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Artikel im Landwirtschaftlichen Wochenblatt Dezember 2014 2,1 MB

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WALD I 33
BLW 51/52 I 19. 12. 2014
Das richtige Werkzeug zur rechten Zeit
me, die eine sehr ausladende Krone
haben und nicht gefällt werden können, ohne dabei große Schäden am
verbleibenden Bestand zu verursachen oder eine große Lücke zu hinterlassen. Der Baum stirbt nach einer
gewissen Zeit ab und bricht in sich
zusammen. Er dient somit noch eine
Weile als Stützgerüst.
Als Werkzeug kommt beim Ringeln zum Beispiel das Kambiflex, eine
Kombination aus Messer und Drahtbürste, zum Einsatz. Mit dem Messer
wird die Rinde abgeschält und dann
verbliebene Reste mit der Drahtbürste entfernt. Ausgeschlossen ist das
Ringeln in Bereichen, wo es zu Problemen mit der Verkehrssicherungspflicht kommen kann.
Es gibt eine Vielzahl an Handgeräten und Motorgeräten, die sich in der
Jungbestandspflege einsetzen lassen. Welches nehme ich für welchen Zweck?
Qualität vor Quantität
Die Pflege ist eine Investition in die
Zukunft. Sie soll die Grundlage für
stabile, hochwertige und artenreiche
Bestände schaffen. Vor Arbeitsbeginn muss sich deshalb jeder Waldbesitzer über seine Ziele im Klaren sein.
Aus diesen Zielen folgt der Pflegeauftrag. Diesen schriftlich zu formulieren, macht auch dann Sinn,
wenn der Waldbesitzer selbst die Fläche pflegt. Je unterschiedlicher und
gemischter die Pflegefläche, desto
wichtiger wird der Auftrag mit klaren Prioritäten hinsichtlich der zu
fördernden Baumarten und der notwendigen Maßnahmen. Die richtige Maßnahme mit dem geeigneten
Werkzeug ist wirtschaftlicher und
zielführender als flächiger Aktionismus (oder Nichtstun).
Der richtige Zeitpunkt
Je früher eine Jugendpflege durchgeführt wird, desto kostengünstiger
ist das Verfahren. Außerdem können häufig nur dann noch wertvolle Mischbaumarten erhalten werden.
Bei der Pflege von Fichtenbeständen kann der Kupferstecher die gefällten Bäume, die ja in der Regel im
Bestand liegen bleiben, befallen und
auch für den stehenden Bestand zum
massiven Problem werden. Deshalb
ist für die Fichtenpflege der Herbst
besonders geeignet. Dann kann das
anfallende Material bis zum Käferflug im nächsten Jahr austrocknen.
Die günstigste Zeit für die Laubholzpflege liegt außerhalb der Vegetationsperiode. Ohne Laub kann
zum einen die Kronenausformung
besser beurteilt werden, zum anderen verursachen die unbelaubten
Kronen weniger Schäden beim Fällen. Die verbleibenden Bäume sind
zudem außerhalb der Saftzeit weniger verletzungsanfällig.
Auf jeden Fall sollten die Maßnahmen außerhalb der Brutzeit erfolgen.
Handgeräte
Um den Konkurrenzdruck durch
bedrängende Weichlaubhölzer, wie
die Birke, zu reduzieren, können die
Stämmchen auch nur abgeknickt
werden, so dass sie mit einem Teil der
Fasern noch am Stock hängen. Damit werden diese geschwächt und ein
Wiederaustrieb aus dem Stock ver-
Empfehlenswerte Handgeräte
D
iese Werkzeuge und Geräte
sind aus ergonomischer Sicht
sehr empfehlenswert, vorausgesetzt, sie werden richtig eingesetzt.
Die Handgeräte sind für schwäche-
re Trenndurchmesser bis maximal
8 cm geeignet.
Bei größeren Durchmessern und
bei sehr hohen Entnahmezahlen
sind Motorgeräte die bessere Wahl.
FOTOS: WBS
Motorgeräte
Handsägen
Schwedische Räumaxt
Karnebogen-Kulturheppe
Kambiflex
hindert. Das Abknicken kann mit der
Hand oder mit speziellen Abknickscheren erfolgen. Ab einem Durchmesser von etwa 4 cm muss mit einer
Handsäge angesägt und anschließend
umgedrückt werden. Das Verfahren
ist ergonomisch günstig. Im Praxiseinsatz wurden die besten Erfolge im
Zeitraum Juli/August erzielt.
Bis zu einem durchschnittlichen
Durchmesser von 5 bis 7 cm der
zu entnehmenden Bäumchen können viele Arbeiten mit Handgeräten
durchgeführt werden. Dabei sind
Schlaggeräte wie Heppe oder schwedische Räumaxt sowie Handsägen im
Einsatz.
Bei der Arbeit mit Heppe oder
Räumaxt wird der Stamm mit der
freien Hand vorgespannt und mit
einem Hieb von oben durchtrennt.
Kann der Baum mit maximal zwei bis
drei Schlägen entnommen werden,
sind die Schlaggeräte in Leistung und
Ergonomie nicht zu übertreffen. Der
verbleibende Stock soll etwa wadenbis kniehoch sein.
Bei den Handsägen kommen bevorzugt leistungsfähige, sogenannte
Japansägen zum Einsatz. Damit können Trennschnitte sowohl im Nadelals auch im Laubholz bis etwa 8 cm
ausgeführt werden.
Beim Ringeln werden Rinde und
Bast auf mindestens 20 cm Breite entfernt. Geringelt werden einzelne Bäu-
FOTO: WBS
J
eder Heimwerker weiß, wie ärgerlich es ist, wenn einem das
richtige Werkzeug für notwendige Arbeiten fehlt. Das gilt auch in
der Jungbestandspflege. Was jeweils
empfehlenswert ist, wird im Folgenden besprochen.
Spacer
Ab einem Trenndurchmesser von
8 bis 10 cm sind leichte Motorsägen
den Handgeräten in der Leistung
überlegen. Es wird ein bodennaher
Schnitt angesetzt. Dem Zufallbringen
der Bäume gilt dabei ein besonderes
Augenmerk. Wenn die Stämmchen
in älteren, dichten Beständen nicht
umgedrückt bzw. abgetragen werden können, kommen die sogenannte „Faltmethode“ oder das stückweise
Absägen zum Einsatz. Beide Methoden sollten unter Anleitung erlernt
werden.
Wer überdichte Fichtenbestände schematisch durchpflegen möchte, ist mit einem Freischneidegerät
gut beraten. Freischneider eignen
sich bei einem Trenndurchmesser
bis ca. 7 cm besonders gut zur Anlage von Pflegepfaden, Standraumregulierungen und schematischen
Reihenentnahmen.
Vielversprechend sind auch erste
Einsätze des Spacer in der Jungbestandspflege von Misch- und Reinbeständen. Hierbei handelt es sich
um eine Kettensäge, die über eine
Welle in einem Führungsrohr angetrieben wird. Das Führungsrohr wird
mit einem Seil über einen „Galgen“ fixiert. Der Motor mit der Galgenaufnahme ist rückentragbar. Es können
sowohl horizontale Fällschnitte, als
auch vertikale Aufastungsschnitte geführt werden.
Bayerische Waldbauernschule
Kelheim/Goldberg
Kurse an der Waldbauernschule
Grundlehrgangsbaustein 1 Waldbau
26. – 30. 1. 15
Grundlehrgangsbaustein 2 Holzvermarktung
2. – 6. 2. 15
Qualitätssicherung bei der Pflanzenbeschaffung
11. 2. 15
Arbeiten mit dem Rückewagen für geübte Schlepperfahrer
12. 2. 15
Durchforstung nadelholzbetonter Mischbestände
18. – 20. 2. 15
321. Grundlehrgang Waldwirtschaft
23. 2. – 20. 3. 15
Grundlehrgangsbaustein 1 Waldbau
23. – 27. 2. 15
Grundlehrgangsbaustein 2 Holzvermarktung
2. – 6. 3. 15
Arbeiten mit der Seilwinde für ungeübte Schlepperfahrer 2. – 3. 3. 15
Arbeiten mit der Seilwinde für geübte Schlepperfahrer
12. 3. 15
Telefonische Anmeldung unter:
09441-6833-0
Onlinebuchung unter
www.waldbauernschule.de
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