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Informationen - Diakonie Düsseldorf

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Winter 2014
Das Magazin der Diakonie Düsseldorf
Diakonie 48
Interkultur – Kein Neuland, aber längst kein alter Hut
Der Fußballpate 13 Wärme und Zuwendung für die kalte Jahreszeit 15 Kinderforum
17 Mit dem Feuer spielen 18 Schnibbeln und teilen 19 Managerinnen mit Herz
Thema
10
Diakonie 48
Anmerkung
Das Wort
Weihnachten im Jahre 0. Es ist kalt.
Es ist dunkel. Die Tage sind kurz. In
Israel herrscht Krieg. Damals zwischen
Römern und den Aufständischen, die
für ihre Freiheitsrechte kämpften.
Heute sieht es kaum anders aus. Der
Heiligen Stadt wünscht man manchmal,
sie wäre nicht so religiös aufgeladen als
zentraler Ausgangspunkt für drei Religionen. Ein Land, durch das die Armeen
in allen Jahrtausenden gezogen sind
und eine blutige Spur hinterlassen
haben.
Worte scheinen nicht zu helfen. Wie
viele haben es mit Friedensgesprächen
versucht, Menschen an einen Tisch zu
bringen. Israelis und Palästinenser.
Auch um Israel herum verhallt der Ruf
nach Frieden ungehört, die Schlachten
toben weiter. Ausgleich und Versöhnung sind fern. Wo das Wort nicht
gehört wird, brauchte es und braucht
es bis heute etwas Greifbares, etwas
Hilfreiches und Versöhnliches, das sich
anfassen, sehen und schmecken lässt.
Deshalb wurde das Wort Fleisch.
Worte brauchen Fleisch. Es muss etwas
an ihnen dran sein, das die Wirklichkeit
nachhaltig verändert und gestaltet. In
Jesus ist seither das leibhaftige Wort
der Versöhnung gekommen. So nötig
die Heilige Stadt, der Vordere Orient
und die Welt es brauchen, so nötig
braucht es jede und jeder einzelne. Das
Wort von der Versöhnung ist Fleisch
geworden und kann es wieder werden,
wo Menschen bereit sind, Gottes Wort
in sich aufzunehmen und Versöhnung
zu gestalten.
Thorsten Nolting
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Diakonie 48
Thema
3
Interkulturelle Öffnung Kein Neuland, aber längst
kein alter Hut
„… ward Fleisch und wohnte
unter uns“
Johannes 1,14
Wie erkennt man, ob eine Institution „interkulturell offen“ ist? Lässt sich das überhaupt von außen
einschätzen? Wie ist das bei der Diakonie Düsseldorf? Das Telefonverzeichnis scheint verheißungsvoll: Da tauchen viele Namen auf, die auf
eine Herkunft außerhalb alter oder neuer deutscher Bundesländer schließen lassen. Doch das
allein ist kein untrüglicher Hinweis. Schließlich
trage ich selbst einen Namen, der auf eine Herkunft aus Gebieten weit im Osten, im heutigen
Diakonie 48
Thema
4
Diakonie 48
Thema
5
Litauen, verweist. Und doch spreche ich nur drei
Worte Litauisch und bin keineswegs Expertin für
Kultur und Tradition dieser Region, auch wenn
meine Vorfahren nachweislich dort geboren sind.
Als Migrantin gebe ich mich eher selten aus.
Heißt interkulturell offen zu sein überhaupt, offen
zu sein für Mitarbeitende, die eingewandert sind?
Oder bedeutet es nur, dass man für Menschen mit
Migrationsgeschichte da ist, dass man sie betreut,
berät, versorgt? Braucht man für interkulturelle
Öffnung interkulturelle Kompetenz? Was versteht
man darunter und wie erlangt man sie?
Der Sozialraum als Spiegel für gesellschaftliche
Veränderungen
Der erste Keim einer migrationsgesellschaftlichen
Öffnung ging in der Diakonie Düsseldorf Anfang
der 1980er-Jahre in einem kleinen Ladenlokal in
Flingern auf. Hier, in einem Stadtteil mit hohem
Einwandereranteil, widmete sich die Diakonie erstmals gezielt einer Bevölkerungsgruppe, die vieles
mit den alteingesessenen Anwohnern gemeinsam
hatte: hohe Arbeitslosigkeit oder geringes Einkommen, schlechte Wohnverhältnisse und ein
nur bedingt vertrauensvolles Verhältnis zum Bildungssystem. Aber die Migranten brachten auch
Neues mit: bis dahin ungewohnte Sprachen, kaum
bekannte Religionen, neue Feste und Speisen.
Die ersten Sprach- und Kulturmittler – niemand
nannte sie damals so – wurden eingestellt, Kurse,
Begegnungen und Veranstaltungen organisiert
und das Kennenlernen und Miteinander im Sozialraum angeregt. Mitte der 1990er-Jahre, unmittelbar nach dem fremdenfeindlichen Anschlag in
Solingen, musste die „fremde“ Religion, der Islam,
immer wieder als Projektionsfläche für Ablehnung und Diskriminierung herhalten. Gerade
für die Diakonie als evangelische, christlich motivierte Institution eröffnete sich hier die Chance,
das Gemeinsame der Religionen zu thematisieren,
um Fremdenfeindlichkeit und Zuschreibungen des
Andersseins aufzubrechen – und die Menschen
ausdrücklich mit ihrer Religion anzuerkennen und
willkommen zu heißen. Eine Herausforderung, die
heute nach wie vor aktuell ist.
Willkommenskultur als Messlatte
in allen Arbeitsfeldern
1997 wurde die erste muslimische Sozialarbeiterin
mit türkisch-deutschen Wurzeln im Stadtteilladen
Flingern eingestellt und Diskriminierung dezidiert
thematisiert – auch in der eigenen Institution.
Heute begegnet man nahezu selbstverständlich
Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund in
vielen Arbeitsfeldern der Diakonie: in der Flücht-
lingsberatung, im Jugendmigrationsdienst, aber
auch längst in der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Schulsozialarbeit, in Kindertagesstätten
und im Bereich Leben im Alter. Auch Muslime
arbeiten dort, wo die Klientel überwiegend aus
muslimischen Einwanderern besteht. Überall
hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Mitarbeitende mit vielfältigen Herkunftsbiographien
leichter Zugang und Vertrauen bei Menschen mit
Mehrfachzugehörigkeiten und Mehrsprachigkeit
herstellen können.
Interkulturelle Öffnung ist jedoch nicht nur
eine zweckmäßige Ausrichtung, um etwa neue
Kundschaft zu gewinnen. Sie ist nicht mit der
Anstellung von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund abgeschlossen. Willkommenskultur und
die gemeinsame Haltung wollen immer wieder neu
gestaltet, reflektiert und überprüft werden. Die
Diakonie Düsseldorf ist auf einem guten Weg, in
allen Abteilungen und Geschäftsbereichen. Eine
2011 durchgeführte unabhängige Untersuchung
hat ihr dies bestätigt. Interkultur, Transkultur und
Vielfalt sind Thema sowohl in Kindertagesstätten
als auch in Pflegeheimen, in der Wohnungslosenhilfe ebenso wie in der Familienhilfe. Doch es gibt
auch noch einiges zu tun. Eine Steuerungsgruppe
setzt sich deshalb organisationsweit für die Weiterentwicklung der interkulturellen Öffnung ein.
Sie vernetzt die verschiedenen Arbeitsbereiche,
damit sich Erkenntnisse und Aktivitäten verbreiten
können. Besondere Projekte einzelner Bereiche
kommen auch Institutionen außerhalb der Diakonie
zugute, wie etwa die Ausstellung „Vielfalt Spielen“,
die Lehrern und Erziehern das Thema Interkultur
nahebringt.
Nachkriegsdeutschland hat sich als kompetent
in der Integration von Einwanderern und Flüchtlingen erwiesen. Daher nenne ich mich auch
nicht Migrantin. Besinnen wir uns auf unsere
Ressourcen.
Christel Powileit
Diakonie 48
Kommentar
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„Es gilt, Bereitschaft zu zeigen, dass man dem Gegenüber
entgegenkommen möchte. Denn jede interkulturelle Begegnung
ist eine Bereicherung.“
Ein Kommentar von Kirti Seetharam
Diakonie 48
Kommentar
Durch die zunehmende Globalisie rung und die wachsende Immigration
werden Mitarbeiter und Menschen
immer mit anderen Denkweisen konfrontier t, und hier besteht oft die
natürliche Tendenz, dass man mit dem
vorwurfsvollen Zeigefinger auf den
anderen zeigt und denkt: „Das sind ja
komische Sitten.“ Wichtig ist aber, bei
sich selbst zu schauen, seine eigenen
Werte zu reflektieren und zu überlegen,
wie man selbst gesehen wird. Der chinesische Philosoph Lao -Tse sag te:
„Andere erkennen ist klug, sich selbst
erkennen ist weise.“ Für mich persönlich ist dies die Kernbotschaft einer
interkulturellen Begegnung.
Wichtig bei dem Umgang mit anderen
Kulturen ist, Folgendes zu beachten.
Erstens, dass der „Andere“ gar nicht so
anders ist, sondern dass die Kulturen
der Welt vieles gemeinsam haben und
wir alle Teil des großen Universums
sind. Zweitens, dass es sich letztendlich
in jeder Kultur um Menschen handelt
und wir somit von Schubladendenken
und Stereotypisierungen wie „typisch
chinesisch“ oder „typisch deutsch“
Abstand nehmen sollten.
Dennoch ist es normal und auch richtig,
dass Menschen in unterschiedlichen
Kulturen durch Erziehung, Bildung,
Glaube, Klima, Geschichte und Entwicklung unterschiedlich geprägt sind.
Im Geschäftsleben gibt es einige Herausforderungen durch unterschiedliches Zeitverständnis, unterschiedliche
Sichtweise von Machtdistanz und nicht
zuletzt Kommunikation.
In hierarchisch geprägten Kulturen wie
Asien, Russland oder auch in der islamischen Welt spielen Alter und die Position in der Hierarchie eine sehr große
Rolle, was dazu führt, dass Kunden
aus diesen Kulturen den technischen
Experten aus Deutschland nicht immer
auf Augenhöhe sehen. Bei einer Zusammenarbeit mit Kollegen aus diesen
Kulturen erwarten die hierarchisch
geprägten Mitarbeiter klare Anweisungen und Kontrolle von ihren deutschen Counterparts, was den Deutschen
oft sehr schwerfällt.
In den westlichen Ländern sind gute
Planung und sorgfältiger Umgang mit
Zeit wichtig, denn Leistung wird auch
durch Zeit gemessen. In der asiatischen
Welt hingegen ist Zeit als dehnbar und
zyklisch zu sehen; eine Gelegenheit
kommt wieder, „wenn man um einige
Jahre weiser ist“. Somit empfinden die
gut organisierten Westler die Nichteinhaltung von Terminen seitens Indern,
Lateinamerikanern oder Asiaten als
irritierend und klassifizieren diese
Menschen schnell als unzuverlässig,
anderseits wird der Planungsdrang
und Perfektionismus der Deutschen von
den eben genannten Kulturen als mangelnde Flexibilität und manchmal sogar
als Arroganz angesehen.
Eine wesentliche Herausforderung stellt
auch die Kommunikation zwischen
Beziehungskulturen und Sachkulturen
dar. Der eher direkte Kommunikationsstil der sachorientierten Nordeuropäer und Nordamerikaner kann zum
Gesichtsverlust bei den personenorientierten und harmoniebedürftigen
Arabern, Asiaten und Lateinamerikanern führen, bei denen der Beziehungsaufbau das A und O ist und ein
eindeutiges „Nein“ als unhöflich und
taktlos gilt.
Was ist somit interkulturelle Kompetenz? Offenheit und Toleranz für
Andersartigkeit gekoppelt mit Flexibilität und Geduld. Es gilt, sich gut auf
ausländische Aufenthalte und Projekte
vorzubereiten und die Bereitschaft
zu zeigen, dass man dem Gegenüber
entgegenkommen möchte. Denn jede
interkulturelle Begegnung ist eine
Bereicherung!
7
Kirti Seetharam ist gebürtige Inderin
und lebt seit 30 Jahren in Deutschland.
Nach Abschluss ihres BachelorStudiums in Altindischer Kultur und
Psychologie in Indien hat sie in Deutschland einen Diplom-Studiengang in
Übersetzen / Dolmetschen absolviert,
was ihr Zugang zu vielen Kulturen
der Welt ermöglichte. Sie arbeitet für die
SMS GmbH in Düsseldorf in der
Personalentwicklung mit Arbeitsschwerpunkt interkulturelle Kommunikation
und internationale Integration
Diakonie 48
Rückblick
8
Herbstferienaktion für OGS-Kinder Spaß an Bewegung
beim Mitmach-Zirkus
Die achtjährige Cosima beugt sich auf der Slackline tief nach hinten. So tief, dass die Zuschauer
sich schon Sorgen machen, ob das Mädchen gleich
vom Seil fällt. Aber sie landet in einer formvollendeten Brücke und erntet dafür den Applaus des
Publikums. Auch Alina fasziniert das Publikum
mit ihrer Akrobatik-Einlage. Die ebenfalls Achtjährige hat die „chinesischen Teller“ für sich entdeckt: Sie balanciert einen sich drehenden Teller
auf einem Stock und läuft, springt und dreht sich
dabei. „So etwas habe ich vorher noch nie ausprobiert“, sagt sie und lacht dabei selig.
Eltern und Freunde
waren eingeladen
Rund 30 Kinder haben Anfang Oktober am Herbstferienprogramm der Offenen Ganztagsschule an
der Katholischen Grundschule Fuldaer Straße in
Eller teilgenommen. Unter dem Motto „Manege
frei – wir machen unseren Zirkus selber“ übten sie
vier Tage lang ihre Kunststücke als Akrobatinnen,
Seiltänzer und Jongleurinnen. Zur Abschlussaufführung am 9. Oktober in der Schulsporthalle
waren Eltern, Verwandte, Bekannte und Freunde
eingeladen. „Die Kinder haben beim MitmachZirkus einmal richtig zeigen können, was in ihnen
steckt“, resümiert Susanne Meifert-Schmitz, Gruppenleiterin der OGS. Und auch die Eltern waren
begeistert – einerseits von den tollen Leistungen
ihrer Kinder, andererseits davon, dass ihre Kinder
über die Ferien so gut betreut waren: „Viele
Eltern brauchten für die Ferien dringend einen
Betreuungsplatz für ihre Kinder, weil sie arbeiten
mussten“, so Meifert-Schmitz. Die Themen der Ferienprogramme sind immer unterschiedlich: Mal
schleichen „Indianer“ auf Waldpfaden, mal tauchen
die Kinder beim Thema „Atlantis“ ab in die unendlichen Tiefen des Meeres.
Beim diesjährigen Herbstferienprogramm wurden
die jungen Artisten von einem Mitmach-Zirkus
unterstützt, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung steuerte Ideen und Zirkus­
utensilien bei. „In der Schule geht es viel um
Fachwissen. Deshalb konzentrieren wir uns bei
der Vorbereitung auf die Zirkusaufführung auf
Bewegung“, sagt Susanne Meifert-Schmitz. Durch
die Spielgeräte und Übungen sollen Gleichgewichtssinn und die Links-Rechts-Koordination
gestärkt werden. Der Zusammenhang zwischen
motorischem Geschick und Konzentration gelte
mittlerweile als bewiesen. „Wir haben mit dem
Zirkus zwar nur ein kurzes Projekt durchgeführt,
unser langfristiges Ziel ist es aber, dass die Kinder
auch zu Hause weiter Spaß an Bewegung haben.“
Kira Küster
Diakonie 48
Rückblick
9
Ermutigend und verbindend Rheinbahn und Diakonie
schicken Werte per Straßenbahn durch die Stadt
Wofür steht die evangelische Wohlfahrt heute?
Das hat sich die Diakonie Düsseldorf gefragt. Die
Antwort ist ab sofort unübersehbar auf einem
Zug der Rheinbahn zu lesen: „Ermutigend“ und
„verbindend“ will die Diakonie mit ihrem sozialen
Engagement sein. „Diakonie hat mit den unterschiedlichsten Nöten und Problemen von Menschen in unserer Stadt zu tun“, sagen Thorsten
Nolting und Adolf-Leopold Krebs, Vorstandsvorsitzender und Vorstand der Diakonie Düsseldorf.
Die beiden Werte „ermutigend“ und „verbindend“
brächten besonders gut zum Ausdruck, was in
einer individualisierten Gesellschaft nötig sei.
„Menschen zusammenzubringen, Zusammenhalt
zu stiften und in Lebenskrisen Mut zu machen,
das ist unser zentrales Anliegen“, so Krebs und
Nolting.
Das Soziale
in unserer Stadt
Die Rheinbahn unterstützt die Idee, diese Botschaft per Straßenbahn durch die Stadt zu schi-
cken. Klaus Klar, Vorstand der Rheinbahn AG,
u nd d ie beiden Dia kon ievorstä nde stel lten
Anfang November die frisch gestaltete Straßenbahn vor, die jetzt zwei Jahre lang im Innenstadtbereich auf verschiedenen Strecken unterwegs
sein wird.
„Gegen Armut und Ausgrenzung“ ist auf einem
der Waggons programmatisch zu lesen, „Lebensfreude schenken“ auf einem anderen. Hier sehen
die Diakonievorstände Nolting und Krebs die
beiden Pole des Engagements christlicher Wohlfahrt: sich politisch für die Interessen derer starkzumachen, die am Rand der Gesellschaft stehen,
und sich jedem einzelnen Menschen zuzuwenden,
damit er trotz seiner Probleme wieder Freude
am Leben haben kann. „Wir sind der Rheinbahn
dankbar, dass sie unser Anliegen unterstützt“,
so Krebs und Nolting. „Und wir freuen uns, wenn
sich die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer beim
Einsteigen in die Straßenbahn ermuntert fühlen,
das Soziale in unserer Stadt mitzugestalten.“
Susanne Schwendtke
Diakonie 48
Ehrenamt
10
Der Fußballpate Hans-Georg Auell engagiert sich ehrenamtlich
für einen Grundschüler
Schon immer wollte der achtjährige
Jerome* gerne Fußball spielen. Inzwischen is t er Verei n sm itgl ied u nd
trainiert zweimal in der Woche. HansGeorg Auell macht das möglich. Seit
zwei Jahren engagiert er sich ehrenamtlich als „Fußballpate“ für Jerome.
Er fährt ihn zum Training und begleitet
ihn zu Spielen am Wochenende, die sich
der 67-Jährige gerne anschaut.
„Als ich noch gearbeitet habe, bin
ich rund 70.000 Kilometer im Jahr
gefahren“, erzählt der Rentner. Er lacht
ganz unbeschwert und schaut durch
die breite Fensterfront aufs Land, hier
in Alt-Erkrath, wo er mit seiner Frau
in einer geräumigen Wohnung lebt.
Damals, als Hans-Georg Auell noch im
Außendienst war, hat er zuletzt Hochregallager verkauft und war ständig
auf Achse. Im Vergleich dazu seien die
Fahrten zum Fußball heute doch ein
Klacks, nicht der Rede wert, meint der
Ingenieur.
„Wenn Ehrenamtliche nach ihrer Motivation gefragt werden, antworteten sie
eigentlich immer gleich“, sagt er. „Man
hat sein Leben lang auf der Sonnenseite
des Lebens gestanden und will der
Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Letztlich sei es auch bei ihm so gewesen.
„Mit dem Eintritt ins Rentenalter wollte
ich etwas Vernünftiges machen“, sagt
Hans-Georg Auell. Etwas, das er aus
Überzeugung tun kann, ohne – wie im
Berufsleben – „den Leuten das Geld
aus der Tasche zu ziehen“. Was gebe es
Besseres, als sich sozial zu engagieren?,
fragt er und winkt ab. Nein, allzu hoch
möchte er das nicht hängen. Einfach
machen und nicht so viel reden – das
sei viel wichtiger.
Erst wollte er sich als Fahrer melden,
ehrenamtlich Essen verteilen oder
ältere Menschen chauffieren. HansGeorg Auell wandte sich an MachMit –
die Freiwilligenagentur der Diakonie.
I m G e s präch m it ei ner Berater i n
erzählte er, dass er Fortuna-Düsseldorf-Fan sei, sich jedes Heimspiel im
Stadion anschaue. Das brachte die Beraterin auf eine Idee: Er könne sich doch
um Jerome kümmern. Der Junge war
damals neu in einer Wohngruppe der
Diakonie untergebracht.
„Jerome wollte gerne Fußball spielen“,
erzählt Hans-Georg Auell. „Aber Fuß-
ball im Verein ist ein zeitintensives
Hobby. Die Erzieher der Wohngruppe
kön nen ei n ei n zel ne s K i nd n icht
zweima l pro Woche zum Training
bringen und am Wochenende zu Turnieren.“ Also nahm er sich ehrenamtlich der Aufgabe an. Dass er damit
eine große Verantwortung übernahm,
war ihm bewusst, denn die Pädagogen
der Diakonie erklärten ihm, dass es für
Kinder schwere Folgen haben kann,
wenn ein Erwachsener sich abwendet,
de r z u r B e z ug s p e r s on ge worde n
ist. Hans-Georg Auell sagt: „Aus der
Nummer komme ich nicht mehr raus,
aber das möchte ich auch gar nicht!“
Die Beziehung zu Jerome ist über die
Jahre gewachsen. Sein Fußballpate fiebert auf der Tribüne mit, wenn Jerome
auf dem Platz steht. „Er ist Rechtsfüßer
und braucht noch einen stärkeren
linken Fuß“, meint Hans-Georg Auell,
der früher selbst Fußball gespielt hat
und mit Jerome zusätzliche Technikeinheiten absolviert.
Sein Schützling habe sich gut entwickelt – nicht nur sportlich, auch in der
Schule. Auf dem Weg zum Training
üben die beiden Rechenaufgaben. „Ich
konnte es anfangs nicht fassen“, erinnert sich Hans-Georg Auell: In Mathematik habe Jerome sogar eine Klasse
übersprungen.
Hans-Georg Auell schaut auf die Uhr.
Gleich muss er los, Jerome abholen –
zum Eishockeyspiel der Düsseldorfer
EG. Denn es darf ruhig auch mal etwas
anderes sein als Fußball. Das findet
auch Jerome.
Thomas Becker
*) Jerome hat i n Wi rk l ich keit ei nen
a nderen Na men, den w i r h ier n icht
nennen, um seinen Schutz zu wahren.
Diakonie 48
Ehrenamt
11
Diakonie 48
Spenden
12
Die Kleine Kneipe im Wichern-Haus Feierabendstimmung
beim Kartenspielen und Schlagerhören
Diakonie 48
Spenden
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Wärme und Zuwendung für die kalte Jahreszeit
Spenden helfen wohnungslosen Menschen
Das Leben hat Spuren in seinem Gesicht
hinterlassen: Tiefe Falten auf Stirn
und Wangen zeigen, dass es Richard
O. oft nicht gut ergangen ist. Jetzt ist
er 72 Jahre alt, ein hagerer Mann, der
oft traurig aussieht, in dessen Augen
man aber auch den Schalk erkennen
kann, wenn er einmal lacht. Unauffällig
und ruhig wirkt er. Wenn er durch die
Straßen läuft mit seinem kleinen Rollkoffer und einer großen Plastiktüte,
könnte man glauben, dass er auf Reisen
ist. Aber er lebt auf der Straße. Und das
schon seit fast 20 Jahren.
Richard O. ist
völlig mittellos
Freitagnachmittag, Wohnbereich 1.
Die Melodie eines alten Manuela-Lieds
klingt leise über den Flur. Folgt man der
Tonspur des Schlagers, zeigt ein kleines
Blechschild schon bald, dass man angekommen ist in der Kleinen Kneipe. Der
gemütliche Eckraum in dem Flingeraner
Pflegeheim hat alles, was eine „Kneipe“
ausmacht: Eine Bar mit Tresen, eine gut
bestückte Jukebox, einen leuchtenden
Flipper, einen lockenden Münzspielautomaten und einige Tische und Stühle,
die zum Verweilen einladen. Seit Mitte
November hat die Kleine Kneipe ihre
Türen geöffnet. Was sich auf den ersten
Blick ein wenig skurril anhört, ist aber
wohldurchdacht.
Die Anzahl der männlichen Bewohner
im Pflegeheim ist in den letzten Jahren
kontinuierlich gestiegen. Den Männern
fällt es aber meist viel schwerer, die
Bedingungen des Heimalltags anzunehmen und sich für Angebote wie
Basteln, Singen oder Ähnliches zu
öffnen. „Mit der Kleinen Kneipe wollten
wir eine Lücke schließen, damit auch
Männer ein Umfeld bekommen, in
dem sie sich wohlfühlen und das ihren
Bedürfnissen gerecht wird“, sagt Birgit
Böhm, Leiterin des Wichern-Hauses.
„Für männliche Bewohner ist der einer
Gastwirtschaft nachempfundene Raum
eine Umgebung, die mit zahlreichen
Die Anschaffung des Inventars für die
Kleine Kneipe wurde durch die Förderung der gemeinnützigen Stiftung
der Eheleute Theodor P. Scheurenberg
möglich
positiven Assoziationen verbunden ist.“
Der als Kleine Kneipe konzipierte Raum
soll Ruhe, Ausgeglichenheit und eine
lockere Atmosphäre vermitteln. Obwohl
für Männer konzipiert, können natürlich auch Frauen den Raum nutzen.
Elvira Wolff vom Sozialen Dienst des
Pflegeheims erzählt: „Wir wollen eine
ungezwungene Kommunikation ermöglichen – in einem Aufenthaltsraum,
der vor allem in den frühen Abendstunden so etwas wie ‚Feierabendstimmung‘ vermittelt. So wie man sich
früher mit Freunden getroffen hat, um
in der Stammkneipe über Gott und die
Welt zu plaudern.“ Zudem könne man
nun viel einfacher spezielle Angebote
wie Fußballabende, Hitparaden oder
Spiele-Runden etablieren. Der Raum
bietet auch einen Ort, den Bewohner
nutzen können, wenn sie lieber später
ins Bett gehen oder ein ma l n icht
schlafen können – dann fungiert er als
Nachtcafé.
Viele Gespräche in lockerer Atmo sphäre gab es schon bei der feierlichen
Eröffnung am 14. November, mit Altbier, Frikadellen und Blutwurst. Der
82-jährige Heinz Henseleit zeigte einer
Bewohnerin gleich sein Können am
Flipper, und der 71-jährige Wolfgang
Erler knobelte mit dem Hausmeister an
der Theke. Jeder, der an der Kleinen
Kneipe vorbeikam, egal ob Bewohner
oder Angehöriger, blieb stehen und
schaute mal rein. Und so bewies die
Kleine Kneipe im Wichern-Haus gleich,
was schon Peter Alexander in den 70er
Jahren sang: „Die kleine Kneipe in
unserer Straße, da, wo das Leben noch
lebenswert ist, dort, in der Kneipe in
unserer Straße, da fragt dich keiner,
was du hast oder bist.“
Kira Küster
Die Scheidung von seiner Frau verkraftet Richard O. nur schwer. Er fühlt
sich einsam. Dann verliert er auch
noch seine Arbeit. Den Frust und die
Verzweiflung ertränkt er in Alkohol.
Als er ins Rentenalter kommt, hofft er,
dass alles besser wird. Doch die Rente
fällt viel geringer aus als gedacht – sie
reicht nicht für Miete und Lebensunterhalt. Er versteht nicht, dass er nun
Leistungen der Grundsicherung beantragen soll, und er versteht die vielen
Behördenbriefe und Antragsformulare
nicht, die jetzt ständig in seinem Briefkasten liegen. Nach einer Räumungsklage wegen Mietrückständen verliert
er seine Wohnung. Er hat kein Netz
aus Familie oder Freunden, das ihn in
dieser Krise auffängt. Sein Zuhause
wird die Straße, sein Halt die Fachberatungsstelle Horizont der Diakonie
in Unterbilk. Die Mitarbeitenden der
Beratungsstelle helfen ihm damals erst
einmal mit einer kleinen Geldspende,
denn anfangs ist er völlig mittellos. Er
hat nicht einmal Geld für Essen und
Trinken. Bei einem Gespräch stellen
die Sozialarbeiter außerdem fest, dass
er nicht mehr krankenversichert ist. Sie
unterstützen ihn dabei, wieder bei einer
Krankenversicherung aufgenommen zu
werden. Denn Herr O. braucht dringend
regelmäßig Medikamente, weil er herzkrank ist. Als er dann im Krankenhaus
intensivmedizinisch behandelt werden
muss, lassen ihn die Sozialarbeiter
auch dort nicht allein: Sie besuchen
ihn und bringen ihm frische Wäsche.
Richard O. kommt seither täglich in
den Horizont, um günstig zu frühstücken oder Mittag zu essen, Zeitung zu
lesen, zu duschen und seine Wäsche zu
waschen. Die Mitarbeitenden und die
anderen Gäste der Tagesstätte sind wie
eine zweite Familie für ihn geworden.
Wenn es dunkel wird, sucht er sich eine
Bleibe. Manchmal übernachtet er bei
Bekannten, meistens aber schläft er im
Park.
Hilfe bei der
Wohnungssuche
Seine Situation hat sich stabilisiert.
Die Berater des Horizont haben ihm
angeboten, mit ihm zusammen eine
Wohnung oder einen Platz in einem
Wohnheim zu suchen. Er wird noch ein
wenig brauchen, um diesen Schritt zu
gehen. Gut, dass er dabei nicht allein
ist.
Kira Küster
In diesem Winter bittet die Diakonie
um Spenden für die drei Tagesstätten
für wohnungslose Menschen – Shelter,
café pur und Horizont. Mit den Spenden
schaffen wir Schlafsäcke, Duschgel,
Waschpulver, Unterwäsche und Socken
an. Bitte richten Sie Ihre Spende an:
Diakonie Düsseldorf, IBAN DE87 3005
0110 0010 1057 57, BIC DUSSDEDDXXX,
Spendenzweck „Wärme“. Ihre Spende
kommt zu 100 Prozent Menschen
auf der Straße zugute. Herzlichen Dank
für Ihre Hilfe
Diakonie 48
Jugend und Familie
14
Diakonie 48
Als Kind sah man mir meine Probleme nicht an
Der 21-jährige Leon erzählt, wie er sich Hilfe holte
Jugend und Familie
15
Kinderforum Wer mitbestimmen will, sollte früh üben,
das Wort zu ergreifen
nur Musik gehört, habe eigene Lieder
geschrieben. Pop, Rock – so etwas. Nur
in Englisch. Zuerst allein, aber seit der
10. Klasse in meiner Band. Das war
damals die Schulband. Ich kam neu
in die Schule. Eine Lehrerin hat zwei
Schüler beauftragt, mir zu helfen, mich
einzuleben – und diese beiden sind
jetzt meine zwei besten Freunde. Wir
spielen immer noch zusammen in der
Band. Jetzt geht aber erst mal das Studium vor.
Man muss sich
öffnen
Ich bin richtig froh, dass ich mein Abi
gemacht habe und jetzt anfangen kann,
Englisch und Spanisch zu studieren.
Später würde ich gerne dolmetschen
und übersetzen – mal gucken, was die
Zukunft so bringt. Mit „Sprungbrett“
kam ich in Kontakt wegen familiärer
Probleme. Vor drei Jahren erzählte
ich meiner Schwester, die schon lange
von zu Hause ausgezogen war, wie es
im Moment ist in der Familie. Sie war
schockiert und hat mir angeboten, zu
ihr zu ziehen, und wir haben Kontakt
zum Jugendamt gesucht. Es war erst
einmal schwierig, mir einzugestehen,
dass ich Hilfe brauche. Das ist ein
großer Schritt. Gerade vom Jugendamt,
das ja nicht so einen guten Ruf hat –
den Eindruck hatte ich zumindest. Ich
habe mich auch geschämt. Lange fiel
es mir schwer, darüber zu reden, dass
und warum ich ausgezogen bin von zu
Hause. Mein Vater war Alkoholiker, ist
es immer noch. Viel Gewalt in der Kindheit. Als Kind habe ich nie gedacht, ich
brauche Hilfe. Klar, das hat mich verletzt, aber ich dachte nicht, „ich will
hier raus!“. Als Kind nimmt man das
anders wahr als als Erwachsener.
Beim Jugendamt hieß es zunächst,
ich sei zu alt und könnte keine Hilfe
bekommen. Aber in Härtefällen wird
Jugendhilfe bis 21 gewähr t. Nach
„Sprungbrett“ ist ein Angebot der
Diakonie Düsseldorf, das Mädchen und
Jungen dabei hilft, ihren Weg
ins Erwachsenenleben zu schaffen
– auch wenn sie unter schwierigen
Be­d ingungen aufgewachsen sind. Den
Bericht des jungen Mannes, der hier
Leon heißt, hat Irene Dänzer-Vanotti
aufgezeichnet
diesem Hin und Her – du bekommst
keine Hilfe, du bekommst Hilfe – empfahl das Jugendamt „Sprungbrett“ von
der Diakonie. Das sei das Richtige für
mich. Mit meiner Betreuerin habe ich
die Dinge besprochen, die anstanden.
Meine erste Aufgabe war, eine Wohnung für mich alleine zu finden. Man
muss sich selbst sagen, dass es keine
Schande ist, sich Hilfe zu holen. Eigentlich ist es sogar schon sehr erwachsen.
Als Kind sah man mir meine Probleme
nicht an. Ich kam nicht verwahrlost in
die Schule, nicht mit blauen Flecken.
Ich war ein ganz normales Kind.
Jetzt geht
das Studium vor
Als ich zwölf war, habe ich gemerkt,
dass mir Musik total liegt und dass
ich singen kann. Von da an habe ich
Ich hatte Glück, dass ich meine jetzige
Betreuerin bei „Sprungbrett“ fand. Sie
kommt mir entgegen, es gibt keine
strengen Regeln. Anfangs trafen wir
uns zweimal in der Woche, jetzt einmal.
Wir machen nicht nur Sachen, die mich
in meiner Persönlichkeit stärken, sondern treffen uns auch mal im Café. Ich
kann mit ihr über alles reden, wirklich über alles. Alle bei „Sprungbrett“
sind sehr offen, locker und freundlich.
Auch meine Sachbearbeiterin beim
Jugendamt war sehr nett und hat sich
für mich eingesetzt. Wenn man sich
öffnet und über seine Probleme redet,
bekommt man Hilfe.
Die Freude war groß, als neue Handpuppen f ü rs Theaterspiel ver tei lt
wurden: eine Prinzessin, eine Schneekönigin, ein Polizist, flauschig warm und
groß genug, dass Kinderhände darin
Platz finden. Es folgte die Vorstellung im
improvisierten Puppentheater des Gruppenraums. Als der Vorhang fiel, ging das
Spiel aber weiter: Die Zwei- bis Sechsjährigen wirbelten die Puppen durch
die Luft, als wären es Bälle, zogen und
zerrten an ihnen – bis Erzieherin Nina
Bonke sie wieder in die Kiste packte.
Ende der Vorstellung. Oder?
Wann die Puppen wieder tanzen dürfen,
klärt sich an diesem Vormittag im sogenannten Kinderforum, das alle 14 Tage
im Evangelischen Familienzentrum am
Fürstenwall in Friedrichstadt stattfindet. Wie immer bilden Erzieherinnen
und Kinder heute einen Stuhlkreis. Zu
Beginn sollen die Kinder entscheiden,
welche Puppe als nächste den Weg aus
der Kiste ins Theater finden darf. Die
Kinder halten je einen roten, blauen oder
gelben Stein in ihren Händen.
„Wer ist dafür, dass die Königin zurückkommt?“, fragt die Erzieherin. Elf Kinder
legen je einen Stein auf den Boden,
geben so wie kleine römische Senatoren ihr Votum ab. Nur vier von ihnen
stimmen für den Polizisten. Demnächst
ist die Königin also zurück auf der Kita-
bühne, während sich der Polizist mit
dem schwarzen Schnurrbart noch eine
Weile in der Kiste gedulden muss.
Notizen am
Baum
Partizipation, Mitbestimmung, Verantwortung – darum geht es im halbstündigen Kinderforum, das in manchen
Einrichtungen auch Kinderparlament
heißt. „Uns erschien das zu gewichtig,
deshalb haben wir uns für ‚Kinderforum‘
entschieden“, sagt Renate Schmitz, Leiterin des Familienzentrums. Das Forum
sei eine Art Marktplatz für die Anliegen
der Kinder. „Indem Kinder darüber nachdenken, was ihnen wichtig ist, lernen
sie, für sich einzustehen, sich auszudrücken und Verantwortung zu übernehmen.“ Das geschehe auf kognitiver
und emotionaler Ebene. „Der Gedanke
der Partizipation vermittelt sich auch
über das Gefühl“, sagt Renate Schmitz.
Was auf die Tagesordnung kommt,
bestimmen die Kinder. Im Gruppenraum ist ein aus Kork gefertigter Baum
an einer Wand befestigt. Hat ein Kind
eine Idee, was es in der Gruppe besprechen möchte, hinterlässt es eine Notiz
am Baum – meist in Gestalt eines Bildes.
„Manchmal merken die Erzieher auch
aus Gesprächen, was gerade für die
Kinder wichtig ist, und ermutigen sie,
die Themen aufzugreifen“, sagt Renate
Schmitz.
Einige Bilder liegen in der Mitte des
Stuhlkreises aus. Eins davon hat Kayra,
fünf Jahre alt, gemalt. Marmelade und
Honig sind darauf zu erkennen. Erzieherin Nina Bonke bittet das Mädchen
zu erzählen, was ihr auf den Nägeln
brennt. Kayra meint, dass es bei den
Zwischenmalzeiten am Nachmittag in
letzter Zeit zu viel Obst gegeben hätte.
Sie wünscht sich, dass mehr Marmelade und Honig aufgetischt wird. „Das
bekommen wir ausnahmsweise hin“,
sagt Erzieherin Nina Bonke.
Dann ergreift Aron das Wort. Sein Bild
zeigt die Umrisse einer Handpuppe.
Schon seit Wochen möchte er neue
Puppen basteln und Märchen nachspielen. „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Dornröschen“ und noch viele
mehr. Ein wenig solle er sich gedulden,
h a b en Er z ieher i n nen i h m i n den
letzten Wochen immer wieder gesagt.
„Bald darfst du aber mit den anderen
loslegen“, sagt Nina Bonke, sehr zur
Freude von Aron. Schon bald werden
die Puppen also wieder tanzen in der
Kita am Fürstenwall.
Thomas Becker
Diakonie 48
Gesundheit und Soziales
16
Diakonie 48
Die Evangelische Schuldnerberatung hilft seit 25 Jahren
Ein Gespräch mit Leiterin Eva-Maria Trube
Frau Trube, haben Sie derzeit
viel zu tun – mehr als vor 25
Jahren?
1.000, manchmal 10.000 Euro,
aber nur selten sechsstellige
Summen.
Als ich 1989 hier in der Evangelischen Schuldnerberatung
anfing, habe ich noch als einzige Beraterin gearbeitet.
Damals waren wir als eigenständiger Verein organisiert,
später sind wir Teil der Diakonie geworden. Mittlerweile
arbeiten wir in der Collenbachstraße mit vier Beratern.
Die Nachfrage ist groß und
in den vergangenen Jahren
gestiegen: 2013 haben wir
1.190 Menschen aus Düsseldorf beraten. Davon haben
wir 161 Ratsuchende dabei
unterstützt, einen Insolvenzantrag zu stellen.
Wie helfen Sie Betroffenen?
Welche Gründe führen dazu, dass Betroffene Insolvenz anmelden?
Wenn von Überschuldung oder Insolvenz die Rede ist, denken die meisten
Leute, dass sich Betroffene unwirtschaftlich verhalten hätten. Bei den Ursachen
rangiert das aber weit hinten. Die drei
Hauptursachen für Überschuldung sind
Arbeitslosigkeit, Scheidung und Krankheit. Eine wichtige Rolle spielt zudem,
dass wir in einer Kreditgesellschaft
leben. Unsere Wirtschaft ist auf Verschuldung aufgebaut. Das schafft falsche
Anreize. Es braucht nur etwas Unvorhergesehenes passieren, dann können
einen schon kleine Beträge in die Überschuldung treiben. Manchmal sind es
17
Mit dem Feuer spielen – verantwortungsvoll
Das Friedrich-Naumann-Haus verschafft Erfolgserlebnisse
Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehört
neben der fachlichen Beratung auch, ein offenes Ohr
für Leidensgeschichten zu
haben. Schon kleine Summen
können Betroffene psychisch
fertigmachen. Starke Schamund Schulgefühle sind die
Regel. Oft kündigt der Arbeitgeber Betroffenen, sobald
eine Pfändung ansteht. Es
entsteht ein Teufelskreislauf,
der für Betroffene oft sehr
schmerzhaft ist.
Wie lange dauert ein
Insolvenz­verfahren?
Welche Gesellschaftsschichten sind besonders
stark betroffen?
Es betrifft alle Schichten. Ich
habe hier schon Zahnärzte
sitzen gehabt, ebenso wie
alleinerziehende Mütter mit
vier, fünf Kindern, die mit
Koffern voller Rechnungen
zu uns gekommen sind. Wir
sprechen diesen Menschen Mut zu und
geben ihnen Ratschläge, wie sie sich
von der drückenden Last der Schulden
befreien können.
Gesundheit und Soziales
Eva-Maria Trube ist Sozialpädagogin
und systemischer Coach. Sie leitet die
Evangelische Schuldnerberatung der
Diakonie Düsseldorf, die im November
25-jähriges Jubiläum feierte.
Mit Eva-Maria Trube sprach Thomas
Becker. An die Evangelische Schuldnerberatung können Düsseldorferinnen
und Düsseldorfer sich unter Telefon
0211 32 81 95 wenden. Auch in der
Präventionsarbeit ist die Beratungsstelle aktiv. Sie bietet Seminare zum
verantwortungsvollen Umgang mit
Geld für Schüler, Auszubildende und
Erwachsene an
In der Regel sechs Jahre. Wer
es schafft, 35 Prozent seiner
Schulden zurückzuzahlen und
zudem die Verfahrenskosten
trägt, für den endet das Verfahren nach drei Jahren.
Das gelingt aber nur in den
wenigsten Fällen. Am Ende
des Verfahrens steht dann
die sogenannte Restschuldbefreiung –
eine Art Resetknopf, der das Schuldenkonto wieder auf null stellt. Ich meine,
dieser Knopf müsste viel früher gedrückt
werden.
Sollte unsere Gesellschaft milder mit
Schuldnern umgehen?
Auf jeden Fall. Ein bekannter Düsseldorfer Insolvenzverwalter sagte einmal:
Das erste Mal reicht es eigentlich, wenn
Betroffene eine halbe Stunde in meiner
Kanzlei auf dem Flur sitzen. Danach
sollte man sie mit der Restschuldbefreiung nach Hause schicken. Der Meinung bin ich auch. Wenn Menschen
ausrutschen, sollte man ihnen die Hand
reichen, damit sie schnell wieder auf
die Beine kommen. Wenn wir Armut
bekämpfen wollen, sollten wir für
Schuldner den Weg zurück ins normale
Leben einfacher gestalten.
Als Erstes kommen die Wassereimer,
die Löschdecken werden getränkt. Hat
auch niemand ein Nylonshirt an? Baumwollkleidung ist Pflicht, wenn die jungen
Männer, die im Friedrich-Naumann-Haus
der Diakonie wohnen, am Feuerworkshop
teilnehmen. „Und Löschen ist die erste
Lektion“, sagt Feuerpädagoge Christian Effern. Diese Lektion haben Adlan,
20, Thomas, 32, und Pascal, 21, schon
gelernt. Sie breiten die Löschdecken auf
der Wiese des Gartens aus, zünden die
Feuerbehälter an und präparieren Fackeln
und Jonglierstäbe mit brennbaren Flüssigkeiten. Manche Kunststücke werden
mit Petroleum gemacht, manche mit Lampenöl, beides ist strikt zu trennen, auch
das lernt man bei Christian Effern. Und
dann geht es los.
Die Freude,
wenn es gelingt
Brennende Fackeln fliegen durch die
Luft, von einer Hand zur anderen,
Pasca l w irbelt einen Sta b, der a n
beiden Enden in Flammen steht, um
seinen Nacken, Thomas „schluckt“ das
Feuer einer Fackel und Adlan erzeugt
als Feuerspucker einen großen Feuerball. Niemand verbrennt sich, im Gegenteil: Die jungen Männer gehen souverän
mit ihrem brenzligen Jonglagewerkzeug
um – nicht leichtfertig, aber auch nicht
ängstlich. Es sieht gut aus, was sie da
an nur wenigen Terminen schon gelernt
haben. Die Freude darüber, wenn etwas
Kniffliges gelingt, sieht man ihnen an.
Das alles ist gar nicht selbstverständlich. Denn die Männer im Friedrich-Naumann-Haus sind zwar oft erst Anfang
20, haben aber schon jede Menge
Schwierigkeiten: keine Wohnung, Drogenprobleme, Schu lden, v iel leicht
kommen sie gerade aus dem Gefängnis.
Im Friedrich-Naumann-Haus können
sie erst einmal wohnen – und lernen,
eigenständig zu leben. 25 Männer zwischen 18 und 35 Jahren sind derzeit
in der Einrichtung vorübergehend zu
Hause, durchschnittlich bleiben sie
zwölf Monate. Diese Zeit wird intensiv
genutzt. „Unsere Bewohner erledigen
viele Haushaltsaufgaben selbst“, erläutert Timo Stascheit, Leiter des Hauses.
Ob Treppenhaus putzen, kochen oder
Gartenarbeit – es gibt feste Dienste, die
man zu erfüllen hat. Das sei auch sinnvoll, um den Tagesablauf der Bewohner
zu strukturieren, sagt Stascheit. „Vor
allem, um eine Arbeit oder einen Ausbildungsplatz zu bekommen, muss man
sich an Regeln und Strukturen halten
können.“ Der Feuerworkshop passe gut
in dieses Konzept, so Stascheit. Einerseits übe man, mit etwas Gefährlichem
verantwortungsvoll umzugehen. Andererseits habe man ganz besondere
Erfolgserlebnisse. Denn bei allen Problemen, die die jungen Männer hätten,
solle das nicht zu kurz kommen: dass
man stolz ist, auf die Sachen, die einem
gelingen.
Am 20. Oktober feierte das FriedrichNaumann-Haus sein 60-jähriges Jubiläum – mit vielen Gästen und einem
„ Fe u e r s p e k t a ke l“. D ie B e w oh n e r
zeigten, was sie im Workshop gelernt
hatten, die Gäste durften selbst mitmachen, schließlich trat eine Gruppe von
Feuerakrobaten auf. Und das Küchenteam servierte dazu feurig-scharfe
Currywurst.
Susanne Schwendtke
1954 wurde das Friedrich-NaumannHaus in Niederkassel gegründet. Friedrich Naumann (1860–1919) war ein
einflussreicher evangelischer Theologe
und liberaler Politiker. Zunächst kamen
vor allem junge Flüchtlinge aus der
DDR und junge Arbeitsmigranten in
dem Haus unter. Seit 1985 werden wohnungslose junge Männer in besonderen
sozialen Schwierigkeiten betreut
Diakonie 48
Leben im Alter
18
Schnibbeln und teilen Aktion des Gerresheimer
Quartiersmanagements bringt Menschen zusammen
Zwei Suppen, zwei Qu iches, zwei
Pestos, einen Wirsingeintopf und zum
Nachtisch sogar einen Obstsalat: So
viel kann man machen aus einer wilden
Zufallsmischung von mitgebrachten
Zutaten. Bei der „Schnibbelaktion“ des
Gerresheimer Quartiersmanagements
am 5. Oktober staunten auch die rund
80 Teilnehmer, was sie gemeinsam auf
den Tisch des evangelischen Gemeindesaals brachten. Das Prinzip der Schnibbelaktion ist einfach: Jeder bringt
ein Brettchen, ein Küchenmesser und
das mit, was er gerade im Kühl- oder
Küchenschrank hat. Man trifft sich an
einem Ort, wo Platz zum geselligen
Gemüseschneiden, zum gemeinsamen
Kochen und natürlich für eine gemeinsame Mahlzeit ist. Und dann entsteht
vieles fast von alleine: Man kommt ins
Gespräch, man teilt, was man hat, man
hilft sich und freut sich zusammen,
wenn die Quiche gelingt, der Wirsing
schmeckt und der Obstsalat für alle
reicht.
Genau die richtige Aktion, um Menschen, die einsam sind, wenig Geld und
viele Sorgen haben, mit anderen zusammenzubringen, dachte sich Anna Eggeling, Quartiersmanagerin in Gerresheim.
Schnibbelaktionen kommen aus einer
gesellschaftlichen Szene, die mit sozialer Quartiersarbeit eher nichts zu tun
hat. Foodsharing heißt die Online-Community, die sie veranstaltet und über
soziale Medien organisiert. Den Food­
sharern geht es darum, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden,
bloß weil vielleicht ein paar Zutaten
fehlen, um aus ihnen eine Mahlzeit zu
kochen. Über die Plattform foodsharing.de werden Lebensmittel getauscht,
verschenkt oder eben gemeinsam verwertet – jeder trägt etwas bei.
„Dadurch, dass wir uns mit Foodsharing zusammengetan haben, kamen
ganz verschiedene Leute zu der Aktion“,
sagt Anna Eggeling. Studenten und
Menschen, die bewusst einen nachhaltigen Lebensstil pflegen, schnibbelten
und aßen zusammen mit Menschen,
denen oft einfach das Geld für Lebensmittel fehlt, die aus Geldmangel und
Scham nicht in Cafés gehen, die deshalb immer einsamer werden. Anna
Eggeling hatte bei der Sprechstunde
des Gerresheimer Netzes gegen Armut
für den Schnibbeltag geworben – und
viele sind gekommen. „Das war wirklich toll“, sagt Eggeling. „Alles mischte
sich, es war egal, wie viel oder wenig
jemand mitbrachte, und es spielte
keine Rolle, wer über das Netz gegen
Armut eingeladen worden war und wer
über Facebook.“ Frauen und Männer,
Kinder, junge Erwachsene und alte
Das Quartiersmanagement in Gerresheim wird von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert und setzt sich vor
allem dafür ein, dass Menschen, die im
Alter arm sind, am Stadtteilleben
teilhaben können. Viele Aktionen
haben das Jahr über Menschen
zusammengebracht
Leute machten mit. Dabei habe sich
auch gezeigt, so Eggeling, wie die aktuelle Haltung junger Menschen, ökologisch nachhaltig zu leben, der Haltung
der Älteren ähnelt, die den Mangel
der Nachkriegszeit erfahren haben:
Nichts verschwenden, aus allem etwas
machen, sich zusammentun.
Am 5. Oktober war noch so viel übrig,
dass v iele etwas m it nach Hause
nehmen konnten. Ein Pesto oder eine
Suppe halten sich schließlich eine Weile.
Und auch die Freude darüber, wie viel
aus wenig wird, wenn man teilt, dürfte
bei denen, die mitgemacht haben, nachhaltig wirken. Anna Eggeling jedenfalls freut sich sehr über den Erfolg der
Aktion – und auf viele weitere.
Susanne Schwendtke
Diakonie 48
Leben im Alter
19
Managerinnen mit Herz Monika Meister, Marlene Steves und
Barbara Weber prägten das „Leben im Alter“
102 Jahre bei der Diakonie Düsseldorf –
da s muss den d reien ers t ei n ma l
jemand nachmachen. Monika Meister,
Marlene Steves und Barbara Weber
wurden Anfang November gemeinsam
in den Ruhestand verabschiedet. Auf
zusammen 102 Jahre im Dienst älterer
und pflegebedürftiger Menschen blicken die drei Abteilungsleiterinnen
zurück. Barbara Weber leitete seit 1982
das Otto-Ohl-Haus und mit ihm alle
Pflegeangebote sowie das zentrum
plus in Garath. Monika Meister trug seit
1994 die entsprechende Verantwortung
in Gerresheim für das Ferdinandheim
und die vielfältige Seniorenarbeit. Zuvor
war sie seit 1986 in Benrath, Garath und
Bilk in der Pflege tätig gewesen. Marlene Steves‘ Wirkungsstätte war seit
1973 Golzheim: 41 Jahre lang war das
Tersteegen-Haus „ihr“ Haus, 33 Jahre
leitete sie es, bis es in diesem Sommer
geschlossen wurde, um einem Neubau
Platz zu machen.
Mit dem Abschied von Barbara Weber,
Marlene Steves und Monika Meister
gehe eine Ära zu Ende, sagte Dr. Roland
Schulz, Kuratoriumsvorsitzender der
Diakonie Düsseldorf, auf der Feier in
der Versöhnungskirche. „Denn wir verabschieden gleich drei Frauen, die über
mehrere Jahrzehnte den Bereich Leben
im Alter und die von ihnen geleiteten
Pflegeeinrichtungen erheblich geprägt
haben.“ Mit intensivem Kontakt zu den
benachbarten Kirchengemeinden, wertvollen Kooperationen und einer stetigen
Weiterentwicklung der quartiersnahen
Seniorenarbeit waren sie durch die Jahre
hindurch erfolgreich und meisterten
viele Herausforderungen, wie etwa die
Pflegereform in den 1990er-Jahren, die
aus einem traditionellen Betätigungsfeld
der Wohlfahrt und der Kirchen einen
umkämpften Markt machte. Alle drei
Abteilungsleiterinnen setzten sich mit
einem hochwertigen Pflegeangebot an
diesem Markt durch.
102 Jahre bei der
Diakonie
„Ihre Häuser waren wirtschaftlich erfolgreich, hatten eine hohe Qualität, und die
Bewohnerinnen und Bewohner haben
sich wohlgefühlt“, so zog Roland Schulz
das Fazit. Diakonie-Vorstand AdolfLeopold Krebs und Beate Linz, Leiterin
des Geschäftsbereichs Leben im Alter,
stimmten dem zu. Alle drei hätten die
große Kunst von Führungskräften in
der Pflege beherrscht, Herz und Engagement einzubringen und dabei die Wirtschaftlichkeit immer im Blick zu haben.
„Herz und Verstand zeichnen Sie aus“, so
Adolf-Leopold Krebs, und darauf komme
es an. „Sie ruhen in ihrem christlichen
Selbstverständnis und waren dadurch
immer selbstbewusst, entscheidungsfreudig, neugierig und offen.“
„Ich vermisse Sie jetzt schon“, sagte
Beate Linz. Seit sie vor fünf Jahren die
Geschäftsbereichsleitung übernommen
habe, habe der wirtschaftliche Erfolg
ihrer drei Abteilungsleiterinnen sie
stets ebenso beeindruckt wie die herzliche, heimelige Atmosphäre in ihren
Häusern: „Man spürte es gleich, wenn
man durch die Tür kam.“ Beate Linz,
der Vorstand und das Kuratorium der
Diakonie dankten Marlene Steves,
Barbara Weber und Monika Meister
herzlich: für ihr Engagement, ihre Leidenschaft und ihre Leistung für die
Diakonie und die ihnen anvertrauten
Menschen. Und zu allen guten Wünschen für den neuen Lebensabschnitt
fügten sie hinzu: „Wir freuen uns, wenn
wir Sie bei der einen oder anderen Gelegenheit wiedersehen.“ Wer weiß – vielleicht wird es in einem Ehrenamt sein.
Nach 102 Jahren geht man ja niemals
so ganz.
Susanne Schwendtke
Diakonie 48
Diakonie und Kirche
20
Diakonie 48
Diakonie und Kirche
21
Gespräch unter Kollegen Falk Schöller ist
neuer Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung
Falk Schöller ist seit Anfang Oktober
Theologischer Vorstand der Graf Recke
Stiftung. Thorsten Nolting sprach mit
dem 45-jährigen Theologen über die
Arbeit der Stiftung
schen, die ein reizarmes Umfeld brauchen, weil sie unter normalen Reizen
aggressiv gegen sich selbst oder andere
werden. Aber auf der anderen Seite
muss ja auch die Frage gestellt werden,
ob das Umfeld und die Gesellschaft
fähig und bereit sind, die Menschen in
ihrem Quartier aufzunehmen. Wir gehen
ins Quartier, immer wieder und immer
weiter, und sind zugleich froh um unsere
exklusiven Orte.
Und trotzdem verfolgen Sie den Inklusionsansatz. Wie arbeiten Sie dabei
mit den Kirchengemeinden vor Ort
zusammen? Wie sieht Ihr Konzept für
diese Zusammenarbeit aus?
Lieber Herr Schöller, Sie treten ein
interessantes Erbe an. Die Graf Recke
Stiftung hat in Düsseldorf eine bedeutsame Geschichte. 1822 wurde sie in
Düsselthal gegründet, ist also tief verwurzelt in der Stadt. Sie sind ganz neu
vor Ort – was verbinden Sie mit der Graf
Recke Stiftung?
Ich finde es spannend, dass die Graf
Recke Stiftung eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands
ist, die aus der Rettungshaus-Idee entstand: Damals lebten Waisenkinder
und die „Verbrecherkinder“ in unglaublicher sozialer Not. Und dann kommt ein
Graf, baut ein Schloss und gibt diesen
Jugendlichen einen ganz exklusiven
Lebensort, an dem sie wieder ein Stück
Orientierung finden. Rettungshaus steht
bei Graf Recke von Anfang an für zwei
Aspekte: einerseits Bildung zu einer
inneren Frömmigkeit, die Halt gibt, für
die Verantwortung vor Gott. Andererseits geht es um die praktische Lebensorientierung, einen Beruf zu erlernen
und tätig zu sein in der Welt sowie um
Verantwortung zu übernehmen in der
Welt. Das finde ich eine großartige Perspektive, bis heute.
Die Stiftung hat sich enorm entwickelt
über die Jahre. Sie hat viele Standorte
im Rheinland und auch eine Einrichtung
in Neumünster. Sie ist in der Altenhilfe,
Behindertenhilfe und Jugendhilfe aktiv.
Hält der ursprüngliche Gedanke das
Ganze noch zusammen? Oder braucht
es eine neue Konstruktion, die es wieder
zusammenbringt?
Wenn ich mir anschaue, wofür Graf
Recke in Düsseldorf immer noch steht,
dann sind das oft die „schweren Fälle“.
In unserer Hildener Einrichtung leben
Menschen mit Einweisungsbeschluss
in unser gerontopsychiatrisches Altenheim. Wir haben Jugendliche, von
denen viele traumatisiert sind, Opfer
körperlicher oder sexueller Gewalt.
Im Bereich Sozialpsychiatrie und Heilpädagogik leben bei uns Menschen
mit schwersten Behinderungen. Sie
brauchen nicht die eine oder andere
diakonische Hilfe, sondern intensive
Begleitung. Die Graf Recke Stiftung hat
das Motto „das Leben meistern“. Das
gilt für junge und alte Menschen. Aber
was heißt „das Leben meistern“, darf
man auch scheitern? Nicht alle Jugendlichen, die bei uns leben, schaffen den
Sprung, nicht alle Menschen aus der
Sozialpsychiatrie schaffen den Weg
in die Normalität. Manche bleiben auf
Dauer auf Betreuung angewiesen. Um
damit umzugehen, braucht es die Stif-
tung als Ganzes, sie umfasst alles, was
wir tun. Natürlich agieren die Teile der
Stiftung, die Geschäftsbereiche, die
Außenstellen, inhaltlich und räumlich
auch jeweils für sich. Und doch haben
wir denselben Auftrag seit 200 Jahren:
Es bleibt unsere dauerhafte Aufgabe,
da s Zu sa m mengehör igkeitsgef ü h l
immer wieder zu fördern.
Es hat ja seinen guten Grund, dass
die Graf Recke Stiftung und vergleichbare diakonische Institutionen sich
nicht mehr nur auf einem abgegrenzten
Gelände bewegen, wie das vor vielen
Jahren gemacht wurde. Die Idee war
damals, einen geschützten Raum
zu schaffen, in dem sich diejenigen
aufgehoben fühlen, die „draußen“ nicht
zurechtkämen. Heute sucht man den
Anschluss an die Quartiere. Will auch
Graf Recke die Menschen stärker in
die Quartiere bringen?
Wir versuchen das für die Menschen,
für die das möglich ist. Das muss eine
Leitperspektive sein: So viel Inklusion
wie möglich. Auf der anderen Seite verstehe ich den Anspruch des geschützten
Raumes doppelt. Es ist ein Raum, der
Menschen mit besonders schwierigen
Lebensmöglichkeiten einen schützenden
Rahmen bietet, beispielsweise Men-
Ich nehme zurzeit wahr, dass der Gang
ins Quartier auch heißt, neue Chancen
wahrzunehmen, Kontakt zu Kirchengemeinden aufzubauen. Ehrenamtliche gewinnen wir leichter dort, wo
unsere Klienten im Quartier leben,
wo wir Mitarbeitende haben, die dort
mit Bewohnern einkaufen gehen, eine
Kirche besuchen. Insofern ist es gut,
dass in Wittlaer mittlerweile die Wohngebiete an die Graf Recke Stiftung herangewachsen sind. Hier können wir
neu anfangen, unsere bisherige Arbeit
und die Arbeit im Sozialraum miteinander zu verknüpfen und Ehrenamt
zu verankern. Die Kindertagesstätten
im Walter-Kobold-Haus und neben
der Graf Recke Kirche bringen Menschen aus dem Düsseldorfer Norden
in enge Berührung mit Menschen,
die in der Graf Recke Stiftung leben
und arbeiten, jung und alt. Auch
Betreutes Wohnen ist im WalterKobold-Haus untergebracht, Menschen am Lebensende wohnen dort:
Man begegnet einander ganz selbstverständlich. In diese Richtung muss
es weitergehen.
Sie haben als Pfarrer eine kirchliche
Berufung. Jetzt stehen Sie einer Stiftung vor, die kirchlich geprägt, aber
nicht Kirche ist, oder? Welches Verhältnis wünschen Sie sich zur Kirche
vor Ort, zu den Gemeinden?
Ich bin in der Tat ein Mann der
Kirche, theologischer Vorstand. Aber
in der Stiftung bin natürlich nicht ich
alleine Kirche. Ganz viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind da, wo
sie leben und arbeiten, auch Kirche
– in evangelischen, katholischen oder
freikirchlichen Gemeinden. Schön
wäre es, stärker die Verbindung herzustellen zwischen dem Ort, wo die
Menschen beheimatet sind, und der
Dienstgemeinschaft von Mitarbeitenden, der Gemeinschaft von Klienten, Patienten und Bewohnern.
Ehrenamt kann neben dem Hauptamt
ein Schlüssel für Vernetzung sein. Ich
will Fragen stellen: Wo ist Kirche bei
uns beheimatet, wo gibt es Kontakte?
Taucht die Graf Recke Stiftung auch
als Kirche auf? Ist sie im Herzen und
vor Ort gut sichtbar im Quartier und
erlebbar in der Stiftung? Wir wollen ein
selbstverständliches Miteinander von
Kirche und Ortsgemeinde.
Für die Diakonie Düsseldorf arbeiten wir
sehr stark daran, dass die Kirchengemeinden vor Ort unsere Einrichtungen
als ihre sehen, dass sie sagen: „Das
ist unser diakonisches Engagement.“
Wollen Sie in diese Richtung gehen?
Wenn wir es schaffen, in der Öffentlichkeit, den Gemeinden, auch in der
bürgerlichen Gemeinde sichtbar zu
machen: „Wir sind Kirche, wir sind Diakonie“, dann schließen sich uns Menschen an. Und wir können auch noch
einmal deutlich machen, wo wir bürgerschaftliche Zusammenarbeit wollen
und brauchen, und an welchen Stellen
wir ein Spezialanbieter sind, der zu
Recht geschützte Räume bietet. Die
Beheimatung der Graf Recke Stiftung
in Kirchengemeinden gelingt vor allem
an zwei Stellen schon ganz hervorragend: Zum einen nimmt Pfarrer Redeker
seit 20 Jahren unsere Bewohner und
Klienten mit und gestaltet Gottesdienste mit ihnen gemeinsam, auch
für andere Menschen im Sozialraum.
Zum anderen haben wir mit Kirchengemeinden fusioniert, zum Beispiel in
Kaiserswerth. Damit sind wir schon ein
gutes Stück raus aus der alten Anstaltsgemeinde. Darüber bin ich froh, denn
dadurch wird deutlich: Die Arbeit, die
wir machen, machen wir in einem Sozialraum, in einem größeren Gefüge. Zu
unserem Dienstauftrag gehört es, auch
zusammen mit den Kirchengemeinden,
eine Brücke in die Gesellschaft zu
bilden. Das werden wir in Zukunft noch
intensivieren.
Diakonie 48
Kurzmeldungen
22
Diakonie 48
Stammhaus Kaiserswerth
Übergang zum neuen Jahr
In Oberrath Gemeinderäume
werden Familienzentrum
Ausgezeichnete OGS
„Haus der kleinen Forscher“
Preis für Schreibwerkstatt
Aktiv für Toleranz
Impressum
Die Diakonie Düsseldorf wird zum
1. Januar 2015 den Geschäftsbetrieb
des Altenzentrums Stammhaus von der
Kaiserswerther Diakonie übernehmen.
Dazu gehören das Pflegeheim am Kaiserswerther Markt mit 148 Plätzen, das
zentrum plus, 17 Wohnungen für Senioren und die Stammhauskirche. Schon
seit längerem bauen die beiden Diakonien ihre Zusammenarbeit im Bereich
der Altenhilfe aus, kooperieren zum Beispiel im Einkauf und in der Ausbildung
von Fachpersonal für die Altenpflege.
„Das Stammhaus ist die einzige stationäre Altenpflegeeinrichtung der Kaiserswerther Diakonie im Düsseldorfer
Stadtgebiet. Von der Überführung des
Stammhauses in den größeren Altenpflegeverbund der Diakonie Düsseldorf
erwarten wir neben Synergieeffekten
vor allem Vorteile bei der Anwerbung
von Fachkräften und bei der Qualitätssicherung“, erläutert Klaus Riesenbeck,
Vorsta nd der Ka iserswer ther Diakonie, die Hintergründe. Die Immobilie
bleibt im Eigentum der Kaiserswerther
Diakonie.
„In den letzten Jahren hat es sich für
die Düsseldorfer Altenpflege und Seniorenangebote bewährt, stark auf die
Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchengemeinden vor Ort und
die Öffnung zum Quartier zu setzen“,
sagt Thorsten Nolting, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Düsseldorf, zu
deren Mitgliedern neben allen anderen
evangelischen Kirchengemeinden der
Stadt auch die Kirchengemeinde Kaiserswerth gehört. Die Einbeziehung
der Menschen aus dem Stammhaus in
das Gemeindeleben soll fortgesetzt und
intensiviert werden.
Die Kooperation hat bereits Anfang
Oktober begonnen. Seitdem unterstützt
die Diakonie Düsseldorf das Management im Stammhaus.
18 Monate Bauarbeiten – und das bei
laufendem Betrieb: Der Umbau der
Evangelischen Tageseinrichtung für
Kinder an der Oberrather Straße war
aufwändig, hat sich aber gelohnt.
Nun gibt es 25 Plätze für Kinder unter
drei Jahren und ganz viel Platz und
Licht zum Spielen. Dafür wurden das
benachbarte Gemeindehaus der OsterKirchengemeinde komplett umgebaut,
die schon bestehende Kita renoviert
und beide Gebäude durch ein großzügiges Foyer verbunden. „Es ist schön,
dass ein auf andere Art nicht mehr
finanzierbares Gemeindehaus nun so
eine sinnvolle Nutzung erfährt“, freut
sich Pfarrer Alfred Geibel. Auch für die
Angebote des Familienzentrums gibt es
jetzt viel Raum. „So bleiben nach dem
Umzug des Gemeindezentrums in die
Graf-Recke-Straße noch viele Angebote
für Menschen jeden Alters vor Ort“,
sagt Petra Behlau, Leiterin der Tageseinrichtung: Der Jugendclub tagt im
Keller, der Seniorentreff findet in der
ersten Etage statt.
Dass sich alle im neuen Zentrum so
wohlfühlen, liegt vor allem an der Planung der Architektin Mareike Schnitter,
die eine ganz besondere Verbindung zur
Einrichtung hat: „Ich bin hier selbst in
den Kindergarten gegangen und meine
Tochter auch. Mir ging es darum, die
Räume so zu gestalten, dass auch diejenigen, die hier arbeiten, optimale Bedingungen haben“, erzählt sie. „Hier ist
eine richtige Kinderstadt entstanden.“
Optische Phänomene, chemische Reaktionen oder technische Apparaturen –
in der Offenen Ganztagsschule (OGS) an
der Volker Rosin Schule können Schülerinnen und Schüler die Welt der Naturwissenschaften ganz aktiv erkunden.
Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat die Vennhauser OGS der Diakonie deshalb heute ausgezeichnet – als
erste in Düsseldorf.
Die Experimente machten nicht nur
Spaß, sondern hätten auch einen großen
pädagogischen Nutzen, sagt Angelika
Frank, pädagogische Fachkraft der
OGS: „Das Forschen in der Gruppe fördert die Sprachkompetenz und das Mengenverständnis, die Kommunikation der
Kinder untereinander und die Konzentration.“ Cornelia Großer, die als Netzwerkkoordinatorin und Trainerin das
„Haus der kleinen Forscher“ für die Diakonie leitet, ergänzt: „Wir arbeiten nach
dem ko-konstruktiven pädagogischen
Ansatz. Das bedeutet, nicht Erzieher
und Lehrerinnen, sondern die Kinder
selbst sind die Experten.“ Die pädagogischen Kräfte setzten als Lernbegleiter
Impulse, alles andere gehe von den Kindern aus.
An der Volker Rosin Schule haben sich
auch alle Lehrerinnen und Lehrer von
der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ schulen lassen, damit sich auch
im Schulunterricht der kindliche Forschergeist bestens entfalten kann. „Die
Zusammenarbeit ist an dieser Grundschule sehr gut abgestimmt“, sagt
Cornelia Großer. „So können sich die
Aktivitäten der OGS und der Unterrichtsstoff ergänzen.“
90 Prozent der Dinge, mit denen die
Kinder forschen, kommen übrigens „aus
dem Küchenschrank“. Die Experimente
kann man zu Hause mit der Familie
nachmachen, und die OGS leiht dafür
gerne Zubehör aus.
Im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv
für Demokratie und Toleranz 2014“ des
BfDT (Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt)
wurde die Schreibwerkstatt „Gemeinsame Geschichte(n) – Tragisches und
Komisches aus dem Einwanderungsland Deutschland“ als vorbildlich eingestuft und mit einem Preis ausgezeichnet, der mit 2.000 Euro dotiert ist.
Die Werkstatt, die in diesem Jahr schon
zum dritten Mal stattfindet, richtet sich
an Seniorinnen und Senioren mit und
ohne Einwanderungsgeschichte. In der
Schreibwerkstatt unter der Leitung der
Autoren Pamela Granderath und Michalis Patentalis können die Teilnehmer
ihre persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen zu Papier bringen: Tragisches,
Komisches, Ungewöhnliches, Alltägliches und manchmal auch Schwieriges
aus ihrem Leben in Deutschland. Die
dabei jeweils entstehenden Geschichten
werden als Buch veröffentlicht und bei
Lesungen in Düsseldorf und Umgebung
vor einem breiten Publikum präsentiert. Der Workshop ist ein Gemeinschaftsprojekt der Migrationsberatung
für Erwachsene der Diakonie Düsseldorf und des zakk. Im kommenden
Jahr werden alle Preisträger des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und
Toleranz 2014“ bei einer öffentlichen
Veranstaltung in Berlin gewürdigt.
Herausgeber
Diakonie Düsseldorf –
Gemeindedienst der evangelischen
Kirchengemeinden e. V.
Susanne Schwendtke
Kira Küster
Susanne Schwendtke
Kira Küster
Kurzmeldungen
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Redaktion
Susanne Schwendtke (verantwortlich)
Kira Küster
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Hans-Jürgen Bauer (S. 8),
Gerald Biebersdorf (S. 10-11, 15-17),
Anika Potzler (S. 4-5), privat (S. 7),
Petra Warrass (S. 1-3, 9, 12, 18-21)
Druck
Tannhäuser Media, Düsseldorf
Print CO 2 -kompensiert: Id-Nr. 1441569
www.bvdm-online.de
Papier
Cyclus Offset, 100 % Altpapier,
Umweltzertifizierungen: Blauer Engel,
EU-Blume, ISO 41 001, EMAS
Auflage
9.700
Erscheinungsweise
Vierteljährlich
Spendenkonto
Diakonie Düsseldorf
IBAN DE87 3005 0110 0010 1057 57
BIC DUSSDEDDXXX
Diakonie 48
Termine
24
Januar 2015
Februar 2015
März 2015
Andererseits
Andacht für Diakonie und Holthausen
Mit Thorsten Nolting
Donnerstag, 8. Januar, 8.30 Uhr
Diakonie-Institut, Oberlinplatz 2
Andererseits
Andacht für Diakonie und Flingern
Mit Thorsten Nolting
Montag, 2. Februar, 8.30 Uhr
Diakonie-Institut, Oberlinplatz 2
Andererseits
Andacht für Diakonie und Holthausen
Mit Thorsten Nolting
Donnerstag, 5. März, 8.30 Uhr
Diakonie-Institut, Oberlinplatz 2
Ringgespräche
Mit dem Künstler und
Autor Johannes Stüttgen
Donnerstag, 8., 15., 22. und 29. Januar,
19 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Ringgespräche
Mit dem Künstler und
Autor Johannes Stüttgen
Jeden Donnerstag, 19 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Ringgespräche
Mit dem Künstler und
Autor Johannes Stüttgen
Jeden Donnerstag, 19 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
DIO Vokalimprovisation
Leitung: Barbara Beckmann
Freitag, 27. Februar, 19 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Nacht der offenen Kirchen
Samstag, 7. März, Bergerkirche
19.30 Uhr
Wort in den Abend, mit Pater Rafael
20 Uhr
Klavier, Klarinette und Querflöte
Werke von Bach, Foule, Enescu und
Poulenc, Studierende der Anton Rubinstein Akademie
21 Uhr
Klavier und Violinen, Werke von
Kreisler, Sarasate und Ravel, Studierende der Anton Rubinstein Akademie
22 Uhr
Spirituelle Lieder aus aller Welt, mit
Miriam Peters
22.45 Uhr
Abendsegen, mit Heinz Frantzmann
Andererseits
Andacht für Diakonie und Flingern
Mit Heinz Frantzmann
Montag, 12. Januar, 8.30 Uhr
Versöhnungskirche
Platz der Diakonie 2
Innovation & Ehrenamt
4. Innovationstag des Büros für
soziale Innovation
Mittwoch, 14. Januar, 15 Uhr
Bergerkirche, Bergerstrasse 18 b
Mehr Informationen
unter soziale-innovation.eu
Das Angebot der „offenen Bergerkirche“ macht im Januar und Februar
2015 Winterpause. Ab 1. März ist die
Bergerkirche wieder dienstags bis
sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Ehrenamtliche Ansprechpartner
geben dann Auskunft zu Geschichte
und gegenwärtiger Gestaltung der
Bergerkirche.
If music be the food of love
A-cappella-Musik zu
Texten von William Shakespeare
Ensemble Convivium
Leitung: Ingo Kraus
Samstag, 28. Februar, 20 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Andererseits
Andacht für Diakonie und Flingen
Mit Thorsten Nolting
Montag, 16. März, 8.30 Uhr
Versöhnungskirche
Platz der Diakonie 2
DIO Vokalimprovisation
Leitung: Barbara Beckmann
Freitag, 20. März, 19 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Frühlingskonzert
Studierende der Anton
Rubinstein Akademie
Samstag, 28. März, 16 Uhr
Bergerkirche, Berger Straße 18 b
Eintritt 5 Euro
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Kategorie
Seele and Geist
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