf der Suche nach den Bausteinen der Evolution
Um zu verstehen, wie Organismen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, wird die gesamte DNA einer
Population mittels Pool-Seq vor und nach den veränderten
Bedingungen analysiert. Die Forschenden nutzen dazu
die Methode des Evolve & Resequence (E&R). Für diesen Ansatz erhielt Schlötterer 2012 einen ERC-Advanced
Grant. Dabei handelt es sich um eine Analysetechnik bei
der zuallererst die DNA einer Gruppe sequenziert wird,
anschließend wird die Gruppe einem Reiz ausgesetzt,
das kann etwa starke Hitze, Kälte oder UV-Strahlung sein,
danach wird wieder sequenziert. Der Vergleich der beiden
DNA-Datensätze zeigt, an welchen Genen sich die Gruppe
durch die Reizeinwirkung verändert hat. Diese Gene haben
dann höchstwahrscheinlich mit der Reizeinwirkung zu tun.
So können beispielsweise die beteiligten Gene für eine
verstärkte Pigmentierung nach UV-Bestrahlung herausgefiltert werden.
„Nach diesem Prinzip betreiben wir Evolution in Höchstgeschwindigkeit und wollen so beispielsweise herausfinden, welche Gene das Altern bestimmen, welche Gene vor
Krankheiten schützen oder welche Gene die Auswirkung der
Klimaerwärmung lindern“, erklärt Schlötterer.
L&B 2014/4
Der Genetik des Alterns und der Krankheitsresistenzen auf der
Spur
102
Der Evolve&Resequence-Ansatz erlaubt es auch, jene
Gene herauszufiltern, die beispielsweise das Altern regulieren. Dabei werden über Generationen hinweg jene Fliegen
einer Population ausgewählt, die besonders alt werden.
Nach einigen Generationen vergleichen die Forschenden
Christian Schlötterer forscht in seinem Labor an der Vetmeduni Vienna an
genetischen Variationen in Fruchtfliegen. Foto: Michael Bernkopf / Vetmeduni Vienna
die Genome der „Methusalem“-Fliegen mit normal alternden Fliegen und können so die am Altern beteiligten
Gene herausfiltern. Genauso verhält es sich mit der Suche
nach Genen, die gegen bestimmte Krankheiten resistent
machen.
Der Bioinformatiker und Mitautor der Studie, Robert
Kofler, erklärt es so: „Wir beschäftigen uns mit genetischen
Veränderungsprozessen und sind auf der Suche nach Variation in den Genomen. Diese Variationen geben Aufschluss
darüber, wie Evolution funktioniert“.
PopulationsgenetikerInnen werden in Wien ausgebildet
Schlötterer leitet das Doktoratskolleg „Vienna Graduate
School of Population Genetics“ an der Vetmeduni Vienna.
Die Lehrplattform schließt die Lücke zwischen theoretischer
und experimenteller Populationsgenetik. Zurzeit forschen
22 PhD-StudentInnen in Wien im Bereich der theoretischen
und experimentellen Populationsgenetik sowie Bioinformatik und Statistik. http://www.popgen-vienna.at
Service:
Der Artikel „Sequencing pools of individuals – mining
genome-wide polymorphism data without big funding” von
Christian Schlötterer, Taymond Tobler, Robert Kofler und
Viola Nolte wurde im Journal Nature Reviews Genetics
veröffentlicht. DOI:10.1038/nrg3803
http://www.nature.com/nrg/journal/vaop/ncurrent/full/
nrg3803.html
Der Artikel „Combining experimental evolution with
next-generation sequencing: a powerful tool to study adaptation from standing genetic variation“ von Christian
Schlötterer, Robert Kofler, E. Versace, Raymond Tobler und
S. U. Franssen wurde im Journal Heredity veröffentlicht.
DOI:HDY.2014.86
Über die Veterinärmedizinische Universität Wien
Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmed­
uni Vienna) ist eine der führenden veterinärmedizinischen, akademischen Bildungs- und Forschungsstätten
Europas. Ihr Hauptaugenmerk gilt den Forschungsbereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierhaltung und Tierschutz sowie den biomedizinischen
Grundlagen. Die Vetmeduni Vienna beschäftigt 1.300
MitarbeiterInnen und bildet zurzeit 2.300 Studierende
aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf
Universitätskliniken und zahlreiche Forschungseinrichtungen. Zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Nieder­
österreich gehören ebenfalls zur Vetmeduni Vienna. Im
Jahr 2015 feiert die Vetmeduni Vienna ihr 250-jähriges
Bestehen. http://www.vetmeduni.ac.at
forschung
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Christian Schlötterer, Institut für Populationsgenetik
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
christian.schloetterer@vetmeduni.ac.at
(Veterinärmedizinische Universität Wien, Dr. Susanna Kautschitsch,
PR) idw
Heilende Eigenschaften: 60.000 Euro zur
Erforschung von Peptiden in Lebensmitteln
Gesundheitsfördernde Eigenschaften von Peptiden für
die industrielle Produktion verfügbar machen: daran forscht
Professor Hans-Jürgen Danneel vom Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) an der Hochschule OWL seit
September. Es ist das zweite Projekt an der Hochschule,
das im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Neue Produkte für
die Bioökonomie“ vom BMBF gefördert wird. Insgesamt
wurden 202 Anträge eingereicht, wovon 31 Projekte die
Förderungszulage erhielten.
Peptide sind organische Verbindungen, die einen ähnlichen chemischen Aufbau wie Proteine haben. „Bestimmte
Peptide können den Blutdruck senken, Schmerzen und
Entzündungen hemmen, das Immunsystem stimulieren,
das Bindegewebe regenerieren oder überstrapazierte Haare
reparieren. Außerdem dienen sie als Hilfsstoffe in der Lebensmittelproduktion, beispielsweise als Aromen“, erklärt
Professor Danneel. Funktionelle Peptide werden aus Proteinen gewonnen, die ein häufiges Nebenprodukt in der Nahrungsmittelproduktion sind. Doch ihre Herstellung bringt
Probleme mit sich. Denn zunächst sind die funktionellen
Peptide mit einem großen Teil unwirksamer Peptide vermischt. Diese unwirksamen Peptide weisen nicht die oben
genannten positiven Eigenschaften auf, im Gegenteil – sie
tragen oftmals unerwünschte Eigenschaften in beispielsweise Farbe oder Geruch. Eine Anwendung ist somit nicht
möglich. „Die bisherigen Verfahren zur Trennung funktioneller von unwirksamen Peptiden sind mit sehr hochpreisigen Technologien verbunden“, sagt Professor Danneel.
An diesem Punkt setzt das Projekt „Funktionelle Peptidfraktionen aus proteinhaltigen Rückständen der Lebensmittel- und Agrarproduktion“ an. Professor Danneel, dessen
Fachgebiet die Angewandte Biochemie ist, forscht an
einem Lösungsansatz, der eine wirtschaftliche Herstellung
funktioneller Peptide erlaubt. „Die bei der Lebensmittelproduktion in riesigen Mengen anfallenden Proteine sollen als
Nahrungsmittel erschlossen, zu einer Vielzahl funktioneller
Peptidmischungen isoliert und zu Lebensmitteln verändert
werden“, so Danneel. Als Lösungsansatz sieht er die Methode der großtechnischen Chromatographie, die vorrangig
in der Zuckerindustrie angewandt und zur Isolation von
Peptiden modifiziert wurde. Die Chromatographie ist ein
Trennverfahren, das sich die unterschiedlichen Wechselwirkungen der funktionellen und unwirksamen Peptide beim
Durchströmen einer porösen Schüttung zu Nutze macht. Es
ist vergleichbar mit einem Wasserstrom, in dem verschiedene Hindernisse (Steine, Sand) im Weg sind. Einige Peptide bleiben an den Hindernissen hängen, andere schwimmen weiter. So lassen sich die Peptidmischungen trennen.
Im Rahmen des vorhergehenden Projektes „Verwertung
von Nebenfraktionen der Lebensmittel- und Agrarproduktion“ wurde die Verfahrensidee als PCT („world patent“)
angemeldet. Das aktuelle Projekt sieht eine Pilotproduktion
in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Branchenexperten vor, bei der erschlossen werden soll, ob eine
kommerzielle Umsetzung machbar ist. Das BMBF fördert
zunächst eine Sondierungsphase mit 60.000 Euro, nach
erfolgreicher Zwischenbegutachtung im März 2015 kann
das Projekt mit einem Vielfachen dieser Summe für die
Planung einer kommerziellen Produktion bioaktiver Peptide
weitergefördert werden. Das Ziel der Forschungsstrategie
„Bioökonomie 2030“ des BMBF ist eine nachhaltige, biobasierte Wirtschaft.
Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln, Nachhaltigkeit der Produktionsprozesse und Produktinnovationen
sind die Antriebsmotoren für Forschung und Entwicklung im
Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW), dem
zweiten „IN-Institut“ der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.
Neben dem Technologie- und Wissenstransfer zwischen
praxisorientierter Forschung und industrieller Umsetzung,
bietet das ILT.NRW ein Dienstleistungsspektrum primär
für den Bedarf in der Lebensmittelindustrie und den Zulieferbetrieben an. Ein weiterer Eckpfeiler im ILT.NRW ist der
Bereich Fortbildung und Wissenstransfer. Dazu gehören
regelmäßige Fachtagungen, Symposien, Seminare und
Schulungen. (idw)
http://www.hs-owl.de/
(Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Julia Wunderlich)
Rapsgenom entschlüsselt
Der Raps, Europas wichtigste Ölpflanze, hat ein Geheimnis weniger: Ein internationales Team von Wissenschaft­
lerinnen und Wissenschaftlern, darunter aus Deutschland
Dr. Birgit Samans und Prof. Dr. Rod Snowdon von der Professur für Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität
Gießen (JLU), hat das komplexe Genom des Rapses (Brassica napus) entschlüsselt. Die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler gewannen dabei wichtige neue Erkenntnisse über die Entstehung von Kulturpflanzen nach Artkreuzungen. Die Ergebnisse wurden nun in der Zeitschrift
„Science“ veröffentlicht.
Der Raps ist eine der jüngsten Pflanzenarten und zeichnet sich unter den Kulturpflanzen durch seine einzigartige
Entstehungsgeschichte aus. Erst vor wenigen tausend
Jahren entstanden die ersten Rapspflanzen aus einer
zufälligen Artkreuzung zwischen Kohl- und Ölrübsenformen.
Samen aus Artkreuzungen werden nur sehr selten fruchtbar, und zwar erst nach zufälliger, vollständiger Verdopplung
beider Chromosomensätze der Elternteile. Da alle heutigen Blühpflanzen auf ähnliche Weise entstanden sind,
in den allermeisten Fällen vor Millionen von Jahren, gibt
die Genomsequenz von Raps einen einzigartigen Einblick
in die evolutionären Prozesse der Artentstehung. Treffen
zwei verwandte, aber unterschiedliche Genome in einem
Zellkern zum ersten Mal aufeinander, findet allmählich der
Verlust von überflüssigen doppelten Genkopien statt – eine
neue Art entsteht. Wie dieser Evolutionsprozess beginnt,
ist bislang noch unklar.
Ungewöhnlicherweise behielt der Raps bislang fast alle
Genkopien seiner beiden Elternspezies und bringt es so auf
rund 101.000 Gene. Damit besitzt er mehr Gene als alle
Rapsblüten
(Foto: Rod Snowdon)
L&B 2014/4
http://www.nature.com/hdy/journal/vaop/ncurrent/full/
hdy201486a.html
103
forschung
Organismen, deren Genome bereits sequenziert wurden –
der Mensch beispielsweise hat weniger als 30.000 Gene.
Da beim Raps viele Genfunktionen aufgrund der Genomdopplung mehrmals vorhanden und somit überflüssig sind,
besteht hier ein großes Potential zur Änderung und Anpassung durch vorteilhafte Mutationen. So lösen zum Beispiel
ungenaue Chromosomenpaarungen, die beim Raps durch
die Genomdopplung häufig vorkommen, Mutationen aus –
und beschleunigen so die Evolution. Viele für die heutige
Nutzung des Rapses wichtige Eigenschaften wurden unmittelbar nach der Artentstehung durch den Austausch von
Chromosomenstücken gebildet.
So konnte sich eine Pflanze, die mit extrem geringer
genetischer Vielfalt entstanden ist, in kürzester Zeit an
diverse geographische und agrarökologische Extreme
anpassen und sich dort behaupten. Heute ist der Anbau
unterschiedlicher Rapsformen als Öl-, Futter- und Gemüsekulturen über ganz Europa sowie in Nordamerika, Asien und
Australien weit verbreitet. Aus Raps wird eines der wichtigsten Pflanzenöle für die menschliche Ernährung sowie
für die Erzeugung von Biodiesel gewonnen. Der nach der
Ölgewinnung zurückbleibende Pressrückstand liefert zudem
ein wertvolles, proteinreiches Tierfutter, das hierzulande
als wichtigste heimische Alternative zu importiertem Sojaschrot gilt. Die Kenntnisse aus der Genomsequenzierung
haben vor allem für die Züchtung neuer Ölrapssorten mit
besserer Umweltverträglichkeit und erhöhtem Ertrag eine
große Bedeutung.
Die Sequenzierung des Rapsgenoms wurde durch Dr.
Boulos Chalhoub vom französischen nationalen Agrarforschungsinstitut INRA koordiniert. Auf deutscher Seite
wurden die Arbeiten zusammen mit kommerziellen Rapszüchtern im Rahmen des Forschungskonsortiums „PreBreedYield“ durchgeführt, ein Vorhaben der Förderaktivität
„Pflanzenbiotechnologie der Zukunft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Enzym Laktase fehlt. Bei der potenziell viel gefährlicheren
Kuhmilchallergie richtet sich jedoch das körpereigene Immunsystem mit IgE Antikörpern gegen das Milchprotein.
Eine echte Milchallergie kommt bei etwa zwei bis drei
Prozent der Kinder in Europa, seltener bei Erwachsenen vor.
Bei diesen PatientInnen wird die Bildung sogenannter Th2
Lymphozyten eingeleitet, die ganz wesentlich zur Produktion von IgE Antikörpern gegen Milchproteine beitragen. Die
betroffene Person reagiert allergisch auf Milch.
Eine Allergie gegen Milchproteine kann beispielsweise zu
Mund- und Schleimhautschwellungen führen, Durchfälle verursachen, zur Verschlechterung einer Neurodermitis beitragen und in seltenen Fällen sogar einen allergischen Schock
hervorrufen. Eine präzise Diagnostik hilft, die Allergie von
der Intoleranz auseinanderzuhalten und damit falsche
Diäten zu vermeiden die unter Umständen zu Mangelernährung führen können.
Veröffentlichung
Als nächstes möchten die Forschenden klären, was zur
Eisen-Beladung der Milchproteine beiträgt. Studienleiterin
Erika Jensen-Jarolim führt aus: „Eine der brennendsten
Fragen, die wir beantworten möchten, lautet: Warum sind
diese Milchproteine mehr oder weniger mit Eisen beladen?
Dabei könnte die Haltung und Fütterung der Kühe eine
Rolle spielen. Ob biologisch oder konventionell produzierte
Milch mehr oder weniger Eisen-beladenes Protein enthält,
muss noch untersucht werden. Lipokaline gibt es bei allen
Säugetieren. Wir gehen wir davon aus, dass wir unsere
Erkenntnisse auch auf die Milch anderer Tierarten übertragen können.“
Chalhoub et al. (2014): Early allopolyploid evolution in
the post-neolithic Brassica napus oilseed genome. Science,
Ausgabe vom 22. August 2014.
DOI: 10.1126/science.1253435
Kontakt
Prof. Dr. Rod Snowdon
Professur für Pflanzenzüchtung
Interdisziplinäres Forschungszentrum für Biosystems und Umweltsicherung (IFZ)
http://www.sciencemag.org/
http://www.unigiessen.de
(Justus-Liebig-Universität Gießen, Charlotte Brückner-Ihl)
Fehlende Eisen-Beladung macht Milchprotein zum Allergen
Eines der wichtigsten Milchallergene, das sogenannte
beta-Laktoglobulin, gehört zur Proteinfamilie der Lipokaline. Diese Lipokaline besitzen molekulare Taschen, in die
Eisen-Ionen passen. Das Eisen ist über sogenannte Siderophore am Protein gebunden. Erstautorin Franziska RothWalter und ihre KollegInnen zeigten nun, dass ein „leeres“
Milchprotein, also ein Protein ohne Eisen und Siderophore,
die Aktivierung von Th2-Lymphozyten unterstützt. Erst
dann kann die Produktion von IgE Antikörpern gegen das
Milchprotein angekurbelt werden, die Patientin oder der
Patient wird sensibilisiert und kann gegen Milch allergisch
reagieren. Roth-Walter, Komparative Medizin, Messerli
Forschungsinstitut: „Die Kenntnis der molekularen Strukturen von Allergenen hat ganz erheblich zu dieser praktisch
relevanten Erkenntnis über Milchallergie beigetragen.“
Unterschied zwischen Bio- und konventioneller Milch soll untersucht werden
L&B 2014/4
Grundlage der allergischen Reaktion auf
Kuhmilch-Allergen erforscht
104
Eine Kuhmilchallergie kommt bei Kindern, aber auch bei
Erwachsenen vor. Forschende des Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna, der MedUni Wien und der
Universität Wien klären nun, was die Milch allergen macht.
Ein bestimmtes Protein in der Milch, das sogenannte betaLaktoglobulin, kann nur dann eine Allergie einleiten, wenn
es kein Eisen an sich bindet. Mit Eisen-Beladung ist das
Protein unproblematisch. Den gleichen Mechanismus entdeckten die Forschenden bereits vor kurzem für die Birkenpollenallergie. Die Erkenntnisse tragen zur Entschlüsselung
allergischer Reaktionen bei und wurden im Journal PLOS
ONE veröffentlicht.
Die Milchallergie wird häufig mit der Laktose-Intoleranz
verwechselt. Es handelt sich dabei jedoch um zwei ganz
unterschiedliche Mechanismen im Körper. Bei der LaktoseIntoleranz, wird Milchzucker schlecht verdaut, weil das
Erika Jensen-Jarolim und Franziska Roth-Walter sind der Entschlüsselung der
allergischen Reaktion auf der Spur.
Foto: Erika Jensen-Jarolim/Vetmeduni Vienna
forschung
Das Messerli Forschungsinstitut wurde 2010 mit
der Unterstützung der Messerli-Stiftung (Schweiz) unter
Federführung der Veterinärmedizinischen Universität
Wien in Kooperation mit der Medizinischen Universität
Wien und der Universität Wien gegründet. Es widmet
sich der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung und
ihrer Grundlagen in den Bereichen Ethik, vergleichende
Medizin sowie Kognition und Verhalten von Tieren. Dabei
zeichnet es sich durch einen breiten interdisziplinären
Zugang (Biologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin,
Philosophie, Psychologie, Rechtswissenschaft) und eine
starke internationale Ausrichtung aus.
http://www.vetmeduni.ac.at/messerli
Service:
Der Artikel „The major cow milk allergen Bos d 5 manipulates T-helper cells depending on its load with siderophore-bound iron” von Franziska Roth-Walter, Luis. F. Pacios,
Cristina Gomez-Casado, Gerlinde Hofstetter, Georg A. Roth,
Josef Singer, Araceli Diaz-Perales und Erika Jensen-Jarolim
wurde am 12. August 2014 im Journal PLOS ONE veröffentlicht. DOI: 10.1371/journal.pone.0104803
http://www.plosone.org/article/
info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0104803
(Veterinärmedizinische Universität Wien, Dr. Susanna Kautschitsch,
PR) idw
Fett, das schlank macht: Forscher der TU Graz
aktivieren körpereigene „Fatburner“
Forscher der TU Graz haben weltweit erstmals humane
Fettzellen mit MikroRNAs - einer speziellen Klasse von
Genen - „umgepolt“ und sie dazu gebracht, Energie zu
verbrennen statt zu speichern. Durch gezielte Zugabe von
MikroRNAs wurden energiespeichernde, weiße Fettzellen
angeregt, sich in energieverbrennende, braune Fettzellen zu
verwandeln. Dieses braune „Schlankmacherfett“ verbrennt
Energie durch Wärmeabgabe. Damit ist ein bahnbrechender
Schritt für neue Strategien zur Eindämmung von Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes getan. Ihre Erkenntnisse haben die
Grazer kürzlich im renommierten Fachjournal „Stem Cells“
veröffentlicht.
Überschüssige Fette und Zucker führen langfristig zu Organschäden, einer Resistenz gegenüber Insulin und damit
zu Typ-2-Diabetes. Dem Forscherteam für „RNA-Biologie“
der TU Graz rund um Marcel Scheideler vom Institut für
Molekulare Biotechnologie ist nun im Rahmen des österreichischen GEN-AU-Programms, eines FWF-Projekts und des
EU-Projekts DIABAT bemerkenswertes gelungen: Als weltweit erste haben sie mit MikroRNAs, einer neuen Klasse
molekularer Schalter, die „bösen“ weißen Fettzellen in das
braune „Schlankmacherfett“ umgepolt. „Je mehr braune
Fettzellen ein erwachsener Mensch hat, desto besser kann
er einer Gewichtszunahme und damit Übergewicht und
„Schlankmacherfett“: Braune Fettzellen, hier fluoreszierend, geben verstärkt
Energie in Form von Wärme ab. © TU Graz
Fettleibigkeit widerstehen, denn: Im Gegensatz zu weißen
Fettzellen sind in braunen Fettzellen mehr Mitochondrien
vorhanden. Diese ‚Zellkraftwerke‘ können zu massiver
Energieverbrennung durch Wärmeabgabe angeregt werden“,
erklärt Marcel Scheideler.
„Fatburner“-Schlüssel
Konkret haben die Forscher ein humanes Zellmodell
für ihre Experimente herangezogen und sich im menschlichen Erbgut auf die Untersuchung von MikroRNAs fokussiert – kleinen RNA-Schnipseln, die bis vor kurzem
noch als „genetischer Schrott“ bezeichnet wurden. Dabei
entdeckte das Team MikroRNAs mit besonderer Rolle in
der Fettzellentwicklung: die „MikroRNA-26-Familie“. Marcel
Scheideler: „Diese spezielle MikroRNA-Familie regt die
Bildung des Proteins UCP1 an, das eine Art Kurzschluss in
den Mitochondrien erzeugt und somit als Schalter für die
Energieverbrennung in den Fettzellen fungiert. Dadurch wird
eine gesteigerte Energieverbrennung erst möglich.“ Die
MikroRNA-26-Familie ist also in der Lage, die Fettzelle von
der Energiespeicherung auf die Energieverbrennung umzupolen. Für eine therapeutische Anwendung wurde diese
Entdeckung zum Patent angemeldet.
Was noch fehlt, ist ein geeignetes Transportmittel zu den
Fettdepots im menschlichen Körper – doch auch hier haben
die Forscher der TU Graz in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften und der Medizinischen Universität
Graz im Rahmen des HTI-Projekts „NanoFat“ Pionierarbeit
geleistet und bereits eine auf Nanopartikel basierende
Lösung zum Patent angemeldet.
Zur Originalpublikation: http://onlinelibrary.wiley.com/
doi/10.1002/stem.1603/abstract
Rückfragen:
Dipl.-Chem. Dr.rer.nat. Univ.-Doz.
Marcel Scheideler
Institut für Molekulare Biotechnologie
E-Mail: marcel.scheideler@tugraz.
at
http://rnabiology.tugraz.at
(Pressestelle der TU Graz Mag.
(FH) Susanne Eigner)
Marcel Scheideler vom Institut für Molekulare Biotechnologie der TU Graz.
© Foto Fischer
Warum Champignons leicht braun werden
Annette Rompel und ihr Team vom Institut für Biophysikalische Chemie der Universität Wien erforschen die
„Bräunungsreaktion“ beim Verderb von Champignons. Die
ForscherInnen konnten nachweisen, dass das dafür zuständige Enzym bereits gebildet wird, wenn der Pilz noch gar
nicht verdorben ist. Die Studie erscheint aktuell online in
den renommierten Fachjournalen Phytochemistry und Acta
Crystallographica.
Das Verständnis der Wirkungsweise des PigmentierungEnzyms Tyrosinase ist sowohl von medizinischem, als auch
technologischem Interesse. Das Kupfer enthaltende Enzym
gilt bei Tieren und Menschen als unentbehrlich für den
Schutz vor UV-Strahlung und liefert zugleich auch Informationen zur Verhinderung des Verderbs von Lebensmitteln.
Champignons sind dabei aufgrund ihrer niedrigen Kosten
und der guten Verfügbarkeit eine wertvolle Quelle für die
WissenschafterInnen. Vor allem wegen ihres hohen Enzymgehaltes werden die Pilze für Untersuchungen an der
Tyrosinase geschätzt. Die Champignons dienen daher auch
L&B 2014/4
Über das Messerli Forschungsinstitut
105
forschung
Publikation in Acta Crystallographica Section F ­Structural Biology and Crystallization Communication: S. G.
Mauracher, C. Molitor, R. Al-Oweini, U. Kortz and A. Rompel
„Crystallization and preliminary X-ray crystallographic analysis of latent isoform PPO4 mushroom (Agaricus bisporus)
tyrosinase“ Acta Cryst. F70 (2014) 263-266.
Publikation in Acta Crystallographica Section D ­Biological Crystallography: S. G. Mauracher, C. Molitor,
R. Al-Oweini, U. Kortz and A Rompel: Latent and active abPPO4 mushroom tyrosinase cocrystallized with
hexatungstotellurate(VI) in a single crystal.
Wissenschaftlicher Kontakt
Schematische Darstellung der zeitlichen bzw. durch mechanischen Zellschaden induzierten enzymkatalysierten Bräunungsreaktion. © A. Rompel/Universität
Univ.-Prof. Dr. Annette Rompel
Institut für Biophysikalische Chemie
Fakultät für Chemie
Universität Wien
annette.rompel@univie.ac.at
www.bpc.univie.ac.at
(Universität Wien, Mag. Alexandra Frey) idw
Wien
als Modellorganismus zur Untersuchung von Bräunungsreaktionen.
Bildung in inaktiver Vorstufe
Seit 2012 ist bekannt, dass sechs verschiedene Tyrosinasen (PPO1 bis 6) im Champignon existieren, von denen
zwei in größeren Mengen vorkommen (PPO3 und PPO4).
Das für die Bräunungsreaktion verantwortliche Enzym wird
dabei in sogenannten Eukaryoten (Lebewesen, die einen
Zellkern besitzen) in einer inaktiven Vorstufe des Entwicklungsprozesses gebildet. Diese Vorstufe wird dann durch
eine Spaltung aktiviert. Dabei wird der das aktive Zentrum
abdeckende Teil des Enzyms entfernt und die Substrate (Tyrosin und andere Monophenole) können umgesetzt werden.
Neuer Isolierungsweg und eine außergewöhnliche Reagenz
führten zum Erfolg
Keiner der bis dahin in der Literatur bekannten Isolierungswege konnte für PPO4 erfolgreich angewendet werden. Im Institut für Biophysikalische Chemie wurde nun
eine Methode entwickelt, die es erstmals erlaubt, die latente Tyrosinase aus deren natürlicher Quelle zu isolieren.
Die Enzym-Charakterisierung fand in enger Zusammenarbeit
mit dem Massenspektrometriezentrum der Universität Wien
der Fakultät für Chemie unter der Leitung von Andreas Rizzi
statt. Nachdem genügend große Mengen von reinem PPO4
extrahiert werden konnten, gelang es den WissenschafterInnen, Kristallisationsbedingungen zu finden und zu optimieren, unter denen das Protein Einkristalle bildet. Dieses
gelang nur unter dem Einsatz eines relativ außergewöhnlichen Co-Kristallisation Reagenz, einem Polyoxometallat
des Anderson-Typs.
L&B 2014/4
Wesentlich für Medizin und Biotechnologie
106
Der Dissertant Stephan Mauracher hat das Projekt im
Rahmen des Initiativkollegs „Functional Molecules“ der
Universität Wien bearbeitet. „Es ist gelungen, das Enzym in
ausreichender Menge zu reinigen und zu charakterisieren.
Ulrich Kortz von der Jacobs University Bremen hat das Polyoxometallat synthetisiert und als Additiv für die Proteinkristallisation vorgeschlagen. Das Forschungsvorhaben wurde
sodann als FWF Einzelprojekt weiter geführt. So gelang die
Kristallisation und die drei-dimensionale Strukturlösung von
PPO4“, so Rompel abschließend.
Publikation in Phytochemistry: S. G. Mauracher, C. Molitor, C. Michael, M. Kragl, A. Rizzi and A. Rompel „High level
protein-purification allows the unambiguous polypeptide
determination of latent isoform PPO4 of mushroom tyrosinase.“ Phytochemistry 99 (2014) 14­25.
Allergie: Geröstete Nüsse gefährlicher als
rohe
Chemische Veränderungen aktivieren das Immunsystem
stärker
Geröstete Erdnüsse lösen eher allergische Reaktionen
aus als rohe, wie die University of Oxford bei Tests mit
Mäusen ermittelt hat. Laut dem Team um Quentin Sattentau aktivieren die chemischen Veränderungen durch das
Rösten das Immunsystem des Körpers und könnten damit
allergische Reaktionen auslösen. Dieser Zusammenhang
ist laut den Forschern jedoch noch viel genauer zu erforschen, bis eine Empfehlung für den Verzehr von rohen
Erdnüssen abgegeben werden kann.
Hohe Temperaturen schuld
Mäusen wurden Erdnussproteine entweder über die
Haut oder in den Magen verabreicht. Tiere, die die trocken
gerösteten Nüsse erhielten, zeigten eine deutlich stärkere
Immunreaktion als die Mäuse, die die rohen erhalten hatten. Beim Menschen kann die Reaktion des Immunsystems
unterschiedlich sein. Sie kann von leicht - zum Beispiel
mit Hautauschlägen - bis hin zu sehr gefährlichen Schwellungen des Mundbereichs und Atemproblemen reichen.
Die Forscher gehen davon aus, dass wahrscheinlich die
hohen Temperaturen beim Rösten der Nüsse chemische
Veränderungen bewirken, die allergische Reaktionen auslösen. Laut Sattentau ist damit erstmals ein potenzieller
Auslöser für eine Erdnussallergie nachgewiesen. Das Team
vermutet, dass dadurch auch das seltenere Auftreten der
Allergien in Ostasien erklärt werden kann. Hier sind gekochte, rohe oder gebratene Nüsse häufiger Teil der Nahrung als
geröstete.
Noch keinerlei Empfehlungen
Bis hin zu gesicherten Ernährungsempfehlungen ist es
allerdings noch ein weiter Weg. Sattentau zufolge ist bekannt, dass Kinder aus Familien mit anderen Allergien eher
auch Probleme mit Erdnüssen haben. Die Forscher untersuchen derzeit Möglichkeiten, die chemischen Veränderungen
beim Rösten zu umgehen, die das Immunsystem aktivieren.
Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin „Journal
of Allergy and Clinical Immunology“ http://jacionline.org
veröffentlicht. (pte)
fachkonferenz
Nahrungsergänzungsmittel werden bei europäischen Verbrauchern immer beliebter: Derzeit beläuft sich ihr Umsatz auf
dem Kontinent auf rund sechs Milliarden Euro jährlich. Mehr als
die Hälfte davon entfällt auf Deutschland. Experten sprechen
von Wachstumsraten des Marktes von drei bis fünf Prozent pro
Jahr. Als Hauptgründe dafür werden der demografische Wandel
und das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung
ausgemacht.
Auf ihrer ersten internationalen Fachkonferenz zum Schwerpunkt „Food Supplements“, die vom 25. bis 26. Juni 2014
in Mainz stattfand, gab die Akademie Fresenius Einblicke in
aktuelle Themen des Fachgebiets.
Schon lange werden in Europa Präparate botanischen
Ursprungs eingesetzt, um Krankheiten zu heilen, ihr Auftreten
zu verhindern oder den Körper allgemein in seiner Funktionsfähigkeit zu unterstützen. Im Laufe der Zeit sind auf diese Weise
traditionelle Produkte entstanden, die jedoch innerhalb der
EU trotz verschiedener Harmonisierungsbemühungen bislang
immer noch uneinheitlich gehandhabt werden. Über die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln entscheiden bislang ausschließlich die jeweiligen Mitgliedstaaten. Dies führt
dazu, dass etwa Ginkgo in Italien, den Niederlanden und Polen
als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen ist, während es z.B.
in Deutschland als medizinisches Produkt angesehen wird und
damit nicht für einen dauerhaften Verzehr vorgesehen ist.
Die Sicherheit botanischer Nahrungs­ergänzungsmittel
Allgemein würden die einzelnen Staaten die Sicherheit von
botanischen Produkten stark unterschiedlich bewerten, woran
sich auch bis auf Weiteres nichts ändern werde, äußerte
Vittorio Silano (Universität Rom, CONTAM Panel/Europäische
Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA) auf der Konferenz. Von rund 1900 botanischen Spezies sei der Gebrauch
von mehreren hundert in einigen Mitgliedstaaten erlaubt, in
anderen dafür jedoch verboten oder bislang nicht reguliert,
so der Experte. Man könne festhalten, dass derzeit für die
(Sicherheits-) Einstufung eines Produkts weniger seine spezifischen Eigenschaften oder Bestandteile entscheidend seien,
sondern vielmehr die jeweilige Kompetenz der nationalen
Behörden und produzierenden Unternehmen, die offiziellen
Regulierungen richtig zu interpretieren und anzuwenden, bemerkte er. Als Hilfestellung hat die EFSA im Jahr 2008 einen
Leitfaden zur Sicherheitsbewertung botanischer Nahrungsergänzungsmittel auf Grundlage traditioneller Verwendungen
und ein Kompendium zusammengestellt, das die Identifizierung von bedenklichen Pflanzenarten und –sorten erleichtern
soll. Das Kompendium listet eine große Zahl botanischer
Gattungen, Spezies und Sorten auf, die natürlicherweise
giftige, süchtig machende, psychotrope oder andere kritische
Substanzen enthalten. Die EFSA arbeite derzeit an der dritten
Version des Kompendiums, welche unter anderem botanische
Spezies aufführen werde, die in nicht-europäischen Staaten
als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, so Silano.
Abschließend verdeutlichte er, dass eine Verbesserung und
EU-weite Harmonisierung sowohl der rechtlichen Situation als
auch der Forschung im Fachgebiet empfehlenswert sei. Die
Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten könnten
dies mithilfe der EFSA und EMA (European Medicines Agency)
gemeinsam erreichen. Silano betonte, dass zum einen ein
praktischer Ansatz nötig sei, um botanische Spezies und Präparate besser identifizieren und charakterisieren und damit
beurteilen zu können, ob sie eher als Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukt geeignet seien. Zum anderen
brauche es einen harmonisierten Ansatz für Sicherheits- und
Effektivitätsbewertungen bei beiden Produktarten, schloss der
Experte.
Neue Novel Foods-Verordnung mit deutlichem Nachbesserungsbedarf
Die Autorisierung von Lebensmitteln, die als „Novel Foods“
eingestuft werden, ist komplex und langwierig. Zumeist verursacht sie für die betroffenen Unternehmen zudem erhebliche
Kosten. Ende 2013 wurde von der Europäischen Kommission
ein Vorschlag für die Neuregelung des Themas vorgestellt. Dieser sieht unter anderem eine breitere Definition für Novel Foods
und ein zentralisiertes Autorisierungsprozedere unter Einbezug
der EFSA vor. Peter Loosen (Bund für Lebensmittelrecht und
Lebensmittelkunde e.V., BLL) äußerte sich zu den Details des
Vorschlags. Die neue Novel Foods-Definition umfasse allgemein
alle Lebensmittel, die es vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht
gegeben habe, erklärte Loosen. Damit fielen nicht nur neuartige Produkte wie Nano-Food, sondern ebenso bereits bekannte
Lebensmittel, die aus traditionellen Zutaten (neu) zusammengestellt wurden (vegetarische Burger, Fleischersatzprodukte), jedoch keine signifikant neuen Eigenschaften besitzen, unter den
Vorschlag. Auch neue Obst- und Gemüsesorten, neue Erzeugnisse aus traditioneller Herstellung, reformulierte Produkte oder
Botanicals würden laut des derzeitigen Vorschlags als Novel
Food gelten, verdeutlichte Loosen. Dies sei inhaltlich falsch und
würde die Notwendigkeit etablieren, jedes neue Lebensmittelprodukt systematisch zu autorisieren. Zudem sei vorgesehen,
den Vorschlag rückwirkend gelten zu lassen, sodass alle seit
1997 am Markt eingeführten Produkte mit rechtlicher Unsicherheit zu kämpfen hätten, gab Loosen zu bedenken. Als weiteres
Problem bezeichnete er den Umstand, dass der Vorschlag lediglich signifikantes Marketing vor dem 15. Mai 1997 als Nachweis dafür vorsehe, dass ein Produkt kein Novel Food sei. In
der Praxis seien die entsprechenden Informationen meist nicht
mehr verfügbar und/oder würden nicht ausreichen, um den
notwendigen Nachweis zu erbringen, so Loosen. Der Kommissionsvorschlag müsse aus den genannten Gründen überarbeitet
werden, forderte der Experte. Als Korrekturmaßnahmen schlug
Loosen vor, die bisherigen Lebensmittelkategorien der Novel
Foods-Verordnung auch in der neuen Version anzuwenden, das
Referenzdatum so zu verändern, dass keine rückwirkende Anwendung zum Tragen komme, sowie Kriterien einzuführen, die
sicherstellen, dass nur Produkte mit tatsächlich neuen Eigenschaften als Novel Food bezeichnet werden.
Beauty Claims fallen nicht unter die Health Claims-Verordnung
Neben Nahrungsergänzungsmitteln, die gesundheitliche
Wirkungen versprechen, sind auf dem Markt auch Produkte
zu finden, die sich positiv auf das Aussehen auswirken sollen.
Laure Normand (Inneov, Frankreich) ging in Mainz der Frage
nach, wie die so genannten „Beauty Claims“ bislang rechtlich
gehandhabt werden. Die EU-Kommission habe im vergangenen
Jahr Beauty Claims offiziell als Health Claims abgelehnt, so
Normand. Somit besitze die geltende Health Claim-Verordnung
für diese Art Claims keinerlei Gültigkeit. Die Expertin empfahl
Lebensmittelunternehmern aus diesem Grund, besondere Sorgfalt bei der Auswahl ihrer Produkt-Wordings walten zu lassen.
Es dürfe nicht behauptet oder suggeriert werden, dass die verwendeten Beauty Claims im Rahmen der Health Claim-Verordnung genehmigt seien. Die Akzeptanz der Beauty Claims hänge
momentan vor allen Dingen von der jeweiligen nationalen Praxis
und Interpretation der Mitgliedstaaten ab, erklärte Normand.
Die Unternehmer müssten dabei dafür Sorge tragen, dass die
von ihnen verwendeten Aussagen gerechtfertigt seien.
Eine gute Hilfe für Unternehmer sei der Leitfaden zum
Nachweis von Beauty Claims bei Nahrungsergänzungsmitteln,
der im März dieses Jahres von Food Supplements Europe
herausgegeben worden sei, so die Expertin. Dieser unterstütze die Unternehmer dabei, die Grenze zwischen Gesundheit
und Schönheit anhand von Beispielen aus Stellungnahmen
und/oder Leitfäden der EFSA besser zu verstehen und eigene
Beauty Claims über wissenschaftliche Beweise adäquat abzusichern, betonte Normand.
www.akademie-fresenius.de
L&B 2014/4
Nahrungsergänzungsmittel: Immer noch viele
Unterschiede innerhalb der EU
107
labor&betrieB
World of Rheology –
Alles fließt, aber was steckt
dahinter?
L&B 2014/4
Die Rheologie ist die Wissenschaft,
die sich mit dem Fließ- und Deformationsverhalten aller Arten von Materialien beschäftigt. Die neue Wissensund Informationsplattform “World of
Rheology” von Anton Paar widmet
sich ausschließlich diesem Thema. In
Videos und eLearning-Kursen werden
die Grundlagen der Rheologie einfach
und verständlich dargestellt, zusätzlich
steht ein umfangreiches RheologieGlossar zur Verfügung. Auch auf Fragen wie „Wie führe ich rheologische
Messungen von Materialien wie z.B.
Schokolade, Wandfarbe, Haargel etc.
durch und zu welchem Zweck?“ liefert
die „World of Rheology“ schnelle Antworten.
Rheologische Effekte begleiten uns
auf Schritt und Tritt und dennoch weiß
man im Allgemeinen sehr wenig über
das Fließ- und Deformationsverhalten
von Stoffen. Immer wenn ein Material
fließt, sich verändert oder sich bewegt,
hat das mit Rheologie zu tun. Die
„World of Rheology“ eröffnet Einblicke
in diese faszinierende Welt und macht
dieses Wissen über eLearning-Kurse,
Videos, ausführliche Erklärungen und
einem Glossar für Interessierte zugänglich. Darüber hinaus werden Seminare,
Trainings und Webinare angeboten, die
entweder online oder direkt vor Ort bei
den jeweiligen Anton-Paar-Niederlassungen besucht werden können.
Die Rheologie als Wissenschaft ist
das eine, aber was nützen die Erkenntnisse daraus? In der „World of Rheology“ werden auch die Möglichkeiten und
Vorteile, die sich durch die Erforschung
und Bestimmung der rheologischen
Eigenschaften von Materialien ergeben,
veranschaulicht. Mit einem Rheometer
lassen sich die unterschiedlichsten
Stoffe, von flüssig bis fest, messen.
Besonders gefragt sind diese Erkenntnisse in der Forschung und Entwicklung
sowie in der Qualitätskontrolle von
diversen Produkten. Für Industrien, die
sich mit der Herstellung bzw. Bearbeitung von Polymeren, Lebensmitteln,
108
Farben und Lacken, Kosmetika und
Pharmazeutika, Petrochemikalien,
Klebstoffen und Dichtmassen etc. befassen, ist ein Rheometer von großem
Nutzen.
Schokolade zum Beispiel muss, um
den Konsumenten- und Herstelleranforderungen gerecht zu werden, ein
bestimmtes rheologisches Verhalten
aufweisen. Während die Rohzutaten bei
der Produktion fließfähig sein sollen,
darf das Endprodukt nur mehr im
Mund, nicht aber bei Raumtemperatur
schmelzen. Darüber hinaus ist auch die
Art und Weise wie Schokolade an der
Zunge und am Gaumen anhaftet oder
gar klebt hinsichtlich des „Mouthfeels“
und des Geschmacks enorm wichtig.
In diesem Fall ist es sinnvoll, rheologische Parameter wie die Viskosität
und Fließgrenze mit einem Rheometer
zu bestimmen. Diese und weitere
Beschreibungen zu fließfähigen und
verformbaren Materialien aus verschiedenen Branchen sind ebenfalls in der
„World of Rheology“ zu finden. Da die
Inhalte ständig ergänzt werden, lohnt
es sich, öfters einen Blick in die „World
of Rheology“ zu werfen.
www.world-of-rheology.com/de
Reinheit in der Lebensmittel- und Pharmaproduktion
Neuer Hygiene-Verschluss
von EMKA
Bei der Reinigung von Produktionsanlagen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind kantige Verschlüsse
an den Maschinen häufig Hindernisse,
die den hohen Hygienestandard gefährden. Um die Anforderungen der DIN
EN 1672-2 in vollem Umfang zu erfüllen, hat EMKA einen neuen HygieneVerschluss aus Edelstahl entwickelt.
Im Gegensatz zu vielen marktüblichen
Produkten entspricht dieser den Erwartungen an ein zeitgemäßes Hygienic
Design, da er sich konsequent an der
europäischen Norm orientiert und flexibel einsetzbar ist.
Durch die zunehmende Automatisierung der Produktion von Lebensmitteln
und Pharmaartikeln steigen die Ansprüche an eine schnelle und zuverlässige
Reinigung der Fertigungsanlagen. Für
ein effizientes Cleaning in Place (CIP)
bietet EMKA, der Hersteller und Entwickler von Verschlusstechnik, einen
neuen Hygiene-Verschluss. Dieser
erweitert das bestehende Programm
und ist Teil eines abgestimmten Systems aus Verschluss, Scharnier und
Dichtung.
Die EMKA-Lösung aus rostfreiem
V4A Edelstahl ist widerstandsfähig
gegen Rissbildung, Absplittern und Abrieb. Außerdem bildet sie im Kontaktbereich eine glatte, bündige Oberfläche,
die sich industriell reinigen lässt und
Toträume vermeidet. Der Verschluss
ist außerdem flexibel einsetzbar, da er
die Ansprüche aus der Hygienetechnik
sowohl auf der Außen- als auch auf der
Innenseite erfüllt. In der Regel werden
die Reinheitsstandards nur auf der
Außenseite erreicht.
Insgesamt orientiert sich der
Hersteller mit seinem Drehspannverschluss an den aktuellen Bestimmungen der DIN EN 1672-2. Dort sind
die hohen Hygieneanforderungen an
europäische Nahrungsmittelmaschinen
im Detail festgehalten. Für die Zukunft
sieht EMKA ein großes Marktpotenzial
in der Hygienetechnik und wird sein
Produktsortiment in diesem Bereich
zielgenau erweitern.
www.emka.com
Superzentrifuge FTNON zweiter Platz bei Food Valley Award
Mit der neuen Superzentrifuge für
das Trocken von Salat, ist Food Technology Noord-Oost Nederland B.V. (FTNON) durch die Jury beim Food Valley
Award mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.
Der Food Valley Award ist einer der
wichtigsten Innovationspreise in der
niederländischen Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Die neue FTNON Superzentrifuge ist
eine kontinuierliche Zentrifuge, wobei
keine Pufferung vor oder nach der Zentrifuge erforderlich ist. Die Anlage ermöglicht optimale Zentrifugierprozesse,
auch für empfindliche Produkte. Durch
den minimalen Einsatz von Komponenten, ist das System wartungsfreundlich.
Die Bedienung ist einfach, da nur zwei
Variablen eingestellt werden müssen.
labor&betrieb
www.ftnon.com
Wie funktioniert zuverlässige
Desinfektion von Kühlfahrzeugen mit Kühlanlage für
­Lebensmitteltransporte?
Lebensmitteltransporte unterliegen
hygienisch hohen Standards. Besonders in punkto Desinfektion ist dabei
für Koffer- und Ladeflächen sowie für
die Kühlanlage oft noch ein hoher
manueller Aufwand erforderlich. Dabei
könnte der Einsatz von Kaltnebeltechnik hier Abhilfe schaffen: schnell,
effizient und hochwirksam. Denn nach
Temperaturband verlassen wurde, ob
also kritische Grenzwerte über- oder
unterschritten wurden.
Die LogTag® Gefrier-Indikatoren TICTiS0°Tag® sind manipulationssichere,
irreversible elektronische Indikatoren,
die anzeigen, ob die Temperatur 60
Minuten oder länger am oder unter
dem Gefrierpunkt (0°C) gelegen hat.
Die iS0°Tag®-Indikatoren können dazu
verwendet werden, die Temperatur von
gefrierempfindlichen Produkten wie
Impfstoffen, Speisen oder Spezialchemikalien für bis zu 3 Jahren zu überwachen.
LogTag® Temperatur-Indikatoren sind
prädestiniert wenn es darum geht, am
Zielort einfach und unkompliziert - auch
ohne Einsatz eines Computers oder
Druckers – die Entscheidung treffen zu
können, ob die Ware temperaturgerecht
angeliefert wurde.
Sollte in kritischen Fällen ein Auslesen der Daten hilfreich sein, so ist dies
über ein separat erhältliches Interface
und der kostenlos verfügbaren Software LogTag® Analyzer möglich.
www.cik-solutions.de/logtag/isotag
Einzigartige Möglichkeiten
durch Dekanter-Einsatz
korrekter Reinigung kann das Fahrzeug
regelmäßig ausgenebelt werden und
wird so hochwirksam desinfiziert, so
oft wie gewünscht. Dazu ist kein nennenswerter Aufwand – weder personell
noch materiell – notwendig. Dieser
Wettbewerbsvorteil kann sich nicht nur
für Speditionen auszahlen, sondern
auch für Fachwerkstätten und andere
Dienstleister im LKW-Reinigungs- und
Wartungsgewerbe.
Saubere Vorteile im Überblick:
– Effizient
– Schnell
– Hochwirksam
Lebensmitteltransporte: Dank Vernebelung eine doppelt saubere Sache!
Mit den neuen Dekantern der ecoforce gMaster Familie wird die GEA
Westfalia Separator Group gleichzeitig
mehreren Anwendungen in der Bier-,
Wein- und Fruchtsaftherstellung gerecht: in Sachen Performance, einfacher Reinigung, höchster Produktqualität und schonender Verarbeitung setzt
der ecoforce gMaster neue Maßstäbe.
Mit höchsten Drehzahlen erzeugt der
Dekanter eine maximale Zentrifugalbeschleunigung, die in unterschied-
www.pfalz-technik.com
Temperaturüberwachung
­gefrierempfindlicher Produkte
In vielen Fällen ist es wichtig eine
Aussage über Temperaturen treffen zu
können die ein Produkt erfahren hat
und darüber ob ein einzuhaltendes
Neue Wege und einzigartige Möglichkeiten bietet
der Einsatz des gMaster Dekanters der GEA Westfalia Separator Group im Sudhaus zur Maischeseparation.
lichsten Anwendungsgebieten für eine
optimale Trennung sorgt. Besonderes
Augenmerk bei Konstruktion und Fertigung wurden auf das Hygienic Design
der Maschinen gelegt.
Neue Wege und einzigartige Möglichkeiten bietet der Einsatz des gMasters
im Sudhaus zur Maischeseparation.
Gegenüber anderen Produktionsverfahren wie z.B. der Filtration kann sich der
Dekanter flexibel auf unterschiedlichste
Rohmaterialien einstellen, denn neben
Malz verarbeitet der gMaster in einem
2-stufigen Prozess problemlos auch
alternative Rohstoffe und Zusätze wie
Hirse, Gerste, Mais, Reis oder Maniok
– und das zu 100%. Das bietet dem
Anwender größtmögliche Flexibilität im
Hinblick auf das Rohmaterial und eröffnet ihm gleichzeitig neue Märkte sowie
die Möglichkeit der Einführung neuer
Produkte auf dem heiß umkämpften
Getränkemarkt. Dies trifft vor allem auf
die Wachstumsmärkte wie Asien und
Afrika zu. Das Verfahren der Maischeseparation mittels gMaster Dekantern
hat sich dabei bereits in vier großen
Brauereien bewährt, die bei höchster
Produktqualität neben Malz auch mit
Reis, Mais und Hirse brauen.
www.gea.com
DosaFlex: aseptische
­Containerstation für Getränke
mit Feststoffanteil
Für die Hersteller von Fruchtgetränken mit festen Bestandteilen wie
Pulpe oder Fruchtstückchen bietet sich
jetzt eine neue und kostengünstige
Möglichkeit der aseptischen Verarbeitung von Feststoffen. Krones hat mit
DosaFlex eine Containerstation zur
produktschonenden Dosierung aseptischer Komponenten für Fertiggetränke
mit Feststoffanteil entwickelt. Möglich
wurde dies durch die erstmalige Bereitstellung von Produktkomponenten
mit erhöhter Feststoffkonzentration in
aseptischen Containern. Dies wurde
bisher nur für Aromen und Konzentrate
angeboten. Die aseptischen Container
können auf Wunsch an der Containerstation mit Sterilluft oder Stickstoff
überlagert werden. Das verhindert eine
Rekontamination bzw. die Aufnahme
unerwünschter Stoffe, wie z. B. Sauerstoff. Für einen kontinuierlichen Betrieb
können zwei Gebindeanschlüsse wechselseitig genutzt werden. Für einen
schnellen Gebindewechsel werden die
Anschlüsse vor dem Öffnen des Produktwegs mit Dampf sterilisiert.
Die neu entwickelte aseptische Containerstation ist mit ihrem günstigen
Preis-Leistungsverhältnis und dem
geringen Platzbedarf besonders auch
für Getränkehersteller interessant, die
neue, feststoffhaltige Getränke auf
L&B 2014/4
Außerdem ist die Zentrifuge gut erreichbar, so dass eine schnelle Reinigung
möglich ist.
Das System ist imstande alle Arten
von Blattgemüse gut zu verarbeiten,
mit einer hohen Kapazität, in Kombination mit einer minimalen Stellfläche im
Produktionsraum.
FTNON in Almelo (NL) und Salinas
(USA) liefert komplette Produktionslinien und Spezialmaschinen zum Verarbeiten von u.a. Salat, Obst, Kartoffeln,
Gemüse, Champignons, Fertigmahlzeiten und Heimtiernahrung.
109
labor&betrieb
DosaFlex: Einheit zur aseptischen Dosage von
Fruchtpartikeln
Testmärkten ausprobieren möchten.
Die Containerstation wird zwischen
den Einheiten zur kontinuierlichen
Produktbehandlung und dem Füller
integriert. Die Ausmischung des Fertiggetränks erfolgt über eine geregelte
Dosierung in einem Doppelsitzventil
mit anliegender Dampfsperre, das für
aseptische Prozesse ausgelegt ist. Für
Low-Acid-Produkte wird zusätzlich eine
Dampfsperre in der Kondensatableitung angeboten, um auch bei sensiblen
Produkten eine sterile Produktion zu
gewährleisten.
Die Beschädigungsrate von Partikeln, die größer als 3 x 3 x 3 Millimeter
sind, liegt unter fünf Prozent, die Dosiergenauigkeit bei plus/minus 0,3 Prozent der Dosiermenge – beides Werte,
die deutlich niedriger als bei den klassischen Einstromverfahren sind. Auch
in Sachen Umweltverträglichkeit kann
die aseptische Containerstation punkten: Sie trägt das Krones enviro Siegel
für Energie- und Medieneffizienz.
www.krones.com
HACCP-konforme Temperaturüberwachung
L&B 2014/4
Die Dostmann electronic GmbH präsentiert mit dem neuen LOG 32-T einen
besonders kompakten Datenlogger zur
Temperaturaufzeichnung bei Lagerung
und Transport. Für die Auswertung wird
der LOG 32-T einfach und schnell direkt
in die USB-Schnittstelle des Computers
eingesteckt, wo er automatisch eine
vordefinierte Auswertung in Form einer
PDF-Datei erzeugt. Der LOG 32-T sorgt
ohne teure Installation für eine regel-
110
mäßige Messung der Umgebungstemperatur mit einer hohen Genauigkeit
von ±0,5°C. Sein Speicher zeichnet
kontinuierlich bis zu 60.000 Datensätze auf. Der Messbereich reicht von
-40°C bis +70°C bei einer Auflösung
von 0,1°C.
Der HACCP-zertifizierte und EN
12830 konforme Datenlogger eignet
sich ideal als wirtschaftliche Lösung
für die kontinuierliche Temperaturüberwachung ohne aufwendige Einrichtung.
Bei Lagerung und Transport leicht
verderblicher Lebensmittel und medizinischer Konserven erbringt der LOG
32-T den Nachweis über die Einhaltung
der jeweils vorgeschriebenen Temperatur durch eine lückenlose Dokumentation. Hier genügen bereits geringe
Temperaturabweichungen, um die
Kontamination mit Mikroorganismen zu
begünstigen und Lebensmittel ungenießbar sowie medizinische Produkte
unbrauchbar zu machen.
Darüber hinaus findet der äußerst
kompakte Temperatur-Datenlogger bei
der Überwachung von Produktionsprozessen Anwendung. Einsatzbedingungen, die Spritzwasser und Staub
beinhalten, stellen für den gemäß IP65
Strahlwasser- und staubdichten LOG
32-T ebenfalls kein Problem dar. Neben
der Qualitätskontrolle im produzierenden Gewerbe eignet er sich somit
für Labors, Lager und Gewächshäuser.
www.dostmann-electronic.de
E-Learning: Bioreaktor einfach
gemacht!
Die neue Bioreaktor-Videoanleitung
von INFORS HT veranschaulicht die Bedienungsabläufe anhand der Minifors
und Labfors Tischbioreaktoren. Dies
erlaubt es Studierenden und Fermentationseinsteigern, praktisch selbstständig Laborversuche durchzuführen. Die
Videoanleitung wurde in einer Kooperation mit der Hochschule Esslingen
(Deutschland) erstellt und ist ab sofort
von INFORS HT erhältlich.
Die Videoanleitung führt den Nutzer
anhand von kurzen Videoclips und
zahlreichen Fotos und Grafiken Schritt
für Schritt durch den Bioprozess. Vom
Ansetzen der Vorkultur, dem Vorbereiten des Bioreaktors, bis hin zur eigentlichen Fermentation wird der ganze
Bioprozess begleitet.
Die Idee dazu kam Prof. Dr. Richard
Biener (Hochschule Esslingen,
Deutschland), da die Bioreaktoren bei
unsachgemässer Handhabung schnell
in Mitleidenschaft gezogen werden
können. „Die Bedienung bedarf einer
umfassenden Einweisung“, so Biener.
„Die Studierenden sind von der Anleitung begeistert, da eine Videosequenz
einen komplexen Bedienungsvorgang
viel verständlicher darstellen kann“,
so Biener. Die Studierenden gewinnen
durch die Anleitung mehr Sicherheit
bei der Bedienung des Bioreaktors und
können nun selbständiger und unabhängiger im Labor arbeiten.
Dr. Burkhard Feigel (Geschäftsführer
Infors GmbH) bestätigt: „Vor allem
junge Anwender kommen ohne jede
Einweisung mit dieser Anleitung zurecht
und können so ihre Aufgaben leichter
und ohne zusätzliche Hilfe ausführen.
Die Betreuer sehen den besonderen
Nutzen darin, dass Studierende und
Schüler weniger Fehlbedienungen
machen und weniger Defekte auftreten.
Grundsätzlich hat sich die Anleitung im
Ausbildungsbereich sehr bewährt und
ist eine gern gesehene Unterstützung
auch für fortgeschrittene Nutzer.“
www.infors-ht.com
Uni-Gebäude dekontaminiert
Die Americium-Dekontaminierung
des alten Chemiegebäudes am Campus Innrain der Uni Innsbruck, die
aufgrund eines unbeabsichtigten Austritt von Americium im Mai vergangenen
Jahres im Rahmen der letzten Aufräumungsarbeiten nach der Absiedlung
der dort bisher angesiedelten Institute
notwendig geworden war, ist erfolgt. Die
Universitätsleitung hatte das Unternehmen Nuclear Engineering Seibersdorf
(NES) mit den notwendigen Arbeiten
zur Reinigung des betroffenen Bereichs
und der sachgerechten Entsorgung kontaminierter Einrichtungsgegenstände
beauftragt. Eine Kontrolle des Sanierungserfolgs ist durch Messungen der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
gewährleistet.
www.uibk.ac.at
GÖCH
arbeitsgruppe lebensmittel
kosmetik und gebrauchsgegenstände
Nachrichten Dezember 2014
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und ich möchte
mich bei dieser Gelegenheit für Ihr Interesse und die rege
Teilnahme an den Seminaren und Tagungen der AG Lebensmittel, Kosmetik und Gebrauchsgegenstände herzlichst
bedanken.
Im Jahr 2014 haben wieder unsere altbewährten Lebensmittelchemikertage, das Flaggschiff unserer Arbeitsgruppe, vom 23.-25. April 2014 in Wien stattgefunden.
Diese Tagung, die in Zusammenarbeit mit der ASTOX durchgeführt wurde, zeichnete sich durch interessante Vorträge
und anregende Diskussionen aus. Ein zweites geplantes
Seminar über Ballaststoffe musste trotz des interessanten
Programmes wegen zu geringer Zahl der Anmeldungen kurzfristig abgesagt werden.
Im Jahr 2015 wird wieder unsere internationale Tagung,
das Flaggschiff der Tagungen unter der Schirmherrschaft
der Food Chemical Division, die EUROFOODCHEM XVIII, vom
13. - 16. Oktober 2015 in Madrid stattfinden. Ich hoffe,
dass wieder Interesse aus unseren Reihen herrschen wird
und bitte Sie diesen Termin schon vorzumerken. Nähere
Information darüber finden Sie in dieser Ausgabe und auf
der Homepage des Veranstalters.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue
Jahr 2015.
Mit kollegialen Grüßen
Friedrich Bauer
Fleisch ist besser als sein Ruf
Ein immer wieder geäußerter Kritikpunkt an Fleisch ist
der hohe Anteil an ungesunden Fetten und der Cholesterolgehalt. In Fleisch gibt es jedoch keine versteckten Fette,
über 2% Fett ist mit freiem Auge erkennbar. Es enthält
mehr als 50% ungesättigter Fettsäuren von denen die
einfach ungesättigten Fettsäuren den Hauptanteil ausmachen. Die meisten Frischfleischteilstücke enthalten unter
10% Fett. Was den Cholesterolgehalt betrifft, enthält Frischfleisch zwischen 40 und 75 mg Cholesterol/100g, der
kaum vom Fettgehalt abhängt. Fleisch ist überdies natriumarm, jedoch tragen Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium,
Zink, Eisen und Selen in vielen Fällen zu >15 % der empfohlenen täglichen Aufnahme bei, Vitamine, insbesondere
der B-Gruppe, sind besonders hoch und decken einen
signifikanten Teil der RDI Mengen ab. Zudem sind viele
Mineralstoffe in Fleisch besonders gut verfügbar. Fleischeiweiß jeder Tierart hat eine hohe biologische Wertigkeit
und nahezu kohlehydratfrei. Zusätzlich ist noch der Gehalt
an Gycosaminglykanen im Bindegewebe zu erwähnen, die
für den Aufbau der Knorpel unentbehrlich sind. Fleisch
und seine Erzeugnisse sind nährstoffdichte Lebensmittel.
Der durchschnittliche österreichische Verbraucher nimmt
ca. 165 g Fleisch und Fleischerzeugnisse zu sich, woraus
sich eine Menge von 27 g Eiweiß und 30 g Fett/Kopf x Tag
ergibt. Bei einer Energieaufnahme von 2000 kcal kommen
insgesamt ca. 19% von Fleisch und seinen Erzeugnissen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, die Schadstoffbelastung bei Fleisch und Fleischerzeugnissen gering ist, wie in
den letzten Jahren europaweit alle Untersuchungen zeigen.
Ein Angriffspunkt gegen Fleischerzeugnisse ist auch die
Vielzahl der angeblich verwendeten Zusatzstoffe. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Traditionellerweise werden neben dem für die Umrötung notwendigen Nitrit oder
Nitrat nur Ascorbinsäure (Vitamin C) sowie gegebenenfalls
Phosphate und Glutamat, die auch natürlich im Fleisch
vorkommen, eingesetzt.
Schädliche zum Teil krebserregende Substanzen entstehen vor allem bei der Zubereitung von Fleisch und Fleisch­
erzeugnissen oder bei nicht fachgerechter Anwendung
technologischer Verfahren. So entstehen heterozyklische
Amine beim Braten oder Grillen von Fleisch bei hohen Oberflächentemperaturen. Nitrosamine können beim starken
Braten oder Grillen von gepökeltem Fleisch entstehen,
insbesondere wenn noch größere Mengen an Restnitrit
L&B 2014/4
INFO BLÄTTER
der GÖCh – Arbeitsgruppe Lebensmittel, Kosmetik und
­Gebrauchsgegenstände
Obmann: A. Univ. Prof. DI Dr. Friedrich Bauer
Institut für Fleischhygiene, Fleischtechnologie und Lebensmittelwissenschaft
Veterinärmedizinische Universität Wien
A-1210 Wien, Veterinärplatz 1
Tel.: +43-1-25077-3302 Fax: +43-1-25077-3390
Homepage: http://www.vu-wien.ac.at/i108/vmu/
mitarbeiter/bauer_d.html
111
göch
vorliegen. Polyzyklische Kohlenwasserstoffe u. a. Benz(a)
pyren werden in geringen Mengen beim Räuchern gebildet,
Mengen, die über den bestehenden Grenzwerten liegen,
jedoch nur bei nicht fachgerechter Räucherung.
Der Verbraucher hat es aber selbst in der Hand den
möglichen Gefahren durch den Fleischkonsum aus dem
Weg zu gehen wie das Entfernen von anhaftendem Fett,
das Vermeiden von starken Braten und Grillen insbesondere von gepökeltem Fleisch oder der gezielten Auswahl beim
Einkauf von Fleischerzeugnissen. Gegen eine Einschränkung des Fleischverzehrs kann nichts eingewendet werden,
der völlige Verzicht auf Fleisch ist aber der falsche Weg.
Friedrich Bauer
Nach Bauer, F. und Honikel, K.-O. (2007) Nährstoffdichtes Lebensmittel Fleisch. Fleischwirtschaft 87 (11),
68-73
TAGUNGEN
EuroFoodChem2015
Veranstaltungskalender
2015
Eurofoodchem XVIII, 13 Oktober – 16 Oktober 2015
Madrid, Spanien
http://www.ictan.csic.es/en/eurofoodchem2015/
Recent Advances in Food Analysis (RAFA 2015), 3. – 6.
November 2015 in Prag
www.rafa2015.eu
2016
6th EuCheMS Chemistry Congress, 11.9. – 15.9.2016,
Sevilla, Spanien
2017
Euro Food Chem XIX, Budapest
Peter B. Czedik-Eysenberg-Preis 2016
der GÖCH – Arbeitsgruppe Lebensmittel,
Kosmetik und Gebrauchsgegenstände
Angesprochener Personenkreis:
Der Preis, der alle 2 Jahre vergeben wird, ist offen
für junge Wissenschaftler bis zum vollendeten 40.
Lebensjahr, die sich mit der Chemie von Lebensmitteln,
Kosmetika und/oder Gebrauchsgegenständen in ihrer
wissenschaftlichen Arbeit beschäftigen.
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Erfordernis:
112
EuroFoodChem XVIII, 13.10. – 16.10.2015, Madrid/Spanien
http://www.ictan.csic.es/en/eurofoodchem2015/
Seit 1975 werden auf den Euro Food Chem Konferenzen die Herausforderungen und Möglichkeiten für die
Lebensmittelchemiker diskutiert. Die EuroFoodChem XVIII
wird wieder die führenden Forscher und Ingenieure aus der
ganzen Welt zusammenbringen. Die nächste Ausgabe –
XVIII – wird in Madrid in 2015 abgehalten, wobei das Institute of Food Science, Technology and Nutrition (ICTAN-CSIC)
der lokale Organisator sein wird.
Auf der Euro Food Chem XVIII wird insbesondere auf die
europäische Forschung mit dem Programm Horizon 2020
eingegangen. Die Themen umfassen die gesellschaftlichen
Herausforderungen in Zusammenhang mit Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, nachhaltiger Landwirtschaft, Meeresforschung sowie die Bioökonomie mit einem Fokus auf die
neuen Herausforderungen im Bereich der Lebensmittelwissenschaften.
Das wissenschaftliche Komitee wird ein Programm zusammenstellen das die folgenden Themen umfassen wird:
lBioaktive Lebensmittelbestandteile und deren Funktionen
lFunktionelle Lebensmittel
lChemische Veränderungen bei der Verarbeitung und
Lagerung
lRisiko/Nutzen-Evaluierung der Bestandteile
lNeue Methoden für die Qualitätsbestimmung
lChemische Grundlagen der sensorischen und Textureigenschaften
lVerwertung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten
Der Kongress wird vom Institute of Food Science, Technology and Nutrition (ICTAN-CSIC) in Kooperation mit der
European Association for Chemical and Molecular Sciences
(EuCheMS, Division of Food Chemistry) veranstaltet.
Michael Murkovic
Für die Preisvergabe kommen wissenschaftliche
Publikationen in Betracht, die die Preiswerber/innen
selbständig verfasst haben und die in den letzten zwei
Jahren bereits veröffentlicht, bzw. zur Veröffentlichung
angenommen wurden.
Dotierung des Preises:
€ 1000,-. Das Preisgeld kann auf höchstens zwei
Preisträger aufgeteilt werden.
Preisauswahl:
Die Auswahl des/der Preisträgers/Preisträgerin
erfolgt durch die statutengemäß gewählten Mitglieder
des Ausschusses der GÖCH - Arbeitsgruppe „Lebensmittel, Kosmetik und Gebrauchsgegenstände“ unter
Vorsitz des Arbeitsgruppen-Obmannes.
Die Beschlussfassung erfolgt mit Mehrheit.
Preisvergabe:
Die Preisvergabe erfolgt während der Lebensmittelchemikertage 2016 in festlichem Rahmen durch
Vertreter der Arbeitsgruppe Lebensmittel, Kosmetik und
Gebrauchsgegenstände und der Gesellschaft Österreichischer Chemiker. Der/die Preisträger/in wird eingeladen, bei dieser Gelegenheit einen Kurzvortrag aus
ihrem Arbeitsbereich zu halten.
Einreichung:
Die Publikation muss zweifach bis zum 21. November 2015 – bevorzugt auf elektronischem Wege - eingereicht werden und einen kurzen Lebenslauf enthalten.
Die Einsendung erfolgt an die:
Gesellschaft Österreichischer Chemiker
Arbeitsgruppe Lebensmittel, Kosmetik und Gebrauchsgegenstände,
„P.B. Czedik-Eysenberg-Preis“
Nibelungengasse 11/6, 1010 Wien
E-Mail: office@goech.at
tagungen
Fachveranstaltungen im Rahmen der DLG-Lebensmitteltage
2014 in Fulda
Im Rahmen der DLG-Lebensmitteltage, die vom 24. bis
25. September an der Hochschule Fulda stattfanden, informierte die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft)
in zwei Fachforen über aktuelle Themen und Trends in den
Bereichen Lebensmitteltechnologie und „Food Chain“: Internationale Technologie-Experten diskutierten das Thema
„Lebensmittelindustrie 4.0“. Die Sicherheit, Verfügbarkeit,
Effizienz und Entwicklung rund um das Thema Rohstoffe
stand im Mittelpunkt der zweiten Fachveranstaltung.
Lebensmittelindustrie 4.0 – Paradigmenwechsel für die Lebensmittelwirtschaft
Fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung sowie
das Zusammenwachsen von virtueller und realer Welt sind
aktuelle Schlagworte in allen produzierenden Industrien.
Im Mittelpunkt stehen dabei das Erfassen, die Analyse
sowie die Auswertung von Daten aus der Produktion und
ihre intelligente Verknüpfung. Für Unternehmen entstehen
damit Chancen nicht nur kosteneffizienter zu produzieren,
sondern auch immer komplexere Herstellungsprozesse
flexibel und individualisiert zu steuern. Um die kommenden
Innovationen und deren industriellen Einsatz unter einem
prägnanten Schlagwort zusammenzufassen, wurde der
Begriff Industrie 4.0 kreiert. Der Vortrag von Leo Bartevyan,
Cenit AG, Ratingen, stellte auf verständliche Weise die
grundlegenden Begriffe zum Thema Industrie 4.0 vor und
spannte einen Bogen von der Luft- und Raumfahrt über
die Automatisierung der Automotive-Industrie bis hin zu
aktuellen Trends bei der Lebensmittelproduktion. Vergleichbar mit dem Paradigmenwechsel bei der Entstehung des
Internets von zentralen Großrechnern hin zu einem System
dezentraler intelligenter Einheiten, stünden der Lebensmittelwirtschaft ähnlich umwälzende Entwicklungen bevor, so
der Referent.
Produktionsprozesse müssen sich an den komplexen
Verbrauchererwartungen an Lebensmittel orientieren. Die
Bedarfsgerechtigkeit, so Prof. Dr.-Ing. Thomas Becker,
Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, TU München,
in seinem Vortrag, könne unterschiedlich motiviert sein. Gesundheitsbewusstsein, Naturbelassenheit oder veränderte
Mengenanforderungen seien dabei nur einige Aspekte für
den veränderten Zeitgeist. Auch der Wunsch nach individualisierter Ernährung stiege, so der Referent. Es existierten
bereits Produktionsansätze, die eine automatisierte Produktion bis Losgröße 1 ermöglichen und sich erfolgversprechend am Markt etabliert hätten: Der Verbraucher tritt
vor der Herstellung mit dem Produzenten in Kontakt, die
Produktion verläuft entsprechend seiner Wünsche und die
Zustellung erfolgt direkt an den Endkunden – häufig ohne
zusätzliche Handelsstufen oder Lagervorgänge.
Diese direkt auf Kundenbelange abgestimmte individualisierte Produktion stelle einen zentralen Pfeiler der erwarteten vierten industriellen Revolution dar, so Prof. Becker.
Jedoch seien die derzeitig verfügbaren Produktionskonzepte
von Lebensmittelherstellern hierfür trotz der großen und
unumstrittenen Marktperspektiven noch nicht vorbereitet.
Es würden aber beispielsweise bereits völlig neuartige,
flexible Automatisierungskonzepte zur industriellen Bereitstellung von kundenindividuellen Getränkeflaschen entwickelt. Neben der Entwicklung neuartiger Abfülltechniken
mit angeschlossener Peripherie soll eine individualisierte
Ausstattung von Flaschen über neue Tintenstrahltechnik
und Konzepte eines dezentralisierten Informationsaustausches ermöglicht werden. Im Mittelpunkt stehen dabei
ein dezentrales Steuerungskonzept aus intelligenten Maschinen der Abfüll- und Ausstattungstechnik sowie eine
flexible Materialfluss- und Automatisierungstechnik. Die zu
verarbeitenden Behälter werden virtuell über Agententechnologie abgebildet und liefern über eine digitale Codierung
den angeschlossenen Aggregaten der Abfüllung die jeweils
benötigten Informationen. So steuert sich das herzustellende Produkt selbstständig und intelligent durch den
Abfüllvorgang.
„Food Chain“: Rohstoffe im Fokus
Angesichts immer komplexer werdender Warenströme
mit Rohstoffen und Lebensmitteln sind effiziente Sicherungssysteme unabdingbar geworden. Passend zum diesjährigen Titel der DLG-Lebensmitteltage „Aktuelle Herausforderungen in der Lebensmittelwirtschaft“ widmete sich
ein eigener Forenblock der Food Chain, d.h. der Sicherheit,
Verfügbarkeit, Effizienz und Entwicklung von Rohstoffen.
Dr. Jürgen Sommer, Leiter zentrales Qualitätsmanagement der Freiberger Gruppe, schilderte in diesem Zusammenhang, wie Freiberger als weltweit agierender Hersteller
von TK-Pizzen und Snacks diese Problematik im Alltag
angeht: Täglich rollen bei dem Unternehmen 2,5 Millionen
Packungen Pizza vom Band, mit diversen Zutaten von Mehl
und Hefe über Tomaten, Schinken und Salami bis hin zu
Käse und Gewürzen. Insgesamt rund 350 verschiedene
Zutaten von 150 Lieferanten aus der ganzen Welt. Der
Rohstoffumschlag ist schnell, die Mengen teilweise enorm.
Daraus resultieren komplexe Supply Chains, die ins QSSystem des Unternehmens einzubinden sind. Es sei dafür
zunächst nötig, je nach Produkt die möglichen Gefahren herauszufinden, sagte Jürgen Sommer. An erster Stelle stünden gesundheitsschädliche und ungeeignete Rohstoffe,
ebenso wie mikrobielle und chemische Kontaminanten,
Fremdkörper oder Allergene. Schließlich müssten natürlich
auch die erforderlichen Spezifitäten im Lebensmittel erfüllt werden. Als Folge von dem Vertrauensverlust, den die
gesamte Lebensmittelbranche durch die diversen Lebensmittelskandale der letzten Jahre und durch unsachliche
Medienberichte erfahren musste, gehe der Trend zu einer
generell schnellen Rücknahme. Nach Meinung von Jürgen
Sommer lässt sich dauerhaftes Vertrauen jedoch am besten zurückgewinnen, wenn sich alle Teilnehmer der Supply
Chain von Erzeuger, über Importeure und Hersteller bis zum
Verbraucher der Problematik bewusst seien und den Wert
der Lebensmittel wieder achten.
Für ein solches Verantwortungsbewusstsein der Prozessteilnehmer seien präventive Maßnahmen mit einem
sorgfältigen Lieferanten- und Rohstoffmanagement erforderlich. Freiberger unterstütze dies durch gute interne
Zusammenarbeit, zum Beispiel von QS, Produktentwicklung
und Rohstoffeinkauf, genauso wie durch zuverlässige und
leistungsstarke Handelspartner mit einer passenden Unternehmenskultur. Als Hilfsmittel nannte er exemplarisch
Rohwarenqualitätsstandards, Qualitätsnachweise für die
Lieferanten wie IFS oder BCR und für die Produkte, wie zum
Beispiel MSC-Fisch oder RSPO-Palmöl sowie risikoorientierte Prüfpläne für Kontrollen. Insofern verfolgt Freiberger
für eine bestmögliche Transparenz in den Lieferketten
einen doppelten Ansatz: Überzeugungsarbeit auf der einen,
effektive Stufenkontrollen auf der anderen Seite.
Next-Generation-Strategien zur Authentizitätsüberprüfung
Was viele Verbraucher nicht wissen: Zum Schutz des
Verbrauchers ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und Rohstoffen nach der sogenannten LebensmittelBasisverordnung sogar gesetzlich gefordert. In der Regel
L&B 2014/4
DLG-Lebensmitteltage:
Rückblick auf die Foren „Lebensmittel­
industrie 4.0“ und „Rohstoff-Management“
113
tagungen
erfolgt dies über die Kontrolle von Begleitpapieren, was
aber nicht unbedingt zu einer Aufdeckung unzulässiger
Manipulationen führt. Laut Prof. Dr. Markus Fischer, Institut
für Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg, zählen Olivenöl, Fisch, Bio-Lebensmittel oder Gewürze, Kakao
und Kaffee zu den besonders häufig gefälschten Importwaren. Ein analytischer Nachweis der Echtheit als zusätzlicher Sicherheitsbeleg sei heute aufgrund der globalen
Stoffkreisläufe allerdings diffizil. Unter anderem gelte es,
Angaben zur Sorte, einer geschützten regionalen Herkunft
oder schwer fassbare Anbau- und Prozessqualitäten zu
überprüfen. Welche Strategie empfiehlt sich für generelle
Überprüfungen, wenn man einen genauen Verdacht hat?
Nach Ansicht von Professor Fischer lässt sich die Echtheit
von Rohstoffen am besten mit möglichst vielen validen
Biomarkern bestimmen, die man in Bezug zu einer entsprechenden Referenzprobenpopulation setzt. Dazu könnte man
mit den entsprechenden modernen Einzeltechnologien den
gesamten molekularen Aufbau (d.h. das Genom, Proteom,
Metabolom und Isotopenmuster) bestimmen und durch
Metadaten aus der Umgebung der Probe, wie Düngemittel oder Folieneinsatz, ergänzen. Die über ein solches
non-targeting Screening ermittelten „Fingerabdrücke“ für
einzelne Komponentengruppen könnten dann im zweiten
Schritt mit Multivarianzanalysen vernetzt interpretiert werden. Auf diese Weise gefundene Markersubstanzen für
eine bestimmte Probenpopulation verringerten die Datenmenge deutlich, betonte Professor Fischer. Die Biomarker
wiederum könnten je nach Bedarf und Investitionspotenzial
entweder über einfache, schnelle Screening-Methoden zur
Rohstoffkontrolle herangezogen oder mit hochauflösenden
apparativen Methoden auch quantifiziert werden. (weitere
Informationen: www.food-profiling.org)
L&B 2014/4
Chloramphenicol in Enzymen
114
Wie unerwartet ein Schadensfall eintreten und zu welchen finanziellen Schäden oder Imageverlusten dies führen
kann, machte Professor Dr. Karl-Heinz Maurer (Vorstandsmitglied Amfep, Brüssel, Head of Global Business Development AB Enzymes, Darmstadt) in seinem Bericht deutlich.
Konkret ging es um den mehr oder weniger zufälligen Fund
von Chloramphenicol in Enzymen für Futtermittel und Backhilfsmittel, der im letzten Jahr bekannt wurde. In Europa
streng verboten, wird das Antibiotikum andernorts durchaus noch eingesetzt.
Die Spur führte zunächst nach Japan und dann zu einem
Hersteller in Indien, wobei es sich offenbar um einen gezielten Einsatz handelte. Da antibiotische Substanzen bei
bei biotechnischen Produktionen gebildet werden können,
wird in Europa regelmäßig mit klassischen Bio-Tests auf
Abwesenheit geprüft. Wie der Fall zeigt, allerdings offenbar
mit einer für diese Spuren von Chloramphenicol nicht ausreichenden Empfindlichkeit. Die einzige sichere Nachweismethode für die geringen Rückstandsmengen beruht auf
LC-MS, so Professor Maurer. Zahlreiche Unternehmen hätten ihre Enzym-Rohstoffe daraufhin überprüfen lassen und
tatsächlich oft ein positives Ergebnis erhalten. Durch die
gute Zusammenarbeit von Behörden und der Amfep konnte
die Situation recht schnell unter Kontrolle gebracht und die
betroffenen Chargen vernichtet werden. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass Chloramphenicol in
pflanzlichen Enzymen in Spuren natürlich vorkommen kann.
Aus diesem Grund wird Chloramphenicol jetzt von der EFSA
neu bewertet. Trotzdem zeigt der Fall gut, dass die heutigen
globalen Lieferketten das System der Wertschöpfungsketten durchaus empfindlich machen und gerade kleinere
und mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. (Informationen zum Industrieverband der
europäischen Enzymhersteller unter: www.amfep.org)
Intelligente Wertschöpfungsketten
Martin Schüring, Leiter F & E Innovation am ttz Bremerhaven plädierte angesichts des Bevölkerungswachstums und
zunehmender Rohstoffknappheit für intelligente Wertschöpfungsketten. Wo setzt man dabei an? Wo hört man auf?
Sinnvoll sei es zum Beispiel, die bei der Lebensmittelverarbeitung anfallenden Nebenprodukte und Reststoffe ebenfalls
zu verwerten. Nach Meinung von Martin Schüring sollten
jedoch Konzepte für eine insgesamt umweltverträglichere
und zukunftssichere Wirtschaft im Vordergrund stehen. Das
reiche vom Schutz von Wasser, Böden und anderen Ressourcen über Energieeffizienzmaßnahmen bis zur Mitarbeiterförderung. Ebenso wie es gelte, gerade in weniger entwickelten
Ländern auch die regionalen Kreisläufe zu stärken, so könnte
man die zur Verfügung stehenden neuen Technologien dabei
sehr gut zur Gewinnung von gesunden, fleischfreien Lebensmittelalternativen mit ansprechender Qualität nutzen.
www.DLG.org
Guido Oppenhäuser
Konformitätsarbeit für Lebensmittelverpackungen: Status quo und aktuelle Fragen
Ein Fresenius-Intensivseminar beschäftigte sich mit
gesundheitlicher Unbedenklichkeit in Lebensmittel migrierender Stoffe, Haftungsrisiken und Methoden für den Nachweis der Konformität
Wer Lebensmittel verpackt, trägt die Verantwortung
dafür, dass die aus der Verpackung übergehenden Stoffe
gesundheitlich unbedenklich sind. Der Gesetzgeber fordert
einen Nachweis, dass die eingesetzten Lebensmittelkontaktmaterialien (z.B. Verpackungsmaterialien) mit geltenden
lebensmittelrechtlichen Vorschriften konform bzw. in erster
Linie sicher sind. Was Hersteller bei der Konformitätsarbeit
beachten sollten, erklärte die Akademie Fresenius in ihrem
neuen Intensivseminar „Konformitätsarbeit für Lebensmittelverpackungen“, das erstmals vom 30. September bis 1.
Oktober 2014 in Köln stattfand.
Laut der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 sind
Materialien und Gegenstände so herzustellen, dass sie keine Bestandteile auf Lebensmittel in Mengen abgeben, die
geeignet sind, die menschliche Gesundheit zu gefährden.
Die Abgabe von Konformitätserklärungen in schriftlicher
Form ist dabei derzeit für einige, jedoch nicht für alle Materialien verpflichtend. Für Karton und Papier seien sie beispielsweise (noch) nicht erforderlich, erklärte Dr. Stefanie
Hartwig (Zenk Rechtsanwälte). Dies ändere aber nichts an
der Forderung, dass die Unbedenklichkeit aller Materialien
stets gewährleistet sein müsse. Der Einsatz von Qualitätssicherungs- und -kontrollsystemen sowie die Dokumentation der Produktionsprozesse sei daher immer Pflicht. Die
Rückverfolgbarkeit aller Materialien müsse gegeben sein,
unterstrich die Expertin. Wer eine Konformitätserklärung
abgegeben habe, sei in vielen Fällen haftbar, wenn es zu
Bußgeld- bzw. Strafverfahren komme, warnte sie. Eine
umfassende Abstimmung und Information zwischen den
einzelnen Gliedern der Lieferkette könne helfen, derartige
Haftungsrisiken zu vermeiden. Zudem sei es wichtig, Konformitätserklärungen oder Spezifikationen niemals ungeprüft zu unterschreiben und nur das zuzusichern, was man
tatsächlich zusagen könne.
Hartwig riet dazu, möglichst keine Garantieerklärungen
abzugeben, da diese eine sehr weitgehende Haftung begründen. Ebenso wies sie auf das Prinzip der „spiegelbildlichen Zusagen“ hin, nach dem nur das gegenüber Kunden
erklärt werden sollte, was der eigene Lieferant auch zugesagt habe.
Zur Verantwortung in der Herstellerkette äußerte sich
auch Dr. Konrad Grob (Kantonales Labor Zürich). Jeder in
tagungen
der Herstellerkette, der eine Substanz in ein Lebensmittelkontaktmaterial einbringe, sei für deren Migration ins
Lebensmittel primär verantwortlich. Dies gelte auch für
Verunreinigungen und mögliche Reaktionsprodukte. Mit
Ausnahme der letzten Stufe sei es jedoch möglich, die
Verantwortung zu delegieren, indem die Konformitätsarbeit
mit spezifischer Anweisung an den Kunden weitergegeben
werde. Mit einer Konformitätserklärung übernehme man die
Verantwortung für alles, was nicht ausdrücklich delegiert
werde, so Grob.
chend ist es für die meisten FCM nicht wirklich möglich,
gesundheitliche Unbedenklichkeit gültig zu garantieren, was
die Hersteller in eine unbefriedigende Lage bringt.
Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge
der Fresenius-Konferenz können zum Preis von 295,- EUR
zzgl. MwSt. bei der Akademie Fresenius bezogen werden.
Kontakt:
Die Akademie Fresenius GmbH, Annika Koterba
akoterba@akademie-fresenius.de
http://www.akademie-fresenius.de
Listen autorisierter Substanzen: hilfreich, aber zum Teil veraltet
Bald TTC als Relevanzschwelle bei FCMs?
Für viele FCM existieren keine spezifischen Regelungen,
d.h. keine autorisierte Unterstützung, nach der Konformität
nachgewiesen werden kann. Die Industrieverbände haben
Anfang der 2000er Jahre weitere Regelungen abgelehnt,
mit der Versicherung, dass sie die Arbeit selber übernähmen. Die Hersteller müssen für mehrere 10.000 migrierende Stoffe die Konformität bzw. Sicherheit selber überprüfen
und den Nachweis dokumentieren. Die dazu verwendeten
Methoden müssen allgemein anerkannten wissenschaftlichen Prinzipien genügen. In diesem Zusammenhang sei
die Frage wichtig, bis zu welcher Migration welche Absicherungsmethoden ausreichend seien, fuhr Grob fort. Man
geht davon aus, dass die toxische Wirkung mit der Konzentration im Lebensmittel sinkt und in den meisten Fällen
eine Schwelle erreicht, bei der sie vernachlässigbar wird.
Konzepte homöopathischer Wirkung finden keine Berücksichtigung. Früher war die Analytische Nachweisgrenze
limitierend. Derzeit werde seitens der EFSA die Anwendung
des TTC-Konzepts (threshold of toxicological concern) für
FCM diskutiert, so der Experte.
Dazu werden statistisch Werte abgeleitet, bei denen
mindestens 95 Prozent bekannt toxische Stoffe keine
relevante Wirkung mehr zeigen. Schwellenwerte werden
für gentoxische Kanzerogene sowie für drei Klassen allgemein toxischer Stoffe definiert. Herstellern stünden für
den Nachweis der Unbedenklichkeit im Wesentlichen drei
Möglichkeiten zur Verfügung: Die Suche nach Listung in
einem anderen Lebensmittelbereich, z.B. als Lebensmittelzusatzstoff, der Nachweis, dass die Migration unter der
Schwelle der toxikologischen Relevanz bleibt und, wenn die
beiden ersten Wege nicht zielführend sind, eigene toxikologische Abklärungen. Solche Abklärungen haben der regulatorischen Toxikologie zu genügen, welche die EFSA festlegt.
Dazu bemerkte Grob, dass die populären und mit viel Geld
geförderten in vitro-Tests Defizite aufweisen, die sie für
viele Anwendungen untauglich machen, weil sie komplexere
Endpunkte nicht erkennen und den Metabolismus nicht simulieren. Auch Analogieschlüsse („read across“) seien nur
bedingt anerkannt. Grob zeigte an Beispielen, dass eine
den gesetzlichen Anforderungen genügende Absicherung in
vielen Fällen sehr schwer machbar ist und die bisher geleistete Arbeit noch oft weit vom Ziel entfernt ist. Entspre-
Universitätslehrgang „Qualitätssicherung
im chemischen Labor“ 2015/16
Laborakkreditierung auf Basis internationaler Vereinbarungen und Normen gewinnt im Hinblick auf die
weltweite Konkurrenzfähigkeit der Laboratorien rasch an
Bedeutung. So kommt es, dass Chemiker/Pharmazeuten/Biologen mit unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen in der Qualitätssicherung Verwendung finden und
als Fachgutachter eingesetzt werden.
Ziel dieses Lehrganges ist eine praxisnahe Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen der Qualitätssicherung sowie des richtigen Umganges mit Labordaten
und deren sachgerechter Interpretation.
Darüber hinaus sollen Kenntnisse über die Weiterentwicklung der Qualitätsstandards für chemische Laboratorien und über die Harmonisierung der Anforderungen
an die Labors aus der Sicht der Fachauditoren vermittelt
werden.
Pflichtfächer (5,4 Semesterstunden bzw. 12 ECTS):
Modul A: Grundlagen der Qualitätssicherung
(6.-10. Juli 2015)
Modul B: Anwendung der Qualitätssicherung im Labor
(31. August – 4. September 2015)
Modul C: Qualitätsmanagement im Labor
(3. September 2015 und 10. Februar 2016)
Wahlfächer (1,2 Semesterstunden bzw. 3 ECTS, eines
von zwei):
Modul D: Messunsicherheit und Prozessanalytik
(8.-9. Februar 2016)
Modul E: Betriebswirtschaftliche Aspekte
(11.-12. Februar 2016)
Lehrgangsleiter: O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. W. Wegscheider
Ort: Montanuniversität Leoben, Franz-Josef-Straße 18,
A-8700 Leoben
Teilnehmergebühr:
Einzelmodule à 600,-, Gesamtkurs (4 Module) € 2.200,-,
Gesamtkurs (4 Module) für ASAC Mitglieder € 1.900,Anmeldeschluss: 30.April 2015
Lehrgangsorganisation: Karin Schober
Allgemeine und Analytische Chemie
Montanuniversität Leoben
Franz-Josef-Strasse 18
8700 Leoben, Österreich
Telefon: +43-(0)3842-402-1201
Fax: +43-(0)3842-402-1202
E-Mail: allgchem@unileoben.ac.at
Informationen im Internet: http://laborqualitaet.unileoben.ac.at
L&B 2014/4
Verpackungsmaterialien stellen vermutlich die größte
Quelle von Lebensmittelverunreinigungen mit Chemikalien
dar – ca. 100 - 1000 Mal größer als Pestizidrückstände
in konventionell erzeugten Lebensmitteln. Die Kontrolle
muss dafür sorgen, dass die Konsumenten Vertrauen in die
Sicherheit haben können. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Vereinfachung der Konformitätsarbeit sind Positivlisten, auf denen die Substanzen aufgeführt sind, die von den Behörden
bereits abgesichert und autorisiert wurden. Die Listen sind
dabei spezifisch für ein bestimmtes Lebensmittelkontaktmaterial (FCM), z.B. Kunststoffe, sowie einen bestimmten
Einsatzzweck (z.B. Monomere, Additive). Es existieren sowohl Listen auf EU-Ebene, als auch nationale, die allerdings
im Prinzip nur im eigenen Staat Gültigkeit besitzen.
115
firmen&fakten
Roboter in der Lebensmittelund Getränkeindustrie
Roboter sind schon seit längerem
nicht mehr aus der modernen Lebensmittel- und Getränkeindustrie weg zu
denken, wobei sie dort lange Zeit aber
vornehmlich „fürs Grobe“ eingesetzt
wurden. Infolge wegweisender Fortschritte in Wissenschaft und Technik
hat sich dieses Bild rasant gewandelt.
Der DLG-Arbeitskreis Robotik hat in
einem Trendmonitor untersucht, welche
Rolle Roboter heute in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie spielen.
Achtundneunzig deutsche und österreichische Unternehmen beteiligten
sich an dem DLG-Trendmonitor „Roboter
in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“, der zum ersten Mal durchgeführt
wurde. Die Umfrage zeigt, dass Roboter
am häufigsten in Betrieben der alkoholischen und alkoholfreien Getränkeindustrie eingesetzt werden, gefolgt von
Betrieben aus den Bereichen „Backwaren“, „Milch, Milchprodukte und Käse“
sowie „Fleisch/Geflügel“. Aber auch in
diesen Branchen gibt es nach Angaben
der Unternehmen weiteres Anwendungspotenzial. Werden in einem Betrieb bereits Roboter eingesetzt, so wurde nach
deren Anzahl gefragt: Während in einem
Drittel der Betriebe derzeit ein einziger
Roboter zum Einsatz kommt, gibt es
auch solche, in denen 20 und mehr
Roboter ihren Dienst tun. Von den 41
Betrieben, die angegeben hatten, dass
sie bereits Roboter einsetzen, gaben
19 zu Protokoll, dass sie beabsichtigen,
weitere Roboter zu installieren. Es zeigt
sich dabei, dass positive Erfahrungen
mit dem Einsatz von Robotern die besten Fürsprecher sind.
Wofür werden Roboter bisher eingesetzt?
L&B 2014/4
Haupteinsatzbereiche der Roboter
sind aktuell schwere Arbeiten wie Palettieren, Verpacken und Umverpacken.
Roboter werden von den befragten
Unternehmen in der Produktion in
116
folgenden Bereichen eingesetzt: Käseschmierung, Arbeiten in Käsereiferäumen, Auf- und Ablagefunktionen sowie
Brotbeschickung. In 19 der 41 Betriebe, in denen aktuell bereits Roboter
eingesetzt werden, bestehen Überlegungen, die aktuellen Aufgabengebiete
der Roboter weiter auszubauen. Die
meisten Betriebe erwarten von dem
Einsatz von Robotern eine generelle
Effizienzverbesserung. An zweiter Stelle
steht das Ziel Automatisierung mit
dem Effekt der Personaleinsparung.
Auch die Themen Humanisierung des
Arbeitsplatzes und Verbesserung der
Produktionshygiene werden als wesentliche Ziele genannt. Interessant ist,
dass die Reihenfolge der Nennungen
unabhängig von der Frage ist, ob man
schon Roboter einsetzt oder nicht.
Von den 64 Unternehmen, in denen
bisher noch keine Roboter eingesetzt
werden, gaben 24 an, dass sie zukünftig auch auf Roboter bauen wollen,
während 40 Unternehmen noch keine
diesbezüglichen Überlegungen angestellt haben oder den Einsatz von
Robotern ablehnen. Das Hauptargument gegen den Einsatz von Robotern
ist, dass diese für die anstehenden
Problemlösungen derzeit noch als wirtschaftlich nicht interessant angesehen
werden. Weitere Argumente: fehlende
Informationen über die Möglichkeiten
der Roboter, unzureichende Erfahrung
sowie Befürchtungen im fachlichen
Bereich des Personals. Die Frage der
„mangelnden Wirtschaftlichkeit“ sollte
zu denken geben. Hier geht nämlich
nicht nur der Preis des einzelnen
Roboters ein. Unübersichtlich wird die
Situation in vielen Fällen vornehmlich
dadurch, dass in den Betrieben keine
Erfahrungen vorliegen, welche Kosten
mit der Installation und Implementierung eines Roboters in den Gesamtprozess entstehen. Hier sind vor allem die
Systemhäuser gefragt, mehr Licht ins
Dunkel zu bringen, um den Einsatz von
Robotern interessanter zu machen.
Ausbildungs- und Schulungsmöglichkeiten
ausreichend?
Da es bisher noch keine klassischen
Ausbildungsberufe im Bereich der Robotik/Roboter-steuerung gibt, war die
Frage interessant, ob die aktuell bestehenden Möglichkeiten zur Aus- und
Weiterbildung ausreichen, um Roboter
in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie effektiv einsetzen zu können?
Dazu gibt es konträre Meinungen: Im
Allgemeinen sind die Angebote ausreichend, da die angebotenen Roboter
sehr logisch und bedienerfreundlich
sind. Ergänzend bieten die Hersteller
sehr gute Ausbildungs- und Trainingsprogramme, die praxisorientiert aufgebaut sind. An dieser Stelle wird aber
kritisiert, dass es neben diesen firmenund produktspezifischen Schulungen
kaum andere Angebote zu diesem
Thema gibt, um sich auch ein herstellerunabhängiges Urteil bilden zu können.
Gesamtprozesse müssen besser abgestimmt werden
Unternehmen der Lebensmittelindustrie fühlen sich beim Thema Roboter
nicht ausreichend informiert und in
ihren Investitionsentscheidungen allein
gelassen. Der Einsatz von Robotern
muss auf den Gesamtprozess der jeweiligen Produktion abgestimmt und in
diesen integriert werden. Nur so können die Vorteile der Roboter effizient
genutzt werden. Hier sollten sich die
Roboterhersteller, Anlagenbauer und
Systemhäuser stärker auf die Bedingungen der Praxis einstellen, um dem
Thema Robotik wirklich den Weg in die
Lebensmittelindustrie zu ebnen.
DLG-Arbeitskreis Robotik
Im Jahre 2008 wurde in der DLG ein
Arbeitskreis zum Thema „Roboter in
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“ gegründet. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, fachübergreifend und
neutral über die Möglichkeiten des
Einsatzes von Robotern in den ver-
firmen&fakten
6. qualityaustria Lebensmittelforum: Unangekündigte Audits
stellen Lebensmittelbranche
vor neue Herausforderungen
schiedenen Branchen der Lebensmittelund Getränkeindustrie zu informieren.
Darauf aufbauend sollen Probleme
detektiert, mögliche Lösungsansätze
initiiert sowie bestehende Fragen der
Aus- und Weiterbildung erkannt und diskutiert werden, um Vorschläge für eine
Verbesserung der Situation machen zu
können.
Am 22. Oktober fand zum sechsten
Mal das qualityaustria Lebensmittelforum statt. Im Fokus der diesjährigen
Veranstaltung im LFI Hotel in Linz
standen die Themen Lebensmittelsicherheit, Verpackung sowie Schädlingsbekämpfung und ‑Prävention, die in
Vorträgen von zehn Top-Experten vertiefend behandelt wurden. Das Forum
in Kooperation mit Rentokil, BLATTARIA
und Logic4BIZ zog zahlreiche Besucher
aus der Lebensmittelbranche an.
Lebensmittelindustrie: Automation unausweichlich
Anforderungen wie Flexibilität und Hygiene
als Herausforderungen
Die Lebensmittelindustrie steht vor
einer technischen Evolution. „Egal,
wohin man sieht, Automation ist ein
unausweichliches Muss“, so Thomas
Gratzer, Vorstand Produktion & Technik
beim Süßwarenhersteller Manner auf
der AiL 2014 – Tagung „Automatisierung in der Lebensmittelindustrie“.
Freilich stellt diese Branche besondere
Anforderungen an intelligente Systeme.
„Die Lebensmittelindustrie hat
etliche Bereiche, die noch nicht automatisiert sind“, betont Viktorio Malisa,
Präsident des Vereins zur Förderung
der Automation und Robotik. Wenngleich bei Getränkeherstellern schon
fast alles automatisch läuft, wird beispielsweise bei Bäckern und Fleischern
noch viel manuell gearbeitet. Entsprechend groß ist das Marktpotenzial für
die Automatisierungsbranche, die ihre
Lösungen aber auch passend gestalten
muss. Denn wenn es um Lebensmittel
geht, sind beispielsweise sehr hohe
Flexibilität und herausragende Qualitätssicherung nötig.
Produkte mit Hygiene-Bedarf
Wie Gratzer ausführt, stellt gerade
die Back- und Süßwarenindustrie meist
eine große Vielfalt in eher kleinen
Chargen her. Bis auf Klassiker wie die
Manner-Schnitten sind Produkte zudem
oft nicht viel länger als ein Jahr aktuell.
Das erfordert hohe Flexibilität, um verschiedene Waren ohne große Stehzeiten
fertigen zu können. Optimal sei es,
wenn eine „Anlage in unter zehn Minuten zu rüsten“ ist, so der Branchenkenner. „Man wird nie alles automatisieren
können“, warnt Gratzer. Entscheidend
sei, intelligente Lösungen für die richtigen Prozesse zu finden.
Ein Bereich, in dem hier Potenzial
besteht, ist die Qualitätssicherung.
Das hängt mit den hohen HygieneAnforderungen an Lebensmitteln
zusammen. Jegliche Kontamination
ist zu vermeiden, und kommt es doch
zu einem Vorfall, sollte das möglichst
vor der Auslieferung bemerkt werden.
Ein verirrtes Metallteil beispielsweise,
dass bei einem Smartphone wohl nur
Thomas Gratzer, Vorstand Produktion & Technik
beim Süßwarenhersteller Manner
Copyright: Fotodienst/Klaus Ranger
zum Garantiefall führt, wäre in ein
Nahrungsmittel verbacken potenziell
lebensgefährlich. Prinzipiell könnten
geeignete Automatisierungslösungen
helfen, solche Vorfälle zu verhindern
- allerdings warnt Gratzer, dass Maschinen letztlich auch potenzielle Problemquellen sind.
Evolution statt Revolution
Neue Lösungen wie die robotische
Schneidanlage für Teiglinge von EEP
Maschinenbau (http://eep-maschinenbau.at ), die laut Geschäftsführer
Walter Petz eine Vervierfachung des
Outputs ermöglichen, wirken für die
Lebensmittelindustrie vielleicht revolutionär. Doch ist es einfach nur
eine logische Evolution, so Erik-Karl
Tupy, Fachberater Industrie bei Bizerba (http://bizerba.at) . In den vergangenen Jahren haben sich einfach
viele neue technische Möglichkeiten
beispielsweise durch Vernetzung ergeben. „Wenn man altmodisch weitermacht wie bisher, wird man sich noch
wundern“, meint Tupy. Das gilt auch im
Bereich der Mitarbeiter; es wird immer
wichtiger, diese auch durch Weiterbildungen entsprechend zu qualifizieren.
Selbst für kleinere Betriebe lohnt
es sich zunehmend, zumindest eine
Teilautomatisierung ins Auge zu fassen.
Ein Beispiel dafür liefert Georg Pachner,
Sales Director bei PREMIUMPACK. Sein
Unternehmen stellt Schrumpfbeutel für
fleischverarbeitende Betriebe her, die
dank modernsten Materialien Sauerstoff effektiv fernhalten und somit für
eine längere Haltbarkeit sorgen. Diese
Beutel gibt es auch „auf Kette“, um den
Verpackungsprozess stärker zu automatisieren. Dieser soll selbst mit kompakten Geräten für Kleinbetriebe viermal
schneller gehen, so Pachner. (pte)
Unangekündigte Audits als neue Herausforderung
Beim 6. qualityaustria Lebensmittelforum kristallisierte sich das Thema „unangekündigte Food-Checks“
als neuer Trend heraus, wie DI Alfred
Greimel, Prokurist Branchenmanagement Lebensmittel, Land- und Forstwirtschaft, Quality Austria, in seinem
Eröffnungsvortrag betonte: „Unangekündigte Audits werden in naher Zukunft auf die Unternehmen der Lebensmittelindustrie zukommen und zur
täglich gelebten Realität werden. Aber
ein funktionierendes und konsequent
gestaltetes Produkt-/Prozess-Zertifizierungssystem gewährleistet, dass Standards und Normen jederzeit eingehalten und damit auch erfolgreich geprüft
werden können.“ Greimel gab weiters
einen Überblick über den derzeitigen
Stand bei ausgestellten Zertifikaten,
wobei sowohl bei der ISO 22000 als
auch der International Food Standard
(IFS) Zertifizierung steigende Nachfrage
und stetiges Wachstum zu verzeichnen
sind. Er führte aus, dass beim IFS Produkt-/Prozessaudit sämtliche Prozesse
für die Herstellung eines Produktes
zu auditieren sind, wobei eine einzige
schwerwiegende gravierende Abweichung beim Produktaudit bereits den
Verlust des Zertifikats bedeuten kann.
Abschließend stellt Greimel noch den
IFS Broker vor, ein Standard, der zur Auditierung von Brokern/Mittelsmännern,
Handelsagenturen, Händlern/Kaufmännern und Importeuren verwendet wird
und sicherstellen soll, dass sogenannte Broker die Gefahren der gesamten
Prozesskette bewerten können.
Schwerpunkt Lebensmittelsicherheit
Über erste Erfahrungen mit unangekündigten Audits aus der Praxis
sprach dann der Quality Assurance
Supervisor der LWM Austria GmbH,
Herbert Taglieber. Das Unternehmen
aus Hollabrunn hat ein zertifiziertes
Integriertes Managementsystem, das
L&B 2014/4
www.DLG.org
117
firmen&fakten
Quality Austria
Alfred Greimel, Prokurist Branchenmanagement
Lebensmittel, Land- und Forstwirtschaft, Quality
Austria © Quality Austria/Anna Rauchenberger
L&B 2014/4
Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit,
IFS, Hygienemanagement sowie Anforderungen aus Biolabels umfasst. Im
Juni 2014 wurde beim Produzenten
von tiefgekühlten Kartoffelspezialitäten
ein unangekündigtes Audit durch die
IFS Management GmbH durchgeführt.
Dabei wurden in einem halben Tag im
Zuge eines Rundganges durch Produktion und Lager Stichproben in verschiedenen Bereichen wie HACCP-Konzept,
Reinigung, Personalhygiene und Schädlingsbekämpfung gezogen. Auf diesen
Erfahrungsbericht folgte der Vortrag
von DI Andreas Lidauer, Leiter des Qualitätsmanagements im Zentraleinkauf
der HOFER KG. Er stellte den Aufbau
der Qualitätssicherung bei HOFER und
die Säulen der Qualitätssicherung im
Food-Bereich vor und präsentierte auch
den Ablauf von Krisenmanagement am
Beispiel von Produktrückrufen.
Den Schwerpunkt Lebensmittelsicherheit am Vormittag beschloss Dr.
Robert Riedl, Dipl. ECVPH Fachtierarzt
für Lebensmittel, der in der Gruppe
Lebensmittelsicherheit der MA 59 –
Marktamt der Stadt Wien tätig ist, mit
seinem Vortrag über die Bedeutung von
HACCP für die Sicherheit der erzeugten
Produkte aus Sicht des Marktamts. Er
führte aus, dass Gute Hygienepraxis
(GHP) oft mit Hazard Analysis and Critical Control Points (HACCP) verwechselt werde, dass erstere aber – wenn
richtig angewendet – bereits 95 % der
Lebensmittelsicherheit garantieren
kann. HACCP funktioniert auch nur im
Zusammenwirken mit und auf Basis
118
Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH (www.
qualityaustria.com) ist nationaler Marktführer und Ansprechpartner in den
Bereichen der Integrierten Managementsysteme und Branchenstandards betreffend Qualität, Umwelt und Sicherheit. Die Leistungen der Quality Austria reichen
von der Aus- und Weiterbildung im Bereich internationaler Managementtrends,
der Zertifizierung von Qualitäts- und Managementsystemen bis zur Vergabe des
Austria Gütezeichens. Die Prämierung österreichischer Organisationen mit dem
Staatspreis Unternehmensqualität erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und der AFQM. Die Zusammenarbeit der Quality Austria mit IQNet, EOQ, EFQM und weiteren internationalen
Organisationen sichert die Vermittlung von globalem Know-how und macht das
Unternehmen zu einem kompetenten Partner. Weltweit kooperiert Quality Austria
mit rund 100 Mitgliederorganisationen. Über 12.000 Organisationen in knapp
50 Ländern profitieren bereits davon. Quality Austria ist ein stabiler Faktor für
wertvolle Synergien am Wirtschaftsstandort Österreich.
von Guter Hygienepraxis und ist ein
System, welches Gefahren, die für die
Lebensmittelsicherheit wesentlich sind,
identifiziert, bewertet und beherrscht.
Er stellte das Funktionsprinzip von
HACCP vor und sprach auch über das
Hygienehaus nach Untermann, das auf
baulichen/technischen Gegebenheiten
als Fundament aufbaut, aus GHP
(Guter Hygienepraxis) als wichtigste
Voraussetzungen besteht und auf dem
HACCP als „Dach“ aufsetzt. Seiner
Meinung nach ist es wichtig, Lebensmittelsicherheit mehr aus der Vogelperspektive zu betrachten, indem über die
Lebensmittelkette hinweg mehr Transparenz geschaffen wird.
Schädlingsvorsorge & -Bekämpfung
Der Nachmittag des qualityaustria
Lebensmittelforums widmete sich
neben verpackungsbezogenen Themen
auch der Vorsorge und Bekämpfung
von Schädlingen, die beides wichtige
Bestandteile einer guten LebensmittelHygienepraxis darstellen. Josef Walder,
Geschäftsführer der BLATTARIA Betriebshygienegesellschaft mbH, ging in
seinem Vortrag auf den Umgang und
die Risiken der Schädlingsvorsorge
und Auswirkungen der neuen BiozidVerordnung ein. So werden alle BiozidProdukte, die in Österreich für die
Bereitstellung am Markt zugelassen
sind, im nationalen Biozid-Produkteregister veröffentlicht. Im Rahmen der
Zulassung eines Biozid-Produktes wird
auch bestimmt, ob es ausschließlich
durch berufsmäßige Anwender verwendet werden darf, oder ob auch eine
Verwendung durch nicht professionelle
Anwender, wie zum Beispiel im Haushalt, zulässig ist. „Neben neuen Zulassungsverfahren müssen Sicherheitsdatenblätter künftig verpflichtend der
REACH-Verordnung entsprechen und
irreführenden bzw. verharmlosenden
Produktangaben und –Werbung wird
ebenfalls Einhalt geboten“, erklärte
Walder. Er stellte auch einfache Beispiele vor, wie der Kunde selbst seine
Aufgaben erfüllen und Gefahrenanalyse
und ‑vermeidung betreiben kann: wie
bspw. Fugen, die sonst Brutstätten für
Schädlinge werden könnten, zu verschließen; Türspalten mit Gummilippen
oder Türbürsten gegen Schädlingseindringen zu sichern und Müllplätze
regelmäßig zu reinigen.
Nach Walder sprach Gerhard Klosterer, Technischer Leiter bei Rentokil
über den neuen Europäischen Standard für professionelle Dienstleister in
der Schädlingsbekämpfungsbranche.
Ein länderübergreifender Standard sei
unabdingbar, weil beispielsweise 40 %
der Schädlingsbekämpfung in Spanien
von unlizenzierten Firmen durchgeführt
wird. Ziele eines solchen Standards
sei es aber nicht nur, unprofessionelle
Schädlingsbekämpfung einzudämmen
und Vergleichbarkeit innerhalb der
Branche herzustellen, sondern dass
professionelle Schädlingsbekämpfer
als „Bewahrer“ der öffentlichen Gesundheit und Hygiene einen besseren
Stand erlangen. „Die im Standard
beschriebenen Anforderungen sind an
alle Dienstleister in dieser Branche
adressiert, welche Schädlingsbekämpfungsmittel anwenden, ausbringen
und geeignete Methoden zur Vorsorge
und Bekämpfung gegen Schädlinge
anbieten“, so Klosterer. Im Anschluss
an die Fachvorträge wurde noch durch
eine Keynote von Dr. Roman Szeliga,
Geschäftsführer der Kommunikationsagentur „Happy&Ness“ unter dem
Titel „Sie werden lachen, es ist ernst“
Humor im Business verbreitet.
firmen&fakten
Die bekannte österreichische Ernährungswissenschaftlerin, SensorikExpertin und Buchautorin, Mag. Dr.
Eva Derndorfer, ist neues Mitglied
im DLG-Ausschuss für Sensorik. Im
Mittelpunkt des 2007 gegründeten
DLG-Ausschusses steht die Förderung
der Lebensmittelsensorik, v.a. über die
Forcierung und Weiterentwicklung der
praktischen Anwendung sensorischer
Methoden in der Lebensmittelbranche.
Foto: DLG
Mag. Dr. Eva Derndorfer berät als
Ernährungswissenschaftlerin zahlreiche
Unternehmen der Lebensmittelbranche,
führt Sensorikschulungen und SinnesWorkshops durch und ist eine gefragte
Rednerin, Fachjournalistin und Buchautorin. Daneben hat sie Lehraufträge
an der UMIT, Hall in Tirol (Angewandte
Ernährungswissenschaften), der Universität Salzburg (Gastrosophische
Wissenschaften) sowie im Rahmen der
Fachhochschulstudiengänge Burgenland (Internationales Weinmarketing).
www.dlg.org
Preis für ACIB bei weltgrößter
Pharmamesse für „EnzymGoogle“
Das Forschungszentrum acib gewinnt auf der weltgrößten Pharma- und
Chemiemesse CPHI 2014 den Preis für
„Innovationen in der Prozessentwicklung“ mit einer Computer-Suchmaschine, die unbekannte Enzymfunktionen
entdeckt. Das ermöglicht neue Produktionsmethoden in der Pharma- oder
chemischen Industrie.
Einmal im Jahr trifft sich die Chemieund Pharmabranche auf einer Messe
der Superlative – der „CPHI worldwide“.
Heuer fand die Messe von 7. bis 9.
November in Paris statt. Die Zahlen
sprechen für sich: 35.000 BesucherInnen von 2500 Unternehmen aus
140 Ländern waren dort. Das Austrian
Centre of Industrial Biotechnology
(acib) ist seit 2012 am ÖsterreichStand auf der CPHI dabei. Heuer hat
das Biotech-Forschungszentrum aus
Österreich den CPHI-Pharma-Award für
die beste Innovation gewonnen.
Beim ausgezeichneten Projekt geht
es um eine Suchmaschine a la Google.
Allerdings durchforstet die acibSuchmaschine mit dem Namen „Catalophor“ nicht das „World Wide Web“,
sondern eine im Projekt geschaffene
Datenbank. Die enthält Strukturdaten
von mehr als 100.000 Proteinen und
wird laufend erweitert, erklärt acibForscher Georg Steinkellner. Das Endergebnis einer Suche ist ein Enzym, das
eine bestimmte Aufgabe lösen kann
– das etwa ganz bestimmte Moleküle
herstellen kann, die für die Pharmaindustrie extrem wertvoll sind. Die
Suche am Computer erspart unzählige
Experimente. „Außerdem können wir
neue Enzymfunktionen und Reaktionswege entdecken, die bislang verborgen
sind“, erklärt Projektmanager und
acib-Strukturbiologe Christian Gruber,
der das Catalophor-System zusammen
mit Steinkellner und Prof. Karl Gruber
von der Universität Graz nun weiterentwickelt.
Das preisgekrönte Verfahren wurde
zum Patent eingereicht und heuer in
Nature Communications veröffentlicht.
www.acib.at/news/
(Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB), Thomas Stanzer)
Kreative Köpfe für innovative
Food-Ideen
Zukunftspreis „Future Food Concepts“
2015 wieder mit 3000 Euro dotiert. Querund Vordenker gesucht.
Am 17. Und 18. Juni 2015 ist es
wieder soweit: Im Rahmen des V.
Zukunftsforums Ernährungswirtschaft
mit dem Fokus „Leidenschaft“ wird
zum nunmehr zum dritten Mal der
Zukunftspreis Future Food Concepts für
Innovationen in der Lebensmittelbranche in Hannover verliehen. Der Preis
ist mit 3000 € dotiert und zeichnet
innovative Produktkonzepte, Technologien, kreative Verpackungslösungen,
Analysemethoden und Logistikkonzepte
in der Lebensmittelbranche aus. Der
Gewinner darf sich freuen - nicht nur
über das „satte“ Preisgeld, sondern
auch mediale Aufmerksamkeit über die
Food-Branche hinaus.
Das Besondere an diesem Award:
Er ist themenoffen. Es können sich
nicht nur Unternehmen, Hersteller und
Institute, sondern auch Studenten und
Privatpersonen mit ihren Ideen bewerben. Welche Konzepte, Technologien,
Produkte oder Verpackungen können
der Lebensmittelbranche neue Impulse
verleihen? Quer- und Vordenkern stehen hier alle Tür offen.
Weitere Informationen zur Bewerbung sind unter http://www.ttz-bremerhaven.de/de/presse/termine abrufbar.
Hightech-Etiketten mit Temperaturgedächtnis zur lückenlosen Kühlkettenüberwachung
Die lückenlose Überwachung von
Kühlketten stellt für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie eine
große Herausforderung dar. Oftmals
treten während eines Transports vorübergehende Temperaturspitzen auf,
die jedoch nicht nachverfolgt werden
können. Und viele der eingesetzten
Systeme zur Temperaturüberwachung
sind zu kostenintensiv. Eine neue
Monitoring-Lösung wurde nun von
einem Forscherteam der BAM entwickelt: Etiketten aus Kunststoff, die ein
Temperaturgedächtnis haben.
„Man muss sich das so vorstellen,
dass die Etiketten beim anschließenden Erwärmen bei einer von uns
vorab gewählten Temperatur eine Formänderung vollziehen“, erklärt Thorsten
Pretsch, der das Projekt an der BAM
leitet. „Parallel dazu können darin
enthaltene, zweidimensionale Codes
so weit entzerrt werden, dass sie
maschinell lesbar werden und damit
ein Überschreiten eines Temperaturschwellwertes anzeigen.“
Inzwischen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass mit Quick
Response (QR) Codes ausgerüstete
Etiketten bei 0 °C, 10 °C und 20 °C
maschinell lesbar gemacht werden können. Setzt man sie zur Kennzeichnung
temperaturkritischer Waren ein, kann
eine Überwachung allein durch Ausleseversuche mit einem handelsüblichen
Smartphone erfolgen. Das in den Experimenten erprobte Temperaturgedächtnispolymer ist ein thermoplastisches
Polyurethan und stammt von der Bayer
MaterialScience AG.
Ursprünglich wurden die Etiketten
zur fälschungssicheren Kennzeichnung
von Waren entwickelt. „Das Temperaturgedächtnis eröffnet uns völlig
neue Möglichkeiten, die zuvor wegen
des hohen Syntheseaufwandes nicht
realisiert werden konnten“, erläutert
Pretsch. (idw)
(Bundesanstalt für Material­
forschung und -prüfung (BAM),
Dr. Ulrike Rockland)
L&B 2014/4
Mag. Dr. Eva Derndorfer ist
neues Mitglied des DLG-Ausschusses für Sensorik
119
firmen&fakten
LMU und BASF schließen
Patentkaufvertrag
Die Ludwig-Maximilians-Universität
München (LMU) hat mit dem Unternehmen BASF SE einen Lizenzvertrag im
Bereich neuer chemischer Methoden
zur Modifizierung von Biomolekülen
geschlossen, die am Exzellenzcluster
Center for integrated Protein Science
Munich (CiPSM) entwickelt wurden.
„Die Forschung zur Modifizierbarkeit
von Biomolekülen an der LMU ist ein
herausragendes Beispiel dafür, wie
Grundlagenforschung aus der Exzellenzinitiative erfolgreich in die Anwendung
überführt wird“, sagt Thomas Carell,
Professor für Organische Chemie an
der LMU und Sprecher des CiPSM.
Die Proteinwissenschaften sind die
Basis für Fortschritte in der Biomedizin und Biotechnologie. Am CiPSM
werden neue chemische Methoden
erforscht, um Biomoleküle effizient mit
chemischen Strukturen zu verknüpfen.
Mithilfe dieser speziellen neuen Methoden entstehen Hybridsubstanzen
aus organischen oder anorganischen
Teilstrukturen und den jeweiligen Biomolekülen, seien es Proteine oder Nukleinsäuren. Derartige Hybridstrukturen
haben völlig neuartige Eigenschaften
und können daher in unterschiedlichen
Gebieten wie der Diagnostik, aber auch
als neuartige Wirksubstanzen eingesetzt werden.
Die Arbeitsgruppe von Thomas Carell entwickelt damit Konstruktionsprinzipien, die Entwicklungslabore für die
Entwicklung therapeutisch wirksamer
Substanzen nutzen können. In den vergangenen Jahren haben die Forscher
für mehrere Verfahren Patentschutz
beantragt. Im Zuge umfangreicher
Patentverhandlungen wurde nun eine
Übereinkunft mit der BASF erzielt, in
deren Rahmen die LMU erneut Patente
mit einem hohen Verwertungspotenzial
an das Pharmaunternehmen vergibt.
Bereits im Jahr 2008 wurde von Thomas Carell zusammen mit der BASF die
Biotechnologiefirma Baseclick GmbH
gegründet. Baseclick verwertet die Patentrechte in den Arbeitsgebieten, die
nicht konkret mit den Forschungsthemen von BASF überlappen. Innerhalb
dieser Ausgründung werden neuartige
Methoden zur Funktionalisierung von
Nukleinsäuren mit Farbstoffen entwickelt, die eine neuartige Tumordiagnostik ermöglichen.
http://www.cup.uni-muenchen.de/oc/carell
L&B 2014/4
(Luise Dirscherl Stabsstelle Kommunikation und Presse der Ludwig-Maximilians-Universität München)
120
Biersommelier-Staatsmeister
2014 kommt aus dem Burgenland
Der neue österreichische Staatsmeister der Sommeliers für Bier kommt
aus Eisenstadt. Clemens Kainradl (37)
überzeugte die Fachjury bei der zweiten
Staatsmeisterschaft der Sommeliers
für Bier mit fundiertem Wissen, sensorischem Können und einer charmanten,
souveränen Bierpräsentation. Er wird
Österreich bei der Biersommelier-Weltmeisterschaft in Sao Paulo, Brasilien,
vertreten.
Alle zwei Jahre rufen Österreichs
Brauer landesweit die Biersommeliers
auf, den Titel des Besten unter ihnen
zu ermitteln. Ausgewählte 25 Teilnehmer mit Hauptwohnsitz in Österreich
gingen bei der diesjährigen Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier
am Freitag, dem 10. Oktober 2014,
im Salzburger Obertrum an den Start
und kämpften um den begehrten Titel.
Kainradl setzte sich in mehreren Vorläufen und schließlich im Finale gegen
seine Mitstreiter durch. Kainradl ist
Diplom-Biersommelier und mit seiner
Firma Bierfracht Importeur von Bierspezialitäten.
Biersommelier Staatsmeister Clemens Kainradl
(Bildrechte: Michael Maritsch – Attersee)
Ein Biersommelier ist ein Professionist für Bier - professionelles Kellermanagement, Einkauf, Lagerung,
Schankhygiene, Kalkulation, Verkauf
und fachgerechtes Service zählen
zu seinen Aufgabengebieten. In den
letzten Jahren ist die Zahl an Biersommeliers international vor allem aber in
Österreich stark gestiegen. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die
Ausbildungsreihe Bier-Jungsommeliere,
Biersommeliere und Diplom-Biersommeliere ist seit 2006 ein offizielles
Bildungsangebot der österreichischen
Brauwirtschaft.
www.bierfracht.at
Mikroorganismen für die
Landwirtschaft
Forschungserkenntnisse für KE-Produkte
werden von Erfolgen in der Praxis bestätigt
Eine langjährige Zusammenarbeit
zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
im traditionellen Mostviertler Familienunternehmen TVA Produktions- & Vertriebs-Gesellschaft mbH. in Hollenstein
an der Ybbs trägt Früchte.
Seit Jahrzehnten werden weltweit
bereits Mikroorganismen und Bakterien für landwirtschaftliche Betriebe
eingesetzt. In Labors werden diese
isoliert, deren Eigenschaften analysiert
und neue Einsatzbereiche erforscht.
Die Bandbreite der Einsatzbereiche
dieser Kleinstlebewesen ist vielfältig
und reicht von der chemischen Industrie über die Lebensmittelindustrie bis
hin zur Landwirtschaft. Erstaunlich ist
jedoch, dass viele nützliche Mikroorganismen nach wie vor kaum erforscht
sind. Milliarden Spezies der Mikroorganismen wurden bislang weder entdeckt
noch klassifiziert.
Geschäftsführer Herr Ing. Michael
Spitzer freut sich über die Entwicklung:
„Als Familienunternehmen denken wir
nachhaltig – es geht daher nur MIT der
Natur!“
Die TVA Produktions- & VertriebsGmbH beschäftigt sich seit mehr als
10 Jahren mit der Entwicklung von
mikrobiellen Produkten. Es wird nicht
versucht, eine Biologie anhand einzelner Stämme zu kreieren, sondern diese
vielmehr in ihrer einzigartigen Zusammensetzung aus der Natur als Ganzes
zu gewinnen und aktiv zu erhalten.
Zur Gewinnung dieser Biologie werden
ausschließlich Kräuter und deren Oberflächenbiologie verwendet. Basierend
auf einer naturbewussten Produktion,
entstand daraus auch die Dachmarke
aller „KE“-Produkte. Das „K“ steht für
Kräuter und das „E“ steht für Extrakt.
„KE“ basiert auf der Biologie der Natur und beinhaltet somit eine von der
Natur vorgegebene Zusammensetzung.
Darauf begründet sich sowohl die hohe
Wirksamkeit als auch die breite Einsatzpalette.
Die Innovation dieser Produkte besteht darin, dass im Vergleich zu anderen mikrobiell arbeitenden Produkten,
keine Fremdbakterien aus dem Labor
zugesetzt werden brauchen. Durch
das speziell entwickelte Herstellungsverfahren sind in allen KE-Produkten
sowohl die von der Natur entnommene
Biologie, als auch die Inhaltsstoffe der
heimischen Kräuter enthalten. Diese innovativen Produkte, die seit Jahren von
unseren zufriedenen Kunden eingesetzt
werden, sind das Ergebnis langjähriger
Forschungsarbeit, und verdanken ihre
positive Wirkung einer naturbelas-
firmen&fakten
Nicht nur Qualitätssiegel und Zertifikate untermauern die geleistete Präzision, sondern auch die gelebten Unternehmenswerte. Die Bio-Produkte aus
besten österreichischen Almkräutern
werden bereits in zahlreiche Länder bis
hin nach Australien exportiert.
Werfen Sie einen Blick auf das
Video: http://www.youtube.com/
watch?v=2BeHwBlS4Qo
Zwei KRONES-Läuterbottiche
für den Paulaner Neubau in
München-Langwied
Krones liefert neben zwei Sudlinien
die komplette Prozesstechnik für Hefe,
Kaltbereich und Reinigungstechnik
sowie das Prozessleitsystem. Zwei
Pegasus C Läuterbottiche schickte das
Krones Werk Steinecker in Freising auf
den Weg nach München-Langwied –
verpackt in vier Hälften mit je 11,50 m
Durchmesser.
Der sechs Stunden dauernde nächtliche Sondertransport mit vier Tiefladern im Konvoi bildete den Auftakt für
einen bis Ende Januar 2015 andauernden Liefermarathon zur neuen Paulaner Brauerei, die derzeit auf einem
15 Hektar großen Areal im Münchner
Stadtwesten entsteht. Die beiden Pegasus C Läuterbottiche fassen jeweils
210.000 Liter und stellen künftig das
Herzstück des Sudhauses dar. Einen
Tag nach den Läuterbottichen wurden
vier Shakesbeer Maischgefäße geliefert. In den nächsten Tagen folgten
Würzepfannen, Whirlpoolpfannen, Vor-
www.krones.com
Chromacon und Lewa unterzeichnen Lizenzvereinbarung
Die Vereinbarung betrifft geistige
Eigentumsrechte bezüglich Prozessprinzipien für die kontinuierliche Aufreinigung von Biopharmazeutika
Chromacon AG hat mit Lewa GmbH
und Lewa Process Technologies eine
Lizenzvereinbarung abgeschlossen.
Diese Vereinbarung ermöglicht die
Weiterentwicklung gegenwärtiger und
zukünftiger biopharmazeutischer Herstellungstechnologien der beteiligten
Unternehmen. Die Vereinbarung wird
in der biopharmazeutischen Industrie
zu erheblichen Kosteneinsparungen
und Qualitätssteigerungen bei Aufreinigungsprozessen führen.
Die Unternehmen haben eine weltweite kommerzielle Zusammenarbeit begonnen, um die Nutzung der CaptureSMBChromatographie-Prozesstechnologie
von Chromacon zu fördern, die in der
Ecoprime-Geräteplattform von Lewa im
GMP-Maßstab implementiert ist.
Das CaptureSMB-Prozessprinzip
ermöglicht die schnellere und schonendere Durchführung des ersten
Aufreinigungsschrittes von monoklonalen Antikörpern, reduziert die Kosten
für teure Protein A Stationärphasen
und senkt den Platzbedarf der Aufreinigungsinfrastruktur.
Im Rahmen der Vereinbarung gewährt Chromacon dem Unternehmen
Lewa Lizenzrechte in Bezug auf geistiges Eigentum, das Chromacon für
die Doppelsäulenchromatographie
entwickelt hat. Unter diese Herstellungsrechte fallen die Verwendung von
CaptureSMB im Pilot- und GMP-Maßstab sowie bestimmte andere Verfahrenstechniken von Chromacon.
LEWA GmbH
www.lewa.de
Abladen der Läuterbottich-Hälften Pegasus C auf
der Paulaner Baustelle in München-Langwied vor
dem Sudhaus-Rohbau.
Dr. Hans-Joachim Johl, Director Global Business Development Pharma & Life Sciences bei der LEWA
GmbH (links) und Dr. Michael Bavand, Chairman
und CEO der ChromaCon AG (rechts) bei der Unterzeichnung der Lizenzvereinbarung.
(Quelle: LEWA GmbH)
L&B 2014/4
senen, ausgewogenen Zusammensetzung.
Basierend auf den Ergebnissen
zahlreicher Versuchsreihen durch
zertifizierte Forschungs- und Versuchsanstalten, kann zum Beispiel KE-plantasalva den Ertrag und die Haltbarkeit
von Obst, Gemüse, aber auch Zierpflanzen erheblich steigern. Ein Traum
für sowohl professionelle Gärtner als
auch Hobbygärtner. KE-plantasalva ist
kein Dünger! Das Wachstum und die
Ertragssteigerung werden über das Immunsystem gesteuert und unterstützt.
Auf diese Weise wird gleichzeitig auch
die Widerstandskraft der Pflanze erhöht
und die Resistenz gegen Krankheiten
und Schädlingsbefall verbessert.
Erste wissenschaftliche Tests bestätigen die positiven Erfahrungen aus der
Praxis:
lErtragssteigerungen im Obst und
Gemüseanbau
lVerlängerung der Haltbarkeit von
Obst, Gemüse und Zierpflanzen
lSteigerung der Blütenpracht
Sowohl die BOKU Wien, als auch die
TU Wien sind sich einig: „KE-Produkte
sind qualitativ hochwertige Produkte
mit nachgewiesener Wirksamkeit!“
Langjährige Forschung untermauert die
Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens
Großen Wert legt die im Jahr 1996
gegründete TVA auf die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. Die TVA
widmet sich der Lehre der Mikrobiologie. Kontinuierliche und langjährige Zusammenarbeit mit der BOKU Wien und
der TU Wien im Zuge einer intensiven
Forschungsarbeit im Bereich der Mikrobiologie lieferten wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und Studien über
die innovativen KE-Produkte. Die Kernaufgabe des KMUs besteht im Wesentlichen in der Erforschung der verschiedensten Zusammenhänge im Kreislauf
der Natur, und der praktischen Nutzbarmachung von natürlichen Regulationsmechanismen. Einen wesentlichen
Teil dieser Regulationen stellt hier die
Biologie der gesunden Natur dar. Diese
zu verstehen, zu schützen, zu nutzen,
und vor allem auch praktisch einzusetzen, ist eine wesentliche Aufgabe des
Unternehmens TVA.
TVA Produktions- & Vertriebs-Gesellschaft mbH.
Dorf 156 - A- 3343 Hollenstein
Tel.: +43 (0)7445/ 5131
tva@ke-lab.at, http://www.ke-lab.at
laufgefäße und Sauerguttanks. Krones
liefert dazu die komplette Technologie
für die zwei Sudstraßen, den Hefekeller
sowie die Integration des Gär-& Lagerkellers, der Filtration und des Drucktankkellers.
121
prozessautomation
Heißer Messe-Herbst
L&B 2014/4
Während die POWTECH parallel zur
TechnoPharm erneut zum Mekka vieler
Verfahrenstechniker wurde, spielte sich
auch auf der Messe Brau Beviale und
natürlich auf der SPS/IPC/Drives 2014
enorm Vieles ab, das die Augen von
Automatisierern glänzen lässt. Die Auftragsbücher dürften sich gegen Jahresende wieder erheblich füllen!
122
Endress+Hauser stellte die Brau
Beviale 2014 vom 11. bis 13. November in Nürnberg unter das Motto „Prozessautomatisierung – sicher, effizient,
aus einer Hand“. Eines der Exponate,
die „Automatisierungspyramide“, zeigte
auf, wie komplette Automatisierungslösungen realisiert werden können.
Innerhalb der vertikalen Systemintegration sind Engineering-Kompetenz und
Systemunabhängigkeit die Stärken von
Endress+Hauser. Konkrete Lösungsbeispiele inklusive der messtechnischen
Instrumentierung demonstrierte der
Komplettanbieter anhand eines Exponats für Misch- und Abfüllprozesse sowie eines CIP-Modells. Auch aus dem
umfangreichen Feldgeräteprogramm
gab es einiges zu sehen. Hierzu gehört
etwa das Prozessphotometer OUSAF22
zur Inline-Farbmessung. Ob zur exakten
Ermittlung der Pasteurisationseinheiten
am Erhitzer oder bei der Farbmessung
von Bier, Inline-Messtechnik spielt bei
der Herstellung von Produkten auf
einem konstanten Qualitätsniveau die
entscheidende Rolle. Außerdem auf
der Brau Beviale zu sehen war der
iTHERM TM411 mit dem wichtigen
Feature QuickNeck, einem Halsrohr mit
Schnellverschluss, zur einfachen Rekalibrierung.
Wie die Energieeffizienz in Dampfoder Kälte-Prozessen beurteilt und
optimiert werden kann, zeigten Lösungen und Dienstleistungen von
Endress+Hauser ebenso auf. Beratungen zur Zertifizierung nach DIN
EN ISO 50001 oder zu Steuereinsparungen gehören ebenso dazu wie die
Möglichkeiten zur Verbesserung der
Prozesssteuerung. Abgerundet wird
das Leistungsportfolio des Komplett­
anbieters durch Life-Cycle-Konzepte
wie webbasierte Datenbanken und
Kalibrierdienstleistungen. Damit sind
Anwender für Audits bestens gerüstet.
Auch auf der diesjährigen SPS/IPC/
Drives vom 25. bis 27. November –
ebenfalls in Nürnberg – präsentierte
Eine spannender als die andere: Messen in diesem Herbst zogen Anwender nach Deutschland, wie hier
beispielsweise zur SPS/IPC/Drives.
Bild: Mesago
sich Endress+Hauser als Komplettanbieter in der Prozessautomatisierung
mit innovativer Messtechnik, Automatisierungslösungen und Dienstleistungen
in Halle 4A am Stand 135. An Neuheiten im Bereich Messtechnik mangelte
es auch hier nicht: Unter anderem
sah man den Prowirl 200, der zusätzliche Sicherheit durch die einzigartige
Nassdampfdetektion bietet. Die neuen
Liquiphanten FTL31/33 aus robustem
Edelstahl garantieren weiters höchste
Beständigkeit und eine breite Auswahl
an elektrischen Anschlüssen. Eines
der vielen Messe-Highlights ist ebenfalls der Trübungssensor CUS52D. Er
überwacht die Qualität von Trink- und
Prozesswasser direkt in der Leitung.
Wasser- und Produktverlust gehören
somit der Vergangenheit an.
PharmaSuite MES-Lösung
Dass elektronisch entwickelte und
im MES definierte IPC-Tätigkeiten die
Produktqualität erhöhen und menschliche Fehler minimieren zeigt Rockwell
Automation anhand seiner PharmaSuite
MES-Lösung in neuer Version mit prozessbegleitenden Produktionskontrollen.
In der hochregulierten Life-ScienceIndustrie sind IPC-Prüfungen von
zentraler Bedeutung. Bei manuell
durchgeführten IPC-Prüfungen besteht
ein erhöhtes Risiko der Fehleingabe.
Drittsysteme lassen sich nur schwer lückenlos in ein elektronisches Chargen-
protokoll integrieren. Rockwell Automation hat die Version 6.0 der Rockwell
Software PharmaSuite MES-Lösung um
neue Funktionen zur Rezeptmodellierung ergänzt, wodurch diese kritischen
Abläufe jetzt in größere Produktionsund Verpackungsprozesse integriert
werden können. „Die neue Version der
PharmaSuite-Software baut die IPCMöglichkeiten von Pharmaherstellern
weiter aus“, so Martin Dittmer, PharmaSuite-Produktmanager bei Rockwell
Automation. „IPC-Qualitätsprüfungen,
die bislang in der alleinigen Verantwortung eines Anwenders lagen, lassen
sich nun einfacher definieren und vorab
in die hinterlegte Rezeptur im MES integrieren. Als Bestandteil des Rezeptes,
kann sichergestellt werden, dass Anweisungen, IPC-Resultate und Alarme
befolgt und dokumentiert werden.“ Das
Baukastensystem des PharmaSuite
Recipe Designers ermöglicht es, während des Planungsprozesses bereits
programmierte IPC-Prüfungen für verschiedene Rezepturen wiederzuverwenden beziehungsweise beizubehalten.
Während der Abarbeitung des elektronischen Chargenprotokolls wird mit Hilfe des Eskalations-Managements der
zeitgerechte Ablauf der IPC-Prüfungen
durch eine Reihe dokumentierter
Alarmmeldungen überwacht, gesteuert
und festgehalten.
Zum Beispiel wird bei einer Qualitätskontrolle, die alle dreißig Minuten
prozessautomation
Magnetfilter für volle Nahrungsmittel­
sicherheit
Auf der POWTECH (Halle 1, Stand
339) zeigte die Firma Goudsmit Magnetic Systems aus dem niederländischen
Waalre ein neues EHEDG Magnetfilter,
das speziell für die Nahrungsmittelindustrie entwickelt wurde. Das Filter
besteht aus Neoflux (Nd-Fe-B, eine der
seltenen Erden) -magneten, die eine
wirksame Abscheidung von sehr kleinen Eisenteilchen (ab 5 Mikrometer),
schwach magnetischen Teilchen und
sogar von Eisenstaub ermöglichen.
Die Magneten generieren ein magnetisches Feld von bis zu 10.700 Gauß
(+/-5%) auf den Stäben und entfernen diese Teilchen aus flüssigen und
pulverförmigen Produkten. Das ganze
System ist aus rostfreiem Stahl 316
hergestellt, mit glatter Endbearbeitung
(Ra≤0.8 µ) und entspricht der Norm
HACCP/EHEDG. Dies ist die anspruchsvollste Norm auf dem Gebiet der Nahrungsmittelsicherheit.
Auch der folgende Umstand ist
interessant: Goudsmit ist seit Kurzem
als erster Magnethersteller Mitglied
der European Hygienic Engineering &
Design Group geworden. Die EHEDG ist
ein Konsortium von Anlagenbauern, Betrieben aus der Lebensmittelindustrie,
Untersuchungslabors und nationalen
Gesundheitsbehörden, die die anspruchsvollsten Normen für Nahrungsmittelsicherheit anstreben. Die EHEDG
stellt Maßstäbe für das Vermeiden von
Infektionen und Wachstum schädlicher
Mikroorganismen, für Reinigungs- und
Entkeimungswirksamkeit, Materialgebrauch und Oberflächenbehandlung.
Man testet dort Produktentwürfe auf
dem Gebiet von Reinigung, Sterilisierung und bakteriologische Undurchlässigkeit. Nur Betriebe, die den vorgeschriebenen Normen entsprechen,
können das EHEDG-Zertifikat erwerben.
Reinigung ist keine Fleißaufgabe
Eine Reinigung von einmal eingefangenen Metallteilchen kann auf dreierlei
Art stattfinden: Von Hand, wobei die
mit einem Abzieher umhüllten Magnetstäbe einfach vom Bediener auseinander gezogen werden können, von Hand
und pneumatisch, wobei die Reinigung
automatisch stattfindet, und nach der
neuesten Methode. Diese funktioniert
pneumatisch und mit CIP (Cleaning
In Place), wobei neben dem Reinigen
auch das Sauberspülen der Magnetstäbe automatisch vorgenommen wird.
Das Gehäuse ist so konstruiert, dass
nach der Reinigung keine Stoffe zurückbleiben. Das Magnetfilter kann in
Rohren bzw. Rohrleitungen der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt werden
und dient der Eisen-Abscheidung von
Produkten, die unter Druck transportiert werden. Selbst die kleinsten
Eisenteilchen können aus klebrigen
Stoffen (Schokolade, Pasten, Pulver
oder Fruchtsäften) herausgefiltert
werden – normalerweise werden diese Teilchen wieder im Materialstrom
weitergeführt. Der Einsatz eines Metalldetektors löst dieses Eisenproblem
nicht, weil er diese kleinen Metallteile
nicht aufspüren kann. Das Magnetfilter
ist lieferbar in sieben Standardabmessungen ( Ø 50 - 200 mm). Es hat einen
Flanschanschluss nach DIN 11864.
Neuheiten-Katalog 2015
Der Endress+Hauser NeuheitenKatalog 2015 umfasst 80 Seiten
inklusive einer DVD mit dem kompletten Produktprogramm. Als Ergänzung zum Katalog 2014/2015 sind
damit alle Neuheiten im Überblick zu
begutachten. Katalog und DVD sind
unter www.at.endress.com zu bestellen, der Neuheiten-Katalog 2015 als
PDF herunterzuladen.
gebot der PC- und EtherCAT-basierten
Steuerungstechnik sowie Neuheiten in
allen Technologiebereichen implementiert worden. Im Fokus der Produktneuheiten steht die Reduzierung der Montage- und Inbetriebnahmekosten. Für
jeden Einsatzzweck geeignet ist etwa
das Portfolio der extrem kompakten
und robusten Beckhoff-I/O-Module.
Es reicht von der Feldbus Box für alle
gängigen Bussysteme bis zur EtherCATBox-Serie. Neu ist die Variante der Zinkdruckguss-Box für Heavy-Duty-Anwendungen. Im Fokus der IPC-Präsentation
wiederum glänzt die Erweiterung der
Multitouch-Panel-Familie. Aus einem
breiten Sortiment an Standardvarianten
können Anwender das für ihre Applikation, hinsichtlich Displaygröße, skalierbarer Rechenleistung und Anschlusstechnik, passende Gerät auswählen.
Erweitert wird das Multitouch-Spektrum
durch Panel-PC-Serien mit Intel-AtomMulticore-Prozessoren in der Einbauund Kompakt-Variante (durchgängig
IP 65). Unterschiedliche kundenspezifische Panel-Ausführungen bieten
individuell auf die jeweilige Maschinenoder Anlagenbedienung zugeschnittene
Lösungen.
Infos im Web
www.powtech.de
www.brau-beviale.de
www.mesago.de
www.at.endress.com
www.rockwellautomation.at
www.goudsmit-magnetics.nl
www.ehedg.org
www.beckhoff.at
Runder Auftritt
Zum 25-jährigen Jubiläum der Nürnberger Automatisierungsmesse SPS/
IPC/Drives bereitete Beckhoff einen
erweiterten Messestand vor. Auf 1.500
qm ist für Anwender und Interessenten
das komplette Produkt- und Lösungsan-
L&B 2014/4
innerhalb von fünf Minuten durchgeführt werden muss, der Bediener zu Beginn der fünf Minuten alarmiert. Ist der
Prozess innerhalb der festgelegten Zeit
nicht vollständig ausgeführt, wird ein
Alarm ausgelöst. Die Daten über die
Abläufe werden inklusive aller Ausnahmen und Abweichungen gespeichert
und im Chargenprotokoll aufgezeichnet,
damit das Qualitätssicherungsteam
die­se überprüfen und wenn nötig
­darauf reagieren kann.
Flexiblerer Workflow ist damit auf
jeden Fall sichergestellt: Die PharmaSuite-Software beinhaltet in Version
6.0 nämlich zudem neue Möglichkeiten
zur Workflow-Integration. So können
Informationen über ausgeführte Workflows hinzugefügt und als Teil des elektronischen Chargenprotokolls nachverfolgt werden. Werden andere Systeme
genutzt, muss der Anwender in der
Regel für alle zusätzlichen Workflows
neue Papierdokumentationen erstellen
und hinzufügen. Dies kann jedoch sehr
zeitraubend sein und ist mit vielen
Risiken verbunden, da es leicht zu
menschlichen Fehlern kommen kann.
Mit der PharmaSuite-Software können
vordefinierte Workflows vorher erstellt
werden. Während der Produktion
können Anwender dann immer genau
die benötigten Workflows auswählen,
durchführen und dokumentieren. Dies
sorgt zudem für mehr Flexibilität in der
Produktion, da es jetzt möglich ist Masterrezepturen zu vereinheitlichen.
Außerdem bieten neue agile
Chargenprotokoll-Abarbeitungsmöglichkeiten Anwendern eine höhere
MES-Flexibilität: Produktionsprozesse
können abgebrochen und neu gestartet
werden. Bei einem unvorhersehbaren
Zwischenfall erspart dies die Zeit,
Kosten und Mühen eines kompletten
Auftragsneustarts, während gleichzeitig
sichergestellt wird, dass die Überarbeitung kontrolliert und dokumentiert
abläuft.
123
pharmazeutik
Tabletten-Fertigung optimieren
Im internationalen Messegeschehen
ist die Romaco Group praktisch ominpräsent. Der Engineering-Spezialist
unterstreicht mit den Technologien von
Kilian sowie Noack, Macofar und Promatic seine umfassende Expertise für die
Herstellung und Verpackung von Pharmazeutika.
L&B 2014/4
Im Dezember wird seitens der Romaco Group unter anderem auf der
diesjährigen Messe P-MEC in Mumbai
(Indien) erstmals die neue und hochleistungsfähige Doppelrundläuferpresse KTP 720X von Romaco Kilian vorgestellt. Die Tablettenpresse der neuen
Generation eignet sich zur Herstellung
von Einschicht- und Zweischicht­ta­
bletten für die Pharmaindustrie und
überzeugt durch eine sehr hohe Anlagenverfügbarkeit. Sie verpresst zuverlässig bis zu 1.020.000 Tabletten pro
Stunde und verarbeitet auch schwer
fließende Materialien. Ein bürstenloser
Torquemotor, besonders langlebige
Druckrollen sowie eine verschleißfreie
untere Stempelbremsung mit patentierten Bremsmagneten sorgen für sehr
geringe Gesamtbetriebskosten (TCO).
Patentierte Faltenbälge schützen die
Tabletten vor Schmiermitteln. Dank der
hermetischen Trennung von Press- und
Maschinenraum werden die Antriebe
nicht mit Produkt und der Pressbereich
nicht mit Schmierfetten verunreinigt.
Das optimierte Hygienedesign ermöglicht eine schnelle und einfache
124
Blisterverpackungsmaschine 921 von Romaco Noack.
Reinigung. Darüber hinaus erleichtert
das neue Windows 7-basierte HMIPanel mit Wischtechnik das Bedienen.
Optional bietet Romaco Kilian die
Hochgeschwindigkeits-Tablettenpresse
KTP 720X mit dem neuen integrierten
Wiegesystem CWC (Continuous Weight
Control) an. Während der Produktion
misst die patentierte Inline-Waage CWC
kontinuierlich das Gewicht der gerade
gepressten Tabletten und reguliert die
Tablettenpresse mit den Gewichtsdaten. Kunden sparen sich die manuelle Probenentnahme und das Entsorgen
der Proben.
Blister im hohen Takt
Vorgestellt wird auch die Blisterverpackungsmaschine Noack 921 mit
kundenspezifischer Zuführlösung für
einen indischen Pharmahersteller: Bei
der Maschine mit Walzensiegelung
wurde eine Mehrfachzuführung für vier
verschiedene Hormonprodukte realisiert, ohne dabei die Füllstrecke zu
verlängern. Ein Alleinstellungsmerkmal,
das die Flexibilität der Blisterlösungen
von Romaco Noack unterstreicht. Die
kompakte, weniger als vier Meter lange
Anlage ist mit zahlreichen Features
ausgestattet und zeichnet sich durch
ein hervorragendes Verhältnis von
Produktivität und Platzbedarf aus. Je
nach Anforderungsprofil verblistert
sie zuverlässig Tabletten, Hart- und
Weichgelatinekapseln sowie Oblongs
in verschiedenen Größen und Ausfüh-
rungen. Dabei erzielt die Maschine
eine maximale Ausbringung von bis
zu 500 Blistern pro Minute. Neueste
Servotechnologie sorgt für reproduzierbare Prozesse und beschleunigt Produkt-, Packmittel- und Formatwechsel.
Die innovative Zuführeinheit QuickFeed
mit Luftkissenjustiersystem ermöglicht
Produktwechsel in Sekundenschnelle;
wodurch erstmals parallele anstelle sequentieller Arbeitsgänge möglich sind.
Das automatische Stationsregelsystem
QuickAdjust kontrolliert und justiert
die Prozesse beim Codieren, Perforieren und Stanzen. Dadurch werden die
Einfahrzeiten nach Produkt- und Packmittelwechseln signifikant reduziert.
Insgesamt vereinfacht der hohe Automatisierungsgrad die Bedienung der
cGMP-konformen Blisterverpackungsmaschine 921 von Romaco Noack.
Aseptische Abfüllung pharmazeutischer
Pulver
Mit der Micro 18 2D setzt Romaco
Macofar die jahrzehntelange Tradition
des Herstellers im Bereich Mikrodosierung von sterilen pharmazeutischen
Pulvern fort. Zwei Dosierköpfe ermöglichen Mehrfachdosierungen in dasselbe
Injektionsfläschchen, wodurch die zeitund kostenintensive Vorvermischung
entfällt. Ein äußerst leistungsfähiges
Wiegesystem reguliert automatisch
das Dosierkammervolumen. Hierdurch
erreicht die Maschine eine sehr hohe
Dosiergenauigkeit mit einer maximalen
Abweichung von lediglich +/- zwei Prozent. Der getaktete Füllprozess erfolgt
mittels eines Vakuum-/Drucksystems.
Vor, während und nach der Befüllung
werden die Fläschchen mit Stickstoff
begast und anschließend mit Gummistopfen verschlossen. Sämtliche
Dosier- und Verschließgruppen sind mit
einer automatischen Höhenregelung
ausgestattet, was die Bedienung und
Einrichtung der Maschine erleichtert.
Je nach Füllmenge erzielt die Macofar
Micro 18 D2 bis zu 18.000 Fläschchen
pro Stunde. Dank der linearen Zwangsführung der Fläschchen wird eine hohe
Prozesssicherheit erreicht. Die strikte
Trennung von Reinraum- und Technikbereich eignet sich für eine Installation
„Through-the-Wall“. Zudem erfüllt das
cGMP-konforme Design der Micro 18
2D die höchsten Anforderungen an die
aseptische Pulverabfüllung.
Bücher
van Emden, H.
Statistik ohne Albträume
Eine Einführung für Biowissenschaftler
Sekundärverpackung
Die kontinuierlichen Horizontalkartonierer der Serie PC 4000 von Romaco
Promatic bieten höchste Flexibilität
bei der Verarbeitung und Zuführung
verschiedener Produkte, Packungsbeilagen und Packmittel. Robotische
Lösungen, automatische Pick & PlaceSysteme oder eine Direktanbindung an
die Primärverpackungsmaschinen sind
jederzeit realisierbar. Dabei wechselt
der Romaco Promatic PC 4000 je nach
Anwendung flexibel vom kontinuierlichen in den getakteten Modus und
eignet sich daher für den Hochleistungsbetrieb ebenso wie für mittlere
Verpackungsgeschwindigkeiten, zum
Beispiel zur Verpackung von hohen
Blisterstapeln. Die maximale Ausbringung beträgt bis zu 420 Packungen pro
Minute. Technisches Highlight ist das
positive Faltschachtel-Öffnungssystem,
das mit der servogesteuerten Faltschachtelabnahme für eine materialschonende Zwangsöffnung sorgt. Die
Vakuumerzeugung zum Öffnen der Faltschachteln und Falzen der Beipackzettel erfolgt durch geräuscharme Venturidüsen. Das ergonomische Design des
Horizontalkartonierers in Balkonbauweise erfüllt die hohen cGMP-Standards
der pharmazeutischen Industrie.
Infos im Web
www.romaco.com
Liphard, K. G.
Labormanagement
Handbuch für Laborleiter und Berufseinsteiger
452 Seiten, Weinheim: Wiley-VCH 2014, ca. Euro
50,00 (ISBN 978-3-527-33686-9)
Während im Rahmen der Hochschulausbildung in
chemisch-technischen Studiengängen das Aneignen
von Fachkenntnissen im Vordergrund steht, werden
von einem Berufseinsteiger im analytisch-chemischen Labor weitere Fähigkeiten erwartet. Dieses
Buch geht umfassend auf die wichtigten Punkte ein,
die (nicht nur) dem Anfänger in Leitungsfunktion
eines Labors oft Probleme bereiten: gesetzliche Regelungen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz, Qualitätsmanagement und betriebswirtschaftliche Grundlagen, Führung und typische Workflows werden in
diesem Buch diskutiert. Durch zahlreiche Beispiele
und Berichte aus dem Alltag eines Laborleiters und
Verweise auf weiterführende Literatur auch für den schon erfahrenden Laborleiter ein hilfreicher Leitfaden!
L&B 2014/4
Aseptische Dosiermaschine Micro 18 2D von
Romaco Macofar.
353 Seiten, Weinheim: Wiley-VCH 2014, ca. Euro
30,00 (ISBN 978-3-527-33388-2) Serie: verdammt
clever!
Endlich keine schlaflosen Nächte mehr für alle
Studenten der Bio- und Umweltwissenschaften, die
genau wissen, dass ihr Studium ohne fundierte
Statistikkenntnisse undenkbar ist.
Als hilfreiches Mittel gegen das „Angstfach“ Statistik ist der internationale Bestseller „Statistics for
Terrified Biologists“ endlich ins Deutsche übersetzt
worden. Dem Autor Helmut van Emden, em. Prof.
für Gartenbau und Entomologie, gelingt es, eine
leicht verdauliche und doch fundierte Grundlage
der Statistik für die Biowissenschaften zu kreieren.
Michael Knorrenschild, ein Mathematiker mit viel
Lehrerfahrung übersetzte und adaptierte das Buch für die deutsche Studienrealität.
Schon beim Durchblättern des Buches fällt auf: es gibt keine Gleichungen
und Formelzeichen. Diese sind weitgehend durch Zahlen und Worte ersetzt.
Wie der Autor anmerkt, haben Biologen die er unterrichtete mit einer „45“ eher
etwas anfangen konnten als mit einem „x“. Außerdem hat er festgestellt, dass
Studierende einige statistische Prinzipien vergessen und dann mit ihren Berechnungen in Komplikationen geraten. Die betreffenden Stellen sind im Buch mit
einem kleinen Schlüssel markiert – „Wichtig zu wissen...“
Das Buch beschränkt sich auf die traditionellen Grundlagen der parametrischen Statistik: t-Test, Varianzanalyse, lineare Regression und X2-Test. Jedoch
wird auch darauf hingewiesen, wenn es irgendwo wichtige Erweiterungen dieser
Techniken gibt. Im letzten Kapitel findet man eine Einführung in nichtparametrische Tests, aber ohne Erklärungen der Rechentechniken, die man mit den
dazu gehörigen Tabellen leicht im Internet oder umfangreichern Lehrbüchern
findet.
Viele Kapitel enden mit einer kurzen Zusammenfassung, die das schnelle
Nachschlagen erleichtern. Dazu gibt es Übungsaufgaben deren Bearbeitung
wesentlich für den Lernerfolg ist.
125
biotech aktuell
Globale Biotech-Branche
sucht neue Wege in der Forschung & Entwicklung
Die weltweite Biotechnologiebranche verzeichnete im Jahr 2013 einen
deutlichen Wachstumsschub. Die
börsennotierten Unternehmen der
Branche erzielten ein zweistelliges
Umsatzwachstum und konnten deutlich
mehr Kapital beschaffen. Der Großteil
des Branchenwachstums ist jedoch
einer relativ kleinen Gruppe von Unternehmen in der kommerziellen Phase zu
verdanken. Dies verstärkt den Druck
auf den Rest der Branche, die Effizienz in der Medikamentenentwicklung
zu verbessern. Dies sind Ergebnisse
des aktuellen Biotech-Reports von
Ernst&Young (EY), der bereits zum 28.
Mal Einblicke in die Biotechnologiebranche gewährt.
Erich Lehner, Partner und Industry
Leader Biotechnology bei EY Österreich, erläutert: „Die Biotech-Branche, allen voran die US-amerikanische, erlebt
derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Erfolgreiche Produkte haben
die Umsätze angekurbelt, Investoren
angezogen und große Unternehmen
veranlasst, verstärkt in Forschung und
Entwicklung zu investieren. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen
ist aber nach wie vor mit knappen Ressourcen und produktkritischen Kostenträgern und Investoren konfrontiert.
Kleine wie große Biotech-Unternehmen
sind deshalb mehr denn je gefordert,
Strategien zu entwickeln, um mehr
Wert aus dem Prozess der Entdeckung
und Entwicklung von Medikamenten zu
schöpfen.“
Auch die österreichische BiotechBranche brauche sich vor ihrer Konkurrenz nicht zu verstecken: „Die
heimischen Biotech-Unternehmen
können sich in der aktuellen Studie
erneut im guten europäischen Mittelfeld platzieren – ihr Entwicklungsoutput
ist vor allem im Vergleich mit größeren
Ländern wie Deutschland oder Frankreich weiterhin sehr gut. Trotzdem ist
es auch in Österreich für Biotech-Unternehmen nicht einfach, Finanzierung
für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu erhalten“, so Lehner weiter.
L&B 2014/4
Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse des aktuellen Biotech-Reports:
126
Umsatzwachstum: Die Unternehmen
aus den etablierten Biotech-Zentren
(USA, Europa, Kanada und Australien) erzielten 2013 zusammen einen
Umsatz von 98,8 Milliarden US-Dollar.
Dies entspricht einem Anstieg von 10
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das
Wachstum entfiel jedoch fast ausschließlich auf 17 Branchenführer aus
den USA, die einen Jahresumsatz von
jeweils mehr als 500 Millionen USDollar aufweisen.
F&E-Ausgaben steigen wieder: Die
F&E-Ausgaben legten gegenüber dem
Vorjahr beträchtlich zu. Der Anstieg
um 14 Prozent ist hauptsächlich auf
die Zunahme der F&E-Ausgaben in den
USA zurückzuführen (plus 20 Prozent).
Erstmals seit Beginn der globalen Finanzkrise sind die F&E-Ausgaben damit
stärker gewachsen als die Umsätze.
Gewinnrückgang: Der Gewinn ging
um 0,8 Milliarden US-Dollar zurück,
was hauptsächlich den um 3,7 Milliarden US-Dollar gestiegenen F&E-Ausgaben zuzuschreiben ist.
Massiver Anstieg der Marktkapitalisierung: Die Marktkapitalisierung
erhöhte sich um 65 Prozent auf 791,8
Milliarden US-Dollar. Der Hauptgrund
hierfür lag in der starken Performance
der Branchenführer, die die gesamte
Branche mit sich zog.
Deutliche Verbesserung der Finanzierungssituation: Die Biotech-Unternehmen in Nordamerika und Europa
erhielten 2013 Finanzmittel in Höhe
von 31,6 Milliarden US-Dollar – eine
beträchtliche Erhöhung gegenüber den
28,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahr
und der zweithöchste Wert seit 2003.
50 Biotech-Unternehmen gingen 2013
an die Börse und erzielten dabei Einnahmen von 3,5 Milliarden US-Dollar.
Das ist ein Plus von 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das höchste
Niveau seit dem Jahr 2000. Das so
genannte „Innovationskapital“ – also
das Kapital, das Unternehmen mit
einem Umsatz von unter 500 Millionen
US-Dollar aufgenommen haben – stieg
um 36 Prozent und machte erstmals
seit 2010 den größten Teil der Gesamtfinanzierung aus.
Venture Capital knapp über Vorjahresniveau: Das von Unternehmen
in Nordamerika und Europa aufgenommene Venture Capital belief sich 2013
auf 5,8 Milliarden US-Dollar und lag
damit leicht über den im Vorjahr verzeichneten 5,5 Milliarden US-Dollar.
M&A – Pharma-Branche nahezu stagnierend: Der Gesamtwert der Fusionen
und Übernahmen unter Beteiligung von
US-amerikanischen oder europäischen
Biotech-Unternehmen belief sich auf
55,7 Milliarden US-Dollar, eine Zunahme
um 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Grund für diesen massiven Anstieg
sind drei Mega-Deals. Von diesen wurden zwei jedoch von branchenfremden
Erwerbern durchgeführt: einem Medizintechnik- und einem Unternehmen für
nicht-verschreibungspflichtige Medikamente. Käufer aus dem Biotech-Bereich
werden aber immer aktiver. Sie führten
Übernahmen im Wert von 21 Milliarden US-Dollar durch und stellten damit
große Pharmaunternehmen in den
Schatten, deren Übernahmevolumen
gegenüber dem Jahr 2012 lediglich um
2 Prozent gestiegen ist. Ohne Berücksichtigung der Mega-Fusion zwischen
Amgen und Onyx Pharmaceuticals stieg
der Wert der Deals zwischen Biotech-Unternehmen im gleichen Zeitraum um 68
Prozent auf 10,6 Milliarden US-Dollar.
Die Schwierigkeit der Wertschöpfung
Trotz der insgesamt positiven Finanz­
ergebnisse sind die meisten BiotechUnternehmen in einem Umfeld mit
knappen Ressourcen tätig und daher
gezwungen, ihre F&E-Aktivitäten so
kapitaleffizient wie möglich durchzuführen. Außerdem sorgen bestimmte
Entwicklungen dafür, dass Unternehmen mit ihren Produkten höhere Werte
realisieren müssen. Zu diesen Entwicklungen zählen beispielsweise Markteintrittsvereinbarungen, bei denen Kostenträger den Unternehmen Kosten auf
Grundlage der Leistung ihrer Produkte
erstatten, oder strategische Allianzen,
bei denen Meilensteine an die kommerzielle Leistung und nicht an die Ergebnisse klinischer Studien geknüpft sind.
Der Biotechnologie-Report erläutert
drei Strategien, wie mit F&E-Aktivitäten
Werte geschaffen werden können: Ein
Mittel dafür sind adaptive klinische
Studien, bei denen auf Grundlage
von Studiendaten Hypothesen sofort
weiterentwickelt und F&E-Mittel neu
verteilt werden. Der vermehrte Einsatz
solcher Studiendesigns würde BiotechUnternehmen helfen ihre F&E-Mittel
zielgerichteter einzusetzen. Außerdem
könnte es der Einsatz von Biomarkern
und zielgerichteten Therapien Unternehmen ermöglichen, Risiken der
Medikamentenentwicklung zu mindern
und jene Patientengruppen zu ermitteln, die von einer bestimmten Therapie am meisten profitieren. Auch die
vorwettbewerbliche Zusammenarbeit,
beispielsweise zur Einführung einheitlicher Methoden für klinische Studien
oder zur Entwicklung von Standards für
die Erfassung personenbezogener Daten, könnte für die Branche ein großes
Einsparungspotential erschließen.
Erich Lehner betont: „Unternehmen
aller Größen müssen ihre F&E-Aktivitäten so effizient wie möglich gestalten. Dabei können adaptive Studien,
Präzisionsmedizin und vorwettbewerbliche Zusammenarbeit dazu beitragen,
zusätzliche Werte freizusetzen, die in
den Pipelines von Biotech-Unternehmen verborgen sind. Um diese Strategien schneller umzusetzen, sollten
Unternehmen neue Formen von Partnerschaften eingehen. Auf diese Weise
können sie Kapazitätslücken schließen,
logistische Probleme lösen und dank
der hohen Anpassungsfähigkeit der
Branche auf neue Herausforderungen
reagieren.“
(Quelle: Ernst&Young)
das besondere buch
Gesund Essen mit der Maus
Wissenswertes für Kinder und Eltern
152 Seiten, München: Zabert Sandmann Verlag 2014, Euro 17,50
(ISBN 978-3-89883-454-4)
Die Maus steht seit Jahrzehnten erfolgreich Pate, wenn es um die Erklärung der Welt
geht. Diesmal unterstützt sie Eltern bei dem Thema: Wie bringe ich meinen Kindern
gesundes Essen nahe? Die Maus und ihre Freunde erklären in diesem Buch, warum
Essen Geschmacksache ist, aber auch, welche Rolle Kultur und Biologie dabei spielen.
Warum ist der Darm so lang? Wieso schmeckt die Zitrone eigentlich sauer? Warum ist
Gemüse grün? Diese Fragen und viele mehr beantwortet die Maus mit Leichtigkeit und
Humor. Für 8 bis 11 jährige geeignet. Mit Ess-Geschichten aus der ganzen Welt: Was
Kinder in anderen Ländern essen. Köstliche und einfache Rezepte runden das Thema
ab. Die Botschaft des Buches lautet: Essen ist faszinierend und Ketchup gesünder, als
manche Eltern glauben....
Homemade! – Das Goldene von GU
Rezepte zum Einmachen und Selbermachen
352 Seiten, München: GU Verlag 2014, Euro 15,50 (ISBN 978-3-8338-4001-2)
Am besten schmeckt es hausgemacht, das hat sich längst herumgesprochen. Haben
Sie nicht auch Lust auf würzige Dips, fruchtige Konfitüren, feines Konfekt oder herzhaftdeftige Pasteten? Alles das finden Sie in diesem Buch. Hier finden Sie über 320 Rezepte für all die Köstlichkeiten, die aus der eigenen Küche noch besser schmecken - von
Gelee und Kompott über Pralinen und Kuchen im Glas bis hin zu pikant Eingelegtem,
Saucen und Terrinen. Und auch, wer aus reiner Selbstmachlaune räuchern oder beizen
möchte oder Lust hat, Joghurt, Quark und Nudeln einmal selbst herzustellen, findet in
Homemade! die besten Anregungen. Eine prall gefüllte Rezepte-Vorratskammer zum
Vorteilspreis von 15,50 Euro!
Anne-Katrin Weber
Meine fabelhafte Bistro-Küche
Klassische und neue Rezepte mit O là là
192 Seite, München: GU Verlag 2014, Euro 20,60 (ISBN: 978-3-8338-4037-1)
In einem französischen Bistro zu sitzen, das heißt, sich Zeit für das Leben zu nehmen.
Anne- Katrin Weber, Kochbuchautorin und passionierte Frankreich-Liebhaberin, zeigt, wie
sich auch der Alltag zu Hause mit einer großen Prise „savoir vivre“ würzen lässt: mit
unkomplizierten, genussvollen Gerichten, die französische Leichtigkeit auf den Tisch
bringen. Dabei beschränkt sie sich in den rund 75 Rezepten keineswegs nur auf die
altbekannten Klassiker wie Boeuf Bourgignon oder Zwiebelsuppe: Das Buch enthält daneben nämlich reichlich eigene Kreationen mit französischem Flair. In Köstlichkeiten wie
der Paprika-Tarte-Tatin oder dem Honig-Lorbeer-Parfait mit Pfirsichen verleiht die Autorin
der einfachen, ehrlichen Bistro-Küche ihre ganz persönliche Handschrift.
Pia Westermann
Fastfood at Home
Currywurst, Burger und Co. mit Liebe selbst gemacht
Hamburger, Döner, Currywurst - jeder kennt sie, jeder liebt sie und jeder isst sie.
Und nach dem Essen? Sind wir zwar satt, aber meist nicht wirklich glücklich, weil Fastfood meist eben auch nicht wirklich gut ist. Dabei könnte es so viel besser schmecken: mit richtig guten Zutaten und viel Liebe zubereitet. Wo es das gibt? Natürlich in
der Imbissbude zu Hause und ab sofort in Fastfood at Home! Weil hier die Pommes
in frischem Frittieröl schön knusprig werden dürfen, der Pizzabelag nicht unter einer
Analogkäsedecke erstickt und die Hamburgersauce ohne Glutamat-Tuning auskommt.
Für was Leckeres auf die Hand muss also niemand mehr auf die Straße: Mit über 60
internationalen Rezepten von Falafeln über Fish and Chips bis Tex-Mex-Tacos kommt die
ganze Fastfood-Welt jetzt in die eigenen vier Wände!
L&B 2014/4
160 Seiten, München: GU Verlag 2014, Euro 20,60 (ISBN: 978-3-8338-4038-8)
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