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ARD-MORGENMAGAZIN - SERVICE 16.12.2014 - Das Erste

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ARD-MORGENMAGAZIN - SERVICE 16.12.2014
THEMA:
STRESS ZUR WEIHNACHTSZEIT
Autor:
Frank Aheimer
EXPERTIN IM STUDIO:
BETTINA FROMM
Funktion:
Psychologin
Viele verbringen Weihnachten plötzlich so viel Zeit miteinander auf engstem Raum wie
sonst das gesamte Jahr nicht. Unerfüllbare Erwartungen und Konflikte sind da programmiert. Bei Singles verstärkt die idealisierte Darstellung der Familie unter dem
Weihnachtsbaum oftmals das Gefühl von Einsamkeit. Das muss nicht sein: Es gibt zahlreiche Angebote für Unternehmungen während der Weihnachtstage. Viele, die vielleicht
auch mit Weihnachtstraditionen nichts anfangen können, nutzen die Feiertage zum Beispiel für einen Urlaub in sonnigen Regionen. Doch auch "zu Hause" gibt es über Weihnachten eine Vielzahl von Möglichkeiten: Von besinnlichen Anlässen über wilde Partys
bis hin zu abwechslungsreichen Events.
Zweifel und Ängste als Chance
Hinterfragen Sie doch einmal Ihre innere Einstellung zu Weihnachten: Was ist Ihnen an
diesem Fest wichtig? Was bedeutet es Ihnen, Zeit mit Ihrer Familie verbringen zu können? Wie viel machen Sie, weil Sie denken, dass es von Ihnen erwartet wird oder weil
man es eben so macht? Trotzen Sie dem Erwartungsdruck von außen und machen Sie,
was sie wollen! Die Weihnachtsfeiertage bieten Ihnen freie Zeit für die Dinge, die Sie
gerne machen wollen. Zeit ist gerade heute in der stressigen Arbeitswelt das wertvollste
Geschenk. Haben Sie Zweifel und Ängste oder fühlen Sie sich einsam? Verstehen Sie
das als Chance, etwas zu verändern. Überlegen Sie sich, mit wem Sie Weihnachten
gerne verbringen würden. Nehmen Sie den Mut zusammen, einen heimlich geliebten
Menschen anzusprechen. Nutzen Sie das Gefühl, einsam zu sein als Anstoß, zum Beispiel um Sport zu treiben oder in einen Verein einzutreten. Vielleicht wagen Sie aber
auch den Schritt, sich therapeutische Hilfe zu suchen, anstatt sich immer weiter zurückziehen.
Rasten statt Hasten um sich Freiraum zu verschaffen
Viele Menschen können sich an den Weihnachtstagen vor familiären "Pflichtterminen"
kaum noch retten. Doch die Anzahl der Termine und Ortswechsel muss erträglich und
umsetzbar bleiben. Natürlich sind die Wünsche der Verwandten verständlich, Kinder
und Enkel oder die eigenen Eltern sehen zu wollen. Gerade bei Familien, deren Elternteile weit voneinander entfernt wohnen, führt Weihnachten jedes Jahr wieder zu einer
Zerreißprobe. Warum nicht den Spieß einmal umdrehen und zu sich nach Hause einladen? Auch wenn Differenzen programmiert sind, versuchen Sie "erwachsen" damit umzugehen. Tauschen Sie sich rechtzeitig über Erwartungen und Wünsche aus. So können Sie Enttäuschungen vermeiden. Oder ändern Sie einfach mal die Zusammensetzung der Feier, um damit eine neue Atmosphäre zu schaffen: Wer Freunde dazu einlädt, lockert die Familienbindung und unterbindet damit eventuell typische Familienthemen.
Nicht auf jeder „Hochzeit tanzen“
Gegen geschäftliche Verpflichtungen, die noch im alten Jahr erledigt sein müssen, lässt
sich wenig machen. Aber der Stress aus Zeitmangel lässt sich in den Griff bekommen:
Nicht jede Weihnachtsfeier ist Pflicht. Geschenke können schon unter dem Jahr besorgt
werden, sobald einem etwas einfällt, und wenn keine Zeit für Weihnachtspost bleibt,
schicken Sie im Januar Neujahrsgrüße oder nehmen sich vor, zu einem anderen Zeit-
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punkt wieder ausführlich zu schreiben. Außerdem tut mehr Toleranz sich selbst gegenüber gut: weder muss die Wohnung für Weihnachten perfekt geputzt sein, noch muss
es an drei Tagen hintereinander ein perfektes Festessen geben.
Aufgaben rechtzeitig absprechen und verteilen
Zu Weihnachten treffen diverse Erwartungshaltungen aufeinander. Der eine möchte an
Traditionen festhalten, der andere würde diese Konventionen am liebsten über Bord
werfen. Besuche, gemeinsame Essen und Geschenkorgien finden vielfach nur statt, um
es den anderen recht zu machen. Hinzu kommt, dass fast jeder gestresst ist und bis
kurz vor Ladenschluss am 24. Dezember noch zahlreiche Dinge zu erledigen hat. Selten werden Wünsche und Erwartungen vorab thematisiert. Zu selten werden Aufgaben
verteilt, vieles bleibt an Mutter und Vater hängen. Doch auch Kinder können bei den
Vorbereitungen vom Einkaufen bis hin zum Schmücken des Baumes Aufgaben übernehmen. Rechtzeitig vor den Weihnachtstagen sollten Sie darüber sprechen, von welchen althergebrachten Ritualen Sie sich gerne lösen würden und welche Kompromisse
Sie finden können, damit das "Fest der Liebe" für jedes Familienmitglied schön wird.
Es müssen nicht immer Geschenke sein
Sie müssen nicht jedem etwas schenken! Es wird Zeit, die "Aufrüstungsspirale" zu
durchbrechen: Nicht weil Sie letztes Jahr ein Geschenk im Wert von 100 € bekommen
haben, müssen Sie dieser Person nun ebenfalls etwas schenken, das 100 € Euro oder
mehr wert ist. Haben Sie keine Idee und keine Zeit, ein Geschenk zu kaufen, tut es
auch mal das selbst gelesene Buch, das noch wie neu aussieht! Und vor allem: persönliche Geschenke, wie Zeitgutscheine, zum Beispiel für Hilfe im Haushalt, Babysitten, die
Organisation von einem gemeinsamen Ausflug oder anderen Aktivitäten erfreuen oft
viel mehr.
Weitere Informationen:
Weihnachten Stress und Streit in der Familie oder Einsamkeit
http://www.therapie.de/psyche/info/lebenshilfe-ratgeber/weihnachtsstress/
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Kategorie
Bildung
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