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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (17.12.2014) - Die Onleihe

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Abend im Land – die Anziehungskraft von Pegida
Die Seite Drei
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
WWW.SÜDDEUTSCHE.DE
HF1
(SZ) In einer Welt, die immer unübersichtlicher wird, brauchen wir Experten, welche
die komplexen Verstrickungen entwirren
und den Menschen das Licht der Orientierung bringen. So ist dem Professor HansHerbert von A. auf der Basis eines höchst
anspruchsvollen Analysemodells das Theorem gelungen, dass die politischen Parteien ein sich selbst bedienender Sauhaufen
seien. Noch komplexer sind bekanntlich
die Wirtschaftswissenschaften. Und die
Leute sind ja so ahnungslos. Sie glauben
tatsächlich, es sei irgendwie schlecht, in
Deutschland Arbeitsplätze abzubauen und
stattdessen in Bangladesch Kinder zur Fertigung zu verpflichten. Experten können
da nur lächeln. Das seien die Kräfte des freien Marktes, sagen sie, und was gut für den
freien Markt ist, sei auch gut für uns alle,
nicht wahr? Man darf sich doch nicht von
kurzlebigen Negativeffekten blenden lassen, nur weil die Arbeiter über ihre geschlossene Fabrik jammern. Eine kleine
Fachgruppe hat sogar herausgefunden,
dass selbst hierzulande Fortschritt möglich wäre, wenn die Leute für weniger Geld
mehr arbeiten würden. Das sind freilich
Höhen der Erkenntnis, die nur für wenige
erreichbar sind. Man nennt die Urheber daher respektvoll Wirtschaftsweise.
Ahnungslose und Sozialromantiker behaupten ja auch: Wenn ein Unternehmen
viel Geld verliert, ist es schlecht geführt.
Unsinn. Nicht lange her, da hat das Magazin Harvard Business Manager „den erfolgreichsten Manager der Welt“ gefeiert, Jeff
Bezos von Amazon. Der erzählt derzeit heiter in Interviews, dass er wieder mal „ein
paar Milliarden in den Sand gesetzt“ habe.
In lang vergangenen Zeiten hätte man ihn
als, wie man heute sagt, Low Performer definiert und bis ans Lebensende in einem
schimmeligen Festungsverlies angekettet,
zusammen mit Postkutschenräubern und
jenen Alchemisten, die bei Hofe vorschnell
versprochen hatten, aus Staub und Sand
reinstes Gold zu zaubern. Aber damals verstand man ja auch noch nichts von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Dass Bezos sein Internet-Großunternehmen beim
Wegbeißen aller Konkurrenz in blutrote
Zahlen führt, ist doch aus Sicht der Fachleute gerade Ausweis seines strategischen Genies: Alle Wirtschaft beruht auf Wachstum. Wer kein Geld ausgibt, wird auch
nicht wachsen. Wer nicht wächst, wird
nichts gewinnen. In Expertenkreisen
nennt man dies mutige Investitionsentscheidungen, wie sie in unserem Regulierungsstaat leider viel zu selten sind.
Ja, Jeff Bezos hat, im kühlen Lichte ökonomischer Vernunft betrachtet, anders als
die Räuber und Alchemisten einen alten
Menschheitstraum verwirklicht: Er gibt
Geld aus, ohne es haben zu müssen; als Bonität reicht die Kraft seiner Gedanken. Er
mag Milliarden in den Sand setzen, aber
der Sand wird zu purem Golde; eines Tages, ganz bestimmt. Die Experten haben es
ja bestätigt.
MÜNCHEN, MITTWOCH, 17. DEZEMBER 2014
70. JAHRGANG / 51. WOCHE / NR. 290 / 2,40 EURO
Rubel-Krise
eskaliert
Russische Währung verliert
zehn Prozent – die Börse stürzt ab
Frankfurt – Die Finanzkrise in Russland
hat sich weiter verschärft. Die Landeswährung Rubel verlor gegen den US-Dollar erneut zehn Prozent. Dabei hatte die russische Zentralbank in der Nacht zum Dienstag den Leitzins von 10,5 Prozent auf 17 Prozent angehoben. Der höhere Zins sollte die
Panikverkäufe eindämmen. Doch die Maßnahme verpuffte. Seit Jahresbeginn hat
die russische Währung gegen den US-Dollar rund 60 Prozent verloren. Die russische
Zentralbank hatte zuletzt wiederholt vergeblich versucht, durch Stützungskäufe
den Außenwert des Rubel zu stabilisieren.
Russland verfügt über Devisenreserven
von rund 420 Milliarden Dollar. Der Grund
für die Talfahrt des Rubel sind vor allem
der fallende Ölpreis sowie die Sanktionen
des Westens gegen Moskau im UkraineKonflikt. Der Ölpreis der Sorte Brent fiel
am Dienstag auf 59 Dollar je Barrel. Das ist
der niedrigste Stand seit 2009. An der russischen Börse fielen die Kurse um knapp
20 Prozent. Es war der höchste Tagesverlust aller Zeiten. zyd
Wirtschaft
Deutscher Islamist
war offenbar IS-Minister
Dieser Junge hat den Angriff der Taliban auf seine Schule überlebt. Er wird verletzt ins Krankenhaus von Peschawar gebracht.
FOTO: XINHUA
Taliban richten Massaker unter Schülern an
Mehr als 130 Menschen sterben beim Sturm auf eine Schule in Pakistan – die meisten von ihnen
Kinder und Jugendliche. Die Attacke gilt als Racheakt für eine Militäroffensive gegen die Islamisten
Peschawar – In Pakistan haben islamistische Talibankämpfer einen der blutigsten
Terroranschläge seit Jahren verübt. In der
Millionenstadt Peschawar stürmten sie
am Dienstagvormittag eine Schule und
nahmen etwa 500 Schüler und Lehrer als
Geiseln. Bei anschließenden Feuergefechten mit der Armee wurden mindestens
125 Kinder und Jugendliche getötet, insgesamt kamen mehr als 130 Menschen ums
Leben. Örtlichen Medienberichten zufolge
benutzten die Taliban Schüler auch als
menschliche Schutzschilde. Nach Angaben der Armee waren es lediglich sechs Angreifer; nach stundenlangen Kämpfen seien sie am Abend alle getötet worden.
Ein Sprecher der Terrorgruppe Tehrik-iTaliban Pakistan (TTP) rechtfertigte den
Angriff in örtlichen Medien. Die vom Militär betriebene Schule in der Unruhepro-
vinz Khyber-Pakhtunkhwa sei zum Ziel geworden, „weil sie auch unsere Familien angreifen. Wir wollen, dass sie den Schmerz
fühlen, den wir fühlen.“ Die Armee geht
dort, in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder al-Qaida vor. Dabei wurden bereits Tausende Extremisten getötet und vertrieben.
Schulen, besonders solche auch für Mädchen, werden in Pakistan immer wieder
zur Zielscheibe für die islamistischen Extremisten. Allerdings sind die Bildungseinrichtungen der Armee keineswegs nur Militärangehörigen vorbehalten. Auch Kinder
von Zivilisten besuchen sie. Die Armee betreibt mehr als 120 solcher Schulen in ganz
Pakistan. Sie sind bei Eltern aufgrund ihrer hohen Bildungsstandards beliebt.
Premierminister Nawaz Sharif sprach
angesichts der Gewalt von einer „nationalen Tragödie“ und verhängte eine dreitägige Staatstrauer. „Dies waren meine Kinder. Dies ist mein Verlust“, sagte er. Oppositionsführer und Ex-Cricketstar Imran
Khan sprach vom „schlimmsten jemals verübten Akt der Barbarei“. Doch reiht sich
auch dieser Überfall ein in eine lange Kette
von Anschlägen der vergangenen Jahre,
bei denen oft Dutzende und nicht selten
mehr als hundert Menschen in den Tod gerissen wurden – selten allerdings Kinder.
Pakistans Armeeführung kündigte als
Reaktion auf die Bluttat für die kommenden Tage Luftangriffe in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa an. Die Militäraktionen
gegen die Taliban würden trotz des Anschlags fortgesetzt, hieß es. Kurz darauf
flog die Luftwaffe zehn Angriffe in der Gegend, offenbar zur Vergeltung.
US-Präsident Barack Obama erklärte:
„Wir stehen an der Seite des pakistanischen Volkes.“ Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier bekundete Pakistans Regierung und den Angehörigen
der Opfer sein Mitgefühl. „Die Geiselnahme und Ermordung von Kindern übertrifft
in ihrer grausamen Feigheit alles, was das
seit Jahren von Terror und Gewalt heimgesuchte Pakistan bisher kannte“, sagte er.
Nach dem Massaker in Peschawar wurden am Dienstagabend mehr als 250 Verletzte gezählt, wie die Provinzregierung
mitteilte. Es wurde befürchtet, dass die
Zahl der Todesopfer noch weiter steigt.
Mehrere Dutzend Kinder erlitten Schussverletzungen, ihr Gesundheitszustand war
kritisch. Die Schule bot Unterricht für alle
Altersstufen vom Kindergarten bis zur
Oberschule. sz
Seiten 2 und 4
HEUTE
Meinung
Nach einem Jahr Schwarz-Rot
zeigt sich: Die SPD ist Merkels
verlässlichster Partner
4
Panorama
Ägypten hat einen
neuen Superhelden,
Spider-Man aus Kairo
10
Feuilleton
Malen und Herrschen: Sotheby’s
versteigert 15 Gemälde
von Winston Churchill
11
Wissen
Tücken der Low-Carb-Diät:
Der Verzicht auf Kohlehydrate
lohnt nicht immer
16
Medien
In 25 Jahren haben „Die Simpsons“
den TV-Humor globalisiert.
Sind sie jetzt langweilig?
31
Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
Rätsel
Familienanzeigen
31,32
15
29,30
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22
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31051
4 190655 802404
Bono verlief sich auf dem Boxendach, bei
Supertramp schlug der Blitz ein, Iron Maiden feierte auf der Bühne Geburtstag,
und Die Toten Hosen spielten auf dem Zeltplatz ein spontanes Zusatzkonzert. Dazu
wurde natürlich immer ordentlich getrunken, geraucht und gegrillt. Wenn es nicht
mal wieder regnete. „Rock am Ring“, das
war die „Mutter aller Festivals“. Fast dreißig Jahre lang kamen bis zu 87 000 Fans
zum Nürburgring in der Eifel, viele schlugen ihr Zelt immer an derselben Stelle
auf, waren mit den Nachbarn gut bekannt.
Im kommenden Jahr feiert Rock am
Ring sein 30-jähriges Bestehen. Nur eben
ohne Ring. Sondern auf einem Flugplatz
in der Vulkaneifel. Ein Mythos zieht um.
Am Nürburgring wird es ein neues Festival geben, das sich „Grüne Hölle“ nennt
und gerne an die Tradition des alten anknüpfen würde. Eine unübersichtliche Lage, auch für die Fans. Viele kaufen ihre
Ring-Kampf
Zwei Veranstalter konkurrieren um das Erbe eines Rockfestivals
Karten kurz vor Weihnachten, weil sie im
kommenden Jahr teurer werden. Auf den
Facebook-Seiten der beiden Festivals
wird eifrig diskutiert, wo man jetzt hingeht und wo nicht.
„Zwei Festivals zum selben Termin?
Insgesamt 160 000 Besucher? Meine Prognose: Zwei Veranstalter ruinieren sich“,
schreibt einer. Und das ist auch eine Frage, die sich die Branche derzeit stellt: Gibt
es Platz für zwei riesige Open-Airs, innerhalb von einer Woche, nur dreißig Kilometer voneinander entfernt, mit ähnlichem
Publikum? Und dazu kommen noch die
Schwesterfestivals in München, Nürnberg und Wien. Der Markt für Open-AirKonzerte und Tourneen ist in den vergangenen Jahren explodiert. Mit Alben lässt
sich in Zeiten illegaler Downloads schon
lange nicht mehr das große Geld verdienen. Für viele Künstler ist daher der LiveAuftritt zur wichtigsten Einnahmequelle
geworden, die großen Headliner bekommen Millionengagen.
Rock am Ring gegen Grüne Hölle. Das
ist ein Kampf der Giganten. Auf der einen
Seite steht Marek Lieberberg, der Rock
am Ring seit Jahrzehnten veranstaltet
und im Streit mit den neuen Eigentümern
des Nürburgrings nun weitergezogen ist.
Herausforderer ist Peter Schwenkow mit
der Deutschen Entertainment AG (Deag).
Beide Seiten treffen sich regelmäßig vor
den Gerichten, die Lieberberg auch erlaubten, den Namen Rock am Ring mit an
den neuen Ort zu nehmen. Es geht um die
Vorherrschaft im deutschen Ticket- und
Konzertmarkt. Es spielen die beiden größten Online-Ticket-Händler gegeneinander und die Foo Fighters gegen Metallica.
Derzeit scheint das Original an neuer
Stelle die Nase vorn zu haben, 64 277 verkaufte Tickets meldet Marek Lieberberg
für Rock am Ring am Dienstag. Peter
Schwenkow will keine genauen Daten für
seine Grüne Hölle herausgeben, die Deag
spricht von einer „fünfstelligen Zahl“. Das
sei ein großer Erfolg. Gleichzeitig startet
derzeit aber im Fernsehen und im Netz
eine massive Werbekampagne.
In der Branche kursieren Gerüchte,
dass sich das neue Festival zu einer finanziellen Hölle entwickeln könnte. Was
Schwenkow für eine üble Kampagne der
Konkurrenz hält. Wer gewinnt, entscheiden letztlich die Fans. Die Tickets bekommen sie jedenfalls künftig bis zu 40 Euro
billiger. Dafür müssen sie aber auch einen
Tag weniger feiern.
bernd dörries
Atomkonzerne sollen 17 Milliarden in Fonds einzahlen
Der Bund will die Industrie zwingen, für Rückbau und Entsorgung der Meiler genügend Geld zur Verfügung zu stellen
Berlin – Die Bundesregierung plant einen
milliardenschweren Fonds, um den Rückbau und die Entsorgung der deutschen
Atomkraftwerke sicherzustellen. Das geht
aus einem internen Papier von Wirtschafts- und Umweltministerium hervor,
das der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
Demnach sollen die AKW-Betreiber stufenweise etwa 17 Milliarden Euro in einen
Fonds einzahlen, um die „langfristigen Verpflichtungen der Entsorgung“ abzudecken. Nur das Geld für den Rückbau der
Atomkraftwerke und die Zwischenlagerung, etwa 19 Milliarden Euro, sollen die
Konzerne aus Rückstellungen begleichen.
Die vier Atomkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW haben etwa 36 Milliarden Euro für die Bewältigung ihres nuklearen Erbes zurückgestellt. Zuletzt aller-
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Nutzungexklusiv
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www.sz-content.de
Jegliche
dings waren die Sorgen gewachsen, ob die
Mittel auch noch in ferner Zukunft zur Verfügung stehen. Insbesondere das Kraftwerksgeschäft läuft schlecht, Eon und Vattenfall wollen sich vom Großteil ihres
Kraftwerkparks trennen. Auch die Bundesregierung treibt das offenbar um. „Wir können nicht sicher sein, dass alle Kernkraftwerksbetreiber die Veränderungen am
Energiemarkt erfolgreich überstehen und
ihren langfristigen Entsorgungsverpflichtungen nachkommen können“, heißt es in
dem Papier, das die Staatssekretäre Rainer
Baake (Wirtschaft) und Jochen Flasbarth
(Umwelt) verfasst haben. Die Rückstellungen seien „weder zweckgebunden noch insolvenzsicher“.
Bislang dient ein Teil des Vermögens
der Konzerne als Deckung für die Entsor-
gungskosten. Die 34 Milliarden Euro stecken in Beteiligungen und Wertpapieren,
aber auch in Kraftwerksanteilen. Sobald
die Kosten für Rückbau und Entsorgung
anfallen, müssten diese Beteiligungen verkauft werden. Wo genau die Unternehmen
das Geld angelegt haben, lässt sich allerdings nicht überprüfen. Wirtschaftsprüfer
testieren Jahr für Jahr, dass entsprechendes Vermögen vorhanden ist. Schon 2011
hatte auch der Bundesrechnungshof diese
Praxis moniert. Höhe und Wert der Rückstellungen ließen sich für die Finanzbehörden kaum kontrollieren.
Das soll sich dem Reformvorschlag zufolge ändern. Ähnlich wie Versicherungsfirmen sollen sich auch Stromkonzerne für
die verbleibenden Rückstellungen Anlagevorschriften unterwerfen, um Risiken stär-
ker zu streuen. In Insolvenzverfahren sollten zuerst Forderungen für die nukleare
Altlast beglichen werden. Zudem sollen die
Konzerne gezwungen werden, die Haftung
dafür verbindlich zu übernehmen. Dazu
sollen auch „lückenlose Beherrschungsund Gewinnabführungsverträge“ beitragen – alles unter staatlicher Aufsicht.
Erst im Frühjahr hatten die Konzerne erfolglos angeregt, alle Kosten der Entsorgung zusammen mit den AKWs in eine Stiftung beim Bund abzuschieben. Die neue
Lösung würde sie zwingen, einen Teil ihres
Vermögens in den Fonds einzulegen. „Alleiniger Zweck des Fonds ist die Sicherung
der Mittel“, heißt es in dem Papier. „Eine
Befreiung der Betreiber von ihren Verpflichtungen ist damit nicht verbunden.“
michael bauchmüller
Seiten 4, 6
München – Der deutsche Islamist Reda
Sayem soll vor einiger Zeit nach Informationen von SZ, WDR und NDR im irakischen
Mossul unter dem Kampfnamen „Dhul
Quaranain“ zum Bildungsminister des Islamischen Staates (IS) ernannt worden sein.
Damit wäre er der ranghöchste Deutsche
innerhalb der Terrormiliz. Er soll Schulen
mit Verboten überzogen haben. Angeblich
kam er vor einigen Tagen bei Kämpfen
ums Leben. sz
Seite 5
Vogelgrippe erreicht
Niedersachsen
Hannover – Die gefährliche Form H5N8
der Vogelgrippe ist in Niedersachsen im besonders viehintensiven Landkreis Cloppenburg auf einem Putenmastbetrieb angekommen. Neben den 19 000 Tieren der
direkt betroffenen Anlage würden jetzt
auch 12 000 Puten eines benachbarten Betriebes getötet, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Der Landkreis hat bereits am Montag jeden Tiertransport untersagt. afp
Panorama
Weidmann stellt sich
gegen EZB-Chef Draghi
Frankfurt – Bundesbankpräsident Jens
Weidmann hat sich gegen Ankäufe von
Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Man dürfe
„die längerfristigen Nebenwirkungen
nicht mit einem Schulterzucken quittieren“, sagte Weidmann in Frankfurt. EZBPräsident Mario Draghi möchte am 22. Januar 2015 im Zentralbankrat über den
Kauf von Staatspapieren aus der Eurozone
beraten. zyd
Wirtschaft
Karlsruhe gibt Schwesig
im Streit mit NPD recht
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat eine Klage der NPD gegen Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) abgewiesen. Sie hatte im Thüringer Wahlkampf gesagt: „Ziel Nummer eins muss
sein, dass die NPD nicht in den Landtag
kommt.“ Das Gericht sah darin keine Verletzung ihrer Neutralitätspflicht als Ministerin. Schwesig wertete das Urteil als „starkes Zeichen“ für das Engagement gegen
Rechtsextremisten. jan Seiten 4 und 5
Dax ▲
Dow ▶
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Xetra 17 Uhr
9404 Punkte
N.Y. 17 Uhr
17187 Punkte
17 Uhr
1,2511 US-$
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NACHTS
Eine Regenfront zieht durch Deutschland.
In den höheren Lagen der Mittelgebirge
örtlich Schnee und Glätte. Starke Regenfälle vor allem an der Oder und im
Süden. Milde Temperaturen bei einem bis
elf Grad.
Seite 15
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