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Grundlagen der Kommunikation
1
Das Vier Seiten-Modell der Kommunikation
Die Senderseite
Für ein besseres Verständnis müssen wir den zwei bekannten Ebenen (Sach- und
Beziehungsebene) noch zwei weitere hinzufügen: Der Kommunikationspsychologe
Friedemann Schulz von Thun hat das „Zwei-Seiten-Modell der Kommunikation“ um
weitere zwei Seiten ergänzt. Dieses „Vier-Seiten-Modell“ der Kommunikation lässt sich
folgendermassen darstellen:
Sachinhalt

Selbstoffenbarung

Nachricht

Appell

Beziehung
Eine Nachricht setzt sich daher aus den folgenden vier Aspekten zusammen:
Aus dem uns schon bekannten Sach- oder Inhaltsaspekt (oder worüber ich informiere):
Jede Aussage enthält einen Inhaltsaspekt, eine Sachinformation. Immer wenn es um „eine
Sache“ geht, steht diese Seite einer Nachricht im Vordergrund (oder sie sollte es
zumindest).
Aus den ebenfalls schon bekannten Beziehungsaspekt (oder wie beide zueinander
stehen): Aus der Art der Nachricht geht hervor, wie der Sender zum Empfänger
beziehungsmässig steht, was er von ihm hält. Es ist das, was man zwischen den Worten
herauszuhören glaubt, dass man sich z.B. geschätzt, ernst genommen oder in Frage
gestellt fühlt. So zeigt sich dies im Tonfall, in der gewählten Formulierung oder in der
Mimik, was man von der anderen Person hält.
Allgemein gesagt: Eine Nachricht senden, bedeutet auch immer, zu dem Angesprochenen
auch eine bestimmte Art von Beziehung auszudrücken.
Aus dem Selbstoffenbarungsaspekt (oder was ich selbst von mir preisgebe): In einer
Nachricht stecken nicht nur Informationen (Sachebene) oder Gefühle (Beziehungsebene)
gegenüber der angesprochenen Person, sondern auch Information über die Person selbst,
die eine Nachricht sendet.
Alfred Siegrist
alfredsiegrist@sunrise.ch
Pflegefortbildung & Praxisberatung
Organisations- und Konzeptentwicklung
Grundlagen der Kommunikation
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Man erfährt darin etwas über die Art, wie sie denkt, über ihre Fähigkeiten, vielleicht auch
über ihre Befindlichkeiten oder über das, was ihr wichtig ist. Wie werde ich somit vor dem
anderen dastehen, der doch etwas an mir erkennen kann, was ich nicht möchte, dass er
es erkennt!
Mit dieser Seite einer Nachricht verbinden sich viele Probleme der zwischenmenschlichen
Kommunikation, da z.B. der Sender doch oft bemüht ist, durch allerlei Verhaltensweisen
sich seinem Umfeld gegenüber in einer Weise darzustellen, die manchmal nicht im
Einklang mit den tatsächlichen Fähigkeiten stehen. So stellt man sich z.B. positiver dar,
oder schiebt anderen die Schuld zu , damit man selbst in einem „guten Licht“ dasteht.
Und schliesslich aus dem Appellaspekt (oder wozu ich mein Gegenüber veranlassen
möchte): Zwischenmenschliche Kommunikation steht immer auch im Zusammenhang mit
einer Einflussnahme. Kaum etwas wird „nur so“ gesagt. Die Nachricht dient also auch
dazu, den Empfänger zu etwas zu veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder zu
unterlassen, etwas Bestimmtes zu denken oder zu fühlen, usw. Der Versuch Einfluss zu
nehmen, kann sich dabei bewusst oder – wie häufiger zu beobachten ist – unbewusst
abspielen. Im ersten Fall so sprechen wir von Manipulation. So ist z.B. eine
Selbstdarstellung darauf ausgerichtet, beim Empfänger eine bestimmte Wirkung zu
erzielen (z.B. Gefühle der Bewunderung).
Alle vier Aspekte können im kommunikativen Geschehen eine Rolle spielen, können den
Gesprächsverlauf positiv oder negativ beeinflussen.
Die Empfängerseite
Bis jetzt haben wir uns überwiegend mit der Kommunikation aus der Sicht der Senderseite
beschäftigt. Eine Person teilt etwas mit. Damit stellt sie sich also gleichzeitig selbst dar; sie
drückt aus, wie sie zum Empfänger emotional steht; sie versucht auf dessen Denken,
Fühlen oder Handeln Einfluss auszuüben.
Bei genauerer Betrachtung sind meistens mehrere Aspekte beim
Kommunizieren mit im Spiel. Bei Überbetonung eines Aspektes kann
dies aber zu Schwierigkeiten führen: Man denke z.B. an den
möglichen Konflikt, der entsteht, wenn auf der Sachebene durch die
Gruppenleiterin an das Team „Anforderungen“ gestellt werden, die
dann auf der Selbstoffenbarungsebene nicht deutlich und mit
sicherer Haltung vertreten werden können. Z. B. „Wenn ihr diese
Vorgehensweise nicht unterstützt, ist es auch nicht so schlimm! Ich
glaube nämlich nicht an deren Erfolg.“
Es stimmt
nicht, was
ich sage,
sondern,
was der
andere
hört!
Eine einzige Nachricht kann bereits eine Vielfalt von Botschaften auf allen vier Seiten
enthalten, teils absichtlich hineingetan, teils unabsichtlich (unbewusst) mit
„hineingerutscht“. All dies bekommt nun ein Gegenüber (Empfänger) als Nachricht
vermittelt. Nun lässt sich aber häufig beobachten, dass der gesendete Inhalt nicht mit dem
empfangenen Inhalt übereinstimmt; d.h., wir nehmen die Mitteilungen oft nicht so wahr,
wie sie uns entgegengebracht werden, sondern wir machen etwas damit, wir
interpretieren sie, wir geben ihnen ein subjektives Gewicht. So hören wir oft nicht das,
was vom Sender tatsächlich gemeint war, sondern wir hören es so, wie wir es hören
„konnten“ oder „wollten“.
Alfred Siegrist
alfredsiegrist@sunrise.ch
Pflegefortbildung & Praxisberatung
Organisations- und Konzeptentwicklung
Grundlagen der Kommunikation
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Aufgepasst: Wir hören auf vier Ohren
Selbstoffenbarungsohr
Sachohr
Was ist das
für einer?
Was ist mit ihm?
Wie ist der
Sachverhalt
zu verstehen?
Wie redet der
eigentlich mit mir?
Wen glaubt er, vor
sich zu haben?
Was soll ich tun,
denken, fühlen
bezüglich seiner
Information?
Beziehungsohr
Appellohr
Alfred Siegrist
alfredsiegrist@sunrise.ch
Pflegefortbildung & Praxisberatung
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Seele and Geist
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