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Ein frohes neues Jahr? Der HSV und Trainer Joe Zinnbauer versuchen 2014 zu vergessen Seite 25
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MONTAG, 29. DEZEMBER 2014 / NR. 302 / 1. WOCHE / 67. JAHRGANG / 1,40 EURO
Eigentümer von
Asklepios attackiert
die Politik
Zeichnung: Noy
>> >> Seite 14 Interview mit große Broermann
MENSCHLICH
GESEHEN
Allgemeinmedicus
::
Universalgelehrte, Dichterfürsten,
Bergsteiger sowie Pop- und Opernstars
bevölkern das Universum von Philipp
Stölzl. Dem Berliner Regisseur lässt
sich ein Hang zur Vielseitigkeit nicht
absprechen. Gerade hat er aus dem Kinoerfolg „Der Medicus“ einen Zweiteiler fürs Fernsehen gestrickt. Aber er hat
auch schon Opern mit Placido Domingo
inszeniert, Musikvideos mit Madonna
und Spielfilme über Goethe.
Stölzl ist ein unaufgeregter Regisseur, der sich seiner Sache ziemlich sicher ist und auch mal zugibt, wenn ihm
etwas nicht so glückt, was allerdings
eher selten geschieht. Der 1967 als Sohn
des Historikers und Kulturpolitikers
Christoph Stölzl und seiner Mutter Bettina Geborene machte zunächst eine
Ausbildung als Bühnenbildner, bevor er
Regisseur wurde. Im vergangenen Jahr
wurde er Vater einer Tochter, was ihm
schon mal zum Philosophieren über das
Verhältnis von kleinen Mädchen zu großen Jungs Anlass gibt.
2014 war für den viel beschäftigten
Berliner aber auch das Jahr seines
Theaterdebüts mit „Frankenstein“ und
der Start der Pirsch auf den Lieblingsindianer der Deutschen: Winnetou. Er
möchte ihn neu verfilmen. Zuzutrauen
ist es ihm. Aber die Konkurrenz wittert
das Geschäft und ist ihm schon auf der
Spur. Bleibt nur zu hoffen, dass das
Wettrennen um den Filmskalp des Apachen nicht ausgeht wie die Dinge sonst
so oft im Leben: zu viele Häuptlinge, zu
wenige Indianer. (vob)
>> >> Seite 22 Heute „Der Medicus“ im Fernsehen
DÄNEMARK 15,00 DKR / C 3390 A
10001
4 190339 001406
Redaktion 040-347 22261
UNABHÄNGIG, ÜBERPARTEILICH
Inferno auf der Fähre:
„Wir verbrennen!“
Kliniken seien durch Bürokratie
geknebelt. Hotel Atlantic soll
arabische Patienten anlocken
H A MB UR G ::
Der Eigentümer der
Krankenhauskette Asklepios, Bernard
große Broermann, hat die Gesundheitspolitik auf der Bundesebene und in
Hamburg scharf kritisiert. „Es macht
wenig Sinn vorzuschreiben, dass man
auf dieser und jener Station soundsoviele Ärzte und Pfleger braucht. Man
schreibt eine Struktur fest, die schon
morgen nicht mehr passt. Außerdem ist
das innovationsfeindlich“, beklagte
Broermann im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt.
Asklepios begrüße, dass im Krankenhaus künftig zum Teil nach Qualität
bezahlt werden solle. Allerdings knebele die Politik die Kliniken durch bürokratische Vorgaben. Broermann sagte:
„Die ganze Erfahrung der Wirtschaftsgeschichte lehrt uns, dass staatlich verordnete Lenkung nicht funktioniert
hat. Unsere Ärzte klagen schon heute
am meisten über Bürokratie: Sie sagen:
Das ist Wahnsinn, was man den ganzen
Tag dokumentieren muss.“
In einem seiner äußerst seltenen
Interviews verriet Broermann außerdem, dass er um das Hamburger Hotel
Atlantic eine neue Gruppe aufbauen
wolle. Er hatte das Luxushotel an der
Alster Anfang Dezember für einen zweistelligen Millionenbetrag erworben
und will es nun nutzen, um unter anderem Angehörige von Patienten aus dem
arabischen Raum zu beherbergen.
*
Dramatische Rettungsaktion in der Adria. Schiff steht in Flammen.
Fast 500 Menschen in Todesangst. Mindestens ein Mann stirbt. Über
das Schicksal vieler anderer herrscht bis tief in die Nacht Ungewissheit
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HA N S-PE TE R FR I E D RICH
Ex-Minister greift Merkel an
BERLIN ::
Der frühere Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat
Kanzlerin Merkel (CDU) eine Mitschuld am Erstarken der AfD gegeben.
Dieses Videobild der italienischen
Marine zeigt die brennende Fähre.
Helikopter versuchen Passagiere von
Bord zu holen. Ein Feuerlöschboot
bekämpft die Flammen. Ganz rechts
treibt eine Rettungsinsel Foto: AP
BRINDISI ::
Albtraum im Mittelmeer: Hunderte Passagiere und Besatzungsmitglieder haben den ganzen
Sonntag auf einer brennenden AdriaFähre um ihr Leben kämpfen müssen.
Mindestens ein Mann starb, als er bei
Windstärke 8 vom Deck in die tosende
See stürzte.
Der Sturm war so stark, dass es den
herbeigeeilten Frachtern und Marineschiffen nur sehr schwer gelang, Menschen aus dem Inferno zu retten. Manche konnten sich in Rettungsboote
flüchten, einige schwimmende Kinder
wurden mit Unterkühlungen aus den
sechs Meter hohen Wellen gezogen.
Trotz des Einsatzes von Helikoptern
sollen sich am späten Abend immer
noch zahlreiche Menschen an Bord der
Fähre befunden haben. Über ihr Schicksal war nichts bekannt. Unter den Passagieren sind nach offiziellen Angaben
auch 18 Deutsche.
Die „Norman Atlantic“ war mit 478
Menschen an Bord auf dem Weg von Patras nach Ancona in Italien, als am frü-
>> >> Seite 3 „Im Mainstream der Umfragen“
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aus mehreren Luken schlugen Flammen. Gerettete Augenzeugen schilderten im griechischen Rundfunk die Hitze
und die Panik an Bord. „Der Boden
brannte, als wir zum Rettungsboot gingen!“, berichtete eine Frau mit Namen
Athina im Sender Skai. Andere meldeten sich per Handy bei ihren Angehörigen: „Wir verbrennen! Wir sitzen hier in
einer Ecke, und das Feuer kommt immer näher! Wir können nichts tun!“
Der Passagier Giorgos Styliaras sagte über Mobilfunk dem griechischen
Sender Mega Channel: „Wir stehen
draußen an Deck, sind durchgefroren
und ersticken im Qualm. Ich weiß nicht,
ob wir durchhalten!“ Zwei gerettete
Teenager berichteten: „Es war wie auf
der ‚Titanic‘!“
Das italienische Fernsehen zeigte
Bilder, wie Menschen mit dem Hubschrauber aus dem Meer gezogen wurden. Bis zum späten Abend konnten etwa 190 Menschen gerettet werden. Darunter befindet sich laut der Nachrichtenagentur Ansa auch eine Frau, die in
Brennende Fähre
„Norman Atlantic“
treibt in Richtung
Albanien
Ancona
Adria
ITALIEN
ALBANIEN
Brindisi
Igoumenitsa
200 km
Patras
GRIECHENLAND
Grafik: fh/dpa
Mittelmeer
hen Morgen etwa 44 Seemeilen nordwestlich von Korfu das Feuer ausbrach.
Angeblich soll der Brandherd auf einem
Autodeck gelegen haben. Die Ursache
blieb gestern unklar. Das Feuer breitete
sich schnell über die ganze Fähre aus.
Über dem manövrierunfähigen Schiff
standen riesige schwarze Rauchwolken,
der 30. Woche schwanger ist – sie war
mit ihren zwei Kindern vermutlich ins
Wasser gefallen. Auch die beiden Geschwister überlebten. Die Eltern von
zwei anderen geretteten Kindern befänden sich dagegen noch auf der „Norman Atlantic“, hieß es. Der Einsatz an
der brennenden Fähre sollte die ganze
Nacht weitergehen. Italiens Premier
Matteo Renzi und die griechische Regierung versicherten, man werde das
„Maximale“ tun, um die Menschen in
Sicherheit zu bringen.
Nach Medienberichten waren erst
am 19. Dezember bei einer Inspektion
auf der „Norman Atlantic“ viele Mängel
festgestellt worden – so monierten die
Experten unzureichende Rettungsmittel, undichte Sicherheitstüren und den
Zustand der Notbeleuchtung. Der griechisch-italienischen Reederei Anek
wurde eine Frist eingeräumt, die Mängel zu beheben. Diese Frist war gestern
noch nicht verstrichen.
>> >> Seite 32 Der Kampf auf Leben und Tod
E-PLUS-ÜBE R N A HME
Handygespräche bald teurer?
HA MBUR G ::
Verbraucherschützer
warnen vor Preissteigerungen bei Mobilfunkanbietern. Mit der Übernahme
von E-Plus durch Telefonica wurde ein
günstiger Wettbewerber „weggekauft“.
>> >> Seite 30 Bericht
I N TE R N E T-KON KUR RENZ
60 Apotheker geben auf
:: Die Zahl der Apotheken in Hamburg sinkt. Rund 60 wurden
in den vergangenen drei bis vier Jahren
aufgegeben oder gingen insolvent. Ein
Grund: die Internet-Konkurrenz.
HA MBUR G
>> >> Seite 30 Apotheken im Existenzkampf
Anschlag auf die Davidwache –
Täter versprühen Buttersäure
Hacker kopieren Fingerabdruck
von Ursula von der Leyen
HAMBUR G :: Fast auf den Tag genau
ein Jahr nach dem Angriff auf die Davidwache durch Linksautonome haben
am Sonnabend bislang unbekannte Täter im Vorraum der Polizeiwache am
Spielbudenplatz stinkende Buttersäure
versprüht. In sozialen Netzwerken wurde ein Zusammenhang mit der Attacke
vom 28. Dezember 2013 hergestellt –
ein Auslöser war damals der Umgang
mit den sogenannten LampedusaFlüchtlingen. Weite Stadtbereiche wur-
HA MBUR G
:: Experten des Chaos
Computer Clubs (CCC) haben zu Beginn ihres jährlichen Treffens in Hamburg Lücken in der Sicherheitstechnologie öffentlich gemacht. Danach lassen
sich offenbar auch FingerabdruckScanner und die Software zur Gesichtserkennung überlisten. Der Hacker Jan
Krissler schaffte es, anhand eines Fotos
den Fingerabdruck von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
zu kopieren. Ein gutes Handyfoto genü-
den in der Folge zeitweise zu „Gefahrengebieten“ erklärt. Zum neuen Anschlag hat sich laut Polizei niemand bekannt. Die Staatsschutzabteilung des
Landeskriminalamts übernahm die Ermittlungen. Feuerwehrleute spülten
die Buttersäure aus der Wache.
Was ist aus den Lampedusa-Flüchtlingen geworden? Das Abendblatt begab sich auf Spurensuche. (zv)
>> >> Seite 2 Leitartikel Seite 9 Bericht
ge, so Krissler. Mit einer Latex-Fälschung des Fingerabdrucks könne man
so Sensoren überwinden. Auch um eine
Software zur Gesichtserkennung zu
umgehen, reiche schon ein ausgedrucktes Foto aus. „Iris-Erkennung ist jetzt
wahrscheinlich endgültig kaputt“, sagte
Krissler. An dem Hacker-Treffen im
CCH werden bis Dienstag mehr als
12.000 Teilnehmer erwartet.
>> >> Seite 11 Fest in Hacker-Hand
I N S M E E R GESTÜR ZT?
Airbus A320 verschwunden
JA KA RTA :: An Bord waren 162 Menschen: Beim Flug von der Insel Java (Indonesien) nach Singapur ist ein Airbus
A320 der Air Asia vom Radar verschwunden. Möglicherweise stürzte er
bei einem schweren Gewitter ins Meer.
>> >> Seite 32 Pilot wollte Route ändern Foto: AP
W E TTE R
Heute mal locker-flockig
Fack ju Schilla
Film ab für 2015. Die „Göhte“-Schüler müssen nachsitzen, Tom Cruise plant eine Mission possible, und die „Peanuts“ kommen in 3-D
VOLKER BE H R E N S
:: Der Dezember ist nicht nur die hohe Zeit der mehr oder weniger gelungenen Jahresrückblicke. Wenn es besinnlich wird, stellen sich Menschen gern
auch mal die Frage: Was kommt da auf
uns zu? In vielerlei Hinsicht bleibt das
ein Blick in die Kristallkugel: Schicksal
und so. Im Kinobereich ist man da
schon auf der sichereren Seite, denn es
dauert ja ein bisschen, bis man einen
Film zusammengeklöppelt hat.
Auffallend dabei: Viele Erfolgsfilme
der vergangenen Jahre wollen es noch
einmal wissen – mit einer Fortsetzung.
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Zum Beispiel „Fack ju Göhte“. Sieben
Millionen Zuschauer lassen die Filmemacher zu Wiederholungstätern werden. Ob die Zuschauer aber auch Lust
haben, bei der Lehrerkomödie noch
einmal nachzusitzen, wird sich erst
noch zeigen. Das ist aber natürlich alles
noch gar nichts, wenn man es mit zwei
internationalen Produktionen vergleicht. Tom Cruise, um den es in jüngster Zeit erstaunlich ruhig gewesen ist,
recycelt sein Erfolgsrezept und kommt
in „Mission: Impossible“ zurück, bereits zum fünften Mal. Und doch wirkt
er wie ein Hänfling, wenn man seinen
Agenten Ethan Hunt mit dem Kollegen
aus Großbritannien vergleicht. James
Bond packt bereits seinen 24. Fall an.
„Spectre“ heißt er etwas nebulös. Wieder spielt Daniel Craig die Titelrolle,
wieder führt Sam Mendes Regie. Und
die verstehen etwas vom Geschäft, wie
Wenn ein Film Erfolg hat, ist
er ein Geschäft. Wenn er
keinen Erfolg hat, ist er Kunst.
Carlo Ponti, ital. Filmproduzent
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man in „Skyfall“ gesehen hat. Hoffentlich pfuscht ihnen vorher nicht noch
einmal ein Diktator ins Geschäft, der irgendwelche Drehbuchgeheimnisse ausplaudert.
Und sonst? Die Verfilmung des Sadomaso-Romans „Fifty Shades of Grey“,
den keiner kennen will, aber doch so viele gelesen haben, wird auf der Berlinale
gezeigt. Die „Peanuts“ kommen zurück
ins Kino, diesmal in 3-D. Braucht man
das? Sie hatten auch in 2-D schon viel
Tiefenschärfe.
Aber das ist erst Weihnachten 2015
aktuell, dann blicken wir längst auf das
Jahr 2016 voraus.
Am frühen Morgen letzte
Schneeflocken, dann meist trocken, abends neuer Schnee.
Maximal 1 Grad, nachts –2.
Das ausführliche Wetter auf
>> >> Seite 31
Meinung, Karikatur, Leserbriefe
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29 – 30
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