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Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde Almersbach

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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Wilde piemontesische Alpen… Diese Täler haben die grösste Abwanderung im gesamten Alpenraum erlebt.
DURCH DIE VERGESSENEN TÄLER DES PIEMONTS
Eine Biketour durch die letzte urtümlich gebliebene Alpenlandschaft und dabei erst noch die Möglichkeit, einige der besten
Westalpentrails erleben. Nur ganz wenige kennen diese faszinierenden Wege. Kein Wunder, denn nirgends sind die Trails so versteckt und so schwer aufzuspüren wie hier.
Alte Landkarten, Tipps von Einheimischen und nicht zuletzt unzählige Rekotouren führten mich auf die geheimsten Trails und in die verlassensten
Täler. Die Suche hat sich gelohnt, denn diese Trail-Kunstwerke sind unbezahlbare Schätze! Sie zu kennen und sie zu befahren ist ein Privileg. Die
Kulinarik spielt bei dieser Tour auch eine wichtige Rolle und so kehren wir
am Mittag auf mehreren Etappen in ausgewiesene und sehr feine Restaurants ein. Erlebnisse sind auch hier garantiert!
KURZ-INFOS:
Datum:
Tour-Art:
Konditionslevel:
Techniklevel:
Anzahl Touren:
Total Höhenmeter:
Total Kilometer:
Guide:
7. – 13. Juni 2015
Alpencross mit Gepäcktransport
3+4*
bis S2 (gemäss Singletrailskala
7
15450
410
Luki
*Du bewegst dich gerne auf Trails und suchst auch bergauf die Herausforderung in Form von Trailabschnitten oder ruppigen Rampen. Auf einer
Bergstrasse schaffst Du 750 oder mehr Hm/Std.
Die uralten Mulattieras (Verbindungswege zwischen Dörfer und Almen)
sind typisch in den piemontesischen Alpentäler. Oftmals extrem spektakulär angelegt, spüren wir auf ihnen den Hauch jahrhundertealter Geschichte. Sie waren einst die Hauptschlagadern der verwinkelten Täler
und führten bis in die entlegensten Dörfer. Wie viel haben sie wohl erlebt,
und was wurde auf ihnen schon alles transportiert?
Ab dem Hochmittelalter entstanden Handelsrouten, welche über die Gebirgskämme führten, und ab dem 15. Jahrhundert kamen immer mehr Pilgerwege dazu, welche zu den wichtigen religiösen Stätten führten.
Kriegerische Auseinandersetzungen führten ab dem 16. Jahrhundert
zudem zu einem ausgeklügelten Militärwegenetz. Aussichtsreich führen
die Wege über höchste Pässe zu strategisch wichtigen Punkten, die man
einen gewaltigen Überblick ermöglichten. Die Kühnheit der Anlagen faszinieren bis heute.
Der ab dem 18. Jahrhundert einsetzende Bergbau scheute keine Anstrengung, um in die verwinkelten und steilen Täler vorzudringen und ein Netz
von Bewirtschaftungswegen aufzubauen. Gold und andere Erze aber auch
Talkum wurde abgebaut. Deshalb gibt es auf unserer Route auch eine Mienen-Durchfahrt (3 km langer Stollen). All diese ineinandergreifenden
Wegsysteme lassen uns mit dem Bike in die wilde Einsamkeit vordringen.
Wir kombinieren dabei die Wegsysteme aus den unterschiedlichsten Epochen. Es sind Biketouren auf historischen Pfaden, welche in eine längst
vergangene Welt führen. Die «Traversata» versetzt uns um Jahrzehnte
und gar Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit.
Lukas Stöckli GmbH | Singletrailguide | Wirzboden 21 | 6370 Stans | +41 (0)78 601 47 89 | gipfelstuermer@lukasstoeckli.ch | www. lukasstoeckli.ch
GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
UNSERE TOUREN:
Die Trails sind so vielfältig wie auf keiner zweiten Tour. Kaum fassbar, dass
solche Trailschätze bis heute völlig unbekannt geblieben sind. Dabei entdecken versierte Biker eine Region, welche mit unendlich langen KlasseTrails verwöhnt. Genau so spektakulär sind aber auch die Panoramen. Die
Sicht reicht mal über die riesige Poebene und kurz darauf wieder mitten hinein in eine verwinkelte felsig-wilde Hochgebirgswelt. Und immer wieder
werden unsere Blicke vom alles überragende Monviso geradezu magisch
angezogen. Diese Tour zieht sämtliche Register: Trails, Landschaft, Historie, Kulinarik und die Gastfreundschaft entführen uns in eine Welt, die zu
tiefst beeindruckt. Die Touren weisen zwischen 40 und 87 Kilometer rsp.
1200 bis max. 3250 Höhenmeter auf. Die Aufstiege führen über schmale
Bergstrassen, wilde Forstwege, alte Saumwege und verspielte Trails. Die
unregelmässigen Steigungen fordern viel Power. Die Trail-Abfahrten bieten die komplette Bandbreite von Flow bis anspruchsvoll und von Wiesentrails bis zu verblockten Wanderwegen. Wir werden dabei einige der
faszinierendsten, spektakulärsten und vor allem am besten versteckten
Trails der Westalpen aufspüren. Alle Touren können auf einfache Art abgekürzt und entschärft werden. Bei Bedarf können täglich rund 30% der
Höhenmeter eingespart werden. Für die genussvolle Teilnahme ist eine
sehr gute Kondition und Fahrtechnik erforderlich! (Level 3-4; siehe Homepage).
Grande & Piccola Traversata delle undici Valli
Die Strecke der «Grande Traversata delle undici Valli» und die «Piccola Traversata delle undici Valli» (Diese startet einen Tag später - am 8. Juni) sind
identisch. Dank zehn Shuttletransporte werden jedoch bei der «Piccola Traversata» 50% der Höhenmeter eingespart.
Fährt man mit offenen Augen durch die piemontesischen Berggebiete,
sind die Spuren des vergangenen Lebens vielerorts zu erkennen. Kleine
Kapellen, Häuserruinen, Ackerterrassen und weitere Relikte der alten Lebensweise können bestaunt werden. Ganz vereinzelt gibt es sogar noch
Dörfer, in welchen die letzten Bewohner bis heute geblieben sind. Sie bewirtschaften ihr Stück Land auf traditionelle Weise. Ein paar Kühe, etwas
Ackerbau und das Heu wird auf den Schultern in die Ställe getragen. Sogar
die Kleider werden noch am Wäschebrunnen gewaschen. In einigen Familien konnten sich gar die Regionalsprachen erhalten.
In einigen Jahrzenten dürften allerdings auch die letzten Dorfbewohner
und die letzten Spuren dieser einst blühenden Bergkultur verschwunden
sein. Packen wir die Chance und geniessen noch ein Stück dieser jahrhundertealten und einzigartigen alpinen Lebensform.
UNSERE UNTERKÜNFTE:
In all unseren Unterkünften wird die typische piemonteser Bergküche zelebriert. Unsere Gaumen werden mit Köstlichkeiten aus saisongerechten
und einheimischen Produkten verwöhnt. Vom einfachen Bergbauern, der
ein Agriturismo betreibt und eigene Produkte verkauft, über ein Hotel, das
direkt am See liegt, bis hin zum Hotel, das uns einen 10-Gang-Menü serviert, erleben wir eine gewaltige Bandbreite. Die Gastfreundschaft wird in
diesen Tälern ehrlich und aus tiefstem Herzen zelebriert. Die «undici Valli»
werden sprichwörtlich mit sämtlichen Sinnen erlebt und erfahren. Sämtliche Unterkünfte sind mit grösster Sorgfalt ausgewählt. Durch ihr Engagement und Herzblut beeindrucken sie uns auf tiefgreifende Art.
KLIMA UND WETTER
UNSERE BIKEREGION:
Die Menschen haben seit Jahrhunderten in der ausgesprochen wilden
Berggebiete des Piemonts ihre Spuren hinterlassen. Mit riesigem Aufwand wird den steilen Bergflanken Land abgerungen. Kastanien, Getreideanbau und Viehwirtschaft ermöglichen das Überleben. Erfahrungen
werden über Generationen weitergegeben und verfeinert. Gross ist die
Ehrfurcht gegenüber der Natur...
Die kleinen Dörfer kleben an den Bergflanken. Erbaut aus dem Material,
das die Natur hergibt: Steine. Die Verbindungswege (Mulattieras) sind die
Hauptschlagadern der verwinkelten Täler. Dank dem Handel mit verschiedenen Gütern entstehen überregionale Routen. Zahlreiche Passverbindungen führen zu benachbarten Tälern. Der Kontakt über Bergkämme und
Grenzen hinweg ist grösser als in die Poebene hinunter. In den Bergen
spricht man dieselbe Sprache (Frankoprovenzalisch, Walser, Piemontesisch und Okzetanisch). Im 18. und 19. Jahrhundert blüht das Leben in den
piemontesischen Tälern.
Die aufkommende Marktwirtschaft macht das Leben in den kleinen
Bergdörfern jedoch immer schwieriger. Wir schreiben das Jahr 1880: Die
blühende Industrie zieht Arbeitskräfte aus den Bergen ab, die Abwanderung hat begonnen. Die Landwirtschaft, welche das Zentrum der traditionellen Identität darstellt, verschwindet immer mehr.
1950 tritt die Kastanienkrankheit auf. Die bisherige Ernährungsgrundlage
wird auf einen Schlag vernichtet. Die traditionellen Strukturen brechen
zusammen. Alpweiden, Dörfer und ganze Täler werden fluchtartig verlassen. Was der Mensch über Jahrhunderte aufgebaut hat, bricht innerhalb
kurzer Zeit zusammen. Die Natur erobert sich ihr Territorium zurück. Kulturlandschaften verschwinden und nicht zuletzt eine Lebensform. Der
Rückgang der Regionalsprachen ist nicht mehr aufzuhalten. Ehemalige
Dörfer und Verbindungswege geraten in Vergessenheit.
Die Temperaturen werden zwischen 20 und 25°C betragen. In Höhenlagen
ab 1500 m ü.M. kann es aber auch bedeutend kühler werden. Der höchste
Punkt liegt auf 2084 Metern.
Lukas Stöckli GmbH | Singletrailguide | Wirzboden 21 | 6370 Stans | +41 (0)78 601 47 89 | gipfelstuermer@lukasstoeckli.ch | www. lukasstoeckli.ch
GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Mittelalterliche Weganlage welche das Canavese und Aostatal mit dem
Biellese verband.
Zollstation aus dem Mittelalter.
1. TAG: 45 KM / 2150 HM
HISTORISCHE HANDELSROUTEN UND ALTE WEINANBAUGEBIETE
Das historische Städtchen Ivrea wurde 100 v. Chr. von den Römern gegründet. Es befand sich an der wichtigen Römerstrasse, welche nach Aosta
führte. Hier gabelte sie sich, wobei der eine Ast über den kleinen, der andere Ast über den Grossen Sankt Bernard führte. In der letzten Eiszeit
reichte hier der riesige Dora-Baltea-Gletscher in die Poebene hinaus. Zurückgeblieben ist eine malerische Natur- und Seenlandschaft, so wie die
eindrucksvollste Moräne der Alpen – «La Sierra»: Bis zu 600 Meter hoch
und ganze 30 Kilometer lang. Der erste kraftintensive Aufstieg führt exakt
auf diesen gewaltigen Moränen-Kamm. Die Aussicht über das Canavese
und Biellese ist traumhaft.
Mittelalterliche Wege führen zum Eingang des Aostatal hinunter. An unserer Route befinden sich Häuserruinen, welche einst den Saumverkehr ins
Biellese regelten – sie sind Zeugen dieser Epoche. Verwinkelte Wege führen uns mitten hinein in eine Weinregion, in welcher sich über Jahrhunderte
eine eigne Weinbau-Art entwickelte. Die Talseite wird gewechselt und
somit gelangen wir in die Grajischen Alpen. Auf einer schmalen Bergstrasse
wird nun ordentlich Höhe gemacht. Es geht vorbei an kleinen Dörfern, die
sich immer mehr entvölkern. Einige wenige Bewohner betreiben noch Landwirtschaft. 1100 Meter über dem Talboden geniessen wir an diesem Abend
einen wunderschönen Sonnenuntergang und ein feines piemontesisches
Nachtessen bei einem der letzten Bergbauern der Region.
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Kurz nach dem Start zeigt sich das markante Matterhorn am Horizont
Auf einer alten Mulattiera dem Tal entgegen
2. TAG: 55 KM / 1850 HM
ZWISCHEN VIERTAUSENDERN UND POEBENE
Mit Schotterwegen und ein paar wilden Trails (inklusive einem halbstündigen Laufstück) beginnt der heutige Tag. Die atemberaubende Aussicht
fasziniert. In unserem Rücken sind die Spitzen des Monte-Rosa Massivs
und des Matterhorns zu erkennen. Zu unseren Füssen liegt die beinahe unendlich weite Poebene. Der Sonnenaufgang über dieser gewaltigen Ebene
beeindruckt mich immer wieder. Zuerst werden die Bergspitzen vom goldenen Sonnenlicht erfasst und kurz darauf steigt ein feuriger Ball am Horizont empor, welcher die Poebene sprichwörtlich mit Sonnenlicht flutet.
Die Abfahrt ist ein Leckerbissen: Verspielt, abwechslungsreich, anspruchsvoll und vor allem mit jeder Menge Aussicht. Sie bringt uns ins Canavese und auf den südlichen Moränenausläufer des Dora-BalteaGletschers. Hier prägen Seen, Flowtrails und fruchtbare Landschaften das
idyllische Bild. In wechselndem auf und ab biken wir mitten durch diese
Moränenregion. Schotterwege, kleine Bergstrassen und kurze Trailabschnitte warten beim 1000 Höhenmeter langen Hauptaufstieg des Tages.
Dschungel-Downhill ins Val Locana
Mit jedem Meter wird die Aussicht spektakulärer und auf dem Pian del Lupo
reicht sie einmal mehr über die gesamte Poebene. Weit unter uns liegt das
wilde und von Vegetation überquellende Val Locana. Eine abwechslungsreiche und spannende Abfahrt auf einer uralten und gut versteckten Mulattiera führt nun in den tiefen Taleinschnitt hinunter. Erstaunlicherweise
kennen auch kaum Einheimische diesen Trail-Leckerbissen.
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Verlassene Häuser am Weg zwischen Canavese und den Lanzotälern
Vergessene Trails im Canavese
3. TAG: 59 KM / 2300 HM
AUFGEGEBEN, VERLASSEN UND VERGESSEN
Das Val Locana ist eines der längsten Täler des Piemonts und grenzt auf
der Südseite an den Gran Paradiso Nationalpark. Zuhinterst im Tal war
eine Passstrasse über den Col Nivolet – vorbei am Gran Paradiso – hinüber
ins Aostatal geplant. Die Strassenabschnitte vom Aostatal und dem Val
Locana wurden jedoch nie miteinander verbunden und so endet die «Passstrasse» 200 Höhenmeter nach Überquerung der Passhöhe in den einsamen Hochebenen des Pian Nivolet. Auf der Seite des Aostatals wurde
der Bau der Strasse etwa 200 Höhenmeter unterhalb des Pian Nivolet gestoppt.
Hoch über dem Canavese prägten Bergbau, Berglandwirtschaft und Pilgerorte das Leben. Namen wie: Santuario Milani, Madonna delle Neve,
Miniera dell‘Oro oder Capella del Bandito sind Zeugen davon. Auf alten
Wegen geht es vorbei an verlassenen Häusern, bei denen teilweise noch
die alten Hausausstattungen zurückgeblieben sind. Der Weg in die Vergangenheit braucht Kraft und Fahrtechnik-Eleganz. Er markiert zugleich
den Übergang in die malerischen Lanzotäler. Ein schöner Singletrail führt
am Torrente Tesso entlang. Ruinen alter Mühlen finden sich hier – einst für
die Getreideverarbeitung verwendet, sind auch sie längst aufgegeben
worden.
Vor 70 Jahren fluchtartig verlassen worden…
Mitten im dichten Wald liegt der Weiler Moiasetto. Die Natur erobert ihn
sich gerade zurück. Die alte Mulattiera wurde in den letzten beiden Jahren
wieder in Stand gestellt, die Trockenmauern wieder hergerichtet. Ein Kraftakt gegen das Vergessen der einst blühenden Kulturlandschaft…? Der Blick
in die Ruinen lässt den Atem stocken. Es scheint als ob vor 60 Jahren die
Häuser fluchtartig verlassen wurde und bis heute niemand mehr einen Fuss
in die Häuser gesetzt hat…
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Der Übergang aus den Lanztälern ins Susatal eröffnet beeindruckende
Aussichten
Historische Brücke und Wahrzeichen des Val Viu
4. TAG: 80 KM / 2700 HM
BIS ANS ENDE DER GRAJISCHEN ALPEN
Ein schmales Bergsträsschen erschliesst die kleinen Borgatas hoch über
dem Val d‘Ala. Die saftigen Weiden werden noch genutzt. Die letzten Alpgebäude lassen wir hinter uns und ein kleiner Passübergang bringt uns ins
Val Viu. Es öffnet sich eine malerische Hochebene mit verstreuten Alpsiedlungen. Nur eine Handvoll wird noch genutzt. Alle anderen verbuschen
und verwalden. Einige wurden erst vor kurzem aufgegeben. Die Natur wuchert. Nur mit Spürsinn findet man den Weg durch die üppige Vegetation.
In den Wald eingetaucht, ist der Weg wieder deutlicher zu erkennen. Kilometerlang führt dieser alte Verbindungsweg hinunter ins Tal. Er verband
einst viele Alpen, Dörfer und Weiler miteinander. Entsprechend gut wurde
er angelegt und gepflegt: Brücken, Kehren und eine faszinierende Trassierung machen diesen Weg zu einem Kunstwerk der Wegebautechnik – für
mich ist es gar einer der schönsten Mulattieras überhaupt.
Bergdörfer kleben wie Schwalbennester in den steilen Berghängen
Bald sind wir auf einer rauen Militärstrasse unterwegs. Die ehemals saftigen Weiden verganden, der Mensch hat sich auch hier fast komplett zurückgezogen. Oben auf der Passhöhe, auf 2100 m ü.M., steht eine grosse
Kapelle. Sie zeugt davon, dass einst eine wichtige Pilgerroute über diesen
Pass führte. Weit unter uns liegt das Valle Susa. Eines der besten Bikereviere der Alpen. Wenig später beginnt eine 1700 Höhenmeter lange Trailabfahrt. Selten steil, meistens sehr flüssig – etwas vom Besten und Feinsten,
das es gibt. Beim Talfluss Dora Riparia ist die unendliche Abfahrt zu Ende.
Das soeben Erlebte ist kaum zu fassen… Nun verlassen wir die Grajischen
Alpen und tauchen ein in die Cottischen Alpen, in welchen wir die kommenden Tage unterwegs sind.
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Sacra San Michele – das Kultur Highlight im Valle Susa
10 Kilometer Einsamkeit auf dem Sieben-Brücken-Trail
5. TAG: 87 KM / 3250 HM
ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT
Als Hauptsehenswürdigkeit des Valle Susa gilt das Kloster Sacra di San
Michele. Die Abtei wurde im Jahre 983 gegründet und liegt heute an unserer Route. Durch die markante Lage und den sehr eindrucksvollen Bau
wird man geradezu magisch auf diesen Klosterberg hochgezogen. Entsprechend werden wir hier von wahrhaft göttliche Trails empfangen. Nach
der genialen Abfahrt kehren wir kurzzeitig in die Zivilisation zurück. Ein
neuer, und abschnittsweise erbarmungslos steiler Forstweg bringt uns zu
einem kleinen Passübergang, welcher ins Val Chisone hinüberführt. Es ist
das nördlichste Waldensertal. Wir passieren verlassene Dörfer und einsame Talschaften und fühlen uns am Ende der Welt. Die Dörfer wirken auf
den ersten Blick noch intakt – in Wirklichkeit lebt aber kaum noch jemand
hier. Der «Sette-Ponti-Trail» war früher die Hauptverbindung zur Aussenwelt. Sieben Kilometer ging es durch Wälder und Schluchten bis man das
Tal erreichte. Zu Beginn recht anspruchsvoll, wird er mit der Zeit immer
Auf dem Sette Ponti Trail
flüssiger. Es geht im Geschwindigkeitsrausch talauswärts. Wir sind tief beeindruckt vom Trail, der Einsamkeit, Wildheit und Urtümlichkeit dieses Tals.
Mit dem Val Germanasca fahren wir ins nächste Waldensertal ein. Liebliche
Landschaften und pure Wildheit geben sich hier die Hand. Hier hat sich das
ursprünglichste Piemont am ehesten noch erhalten – wir tauchen ein in eine
vergangene Zeit. Das Land wird noch von einigen alten Bauern auf traditionelle Weise bewirtschaftet. Erstaunlich gute Höhenwege führen immer
weiter in dieses versteckte Tal hinein.
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
In der alten Talkmiene
Traumhafte Mulattiera 1000 Meter über dem Talboden
6. TAG: 45KM / 2000 HM
DER BERGBAU – DIE EINSTIGE ZUKUNFT IN DEN BERGTÄLERN
Ein Highlight der gesamten Tour ist die Befahrung der Minera Gianna.
Zweihundert Jahre lang sind für den Talkabbau Stollen in den Berg getrieben worden. Gleisanlagen wurden eingebaut und Standseilbahnen errichtet um das kostbare Gut auch aus dem Berg zu schaffen. Seit der
Schliessung der Miene hat sich kaum was verändert: Werkzeuge, Eisenbahnwagons und sogar die Arbeitskleidung sind noch da, wo sie am letzten Tag zurückgelassen wurden.
Dreihundert Meter unter dem Hauptkamm wechseln wir in diesem Stollen
von einem Tal ins andere hinüber. Ein kleines Museum beim Stollenausgang gewährt einen Einblick ins Leben des Val Germanasca. Die Mienera
Gianna ist aber bei weitem nicht die einzige in diesem Tal. Ein gutes Dutzend mit dazugehörenden Unterkünften, Bewirtschaftungsgebäuden und
Transportanlagen existierten hier einst. Sie alle sind jedoch nicht zugänglich oder gar eingestürzt.
Saftige Alpweiden im hintersten Germanascatal
Das Tal hat einen unvergleichlichen Charme, der uns tief in den Bann zieht.
Es sind dies die Berge, die Lärchen, die blumenreichen Alpweiden, die Trails
und die liebevollen Bewohner. Aus Bikersicht scheinen wir hier in einem
«piccolo Paradiso» angekommen zu sein.
Nach der Stollendurchfahrt nehmen wir gleich noch die schönsten und
spektakulärsten Trails mit. Zwar ist das Tal im Vergleich zu den anderen piemontesischen Tälern eher klein, dafür sind die Trailschätze besonders
gross! Das Valle Germanasca erleben und geniessen wir am intensivsten
von allen «undici Vallis».
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GRANDE TRAVERSATA DELLE UNDICI VALLI
7. – 13. Juni 2015
Sonnenaufgang auf dem Übergang ins Val Pellice
Ein Ausklang nach Mass, der mit einem feinen piemontesischen Essen abgeschlossen und gefeiert wird.
Der Monviso ist am letzten Tag zum Greifen nah
7. TAG: 40KM / 1200 HM
WALDENSER – IHRE TÄLER, IHR KAMPF, IHR GLAUBE
Die Schlussetappe steht im Zeichen der Waldenser. Sie führt ins Val Pellice nach Torre Pellice – dem Waldenser Zentrum. Die Waldenser sind eine
protestantische Glaubensgemeinschaft, die ihren Ursprung im 12. Jahrhundert in Südfrankreich hat. Während des Mittelalters wurden sie von
der katholischen Kirche als Häretiker verfolgt. Zuflucht fanden sie (vor
allem vom 16. bis zum 19. Jahrhundert) in den schwer zugänglichen Valli
Chisone, Germanasca und Pellice. Diese Täler werden deshalb heute auch
als Waldensertäler bezeichnet. Die Waldenser wurden vom Haus Savoyen
zumeist toleriert und waren nützlich zur Verteidigung der Grenze gegen
Frankreich. In Phasen, in denen Savoyen-Piemont mit Frankreich verbündet war, wurden die Waldenser hingegen verfolgt. Erst 1848 erhielten die
Waldenser volle bürgerliche Rechte.
Verspielter Downhill ins Valle Pellice
Ein gleichmässiger Aufstieg bringt uns zum letzten Pass und zum letzten
schönen Aussichtspunkt der «Traversata delle undici Valli». Der 3840 Meter
hohe Monviso steht vor uns. Majestätisch thront das Wahrzeichen des Piemonts über der Poebene. Sein Anblick fasziniert! Der Beginn der Abfahrt
fordert. Dann wird sie aber flüssig. Nach einem kurzen Schotterstrassenstück folgen immer wieder unglaubliche Flowtrails bis hinunter zum Talboden. Fast endlos lang zieht sich dieser herrliche Downhill dahin – mitten
durch einen Dschungel und ein riesig anmutendes Labyrinth von Tälern und
Wegen. Verschlungene Feldwege leiten durch malerische Bauernweiler bis
nach Torre Pellice.
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