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"Eine etwas andere Wohngemeinschaft" [PDF] - zukunftssicherung

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aktuell 03/2014
REPORTAGE
Eine etwas andere Wohngemeinschaft
Auch Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung wollen irgendwann erwachsen werden und von zu Hause ausziehen. Viele haben aber Probleme, ihren Alltag alleine zu bewältigen. Deswegen
gründete eine Elterninitiative vor fast 30 Jahren den Verein Zukunftssicherung für Menschen mit geistiger Behinderung e. V., Erlangen.
Im Wohnheim Zukunftssicherung
ist es still am Mittwochnachmittag.
Nur aus der Küche tönen Geräu­
sche; Schränke werden geöffnet
und wieder geschlossen, Wasser
tropft durch den Filter der Kaffee­
maschine: Eine Mitarbeiterin berei­
tet die Kaffeestunde für die Bewohner
zu. Noch sind sie in der Werkstatt,
Bewohner reichlich Verwendung.
Den Hobbyraum zieren Bilder und
Basteleien der Bewohner, ein Pla­
kat listet Verhaltensempfehlungen,
die die Bewohner erarbeitet haben,
wie „nach einem Streit versöhnen“
oder „füreinander da sein“ auf; eine
Collage an der Wand zeigt Fotos
von einer Freizeit im Thüringer Wald.
andere beschränken sich nur auf
das nötigste Mobiliar. Das liegt dar­
an, dass die Bewoh­ner und ihre Fa­
milien den persönlichen Rückzugs­
ort selbst ge­stalten. „Jeder hat sei­
nen eigenen Stil. Jeder kann sein
Zimmer einrichten und möblieren,
wie er das möchte. Wir sind keine
Übergangseinrichtung“, teilt Hand­
ley-Klarwein mit. Deswegen liegt
ihr Kontinuität am Herzen: „Wir ha­
ben wenig Mitarbeiterwechsel. Es
ist uns wichtig, dass Dauerbezie­
hungen entstehen.“ Jeden Werktag
arbeiten die Bewohner in einer Werk­
Im Wohnheim Zukunftssicherung können die Bewohner ein möglichst eigenständiges Leben führen. Die Eltern haben regelmäßigen
Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern.
doch bald wird die Ruhe Stim­men­
gewirr und klapperndem Geschirr
weichen.
Dauerhafte Beziehung
1985 gründete eine Elterninitiative
den Verein Zukunftssicherung für
Menschen mit geistiger Behinde­
rung e. V., Erlangen, der Mitglied
beim Landesverband der Lebens­
hilfe ist. Im Jahr darauf übernahm
die GEWOBAU die ERBA-Siedlung.
Auch das Wohnheim Zukunftssi­
cherung fand dort einen Platz Am
Erlanger Weg. Ursprünglich be­
stand das Anwesen aus sechs
Wohnungen. Verschiedene Trep­
penhäuser führen durch das Bau­
werk, es gibt mehrere Eingänge
und einige größere Räume, die
wohl früher Wohnzimmer waren.
Dafür finden die im Moment acht
10
„Wir unternehmen jeden Tag et­
was“, erzählt Angela Handley-Klar­
wein. Die Leiterin sorgt zusammen
mit vier Mitarbeitern dafür, dass
sich die Bewohner wohlfühlen. Sie
ist seit der Gründung die Leiterin.
Charaktere treffen aufeinander
Auch einen Sportraum mit Gymnas­
tikbällen und einem Fahrrad-Heim­
trainer gibt es. Im Wohnzimmer
bieten Sofas genug Platz für alle
Bewohner. Wie überall gibt es auch
im Wohnheim Zukunftssicherung
manchmal Differenzen. „Das ist
nicht zu vermeiden, wenn acht ver­
schiedene Charaktere zusammen
wohnen“, sagt Handley-Klarwein.
Wie unterschied­lich sie sind, zeigt
sich auch an ihren Zimmern: Man­
che sind mit Kuscheltieren gefüllt, in
anderen stehen Pflanzen. Wieder
statt der Lebenshilfe, mittwochs gibt
es Kaffee und Äpfel. Doch nicht alle
sind da. „Sie müssen nicht zum Kaf­
fee kommen. Manche sind nach der
Ar­beit gut gelaunt, anderen ist nicht
nach Gesellschaft. Das respek­tieren
wir“, sagt Handley-Klarwein. MITBEWOHNER GESUCHT
Derzeit sucht das Wohnheim
Zukunftssicherung eine/n Mitbe­
wohner/in. Das Heim bietet Be­
gleitung und Unterstützung für
die aktive Teilhabe am sozialen
Leben und der Arbeitswelt.
Tel. 09131 301527
zukunftssicherung@t-online.de
www.zukunftssicherungerlangen.de
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