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SWR2 MANUSKRIPT
ESSAYS FEATURES KOMMENTARE VORTRÄGE
SWR2 Musikstunde
Bäume und Baumgeschichten
Eichen und Linden (2)
Von Sabine Weber
Sendung: Dienstag, 16. Dezember 2014
Redaktion: Ulla Zierau
9.05 – 10.00 Uhr
Bitte beachten Sie:
Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten Gebrauch bestimmt. Jede weitere
Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Urhebers bzw. des SWR.
Mitschnitte auf CD
von allen Sendungen der Redaktion SWR2 Musik sind beim SWR Mitschnittdienst
in Baden-Baden für € 12,50 erhältlich. Bestellungen über Telefon: 07221/929-26030
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2
Musikstunde mit Sabine Weber
BÄUME UND BAUMGESCHICHTEN
Folge 2 Eichen und Linden
SWR2 Musikstunde
MODERATION
Ich bin Sabine Weber. Herzlich Willkommen zur zweiten Folge von Bäumen
und Baumgeschichten. Heute über Linden und Eichen.
Titelmusik kurz
MODERATION
In jedem Dorf steht er. Und in seinen Schatten sehnt sich der Heimatlose
zurück. Die Rede ist von der Linde.
Sich vorzustellen, dass sie zu uns spricht wenn der Wind durch ihre Blätter
streicht, dazu braucht es etwas Poesie. Der Dichter Wilhelm Müller lässt den
Lindenbaum in seinem Gedichtzyklus Winterreise selbstverständlich
sprechen: „Seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu: komm’ her zu mir,
Geselle, hier find’st du deine Ruh’!“
In dem gleichnamigen Liederzyklus, in welchem Franz Schubert Müllers
Gedichte über den weltenflüchtigen Wanderer zu Klavierliedern bearbeitet
hat, folgt diese Lindenbaumepisode unmittelbar auf ein abschreckendes
Wintererlebnis. Das hat natürlich einen dramaturgischen Sinn:
Auf die eiskalte Erstarrung, so heißt das vorangehende Lied und erfrorene
Hoffnungen - in der düster-fahlen Tonart c-moll... folgt Der Lindenbaum:
lichtes E-dur. Die göttliche Schöpfung zeigt ihr freundliches Antlitz!
Wenn die erste Brise über die schwarz-weiße Klaviatur fährt, und so das
Rascheln der Blätter imitiert, wenn die Hornquinten aus der Ferne rufen, dann
3
entrückt der Anblick des Lindenbaumes in jenen Traum, der für Minuten das
schenkt, was das wirkliche Leben so oft vorenthält: Ruhe – Geborgenheit und
ein Heimatgefühl!
1) Länge: 4'54 LC6019 TELDEC 0630-18824-2
Franz Schubert, Der Lindenbaum aus: Winterreise D 911
Christoph Prégardien, Tenor, Andreas Staier, Klavier
MODERATION
„Und immer hör ich’s Rauschen: du fändest Ruhe dort“ – Am Brunnen vor
dem Tore im Lindenbaum. Christoph Prégardien mit dem bekannten
Lindenbaum aus der Winterreise von Franz Schubert. Begleitet von Andreas
Staier am Hammerflügel.
Entgültige Ruhe – sein Grab unter den Linden findet ein anderer jugendlicher
Held der Literatur. Die Leiden des jungen Werthers veröffentlicht Johann
Wolfgang von Goethe gut 50 Jahre nach Schuberts berühmtem Liedzyklus (im
Jahr 1774).
In diesem Briefroman ist Werther ein Schwärmer und Idealist. Er liebt
leidenschaftlich, leider erfolglos und wählt daher den Freitod. „Jeder Jüngling
sehnt sich so zu lieben, jedes Mädchen so geliebt zu werden“ – diese
Behauptung wagt Goethe auf’s Titelblatt der zweiten Auflage zu setzen. Das
Wertherfieber grassiert auch. Und erfasst in etwas anderer Hinsicht den
französischen Komponisten Jules Massenet. „Derartig wilde, verzückte
Leidenschaft treibt mir die Tränen in die Augen“, schreibt Massenet in seiner
Autobiografie über die Lektüre des Werthers, „... diese aufwühlenden Szenen,
diese fesselnden Bilder – was muss das alles hergeben!“ Eine ganze Oper gibt
es her. Das Finale verändert Massenet allerdings.
4
Werther hat als Selbstmörder das Recht auf ein christliches Begräbnis auf
dem Friedhof eingebüsst. Daher wünscht er sich, wenn schon außerhalb der
Stadtmauer, unter den Linden begraben zu werden. In Goethes Roman
erreicht der letzte Willen die geliebte Charlotte erst nach seinem Tod. In
Massenets Oper hält Charlotte den sterbenden Werther in ihren Armen, der
ihr seinen letzten Wunsch mit den letzten Atemzügen anvertraut ...
2) Länge: 3’45 LC0173 DG 413 305-2
Jules Massenet, Ausschnitt aus dem 4. Akt aus: Werther
Elena Obraztsova, Sopran, Placido Domingo, Tenor, Kölner Kinderchor, WDR
Sinfonieorchester Köln, Riccardo Chailly (LTG)
MODERATION
Werther haucht sein Leben in den Armen seiner Geliebten Charlotte aus. Ein
Kinderchor ruft freudig aus dem Hintergrund: „Noël“ - „Weihnachten“. Was
für ein Drama im Jahreszeitenkontext. Ausgerechnet das Fest der Liebe bringt
dem stürmischen Liebenden den Tod, der sich nur noch wünscht, unter einem
Lindenbaum begraben zu werden. So hat Jules Massenet die Schlussszene zu
seiner Oper Werther, nach dem Briefroman von Goethe, hochdramatisch
auskomponiert. 1887 fertig gestellt und fünf Jahre später im Februar 1892 an
der Wiener Hofoper uraufgeführt.
Endstation Sehnsucht unter dem Lindenbaum. Hier ist Ruhe und
Geborgenheit zu finden. Schuberts Wanderer in der Winterreise träumt vom
Lindenbaum, Werther wünscht sich unter den Linden begraben zu werden,
und der Fahrende Geselle Gustav Mahlers, eine Nachfahre von Schuberts
Wanderer, schläft ebenfalls unter einem Lindenbaum ein. Und der
Blütenschnee macht alles wieder gut: „Lieb’, Leid und Welt und Traum!“ Heißt
es da.
5
Zeit seines Lebens hat Gustav Mahler mit der „Hässlichkeit, Heuchelei und
Lügenhaftigkeit“ auf dieser Welt gehadert. Immer wieder sehnt er sich nach
einer besseren, nach einer Naturwelt, nach schmerzhaft beglückender
Traumstimmung. Die beschwört er in einem der Lieder eines Fahrenden
Gesellen im Bild des blühenden Lindenbaumes. Er erscheint wie im Traum. An
einer Straße ins nirgendwo. Der unglücklich Liebende findet einen
Sehnsuchtsort. Seine trauermarschähnliche Rastlosigkeit endet im
Blütentraum.
Die Zeilen zu Die zwei Blauen Augen, von meinem Schatz, so heißt das letzte
der vier Gesellenlieder, hat Gustav Mahler übrigens selbst gedichtet und sich
dabei an dem sehr geschätzen Volksliedton der Texte aus der Sammlung des
Knaben Wunderhorn orientiert. Zunächst als romantisches Klavierlied
angelegt, hat Mahler aber immer von einem „Klavierauszug“ gesprochen. Er
hat also von vornehrein an einen orchestrierten Klang gedacht und ihn auch
rund 10 Jahre später zu den Liedern angefertigt. Arnold Schönberg, für den
Mahler so etwas wie ein Heiliger im Komponistenhimmel war – das schreibt er
jedenfalls in dem Nachruf auf seinen Kollegen, hat sich mit diesem Liedzyklus
beschäftigt. Schönberg hat die Begleitung für ein Kammerensemble
umgearbeitet. Ein reduzierter Klangkörper, so Schönberg, präzisiere die
musikalischen Konturen, unterstütze die Ideen, statt die Sentimentalitäten
heraus zu kehren. Plastische Ausgestaltung und Konturierung statt
Klangwolken. Der hörende Blick auf den desolaten Gesellen wird
antiromantisch unterstrichen!
3) Länge: 5’00 LC03480 BMG 74321 87818 2
Gustav Mahler/ Bearb. Arnold Schönberg, Die zwei blauen Augen aus: Lieder eines
fahrenden Gesellen
Christian Gerhaher, Bariton, Hyperion Ensemble
6
MODERATION
Christian Gerhaher begleitet vom Hyperion Ensemble mit Die zwei blauen
Augen von Gustav Mahler aus den Lieder(n) eines Fahrenden Gesellen, 1920
bearbeitet für Kammerensemble von Arnold Schönberg. Die pendelnden
Bewegungen, schleppend im Trauermarsch, schwingend im Traum, wirken in
dieser Besetzung noch plastischer. Und in der nächsten Musik werden die
pendelnde Trauerschritte zu einem Alter Ego.
Um Bäume und Baumgeschichten geht es in der SWR2 Musikstunde diese
Woche. Heute um den Lindenbaum.
Gustav Mahler hat seine Lieder immer als Vorstudie zu seinen Sinfonien
betrachtet. Wenn er von einem „Klavierauszug“ bei der Klavierbegleitung
sprach, hatte das auch den Hintergrund, dass er über seine Lieder seinen
sinfonischen Ton gesucht und den Klang zu seinen Sinfonien entwickelt hat.
Während er an dem Gesellenzykluslied Die zwei blauen Augen arbeitet, denkt
er als bereits über eine erste Sinfonie nach. Und im dritten Satz dieser
Sinfonie taucht der Lindenbaum aus diesem Gesellenlied dann auch auf. Als
plötzlicher Einbruch des Anderen. Traumstimmung wird spürbar. Denn diese
Episode bildet einen Kontrast zu einem eigenartigen Trauermarsch, der
„feierlich gemessen“ immer näher gekommen ist. Der Gesang von Bruder
Jakob in der Kontrabass-Stimme verleiht dem Zug eine groteske Note.
Dirigent Roger Norrington nimmt Mahlers Vortragsanweisung „o h n e zu
schleppen“ gleich auch sehr genau, was die holzschnittartige Wirkung
unterstützt. Geradezu komisch fährt eine kuriose Dorfkapelle plötzlich drein.
Das klingt fast wie Filmmusik zu einem schwarz-weiß Film von Fellini! Und
dann taucht der Lindenbaum am Straßenrand in flimmernden Farben auf. Das
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR bringt da gleich ganz besondere
Nüancen ins Klangbild. Nach kurzer Verweildauer schieben die zwei blauen
Augen den Trauermarsch wieder an... Bis der Spuk in der Ferne sich ins
Unhörbare verzieht.
7
4) Länge: 9'39 LC 13312 hänssler CLASSIC CD 93.137
Gustav Mahler, „Feierlich und gemessen, ohne zu schleppen“ aus: Sinfonie Nr.1 D-dur
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Roger Norrington (LTG)
MODERATION
Der dritte Satz aus der ersten Sinfonie von Gustav Mahler mit dem RadioSinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Roger Norrington. Nach
Fertigstellung dieser Sinfonie im Jahr 1888 hat Mahler einem Freund
gestanden: „Wahrscheinlich bist du der einzige, dem darin an mir nichts neu
sein wird, die anderen werden sich wohl über manches wundern! ...“ Dirigent
Bruno Walter hat diese Sinfonie als „Mahlers Werther“ bezeichnet. Von
Werther, der sich gewünscht hat unter den Linden begraben zu werden, war
ja in der heutigen SWR2 Musikstunde schon die Rede.
Aber jetzt zu einem Baum auf den in der Regel keine Sehnsuchtsgefühle
projiziert werden. Mit der Eiche kommen andere Eigenschaften ins
musikalische Spiel. Sie ist eine der härtesten Holzlieferanten in Mitteleuropa
und steht für Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit, Durchhaltevermögen und
Stärke. Und wird in dieser Arie als Vergleich für diese wünschenswerten
menschlichen Qulitäten herangezogen. Musikalisch sind sie nicht zu
überhören...
5) Länge: 3'58 LC00761 DHM 82876 58796
Christoph Willibald Gluck, „Quercia annosa“, Arie des Valerio aus L'innocenza giustificata
Andreas Karasiak, Tenor, Cappella Coloniensis, Christopher Moulds (LTG)
8
MODERATION (1'00)
„Eine bejahrte Eiche am steilen Abhang geht aus dem Kampf mit feindlichen
Winden robuster und gesünder hervor. Wenn der Winter dann ihre Krone
zerstört, gräbt sie sich umso tiefer in den Boden...“ singt der römische Konsul
Valerio in dieser Arie aus der Vestalinnen-Oper L'innocenza giustificata.
Übersetzt heißt das Die wiederhergestellte Unschuld. Komponiert hat sie
Christoph Willibald Gluck. Und die beschuldigte Vestalin befreit sich von
einem gegen sie erhobenen Vorwurf, in dem sie sich mutig und
unerschrocken einem Gottesurteil stellt. Aus den feindlichen Winden geht sie
robuster und gesünder hervor – ist ihr ja vom Konsul prophezeit worden.
Andreas Karasiak hat ihm seine Stimme geliehen. Begleitet von der Capella
Coloniensis unter Christopher Moulds
Ganz anders als Christoph Willibald Gluck bringt Kurt Weill die Eichen ins
Spiel.
6) Länge: 3'58 LC103 KochSchwann 314 050
Kurt Weill, In Potsdam unter den Eichen
Niederrheinische Chorgemeinschaft, Hartmut Schmid (LTG)
MODERATION
Die Niederrheinische Chorgemeinschaft unter Hartmut Schmid mit dem
Antikriegschoral In Potsdam unter den Eichen. Komponiert von Kurt Weill
1928.
Von einem Sarg wird erzählt, der, dekoriert mit Helm und Eichenlaub, durch
die Straßen in Potsdam getragen wird.
Bertold Brecht ist der Textdichter dieser Antikriegsbotschaft. Und er hält als
radikaler Kämpfer für den Frieden nicht hinterm Berg: „Jedem Krieger sein
9
Heim, dafür, dass er gekrochen einst mit Herz und Hand dem Vaterland auf
den Leim ging.“ Die Kriegs-Propaganda hat unter dem Deckmäntelchen, ein
starkes Männlichkeitsideal bedienen zu müssen, junge Männer in Scharen in
den Ersten Weltkrieg und in den Tod getrieben. Brechts zynischen
Kommentar verarbeitet Weill also folgerich zu einem Trauermarsch! Die
Eichen, die mit ihren Blättern den Dekor für die traurigen Helden liefern
müssen, sind hier auch stumme Zeugen eines Wahnsinns, der genau vor 100
Jahren ausgebrochen ist.
Bertold Brecht hat darüber hinaus aber auch eine innige Beziehung zu
Bäumen gepflegt. Zwiesprache hat er mit Bäumen gehalten, wie in der
Morgendliche Rede an den Baum Griehn. Er hat ihnen auch Gedichte
gewidmet, wie jenes über die großen Bäume in den Niederungen. Sie sind
allerdings bei weitem nicht so schwärmerisch wie die Hymnen eines Friedrich
Hölderlin. Für den schwäbischen Romantiker verkörpern Eichbäume einen
geradezu ungebärdeten Freiheitsdrang.
Sie stehen für individuelle Selbstäußerung, die nicht von gesellschaftlich
abgesteckten Grenzen eingegrenzt wird - „mit gewaltigen Armen (in) den
Raum, und gegen die Wolken … die sonnige Krone gerichtet“ - dichtet er. Mit
einem „Volk von Titanen“ vergleicht Hölderlin die mächtigen deutschen
Eichen in seinem Gedicht Eichbäume.
Dagegen kommt die Eiche in William Shakespeares The Tempest fast
lächerlich daher. In lustiger Gestalt. Ein Luftikus namens Ariel hat sich ja
auch als Eiche verkleidet. Dabei handelt es sich bei diesem Geist um keinen
ganz harmlosen. Er vermag Stürme hervor zurufen und Schiffe in Seenot zu
bringen. Aber wenn sich Ariel als Eiche verkleidet und auf einem ihrer Äste
ein Lied spielt, wie am Anfang des zweiten Aktes von Jean Sibelius’
Bühnenmusik zu Der Sturm nach Shakespeare, kehrt er ausnahmsweise
liebenswürdige Eigenschaften hervor.
10
7) Länge: 2’43/ 0'54 LC03240 BIS 7 3185090 005811
Jean Sibelius, Der Eichenbaum und evt. Lied des Ariel aus: Der Sturm op.109
Lilli Paasikivi, Sopran, Lahti Symphony Orchestra
Osmo Vänskä (LTG)
MODERATION
Der Eichbaum spielt Flöte aus der Bühnenmusik von Jean Sibelius zu einer
finnischen Schauspielfassung von Shakespeares Der Sturm. Und hintendran
noch das Lied des Ariel mit Lilli Paasikivi und dem Opernchor und Sinfonie
Orchester aus Lahti unter Osmo Vänskä.
Von einem Luftgeist, der sich in eine Eiche verwandelt hat kommen wir auf
ein Landgut, das nach Eichen benannt ist. Und zur Schlussmusik der heutigen
SWR2 Musikstunde.
Bei seinem dritten USA Aufenthalt begegnet Igor Strawinsky dem
vermögenden Ehepar Bliss, das den Komponisten auf sein Anwesen in
Dumbarton Oaks in Washington D.C. einlädt. Die urwüchsige Landschaft
bringt die vergleichsweise strengen Proportionen des Herrensitzes im
neuenglischen Stil wohl besonders zur Geltung. Das hat Strawinsky in seinem
Concerto in Es aufgegriffen, das das Ehepaar zu seinem 30. Hochzeitstag bei
ihm bestellt hat. Vergleichbar mit einem architektonischen Formprinzip mit
Blick auf die Fassade, flankieren in diesem Konezrt zwei ausschwingende
Ecksätze einen in sich wieder dreiteilig ausbalancierten Mittelsatz. Nach dem
Vorbild von Johann Sebastian Bachs Brandenburgischen Konzerts stellt
Strawinsky Soloinstrumente einem Tutti gegenüber. Er lässt Stimmen im
Gegen- und Miteinander spielen und arbeitet marschähnliche
Bewegungsmuster ähnlich der klassischen Freiluft-Divertimenti in die
Ecksätze ein. Welche Rolle die „Oaks“, die Eichenbäume, für diese
Komposition gespielt haben, nach denen dieses Anwesen benannt ist, und
auch das Konzert, habe ich nicht herausfinden können. (der Name kommt
11
wohl nur von der Tatsache, dass die Idee zu diesem Stück auf diesem
Anwesen geboren und beschlossen wurde.) Ob überhaupt noch Eichen dort
wachsen ist die große Frage. Unter dem Omen von Eichen jedenfalls
enstanden: das Concerto in Es „Dumbarton Oaks“ für 15 Instrumente. Die
nicht öffentliche Uraufführung findet im Mai 1938 auch auf Dumbarton Oaks
statt unter der Leitung von Nadja Boulanger. Hier der letzte Satz mit der
Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi.
8) Länge: 5'43 LC ? PTC 5186 046
Igor Strawinsky, Rondo aus Konzert in Es „Dumbarton Oaks“
Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi (LTG)
MODERATION
Damit ist die heutige SWR2 Musikstunde über Linden und Eichen an ihr Ende
gelangt. Sie finden auf unserer SWR2 Seite im Netz auch eine Liste der heute
gespielten Musikstücke. Und auch der vergangenen und der zukünftigen
Sendungen über Bäume und Baumgeschichten dieser Woche- zu dem
entsprechend späteren Zeitpunkt. Die ganzen Sendung bieten wir Ihnen im
Internet nicht als podcast aber zum Nachhören an. Sowie das Skript zum
Herunterladen.
Morgen geht es in unserer Kulturgeschichte des Baumes ürigens um
Geweihtes Holz und Weltenbäume!
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