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Bio-Obstbauer Brandt ist Expo-Botschafter Bio - Boomgarden

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Bio-Obstbauer Brandt ist Expo-Botschafter
Bio-Obstbauer Eckart Brandt auf seinem Wochenmarkt-Stand in Altkloster. Bei
der Expo 2015 in Mailand ist er als „Botschafter der Artenvielfalt“ dabei.
(Foto Vasel)
LANDKREIS. Der Pomologe und Bio-Obstbauer Eckart Brandt (64) ist der deutsche „ExpoBotschafter für die Artenvielfalt“ bei der Expo 2015 in Mailand. Der 64-Jährige aus
Großenwörden wird bei der Weltausstellung sein Boomgarden-Projekt vorstellen. Brandt ist
einer von sechs Themen-Botschaftern im Deutschen Pavillon bei der Expo. Die Italiener
erwarten 20 Millionen Besucher, 144 Staaten präsentieren sich. Motto der Weltausstellung ist
„Feeding the Planet, Energy for Life“ – auf Deutsch: „Den Planeten ernähren, Energie für das
Leben“. Brandt & Co stehen nach Auffassung des Bundeswirtschaftsministeriums unter
anderem für nachhaltige Ernährung und für Nahrungssicherung.
Knapp 50 Millionen Euro lässt sich die Bundesregierung den Deutschen Pavillon in Mailand
kosten – ein Bau aus Holz, Stahl und Membrandächern. Auf der oberen Ebene wandeln die
Besucher durch einen Landschaftspark, im Inneren wird es vom 1. Mai bis zum 31. Oktober
2015 eine „interaktive“ Themenausstellung geben, von den Quellen der Ernährung – Boden,
Wasser, Klima und Artenvielfalt – bis zu Lebensmittelproduktion und Konsum in der urbanen
Welt. „Ein sehr futuristisches Gebäude“, sagt der Expo-Botschafter. Im deutschen Pavillon
„Fields of Ideas“ wird gezeigt, wie Klimaschutz funktioniert, wie wichtig Artenvielfalt für
den Erhalt der Nahrung(-sgrundlage) ist, welche Lebensmittel in Deutschland hergestellt
werden und welche Bedeutung sie für die Welt haben.
Eckart Brandt selbst wird nur einige Tage, etwa beim Tag des deutschen Pavillons, präsent
sein. Stattdessen ist ein „virtueller Brandt“ 184 Tage in Mailand vor Ort. Ein Filmteam hat ihn
mehrere Stunden zum Boomgarden-Projekt interviewt; bei der Apfel-Ernte wurde der 64Jährige drei Tage gefilmt. Sogar eine Kamera-Drohne düste durch die Bäume, sagt der
Pomologe, der seit 1985 mehrere 100 alte Apfel-, Kirsch-, Birnen- und Pflaumensorten
gesammelt, wiederentdeckt – und letztlich auch vor dem Verschwinden bewahrt hat. Er
verweist auf uralte Apfelsorten wie den 1570 erstmals erwähnten rotbräunlichen BrasilienApfel. „Der ganz manierliche, süßliche Apfel hat seinen Namen vom Färbemittel
Brasilienholz“, sagt Brandt. Die Apfelsorte galt als verschollen, im Amt Neuhaus wurde sie
1989 wiederentdeckt.
„Die alten, regionaltypischen Sorten sind nicht nur Teil unseres kulturhistorischen Erbes, ihr
Erhalt dient auch der Sicherung der genetischen Vielfalt – auch für Neuzüchtungen“, sagt
Brandt. Doch dem Pomologen geht es nicht nur um die Artenvielfalt, denn die Obstsorten
„sind auch ein wichtiger Teil unseres kulturhistorischen Erbes im Obstbau“. Er ist von der
Geschmacksvielfalt, den Formen und den Farben der fast vergessenen Tafel-, Ess-, Konditor-,
Mus- und Mostäpfel begeistert. „Viele von ihnen sind sehr robust“, sagt Eckart Brandt aus
Großenwörden. Er freue sich, dass bei der Expo 2015 deutlich gemacht werde, dass Obstbau
weitaus mehr als der Erwerbsobstbau sein kann und ist.
Die Expo-Besucher werden mit einem SeedBoard, einem mobilen Interaktionsfeld zum
Steuern von Exponaten und zum Erkunden, mediale Zusatzinfos über Brandt & Co
bekommen können – unter anderem über den Boomgarden in Helmste mit seinen 350
verschiedenen Apfel-, Kirsch- oder Birnensorten auf Hoch- und Halbstämmen und über
Biodiversität durch Wildobsthecken und Blühstreifen. Das SeedBoard ist Projektionsfläche
für Texte, Bilder, Filme und Spiele.
Neben Eckart Brandt gibt es weitere Botschafter, unter ihnen der Ex-St.-Pauli-Fußballspieler
Benjamin Adrion („Viva con Agua”) und Erika Mayr aus Berlin mit ihrem „Stadtbienen“Projekt. „Sie sind Impulsgeber für unseren Umgang mit dem Thema Ernährung in
Deutschland“, sagt Dietmar Schmitz, Generalkommissar des Deutschen Pavillons.
www.expo2015-germany.de
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Reisen
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