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hier - Stadtharmonie Oerlikon Seebach

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Das Programm
Symphonic Overture, Op. 80
James Barnes (*1949)
Theseus’s Journey
Kris Roemers (*1975)
I The Prophecy and Journey to Athens, II Sailing to Crete, meeting King Minos,
III Ariadne, and the Battle with the Minotaur
Pause
Symphony No. 4 «Semper Vitae» (Schweizer Erstaufführung)
Thomas Trachsel (*1972)
I Introduction, II Scherzo, III Adagio, IV Finale
Eintritt
Kartenpreise
Kategorie 1: Fr. 58.–
Kategorie 2: Fr. 50.–
Kategorie 3: Fr. 42.–
Kategorie 4: Fr. 36.–
Kategorie 5: Fr. 30.–
Kategorie 6: Fr. 25.–
Vorverkauf ab 27. Januar 2015 bei:
Musikhaus Bucher, Wattstrasse 15, 8050 Zürich
Telefon 044 312 58 43, www.musikbucher.ch
Öffnung der Tageskasse am Konzerttag um 18.00 Uhr.
Nach dem Galakonzert Restauration im Foyer.
Der Dirigent
Der 1969 geborene Tessiner Carlo Balmelli erlangt
1991 am Konservatorium in Bern in der Klasse von
Prof. Branimir Slokar das Lehrdiplom für Posaune
und zwei Jahre später den «Höheren Studienausweis».
1990 beginnt er zudem die Ausbildung zum Kapellmeister in der Klasse von Dr. Ewald Körner und
besucht gleichzeitig weiterführende Studien bei Horst
Stein in Basel, Ralf Weikert in Zürich und Gustav
Kuhn in Mailand.
Seit 2005 ist Carlo Balmelli der musikalische Leiter
der Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach und massgeblich für ihre
musikalische Weiterentwicklung verantwortlich. Daneben engagiert er sich in
der Nachwuchsförderung, sei es als Musikschulleiter der Musikschule des
Conservatorio della Svizzera italiana oder als Lehrer an diversen Musikschulen
im Tessin.
Das Orchester
Die Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach ist ein ausgebautes sinfonisches
Blasorchester der Höchstklasse mit rund 85 Amateurmusikerinnen und -musikern.
Ausgewogenheit des Klangkörpers, Vielfalt der Klangfarben, Musikalität
und Virtuosität der Interpretation charakterisieren die Auftritte dieses Vereins.
Flöte/Piccolo: Serina Aardalsbakke, Katarzyna Bolardt, Cindy Mäder, Erika Müller, Markus Staubli, Ingris
Suter; Oboe/Englischhorn: René Galletti, Eliane Howald, Rosanne Vandeweerdt; Fagott: Claudia Dornbierer,
Danièle Wettenschwiler; Kontrafagott: Tobias Marthy; Klarinette: Marc Alvarez, Guido Bär, Peter Baumann,
Thomas Bischof, Fredy Bucher, Katja Calise, Lukas Federer, Fabian Gonzalez, Isidro Gonzalez, Franziska Jud,
Pia Krebs, Bruno Lips, Cate Mackenzie, Susanne Margot-Grimm, Stefan Marty, Pascal Mauron, Patricia Nigg,
Christine Schieback, Marcel Schoch, Sarah Schuler, Priska Studer, Claudia Sulzer, Ursula Uttinger, Jürg Wehrli;
Bassklarinette: Michèle Grüner, Jürg Howald, Martin Mayrl; Kontrabassklarinette: Matthias Gubler ;
Saxophon: Pascal Bosshard, Robert Eberle, Niels Forster, Christian Gerth, Severin Lauper, Jürg Uebigau;
Trompete: Florian Buchard, Fabio Calise, Philipp Dell, Tobias Höhn, Marcel Leemann, Pascal Locher, Eugen
Müller, Edith Oess, Stefan Rüede, Christian Salvisberg, Martin Stark, Stefan Steiger, Hanspeter Thoma;
Waldhorn: Alexandra Bregy, Robert Grögli, Daniel Howald, Mike Saxer, Hannes Schneebeli, Adrian Sigrist,
Sandra Sigrist; Posaune: Raphael Jordan, Daniel Matter, Michel Roberti, Dominic Scheifele, Dirk Schieback,
Tobias Zuberbühler; Euphonium: Christophe Buchard, Florian Weibel; Tuba: Daniel Boesch, Roger Herzog,
Pius Kobler, Jürg Kuhn, Roger Leuch; Schlagzeug: Reto Aeppli, Michael Barmet, Dominik Garbauer, Samuel
Heer, Yvette Hutter, Herbert Mäder ; Harfe: Praxedis Hug-Rütti; Klavier: Praxedis Geneviève Hug.
Symphonic Overture, Op. 80
James Barnes (*1949)
Die Stadtharmonie hat zu ihrem 130-jährigen Bestehen ein spezielles Programm
zusammengestellt. Dazu gehört zum ersten die Eröffnungsfanfare, welche
ursprünglich von der US Air Force Band bei James Barnes in Auftrag gegeben
wurde, um ihr 50-jähriges Bestehen zu feiern.
Barnes scheint mit dieser Komposition einen amerikanischen Kontrapunkt
geschaffen zu haben zur festlichen Ouvertüre Op. 96 von Dimitri Schostakowitsch.
Genau wie der Russe startet Barnes’ Werk mit einer Fanfare im Blech, die in
ein beschwingtes Allegro vivo überleitet. Anders als bei Schostakowitsch, der ein
weiteres Thema in das Allegro, welches durch das ganze Stück anhält, einbringt,
folgt bei Barnes zwar ebenfalls ein zweites Thema, welches über Blech, Oboe
und Tenorsaxophon hin zum Altsaxophonsolo entwickelt wird, sich aber in
einem Adagio präsentiert. Der zweite Teil wogt auf und ab, wechselt zwischen
Tutti und später einem Zwiegespräch von Altsaxophon und Englischhorn ab.
Fast unmerklich schleicht sich die Komposition zurück zum Anfangsthema
in einem Allegro Vivo und kommt auf die Eröffnungsfanfare zurück, welche aber
diesmal in ein Vivace übergeht und die klassisch, dreiteilige Ouvertüre brillant
abschliesst.
Theseus’s Journey
Kris Roemers (*1975)
Teil I – The Prophecy and Journey to Athens
Das Orakel von Delphi hat wieder einmal zugeschlagen: Aigeus, der König
von Athen, versteht einen Orakelspruch nicht und fragt seinen Freund
Pittheus in Troizen um Rat. Dieser durchschaut das Orakel, welches den König
gewarnt hat vor dem Genuss von Wein und Liebe, lässt seinen Gast aber
im Unklaren darüber und verleitet ihn dazu, sich zu betrinken. Pittheus lässt
dann den Berauschten mit seiner Tochter zusammen nächtigen.
Am nächsten Morgen erkennt schliesslich auch Aigeus, was der Spruch zu
bedeuten hatte. Also lässt er seine Sandalen und sein Schwert unter einem Felsblock zurück und trägt Aithra, der zukünftigen Mutter von Theseus, auf, ihren
Sohn nach Athen zu schicken, sobald er aus eigener Kraft die Sandalen anziehen
und das Schwert umbinden könne.
Es dauert nicht lange und der junge Theseus wälzt den Fels weg, worauf er sich
umgehend auf den Weg zum Königreich seines Vaters macht. Unterwegs
vollbringt er wahrlich herkulische Taten. Er besiegt zum Beispiel den berühmten
Prokrustes, der Gäste in eines seiner zwei Betten legt – grosse Gäste ins kleine,
ins grosse aber kleine Gäste – und sie dann passend macht; entweder mit einer
Säge oder mit einer Streckvorrichtung. Theseus lädt seinen Gastgeber zu einem
Nickerchen in ebendiese Betten ein – zu einem ewigen Nickerchen.
Die Musik spiegelt diese Geschichte in den Tempobezeichnungen wieder: Mit
«misterioso» und «sempre misterioso e agitato» wird das Orakel wiedergegeben,
mit «largo pesante e sarcastico» spielt die Musik auf den Rausch und den üblen
Scherz des Pittheus an und zeigt uns schliesslich mit «allegro furioso» die
verschiedenen Unholde, die Theseus im Kampf unterliegen.
Teil II – Sailing to Crete, meeting King Minos
Athen ist zu der Zeit, in der Theseus ankommt, nicht die stolze Stadt, die man
gewohnt ist aus späterer Zeit. Minos, der König von Kreta, hat Athen in einem
Rachefeldzug besiegt und zu einem schrecklichen Tribut gezwungen: Jährlich
müssen die Athener je sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta schicken, wo sie dem Minotauros, als Futter dienen. Theseus geht nun freiwillig als
einer dieser sieben Jünglinge mit nach Kreta, um das Problem, d.h. den Minotauros endgültig aus der Welt zu schaffen. Nach einer ruhigen, ja fröhlichen Überfahrt kommt die athenische Futterlieferung auf der minoischen Insel an. Minos
ahnt, dass Theseus nicht ganz normal ist, weshalb er ihn testet und einen goldenen Ring ins Meer wirft. Der Heroe taucht diesem sofort nach – bis hinab in den
Palast von Amphitrite, der Gemahlin des Poseidon, die ihn reich beschenkt und
so wieder an die Oberfläche schickt. Trotzdem lässt sich Minos nicht abbringen
von seiner Agenda: Die Athener sollen ins Labyrinth geschickt werden, damit
das Untier gesättigt wird.
Teil III – Ariadne and the Battle with the Minotaur
Beeindruckt vom Tauchgang und der Schönheit des edlen Nahrungsmittelzusatzes, verliebt sich Ariadne, die ältere Tochter des Minos, unsterblich in
Theseus. Sie gibt ihm auf Anraten des Daidalos, des Architekten des Labyrinthes,
in welchem der Minotauros hätte versteckt werden sollen, einen roten Faden,
der ihn nach getaner Arbeit wieder aus dem Irrgarten herausführen würde. Der
Held geht mit den anderen 13 Athenern ins Labyrinth hinein, findet schliesslich
den Minotauros, erledigt ihn in einem epischen Duell und löst so vieler
Menschen Probleme. Einerseits natürlich dasjenige, weswegen er nach Kreta
gekommen ist, andererseits aber auch eines von Minos. Der Minotauros ist
schliesslich nur zur Welt gekommen, weil Minos’ Frau Pasiphaë eine Affäre mit
einem Stier gehabt hatte. Der König wollte natürlich sowohl die Affäre als auch
das Ungetüm verstecken, weshalb er Daidalos beauftragte, einen Käfig zu bauen,
aus dem niemand, der das Vieh gesehen hat, wieder herauskommen würde.
Theseus hat nun nebst der Beseitigung des Beweises der Affäre Minos noch
einen anderen Gefallen getan: Er hat ihm einen Grund geliefert, Daidalos
loszuwerden (der ja bekanntlich dann mit seinem Sohn Ikaros davongeflogen
ist – aber das ist eine andere Geschichte).
Ariadne kann natürlich nicht in Kreta bleiben, nachdem sie Theseus geholfen
hat. Er nimmt sie also mit, lässt sie aber auf Naxos sitzen, um dann auch noch
ihre kleine Schwester Phaidra zu holen. Dafür vergisst er die weissen Segel
zu montieren, die einen guten Ausgang der Geschichte symbolisiert hätten, und
fährt mit schwarzen gen Athen. Sein Vater stürzt sich in Trauer um seinen Sohn
ins Meer, das seit da seinen Namen trägt.
Hören Sie nun die letzten Atemzüge des stierischen Monsters.
Symphony No. 4 «Semper Vitae» (Schweizer Erstaufführung)
Thomas Trachsel (*1972)
In der 4. Sinfonie hat Thomas Trachsel versucht, das musikalische Material
noch mehr zu verdichten als in seinen ersten 3 Sinfonien. So kommt es, dass alle
vier Sätze der Sinfonie zusammenhängend und ohne Unterbruch komponiert
sind. Daher kann man die ganze Sinfonie als einen riesigen Sonatenhauptsatz
betrachten, in welchem dem dritten Satz die Rolle der Durchführung zukommt.
Im Zentrum stehen wieder einige Leitthemen wie in der 2. Sinfonie gleich zu
Beginn. Einerseits das Choralostinato ganz am Anfang und das bald eintretende
Hauptleitthema in den Bässen. Das Ostinato (in gleichmässigen Vierteln)
stellt die Ewigkeit des Lebens dar, während das Hauptthema für das heroische
Ertragen eines Schicksals steht. Ebenfalls gehört die Vierte in den begonnenen
Zyklus von Sinfonien, welche sich mit der Existenz des Lebens auseinandersetzen.
Mit dem Untertitel «Semper Vitae» nimmt die Sinfonie Bezug auf den archaischen
Kult der Göttin Kybele, dem der römische Dichter Catull ein Denkmal gesetzt
hat in einem Epyllion: «Ibi semper omne vitae spatium famula fuit.» (c63, 90).
Das Gedicht handelt von Attis, dem Geliebten der Kybele. Nachdem er ihr untreu geworden war, schlug sie seine neue Familie mit Wahnsinn, worauf er sich
erst die Männlichkeit und dann das Leben nahm. Catull spinnt den Mythos weiter, indem er das göttliche Walten der Kybele an Attis anwendet: Die Göttin der
Fruchtbarkeit, welche im Winter alles sterben lässt, erweckt die Natur im Frühling auch wieder zu neuem Leben. Das macht sie nun auch mit Attis. Er erwacht
von den Toten und lebt weiter als eine Art Korybant in ihrem Gefolge und in
ihrem Wald. Er tut das allerdings in neuer Gestalt, wie die Übersetzung der Gedichtzeile zeigt: «Dort war er die ganze Zeit seines Lebens Dienerin.» Catull interpretiert die Klage des Attis über seine verlorene Heimat als ein episches Erdulden eines nicht enden wollenden Lebensschicksals.
Thomas Trachsel hat diese Sinfonie Ernst Ita, Präsident der Stadtharmonie
Zürich Oerlikon-Seebach, gewidmet.
Thomas Trachsel
Thomas Trachsel (*1972) studierte nach einer Berufslehre an der Musikhochschule in Bern im Hauptfach Dirigieren bei Hanspeter Blaser. Thomas Trachsel
arbeitet als Dirigent beim Sinfonischen Blasorchester Helvetia Rüti-Tann, dem
Blasorchester Schnottwil und dem Symphonic Brass Project und ab 2015 beim
Swiss Saxophon Orchestra. Ebenfalls ist er tätig als Gastdirigent bei verschiedenen Orchestern und Ensembles, u.a. dirigierte er die Banda Sinfonica de la
Sociedad Musical la Artistica de Buñol in Spanien und das «The Netherlands
Symphony Orchestra» in den Niederlanden. Im Weiteren ist er Sing- und
Musiklehrer an der Kreisschule Gäu in Neuendorf (CH).
Thomas Trachsel komponierte Werke für verschiedene Besetzungen, darunter
die vier gross angelegten Symphonien, vier Sinfoniettas usw. Zurzeit arbeitet er an seiner 5. Sinfonie.
Stückbeschreibungen: Tobias Zuberbühler
Titelbild: Christian Gerth, www.christiangerth.ch
Wattstrasse 15 8050 Zürich-Oerlikon 044 312 58 43 mail@musikbucher.ch
www.musikbucher.ch
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