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Außenwirtschaft aktuell - IHK Rhein-Neckar - IHK24

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Außenwirtschaft
Der monatliche Informationsdienst für Unternehmen im Auslandsgeschäft
DIHK-Umfrage: „Going International 2014/2015“
Ausgabe 12/2014
Entwicklungszusammenarbeit
Gedämpfte Stimmung in der
deutschen Exportwirtschaft
Seite 5
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich eingetrübt. Die
Geschäftserwartungen wurden für die meisten Weltregionen nach unten
korrigiert. Viele Unternehmen leiden unter den regionalen Krisen in
Osteuropa, im Nahen Osten und in Westafrika. Auch die „Renaissance
der Eurozone“ wurde nochmals vertagt. Hoffnung weckt allerdings die
dynamische Entwicklung in den USA. Das geht aus der aktuellen DIHKUmfrage „Going International 2014/2015“ hervor, an der sich bundesweit rund 2.000 auslandsaktive Unternehmen beteiligten.
werden...
lich profitieren. Sowohl 2014 als auch 2015
deutsche Unternehmen überdurchschnitt2,5 Prozent im Jahr 2015 aus. Davon werden
US-Wirtschaft von 2 Prozent in diesem Jahr und
AHK USA geht von einem Wachstum der
Ein positiver Taktgeber bleiben die USA. Die
USA – wichtiger Wachstumstreiber
samt-Exporte von 5 Prozent.
deshalb für 2015 mit einem Anstieg der Gefür die deutsche Wirtschaft. Der DIHK rechnet
schaft steigen auch wieder die Exportaussichten
2015 wieder an. Mit der stärkeren Weltwirtdelskammern (AHKs) zieht die Weltwirtschaft
Nach Schätzungen der deutschen Auslandshan-
Schweiz: Mehrwertsteuerpflicht
erweitert Seite 8
Foto: Fotolia
Foto: Fotolia
in der Infrastruktur.
zintechnik, moderner Verarbeitungstechnik und
z. B. wegen des immensen Bedarfs an Meditrotz aller Rückschläge ein Markt mit Potential,
denschaft. Langfristig bleibt Russland jedoch
Besonders der Maschinenbau gerät in Mitleiwirkt sich die Krise teilweise noch stärker aus.
Prozent für dieses Jahr wahrscheinlich. Sektoral
weiteres Minus von noch einmal rund 15 bis 20
nach Russland von ca. 5 Prozent in 2013 ist ein
Nach einem Rückgang der deutschen Exporte
Gegensanktionen der russischen Regierung.
tionen der EU gegenüber Russland und den
besondere aus den Auswirkungen der SankDie Anpassung der Prognose resultiert ins-
Foto: GIZ
Rhein-Neckar
aktuell
Internationale Krisen belasten den Export
(DIHK) Deutsche Ausfuhren leiden weiterhin
merklich unter den Störfaktoren regionaler
Krisen und Konflikte. Allen voran bildet der nach
wie vor ungelöste Konflikt mit Russland ein
ernstes Risiko für deutsche Exporteure. Nach der
Ausweitung der Sanktionen der EU gegenüber
Russland hat sich der Kreis der betroffenen
deutschen Betriebe stark vergrößert. Zusätzlich
haben die Gegenmaßnahmen der russischen
Regierung etlichen Unternehmen geschadet.
Weitere Risiken gehen von den Krisen im Nahen
Osten sowie in Westafrika aus. Die Instabilität in
Syrien und im Irak könnte auf die Nachbarländer übergreifen. Damit gehen Sorgen über die
Rohstoffversorgung einher: Die Ölvorkommen
der Region decken einen Großteil der weltweiten
Nachfrage. Afrika südlich der Sahara hatte noch
zu Beginn des Jahres als eine der letzten Regionen mit Wachstumsraten über fünf Prozent pro
Jahr aufhorchen lassen. Die Ebola-Krise führt
jedoch dazu, dass Unternehmen ein Engagement
auf dem Kontinent eher verschieben.
Fortsetzung auf Seite 3
Download dieser Ausgabe unter: www.rhein-neckar.ihk24.de/AWA
Foto: Fotolia
Neues im Zoll- und
Außenwirtschaftsrecht Seite 21
Außenwirtschaft
Ausgabeaktuell
5/2014
s
Übersicht
Länder und Märkte
EUROPA/ZENTRALASIEN
Belgien Hafen Antwerpen
06
Frankreich Beschaffungswesen
06
Griechenland Recycling- und Entsorgungswirtschaft
06
Israel Abwasserreinigung
07
Kroatien IT-Branche
07
Niederlande Bauwirtschaft und Sanierungen
07
Österreich Kfz-Industrie
07
Polen Neuregelung Mindestlohn; Unternehmensgründung;
Verkehrsinfrastruktur
08
Serbien Agrarwirtschaft
08
Schweiz Medizintechnik; Mehrwertsteuerpflicht;
Energetische Gebäudesanierung; Kreditvergabe und
Zahlungsmoral
08
Korea Chemische Industrie, Investitionen
15
Myanmar Transport und Logistik
15
Philippinen Solarstrom; Möbelbranche; Outsoursing-Sektor
15
Singapur Gewächshaustechnik; Solarkraft
16
Sri Lanka Investitionsklima
16
Taiwan Logistik-Infrastruktur
16
Thailand Wachstumsprogramme; Kaufkraft und Konsumverhalten
16
Vietnam Bioenergie; Industrieparks
16
Indien Caterpillar Energy Solutions; Ausländische Direktinvestitionen; 17
Pharmaindustrie; Wirtschaftsbeziehungen
MENA/AFRIKA
Afrika Lebensmittel; Landtechnik
18
Ägypten Lkw-Markt
18
Skandinavien Medizin- und Rehabilitationstechnik
09
Mosambik Verkehrsinfrastruktur
18
Spanien Gesellschafterhaftung; Energieeffizienz; Chemieindustrie
10
Südafrika Recycling
18
Türkei Kaufkraft und Konsumverhalten
10
Tansania Agrarwirtschaft
18
Turkmenistan Baustoffindustrie
10
Vereinigte Arabische Emirate Energie- und Wasserwirtschaft;
Bauvorhaben
18
Ukraine Währungskontrolle
10
Russland Bonität; Weltbank-Ranking; Wirtschaftsbeziehungen;
Lebensmittelindustrie; Lager- und Sortiertechnik;
Holzbearbeitungstechnik; Landmaschinenmarkt;
11
Region Rostow
AMERIKAS
ZITAT DES MONATS
Brasilien Chemieindustrie; Kaufkraft und Konsumverhalten
12
Chile Energieversorgung
12
Kanada Waste-to-Energy; Abwasserbehandlung; Öltransport
12
Kolumbien Lebensmitteleinzelbranche
12
Mexiko Flughafenbau; Hotelbranche
13
Peru Umwelttechnologie
13
USA Druckmaschinen; Offshore-Energie;
Solarstrom; Grünes Bauen; Fußbodenbeläge; Rohre
13
„Der EZ-Scout hat uns
aktiv dabei unterstützt,
unser Konzept zu realisieren.
Er stand uns vom Beginn bis
zum Ende mit Rat und Tat
zur Seite.“
ASIEN-PAZIFIK
Australien Bauwirtschaft
14
China Fünfjahresplan; Flughafenbau; Allgemeine Luftfahrt;
Schienenverkehr; Heizkesselmarkt; Zementindustrie
14
Indonesien Kfz-Teile; Reifenindustrie; Seehafenbau
14
Japan Nahrungsmittelindustrie; E-Commerce
15
2 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
Stefan Ueltzhöffer, Geschäftsführer der Precisis
Euromechanics GmbH, Heidelberg
Den ganzen Bericht finden Sie auf Seite 5.
s
Übersicht
Außenwirtschaft-Spezial
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Entwicklungszusammenarbeit –
Neue Märkte, neue Chancen
5
Förderung und Finanzierung
Unternehmerreise Polen
22
Polen: Messebeteiligung ITM Polska 2015
22
Messebeteiligung Intersolar Europe 2015
22
Bescheinigungsdienst
19
Warenverzeichniss 2015
19
Änderung Lieferantenerklärung
19
Neue EG-Dual-USE Verordnung
19
Merkblatt Frequenzumwandler
19
China: Anerkennung AEO
19
Ukraine: Zollaussetzung
19
Argentinien: Importzölle
20
Côte d’Ivoire: Konformitätsnachweis
20
Zoll ABC
20
Lieferantenerklärung
20
Neues im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2015
21
Impressum
22
Kurz vor Schluss: Korea
23
IHK-Veranstaltungen International
24
Fortsetzung von Seite 1
Dementsprechend liegt der Saldo aus „besseren“ und „schlechteren“ Erwartungen bei den
globalen Geschäftsperspektiven bei nur noch
sechs Punkten. Im Vorjahr lag der Wert noch
bei 21 Punkten. Die negative Wahrnehmung
des weltwirtschaftlichen Umfelds drückt die
Aussichten der Unternehmen wesentlich stärker
nach unten, als es die noch gute Lage vermuten
lässt. Der DIHK geht für dieses Jahr nur noch
von einem Wachstum von 2,8 Prozent bei den
deutschen Exporten aus.
Eurozone fällt deutlich zurück
Nachdem zu Beginn dieses Jahres manches auf eine „Rennaissance der Eurozone“
hingedeutet hatte, ist mittlerweile bei
den deutschen Exporteuren Ernüchterung eingekehrt. Auch wenn es vereinzelt
Hoffnungsträger gibt – Irland und Portugal
sind beispielsweise an die Finanzmärkte
zurückgekehrt – so kommen insgesamt doch
eher weniger Impulse aus den europäischen Nachbarländern. Die wirtschaftliche
Entwicklung in Frankreich und Italien
ist bestenfalls von Stagnation geprägt.
Fortschritte in Sachen Wettbewerbsfähigkeit sind in diesen beiden Ländern kaum
bemerkbar. Daher geht der Optimismus der
Unternehmen wieder zurück, gerade was die
Perspektiven für ihre Geschäfte in Europa
angeht. Nach einem Saldo von 17 Punkten
im vergangenen Jahr wird nun gerade noch
ein Wert von sechs Punkten für die Eurozone erzielt. Positive Nachrichten kommen
beispielsweise aus Spanien, Portugal und
Irland, die mit einem Anziehen der Konjunktur und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit
aufwarten. Außerhalb der Eurozone sendet
das Vereinigte Königreich positive Konjunktursignale. Das Land verlässt das Tal der
globalen Banken- und Finanzkrise. Auch das
Scheitern des Referendums zum Austritt
Schottlands stärkt die britische Wirtschaft.
USA verbreiten Hoffnung
Als einzige Region kann Nordamerika bei den
Perspektiven der deutschen Exporteure sogar zulegen. Der Saldo stieg auf 31 Punkte
(2013: 29), den höchsten Wert der Regionen. In den Zahlen spiegelt sich die intakte
Dynamik in den USA wieder. Die von der Binnennachfrage getriebene Konjunktur führt
insbesondere zu einem stärkeren Interesse an
deutschen Kfz. Bei der Reindustrialisierung
können deutsche Ausrüster einen wertvollen
Beitrag leisten. Auch ein weniger starker Euro
dürfte den Aufwärtstrend im kommenden Jahr
unterstützen.
Chinas Wirtschaft im Umbruch
In China deutet einiges darauf hin, dass die
Importe aus Deutschland von der Wende der
Wirtschaftspolitik weit weniger betroffen
sein werden, als ursprünglich befürchtet – im
Gegenteil: Die deutschen Ausfuhren in das Reich
der Mitte dürften in diesem Jahr sogar um rund
zehn Prozent zulegen. Das Land steht allerdings
weiterhin vor großen Herausforderungen: Der
Immobiliensektor droht heiß zu laufen und die
nationalen Unternehmen leiden teilweise unter
einer enormen Verschuldung. Eine Konsolidierung dürfte künftig auch mit einer insgesamt …
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 3
AußenwirtschaftSpezial
weniger dynamischen konjunkturellen Gangart
einhergehen. Die Unternehmen reduzieren ihre
Erwartungen an die Entwicklung ihrer Geschäfte
in der Region Asien/Pazifik zumindest leicht
(von 28 auf 23 Punkte). Auch die Entwicklung
der Wirtschaft in Japan birgt Risiken. Geldpolitische Maßnahmen sind größtenteils verpufft;
das Wachstum der heimischen Ökonomie ist
hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dies
hat zusätzlich zu den gedämpften Perspektiven
für die Region Asien/Pazifik aus Sicht deutscher
Betriebe beigetragen.
Verkäufe um null bis zehn Prozent reduzieren werden. Weitere 24 Prozent rechnen
sogar mit einem Rückgang der Verkäufe um
zehn bis 25 Prozent. Ähnlich sieht es bei
den Unternehmen mit Direktinvestitionen in
Russland aus: Rund 56 Prozent erwarten ein
Schrumpfen der Umsätze vor Ort um null
bis zehn Prozent. Für weitere 18 Prozent
der Befragten Investoren dürften sich sogar
Einbrüche von zehn bis 25 Prozent ergeben.
Weltregionen insgesamt rückläufig
Erschwerend für deutsche Exporteure wirkt
sich der Aufbau zusätzlicher Handelsbarrieren aus. Inzwischen berichten 36 Prozent
der befragten Betriebe von einer Zunahme
der Handelshemmnisse im Ausland; im
Vorjahr waren dies noch 34 Prozent. In der
„Trickkiste“ der lokalen Entscheidungsträger stehen Sicherheitsanforderungen und
Zertifizierungsanforderungen an vorderster
Front. Zölle und Importsteuern gehören
längst nicht mehr in die erste Reihe „kreativer Maßnahmen“. Im Vergleich zur Vorjahresumfrage hat sich das Problem der „local
content-Anforderungen“ verschärft. Dies
geben inzwischen 18 Prozent der Befragten als steigendes Problem an (Vorjahr: 16
Prozent). Der Zugang zu lukrativen Märkten
wird also häufig von der Schaffung von
Arbeitsplätzen vor Ort abhängig gemacht.
In den weiteren Regionen ergibt sich ebenfalls eine leicht rückläufige Tendenz: So sind
die Exporterwartungen für Lateinamerika
(von 27 auf 16), den Nahen und Mittleren Osten (von 22 auf zehn Punkte) sowie
Afrika südlich der Sahara (von plus neun auf
minus zwei Punkte) rückläufig. Die Perspektiven der im Auslandsgeschäft engagierten
deutschen Unternehmen verschlechtern
sich. Zumindest Anlass zu Hoffnung gibt die
Tatsache, dass viele Länder ihre Abhängigkeit von Rohstoffexporten reduzieren
wollen. Sie investieren beispielsweise in
die Modernisierung ihrer Infrastruktur, um
die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das
bietet kurzfristig Chancen, nicht zuletzt für
den deutschen Maschinenbau. Mittelfristig
könnte sich ein nachhaltiger Entwicklungspfad in diesen Ländern einstellen, zu dem
auch der Aufbau mittelständischer Strukturen in der Wirtschaft und die Etablierung einer konsumfreudigen Mittelschicht gehören.
Dann kämen auch die Automobilindustrie
und ihre Zulieferer stärker zum Zuge.
Handelshemmnisse nehmen zu
TTIP ist willkommen
Weiterhin ganz oben auf der Wunschliste
deutscher Unternehmen im Auslandsgeschäft ist der Abschluss eines transatlantischen Freihandelsabkommens. Die Partnerschaft der EU mit den Vereinigten Staaten
wird inzwischen von fast 70 Prozent* der
auslandsaktiven Unternehmen begrüßt.
Ebenso viele Unternehmen sagen, dass der
Abbau von Zöllen für sie besonders wichtig
ist. Ganz oben auf der Liste der notwendigen Schritte für eine Erleichterung des
transatlantischen Handels steht die Anpassung bzw. gegenseitige Anerkennung von
Normen, Standards und Zertifizierungen
(85 Prozent). Vereinfachungen bei der Zollabwicklung halten immerhin 83 Prozent der
Unternehmen für wichtig. Der viel diskutierte Investorenschutz gehört für 55 Prozent
der Betriebe auf die Agenda.
Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie
unter www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokument-Nr. 176963
Globale Geschäftsperspektiven Deutscher Unternehmen - Saldo aus
"besser" und "schlechter" -Meldungen
Die Erwartungen deutscher Unternehmen
an ihre Geschäfte in Osteuropa haben
eine Entwicklung genommen, wie sie seit
Bestehen dieser Studie (2005) noch für
keine Region registriert werden konnte:
Die Erwartungen fielen mit einem Saldo
von plus 26 sehr optimistisch aus. Inzwischen liegen die Einschätzungen zu den
zukünftigen Ausfuhren in dieser Region
aber bei minus 40 Punkten. Ursache dieses
Absturzes sind die schwachen Perspektiven der Geschäfte mit Russland und der
Ukraine. Das ergibt die Sonderauswertung
zu den deutschen Exporten nach Russland.
Für 37 Prozent der Exportbetriebe ist das
Russlandgeschäft wichtig oder sehr wichtig.
Jeder dritte Betrieb dieser Zielgruppe gibt
an, dass er von den EU-Sanktionen oder
den Gegenmaßnahmen betroffen ist. Diese
Unternehmen erwarten entweder weitere
Einbußen beim Export oder beim Umsatz ihrer Niederlassungen vor Ort: 40 Prozent der
Exporteure gehen davon aus, dass sich ihre
4 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
DIHK, Going International 2014/15
Osteuropageschäft bricht ein
*Quelle: DIHK-Außenwirtschaftsreport 2014
Die bundesweite Umfrage „Going International 2014“ des DIHK ist mit Unterstützung von 80 Industrie- und
Handelskammern (IHKs) erstellt worden. An der Online-Umfrage im Herbst 2014 haben sich insgesamt 2.000
auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt.
Die aktuelle Umfrage führt die gleichnamigen Analysen aus den Jahren 2005 bis 2013 fort.
AußenwirtschaftSpezial
Entwicklungs- und Schwellenländer sind die Wachstumsmärkte von
morgen. Viele Unternehmen begeben sich damit auf oft unbekanntes,
schwieriges Terrain und sind unsicher, wie sie ihr Engagement dort am
besten planen können. Wie man diese Risiken besser bewältigen kann,
weiß der EZ-Scout, der als regionaler Ansprechpartner bei der IHK
Rhein-Neckar für Entwicklungszusammenarbeit bereits viele interessierte
Unternehmen der Region zu Kooperationsmöglichkeiten in Afrika, Asien,
Lateinamerika oder Osteuropa beraten hat.
Krebspatienten eine Strahlentherapie mit besseren Heilungschancen und einer schonenderen
Behandlung zu ermöglichen, das ist das Ziel der
Precisis AG aus Heidelberg. Das Unternehmen
entwickelte gemeinsam mit der Euromechanics
Medical GmbH ein Gerät, mit dessen Hilfe die
Strahlung zielgerichteter auf den Krebsherd der
Erkrankten fokussiert wird, sodass gesundes
Körpergewebe möglichst nicht zerstört wird.
Auf der Suche nach potenziellen neuen Märkten
für das Produkt stieß das Unternehmen auf
die Ukraine. Das Gesundheitswesen in dem
osteuropäischen Land ist von westeuropäischen
Standards noch weit entfernt. Dies macht sich
auch bei der Krebs-Therapie bemerkbar, bei
der häufig veraltete Strahlentherapieanlagen
im Einsatz sind. Krebs-Erkrankungen stellen in
der Ukraine die zweithäufigste Todesursache
dar. Viele Menschen könnten von dem Produkt
profitieren. All diese Fakten machen den Markt
spannend für die Precisis AG. Doch wie sollte
man diesen Markteintritt angehen? Und woher
könnte man Unterstützung bekommen, um den
Aufwand zu stemmen?
„Die gute Zusammenarbeit mit der IHK hat uns
sehr geholfen. Der EZ-Scout stand uns als Ansprechpartner zur Verfügung und hat uns aktiv
dabei unterstützt, unser Konzept zu realisieren.
Er stand uns vom Beginn bis zum Ende mit
Rat und Tat zur Seite“, so Stefan Ueltzhöffer,
Geschäftsführer der Precisis Euromechanics
GmbH, einem zu Beginn des Jahres gegründeten Gemeinschaftsunternehmen der Precisis
Foto: IHK Rhein-Neckar
Auf der Suche nach Hilfe stieß das Unternehmen auf den EZ-Scout der IHK Rhein-Neckar,
Oliver Wagener. Er ist seit Januar 2011 vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Berater
an die IHK entsandt. Zu seinen Aufgaben
gehört es, IHK-Mitgliedsunternehmen zu
informieren, welche Fördermöglichkeiten die
deutsche Entwicklungszusammenarbeit für den
Markteinstieg in Schwellen- und Entwicklungsländern zur Verfügung stellt. Nach mehreren
ausführlichen Gesprächen mit dem EZ-Scout
entschied sich das Unternehmen, einen Antrag
für die Teilnahme an develoPPP.de, einem BMZProgramm für Entwicklungspartnerschaften mit
der Wirtschaft, zu stellen. Der Antrag wurde
kürzlich bewilligt. Die Fördersumme beträgt
170.000 Euro. Die Projektdauer ist bis zum Jahr
2016 angesetzt. Von der Idee bis zur Bewilligung dauerte es knapp über ein Jahr.
IHK Rhein-Neckar
Entwicklungszusammenarbeit
– Neue Märkte, neue Chancen
Oliver Wagener, EZ-Scout bei der
IHK Rhein-Neckar
AG und der Euromechanics GmbH. Die Geräte
der Firma kommen bald in den ukrainischen
Universitätskliniken in Lwiw, Kiew und Charkiw
zum Einsatz. Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt
dabei eine wichtige Rolle. So wird das Unternehmen Schulungen für Fachkräfte vor Ort
durchführen, um die Kenntnisse der Technologie zu verbessern.
Das Verbrauchsmaterial für die Geräte soll vor
Ort in der Ukraine produziert werden, womit die
Versorgung gesichert und die Wirtschaft vor Ort
gestärkt wird. In den letzten vier Jahren hat das
EZ-Scout-Projekt viel erreicht. Rund 100 kleinen,
mittleren und größeren Unternehmen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz
konnte Oliver Wagener als „Lotse durch den EZDschungel“ bereits helfen. „Das war schon gerade zu Beginn vor allem eine Übersetzungs- und
Vermittlungsaufgabe, da die Entwicklungspolitik
für die meisten Unternehmen ein relativ neuer
Partner ist und die Angebote nicht selbsterklärend sind“, so Wagener.
Seit dem ersten EZ-Scout-Einsatz bei der IHK
Rhein-Neckar ist das Programm auf mittlerweile
30 EZ-Scouts angewachsen, die unter anderem
bei IHKs sowie Zentral- und Fachverbänden in
ganz Deutschland eingesetzt sind. „Die Etablierung dieses Beratungsangebots geht zurück auf
die Erfahrungen, die ich hier als erster EZ-Scout
sammeln konnte“, zieht Wagener zum Ende
seines Einsatzes bei der IHK Rhein-Neckar ein
positives Fazit.
von Olga Heiland
Ihr Ansprechpartner bei der IHK Rhein-Neckar:
Oliver Wagener (EZ-Scout)
Tel. 0621 1709-134
oliver.wagener@rhein-neckar.ihk24.de
Konstantin Velmozhko und Stefan Ueltzhöffer (Mitte r), Precisis Euromechanics GmbH, mit
Ljudmila Romanenko, Leiterin der Radiotherapieabteilung des Onkologischen Zentrums in Kiew
und Alexander Goncharenko (ganz l), Medizinphysiker mit dem neuen Gerät zur Krebsbehandlung
Weitere Informationen:
www.rhein-neckar.ihk24.de
Dokument-Nr. 122132
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 5
Länder und
Märkte
China:
Flughafenboom
geht weiter
Seite 14
Indien:
Lockerungen für
ausländische
Direktinvestitionen
Seite 17
USA:
Markt für
Druckmaschine
erholt sich
Seite 13
Skandinavien:
Lukrative Märkte für
Medizin- und Rehabilitationstechnik
Seite 9
Gegliedert nach Kontinenten finden Sie auf den nächsten Seiten Neuigkeiten,
Berichte und interessante Informationen. Ausführliche Langfassungen zahlreicher
Themen und Kontaktanschriften erhalten Sie unter Telefon 0621 1709-228.
Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an awa@rhein-neckar.ihk24.de
EUROPA/ZENTRALASIEN
Belgien
Hafen Antwerpen bietet Platz für
Neuansiedlungen
(AHK) Der Hafen Antwerpen will seine Position als Industriestandort weiter ausbauen.
96 Hektar stehen Industrie- und Logistikun-
Die gtai bietet Ihnen zahlreiche
weitere Informationen
40 gtai-Korrespondenten weltweit
und Länderexperten bereiten regionale
Informationen über ausländische Märkte,
Ausschreibungen, ausländisches Recht
und Zollthemen auf: www.gtai.de.
6 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
ternehmen im Hafenareal für eine Neuansiedlung zur Verfügung. Die gute Verkehrsanbindung der „Churchill Industrial Zone“
sowie die Direktverbindung nach Übersee,
zum Rhein und dem Albertkanal machen die
Fläche zu einem vorteilhaften Standort für
Großansiedlungen von Industrieunternehmen
aus Bereichen wie Chemie und Automotive,
aber auch für Logistikunternehmen. Schiffe
mit einem Tiefgang bis zu 15,24 Metern
können im Churchill-Becken anlegen.
gebnisse einer im Oktober veröffentlichten
Untersuchung der internationalen Beschaffung von in Frankreich ansässigen Firmen
durch das französische Statistikinstitut
Insee. (Langfassung auf Anfrage)
Griechenland
Nachholbedarf bei Recycling- und
Entsorgungswirtschaft
Für Warenströme von und nach Deutschland
ist Antwerpen in der Region der wichtigste
Seehafen. Er überzeugt mit Direktverbindungen zu mehr als 1.400 Seehäfen
weltweit sowie exzellenten multimodalen
Verbindungen in das deutsche und europäische Hinterland.
(gtai) Die griechische Entsorgungswirtschaft
ist weiterhin ausbaufähig. Landesweit
laufen Ausschreibungen für integrierte Abfallmanagementanlagen, die den Bedarf an
modernen Maschinen, Anlagen und Knowhow ankurbeln sowie neue Arbeitsplätze
schaffen werden. Noch wird in Griechenland wenig biologisch abbaubarer Abfall
kompostiert.
Frankreich
Eines von fünf Unternehmen
beschafft international
Die internationalen Ausschreibungen für elf
integrierte Abfallmanagementprojekte quer
durch das Land sehen die Nutzung aller relevanten Technologien vor. Zudem sollten diese
den Erfordernissen der ISO-Normen entsprechen, etwa Papier- und Kunststoffpressen.
(gtai) In Frankreich sind die grenzübergreifenden Strategien im produzierenden
Gewerbe und im Bereich Information und
Kommunikation besonders ausgeprägt. Die
Länder der Europäischen Union sind bei
weitem das wichtigste Herkunftsgebiet,
gefolgt von China und Afrika, insbesondere
den Maghrebländer. Dies belegen die Er-
Deutsche Anbieter von entsprechenden
Maschinen gehören zu den wichtigsten
Lieferanten für griechische Abnehmer.
Anreize für Anschaffungen, Anlagen und
Maschinen zum Umweltschutz bieten das
Investitionsförderungsgesetz, das Zuschüsse
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
und Steuerbefreiungen vorsieht, sowie die
Förderprogramme für KMUs in den Bereichen Handel, Dienstleistungen, Tourismus.
(Langfassung auf Anfrage)
Israel
Investitionen in die Abwasserreinigung
(gtai) Im Rahmen eines neuen Programms
will die israelische Wasserbehörde umgerechnet 105 Mio. US$ in die Aufwertung
und den Ausbau von Kläranlagen und den
dazugehörigen Wassertransportleitungen
investieren. Damit wird ein Doppelziel
verfolgt. Zum einen ermöglicht ein Ausbau
der Abwasserreinigungskapazitäten die
ökologische Genehmigung von Wohnungsbauprojekten. Zum anderen nimmt die
Versorgung der Landwirtschaft mit gereinigten Abwässern für Bewässerungszwecke zu.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
Kroatien
Niederlande
IT-Markt bietet mittelfristig gute
Absatzchancen
Bauwirtschaft und Energetische
Sanierungen im Kommen
(gtai) Nach jahrelanger Talfahrt verzeichnet der
kroatische IT-Markt ab 2016 wieder Wachstumsraten von voraussichtlich bis zu 7% jährlich.
Aussichtsreich sind die Segmente Smart-Geräte,
Software- und IT-Lösungen. Gemäß Eurostat
hinken kroatische Mittelständler bei der Verwendung von Unternehmenssoftware wie ERP
(Enterprise Resource Planning), CRM (Customer
Relationship Management) oder SCM (Supply
Chain Management) dem EU-Schnitt um drei
bis sechs Prozentpunkte hinterher. Gerade das
ERP-Segment verzeichnete 2013 ein überdurchschnittliches Wachstum, und zwar von 15,9%
auf 245,9 Mio. HRK (1 Euro = 7,68 HRK). Am
meisten werden die ERP-Lösungen im Einzelund Großhandel sowie in der Prozessfertigung
nachgefragt, und zwar in erster Linie Module für
Humanressourcen, Einkauf und Produktion. Der
Absatz von ERP-Lösungen in der Cloud verzeichnet leichte Zuwächse. (Langfassung auf Anfrage)
(gtai) Die niederländische Bauwirtschaft sieht
nach siebenjähriger Krise Licht am Ende des
Tunnels. Auch die energetische Gebäudesanierung verspricht Wachstumschancen. Bevorzugt bei der Vergabe der finanziellen Mittel
im Bausektor wird die Modernisierung der
Infrastruktur. Aber auch Wasserprojekte und
Windparks gewinnen an Bedeutung.
Im Bereich der energetischen Gebäudesanierung können insbesondere Fassadenbauer,
Installationsbetriebe und Zulieferer von Materialien und Komponenten zur Dämmung, aber
auch für die Bereiche Wärmerückgewinnung und
Tieftemperaturheizkörper, Aufträge gewinnen.
Stresstest im Euroraum – Einzelergebnisse von 130 Banken
Die Europäische Zentralbank (EZB) unterzog die zum 31. Dezember 2013 größten 130 Banken
im Euro-Währungsgebiet einem Stresstest. Unternehmen, die prüfen wollen, wie die Hausbanken ihrer wichtigsten Kunden im Euroraum abgeschnitten haben, können die Einzelergebnisse der 130 geprüften Banken abrufen unter:
www.ecb.europa.eu/ssm/assessment/html/index.en.html
Ende 2013 wiesen 25 der 130 geprüften Banken Kapitallücken auf. 12 betroffene Banken
konnten diese inzwischen schließen. Folgende 13 Banken müssen weiterhin Kapitallücken
schließen: Banca Carige (Italien), Banco Comercial Português (Portugal), Banca Popolare di
Milano (Italien), Banca Popolare di Vicenza (Italien), Dexia (Belgien), Eurobank (Griechenland), Hellenic Bank (Zypern), Monte dei Paschi di Siena (Italien), National Bank of Greece
(Griechenland), Nova Kreditna Banka Maribor (Slowenien), Nova Ljubljanska Banka (Slowenien), Österreichischer Volksbanken-Verbund (Österreich) und Permanent TSB (Irland).
Die bauwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land sind gerade für kleinere und
mittlere deutsche Unternehmen, Architekturbüros und Handwerksbetriebe vorteilhaft.
Vor allem bei größeren Infrastrukturmaßnahmen bestehen Chancen, über Ausschreibungen zum Zuge zu kommen. Außerdem
bestehen vielfältige Möglichkeiten, als
Subunternehmer tätig zu werden.
Informationen über Projekte und
Ausschreibungen veröffentlicht zum Beispiel
die Fachzeitschrift „Cobouw“ (http://www.
cobouw.nl). Eine Fundgrube für Infrastrukturprojekte sind zudem das MIRT Projectenboek des Infrastruktur- und Umweltministeriums. (Langfassung auf Anfrage)
Österreich
Kfz-Industrie auf Wachstumskurs
Foto: Banca Monte dei Paschi di Siena
(gtai) Im Jahr 2014 bleibt die Kfz-Industrie
Österreichs mit einem realen Produktionsplus
von voraussichtlich 5% Spitzenreiter beim
Industriewachstum. Steigende Außenhandelsüberschüsse belegen laut einer Studie
der Bank Austria die Konkurrenzfähigkeit der
österreichischen Kfz-Branche. Hohe Innovationsneigung und die rege Forschungstätigkeit
der Unternehmen sowie eine enge Kooperation mit deutschen Fahrzeugherstellern sind
weitere Branchenspezifika.
Laut EZB-Bankentest hat mit der Banca Monte dei Paschi di Siena S.p.A. auch die älteste
noch existierende Bank der Welt und Nr. 3 der italienischen Bankenlandschaft noch eine
Kapitallücke zu schließen.
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Die Exportperformance unterstreicht laut der
Studie von Bank Austria die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Kfz-Industrie.
Seit 2000 sind die Ausfuhren von Kfz und
Kfz-Teilen um 57%, die Einfuhren um 47%
gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Handelsbilanz in dem Bereich von einem 230 Mio.
Euro Defizit in einen Überschuss von 550 Mio.
Euro 2013 gedreht. (Langfassung auf Anfrage)
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 7
Länder und
Märkte
Polen
Neuer Mindestlohn ab 01.01.2015
von Schienenfahrzeugen haben ausländische
Anbieter nur geringe Chancen. Deutlich
größer sind diese für ausländische Unternehmen im Bereich des Straßenbahnnetzes. Mit
Straßenbahnen sind allerdings die Schienenpläne polnischer Städte nicht ausgeschöpft.
Die Hauptstadt Warschau will noch in diesem
Herbst die ersten sieben Stationen der zweiten
Metrolinie (http://www.metro.waw.pl) eröffnen.
Um die Konkurrenz zu stärken, darf jedes
Unternehmen nur für einen der Abschnitte
ein Angebot abgeben.
Angebote können bis zum 31. März 2015 eingereicht werden, die neuen Strecken sollen
2019 eröffnet werden. Drei Jahre später soll
das Metronetz um weitere fünf Stationen
ergänzt werden. (Langfassung auf Anfrage)
(gtai) Die polnische Regierung hat den neuen
Mindestlohn für das Jahr 2015 auf 1.750 PLN
(1Euro=4,21 PLN) festgesetzt. Prozentual bleibt
der Arbeitgeberbeitrag der gleiche, nämlich
18,19% des Bruttolohns für die polnische Sozialversicherung und 2,45% sowie 0,10% für den
Arbeitsfonds und den Fonds der garantierten
Zuwendungen. Für den Mindestlohnbeschäftigten wird der Arbeitgeber nunmehr aber 318,33
PLN an die Sozialversicherung und 44,63 PLN
an den Arbeitsfonds und den Fonds der garantierten Zuwendungen abführen müssen, statt
wie bisher 305,49 PLN und 42,84 PLN.
Die Gesamtkosten für die Beschäftigung
auf Mindestlohnbasis werden sich ab dem
01.01.2015 somit auf 2.112,96 PLN erhöhen.
Im Vergleich zu 2014 bedeutet dies eine
Mehrbelastung für den Arbeitgeber von 84,53
PLN. (Langfassung auf Anfrage)
Serbien
Agrarsektor zieht ausländische
Investitionen an
Unternehmensgründung wird
einfacher
(gtai) Die serbische Landwirtschaft braucht
dringend einen Modernisierungsschub. Doch
die finanziellen Möglichkeiten der meisten
Landwirte lassen kaum große Sprünge zu.
Ausländische Investoren werden voraussichtlich für etwas Abhilfe sorgen. Als
Impulsgeber für das Liefergeschäft setzen
ausländische Technikanbieter auch auf Finanzhilfen der Europäischen Union. Serbien
kann für den Agrarsektor und zur Entwicklung des ländlichen Raums zwischen 2014
und 2017 mit insgesamt 80 Mio Euro rechnen. Beobachter gehen spätestens für 2016
mit dem konkreten Anlaufen der EU-Hilfen, die die Ausrüstungskäufe serbischer
Landwirte mit 50 bis 75% subventionieren
könnten, aus. Daraus dürften sich gute
Geschäftschancen für deutsche Anbieter
ergeben, die sich auch unter schwierigeren
Rahmenbedingungen auf dem serbischen
Markt recht gut behaupten konnten. Nach
Angaben des Fachverbands Landtechnik
im Verband Deutscher Maschinen- und
Anlagenbau (VDMA) bewegten sich die
deutschen Lieferungen von landtechnischen
Ausrüstungen nach Serbien in den vergangenen Jahren wertmäßig in einer Spanne
von etwa 25 Mio. bis über 30 Mio. Euro.
Größere Abweichungen wird es wohl auch
2014 nicht geben. (Langfassung auf Anfrage)
Polnische Städte setzen auf die
Schiene
(gtai) Im Wettstreit um neue EU-Mittel streben polnische Städte nachhaltige
Transportlösungen an und setzen verstärkt
auf den Schienentransport. Die am weitesten
fortgeschrittenen Projekte sehen vor allem
den Ausbau des Straßenbahnnetzes vor.
Insgesamt könnten 4 Mrd. Euro an EU-Förderung zur Verfügung stehen. Bei der Lieferung
8 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
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(gtai) Seit dem 01.11.2014 kann eine
Handelsgesellschaft online über die Internetseite des polnischen Justizministerium
(„S24“) de facto in 24 Stunden gegründet
werden. Die Novellierung des polnischen
Handelsregistergesetzes macht es möglich,
die Steuernummer NIP und die Statistische
Identifikationsnummer REGON automatisch
und unverzüglich nach dem Eintrag der Handelsgesellschaft in das polnische Handelsregister KRS zu vergeben. Die Aufnahme einer
gewerblichen Tätigkeit als Handelsgesellschaft kann somit am gleichen Tag beginnen,
an dem die Eintragung der Gesellschaft ins
Handelsregister erfolgt.
Selbst auf die notarielle Beglaubigung des
Gesellschaftsvertrages kann verzichtet
werden, wenn die Gesellschafter sich dazu
entschließen, den auf der Internetseite
zur Verfügung gestellten Mustervertrag zu
nutzen. Vorab können keine Änderungen des
Mustergesellschaftsvertrages vorgenommen
werden. Nachträgliche Änderungen des
Vertrages nach der Registrierung der Gesellschaft sind dann aber ohne weiteres möglich.
(Langfassung auf Anfrage)
Mehrwertsteuerpflicht in der Schweiz für ausländische Unternehmen
erweitert
(AHK) Ab dem 01.01.2015 werden alle Unternehmen in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig,
die reine Arbeitsleistungen über CHF 100.000,00 ausführen. Darunter fallen alle Arbeiten an
Gegenständen – wie zum Beispiel Montage, Reparatur, Installation, Prüfung oder Regulierung.
Um die Schweizer Mehrwertsteuernummer beantragen zu können, wird ein Fiskalvertreter
benötigt. Bislang konnten ausländische Unternehmen, die in der Schweiz lediglich Arbeitsleistungen ausführten, von einer Steuerbefreiung Gebrauch machen und mussten sich nicht in
der Schweiz mehrwertsteuerlich registrieren lassen. Die Regelung soll der besseren Durchsetzung der Mehrwertsteuerpflicht gegenüber den ausländischen Unternehmen dienen.
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
)
eeresgrenze für die Öl- und Gasexploration freigegeng im Jahr 2013 wieder ein Teilgebiet in der Barentssee
sen nur auf Gasvorkommen schließen. Erstmals seit
kommen entdeckt. Die anderen beiden im letzten Jahr
d in der Nähe des Johan-Castberg-Gebiets in der
rn Eni Norge AS und Petoro AS hat der norwegische
der norwegischen Arktis wird
Länder und
Märkte
Schweiz
Robuste Nachfrage nach
Medizintechnik
(gtai) Die Inlandsnachfrage nach Medizintechnik erreichte 2013 umgerechnet rund
6,6 Mrd. Euro. Deutsche Hersteller kommen
bei den Medizintechnikimporten der Schweiz
auf einen Anteil von 25%. Fünf der zehn
führenden Hersteller sind Töchter ausländischer Konzerne.
Hauptabnehmer von Medizintechnik sind
die knapp 300 schweizerischen Spitäler, von
denen etwas mehr als die Hälfte in öffentlicher Trägerschaft ist. Wichtige Importgüter
aus Deutschland waren insbesondere Röntgenapparate (deutscher Lieferanteil 49%)
sowie Orthopädietechnik (18%, USA 44%).
(Langfassung auf Anfrage)
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Die schweizerischen Käufer von Medizintechnik legen besonderen Wert auf
innovative Technologien und Produkte, die
qualitativ hochwertig und langlebig sind.
Allerdings hat auch im eidgenössischen
Gesundheitssystem der Druck zur Kosteneinsparung zugenommen.
Skandinavien – Lukrativer Markt für Medizin- und Rehabilitationstechnik
In den skandinavischen Ländern verspricht der Markt für Medizin- und Rehabilitationstechnik
ausländischen Anbietern wachsende Absatzchancen. Gründe hierfür sind der deutlich zunehmende
Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung oder auch die Verbreitung von Zivilisationskrankheiten
wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Dänemark
Neue Aufträge durch Minergiekonzept
(gtai) Seit vielen Jahren gehört in der
Schweiz das gesamte Spektrum der Energieeffizienz zu einem wachsenden Geschäftsfeld. Energieeffizienz kann dabei fast mit
„Minergie“ gleichgesetzt werden.
Wer in der Schweiz mit energieeffizienten
Produkten und Dienstleistungen ins Geschäft kommen möchte tut gut daran, sich
mit dem Minergiekonzept, einem freiwillig
umzusetzenden Baustandart für neue und
modernisierte Gebäude, auseinanderzusetzen.
Zahlreiche deutsche Firmen haben das getan.
Sie sind beispielsweise als Mitglied dem
Minergieverein beigetreten, was vor allem
für Hersteller von Produkten interessant ist.
Ferner besteht die Möglichkeit, sich als Minergiefachpartner zertifizieren zu lassen, was
für Handwerksbetriebe und Architekten, also
die Planer und Ausführer, in Frage kommt.
Partnerbetriebe müssen entweder Referenzprodukte nachweisen oder an speziellen
Minergiefortbildungskursen teilnehmen.
Die Regierung geht davon aus, dass sich
mittelfristig mehr als 50% des laufenden
Energiebedarfs von Wohn- und Geschäftshäusern einsparen lassen. Nach Schätzungen
sind 1,5 Mio. Gebäude in der Schweiz aus
energetischer Sicht modernisierungsbedürftig.
(Langfassung auf Anfrage)
In Dänemark wird das gesamte öffentliche Krankenhauswesen neu geordnet. Im Rahmen eines
umfassenden Masterplans sollen bis 2020 knapp 5,4 Mrd. Euro in die Modernisierung und den Bau
von Kliniken investiert werden. Davon dürften etwa 20 bis 25% der Beschaffung und Installation
von Medizin- und EDV-Technik zugutekommen. Deutsche Lieferanten kamen 2013 wieder auf einen
Importanteil von etwa 20%. Aus Deutschland beziehen dänische Abnehmer vor allem Einwegartikel,
Elektrodiagnose- und Röntgentechnik, zahnmedizinische Instrumente und Atmungsapparate.
Auch die Segmente Hilfsmittel und Rehabilitationstechnik versprechen ausländischen Firmen
lukrative Geschäftschancen.
Finnland
In Finnland konnten deutsche Anbieter ihre Lieferungen 2013 gegen den Trend kräftig um 19,1%
steigern. Damit baute Deutschland seine Position als führendes Lieferland auf einen Anteil von
23,4% aus. Besonders hoch war der deutsche Importanteil 2013 bei Medizinmöbeln (39,2%), zahnmedizinischen Instrumenten (31,4%), Elektrodiagnosegeräten (29,8%), Sterilisierapparaten (29,2%)
und Spritzen, Kathetern und ähnlichem (28,0%). Der Marktzugang ist in Finnland entsprechend
den geltenden EU-Vorgaben geregelt. Für die Zulassungsverfahren von medizintechnischen Ausrüstungen ist die nationale Sozial- und Gesundheitskontrollbehörde (Valvira) zuständig. Die Zulassung
von Arzneimitteln obliegt der finnischen Arzneimittelagentur Fimea.
Norwegen
Auch in Norwegen bestehen sichtbare Engpässe in der medizinischen Versorgung. Die Gesundheitsbranche ist empfänglich für technische Neuerungen, die noch bessere Diagnosen und Therapien
ermöglichen. Marktbeobachter sehen gute Lieferchancen für innovative Qualitätsprodukte zu
wettbewerbsfähigen Preisen in Kombination mit funktionaler Handhabung. Fachkreise messen den
Segmenten OP-Ausrüstungen und -Instrumente, Diagnoseapparate, orthopädische Ausrüstungen,
Laborgeräte, digitale Röntgen- und Monitoringsysteme sowie Telemedizin besondere Bedeutung
bei. Besonders gefragt ist die Digitalisierung von Patienten- und Krankenhausinformationen sowie
-archiven. Das Marktvolumen für Medizintechnik erreichte Schätzungen zufolge 2013 etwa 8,3 Mrd.
bis 8,8 Mrd. nkr. Bis 2018 soll der Markt pro Jahr um 3,5 bis 5% wachsen.
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Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 9
Länder und
Märkte
Kunden aus Deutschland sind gern
gesehene Geschäftspartner
(gtai) In der Schweiz wurden 2013 bei
einem üblichen Zahlungsziel von 30 Tagen
die Rechnungen im Durchschnitt mit einem
Verzug von neun Tagen bezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlungsausfälle 2013 von 7,8 Mrd. auf 8,3 Mrd. CHF (1
Euro = 1,20 CHF).
In dem von Intrum Justitia, einem führenden Unternehmen für Kreditdienste,
verfassten European Payment Index 2014
(EPI 2014) ist in mehr als der Hälfte aller
untersuchten europäischen Länder ein
erhöhtes Zahlungsrisiko zu erkennen. Das
Risiko in der Schweiz wird als niedrig bis
mittel eingestuft. Die Zahlungsausfälle im
Land stiegen zwar von 7,8 Mrd. (2012) auf
8,3 Mrd. CHF (2013). Mit einer Ausfallrate
2013 in Höhe von 1,9% kann die Schweiz
aber trotzdem einen Erfolg verbuchen, denn
in den Jahren 2009 und 2012 lag die Quote
mit 2,3% deutlich höher.
Im europäischen Vergleich steht die Schweiz
mit diesem Ergebnis auch gut da. In den 31
analysierten Ländern müssen durchschnittlich
3,1% der Forderungen abgeschrieben werden.
Insgesamt beliefen sich die Zahlungsausfälle
in Europa auf rund 360 Mrd. Euro.
(Langfassung auf Anfrage)
Spanien
Die Haftung des Gesellschafters
im Konkurs
(AHK) Bereits im März dieses Jahres führte
die spanische Regierung per Gesetzesdekret
die Haftung eines Gesellschafters für die im
Konkursverfahren nicht beglichenen Gesellschaftsschulden ein. Diese Regelung wurde
nun durch das im Oktober verabschiedete
Gesetz bestätigt. Dadurch wird dem fundamentalen Grundsatz widersprochen, dass Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft nur mit
dem eingezahlten Gesellschaftskapital haften.
Hintergrund ist, durch den Abschluss von
Refinanzierungsvereinbarungen die Eröffnung
eines Konkursverfahrens zu vermeiden.
Ein Konkursgericht kann einen Gesellschafter zur Haftung für Verbindlichkeiten der
insolventen Gesellschaft verurteilen, wenn er
entgegen der Empfehlung eines unabhängigen
Sachverständigen die Kapitalisierung von Gesellschaftsverbindlichkeiten oder die Ausgabe
von Wandelschuldverschreibungen im Rahmen
einer Refinanzierungsvereinbarung verweigert.
Voraussetzung ist allerdings, dass die
Verweigerung ursächlich für die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft und damit für
die Einleitung eines Konkursverfahrens war.
Die Höhe der Haftung des Gesellschafters
berechnet sich nach seinem Anteil an der die
Refinanzierung ablehnenden Mehrheit.
Neue Weichen für Energieeffizienz
im Gebäudebau gestellt
Die IHK Rhein-Neckar ist Partner
im Enterprise Europe Network, einem EUBeratungsnetzwerk zur Förderung des Auslandsgeschäfts und der Innovationsfähigkeit
kleiner und mittlerer Unternehmen.
Enterprise Europe Network wird kofinanziert
durch die Europäische Union:
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokumentnummer 432.
Ihre Ansprechpartner:
Heide Schmidt, Tel. 0621 1709-147,
heide.schmidt@rhein-neckar.ihk24.de,
Bernhard Schuster, Tel. 0621 1709-227,
bernhard.schuster@rhein-neckar.ihk24.de
10 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
(gtai) Unter dem Druck der EU-Direktiven hat
Spanien 2014 seine Strategie zur Energieeffizienz im Gebäudebau entwickelt. In verschiedenen
Programmen und über den neu eingerichteten
Nationalen Energieeffizienzfond werden Anreize
gesetzt. Für deutsche Anbieter lohnt es, auf den
spanischen Hochbaumarkt zu schauen. Dieser
wird nach langer Talfahrt nicht zuletzt durch
Projekte energieeffizienter Sanierungen in den
kommenden Jahren neue Impulse bekommen.
Statt des Neubaus, auf den sich früher alle
Anstrengungen konzentrierten, rückt die Arbeit
am vorhandenen Objekt in den Vordergrund. An
erster Stelle steht da die energetische Gebäudesanierung. Nicht nur ist der Bauboom am Thema
Energieeffizienz weitgehend vorbeigegangen.
Generell stammen große Teile des Wohnungsbestands aus einer Zeit, als Nachhaltigkeit noch
ein Fremdwort war. Es gibt in Spanien etwa 25,4
Mio. Wohnungen, von denen 15 Mio. über 30
Jahre alt sind, 6 Mio. sogar älter als ein halbes
Jahrhundert. (Langfassung auf Anfrage)
Türkei
Konsumniveau in anatolischen
Städten steigt
(gtai) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro
Kopf, umgerechnet in US-Dollar, ist in der
Türkei von 2000 bis 2010 stark gestiegen.
Seit 2012 ist der Anstieg nur verhalten.
Etwa 70% des BIP werden für den privaten
Konsum verwendet. Dieser Verbrauch ist in
einem zunehmenden Maße kreditfinanziert
und verantwortlich für das Leistungsbilanzdefizit. Die Kaufkraft in aufstrebenden
anatolischen Städten nimmt zu. Bei den
Kaufentscheidungen spielen Qualität und
Design eine wachsende Rolle.
(Langfassung auf Anfrage)
Turkmenistan
Baustoffindustrie bringt neue
Projekte
(gtai) Das florierende Baugewerbe in
Turkmenistan bringt Modernisierungs- und
Ausbauaktivitäten in der einheimischen
Baustoffindustrie. Angesichts des wachsenden Baumarktes kann sich ein Engagement
in der Branche lohnen. Moderne Maschinen
und Technologien aus dem Ausland werden
rege nachgefragt. Das Gros der Branchenfirmen untersteht direkt dem Industrieministerium. Auch bei den meisten anderen
nennenswerten Baustoffproduzenten
handelt es sich um staatliche Unternehmen.
(Langfassung auf Anfrage)
Ukraine
Änderungen bei der Währungskontrolle
(ahk ukraine) Die Nationalbank der Ukraine
(NBU) hat im September und Oktober
eine Reihe von Beschlüssen zur Stabilisierung des ukrainischen Währungsmarktes
verabschiedet, mit dem Ziel die Hryvnija zu
stärken und die Nachfrage nach Devisen
zu reduzieren. Unter anderem sind es das
Verbot der Vorauskasse bei Importgeschäften und der Zahlungsverpflichtungen von
mehr als 180 Tagen sowie der 75%-ige
Zwangsumtausch von Zahlungseingängen
in Devisen in Hryvnija. Laut NBU seien diese
Änderungen vorübergehend und würden
nach der Stabilisierung auf dem Devisenmarkt in der Ukraine wieder aufgehoben
werden. (Langfassung auf Anfrage)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
Russland
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Russland bleibt attraktiver Markt
für Holzbearbeitungstechnik
(gtai) Russland hat die höchsten Holzvorräte
der Welt und ist ein bedeutender Abnehmer
deutscher Holztechnik. Davon profitieren
deutsche Zulieferer von Maschinen zur
Holzbearbeitung. Die Branche ist zwar
nicht direkt von Sanktionen betroffen, viele
potenzielle russische Kunden haben jedoch
Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Ein
Staatsprogramm soll Abhilfe schaffen.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Chancen im Landmaschinenmarkt
Bonität herabgestuft
(www.owc.de/russlandaktuell) Die Ratingagentur Moody‘s senkte Russlands
Bonitätsnote Mitte Oktober um eine Stufe
auf Baa2. Der Ausblick sei negativ. Damit ist
möglich, dass Russland künftig weiter abgestuft wird. Die Sanktionen gegen Russland, die
infolge der Ukraine-Krise erlassen worden
waren, würden die Wachstumsaussichten
des Landes mittelfristig belasten.
Aufstieg im aktuellen
Weltbank-Ranking
(www.owc.de/russlandaktuell) Laut dem
aktuellen „Doing Business“-Report der Weltbank ist es leichter geworden, in Russland
Unternehmen zu gründen und Geschäfte
zu machen. Gesetzgeberische Reformen in
den Bereichen Unternehmensgründung und
Registrierung von Eigentum haben unter
anderem dazu geführt, dass Russland in dem
Ende Oktober 2014 erschienenen Weltbank-Ranking im Vergleich zum letzten Jahr
um zwei Plätze gestiegen ist.
Russland-Beziehungen
aufrechterhalten
(www.owc.de/russlandaktuell) Gerade jetzt
soll man in Russland am Ball bleiben,- so die
einhellige Meinung der Russland-Experten,
die am 4. November beim Wirtschaftstag Russland vor über 200 Teilnehmern in
Stuttgart referierten. Die Mehrzahl der Güter
könne weiterhin problemlos nach Russland
geliefert werden. Wer die gegenwärtige
Durststrecke in der Finanzierung durchhält,
hat eine hervorragende Position für den
nächsten Aufschwung. So ermunterte Wolfgang Dik, Leiter der Abteilung Wirtschaft und
Wissenschaft der Deutschen Botschaft in
Moskau, die Teilnehmer Ihre Russland-Beziehungen aufrechtzuerhalten. Gegenwärtig
sollte man die menschliche Komponente mehr
betonen, auch wenn sich das nicht unmittelbar
bezahlt macht. Der Wirtschaftstag Russland im
Rahmen der GlobalConnect wurde von der IHK
Region Stuttgart und der IHK Rhein-Neckar
veranstaltet.
Russland will sich selbst mit Fleisch
versorgen
(gtai) Das Importverbot von Fleisch aus der
EU nach Russland treibt nicht nur die Preise
hoch, sondern auch Investitionen in die
Viehzucht voran. Dazu gibt es großzügige
Subventionen vom Staat. Bei der Ausrüstung
sind deutsche Zulieferer erfolgreich mit
Stall- und Melktechnik, Agrar-IT, Saatgut,
Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Förderbänder, Futtermischanlagen, Silos und
Maschinen zur Fleischverarbeitung.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Massive Investitionen in
Gemüseanbau
(gtai) Gewächshäuser schießen in Russland
zurzeit wie Pilze aus dem Boden. Seit Russland
kein Gemüse mehr aus der EU importiert,
kommt neuer Schwung in die Branche. Denn
das größte Land der Welt produziert nur ein
Drittel seines verbrauchten Gemüses selbst.
Hoch im Kurs steht Lager- und Sortiertechnik.
Die soll es den Regionen ermöglichen, regionale Produkte von Kleinbauern zu sammeln
und an den Großhandel weiterzuverkaufen.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
(gtai) Der russische Markt für Landmaschinen ist hoch interessant, das Absatzpotenzial ist wegen überalterter und zu kleiner
Maschinenparks riesig. Geschäftschancen
gibt es vor allem für deutsche Anbieter
metallbearbeitender Maschinen. Russische
Hersteller von Agrartechnik sehen sich
ferner gezwungen, eine erhebliche Anzahl
von Teilen und Komponenten, etwa Motoren
oder Schneidzeuge, aus dem europäischen
Ausland einzuführen, denn Zulieferstrukturen vor Ort fehlen teilweise.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Wirtschaft der Region Rostow hat
Modernisierungsbedarf
(gtai) Rostow am Don gehört zu den elf
Austragungsorten der Fußball-WM 2018.
Deshalb zählen zu den Investitionsprojekten
zahlreiche Planungs- und Bauvorhaben zur
Errichtung von Stadien und Trainingsplätzen,
zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur
und zum Ausbau des Fremdenverkehrs. Größte
Projekte sind der Bau des Fußballstadions und
des internationalen Flughafens. Modernisierungsbedarf besteht auch in der angesiedelten
Nahrungs- und Getränkeindustrie sowie in
großen Maschinenbaubetrieben. Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau können
sich hier Aufträge zur Lieferung von neuer
Technik und zur Modernisierung der zahlreich
vorhandenen Altanlagen deutscher Herkunft
ergeben. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
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Wir beraten Sie und stellen aktuelle Informationen zum Russland-Geschäft
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Außenwirtschaft aktuell 11/2014 | 011
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 11
Länder und
Märkte
AMERIKAS
Brasilien
Chemieindustrie gerät zunehmend
unter Importdruck
Neue Mittelschicht schränkt
Konsum ein
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(gtai) Der Bedarf an Agrarchemikalien und
Kraftstoffen steigt weiter, jedoch zu geringeren
Raten. Die Sektoren verzeichnen eine Reihe
bedeutender Investitionsprojekte. Der Absatz
von Farben und Industriechemikalien stagniert.
Im Importwettbewerb verlieren brasilianische
Hersteller von Industriechemikalien aufgrund
der hohen Produktionskosten Marktanteile.
Hohe Strompreise und die Aussicht auf eine
Preiserhöhung für NAFTA verschärfen die Lage.
(Internetadressen auf Anfrage)
Kanadas Kommunen setzen verstärkt auf Waste-to-Energy
(gtai) In Zeiten geringen Wirtschaftswachstums, hoher Inflation und eines beschränkten
Kreditangebots geht die Zuwachsrate des
privaten Konsums deutlich zurück. Impulse
erwartet der brasilianische Handel derzeit
lediglich von Haushalten der oberen Einkommensklassen. Die neue Mittelschicht schiebt
Anschaffungen von langfristigen Konsumgütern
auf, um sich finanziell zu entlasten.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Chile
(gtai) Die kanadischen Städte und Gemeinden müssen in den kommenden Jahren die lokalen Mülldeponien erheblich entlasten. Für viele Kommunen bietet Waste-to-Energy eine
Möglichkeit, die strengen Vorgaben zu erfüllen. Während in Ontario und British Columbia
Ersatzbrennstoffanlagen als Strom- und Fernwärmelieferant im Mittelpunkt stehen, möchte
Quebec mithilfe von Biogas als Alternative zu anderen fossilen Brennstoffen in erster Linie
seine CO2-Bilanz verbessern. (Kontaktanschrift auf Anfrage)
Gesetz zur Steuerreform sieht u. a. zahlreiche
Änderungen im Einkommensteuergesetz und die
Abschaffung des Auslandsinvestitionsgesetz DL
600 vor. Unternehmen sollen höher besteuert
werden. (Langfassung auf Anfrage)
Lebensmittelbranche weiter auf
Wachstumskurs
Regierung verfolgt ehrgeizige Ziele
in der Energiepolitik
(gtai) Mit deutscher Unterstützung werden in
Chile die Energieeffizienz und Kraft-WärmeKopplung in Krankenhäusern vorangebracht
sowie Projekte zur Minderung von Treibhausgasemissionen finanziert. Die Rahmenbedingungen für Investitionen in regenerative
Energien sollen sich mit der neuen Agenda der
Regierung weiter verbessern. Das erste Thermosolarprojekt in Chile gehört weltweit zu den
Vorreitern in dem noch recht jungen Segment.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Parlament verabschiedet
Steuerreform
(gtai) Das chilenische Parlament hat am
10.09.2014 die von der Präsidentin eingebrachte Steuerreform verabschiedet. Die wichtigste
Steuerreform der letzten 30 Jahre soll bis Ende
2018 umgesetzt werden und Mehreinnahmen
von bis zu acht Milliarden US-Dollar bringen
(3% des Bruttoinlandproduktes). Mit den zusätzlichen Staatseinnahmen soll vor allem der Umbau des Bildungssektors finanziert werden. Das
12 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
Güterzug entgleist. Durch die Explosion und
die anschließenden gewaltigen Brände kamen
47 Menschen ums Leben und ein Großteil der
Innenstadt wurde vollständig zerstört.
Kanada
Kommunen müssen ihre
Kläranlagen nachrüsten
(gtai) Kanadas Städte und Gemeinden müssen
in den kommenden Jahren Milliarden in die
Modernisierung ihrer Abwasserbehandlung investieren. Jedes vierte Klärwerk erfüllt nicht die
Vorschriften zum Gewässerschutz. Die Nachrüstung könnte für viele Kommunen zur finanziellen Belastungsprobe werden. Sie setzen daher
verstärkt auf die Kooperation mit dem Privatsektor. Die kanadische Zentralregierung hat einen
Sonderfonds für Public Private Partnership (PPP)
aufgelegt. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
(gtai) Die Aussichten für die kanadische
Nahrungsmittelindustrie bleiben positiv. Der
Umsatz dürfte künftig im jährlichen Durchschnitt um 3% wachsen. Die Nachfrage nach
Bio-Erzeugnissen soll noch stärker zulegen. Die
USA sind wichtigstes Lieferland. Jedoch könnte
das geplante Freihandelsabkommen mit der
Europäischen Union (EU) die Absatzchancen für
europäische Anbieter verbessern. Deutschland
exportierte 2013 Lebensmittel im Wert von 270
Mio. kan$ nach Kanada - ein Plus von 11%.
(Langfassung auf Anfrage)
Mehr Sicherheit beim Öltransport
benötigt
Kolumbien
Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel steigt
(gtai) Nach dem Zugunglück im kanadischen
Lac-Megantic müssen Bahnbetreiber strengere
Auflagen erfüllen und in moderne Waggons
investieren. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli
2013 war im Zentrum der Kleinstadt Lac-Megantic ein mit 8 Mio. Liter Rohöl beladener
(gtai) Der kolumbianische Einzelhandel wird
angetrieben von steigenden Einkommen und
dem allgemeinen Wirtschaftswachstum. Auf
traditionelle Formate wie Nachbarschaftsläden
und offene Märkte entfallen noch immer 53%
der Verkäufe. Ausländische, darunter auch
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
deutsche Produkte, werden verstärkt ins Sortiment aufgenommen. So stiegen die Einfuhren
deutscher Nahrungsmittel 2013 um rund ein
Drittel. Importierte Produkte kommen auf 8%
des Umsatzes der großen Supermärkte.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
schen wieder auf Touren. Ausrüstungslieferanten
aus Deutschland sollten die neuen Chancen
nutzen, zumal die hohen Ölpreise voraussichtlich
für einen langanhaltenden Aufschwung sorgen
werden. Beim Thema Offshore-Windkraft sind in
den USA noch zahlreiche Hürden zu überwinden, aber erste Großvorhaben lassen auf einen
Durchbruch hoffen. (Langfassung auf Anfrage)
Mexiko
Neuer Hauptstadtflughafen geplant
(gtai) Mexikos neuer Hauptstadtflughafen soll
einmal zu den größten der Welt gehören. Als
Projekt in mehreren Ausbaustufen angelegt, ist
Platz für bis zu sechs Start- und Landebahnen
und 120 Mio. Passagiere jährlich. Mit dem Bau
zusammenhängende Wasservorhaben kosten
1 Mrd. Euro. Der geplante Einsatz einer nachhaltigen Energie- und Wasserversorgung bietet
Chancen für deutsche Unternehmen. (Internetadressen auf Anfrage)
Hotelboom beflügelt Baubranche
(gtai) Mexikos Hotelbranche blickt optimistisch
in die Zukunft und kündigt große Investitionen
an, um dem wachsenden Bedarf an Hotelzimmern gerecht zu werden. Die Regierung
verspricht zudem, den Ausbau der touristischen Infrastruktur und die Entwicklung von
Tourismuszentren zu fördern. Gesundheits- und
Ökotourismus sind weitere Wachstumstreiber
und bieten Chancen für ausländische Unternehmen. (Internetadressen auf Anfrage)
Peru
Deutsche Umwelttechnologien
sollen bekannter werden
Einzelhändler produzieren mehr
Solarstrom
(RGIT) Große Einzelhändler und Fachmärkte
nutzen in den USA verstärkt ihre (Dach-)
Flächen, um Solarstrom zu produzieren. Dem
Fachverband SEIA zufolge haben 25 führende
Großunternehmen ihre Kapazitäten in den
letzten zwei Jahren diesbezüglich mehr als
verdoppelt. Inzwischen könnten die Unternehmen über 115.000 Einfamilienhäuser
mit Solarstrom versorgen. Die Kosten für die
Fertigstellung von größeren Solarprojekten
haben sich seit 2012 um mehr als 45 Prozent
verringert. Gleichzeitig seien in den letzten
zehn Jahren die Strompreise um 20 Prozent
gestiegen. (Detaillierte Studie auf Anfrage)
„Grünes“ Bauen wird zunehmend
beliebter
(gtai) Der Markt für umweltgerechtes Bauen
(„green building“) befindet sich in den USA
weiter im Aufwind. Die führenden Branchenakteure in diesem Bereich steigerten ihre
Umsätze in diesem Bereich 2013 um knapp
12%. Nach einer Schätzung von McGrawHill
Construction wird fast jedes zweite Nichtwohngebäude unter Berücksichtigung von
Nachhaltigkeitskriterien errichtet. Auch im
Segment der Mehrfamilienhäuser nimmt das
Interesse an umweltfreundlichen Bauweisen inzwischen zu. (Internetanschriften auf Anfrage)
Markt für Fußbodenbeläge zeigt
weiter solides Wachstum
(gtai) Die im Verlauf des Jahres 2014 wieder
verbesserte US-Baukonjunktur wirkt sich positiv
auf den Absatz von Fußbodenbelägen aus. Das
Marktvolumen, das 2013 erstmals seit fünf
Jahren wieder die 20-Mrd.-US$-Marke überstieg, dürfte auch 2014 und 2015 im mittleren
einstelligen Prozentbereich zulegen. Im Trend
liegen weiter Holz- und Keramikböden, die der
immer noch dominierenden textilen Auslegeware weiter Marktanteile abnehmen.
(Internetadressen auf Anfrage)
Nach wie vor hoher Bedarf an
Rohren
(gtai) Eine starke Nachfrage im Baugewerbe
sowie im Erdöl- und -Erdgassektor beschert
den Anbietern von Rohren in den USA gute
Geschäftsmöglichkeiten. Bis 2018 sollen die Verkäufe im jährlichen Durchschnitt um 7,3% auf
63,5 Mrd. US$ zunehmen (2013: 44,6 Mrd.).
Die Importe aus Deutschland haben sich nach
einem Einbruch im Jahr 2013 wieder erhöht.
Produkte aus Stahl spielten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.
(Internetadressen auf Anfrage)
USA
Absatzchancen in der OffshoreEnergieversorgung
(gtai) Die texanische Energiemetropole Houston
legt derzeit ein rasantes Wachstum hin. Auch die
Ölproduktion im Golf von Mexiko kommt inzwi-
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(gtai) In Peru rücken umweltfreundliche
Technologien nur langsam ins Blickfeld von
Regierung, Gesellschaft und Privatwirtschaft.
Dazu tragen zurzeit auch die Vorbereitungen
auf die Internationale Klimakonferenz Cop 20
im Dezember 2014 bei, die Peru ausrichtet. Der
Zugang zu Energie und Trinkwasser, die Abwasserbehandlung sowie Umweltzerstörungen
im Bergbau zählen zu den akuten Problemen.
Das Cluster Canasta Tecnológica Alemana soll
deutsche Umwelttechnik fördern.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
US-Markt für Druckmaschinen erholt sich moderat
(gtai) Die wertmäßige Nachfrage nach Druckmaschinen ist in den USA weit vom Vorkrisenniveau
von 2007 entfernt. Die Auslieferungen stiegen 2013 allerdings aufgrund des höheren Bedarfs an
Digitaldruckmaschinen. Der Markt für analoge Druckmaschinen brach hingegen weiter ein. Auf
dem Importmarkt war im 1. Halbjahr 2014 ein kräftiges Wachstum zu verzeichnen. Hersteller
aus Deutschland dominieren. Ein Aufschwung ist aufgrund der Krise der Druckindustrie nicht zu
erwarten. (Internetadressen auf Anfrage)
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Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 13
Länder und
Märkte
China öffnet sich für Allgemeine
Luftfahrt
ASIEN-PAZIFIK
Australien
Bauwirtschaft entwickelt sich
uneinheitlich
(gtai) Die australische Bauwirtschaft hatte 2013
das zweite gute Jahr in Folge. Je nach Abgrenzung der Branche lag das Wachstum zwischen
2,0% und 7,1%. In den kommenden Jahren
wird allerdings mit einem deutlichen Rückgang
gerechnet. Die Verkehrsinfrastruktur und die
Wohnungs- und Bürobauten werden zwar recht
gute Zuwachsraten aufweisen können. Es wird
jedoch nicht reichen, um den starken Einbruch
bei den Bauvorhaben im Rohstoffsektor zu kompensieren. (Langfassung auf Anfrage)
China
13. Fünfjahresplan wirft seine
Schatten voraus
(gtai) China beginnt mit den Vorarbeiten
für den nächsten Fünfjahresplan, der ab
2016 in Kraft treten wird. Die Programme
für die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung sind wichtige Indikatoren, wie
die Regierung ihre Prioritäten setzt und finden daher hohe Aufmerksamkeit. Während
der laufende 12. Fünfjahresplan bis Ende
2015 noch zu erfüllen ist, beginnen bereits
die Vorarbeiten und Konsultationen für die
nächste Phase. (Langfassung auf Anfrage)
(gtai) Für das Land wird großes Potenzial für
Privatflugzeuge und andere kommerzielle zivile
Luftfahrt außerhalb der Linienflüge gesehen. Der
Sektor kämpft jedoch mit einigen Engstellen, die
das Wachstum begrenzen. Trotzdem ist eine große Nachfrage für Produkte und Dienstleistungen
zu erwarten, und langfristig dürfte sich das Land
zum zweitgrößten Markt weltweit entwickeln.
Experten rechnen mit einer Steigerung von rund
20% p.a. in den kommenden Jahren.
(Langfassung auf Anfrage)
Schienengebundener Verkehr wird
gefördert
(gtai) Anstrengungen beim Ausbau der
Eisenbahn erneut verstärkt. 2014 sollen statt
der ursprünglich geplanten 48 Projekte 64
Vorhaben starten. Auch ins Ausland soll das
Netz dichter geknüpft werden. Dies kommt in
erster Linie dem Frachtverkehr zugute. Darüber
hinaus liegt der Fokus auf der Entwicklung des
innerstädtischen Schienenverkehrs. Mitunter
werden hierfür Investoren nach dem PPP-Modell oder auf BOT-Basis gesucht. (Langfassung
auf Anfrage)
Heizkesselmarkt im Wandel
(gtai) Die Regierung in Beijing sieht sich
angesichts der dramatischen Luftverschmutzung zunehmend unter Handlungsdruck. Zu
der Hauptursache zählt die Verbrennung von
Kohle. Zumindest heizungstechnisch soll diese
nun deutlich umweltweltfreundlicher erfolgen.
In diesem Sinne gelten seit 01.07.14 verschärfte
Emissionsvorschriften, welche den Verbraucher
überdies zum emissionsärmeren Gas hinlenken.
Deutsche Firmen sehen gute Wachstumschancen sowohl für Privatboiler als auch für
Industriekessel. (Langfassung auf Anfrage)
Lohnumfrage 2014/15
der AHK China – Arbeitsmarktbedingungen bleiben eine
Herausforderung
(AHK) Diesjährige Ergebnisse der Lohnumfrage
der deutschen Handelskammer in China (AHK
China) zeigen, dass die Unternehmen für 2015
einen durchschnittlichen Lohnanstieg von 8,1%
erwarten. Durch die Bank berichten sie von
einem leichten Rückgang des Lohnanstiegs,
der bereits in der letzten Umfrage festzustellen
war und unter anderem mit der Abkühlung
des Wirtschaftswachstums korrespondiert. Zusätzlich zeigt sich, dass weiterhin technisches
Personal schwer zu finden und Produktivitätssteigerung nicht leicht zu gewährleisten sind.
Außerdem ist davon auszugehen, dass sich die
Rolle der Gewerkschaften in China in Zukunft
verändern wird.
Ihr Ansprechpartner bei der AHK China:
Max J. Zenglein, Economic Analyst Greater
China, Tel. +86 10-6539-6665,
zenglein.max@bj.china.ahk.de.
Weitere Informationen und Download einer
verkürzten Version des Berichts (englisch):
http://china.ahk.de/market-info/surveys/labormarket-and-salary-report-201415
Zementindustrie unter Druck
Foto: Fotolia
(gtai) Die chinesische Zementindustrie durchlebt schwierige Zeiten. Der Abbau von Überkapazitäten ist noch lange nicht abgeschlossen.
Dieser Konsolidierungsprozess ist aber dringend
notwendig, um umweltschädigende Anlagen
aus dem Verkehr zu ziehen und die Preise zu
stabilisieren. Deutsche Hersteller sehen trotz
nachlassender Baukonjunktur weiterhin Zulieferchancen für Aufträge mit internationalem
Hintergrund. Ferner könnten die sich verschärfenden Umweltauflagen neue Möglichkeiten
eröffnen. (Langfassung auf Anfrage)
Indonesien
Der Flughafenboom in China geht weiter
(gtai) Im Land der Mitte flogen 2013 doppelt so viele Passagiere wie 2006. Die Zahl der Airports
liegt mit 193 deutlich unter der in entwickelten Volkswirtschaften. Daher steht der Ausbau im Fokus. Große Drehkreuze werden erweitert, während im Hinterland viele kleinere regionale Flughäfen
entstehen. Das Wachstum des Verkehrs verlagert sich daher, zum Teil aufgrund neuer Produktionszentren, weg von der Ostküste. Der Trend bietet Chancen sowohl für Bauprojekte als auch für
den Betrieb der Airports. (Langfassung auf Anfrage)
14 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
Kfz-Teile-Import weiter auf der
Überholspur
(gtai) In Indonesien liefen 2013 über 1,2 Mio.
Automobile vom Band. Die Produktion findet
in den Fabriken des Landes durch Montage von
Komponenten auf CKD-Basis statt. Im Vorjahr
importierte der Archipel Kfz-Teile für umge-
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Länder und
Märkte
rechnet über 5 Mrd. US$, rund zwei Drittel
hiervon aus japanischen Fabriken. Der Absatz
deutscher Teile war rückläufig; zwischen 2008
und 2013 hatte er stark zugelegt. Bis zu 30
Hersteller planen 2014, rund 1,5 Mrd. US$ in
den Ausbau ihrer Komponentenherstellung zu
investieren. (Langfassung auf Anfrage)
Reifenhersteller rollen mit neuen
Fabriken nach Indonesien
(gtai) Indonesien ist einer der bedeutendsten
Hersteller von Naturkautschuk. Zugleich verfügt
das Land über ein großes Angebot an preiswerten Arbeitskräften sowie eine dynamische
Automobil- und Motorradindustrie. Es herrschen
ideale Absatz- und Produktionsbedingungen für
Reifenhersteller. Diese drängen mit Vehemenz
in den Markt. So beabsichtigt der koreanische
Anbieter Hankook, zwischen 2014 und 2018
umgerechnet 1,1 Mrd. US$ zu investieren. Aus
Europa ziehen nicht nur Pirelli und Michelin
nach. (Langfassung auf Anfrage)
Neuer Präsident plant „maritime
Autobahn“
(gtai) Indonesien muss dringend seine Häfen
modernisieren und ausbauen. Selbst in Jakarta
können lediglich Containerschiffe mit einer
Kapazität von 6.000 TEU (Zwanzigfuß Standardcontainer) abgefertigt werden. Daher wird
in der Hauptstadt fleißig an neuen Terminals
gebaut. Auch in anderen Landesteilen befinden
sich Erweiterungs- aber auch Neubauprojekte
in der Planung. Der Medium-Term Development
Plan 2015 bis 2019 kalkuliert für den Seeverkehr mit Investitionen von mehr als 29 Mrd.
US$. (Langfassung auf Anfrage)
Die Interneteinkäufe der Japaner im Ausland
sind im Vergleich mit denen der VR China und zu
den USA relativ gering, gewinnen jedoch an Bedeutung. Daher will die Regierung die Besteuerung des grenzüberschreitenden Online-Handels
forcieren. (Langfassung auf Anfrage)
modernisiert werden, gleiches gilt für Lagerfazilitäten und Logistikzentren. Der Containerumschlag wuchs allein 2013/14 um 30%
im Rahmen eines Importanstiegs um 48% auf
knapp 14 Mrd. US$. Wegweisende Newcomer
im Markt sind internationale Fracht- und Logistikunternehmen wie Maersk, UPS, SDV und
Damco. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
Korea, Republik
Firmen kündigen hohe
Investitionen an
(gtai) Die koreanischen Firmenkonglomerate
planen, bis 2015 Investitionen von umgerechnet
mehr als 20 Mrd. Euro anzustoßen. Insbesondere
Samsung Electronics sorgte mit der Ankündigung für Schlagzeilen, in den kommenden
Jahren die größte Chip-Fabrik der Welt zu
bauen. Für das Unternehmen bedeutet dies einen
Befreiungsschlag, nachdem es mit rückläufigen
Zahlen vor allem bei Smartphones zu kämpfen
hatte. Samsung und andere lokale Unternehmen
kommen unter Druck durch die Konkurrenz aus
der VR China. (Langfassung auf Anfrage)
Philippinen
Solarstrom führt noch ein
Schattendasein
(gtai) In den Philippinen hat Solarenergie
bislang kaum den Weg ins Stromnetz gefunden,
was sich 2014 ändern soll. Die ersten größeren Kraftwerke werden beginnen, Elektrizität
aus Sonnenlicht einzuspeisen. Dabei spielt
deutsches Know-how eine Rolle. Nur ein Teil
der geplanten und genehmigten Kapazitäten
wird mit der staatlichen Einspeisevergütung
rechnen können. Aber auch ohne diese Garantie
erwarten die Betreiber gute Geschäfte, gestützt
durch den hohen Energiebedarf und den hohen
Strompreis. (Langfassung auf Anfrage)
Myanmar
Gewaltigen Nachholbedarf bei
Transport und Logistik
Möbelbranche wächst durch
Nachfrageschub
(gtai) Myanmar wächst schnell und damit die
Anforderungen an den Transport und die Logistik. Sämtliche Transportsysteme wie auch die
Hafeninfrastruktur müssen ausgebaut und
(gtai) Die philippinische Möbelindustrie befindet sich auf Erholungskurs. Im Inland sorgt ein
Immobilienboom für höheren Absatz. International steigt die Nachfrage.
Japan
Nahrungsmittelindustrie vertraut
deutschen Maschinen
E-Commerce gewinnt an Volumen
(gtai) E-Commerce wird immer populärer.
Dabei werden die Online-Einkäufe zunehmend auch über das Smartphone abgewickelt.
Sowohl im B2C- als auch im B2B-Segment
kommt es zu kontinuierlichen Steigerungsraten.
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(gtai) Japanische Nahrungsmittelhersteller
folgen dem allgemeinen Trend der verarbeitenden Industrie und verlegen ihre Produktion
teilweise ins Ausland. Trotzdem entwickelt sich
die Inlandsfertigung weiter konstant und Unternehmen investieren in neue Geschäftsfelder.
Die Aussichten für ausländische Lieferanten von
Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen
bleiben dementsprechend ungetrübt. (Kontaktanschrift auf Anfrage)
Chemische Industrie in Korea investiert kräftig
(gtai) In der koreanischen Petrochemie ebenso wie bei Industriechemikalien herrscht eine
hohe Investitionsdynamik vor. Während die Produktion von Pflanzenschutzmitteln 2013 um
5% zulegen konnte, stagnierte der Output von Düngemitteln und der Anbau umweltfreundlicher Agrarprodukte zeigte sich rückläufig. Die Herstellung von Farben und Lacken lag 2013
ebenfalls leicht im Minus; die Exporte in diesem Segment stiegen hingegen um 7% gegenüber
dem Vorjahr. (Langfassung auf Anfrage)
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Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 15
Länder und
Märkte
Der philippinische Außenhandel mit Möbeln und
Teilen lag 2013 mit 420 Mio. US$ doppelt so
hoch wie noch 2009. Dabei sind die Einfuhren
insgesamt stärker gewachsen. Deutsche Lieferungen von Fertigmöbeln, Teilen und Maschinen
können davon profitieren. Die Branche dürfte
weiter modernisieren und Kapazitäten ausbauen.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Outsourcing-Sektor expandiert
weiter
(gtai) Outsourcing macht einen steigenden Anteil
an der philippinischen Wirtschaftsleistung aus.
Die Branche hat sich zu einem der wichtigsten
Wachstumsfelder mit viel Dynamik entwickelt.
Dafür sind überwiegend ausländische Unternehmen verantwortlich, die von der Verfügbarkeit
flexibler, englischsprachiger und kostengünstiger Arbeitskräfte profitieren. In der Call-Center-Sparte wurden bislang die größten Zuwächse
verzeichnet. Jedoch nimmt auch das Non-VoiceGeschäft zu. (Kontaktanschrift auf Anfrage)
Panasonic. „Made in Singapur“ beim Gemüsesortiment wird vom Staat gefördert. (Internetadresse auf Anfrage)
Sri Lanka
Das Land wird attraktiver für
ausländische Investitionen
(gtai) Sri Lanka ist bestrebt, die Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen zu verbessern. Nach Angaben der
United Nations Conference on Trade and
Development sind diese 2013 mit umgerechnet 1,3 Mrd. US$ höher ausgefallen als in
den Vorjahren. Dennoch wurde das Ziel von
2 Mrd. US$ nicht erreicht. Viele Hindernisse,
unter anderem unklare bürokratische Entscheidungsabläufe, sowie ein undurchsichtiges Steuersystem bleiben problematisch.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
Taiwan
Singapur
Gewächshochhaus und LED ergänzen den Speisezettel
(gtai) Im dichtbesiedelten Singapur ist kaum
Platz für einen lokalen Gemüseanbau zur
Versorgung der Bevölkerung. Trotzdem „sprießt“
dieser, angeregt durch die Nachfrage nach
frischer Ware. Aus Platzmangel geht es dabei
vor allem in die Höhe. Innovative Technik - vom
Anbau ohne Erde bis zu spezieller Beleuchtung
mit Dioden - ist gefragt. Auf diesem Gebiet
aktiv sind verschiedene Unternehmen, darunter
Die Insel baut die Logistik aus
(gtai) Taiwan braucht als Exporteur und internationaler Auftragshersteller eine funktionierende
Logistik. In den Ausbau, die Modernisierung
und die Anpassung der Logistik-Infrastruktur
und Rahmenbedingungen wird daher in den
nächsten Jahren weiter investiert. Dabei spielt
der Einsatz smarter Logistiklösungen eine wichtige Rolle, um sich im Wettbewerb behaupten
zu können. Im weltweiten Vergleich zeigt sich
die Insel bislang gut aufgestellt und will ihre
Position weiter verbessern.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
Thailand
Start in ein neues Zeitalter
(gtai) Thailands neue Regierung möchte
mit einem umfassenden und ehrgeizigen
Entwicklungskonzept langfristige Weichen
für mehr Fortschritt und Wohlstand stellen.
Während kurzfristig staatliche Ausgabenprogramme die Konjunktur ankurbeln sollen,
dürften langfristig der Export und die Privatinvestitionen das Wachstum beschleunigen.
Als Schwerpunkte gelten die Energiesicherung und Transportinfrastruktur neben den
Bereichen Bildung, Gesundheit, Forschung,
Innovation und regionale Integration.
(Langfassung auf Anfrage)
Wachsende Mittelschicht hebt
Konsumprofil
(gtai) Thailand zählt zu den gehobenen
Schwellenländern mit einem wachsenden
regionalen Integrationsprofil. Neben einer
breiten traditionellen Gesellschaft sorgt
eine dynamisch wachsende Mittelschicht
für eine Hebung des Konsumstandards mit
modernem, globalem Markenbewusstsein.
Bangkok profiliert sich immer stärker als
attraktive Einkaufsmetropole, in der Pipeline
befinden sich über 20 größere Einkaufs- und
Mehrzweckkomplexe mit einem Investitionswert um 2,5 Mrd. US$.
(Internetadressen auf Anfrage)
Vietnam
Förderung von Bioenergie-Anlagen
(gtai) Vietnam formuliert neue Förderungen
für die Stromerzeugung aus Bioenergie.
Experten erwarten eine Welle an neuen Vorhaben, falls die Behörden und Netzbetreiber
die neuen Einspeisemechanismen investorenfreundlich umsetzen. Große Chancen
sehen sie auch bei netzunabhängigen
Anlagen zur Strom- und Dampferzeugung.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
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Üppige Auswahl an Industrieparks
Singapur richtet Energiefokus auf Solarkraft
(gtai) Die noch wenig entwickelte Nutzung der Solarkraft in Singapur soll kräftig vorangetrieben werden. Im Mittelpunkt der „Singapore International Energy Week“, dem „Stelldichein“ der
Energiewirtschaft, standen 2014 ehrgeizige Zielvorgaben. Der Stadtstaat will danach nicht nur
auf höhere Photovoltaik-Kapazitäten umschalten, sondern sich auch als „Labor“ für Netzwerkintegrierung und Energiespeicherung anbieten. Internationale Konzerne zeigen bereits Interesse
hieran, heißt es in der Presse. (Langfassung auf Anfrage)
16 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
(gtai) Investoren loben Vietnams breites Angebot an Industrieparks. Gewerbegebiete mit
guten Ausstattungen und Anbindungen haben
sich schnell mit aus- und inländischen Fabriken gefüllt. Die Betreiber erweitern deshalb
schrittweise ihre Industrieparks, die nun auch
in eher abgelegenen Provinzen entstehen.
Dort sind die Ansiedlungskosten günstiger. In
einigen Parks entwickeln sich auch Cluster.
Firmen sollten daher die Standorte nach ihren
individuellen Kriterien genau analysieren.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
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Indien
Caterpillar Energy Solutions GmbH erhält Auftrag für Gasmotoren
der modernsten Abwasser-Aufbereitungsanlage in Delhi
(mwm.net) Die im Norden Indiens gelegene Hauptstadt Delhi ist mit mehr als elf Mio. Einwohnern
die zweitgrößte Stadt Indiens und verzeichnet das höchste Bevölkerungswachstum des Landes.
Mit der neuen Abwasser-Aufbereitungsanlage Nilothi, West Delhi, will die Millionenmetropole eine
der modernsten Anlagen in Indien errichten. Pro Tag sollen bis zu 91 Mio. Liter Abwasser in der
Nilothi-Anlage gefiltert werden. Das entspricht einem gereinigten Abwasservolumen von bis zu
einer Mio. Einwohnern.
Den Zuschlag für die drei Biogas-Aggregate zur dezentralen Energieerzeugung in der Anlage hat Caterpillar Energy Solutions aus Mannheim mit seinem MWM-Vertriebspartner für Indien Green Power
International Pvt. Ltd. bekommen. Die drei Gasmotoren der Baureihe MWM TCG 2020 V16 werden für
eine autarke Energieversorgung mit ca. 4,5 MWel sowie thermischer Energie in Form von Heißwasser
für die Vergärungsanlagen sorgen. Betrieben werden die Motoren mit Biogas, das aus der Vergärung
des Klärschlamms gewonnen wird. Neben der Lieferung der drei hocheffizienten Biogas-Aggregate
mit Gesamtwirkungsgraden von bis zu 85% beinhaltet der Auftrag auch einen 10-Jahres-Vertrag bis
2024 über die Wartung und Instandhaltung der Gasmotoren. (Langfassung auf Anfrage)
FDI-Lockerungen für Infrastruktur
und Stadtentwicklungsprojekte
(AHK) In Indien wurden weitere Lockerungen
für ausländische Direktinvestitionen in die
Infrastruktur und Stadtentwicklungsprojekte beschlossen. Bislang mussten mindestens 0,5 qkm
Grundstück erschlossen werden, um eine Genehmigung für die Investition zu erhalten. Ab sofort
können Grundstücke ab 0,2 qkm erschlossen
werden. Das Mindestkapital für Investitionen
im Baugewerbe wurde von 10 Mio. US$ auf
5 Mio. US$ gesenkt. Zudem können Projektentwickler Gewinne bereits ab Projektende
abschöpfen. Bisher konnte dies erst drei Jahre
nach Projektrealisation erfolgen.
Anteil von 100% an ausländischen Direktinvestitionen in der Stadtentwicklung möglich
ist, sind ausländischen Investitionen hier
rückläufig. In den nächsten zehn Jahren
plant Premierminister Narendra Modi 500
Städte mit über 100.000 Einwohnern zu
entwickeln, darunter 100 Smart Cities.
Günstige Aussichten für den
Generikamarkt
(gtai) Die indische Pharmaindustrie befand
sich 2013 im Aufschwung und wächst auch
2014 stetig weiter. Ein Großteil der Gewinne
wird durch Generika erzielt. Das südasiati-
Die Grundstückspreise in den indischen
Großstädten sind in den vergangen Jahren
stark angestiegen, zudem sind freie Grundstücke Mangelware. Freiflächen von 0,5
qkm sind in den indischen Metropolen kaum
verfügbar. Mit der Reduzierung auf 0,2 qkm
Mindestbebauungsfläche soll zum einen das
(finanzielle) Risiko für ausländische Investitionen abgesenkt werden und außerdem
Anreize für Investitionen in Indiens großen,
mittleren und kleinen Städten geschaffen
werden. Obwohl bereits im Jahr 2005 ein
Kontakt Kompetenzzentrum Indien: indien@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-130
sche Land ist weltweit der größte Hersteller
von medizinischen Nachahmerprodukten.
Niedrige Herstellungskosten, wenig restriktive Patentregelungen und eine wachsende
Mittelschicht in Schwellenländern bieten
vielversprechende Chancen für den Sektor.
2005 wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Herstellung von Generika in
Indien erschwert. Eine neue Gesetzgebung
verbot die Nachahmung geschützter ausländischer Medikamente mit einem Patentschutz
von 20 Jahren. Allerdings blieb den Behörden
ein gewisser Spielraum. Nach der Regelung
können drei Jahre nach Erteilung eines Patents
unter bestimmten Kriterien Zwangslizenzen erteilt werden, um ein Pharmazeutikum
kopieren zu können. Es gilt beispielsweise kein
Patentschutz für eine nur geringfügig andere
Wirkstoffzusammensetzung oder für zu teure
Arzneimittel. (Langfassung auf Anfrage)
Indische Investoren setzen auf
Industrie- und Schwellenländer
(gtai) Das Engagement indischer Firmen
im Ausland ist breit gefächert. Vertreter
unterschiedlicher Branchen investieren
sowohl in entwickelten Märkten als auch in
Schwellenländern. Große Konzerne ebenso
wie Mittelständler passen ihre Produkte
zunehmend an den Bedarf lokaler Kunden
an. Immer mehr Unternehmen gründen
eigene Niederlassungen im Ausland oder
übernehmen bestehendes Know-how und
Vertriebsstrukturen. Indische Hersteller von
Anlagegütern – überwiegend noch nicht auf
hohem technischem Niveau – haben sich vor
dem Hintergrund der Schwäche des verarbeitenden Gewerbes in der Heimat verstärkt
auf andere Absatzmärkte konzentriert. Neben
Afrika und südasiatischen Nachbarn erweisen
sich vor allem Länder des Mittleren Ostens
als attraktive Abnehmer und damit auch als
wichtige Investitionsziele. Vor allem kleinere
und mittelständische Unternehmen (KMU) halten auch nach möglichen Übernahmen afrikanischer Firmen Ausschau, um möglichst rasch mit
passenden Produkten in den Markt eintreten und
gleichzeitig eine Serviceinfrastruktur anbieten
zu können. Besonders dynamisch entwickeln
sich die Bereiche IT, Pharma, Automobil und
Rohstoffe. (Langfassung auf Anfrage)
Kompetenzzentrum Indien
Wir unterstützen und begleiten
IHK-Mitglieds-Unternehmen
beim Auf- und Ausbau ihres
Indien-Geschäfts: bei Fragen
u.a. zum Export von Waren und
Dienstleistungen, zu Zertifizierungsvorschriften, zur Firmengründung
oder Geschäftspartnersuche:
www.rhein-neckar.ihk24.de/indien
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 17
Länder und
Märkte
MENA/AFRIKA
Ägypten
Unternehmer kaufen wieder Lkw
Afrika
Supermärkte fragen mehr verpackte
Lebensmittel nach
(gtai) Der Trend in Ostafrika geht zu mehr
verarbeiteten und verpackten Nahrungsmitteln. Vor allem in den ostafrikanischen
Kernländern Kenia, Tansania und Uganda
gibt es eine starke Nachfrage, die noch
nicht ausreichend befriedigt werden kann.
Äthiopien steht bei großem Potenzial noch
am Anfang der Entwicklung, Ruanda muss
eher auf Nischen setzen. Südsudan, Eritrea,
Dschibuti, Somalia und Burundi sind noch
recht unterentwickelt oder zu klein, bieten
aber gelegentliche Lieferchancen.
(Langfassung auf Anfrage)
Bedarf an Landtechnik in Ostafrika
ist groß
(gtai) Im ostafrikanischen Agro-Business
werden die Karten gerade neu gemischt.
Erste deutsche Unternehmen sind schon
dabei. Die Nachfrage lässt sich allerdings durch Lieferung alleine kaum lösen.
Gebraucht werden intelligente Finanzierungsmodelle, damit ein breiterer Markt von
mittelgroßen Erzeugern erschlossen werden
kann. Es gibt großen Bedarf an Technik, aber
kaum kombinierte Finanzierungsangebote.
Mobilfunk- und Autohersteller haben es
geschafft, warum nicht auch Verkäufer von
Landtechnik? (Langfassung auf Anfrage)
Bonn (gtai) Der ägyptische Lkw-Markt hebt
sich in der ersten Jahreshälfte 2014 deutlich
von dem Krisenjahr 2013 ab. Der Absatz hat
sich in allen Marktsegmenten außer bei mittelschweren Lkw beschleunigt. Der Markt vollzieht
damit eine Erholung, die auch schon bei der
Pkw-Nachfrage zu beobachten war. Der hohe
Anteil lokal montierter Fahrzeuge von über
70% an den Gesamtzulassungen konnte sich
auch 2013 wieder behaupten und sogar noch
leicht zulegen. (Langfassung auf Anfrage)
Mosambik
Neue Häfen und Bahnlinien nötig
(gtai) Mosambik hat großen Nachholbedarf in
Sachen Verkehrsinfrastruktur. Der Handlungsdruck erhöht sich umso mehr, als mit dem
beginnenden Kohlebergbau große Volumina an
Massengut per Schiene und Schiff befördert
werden müssen. Die Anstrengungen konzentrieren sich auf die Transportkorridore als eine
Verbindung zwischen den Seehäfen und dem
Hinterland. Der Hafen in Maputo profitiert zudem von einem steigenden Transitverkehr aus
Südafrika. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
Südafrika
Recycling wird ausgebaut
(gtai) Auch ohne gesetzliche Vorschriften wird
Recycling zu einem wichtigen Thema. Um
Kosten zu sparen, greifen Industrieunternehmen verstärkt zum Einsatz von Wertstoffen.
Basierend auf privaten Initiativen entwickelte
sich ein beachtlicher Recyclingsektor. Die Volumina sollen in den kommenden Jahren weiter
wachsen. Zurzeit herrscht sogar ein Mangel an
wiederverwertbaren Stoffen. Die Einführung von
Mülltrennung in den Haushalten soll Abhilfe
schaffen. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
Tansania
Land entwickelt interessanten
Agrar-Korridor
(gtai) Tansania hat seine Landwirtschaft jahrzehntelang vernachlässigt. Hoch gesteckte Ziele
wurden fortgesetzt nicht erreicht. So hat sich
das Land wiederholt eine 6-prozentige landwirtschaftliche Produktionssteigerung pro Jahr auf
die Fahnen geschrieben, in den letzten Jahren
aber kaum mehr als 4% erreicht. An Gesetzen
und Plänen fehlt es immerhin nicht: Das Parlament erließ 2013 ein Gesetz zur Bewässerung
von Ackerflächen. (Internetadresse auf Anfrage)
Vereinigte
Arabische Emirate
Milliardeninvestitionen in
staatliche Bauvorhaben
(gtai) Die Vereinigten Arabischen Emiraten
(VAE) bauen ihr Gesundheitswesen weiter
aus. Derzeit sind medizinische Einrichtungen im Wert von rund 4 Mrd. US$ im Bau.
Auch im Bildungsbereich befinden sich mehr
als 50 Projekte in der Durchführungsphase.
Aufgrund des bereits jetzt hohen Versorgungsgrades dürfte das Investitionsvolumen
hier jedoch in Zukunft nur noch langsam
steigen. Weitere herausragende öffentliche
Bauvorhaben sind der neue Präsidentenpalast in Abu Dhabi und das Louvre Abu Dhabi
Museum. (Langfassung auf Anfrage)
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Energie- und Wasserwirtschaft fit
für die Zukunft
Ägypten baut zweiten Suezkanal-Korridor
(gtai) In Ägypten haben die Arbeiten an einer zweiten Fahrrinne des Suezkanals begonnen. Nach
der Fertigstellung des Großprojekts sollen mehr Schiffe den Wasserweg in kürzerer Zeit passieren
können. An den Endpunkten sind Logistikzentren und Lagerhallen vorgesehen. Die Pläne der Regierung reichen aber noch deutlich weiter. Die Region soll industriell und landwirtschaftlich genutzt
werden. Ausländische Investoren und Offizielle haben bereits Interesse am Aufbau von Vorhaben
am Suezkanal signalisiert. (Langfassung auf Anfrage)
18 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
(gtai) Neue Atom- und Kohlekraftwerke sollen in
den Vereinigten Arabischen Emiraten den Anteil
von Gas an der Stromerzeugung in Zukunft
reduzieren. Mehrere Anlagen sind im Bau oder
in der Planung. Der Wasserverbrauch des Landes
wird bis 2030 voraussichtlich um etwa ein
Drittel steigen. Zur Deckung des Mehrbedarfs
sind allerdings nur begrenzt Erweiterungsinvestitionen erforderlich, denn es bestehen hohe
Reservekapazitäten. Die Klärwerkskapazitäten
werden dagegen weiter ausgebaut.
(Langfassung auf Anfrage)
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Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Bescheinigungsdienst
Der Bescheinigungsdienst der IHK
Rhein-Neckar ist in der Zeit vom
29. Dezember 2014 – 2. Januar 2015
ausschließlich an den Standorten
Mannheim und Mosbach geöffnet.
Warennummer/
Warenverzeichnis 2015
Änderungen bei Lieferantenerklärungen 2015
2015 gibt es keine wesentlichen Änderungen
bei Lieferantenerklärungen gemäß Verordnung
1207/2001. Der mögliche Länderkreis hat sich
durch das Inkrafttreten einiger Handelsabkommen erneut erweitert. Seit 1. September 2014
sind die Handelsabkommen mit Georgien und
Moldawien (jetzt zweiseitig) vorläufig anwendbar. Bei den Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, die das frühere AKP-Regime ablösen, gibt
es ebenfalls Veränderungen. Bei den West-Pazifik-Staaten (WPS) ist die Vereinbarung mit
Fiji in Kraft getreten (bislang nur Papua-Neuguinea), in der neuen Ländergruppe CEMAC
(Zentralafrika) ist die Vereinbarung mit Kamerun
in Kraft getreten. Auch ohne diese neuen Länder
sind Lieferantenerklärungen gültig, sie können
nur nicht für Lieferungen in die fehlenden
Länder verwendet werden. Im Frühjahr soll die
Vereinbarung mit Singapur folgen, das Abkommen mit Kanada (CETA) steckt in der Pipeline.
In vielen Fällen fehlen auf Lieferantenerklärungen noch die bereits 2013 in Kraft getretenen
Vereinbarungen mit Peru, Kolumbien und den
zentralamerikanischen Staaten.
Eine unverbindliche Neufassung der Lieferantenerklärungen mit den Fußnoten der IHK-Organisation und weitere Hinweise zu Lieferantenerklärungen finden Sie unter
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokument-Nr. 167194.
BAFA informiert über geplante
Änderung der EG-Dual Use-VO
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat am 23.10.2014 auf seiner
Internetseite den Anhang zur Delegierten
Verordnung zur Änderung der Verordnung (EG)
428/2009 (EG-Dual-Use-Verordnung) veröffent-
Foto: Fotolia
Zum 1. Januar ändern sich traditionell die
Warennummern (andere Begriffe: Codenummer,
Zolltarifnummer, HS-Code). Das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden hat die Änderungen
des Warenverzeichnisses für die Außenhandelsstatistik 2015 mit einer Gegenüberstellung
der geänderten Warennummern 2014-2015
bekannt gegeben. Diese finden Sie unter www.
rhein-neckar.ihk24.de, Dokument-Nr. 30848.
licht. Dieser Anhang enthält die aktualisierte
Liste der Güter mit doppeltem Verwendungszweck. Dieser Delegierte Rechtsakt ist noch
nicht in Kraft getreten. Es wird jedoch mit
einem Inkrafttreten bis voraussichtlich Ende
Dezember 2014 gerechnet. Wir empfehlen
betroffenen Unternehmen, sich so frühzeitig wie
möglich mit den geplanten und umfangreichen
Änderungen vertraut zu machen.
Die neue Dual-Use-Verordnung finden Sie unter
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokument-Nr. 176901.
Exportkontrolle – Merkblatt zur
Ausfuhr von Frequenzumwandlern,
Ventilen und Pumpen
Für die genannten Artikel hat das BAFA zwei
allgemeine Genehmigungen zur Verfahrenserleichterung veröffentlicht. Für die Frequenzumwandler gilt die AGG 17. Für Ventile und
Pumpen kann die AGG 14 genutzt werden. In
den Merkblättern hat das BAFA übersichtlich
zusammengestellt, unter welchen Voraussetzungen die jeweiligen AGGs genutzt werden
können und was sonst noch zu beachten ist.
Beide AGGs gelten mit Inkrafttreten der aktualisierten Liste der Güter mit doppeltem Verwendungszweck (Anhang I der EG-Dual-use-VO)
voraussichtlich Ende des Jahres 2014.
Die Merkblätter finden sie unter
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokument-Nr. 176901.
EU/VR China – Gegenseitige
Anerkennung des AEO
(gtai) Im Amtsblatt der EU wurde am 1. November 2014 der Beschluss des Gemischten Ausschusses für Zusammenarbeit im Zollbereich
vom 16. Mai 2014 veröffentlicht. Damit räumen
Kontakt: Oliver Falk, Tel. 0621 1709-223, oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
die EU und China zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten der jeweils anderen Seite Verfahrenserleichterungen ein. AEO kommen dadurch u. a.
in den Genuss geringerer Kontrollen und einer
zügigeren Bearbeitung von Sendungen. Der Beschluss bestätigt die gegenseitige Anerkennung
der beiden Programme. Zuständig für die Umsetzung sind die Zollbehörden, die sicherstellen,
dass die für jedes Programm angewendeten
Standards eingehalten und dass die Programme
im Rahmen des von der Weltzollorganisation
(WCO) angenommenen Framework of Standards
(SAFE) durchgeführt werden. Der Beschluss legt
außerdem fest, wie der Informationsaustausch
und die Kommunikation zwischen den Zollbehörden, der Umgang mit Daten sowie Konsultationen und Überprüfungen erfolgen sollen.
Zollaussetzungen für Waren aus
der Ukraine verlängert
Die Europäische Union hat mit Verordnung (EU)
Nr. 374/2014 Zölle auf Waren mit Ursprung in
der Ukraine gesenkt und zum Teil abgeschafft.
Die Zollaussetzungen, welche zunächst bis
zum 1. November 2014 befristet waren, wurden
nun vom Europäischen Rat mit der Verordnung
PE-CONS 93/14 bis zum 31. Dezember 2015
verlängert. Diese einseitige Präferenz gilt für
ausgewählte ukrainische Waren (landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel), die
Quotenregeln unterliegen. Die Verordnung
garantiert ukrainischen Exporteuren weiterhin
präferenziellen Zugang zum EU-Markt, ohne
dass das In-Kraft-Treten der Handelsvorschriften entsprechend dem Assoziierungsabkommen
zwischen der EU und der Ukraine abgewartet
werden muss.
Näheres finden Sie unter
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokument-Nr. 172575.
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 19
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Argentinien modifiziert Importzölle
(gtai) Argentinien hat die Einfuhrzölle für
verschiedene Importwaren geändert. Betroffen
sind laut dem Dekret 1.676/2014 rund 100 Zolltarifpositionen, für die bis auf weiteres in den
meisten Fällen der laut WTO zulässige Höchstsatz von 35% gelten soll. Lieferungen, die aus
dem südamerikanischen Wirtschaftsverbund
Mercosur stammen, bleiben von der Maßnahme
ausgenommen. Von den Änderungen betroffen
sind unter anderem Motorjachten, Champagner,
verschiedene Pflanzenschutzmittel und Formen
für das Druckgießen von Metallen. Argentinien
nutzt damit den Spielraum zur vorübergehenden Erhöhung von Zöllen gegenüber Drittländern, den der Mercosur im Dezember 2011 mit
der Entscheidung 39/2011 des Mercosur-Rates
seinen Mitgliedsländern eingeräumt hatte.
Côte d’Ivoire: Zukünftig Konformitätsnachweis für zahlreiche
Waren erforderlich
(Bureau Veritas) Nach einem Beschluss der
ivorischen Regierung ist demnächst bei der
Einfuhr einer Vielzahl von Waren in Côte
d’Ivoire ein Konformitätszertifikat vorzulegen,
das die Einhaltung der nationalen und/oder
internationaler Normen und Standards bestätigt. Hauptziel der Maßnahme auf ivorischer
Seite ist eine Verbesserung des Verbraucherund Umweltschutzes.
Folgende Waren müssen bei der Einfuhrabfertigung zukünftig von einem Konformitätsnachweis begleitet werden:
s.AHRUNGSMITTEL
sELEKTRISCHEUNDELEKTRONISCHE0RODUKTE
s#HEMIKALIEN
s+OSMETIKAUND+ÚRPERPmEGEARTIKEL
s"AUMATERIALIEN
s6ERPACKUNGSMATERIALIEN
s%RSATZTEILE+FZ:UBEHÚRUND3CHMIERSTOFFE
s-ASCHINEN
s$RUCKGERËTE
sPERSÚNLICHE3CHUTZAUSRàSTUNGEN
s'ASVERBRAUCHSEINRICHTUNGEN
s4EXTILIEN
s3CHUHE
s3PIELZEUGE
s0HARMAZEUTIKA
s'EBRAUCHTWAREN
Die Prüfgesellschaft Bureau Veritas wurde nach
eigenen Angaben mit der Durchführung des
Konformitätsbewertungsprogramms in den
Exportländern beauftragt. Ein entsprechender
Vertrag wurde am 17. Juli 2014 in Abidjan
unterzeichnet. Details zu den Inspektionen
und Prüfungen werden in nächster Zeit auf der
Internetseite von Bureau Veritas eingestellt.
Die Umsetzung des Programms soll Ende 2014
erfolgen.
20 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
ZOLL
ABC
Wer mit Zoll und Exportkontrolle zu tun hat, muss mit einer Vielzahl von Fachbegriffen sicher umgehen können. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Abkürzungen? In dieser Rubrik erklären wir Ihnen wichtige Begriffe aus Zollrecht, Exportkontrolle und Umsatzsteuer und stellen die zuständigen Behörden und Ministerien vor.
Embargo
Gegen einen Staat verhängte Wirtschaftssanktion, die den Außenwirtschaftsverkehr
mit diesem Staat entweder teilweise einschränkt (Waffen- und Teilembargo) oder
vollständig untersagt (Totalembargo).
EORI-Nummer
Economic Operators´ Registration and Identification System, europäisches Registrierungs- und Identifikationssystem für die Wirtschaftsbeteiligten, ersetzt die
bisherigen nationalen Registrier- und Identifikationssysteme, alleinige und EU-weit
gültige Registrier- und Identifikationsnummer für Zollbeteiligte, seit 1. November
2009 Voraussetzung für eine Zollabfertigung in der EU, in Deutschland aus der
bisherigen Zollnummer und dem Länderpräfix „DE“ bestehend.
SEMINAR
Lieferantenerklärungen
am 20. Januar 2015 in Mannheim
Die Europäische Gemeinschaft (CE) hat
mit zahlreichen Ländern und Ländergruppen Abkommen abgeschlossen, in
denen Zollbegünstigungen (Präferenzen)
vereinbart wurden. Um Zollbegünstigungen oder Zollbefreiungen bei der
Wareneinfuhr in die Partnerstaaten
in Anspruch nehmen zu können, muss
geprüft werden, ob die Waren nach den
Kriterien des jeweiligen Präferenzabkommens gefertigt wurde. Man muss somit
die präferenzielle Ursprungseigenschaft
der Ware feststellen.
Informationen komprimiert dargestellt
werden, die noch dazu häufigen Änderungen unterliegen.
Um den Nachweis der Ursprungseigenschaft zu ermöglichen, besteht das
System der Lieferantenerklärung (LE).
Die LE sind als Nachweise des präferenziellen Ursprungs oder eines bestimmten
Be- oder Verarbeitungsgrades einer Ware
innerhalb der EU oder einem der Partnerstaaten geeignet.
Teilnahmeentgelt:
180 EUR für Mitglieder
240 EUR für Nichtmitglieder
Lieferantenerklärungen gehören zu den
am häufigsten ausgestellten Dokumenten. In der praktischen Handhabung
ergeben sich viele Fragen, weil viele
Das Seminar richtet sich an diejenigen
im Unternehmen, die die Lieferantenerklärungen organisieren.
Termin und Ort:
Dienstag, 20. Januar 2015,
09:00 – 17:00 Uhr
IHK Rhein-Neckar, L 1, 2,
68161 Mannheim
Einladung, Programm und Anmeldung:
www.rhein-neckar.ihk24.de
Dokument-Nr. 15362827
Ihr Ansprechpartner:
Ass. Oliver Falk
Tel. 0621 1709-223
oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Kontakt: Oliver Falk, Tel. 0621 1709-223, oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Neues im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2015
Neue Freihandelsabkommen, Russland-Sanktionen, Delegierte Rechtsakte und umsatzsteuerliche
Änderungen bei elektronischen Dienstleistungen. Dies sind nur einige der zahlreichen Änderungen,
die die Unternehmen zum Jahreswechsel im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht beachten müssen.
Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst:
Änderungen Warenverzeichnis
AEO und bekannten Versender
vereinheitlichen
Erfreulicherweise hat die Europäische Union
2014 erkannt, dass die Sicherheitsanforderungen für den bekannten Versender im
Rahmen der Luftsicherheit als auch für das
AEO-Programm des Zolls ein hohes Maß an
Äquivalenz aufweisen. Beide Programme sollen
endlich aufeinander abgestimmt werden, damit
der Verwaltungsaufwand für die betroffenen
Unternehmen verringert wird. Dies soll unter
anderem durch einen besseren Informationsaustausch zwischen dem Zoll und der
Luftfahrtbehörde geschehen. Die EU hat 2014
zudem mit China ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung des AEO geschlossen.
Neue Freihandelsabkommen in Kraft
2014 sind weitere Freihandelsabkommen in
Kraft getreten. Unternehmen können im Warenverkehr mit Georgien, der Republik Moldau,
Kamerun und den Fidschi Inseln seit neuestem
Zollvorteile in Anspruch nehmen. Auch mit
der Ukraine wurde ein Freihandelsabkommen
geschlossen. Mit Rücksichtnahme auf die
gegenwärtige Situation in der Ostukraine und
dem Verhältnis zu Russland können Unternehmen aber erst ab 2016 davon profitieren, während ukrainische Unternehmen bereits sofort
ihre Waren zollbegünstigt in die EU einführen
können. Die EU verhandelt zudem mit den USA
über ein umfassendes Abkommen über die
größte bilaterale Freihandelszone.
Reform des EU-Zollrechts
Das EU-Zollrecht soll seit langem modernisiert
werden. Nachdem 2013 der neue UZK veröffentlicht wurde, müssen bis zu dessen Anwendung
ab 1. Mai 2016 noch erforderliche Detailregelungen (delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte) verabschiedet werden.
Foto: Fotolia
Zum 1. Januar jeden Jahres gibt es Änderungen
bei den Warennummern, dem zentralen Ordnungsmerkmal im internationalen Handel. Das
Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat die
wenigen Änderungen des Warenverzeichnisses
für die Außenhandelsstatistik im Internet bekanntgegeben. Das neue Warenverzeichnis 2015
und die Änderungen zum 1. Januar 2015 sind in
einer ausführlichen und praktischen Information
mit Gegenüberstellung der alten und der geänderten Warennummern dargestellt.
2014 wurden nun die ersten delegierten Rechtsakte veröffentlicht.
Exportkontrolle
Die Exportkontrolle stand 2014 vor allem im
Zeichen der Geschehnisse in der Ukraine. Aufgrund der Annexion der Krim, dem verheerenden
Flugzeugabsturz und der Lage in der Ostukraine
mussten sich Unternehmen mit mehrfachen Sanktionsmaßnahmen gegen Russland
beschäftigen. Unter anderen dürfen Dual-UseGüter nicht ohne weiteres mehr nach Russland
geliefert werden, auch der Verkauf bestimmter
Technologien für die russische Ölindustrie wurde
untersagt. Gegen zahlreiche Personen wurden
Kontensperrungen in der EU vorgenommen, zudem durften diesen Personen keine wirtschaftlichen Güter mehr zur Verfügung gestellt werden.
Als Gegenmaßnahmen erließ Russland ein Lebensmittelimportverbot. Die zuständige Behörde,
das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa)
errichtete eine Telefonhotline zum Russlandembargo. Auch an anderer Stelle wurde das Bafa
unternehmerfreundlicher. So wurde eine weitere
Hotline eingerichtet, bei der Unternehmen sich
zum Stand ihres Genehmigungsverfahrens für
Dual-Use-Güter informieren können. Mit dem
neuen AGG-Finder können Unternehmen nach
Allgemeinen Genehmigungen für ihre Waren
recherchieren.
Änderungen bei der Besteuerung von
Dienstleistungen
Ab dem 1. Januar 2015 werden auf elektronischem Wege erbrachte Dienstleistungen am Sitz
des Kunden besteuert, unabhängig davon, ob
der Kunde Unternehmer oder Privatperson ist.
Das bedeutet, dass Unternehmen sich zukünftig
in dem EU-Mitgliedstaat registrieren müssen,
wo der Kunde seinen Sitz hat. Alternativ haben
Kontakt: Oliver Falk, Tel. 0621 1709-223, oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Unternehmen auch die Möglichkeit sich beim
Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) bei der
kleinen einzigen Anlaufstelle (KEA) zu registrieren. Dort können Unternehmen die Mehrwertsteuer, die sie für erbrachte Dienstleistungen
an die anderen EU-Mitgliedstaaten abführen
müssen, zentral erklären und entrichten. Diese
leitet die gezahlte Mehrwertsteuer entsprechend
der Mehrwertsteuererklärung an die betroffenen
EU-Mitgliedstaaten weiter.
Die IHK Rhein-Neckar wird ihren Mitgliedsunternehmen im Dezember 2014 und Januar 2015
gleich sechs Alternativtermine anbieten, um in
Kompakt-Seminaren über alle für die Unternehmenspraxis wesentlichen Änderungen zu
informieren. Die genauen Termine finden Sie auf
Seite 24.
Veranstaltungstipp:
Die IHK Rhein-Neckar wird ihren Mitgliedsunternehmen im Dezember 2014 und Januar 2015
gleich sechs Alternativtermine anbieten, um in
Kompakt-Seminaren über alle für die Unternehmenspraxis wesentlichen Änderungen zu
informieren.
Termine und Orte:
Donnerstag, 18. Dezember 2014, 08:45 –
12:30 Uhr oder Donnerstag, 8. Januar 2015,
08:45 – 12:30 Uhr oder 13:30 – 17:15 Uhr
IHK Rhein-Neckar, Standort Mannheim,
L 1, 2, 68161 Mannheim
Mittwoch, 14. Januar 2015, 08:45 – 12:30 Uhr
IHK Rhein-Neckar, Standort Heidelberg, HansBöckler-Str. 4, 69115 Heidelberg
Donnerstag, 15. Januar 2015, 08:45 – 12:30
Uhr oder 13:30 – 17:15 Uhr
IHK Rhein-Neckar, Standort Mosbach,
Oberer Mühlenweg 1/1, 74821 Mosbach
Teilnahmeentgelt:
90 EUR für Mitglieder
120 EUR für Nichtmitglieder
Einladung, Programm und Anmeldung:
www.rhein-neckar.ihk24.de
Dokument-Nr. 15362827
Ihr Ansprechpartner:
Ass. Oliver Falk
Tel. 0621 1709-223
oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 21
Förderung und
Finanzierung
Auf einer sorgfältig vorbereiteten Kooperationsbörse, die das Kernstück der Reise bildet,
treten die Teilnehmer in Kontakt mit potentiellen Kunden und Geschäftspartnern. Partner
vor Ort ist die deutsche Auslandshandelskammer, die in der Vorbereitungsphase Treffen
mit passenden polnischen Firmen vereinbart.
Dolmetscher sind im Preis enthalten.
Foto: Fdebos
Polen ist sowohl als Absatzmarkt als auch als
Investitionsstandort sehr interessant für deutsche Firmen. In keinem Land der EU hat sich
die Volkswirtschaft so schnell entwickelt wie
in Polen, das mit 38,5 Mio. Einwohnern das
größte Land in Mittelosteuropa darstellt.
Interessierte Unternehmen können im Vorfeld
klären lassen, ob ihre Produkte Potential auf
dem polnischen Markt haben.
Unternehmerreise nach Polen
Auf dieser IHK-Kurzreise vom 24. bis 26. März
2015 nach Warschau können Unternehmen
Polen: Messebeteiligung auf der
ITM Polska 2015
(bw-i) Nach erfolgreichen Beteiligungen
auf der ITM Polska 2013 und 2014 wird sich
Baden-Württemberg International auch auf
der ITM Polska vom 9. bis 12. Juni 2015 in
Posen mit einer Firmengemeinschaftsausstellung beteiligen. Baden-württembergischen Unternehmen wird eine attraktive und
kostengünstige Möglichkeit geboten, ihre
Produkte einem fachkundigen Publikum zu
präsentieren.
Die ITM Polska als internationale Messe für
Innovationen, Technologien und Maschinen ist die größte Messe ihrer Art in Polen.
Polen ist für den deutschen Maschinenbau
der wichtigste Absatzmarkt in Mittel- und
Osteuropa und Deutschland ist für Polen das
mit Abstand wichtigste Maschinenlieferland. Deutschland ist in fast allen Maschinenbauzweigen Lieferant Nr. 1, darunter
wichtige baden-württembergische Branchen
wie Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge und Antriebstechnik. In 2013 wurden
Maschinen im Wert von 4,3 Mrd. Euro
von Deutschland nach Polen geliefert. Die
Lieferungen konnten in 2013 um knapp 2%
zulegen. Dieser stabile Trend setzte sich im
ersten Halbjahr 2014 fort.
Anmeldeschluss: 16. Januar 2015
Weitere Informationen und Unterlagen:
www.bw-i.de/event/537
22 | Außenwirtschaft aktuell 12/2014
aus Baden-Württemberg in nur drei Tagen
wichtige Fortschritte in der Erschließung des
polnischen Markts für ihre Produkte erzielen.
Anmeldeschluss: 23. Januar 2015
Weitere Informationen und Unterlagen:
www.ihk-exportakademie.de/Polen
Gemeinschaftsstand BadenWürttemberg auf der Intersolar
Europe 2015
Anmeldeschluss: auf Anfrage
Weitere Informationen und Unterlagen:
www.bw-i.de/event/538
(bw-i) Unternehmen aus der Solarenergiebranche bietet der Gemeinschaftsstand
Baden-Württemberg auf der Intersolar Europe
vom 10. bis 12. Juni 2015 in München eine
kostengünstige Möglichkeit, ihre Produkte und
Dienstleistungen einem fachkundigen Publikum
zu präsentieren.
Die Intersolar Europe ist heute das wichtigste
Event für die Photovoltaik, die PV Produktionstechnik und die Solarthermie weltweit! Zur
Intersolar Europe in München 2014 kamen über
42.000 Fachbesucher aus 145 Ländern. 1.082
Aussteller präsentierten ihre Produkte und
Dienstleistungen. Die Veranstaltung verbindet
Entscheidungsträger aus Industrie, Handel,
Handwerk und Dienstleistungsunternehmen
– die ideale Basis für neue Geschäftskontakte
und der Katalysator für die Erschließung neuer
Märkte.
Baden-Württemberg International bietet Ihnen
einen kompletten Full-Service, der u. a. folgende Leistungen enthält:
s+ONZEPTIONELLE0LANUNG/RGANISATIONUND
Durchführung der Messebeteiligung
s3CHLàSSELFERTIGER-ESSESTANDMITVARIABLEN
Standflächen und Präsentationsmöglichkeiten
s!TTRAKTIVE0LATZIERUNGAUFDER-ESSE
s"EWIRTUNGSSERVICEWËHRENDDER-ESSE
s3ERVICESWIE3TANDBEWACHUNGUND3TANDREI
nigung
s0ROFESSIONELLE+OMMUNIKATIONSARBEITUND
attraktives Rahmenprogramm
s6ERMITTLUNGVON+OOPERATIONENMITINTERNA
tionalen Partnern
Impressum
Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar
Geschäftsbereich International L 1, 2
68161 Mannheim
www.rhein-neckar.ihk24.de
Verantwortlicher Redakteur:
Georg Müller
Tel. 0621 1709-228
Fax 0621 1709-229
awa@rhein-neckar.ihk24.de
Erscheinungsweise: monatlich
Redaktionsschluss:
jeweils am 20. des Vormonats
Außenwirtschaft aktuell wird unter anderem
in Zusammenarbeit mit Germany Trade and
Invest-Gesellschaft für Außenwirtschaft und
Standortmarketing mbH erstellt.
Die Informationen werden von uns mit größter
Sorgfalt zusammengetragen, recherchiert und
verarbeitet.
Eine Gewähr für die Richtigkeit kann jedoch
nicht übernommen werden. Dieser Informationsdienst wird den IHK-zugehörigen Unternehmen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft ohne
besondere Bezugsgebühr geliefert.
Kurz vor Schluss
Haje Woo, Stellvertretender
Geschäftsführer der AHK Korea.
Foto: AHK
… Korea – einem Land das kaum unterschiedlicher von Deutschland sein könnte? Wir haben
nachgefragt. Herr Hoje Woo, stellvertretender
Geschäftsführer der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in Seoul, gab
uns einen kleinen Einblick in die Festtags
zeit in Südkorea.
lia
Foto: Foto
Wie feiert man eigentlich Weihnachten
und Silvester in …
Woo: Weihnachten hat in Korea einen nicht so großen
Stellenwert wie in westlichen Ländern. In Deutschland
wird im Kreise der Familie gefeiert, es gibt Geschenke,
einen Gottesdienst und ein traditionelles Weihnachtsessen. In Korea ist dies allerdings anders. Nach amerikanischem Vorbild ist hierzulande der 25. Dezember ein
gesetzlicher und religiöser Feiertag. Christliche Koreaner
gehen am Heiligabend oder dem Weihnachtsfeiertag zum
Gottesdienst. Da in Korea jedoch nur ca. 30% der Einwohner christlichen Glaubens sind, fallen die Gottesdienste
etwas kleiner aus. Für nicht-christliche Koreaner ist Weihnachten ein weiteres kommerzielles Fest, welches fast vollständig auf Konsum ausgelegt ist. Aus allen Geschäften ist
weihnachtliche Musik zu hören, um die Aufmerksamkeit der
Kunden auf sich zu ziehen und zum Kauf anzuregen. Jedoch
sieht man während dieser Zeit sehr viele Paare verträumt
durch die Gassen und Einkaufspassagen schlendern und die
weihnachtliche Atmosphäre genießen. Anstelle von Feiern
mit der gesamten Familie, inklusive Abendessen und Bescherung am Weihnachtsbaum wie in Deutschland üblich, wird
sich mit Freunden zum Abendessen oder einer Party getroffen.
Paare feiern ein Fest der Liebe, welches dem Valentinstag
gleicht bei dem kleine Geschenke gemacht werden und sich
auf ein romantisches Date getroffen wird.
IHK: Gibt es einen Weihnachtsbaum, Geschenke und
Weihnachtsgeschichten?
Woo: Weihnachtsbäume in Wohnzimmern sind eher unüblich in Korea, wenn überhaupt handelt es sich meistens
um künstliche Bäume. Dies liegt an der Wohnsituation der
Koreaner, besonders in Seoul. Die Wohnungen liegen meist
in Hochhäusern, was einen Transport der Bäume ungemein
erschwert, und der Platz ist außerdem sehr begrenzt. Jedoch
sind Kaufhäuser, Straßen und Bäume in der gesamten Stadt
festlich und bunt geschmückt, um eine weihnachtliche Atmosphäre zu erzeugen.
er Falk
Foto: Oliv
IHK: Welche Bedeutung hat Weihnachten in Korea? Und
wie wird es gefeiert?
Woo: Zu Weihnachten werden ganz typisch normale koreanische Gerichte gegessen. In zahlreichen Restaurants können
jedoch typisch westliche Weihnachtsgerichte bestellt werden.
Dies ist vor allem bei der jüngeren, westlicher geprägten Generation sehr beliebt. Außerdem gehört für fast alle Koreaner
ein besonders aufwendig bunt geschmückter Kuchen, welcher
fast ausschließlich aus Sahne besteht, sowie allerlei Gebäck
unbedingt zu Weihnachten dazu.
IHK: Wie wird Silvester gefeiert. Gibt es ein großes Feuerwerk?
Geschenke innerhalb der Familie und Geschichten zu Weihnachten sind nicht die Regel, da die weihnachtliche Tradition
in Korea noch nicht so lange besteht. Stattdessen werden Geschenke nur einer nahestehenden Person, meist dem Partner,
gemacht. Die Kinder bekommen ihre Geschenke vom Nikolaus,
welcher in Korea Santa Harabeoji heißt.
Woo: Silvester, also der 31. Dezember, wird in Korea nur
wenig gefeiert. Es gibt wenn überhaupt kleinere Feuerwerke
an einigen Orten. Wer jedoch ein Silvester wie in Deutschland
erwartet wird enttäuscht. Es gewinnt zwar immer mehr an
Bedeutung, jedoch wird hier traditionell das chinesische
Neujahr, Seollal, gefeiert, welches abhängig vom Mondkalender zwischen den 21. Januar und den 20. Februar fällt
(19. Februar 2015). Dies ist der wichtigste Feiertag der südkoreanischen Kultur. Während dieser Zeit nehmen sich viele
Koreaner mehrere Tage frei um ihre Familien zu besuchen
und gemeinsam feiern. Es werden traditionelle Gewänder
getragen und bestimmte Rituale vollzogen, um z. B. die
Verstorbenen zu ehren, oder den älteren Familienmitgliedern
durch tiefe Verbeugungen Respekt zu zollen.
IHK: Was isst man zu Weihnachten und Neujahr? Gibt es
Kekse, Stollen, Marzipanleckereien?
Die Fragen stellte Oliver Falk,
Leitung Recht International der IHK Rhein-Neckar.
Außenwirtschaft aktuell 12/2014 | 23
Diese und weitere Veranstaltungen sind abrufbar unter:
www.rhein-neckar.ihk24.de/Veranstaltungen-International
IHK-Veranstaltungen
International
Ihre Ansprechpartnerin für IHK-Veranstaltungen:
Andrea Förster Tel. 0621 1709-164, andrea.foerster@rhein-neckar.ihk24.de
NEU: Veranstaltungs-Newsletter
Quelle: Fotolia
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E-Mail einen Überblick über aktuelle IHK-Veranstaltungen. Anmelden geht ganz einfach über die Homepage
der IHK Rhein-Neckar: www.rhein-neckar.ihk24.de/newsletter
LÄNDERVERANSTALTUNGEN
12. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Handeln und Verhandeln in Russland
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
19. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zollabwicklung Russland
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
20. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar/
Warenzertifizierung Russland/Kasachstan/Belarus (Zollunion)
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
5. März 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Wirtschaftstag Indien
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Gabriele Borchard, Tel. 0621 1709-131
SEMINARE ZOLL- UND AUSSENWIRTSCHAFTSRECHT
18. Dezember 2014 (vormittags)
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2014/2015
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
8. Januar 2015 (vormittags + nachmittags)
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2014/2015
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
14. Januar 2015 (vormittags)
Ort: IHK Rhein-Neckar, Heidelberg
Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2014/2015
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
15. Januar 2015 (vormittags + nachmittags)
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mosbach
Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2014/2015
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
20. Januar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Lieferantenerklärung
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
27. Januar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Exportkontrolle und vorbeugende Vertragsgestaltung
Veranstalter: IHK-Exportakademie
Ansprechpartnerin: Carolin Hildinger, Tel. 0711 2005-1443
24. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Warenbegleitpapiere im Export
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
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