close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Jahres-Lohnrundschreiben 2014/2015

EinbettenHerunterladen
Jahres-Lohnrundschreiben 2014/2015
Hiermit informieren wir Sie über alle wichtigen Änderungen rund um den
Jahreswechsel 2014/2015 im Lohnbereich.
Mindestlohn
Ab dem 01.01.2015 tritt der Mindestlohn in Höhe von 8,50 € je Stunde für alle Arbeitnehmer
in Kraft.
Ausnahmen sind hier:
•
Auszubildende
•
Arbeitnehmer unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung
•
Langzeitarbeitslose, und zwar für einen Zeitraum von 6 Monate zu Anfang einer neu
aufgenommenen Beschäftigung. Langzeitarbeitslos war jemand, der 1 Jahr oder
länger arbeitslos war.
•
Ehrenamtliche, auch Freiwilligendienste im Sinne des § 32 (4) Nr. 2d EStG.
•
Bei Praktikanten gelten Sonderregelungen. Hierbei kommt es darauf an, um was für
ein Praktikum es sich handelt.
Auch sind mit dem Mindestlohn die Aufzeichnungsvorschriften verschärft worden.
Es sind ab 2015 Aufzeichnungen über
•
Beginn
•
Ende und
•
Dauer der täglichen Arbeitszeit
zu führen. Die Aufzeichnungspflicht besteht für zwei Fallgruppen.
1.
2.
Alle geringfügig Beschäftigte und kurzfristig Beschäftigte
Für alle Arbeitnehmer der Branchen, die Sofortmeldepflichtig sind wie z.B.
Baugewerbe, Gaststätten, Transportunternehmen, Reinigungsunternehmen und
Fleischwirtschaft.
Die Aufzeichnungen sind zwei Jahre aufzubewahren.
Eine Vorlage zur Dokumentation der täglichen Arbeitszeit erhalten Sie im folgenden Link:
www.rtskg.de/fileadmin/Stundenliste_Dokumentation_Arbeitzeit_Mindestlohn.xlsx
Haftung auch für Subunternehmer:
Sorgfalt ist auch geboten, wenn Sie ein anderes Unternehmen mit Dienst- oder
Werkleistungen beauftragen. Schließlich stehen Sie
in der Haftung, wenn Ihr
Subunternehmer seinen Arbeitnehmern keinen gesetzlichen Mindestlohn zahlt.
Bei einem Verstoß gegen die Aufzeichnungspflichten sieht der Gesetzgeber
Bußgelder bis zu 500.000,00 € vor.
1
Bei bereits allgemeinverbindlichen Tarifverträgen gelten die Regelungen im Anhang.
Ausführliche Informationen stellen wir Ihnen unter folgenden Links zur Verfügung:
· www.rtskg.de/fileadmin/Mandateninfo_Mindestlohn_01.pdf
· www.der-mindestlohn-kommt.de (Hotline: 030/602 800 28)
Mindestlohnkontrolle
Im Rahmen unserer Prüfungspflicht hinsichtlich der Einhaltung des gesetzlichen
Mindestlohns, zur Pflege der Personalstammdaten sowie zur korrekten Ermittlung der Höhe
bei Erstattungsanträgen an die Krankenkassen haben wir Ihnen unter folgendem Link eine
Vorlage zum Eintragen der Wochenarbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter/Innen beigefügt. Bitte
lassen Sie uns diese ausgefüllt zukommen:
www.rtskg.de/fileadmin/Mindestlohngesetz_Abfrage_Arbeitszeiten_Mitarbeiter.xlsx
Ablauf der Gleitzonen-Übergangsregelung zum 31. Dezember 2014
Folge: eventueller Verlust des Krankenversicherungsschutzes
Bereits zum 1. Januar 2013 wurde die Verdienstgrenze bei den Mini-Jobbern auf 450,00 €
angehoben. Folglich wurde die Grenze für das monatliche Gleitzonenentgelt auf 850,00 €
angepasst.
Betroffen sind versicherungspflichtige Beschäftigungen, die schon vor dem 01.01.2013
bestanden haben und deren Entgelt zwischen 400,01 € und 450,00 € liegen.
Fallkonstellation 1:
Liegt künftig das Entgelt der Arbeitnehmer/innen regelmäßig unter 450,00 €, gelten sie ab
dem 01.01.2015 als geringfügig entlohnte Beschäftigte und sind ab diesem Zeitpunkt in allen
Zweigen der Sozialversicherung versicherungsfrei, Rentenversicherung ausgenommen.
Der/die Arbeitnehmer/in kann sich jedoch auf schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber von der
Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
Fallkonstellation 2:
Ist weiterhin Versicherungsschutz gewünscht, müssen der Arbeitgeber und der/die
Arbeitnehmer/in die Erhöhung des Arbeitsentgelts ab 1. Januar 2015 auf regelmäßig mehr
als 450,00 € vereinbaren (z.B. in einem Nachtrag zum Arbeitsvertrag). In diesem Fall besteht
die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fort, ein Minijob wird nicht begründet.
Kurzfristig Beschäftigte:
Auf Grund der Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes werden die Zeitgrenzen für
kurzfristig Beschäftigte bis 31.12.2018 ausgeweitet.
Alt: zwei Monate oder 50 Arbeitstage
Neu: drei Monate oder 70 Arbeitstage
2
Nach Ablauf dieser vier Jahre gelten, ab dem 01.01.2019, wieder die vorherigen
Höchstgrenzen von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen.
Änderungen und Rechengrößen Krankenkassen:
Krankenversicherung:
Ab Januar 2015 wird der allg. Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse von 15,5 % auf
14,6 % gesenkt werden.
Die Krankenkassen haben jedoch die Möglichkeit einen einkommensabhängigen
Zusatzbeitrag zu verlangen. Dieser wird im Jahr 2015 voraussichtlich bei den meisten
Krankenkassen bei 0,9 % liegen. Der Beitrag wird automatisch mit der Lohnabrechnung
berücksichtigt. Zusätzlich müssen die Krankenkassen ihre Mitglieder in einem gesonderten
Schreiben darüber informieren und auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen.
Pflegeversicherung:
Ab Januar 2015 wird der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Pflegeversicherung auf
2,35 % angehoben. Der Zuschlag für Kinderlose beträgt weiterhin 0,25 %.
Beitragsbemessungsgrenzen Kranken- und Pflegeversicherung:
Monat: 4.125,00 €
Jahr: 49.500,00 €
Jahresarbeitsentgeltgrenzen der Krankenversicherung:
Allgemeine: 54.900,00 €
Besondere: 49.500,00 €
Rentenversicherung:
Ab Januar 2015 wird der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung auf
18,7 % gesenkt.
Beitragsbemessungsgrenzen Renten- und Arbeitslosenversicherung:
Ost
West
Monat:
5.200,00 €
6.050,00 €
Jahr:
62.400,00 €
72.600,00 €
Sachbezüge (Monat)
Verpflegung: 229,00 € unverändert
Unterkunft: 223,00 € Neu
3
Erstattungssätze der Krankenkasse:
Bis zum 31.12.2014 haben Sie wieder die Möglichkeit, die Erstattungssätze und den
zugehörigen Umlagebetrag der jeweiligen Krankenkassen neu festzulegen und entweder
erhöhen oder senken zu lassen.
Bitte treten Sie hierzu selbstständig und rechtzeitig bis Ende des Jahres mit Ihrem
Lohnsachbearbeiter in Kontakt, um die für Sie zutreffenden Krankenkassen und die diesen
zugrunde liegenden Umlagesätzen ab 2015 zu besprechen.
Künstlersozialkasse:
Ab 2015 sollen alle Arbeitgeber aus dem Bestand der Künstlersozialkasse sowie alle
Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten regelmäßig im Rahmen der turnusmäßig
stattfindenden Arbeitgeberprüfungen auf etwaige Melde- und Zahlungspflichten nach dem
KSVG geprüft werden.
Bei Arbeitgebern mit weniger als 20 Beschäftigten soll ein jährliches Prüfkontingent gebildet
werden.
Der Umfang des Kontingents soll gewährleisten, dass der durchschnittliche Prüfturnus in
dieser Gruppe zehn Jahre beträgt.
Im Ergebnis wird die Künstlersozialabgabe bei mindestens 40 % der bei Arbeitgebern mit
weniger als 20 Beschäftigten stattfindenden Arbeitgeberprüfungen mit geprüft.
Außerdem erhält die Künstlersozialkasse ein eigenes Prüfrecht um branchenspezifische
Schwerpunktprüfungen beziehungsweise anlassbezogene Prüfungen selbst durchzuführen.
Auswertungsumfang:
Wir sind bemüht die Lohn-Auswertungen, welche Sie in der Regel direkt von der DATEV eG
zugesandt bekommen, zu optimieren. Deshalb würden wir uns hier über ein Feedback
Ihrerseits freuen, in dem Sie uns ggf. nicht benötigte Auswertungen oder auch andere von
Ihnen gewünschte Auswertungen nennen.
Sollten Sie hier an einer Optimierung Interesse haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren
Lohnsachbearbeiter.
Handhabung Resturlaubstage:
Sofern bei Ihren Arbeitnehmern Urlaubstage über die Lohnabrechnung geführt werden,
bitten wir um die Mitteilung, wie mit den Resturlaubstagen aus 2014 ab dem 31.03.2015
verfahren werden soll.
Laut Gesetz verfallen alle Resturlaubstage aus dem Vorjahr zum 31.03.2015.
4
Sofern Sie Ihren Arbeitnehmer die Urlaubstage auch darüber hinaus gewähren wollen,
benötigen wir hierzu eine schriftliche Mitteilung von Ihnen.
Die wichtigsten Änderungen der Lohnsteuerrichtlinien:
Im August 2014 hat die Bundesregierung die Lohnsteueränderungsrichtlinien 2015
beschlossen. Mit dem BMF-Schreiben vom 19.12.2014 werden noch einige endgültig
festgelegte Punkte veröffentlicht.
Anlassbezogene Geschenke:
Anhebung der 40,00 € Grenze auf voraussichtlich 60,00 € für Geschenke, aus persönlichen
Anlässen wie z.B.: Geburtstag, Jubiläum, Geburt eines Kindes oder Hochzeit.
Betriebsveranstaltungen:
Änderung der 110,00 € Freigrenze auf voraussichtlich 110,00 € Freibetrag. In der Folge fällt
bei Überschreiten der 110,00 € Grenze deutlich weniger Steuer an. Neu ist, dass alle
Aufwendungen des Arbeitgebers sowohl individuelle Kosten pro Arbeitnehmer inkl.
eingeladener Begleitpersonen, als auch die Gemeinkosten der Betriebsveranstaltung,
einberechnet werden.
Bei Sachgeschenken an den Arbeitnehmer im Rahmen der Betriebsveranstaltung gilt:
·
·
Geschenke bis zu 60,00 € (inkl. Umsatzsteuer) sind in die Prüfung des unter 10,00 €
Freibetrags miteinzubeziehen.
Bei Geschenken im Wert von über 60,00 € ist eine Pauschalierung mit 25 %
Lohnsteuer möglich.
Jährlich dürfen zwei Betriebsveranstaltungen durchgeführt werden.
Arbeitnehmerehrungen:
Die Kosten der Arbeitnehmerehrungsveranstaltungen bleiben voraussichtlich bei 110,00 €.
In die 110,00 € Grenze werden ab 2015 Geschenke bis zu einem Gesamtwert in Höhe von
60,00 € einbezogen.
Arbeitsessen:
Nicht lohnsteuerpflichtig sind bis 31.12.2014 Arbeitsessen, deren Wert 40,00 € nicht
übersteigt.
Auch hier wird die arbeitnehmerbezogene Freigrenze ab 2015 auf 60,00 € erhöht.
5
Erholungsbeihilfen:
Erholungsbeihilfen können mit 25 % pauschal besteuert werden, wenn sie im Kalenderjahr
156,00 € für den Arbeitnehmer, 104,00 € für dessen Ehegatten und 52,00 € für jedes Kind
nicht übersteigen.
Vorsicht! Es handelt sich um eine Freigrenze, bei deren Überschreitung die Pauschalierung
insgesamt ausscheidet.
6
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
3
Dateigröße
85 KB
Tags
1/--Seiten
melden