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Grundsatzbeschluss Fussverkehr - Wien zu Fuß

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Strategiepapier
FuSSverkehr
Strategiepapier
FuSSverkehr
2014
Impressum:
Herausgeberin: Mobilitätsagentur
Inhaltliche Gestaltung: wien! voraus, Mobilitätsagentur Wien, MA 18, unter Mitwirkung von Rosinak
Grafische Gestaltung: Elisabeth Frischengruber
Fotos: Christian Fürthner, MA 28/JAMJAM, Sebastian Philipp, Gerd Götzenbrucker, identum, Ernst Grünwald, MA33/Dully
Gedruckt auf ökologischem Druckpapier aus der Mustermappe „ÖkoKauf Wien“
2 | Strategiepapier Fußverkehr
1.Präambel
Die Stadt Wien bekennt sich zur Förderung
nachhaltiger Mobilität. Wien ist laut Mercer
Index die Stadt mit der weltweit höchsten
Lebensqualität, was nicht zuletzt auf die
umweltfreundliche und nachhaltige Abwick­
lung des Verkehrs zurückzuführen ist. So
wurden im Jahr 2013 27 % aller Wege zu
Fuß zurückgelegt, 39 % mit dem öffent­
lichen Verkehr und 6 % mit dem Fahrrad.
Im Regierungsübereinkommen 2010 wurde
festgehalten, dass der Anteil des Fußgänger­
verkehrs vom derzeitig hohen Niveau aus­
gehend noch verbessert werden soll.
Keine andere Fortbewegungsart wirkt
derart inklusiv. Zu-Fuß-Gehen fördern heißt,
Gesundheit und Teilhabe aller Menschen
am öffentlichen Leben zu fördern, unab­
hängig von ihren sozialen und physischen
Voraussetzungen. FußgängerInnen beleben
zudem den öffentlichen Raum und stärken
den Handel. Zu-Fuß-Gehen schafft Gelegen­
heiten; es ermöglicht Kommunikation und
Interaktion mit anderen.
Der gesellschaftliche Nutzen des Aktivver­
kehrs, wie Zu-Fuß-Gehen und Radfahren,
übersteigt durch positive Gesundheits­
effekte, durch die Reduktion von Lärm- und
Schadstoffbelastung sowie Unfällen, die
Kosten für die Förderung des Aktivver­
kehrs bei weitem. Insbesondere unter dem
Aspekt der bevorstehenden Alterung der
Gesellschaft und des sich verändernden
Mobilitätsverhaltens von Kindern und Ju­
gendlichen ist die Stärkung des Fußverkehrs
wesentlich für die künftige Entwicklung der
Stadt.
Strategiepapier Fußverkehr | 3
2.Wien macht große Schritte
Wien hat hohe
Fußverkehrs­
anteile
Jeder Weg beginnt und endet als Fuß­
weg. Somit betrifft die Attraktivierung des
Fußverkehrs alle Bevölkerungsgruppen.
Die aktuelle Datenlage zeigt, dass in Wien
mehr Menschen zu Fuß gehen als mit dem
Auto fahren. Der hohe Fußwegeanteil von
27 % aller Wege der WienerInnen soll noch
gesteigert werden, was angesichts des
Bevölkerungswachstums – insbesondere an
den Stadträndern – eine große Herausfor­
derung darstellt. Wesentlich ist, trotz dieses
peripheren Wachstums eine gut durch­
mischte und kompakte Stadt zu erhalten,
sodass in neuen Siedlungsgebieten kurze
Fußwege überwiegen und diese attraktiv
gestaltet sind.
50 % weniger
Unfälle,
keine Toten
Von besonderer Bedeutung für Fußgänger­
Innen ist die Verkehrssicherheit: das subjek­
tive und objektive Sicherheitsempfinden ist
entscheidend für die Lebensqualität in einer
Stadt. Die Stadt Wien verfolgt langfristig
die „Vision Zero“: die Zahl der Getöteten
auf Wiens Straßen soll langfristig auf null
gesenkt werden. Laut Regierungsüberein­
kommen 2010 soll die Zahl der im Verkehr
Verunglückten um 5 % pro Jahr verringert
werden. Als Ausgangsjahr für diesen Ziel­
wert wird das Jahr 2010 herangezogen.
Hohe Aufenthalts­
qualitäten
Auf die Qualitätsstandards für Fußgänger­
Innen wurde bislang bereits ein hohes
Augenmerk gelegt. Für mehr Aufenthalts­
qualität muss allerdings zusätzlicher Raum
geschaffen werden: ausreichend breite und
benutzbare Gehsteige sind eine Grund­
voraussetzung, den Fußverkehr in Wien zu
stärken. Mehr FußgängerInnen bedeuten
zudem weniger Lärm und Abgase sowie
eine verbesserte Gesundheit der Bewohner­
Innen und positive Auswirkungen auf die
Sicherheit und die Atmosphäre der Stadt:
FußgängerInnen erzeugen „Urbanität“.
Wien stärkt seine
internationale
Position
Ziel ist, strategische Wegstrecken für Fuß­
gängerInnen (siehe Abschnitt 4) zu etablie­
ren, die über ein hohes Qualitätsmaß verfü­
gen. Schließlich soll die Stadt Wien für ihre
attraktiven öffentlichen Räume und Plätze
und die hohen Qualitäten im Aktivverkehr
internationale Bekanntheit erlangen und
ihre Position als Stadt des Umweltverbun­
des und höchster Lebensqualität festigen
und stärken.
4 | Strategiepapier Fußverkehr
3. Gute Gestaltung für mehr
Aufenthaltsqualität
Wohnzimmer
der Stadt
Der öffentliche Raum ist das „Wohnzimmer“
der Stadt. Um eine Kultur des Zu-FußGehens zu schaffen, müssen Straßen und
Plätze attraktiv gestaltet sein. Bäume und
andere Begrünungen, Möblierung und die
Wahl der Bodenbeläge unter dem Aspekt
der Barrierefreiheit gehören ebenso dazu
wie Straßenquerschnitte, die den vielfälti­
gen Nutzungsansprüchen einer dynami­
schen städtischen Gesellschaft und dem
Miteinander im Verkehrsgeschehen gerecht
werden.
Ästhetische
Gestaltung
Wichtige Gehrelationen sollen durch kom­
fortable Dimensionierung und funktionelle,
ästhetische Gestaltung dazu einladen, nicht
nur Freizeit- und Einkaufswege, sondern
auch Berufs- und andere Alltagswege zu
Fuß zurückzulegen.
Individualität und
Originalität
Das Design von öffentlichen Räumen soll
Wien als lebendige Stadt ins Blickfeld
rücken, die auch spontanen aktionsorien­
tierten oder künstlerischen Interventionen
Platz bietet. Öffentliche Räume sind jeder­
zeit zugänglich, flexibel und nutzungsoffen.
Sie laden zum Verweilen ein, sind optisch
ansprechend, großzügig gestaltet, zeichnen
sich durch Individualität, Barrierefreiheit,
Originalität und „internationalen Wieder­
erkennungswert“ aus. Begegnungszonen,
Fußgängerzonen sowie temporäre Straßen­
gärten, konsumfreie Räume und Sitzberei­
che ermöglichen es, die Stadt erlebbarer zu
machen.
Balance zwischen
Nutzungs­
ansprüchen
Im dicht bebauten städtischen Raum ist ein
Interessensausgleich zwischen Anrainer­
Innen und NutzerInnen anzustreben. Die
unterschiedlichen Nutzungen wie Verkehr,
Gastronomie und Schanigärten, Kioske und
vor allem Platz für nichtkommerzielle Nut­
zungen zu schaffen. Höhere Aufenthalts­
qualitäten für Zu-Fuß-Gehende können
durch gezielte Maßnahmen wie die Park­raumbewirtschaftung, dem Garagenbau
und die Reduktion der parkenden Kraft­
fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum
ermöglicht werden.
Internationale
Aufmerksamkeit
In neuen Siedlungsgebieten besteht die
Chance, im Rahmen von Planungsverfahren
öffentliche Räume mit hoher funktionaler
Attraktivität und gestalterischer Qualität
zu schaffen und dadurch internationale
Aufmerksamkeit zu erreichen.
Strategiepapier Fußverkehr | 5
4.Strategische Infrastrukturentwicklung
Strategische
Wegstrecken
„Flaniermeilen“
Qualitätsvolle, bezirksübergreifende und
strategisch angelegte Fußwegverbindungen
sollen Orte mit hohen Fußgängerfrequen­
zen, darunter auch Knotenpunkte des
öffentlichen Verkehrs, Einkaufsstraßen und
kulturelle Zentren, verbinden.
Flächendeckend
und komfortabel
Neben diesen strategischen Routen ist auch
ein flächendeckendes, barrierefreies Fuß­
wegenetz als Teil des Stadtwegenetzes er­forderlich. Es ist komfortabel und verbindet
Bezirksteile untereinander – abgestimmt mit
dem Radwegenetz und dem Freiraumnetz
in der Stadt. Besonders wird auf eine gute
Durchwegung der Grätzel – insbesondere
auf die Wiener Tradition der Durchhäuser –
geachtet, möglichst direkte Wege und die
fußläufige Erreichbarkeit von Einrichtungen
des täglichen Bedarfs sind von zentraler
Bedeutung. Durchgehend frei begehbare
Gehsteigbreiten von 2 m (bei Schrägparken
2,5 m) wurden bereits im Masterplan Verkehr 2003 als Mindestmaß definiert – brei­
ter bei höheren Fußgängerfrequenzen, Nut­
zungsdichten und Kfz-Stärken. Besonders
bei Neugestaltungen und der Errichtung
von neuen Stadtteilen ist darauf zu achten.
Winterdienst
Die Infrastruktur muss zu jeder Jahreszeit
benutzt werden können, der Winterdienst
ist daher die Basis für sicheres und komfor­
tables Zu-Fuß-Gehen in der kalten Jahres­
zeit. Dementsprechend werden Konzepte
erarbeitet, die eine weitere Optimierung
der winterlichen Betreuung zum Ziel haben.
Hausverwaltungen und Hauseigentümer­
Innen sollen verstärkt für deren Mitverant­
wortung und Haftung sensibilisiert werden.
Attraktive
Ausstattung
Verweilmöglichkeiten und ein entsprechend
alltagstaugliches, witterungsbeständiges
Stadtmobiliar sind ebenso wichtig wie
ausreichende und gut situierte Sitzgelegen­
heiten, Schattenspender, Bepflanzungen,
Trinkbrunnen, Abfallkörbe usw. Öffentliche
Räume, die als Treffpunkte und zum Ver­
weilen einladen, sind Katalysatoren einer
zukunftsorientierten Stadtentwicklung.
Finanzierung
Die Bezirke tragen in Wien erheblich zur
guten Infrastruktur für FußgängerInnen bei.
Zuschüsse aus dem zentralen Budget der
Stadt sollen das Engagement der Bezirke
unterstützen, geeignete Maßnahmen zur
Förderung des Fußverkehrs umzusetzen.
6 | Strategiepapier Fußverkehr
5. Verkehrssicherheit auf höchstem Niveau
Vision Zero
Im Jahr 2012 wurden laut Statistik Austria
16 FußgängerInnen in Wien getötet und
über 1.000 verletzt. Sowohl auf geregelten
als auch auf ungeregelten Schutzwegen
ist die Unfallgefahr für FußgängerInnen in
Wien nach wie vor hoch. Die Stadt Wien
verfolgt langfristig die „Vision Zero“, wel­
che zum Ziel hat, die Zahl der Getöteten im
Verkehr auf null zu senken. Pro Jahr soll
daher die Zahl der Verunglückten auf Wiens
Straßen um 5 % reduziert werden.
Verkehrs­
beruhigung
Die Erweiterung von Tempo 30 Zonen und
eine möglichst flächendeckende Verkehrs­
beruhigung sind wichtige Maßnahmen, den
Verkehr in Wien sicherer zu machen. Nied­
rigere Kfz-Geschwindigkeiten verhindern
Unfälle und helfen die Unfallschwere zu sen­­ken. Auch neue Verkehrsregelungen, wie
Begegnungszonen, tragen dazu bei, die Zahl
der verunglückten Personen zu reduzieren.
Sanierung von
Unfallhäufungs­
stellen
Die systematische Sanierung von Unfall­
häufungsstellen sowie die Überprüfung
von Schutzwegen – auch hinsichtlich
kurzer, fußgängerfreundlicher Wartezei­
ten bei geregelten Kreuzungen – sind von
besonderer Bedeutung. Große Aufmerk­
samkeit gilt dabei Kindern, SeniorInnen
und Personen mit Mobilitäts- oder Sinnes­
behinderungen. Die weiterlaufende Aktu­
alisierung der Schulwegpläne für Wiener
Volksschulen trägt zu einer hohen Ver­
kehrssicherheit bei. Auch eine geeig­nete
Straßenraumgestaltung, der Einsatz von
„intelligenten Bodenmarkierungen“ und
bauliche Maßnahmen entsprechen den
Zielen der Verkehrssicherheit für Fußgän­
gerInnen.
Miteinander
fördern
Schließlich soll eine Kultur des Miteinanders
durch Bewusstseinsbildung und Öffent­
lichkeitsarbeit gefördert werden, damit die
gegenseitige Rücksichtnahme aller Ver­
kehrsteilnehmerInnen verbessert wird.
Strategiepapier Fußverkehr | 7
6.Zielgruppenorientierte Sensibilisierung
Gehen: ein
Merkmal von
Urbanität
Das Image des Zu-Fuß-Gehens als gesunde
und umweltfreundliche urbane Mobilität
soll in der öffentlichen Wahrnehmung
verbessert werden; gleichzeitig soll auf
die Bedürfnisse und Anforderungen von
Zu-Fuß-Gehenden verstärkt eingegangen
werden.
Zielgruppen Jung
und Alt
Die Mobilitätsagentur Wien GmbH über­
nimmt eine wichtige Schnittstellen- und
Vermittlerposition zwischen Bevölkerung,
Verwaltung und Politik. Besonders relevan­
te Zielgruppen sind ältere Menschen und
Personen mit Mobilitätseinschränkungen
sowie Familien und Kinder.
Kampagnen und
Veranstaltungen
8 | Strategiepapier Fußverkehr
Ein Anfrage- und Beschwerdemanagement,
Kampagnen zum Zu-Fuß-Gehen und Ange­
bote für Schulen und Kindergärten sollen
die Lust auf das Zu-Fuß-Gehen wecken.
Veranstaltungen und Events, die den öffentlichen Raum mit allen Sinnen erfahrbar
machen (z.B. Streetlife Festival) sind ebenso
Teil einer Sensibilisierungsstrategie wie das
Dialogformat “Geh-Café“, themenbezo­
gene Spazierwege, Straßenfeste und Spiel­
straßen.
7. Wegweisende Orientierung und
Routenplanung
Schnell, sicher,
ruhig und
attraktiv
Attraktiv gestaltete, begrünte Wege moti­
vieren zum Zu-Fuß-Gehen. Dafür werden
mitunter auch Umwege in Kauf genommen.
Ein Orientierungssystem muss daher ne­
ben den kürzesten und schnellsten Routen
auch ruhige und besonders sichere Wege
beinhalten.
Wegweiser
als Visitenkarte
Wiens
Wien ist nicht nur eine wachsende Metropole, sondern auch eine gefragte Touris­mus­destination und eine bedeutende Kongressstadt. Deshalb sind Wegweiser und Orien­
tierungssysteme im Straßenraum, aber auch
online mittels Apps und Routingsystemen,
wichtig. Dies ist nicht zuletzt eine „Visiten­
karte Wiens“.
8. Barrierefreiheit
Abbau von
Barrieren
Die Förderung des Fußverkehrs entspricht
auch den Zielen der UN-Konvention über
die Rechte von Menschen mit Behinderun­
gen und jenen der Smart City Strategie der
Stadt Wien. Barrierefrei gestaltete öffentli­
che Räume, Überwindung städtebaulicher
Barrieren, Blindenleitsysteme, gute Be­
leuchtung und andere Leitsysteme tragen
dazu bei, den Mobilitäts-bedürfnissen aller
Taktile und
akustische
Leitsysteme
Orientierungs- und Routingsysteme sind
auch für blinde und sehbehinderte Perso­
nen von zentraler Bedeutung: die Orien­
tierung wird durch taktile und akustische
Leitsysteme verbessert.
Menschen dieser Stadt gerecht zu werden.
Im internationalen Umfeld nimmt die Stadt
Wien bei der Umsetzung von Barrierefrei­
heit im öffentlichen Raum eine Spitzenposi­
tion ein. Derzeit verfügen bereits 90 % der
Gehsteige über Absenkungen; der weitere
Abbau physischer Barrieren soll letztend­
lich in einer barrierefrei begehbaren Stadt
münden.
Strategiepapier Fußverkehr | 9
9.Grundlagen und Wissensmanagement
Bessere Daten­
grundlagen
Umfassende und aussagekräftige Grund­
lagen und Daten sind wichtig, um dem
Fußverkehr einen hohen Stellenwert zu
geben. Derzeit spielt der Fußverkehr in
der Grundlagenforschung und innerhalb
der städtischen Verkehrsplanung teilwei­
se noch eine untergeordnete Rolle. Das
Schwergewicht der Planung liegt bei der
Dimensionierung von Verkehrsanlagen.
Qualitätsstandards, die auf die Bedürfnisse
von FußgängerInnen und die sozialen und
räumlichen Wechselwirkungen von Ge­
staltung und Aufenthaltsqualität gerichtet
sind, werden in Zukunft ein noch größerer
Bestandteil der Planungen sein.
Zählungen und
Messmethoden
Zu den fehlenden Grundlagen gehören zum
einen das Wissen um die finanziellen Mittel,
die direkt oder indirekt in Fußverkehrsmaß­
nahmen fließen; zum anderen aber auch
Informationen zu den Anforderungen und
Bedürfnissen der FußgängerInnen, Zählun­
gen mittels Dauerzählstellen und Erhebun­
gen von Aktivitäten und Aufenthaltsdauer
von FußgängerInnen, um Rückschlüsse auf
die Qualitäten des öffentlichen Raumes und
dessen Akzeptanz ziehen zu können. Auf
fachlicher Ebene geht es also um Erhebungsund Messmethoden, die Ermittlung von
Rebounding-Effekten von Maßnahmen der
Verkehrssicherheit und um Analysen der
Wirkung fußverkehrsfreundlicher Stadtge­
staltung auf Gesundheit, Wohlbefinden und
Wirtschaft.
Innovationsbedarf
Innovations- und Forschungsbedarf besteht
außerdem bei analogen und digitalen Orien­tierungs- und Navigationssystemen, bei
Warentransporten, die zu Fuß erledigt wer­
den und Leitsystemen auf neuen Verkehrs­
flächen, die nach dem Prinzip „Straße Fair
Teilen“ gestaltet sind – zum Beispiel Blindenleitsysteme in Begegnungszonen oder
sichere Gleisquerungen für blinde Personen.
10 | Strategiepapier Fußverkehr
Empfehlung:
●●
●●
●●
●●
Entwicklung eines Wiener Stadtwegenetzes mit Alltags- und Freiraumfunktionen und Schaf­
fung von strategischen Wegstrecken für FußgängerInnen
Verkehrsberuhigung und Tempo 30 (ausgenommen Verkehrswege, die der Bündelung des
Durchzugsverkehrs dienen), Einsatz von Begegnungszonen und Fußgängerzonen in den
Wohngebieten
Schaffung einer einheitlichen Kennzeichnung für wichtige Fußwegverbindungen
Prüfung und Umsetzung strategischer Fußverkehrsprojekte wie z.B. Flaniermeilen gemeinsam
mit den Bezirken mit Hilfe aus Mitteln des Zentralbudgets
●●
Errichtung von FußgängerInnenzählstellen und Durchführung von FußgängerInnen-Befragungen
●●
Verbesserung von Straßenquerungen für FußgängerInnen
●●
Rückgewinnung des öffentlichen Raums durch frei werdende Kapazitäten im Straßenverkehr
(unter besonderer Berücksichtigung vor allem des ÖV), unter anderem durch Synergieeffekte
aus der Parkraumbewirtschaftung und aus der Förderung des Garagenbaus, z.B. alternative
Nutzungen von Parkraum vor allem für konsumfreie Zonen
●●
Systematische Sanierung von Unfallhäufungspunkten mit FußgängerInnen-Beteiligung
●●
Weiterlaufende Aktualisierung von Schulwegplänen für Wiener Volksschulen
●●
Konzept zur Optimierung der Nutzbarkeit von Gehsteigen und Fußwegen im Winter
●●
Darstellung der finanziellen Mittel, die direkt oder indirekt in Fußverkehrsmaßnahmen fließen
●●
●●
Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zum Fußverkehr, um das Image des Zu-FußGehens zu heben und zu einem besseren Miteinander aller VerkehrsteilnehmerInnen beizutragen
Schulungen für alle im Straßenbaugeschehen involvierten Magistratsabteilungen und auch
der Baufirmen im Hinblick auf behindertengerechte Gestaltung von Baustellen und sinnvolle
kostengünstige Lösungen für Behindertenanlagen.
Strategiepapier Fußverkehr | 11
Alle Wege alle Sinne
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