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Bad Segeberg, 67. Jahrgang
NR. 12 | Dezember 2014
Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt
Herausgegeben von der Ärztekammer Schleswig-Holstein
mit den Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein
 Gesundheitswirtschaft
Versorgung und
Ökonomie profitieren
Seite 12
 weitere themen in diesem heft
Rendsburger Ärztin klärt Schüler auf Seite 30 Marburger Bund verhandelt
neuen Tarifvertrag Seite 27 Start für Nationale Kohorte in Kiel Seite 28
(Foto: Scharenberg)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Leserinnen und Leser des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes,
mit einer winterlichen Traumlandschaft aus dem Kreis Segeberg wünschen
wir Ihnen gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Geschäftsstelle und allen Einrichtungen der Ärztekammer Schleswig-Holstein
frohe Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2015.
Mit adventlichen Grüßen aus Bad Segeberg
Ihre
Dr. med. Franz-Joseph Bartmann
Präsident
Dr. med. Carsten Leffmann
Ärztlicher Geschäftsführer
2 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Karsten Brandstetter
Kaufmännischer Geschäftsführer
Seite 3
Weihnachten …
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in Norddeutschland und erst recht in Skandinavien ist dieses Fest von alters her mit gutem und reichlichem
Essen verbunden. Jedes Land, jede Region pflegt dabei besondere Traditionen und Rituale. Wie ein Joulukinkku, der Weihnachtsschinken, herzustellen und anzurichten ist, wird in Finnland von einer Müttergeneration an die nächste weitergegeben. Der Weihnachtsschinken fehlt auch auf kaum einem Julbord, dem üppigen
Weihnachtsbuffet in Schweden und Norwegen. Und wer einmal die Gelegenheit hatte, in Dänemark zum „Julefrokost“ eingeladen zu werden, weiß, dass man nach einem derartigen „Weihnachtsfrühstück“ kaum noch in
der Lage ist, anschließend zu arbeiten. Und deshalb wird hierzu vorzugsweise auch am Abend eingeladen –
und zwar in der Zeit vom ersten Advent bis zum Jahresende.
In Deutschland nennt man derartige Events schlicht „Weihnachtsfeiern“, zu denen Chefs und Vorstände ihre
Belegschaften einladen.
Um alle diese Traditionen hat sich mittlerweile eine regelrechte „Weihnachtswirtschaft“ entwickelt, sodass es
kaum verwundert, wenn neuerdings auch die Finanzbehörden auf diese neue Einnahmequelle aufmerksam
geworden sind. Dabei fließt schon seit Langem von September bis Neujahr die Mehrwertsteuer aus dem Verkauf klassischer Weihnachtsprodukte in die Staatskassen. Kaum jemand, der sich nicht bemüßigt fühlt, sein
Unverständnis und Missfallen angesichts von Lebkuchen und Dominosteinen in den Verkaufsregalen bei spätsommerlichen Außentemperaturen zu äußern. Kaufen tun scheinbar nur „die Anderen“, denn selten erreicht
die Ware das Verfallsdatum im Geschäft.
Ähnliches gilt im Übrigen im Hinblick auf die Klagen über die Geschenkeindustrie und die damit einhergehenden Kaufzwänge. Es gehört fast schon zum guten Ton, über den ausufernden Einkaufsstress zu jammern.
Gleichzeitig hat – oder fühlt – fast jeder die eine oder andere Geschenkverpflichtung, sodass bereits vor dem
ersten Advent der Einzelhandel recht zuverlässige Prognosen über den erwarteten Umsatz im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft abgeben kann.
Aber – Hand aufs Herz!
Geht es uns mit der Gesundheitswirtschaft nicht ganz ähnlich?
In Sonntagsreden wird landauf, landab die zunehmende und ausufernde Ökonomisierung der Medizin beklagt. Und in der übrigen Zeit ist jeder der in diesem Umfeld Tätigen auf seine eigene Art und Weise bemüht,
bei der Verteilung des Kuchens nicht zu kurz zu kommen. Und das betrifft weiß Gott nicht nur die Lohn- oder
Honorarerwartung der im klassischen ersten Gesundheitsmarkt Beschäftigten. Es entspricht durchaus der
allgemeinen Lebenserfahrung, dass sich für Produkte mit dem Label „Gesundheit“ oder „Lifestyle“ leicht ein
Mehrfaches des reinen Material- und Herstellungswertes erzielen lässt. Betroffen davon sind durchaus nicht
nur Produkte, die zuvor eine aufwendige und damit auch kostenintensive Prüfung nach dem Medizinprodukte­
gesetz durchlaufen haben.
Und damit schließt sich der Kreis zum bevorstehenden Weihnachtsfest.
Auf dem Gabentisch werden auch in diesem Jahr wieder Elektronik- und Fitnessprodukte ganz obenauf liegen. Beim Joggen mit dem rechten Zeigefinger auf dem linken Handpuls war gestern. Angesagt ist heute
„Healthwear“ und/oder elektronische Sensorik mit Übertragung ans Smartphone und möglicherweise sogar
Online-Vernetzung mit Gleichgesinnten.
Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
… am Puls der Zeit
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Ihr
Dr. med. Franz-Joseph Bartmann
Präsident
Ausgabe 12 | Dezember 2014
3
Inhalt
27
36
52
Gespannt auf die MBTarifverhandlungen:
Dr. Henrik Herrmann.
Kritik an KBV: Schleswig-Holsteins KV-Chefin Dr. Monika Schliffke.
Mit dem RockstrohPreis geehrt: Dr. Constanze Banz-Jansen.
seite 3
Lösungssuche für Schmerzpatienten..................... 26
Gewerkschaft strebt Entlastungen an..................... 27
Nachrichten in kürze
06
Programmheft Akademie im neuen Rhythmus...... 06
Aufklärung über Harninkontinenz........................... 06
Neuer Auftritt der Ärztekammer.............................. 07
Middelburg ist jetzt Lehrkrankenhaus..................... 08
Tag der Allgemeinmedizin in Hamburg................... 08
Ausschreibung: Herbert-Lewin-Preis 2015............. 08
Lübecker Kunstwerke kommen der Uni zugute..... 09
Fortbildung zur Nicht-ärztlichen Praxisassistentin... 10
WKK wird Integratives Versorgungszentrum.......... 11
Titelthema
12
Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein nutzt
der Versorgung und der Ökonomie........................ 12
Schleswig-Holstein
18
Nationale Kohorte startete in Kiel............................ 28
Rendsburger Ärztin klärt in Schulen auf................. 30
Expertenforum zur Pflege von Demenzkranken..... 32
Kammerdelegierte im Portrait................................. 33
Ausstellung zum Lymphknotenregister................... 34
KV-Abgeordnetenversammlung in Bad Segeberg... 36
Initiativen gegen Schlaganfall................................. 38
Fortbildung der AG Frühförderung.......................... 40
Tagung zum Gesundheitsschutz im Alter............... 43
Schnelle Hilfe bei postpartalen Störungen............. 44
Barmer GEK stellt Gesundheitsreport vor.............. 45
Mitteilungen der Akademie 42
Personalia 46
Geburtstage und Verstorbene................................. 46
Kammerversammlung: Politik und Sanierung........ 18
Kinderdiabetes-Lotsin für Schleswig-Holstein....... 47
FKQS: Gesundheitsversorgung der Zukunft.......... 22
Nachruf Prof. Dr. Dr. jur. Reinhard Wille.................. 48
„Das Wunder von Lübeck“: 50 Jahre Universität... 24
Lübecker Wissenschaftspreise verliehen............... 49
4 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Inhalt
„Heute haben wir eine
kleine, aber ausgesprochen feine
Hochschule.“
Ministerpräsident Torsten Albig
zum Jubiläum der Universität
Lübeck
24
Eine Ausstellung in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung in Kiel beschäftigt sich mit
dem Lymphknotenregister.
34
Kieler Kinderkardiologen werden gefördert........... 49
EDMUND-CHRISTIANI-SEMINAR
60
Fortbildungen
63
Nachbarn
64
Motz führt Verein der Medizinrechtsanwälte.......... 50
Prof. Karl-Dietrich Sievert leitet UKSH-Urologie..... 50
Leitender Oberarzt Geriatrie verstorben................. 50
MQW wählte Vorstand.............................................. 51
Wissenschaftspreis für Orthopädie verliehen........ 51
Gynäkologin erhielt Dr. Rockstroh-Preis 2014........ 52
Preise für Kieler Wissenschaftler............................. 52
Ehrensenator: Professor György Kovács................ 53
Wissenschaftspreis für Forscher aus Borstel......... 53
Medizin und Wissenschaft
54
Eppendorfer Dialog: Die Risiken von Dr. Google... 64
Mitteilungen der Ärztekammer
66
Anerkennungen nach Weiterbildungsordnung...... 66
Kassenärztliche Vereinigung
68
Anzeigen
75
Telefonverzeichnis/Impressum
81
Zeitrhythmus und Gesundheit . .............................. 54
Ernährung und Leistungsfähigkeit des Gehirns..... 55
Internationaler Sportkongress in Hamburg............ 56
Augenheilkunde und Pathologie Hand in Hand..... 57
GEsundheits- und Sozialpolitik
(Titelbild: ®Drägerwerk AG & Co. KGaA)
(Fotos: ÄKSH/di/UKSH/Lorenz Oberdoerster)
58
Konzept für ein Anti-AIDS-Projekt in Uganda......... 58
„Personalisierte Medizin“ mit Risiken...................... 61
Report: Pflegebedürftigkeit steigt........................... 62
Ausgabe 12 | Dezember 2014 5
Nachrichten in Kürze
Programmheft der Akademie mit veränderten Versanddaten
Da immer mehr Teilnehmer Informationen zu Fortund Weiterbildungsveranstaltungen der Akademie
der Ärztekammer über digitale Medien abrufen, haben wir uns entschieden, das Programmheft zukünftig zwei Mal jährlich anstatt wie bislang vier Mal
jährlich zu versenden. Die Versanddaten sind im De-
zember (für die Veranstaltungen von Januar bis zur
Jahresmitte) und Anfang Juni (für die Veranstaltungen von Juli bis zum Jahresende). Selbstverständlich ist das aktuelle vollständige Seminarprogramm
jederzeit auf der Homepage unter www.aeksh.de einsehbar. (Akademie)
Harninkontinenz betrifft jede fünfte Frau
Harninkontinenz bedeutet für viele Frauen eine deutliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und des
Selbstwertgefühls sowie der sozialen und beruflichen
Aktivitäten. Anfang 2014 wurde vom Institut für Sozial­
medizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck, der Klinik Preetz und des Universitätsklinikums
Roskilde wie berichtet eine von der EU geförderte
Poster-Kampagne der Uni Lübeck
(Foto: Uni Lübeck)
6 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Studie zum Thema Harninkontinenz durchgeführt
(www.fehmarnbelt-luts.de). Befragt wurden 8.000 repräsentativ ausgewählte Frauen und alle niedergelassenen Hausärzte bzw. Allgemeinmediziner aus
der Fehmarnbelt-Region (Kreis Plön, Kreis Ostholstein, Hansestadt Lübeck und Region Sjælland in Dänemark). Erste Ergebnisse dieser Studie zeigen nun,
dass etwa ein Fünftel aller Frauen über 18 Jahre betroffen sind. Nur rund 30 Prozent von ihnen reden
aber mit einem Arzt darüber. Einer der Gründe: Viele
Frauen denken, dass es sich bei der Harninkontinenz
nicht um ein medizinisches Problem handelt und man
nichts gegen das Problem unternehmen kann.
Die Befragung der Ärzte hat ergeben, dass nur etwa
die Hälfte von ihnen Patientinnen routinemäßig nach
Problemen mit Harninkontinenz befragt. Fast 90 Prozent der Ärzte gaben an, dass sie einen besonderen
Anlass brauchen, um dieses Thema anzusprechen.
Der wichtigste Grund: Sie vermuten, dass es den
Frauen unangenehm ist. Viele Frauen hingegen würden es laut Befragung als hilfreich empfinden, wenn
sie vom Arzt zum Thema Harninkontinenz gefragt
würden. Sie gaben an, das Thema aus Schamgefühl
nicht von sich aus anzusprechen. Begrüßen würden
sie auch andere Wege der Ansprache, etwa das Auslegen von Informationsmaterial.
Die Initiatoren wollen betroffene Frauen ermuntern,
das Tabu zu brechen und mit ihrem Arzt über ihre
Harninkontinenz zu sprechen. Dafür erhalten alle
Hausärzte in der Fehmarnbelt-Region ein Poster, das
in der Praxis aufgehängt werden kann. Das Poster
weist auf das Thema Harninkontinenz hin und macht
deutlich, dass der Hausarzt als geeigneter Ansprechpartner zur Verfügung steht. Auch Informationsblätter
für den Sanitärbereich werden verschickt. (PM/Red)
Nachrichten in Kürze
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein präsentiert sich
in neuem Gewand. Die Delegierten der SchleswigHolsteinischen Kammerversammlung konnten sich
als erste einen Eindruck vom neuen Erscheinungsbild verschaffen. Und auch wer seit Ende vergangenen Monats die Internetadresse www.aeksh.de
angeklickt hat, der hat die neuen Farben und Formen
bereits wahrgenommen.
Das neue Logo der Kammer präsentiert sich in den
Landesfarben. Es nimmt die Farbtöne auf, die sich
auch das Land Schleswig-Holstein im vergangenen
Jahr neu ins Landes-Logo gesetzt hat. Wer genau
hingeschaut hat, dem ist aufgefallen, dass das traditionelle Rot und Blau der Landesfarben dabei deutlich
wärmer und freundlicher erscheint als zuvor.
Wenn die Ärztekammer ihr jahrzehntelang genutztes
Gelb/Grau über Bord wirft, dann signalisiert sie damit auch die große Verbundenheit der Ärzteschaft im
Norden mit ihrem Bundesland, ähnlich wie es andere
Institutionen und Einrichtungen sehr bewusst tun.
In die Archive wandert auch die alte „Bildergeschichte“, die sich auf dem sehr komplexen, kaum
flexibel für Druckwerke oder im Internet einsetzbaren
„Firmenzeichen“ der Kammer zeigte: Die Schlange,
die sich um den Äskulapstab windet – vor der Silhouette des Landes Schleswig-Holstein. An ihre Stelle
tritt ein „echtes“ Logo, das als alleinstehende Form
dem Betrachter sofort ins Auge fallen und einen hohen Wiedererkennungswert erzielen soll.
Das neue Logo in den Landesfarben erschließt sich
als stilisierte Äskulap-Schlange. Ihre geometrischen
Form-Bestandteile, die Dreiecke, lassen sich auch in
anderen Zusammenhängen des Corporate Designs,
also der visuellen Gesamtdarstellung der Ärztekammer, gut verwenden. So tauchen sie beispielsweise
als Aufzählungszeichen in Dokumenten oder Präsentationen wieder auf. Und auch wenn der ein oder andere die Schlange erst auf den zweiten Blick erkennt,
so erweist sich das Signet selbst doch auf Anhieb als
prägnant.
Mit ihrem neuen, modernen Erscheinungsbild symbolisiert die Kammer auch den vielfältigen Wandel, der
in den vergangenen Jahren in Struktur und Arbeitsweise der Körperschaft Einzug gehalten hat. Und so
wird sich ab dem kommenden Jahr selbstverständlich auch das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt im
neuen Kamm e r- O u t f i t
präsentieren.
Statt auf die
„gelbe Gefahr“
können sich die
Leser künftig auf eine
„rot-blaue
Botschaf t“
freuen.
Wolfram
Scharenberg
Ausgabe 12 | Dezember 2014 7
Nachrichten in Kürze
Middelburg ist jetzt akademisches Lehrkrankenhaus
Das DRK-Krankenhaus Middelburg ist zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Lübecker Universität
ernannt worden. Das Kieler Gesundheitsministerium
sieht darin „die Konsequenz einer jahrelangen Zusammenarbeit mit der Universität“. Bei einem Festakt anlässlich der Ernennung und des 15-jährigen
Bestehens der Geriatrie-Abteilung in Middelburg hob
Staatssekretärin Anette Langner den direkten Austausch zwischen Klinik und Institutionen der Universität hervor. Hierdurch erhalte das Haus wichtige
Impulse für seine weitere Entwicklung und die Vernetzung in der Region. „Für Medizinstudierende
erweitern sich durch die Anerkennung die Wahlmöglichkeiten, auch außerhalb der Universität zu lernen
und zu arbeiten und in Famulaturen den Klinikalltag
kennenzulernen“, sagte Langner. Das Krankenhaus
in Ostholstein wurde 1957 gegründet und unterhält
laut Homepage des Hauses derzeit 126 stationäre
Betten und 18 Plätze in einer geriatrischen Tagesklinik. (PM/Red)
Tag der Allgemeinmedizin
Über 330 Teilnehmer kamen zum diesjährigen Tag
der Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf. Institutsdirektor Prof. Martin Scherer (früher Lübeck) konnte viele Weiterbildungsassistenten, aber auch „fertige“ Fachärzte
begrüßen. Die große Mehrheit der Teilnehmer kam
aus dem Norden. Zum vielfältigen Fortbildungsan-
gebot zählte u. a. die interaktive Diagnosefindung
mit TED. Viele Übungen wie Reanimationstraining
oder Delegieren von Leistungen wurden von ganzen
Praxisteams mit den Medizinischen Fachangestellten gemeinsam absolviert. Der nächste, dann fünfte
Hamburger Tag der Allgemeinmedizin soll am 7. November 2015 stattfinden. (hk)
Ausschreibung: Herbert-Lewin-Preis 2015
Das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung schreiben zum fünften Mal einen Preis für
wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der
Zeit des Nationalsozialismus“ aus. Mit dem HerbertLewin-Preis werden Arbeiten ausgezeichnet, die sich
mit der Rolle der Ärzteschaft während der Zeit des
Nationalsozialismus auseinandersetzen. Die Bundeszahnärztekammer wird zukünftig ebenfalls die
Auslobung des Preises unterstützen. Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann sich
mit je einer Arbeit bewerben. Die Arbeiten müssen
in deutscher Sprache verfasst sein. Sie können in
Papierform (sechsfache Ausfertigung) oder in elek­
tronischer Form abgegeben werden. Es werden nur
Arbeiten berücksichtigt, die ab dem 1. Januar 2010
8 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
erstellt oder veröffentlicht wurden. Bereits bei vorangegangenen Ausschreibungen dieses Preises eingereichte Arbeiten können nicht erneut berücksichtigt
werden. Alle abgegebenen Unterlagen und Arbeiten
verbleiben bei der Bundesärztekammer und werden
nicht zurückgegeben.
Bewerbungsanschrift: Bundesärztekammer Hauptgeschäftsführung Elke Böthin M.A., Herbert-LewinPlatz 1, 10623 Berlin, elke.boethin@baek.de. Die
Arbeiten müssen bis zum 18. Juni 2015 bei der Bundesärztekammer eingegangen sein. Die Bewertung
der eingereichten Arbeiten und die Ermittlung der
Preisträger werden von einer unabhängigen Jury vorgenommen. Der Preis ist mit insgesamt 12.500 Euro,
die auf mehrere Arbeiten aufgeteilt werden können,
dotiert. Alle Teilnehmer erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht. (PM/Red)
Nachrichten in Kürze
Lübecker Kunstwerke kommen der Uni zugute
2009
2010
Der Künstler Falko Behrendt hat eine vierteilige Edition mit Stadtansichten von Lübeck geschaffen.
Die nummerierten und handsignierten Kunstdrucke in limitierter Auflage wurden von aquarellierten
Farbzeichnungen abgenommen, die Behrendt auf
Zeitungsseiten angelegt hat. Finanziert von der Gemeinnützigen Stiftung Dr. Gerhard Guth und Dr. Manuela Guth in Hamburg, wurden diese Blätter von
2009 bis 2014 den Absolventen der Universität zu Lübeck als Abschiedsgeschenk überreicht – die noch
verfügbaren Exemplare können nun von Ärzten erstanden werden.
Die Zeichnung für die Absolventen entstand auf einer
Hochschulseite der Lübecker Nachrichten. Zeichnen
auf außergewöhnlichen Papieren (alten Handschriften, Rechnungen, Kassenbüchern, Dokumenten, Zeitungsseiten) gehört zu den Spezialitäten Behrendts.
Logo und Datum überschreiben die Hochschulseite
der Lübecker Nachrichten, auf der sich die Hanseund Universitätsstadt entfaltet. Die „offenbart in der
Farbzeichnung ihre Pracht mit allen ihren Reizen. Dominierend die Kirchtürme als Wahrzeichen Lübecks,
ergänzt um Holstentor, Heiligen-Geist-Hospital, Rathaus und Burgtor, umgeben von einem Geflecht aus
Gassen, Straßen, Plätzen und Bürgerhäusern, am
rechten Rand und Fuß des Blattes aufgefangen durch
Typiken des alten Stadthafens. Umrahmt wird das
dichte Lübeck-Panorama durch kraftvolle, tiefblau
aquarellierte Flächen; ein Synonym für die Gewässer rund um die Altstadt? Oder ein Fingerzeig auf die
(viel zu seltenen) blauen Stunden, auf studentisches
Blaumachen? Ganz sicher jedoch eine Offerte an die
Absolventen, in die blauen Freiflächen die schönsten
2011
2012 (Fotos: Universität
Lübeck)
Erinnerungen an ihre lübsche Bildungszeit zu implantieren“, lautet eine von der Uni verschickte Interpretation der Werke.
Die Bilder hängen inzwischen in vielen Wohnungen
ehemaliger Studierender und halten damit die Verbindung zur Universität und zur Hansestadt lebendig.
Nachdem die Aktion so gut aufgenommen wurde und
die Lübecker Universität 2015 ein neues Kunstprojekt
startet, eröffnet sie jetzt ausgewählten Gruppen die
Möglichkeit, die noch verfügbaren Stadtansichten
des Künstlers zu erwerben. Die Käufer würden damit auch die Universität unterstützen – die gesamten
Einnahmen fließen neuen Projekten zu, die das Ziel
haben, den vorwiegend medizinisch orientierten Studenten auch künstlerische Bereiche zu erschließen.
Mit dem Besitz der Bilder werden die Käufer zu einem
Teil des Freundesnetzwerks der Universität.
Falko Behrendt wurde 1951 in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) geboren, studierte an der HfBK
Dresden und ist seit 1975 als freischaffender Künstler tätig. Er gehörte bis zur Wende zu den talentiertesten Zeichnern und Grafikern im Norden der DDR
und ist, seit 1991 in Lübeck lebend und tätig, heute
einer der produktivsten und vielfältigsten Künstler in
Norddeutschland – mit weit über die Landesgrenzen
reichendem Renommee. Die Blätter (33 x 50 cm) können einzeln (90 Euro) oder als Vierer-Ensemble (300
Euro) bestellt werden (inklusive Spendenbescheinigung) bei:
Institut für Anatomie, Angelika Ricker
ricker@anat.uni-luebeck.de
Telefon 0451 500 4031, Fax 0451 500 4034
(PM/Red)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 9
Nachrichten in Kürze
Fortbildung zur Nicht-ärztlichen Praxisassistentin
Die Nicht-ärztliche Praxisassistentin (NÄP) erwirbt
Kompetenzen, um delegationsfähige Leistungen in
der ambulanten Praxis zu übernehmen. Sie entlastet
dadurch den Arzt und hilft die qualitativ hochwertige
ambulante Versorgung im Zeichen des demografischen Wandels zu sichern.
Ab Januar 2015 wird der Einsatz von Nicht-ärztlichen
Praxisassistenten in Hausarztpraxen bundesweit gefördert. Da in vielen Hausarztpraxen Mitarbeiter für
diese Aufgaben erst noch ausgebildet werden müssen, haben Kassenärztliche Bundesvereinigung und
Krankenkassen eine Übergangsregelung vereinbart. Danach können Ärzte die neuen Leistungen bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum
Nicht-ärztlichen Praxisassistenten abrechnen. Die
Weiterbildung muss bis 30. Juni 2016 abgeschlossen sein.
Das Edmund-Christiani-Seminar bietet als Berufsbildungsstätte der Ärztekammer Schleswig-Holstein
diese Weiterbildung an.
Zu den Inhalten und zur Stundenverteilung: Die theoretische Fortbildung (200 Unterrichtsstunden)
vermittelt Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns/Berufsbild, medizinische Kompetenz, Kommunikation und Dokumentation. Das
Notfallmanagement (Fachzertifikat Notfallmanagement/Teil 1) umfasst 20 Unterrichtsstunden, die
praktische Fortbildung (Hausbesuche) 50 Unterrichtsstunden. Jeder Hausbesuch ist zu dokumentieren und wird mit 30 Minuten angerechnet, davon
vier mit jeweils einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung. Diese werden mit sechs
Stunden auf die praktische Fortbildung angerechnet.
Der Stundenumfang richtet sich nach der Dauer der
bisherigen Berufstätigkeit. Wer unter fünf Jahren Berufserfahrung aufweist, muss die oben genannte
Stundenzahl absolvieren. Wer zwischen fünf und
zehn Jahren Berufserfahrung aufweist, absolviert 170
Stunden theoretische Fortbildung, 20 Stunden Notfallmanagement und 30 Stunden Hausbesuche. Bei
mehr als zehn Jahren Berufserfahrung reduziert sich
die erforderliche Stundenzahl an theoretischer Fortbildung auf 150 und die Stundenzahl für Hausbesuche auf 20 Stunden.
Bei Nachweis über einen qualifizierten Abschluss
nach dem Krankenpflegegesetz und mindestens vier
Jahren Tätigkeit in diesem Beruf innerhalb der letz10 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
ten zehn Jahre reduziert sich die theoretische Fortbildung auf 80 Stunden.
Zu den Teilnahmevoraussetzungen: Erforderlich sind
ein Berufsabschluss als Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin oder nach dem Krankenpflegegesetz und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung
in einer hausärztlichen Praxis.
Die Seminargebühr beträgt bei weniger als fünf Jahren Berufserfahrung (zusammen 220 Unterrichtsstunden) 1.760 Euro, bei einer Berufserfahrung zwischen
fünf und zehn Jahren (insgesamt 190 Unterrichtsstunden) 1.520 Euro und bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung (170 Unterrichtsstunden) 1.360 Euro.
Die Gebühren gelten für die Buchung des kompletten
Seminars. Die Gebühren der Einzelseminare entnehmen Sie bitte der Seminarbeschreibung auf unserer
Homepage.
Für Teilnehmer des Modellprojektes HELVER sind
folgende Seminare anrechenbar: Modernes Wundmanagement (zehn Stunden), Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen
(24 Stunden), Professionell kommunizieren (16 Stunden).
Auf die Seminargebühr werden 400 Euro Ermäßigung
angerechnet.
Die Fortbildung ist in einem Zeitraum von fünf Jahren zu absolvieren und ist an eine schriftliche Prüfung gekoppelt. Die praktische Prüfung umfasst
vier Falldokumentationen und Kurzbeschreibungen
der Hausbesuche. Die Prüfungsgebühren betragen
150 Euro.
Das Fortbildungsangebot ist als Modulkonzept flexibel aufgebaut, ein Einstieg jederzeit und mit frei wählbaren Seminaren möglich. Anrechenbare Seminare
sind mit der Abkürzung NÄP gekennzeichnet. Weitere Seminare und Termine sind in Planung und werden in Kürze veröffentlicht.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.aeksh.de
Ansprechpartnerin:
Gabriele Steens,
Telefon 04551 8813 292,
gabriele.steens@aeksh.de
Nachrichten in Kürze
WKK wird Integratives Versorgungszentrum
Weniger Betten, mehr Kooperation: So soll das WKK Brunsbüttel sich entwickeln.
Das neue Konzept für das Westküstenklinikum (WKK)
Brunsbüttel steht. Bis 2018 soll das Krankenhaus in
ein Integriertes Versorgungszentrum (IVZ) umgebaut
werden, das schrittweise mehr ambulante und weniger stationäre Angebote vorhält. Die Zahl der Betten
soll um rund ein Drittel reduziert werden. Neben den
schon im Haus praktizierenden Fachärzten werden
weitere Kooperationen und Leistungen angestrebt.
Dabei können Patienten ambulant und stationär vom
gleichen Arzt behandelt werden.
Auf dieses Konzept haben sich nach zähem Ringen das WKK, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung und das Kieler Gesundheitsministerium
geeinigt und eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Hintergrund ist ein defizitärer stationärer
Betrieb, der aber für die Region versorgungsrelevant
ist. Das WKK stand deshalb kurz vor einer gerichtlichen Durchsetzung eines Sicherstellungszuschlags,
den bislang in Deutschland kein anderes Krankenhaus auf dem Festland erhält.
Nun sprechen die Beteiligten von einem „beispielhaften Projekt“. Ziel ist es, das Krankenhaus langfristig zu sichern und dabei die Sektoren besser zu
verknüpfen. Entstehen sollen unter finanzieller Beteiligung des Landes eine neue Notaufnahme und
eine Intermediate Care Station. Außerdem sind zwei
(Foto: WKK Brunsbüttel)
neue Bettenstationen geplant, die einen effektiveren
Einsatz des Pflegepersonals ermöglichen. Schwere
und komplizierte Fälle sollen im Schwesterhaus WKK
Heide behandelt werden. Die weitere Entwicklung soll
nach Angaben der KV Schleswig-Holstein unter der
Beteiligung der Körperschaft und mit enger Einbindung der niedergelassenen Ärzte vor Ort abgestimmt
werden. „Das WKK hat deutlich gemacht, dass es um
gute Versorgung der Patienten in der Region geht
und dass alle Kooperationsformen mit Niedergelassenen denkbar sind, von der Verlegung der Praxis an
das Krankenhaus über honorarärztliche Tätigkeit bis
zur Teilanstellung oder allein auf der Ebene der gemeinsamen und abgestimmten Behandlung“, sagte
die KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke.
Die beiden Westküstenkliniken sind in Trägerschaft
des Kreises Dithmarschen und versorgen jährlich
31.000 Patienten stationär, 50.000 ambulant und
45.000 in ihren MVZ. Im Gegensatz zum deutlich größeren und modernen Haus in Heide arbeitet Brunsbüttel defizitär. Die Krankenkassen hatten sich wie
berichtet gegen einen Sicherstellungszuschlag für
Brunsbüttel gestemmt, weil das WKK insgesamt wirtschaftlich arbeitet. Der Zuschlag ist mit Realisierung
des neuen Konzeptes vom Tisch.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 11
TITELTHEMA
Gesundheitswirtschaft
Wichtigster Arbeitgeber mit
Chance auf solides Wachstum
Gesundheitswirtschaft ist die aus ökonomischer Sicht wichtigste Branche im
Land. Doch die Akteure selbst begreifen sich nicht alle als Teil dieser Branche.
Dass Jörg Brennwald einmal die Hälfte seines Umsatzes als Industrie-Designer mit einem Geschäftspartner aus dem Gesundheitswesen erwirtschaften
würde, war beim Start in die Selbstständigkeit nicht
absehbar. Seit mittlerweile fast 20 Jahren ist der in
Halle an der Saale ausgebildete Industrie-Designer
in Kiel mit einem eigenen Büro tätig. Er verbessert,
verfeinert und verschönert viele Produkte aus völlig
unterschiedlichen Bereichen. Die Gesundheitswirtschaft ist aufgrund seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem auch in Kiel ansässigen Unternehmen
Stryker im Lauf der Jahre aber immer wichtiger geworden.
Brennwald beschäftigt sich zum Beispiel mit der
Frage, welche Griffform Instrumente von Chirurgen
haben sollten, damit sie optimal in der Hand liegen.
Er stimmt mit dem Unternehmen ab, wie die Instrumentenkoffer, die im Operationssaal für einen Eingriff aus dem Schrank gezogen werden, aufgeteilt
sein sollten und wie viele Löcher an welcher Stelle
der Behälter angebracht sein müssen, damit sie
beim Spülen sauber werden. Und er erstellt Broschüren und Programme, mit denen im Laufe der
vergangenen Jahre schon zahlreiche Mediziner auf
Fortbildungen die Handhabung der Instrumente in
Bild und Wort erklärt bekommen haben.
Brennwald ist ein Beispiel dafür, dass viele unterschiedliche Branchen und Dienstleistungen dem Gesundheitswesen zuarbeiten und damit zu besseren
Arbeitsergebnissen beitragen. Menschen wie Brennwald, die als Freiberufler oder in kleinen Firmen im
oder mit Partnern aus dem Gesundheitswesen arbeiten, sorgen mit für die positive Entwicklung, die
die Gesundheitswirtschaft in den vergangenen Jahren genommen hat. Die positiven Schlagzeilen über
die Gesundheitswirtschaft haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen – über eine Branche
wohlgemerkt, deren wirtschaftliche Bedeutung bis
12 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
vor einigen Jahren von der Politik und Bevölkerung
kaum wahrgenommen wurde und die viele Menschen, die in der Versorgung tätig sind, auch heute
noch am liebsten gar nicht unter dem ökonomischen
Blickwinkel betrachten möchten.
Unbestritten ist die wirtschaftliche Bedeutung der
Branche. Laut Studie einer Unternehmensberatung
investiert weltweit nur noch die Datenverarbeitungsund Elektroindustrie so viel Geld in Forschung und
Entwicklung wie die Gesundheitswirtschaft. Laut
Bundesgesundheitsministerium exportierten Unternehmen der deutschen Gesundheitswirtschaft
im vergangenen Jahr Güter im Wert von insgesamt
89,4 Milliarden Euro und erwirtschafteten damit einen Außenhandelsüberschuss in Höhe von 19,2 Milliarden Euro. Die deutsche Medizintechnikbranche,
in der immerhin 1.200 Hersteller Produkte anbieten,
erwartet für dieses Jahr einen Rekordumsatz in Höhe
von mehr als 25 Milliarden Euro. Allein der Markt für
die Gesundheitsvorsorge, berichtet ein Internetportal,
soll bis zum Jahr 2020 auf ein Volumen von angeblich
500 Milliarden Euro anwachsen. Als Begründung für
die guten Prognosen wird immer wieder der demografische Wandel angeführt. Mit zunehmendem Alter
werden die Deutschen angeblich immer eher bereit
sein, für Produkte und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich Geld zu bezahlen, wenn die Krankenkassen die Leistungen nicht übernehmen.
Grund genug, sich die Gesundheitswirtschaft in
Schleswig-Holstein näher anzuschauen. Bei der
Landesregierung ist das Thema nach dem Wechsel
aus dem Gesundheitsministerium bei Wirtschaftsminister Reinhard Meyer angesiedelt – ein klares Indiz dafür, dass die Regierung Gesundheit eben nicht
ausschließlich unter Versorgungsgesichtspunkten
und unter dem Blickwinkel der Kostenträger betrachtet. Meyers Büroleiterin Randy Lehmann hat
sich auch schon in ihrer Zeit im Gesundheitsministe-
TITELTHEMA
„Versorgung immer im Blick“
Die Gesundheitswirtschaft wird in ihrer Bedeutung
kaum wahrgenommen. Woran liegt das?
Meyer: Zum Teil daran, dass Gesundheitswirtschaft
nicht einheitlich definiert wird. Für die Landesregierung umfasst Gesundheitswirtschaft alle Berufe und
Sparten, die mit dem Gesundheitswesen zu tun haben – den Orthopädieschuhmacher ebenso wie den
Professor an der Uniklinik, die Pflegekraft ebenso
wie den Designer aus der Medizintechnik – und dann
kommt auch noch der Anbieter von gesundheitstouristischen Angeboten dazu. Sie alle müssen auch
selbst erst einmal erkennen und realisieren, dass
sie Teil einer Branche sind. Das ist ein dickes Brett,
an dem wir mit dem Kongress Vernetzte Gesundheit weiter bohren wollen. Außerdem haben wir eine
neue Studie zur Gesundheitswirtschaft in Schles- Wirtschaftsminister Reinhard Meyer
(Foto: © Dieter Schneider)
wig-Holstein in Auftrag gegeben, die neben aktuellen Beschäftigungszahlen auch Grundlage sein wird
für eine Strategie, die wir zusammen mit den Akteuren erarbeiten wollen.
In welchen Segmenten ist die Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein besonders stark?
Meyer: Die Stärken Schleswig-Holsteins liegen vor allem in der Medizintechnik, bei den Life Sciences und im
Reha- und Gesundheitstourismus. Die Medizintechnik ist neben ihrer wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Bedeutung starker Impulsgeber für Forschung und Entwicklung, insbesondere in den Bereichen
Orthopädie, Implantate, bildgebende Verfahren und minimalinvasive Techniken. Viele der Unternehmen haben sich im Verein Life Science Nord zusammengeschlossen. Schleswig-Holstein ist außerdem das zweitstärkste Rehabilitationsland in Deutschland. Wir müssen etwas dafür tun, dass es so bleibt – und ich denke
da insbesondere an stärkere Kooperation mit der Tourismuswirtschaft. Natürlich nur da, wo die Indikationen
es zulassen.
Und welches Potenzial müssen wir noch heben?
Meyer: Das Potenzial der Gemeinsamkeit und damit der gemeinsamen Schlagkraft bei der Bewältigung der
künftigen Herausforderungen, vor denen die Gesundheitswirtschaft in Gänze steht: Für den Ausbau und die
Stärkung der Attraktivität des Standorts Schleswig-Holstein, für die Gewinnung von Fachkräften und die Vermeidung von Reibungsverlusten an den Schnittstellen und die Förderung des Technologietransfers.
Was kann die Landesregierung und speziell Ihr Ministerium tun, um die Gesundheitswirtschaft zu stärken?
Meyer: Das Wichtigste ist, die Akteure davon zu überzeugen, vernetzt zu arbeiten. Dafür haben wir mit dem
Kongress Vernetzte Gesundheit eine Plattform geschaffen. Dort kann man sich untereinander austauschen,
aber auch über den Tellerrand unseres Landes hinwegschauen und diskutieren. Unternehmen, Kliniken und
gute Beispiele aus Schleswig-Holstein finden so auch den Weg in andere Länder, auf andere Kongresse und
werben für sich und den Standort Schleswig-Holstein. Im ersten Quartal 2015 werden wir die maßgeblichen
Akteure im Land dazu einladen, mit uns gemeinsam eine Strategie für die Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein zu erarbeiten, auf Grundlage der aktuellen Zahlen, die bis dahin bekannt sind.
Führt der Fokus auf die wirtschaftlichen Potenziale dieser Branche dazu, dass in der Versorgung Einschnitte
vorgenommen werden?
Meyer: Nein. Denn auch, wenn der Fokus bisweilen auf die wirtschaftlichen Potenziale der Branche gelegt
wird, ist die Versorgung dabei immer im Blick. Medizintechnik, Pharma, Orthopädiehandwerk, Forschung
und Entwicklung, Reha und Gesundheitstourismus haben alle am Ende des Tages damit zu tun, die Menschen gesund zu machen oder nicht krank werden zu lassen. (di)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 13
TITELTHEMA

Kongress Vernetzte Gesundheit
Dienstag, 13. Januar 2015
17:30-17:45: Kongresseröffnung
17:45-19:15: Podiumsdiskussion:
Gesundheitswirtschaft – Omnipotente Boombranche sucht Marke (mit Reinhard Meyer,
Matthias Bauche, Prof. Klaus-Dirk Henke, Dr.
Bernd Robioneck, Dr. Gregor Strauch, Herbert
Weisbrod-Frey)
19:15-21:30: Abendempfang
Mittwoch, 14. Januar 2015
9:00-10:30: Podiumsdiskussion:
Von Krippenplatz und Infrastruktur – Fachkräfte
finden und binden (mit Christian de la Chaux,
Dr. Birgit Daglinger, Prof. Matthias R. Lemke,
Dr. Marina Martini, Bernd Meurer, Dr. Frank
Nägele, Prof. Jens Scholz)
11:00-12:30: Vom Umgang mit Gläsern – halb
voll oder halb leer? Alkoholprävention/Wege
aus der Sucht und zurück ins Arbeitsleben (Vorträge von Prof. Reiner Hanewinkel, Thomas
Wortmann, Dr. Nina Sonntag, Don Shenker)
Entdeckte Möglichkeiten nutzen – von Internetmedizin, Life Science und dem Transfer it
all (Vorträge von Sebastian Vorberg, Nicolas
Schulwitz, Ralf Duckert, Dr. Hinrich Habeck,
Thomas Leitner)
Gesundheitstourismus – Markt ohne Nachfrage oder Semantik für Eingeweihte? (Vorträge
von Dr. Mathias Feige, Prof. Peter Jochimsen,
Thomas Bublitz, Dirk Nicolaisen, Max Triphaus)
14:00-15:30: BGM für KMU´s. Richtig investiert
ins Arbeitsleben (mit Prof. Josef Hilbert, Klaus
Leuchter, Volker Hippler, Thomas Holm)
Medical Design – Neue Knochenjobs und
schöne Hüftnägel haben was gemeinsam
(mit Prof. Florian Krug, Jörg Brennwald, Helge
Giersch, Günter Michl)
Von der Qualität im Großen und Ganzen. Zusatznutzen für kleine und große Patienten (mit JörnDieter Korsch, Dr. Johann Brunkhorst, Christoph
Kranich, Dr. Thomas Schang)
15:30-16:15: Abschlussplenum
Ort: Kiel, Halle 400
Informationen: www.vernetzte-gesundheit.de
14 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
rium um die Gesundheitswirtschaft gekümmert und
ist in der Branche bestens vernetzt. Lehmann organisiert den Kieler Kongress Vernetzte Gesundheit, der
Akteure aus der Branche zusammenbringt, ein Kongress, der sich unter den zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen zu diesem Thema seinen Platz
erst erkämpfen musste und sich als „Early Bird“ mit
dem Termin im Januar (Programm siehe links) etabliert hat. Ein Grund, diesen Kongress zu veranstalten: Gesundheitswirtschaft ist ein Querschnittsfach,
das viele Bereiche berührt, die ohne solche Veranstaltungen kaum miteinander ins Gespräch kommen
würden. Inzwischen ist der Kongress, der anfangs
heftiger Kritik ausgesetzt war, etabliert. „Wir organisieren den Kongress nicht zum Selbstzweck,
sondern für die Branche Gesundheitswirtschaft im
eigenen Land und darüber hinaus. Die Rückmeldungen aus der Branche und die Teilnehmerzahlen sprechen eine deutliche, positive Sprache. Solange das
so ist, liegen wir mit dem Kongress und der Themenauswahl richtig und solange wird es ihn auch geben“, sagt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister
Reinhard Meyer.
Immer wieder sind es die Zahlen, die im Zusammenhang mit der Gesundheitswirtschaft genannt werden, die imponieren. Allerdings taugen sie meist
nicht zum länderübergreifenden Vergleich. Meist
erst mit einiger Verzögerung präsentiert, weiß man
nie, welche Bereiche denn nun in die jeweils genannten Statistiken eingeflossen sind. Zählt man zum Beispiel Wellness zur Gesundheit oder zum Tourismus?
Bei solchen Abgrenzungen können Definitionen
helfen. Nur: Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum Thema „Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein“ von 2011
berichtet: „Für die Abgrenzung des Gesundheitswesens existiert keine Definition“ – immerhin für die
Branche, die das IAB als „Leit- und Zukunftsbranche
für den Arbeitsmarkt“ bezeichnet.
Das Bundesgesundheitsministerium setzt die Gesundheitswirtschaft aus einem „Kernbereich“ der
klassischen Gesundheitsversorgung („erster Gesundheitsmarkt“, also von GKV und PKV finanziert)
und dem „zweiten Gesundheitsmarkt“ (alle privat finanzierten Produkte und Dienstleistungen rund um
die Gesundheit) zusammen. Dazu gehören neben
frei verkäuflichen Arzneimitteln und individuellen
Gesundheitsleistungen auch Fitness und Wellness,
Gesundheitstourismus sowie Teilbereiche der Er-
TITELTHEMA
nährung, des Wohnens
und von Sport und Freizeit.
Eine gute Übersicht über
die Struktur der Gesundheitswirtschaft
liefert
auch das Zwiebelmodell des Instituts für Arbeit und Technik (IAT) in
Industrie-Designer
Gelsenkirchen, das auch
Jörg Brennwald aus
schon viele Impulse für
Kiel macht 50 Proden Kieler Kongress und
zent seines Umsatzes mit einem
die
GesundheitswirtKunden aus der Geschaft im Norden geliesundheitswirtschaft.
fert hat. Nach diesem
(Foto: di)
Modell liegen die ambulante und die stationäre
Versorgung im Kern, im ersten Ring um diesen Kern
arbeiten Apotheken, Kur- und Badewesen, Selbsthilfe und Verwaltung. Im zweiten Ring führt das IAT
Gesundheitshandwerk, Beratung, Pharmazeutische
Industrie, Handel mit Gesundheitsprodukten, Biotechnologie und Medizintechnik auf. Im äußeren
Ring kommen dann noch Sport- und Freizeit, Wellness, Betreutes Wohnen, gesunde Ernährung und
Gesundheitstourismus dazu. Diese Struktur hat
sich zumindest auf den meisten Kongressen soweit
durchgesetzt, dass in aller Regel Vertreter aus allen
gennannten Ringen auf diesen Veranstaltungen vertreten sind.
Die Struktur macht auch deutlich, dass die Gesundheitswirtschaft sowohl von kleinen Freiberuflern wie
Brennwald als auch von großen Unternehmen getragen wird. Laut HSH Nordbank kommen fünf der zehn
größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein inzwischen aus dem Gesundheitswesen. Auch unter den
weiteren 50 wichtigsten Arbeitgebern im Land kommen zahlreiche aus dem Gesundheitswesen. Auf
Platz eins der beschäftigungsstärksten Unternehmen im Land wird das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein geführt (12.440 Beschäftigte 2013), auf
Platz vier mit dem Drägerwerk (4.956) in Lübeck ein
Medizintechnikhersteller, auf Platz sieben das Westküstenklinikum (2.352) in Heide und Brunsbüttel und
auf den folgenden Plätzen die Regio Klinik (2.300)
mit den Standorten Pinneberg, Elmshorn und Wedel
und die imland GmbH (2.265) mit den Standorten
Rendsburg und Eckernförde. Krankenhäuser, Medizintechnikunternehmen und Arzneimittelherstel-
ler sind auch in der weiteren Auflistung der Bank zu
finden. Die Unternehmen sorgen für Beschäftigung,
die oftmals krisenunabhängiger ist als in vielen anderen Branchen. Das haben längst auch Unternehmen erkannt, die Dienstleistungen für alle möglichen
Branchen anbieten. So haben zum Beispiel Kreditinstitute inzwischen oftmals spezielle Healthcare-Bereiche – ein sicheres Zeichen, dass mit Expertise
und Erfahrung in diesem Bereich überdurchschnittlich viel Geld zu verdienen ist. Das Branchen-Knowhow zahlt sich aus. Insider berichten von geringen
Ausfallrisiken und stabilem Wachstum. Auch wenn
der Medizinklima-Index in halbjährlicher Konstanz
eine düstere Stimmung unter Ärzten erhebt – die Investitionsfreude von Praxisinhabern und anderen
Akteuren im Gesundheitswesen ist groß und die Kreditinstitute profitieren davon.
Aber auch viele Menschen mit neuen Geschäftsideen drängen in den Markt. Darunter sind zum
Beispiel viele Franchisekonzepte, insbesondere im
Wellness- und im Fitnessbereich. Andere, wie der
schleswig-holsteinische Zahnarzt Günter Michl, tüfteln lieber selbst an neuen Ideen und bringen ein
neues Produkt serienreif auf den Markt und versuchen sich selbst in der Vermarktung (siehe Kasten
auf Seite 17).
In der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) GmbH geht man
von 200.000 Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft des Landes aus, dies wären 16 Prozent aller
Beschäftigten im Land. Dieser Anteil liegt deutlich
über dem in anderen Bundesländern. Die UnternehAusgabe 12 | Dezember 2014 15
TITELTHEMA
men der Gesundheitswirtschaft haben danach einen
Anteil von 32 Prozent an der gesamten Industrieproduktion des Landes. Allerdings ist bei diesen Zahlen erneut die Frage, welche Bereiche denn nun zur
Gesundheitswirtschaft gezählt werden. Nach dem
Zwiebelmodell wäre der Beschäftigtenanteil noch
größer. Derzeit arbeitet das IAT nach Auskunft des
Wirtschaftsministeriums an einer neuen Bestandaufnahme. Ziel ist es auch, die Zahlen der einzelnen
Bundesländer vergleichbarer zu machen.
Auch die Industrie- und Handelskammern beschäftigen sich längst mit dem Thema Gesundheitswirtschaft, nicht nur in Schleswig-Holstein. In einer
Übersicht für eine Strategie des Landes im Jahr 2030
mahnen die drei Kammern aus Flensburg, Kiel und
Lübeck zu diesem Thema: „Zurzeit bestehen erster und zweiter Gesundheitsmarkt nebeneinander.
Damit Schleswig-Holstein sein Potenzial als Anbieterland von Gesundheitsleistungen für die eigene
Bevölkerung und Gäste optimal erschließen kann,
muss es beide Märkte eng miteinander verzahnen.“
Um diese Entwicklung zu beschleunigen, auszubauen und aktiv zu fördern, sollte Schleswig-Holstein aus Sicht der IHK „seine Reputation verändern“.
„Das Land muss auf seiner guten Ausgangsposition
aufbauen und sich sowohl beim Angebot als auch
beim Marketing als Trendsetter und Vorreiter im Bereich der Gesundheitswirtschaft etablieren“, lautet
die IHK-Empfehlung.
Die Betrachtung des Gesundheitswesens aus
der ökonomischen Perspektive sorgt bei vielen Menschen im Gesundheitswesen aber auch
für Bauchschmerzen. Kritiker sprechen von einer
Ökonomisierung der Medizin, die negative Auswirkungen auf die Betreuung und Behandlung von Patienten habe. Einer, der mit dieser Kritik viel Gehör
findet, ist der Arzt und Journalist Werner Bartens.
„Das Krankenhaus ist häufig zum Warenhaus verkommen“, sagt Bartens, der wie berichtet seine Kritik jüngst auch in Lübeck auf einer Veranstaltung
der Barmer GEK äußerte. Nach seiner Beobachtung
wird Medizin in Deutschland zunehmend als Industrie und Wachstumsbranche gesehen. Dies habe zur
Folge, dass sich Krankenhäuser auch wie Marktteilnehmer verhalten und sich um mehr Patienten bemühen. Dabei will Bartens drei Wege beobachtet
haben:
 Es werden medizinische Grenzwerte gesenkt und
damit aus Gesunden Kranke gemacht.
16 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
 Es werden neue Krankheiten „erfunden“.
 Es werden unnötige und nutzlose Untersuchungen vorgenommen.
Folge des aus seiner Sicht „gesteigerten Ökonomiedrucks“: Patienten beschleiche zunehmend ein
„Gefühl des Verlorenseins“, wo sie eigentlich professionelle Begleitung und Nähe suchen. Bartens
ist nicht der einzige, den die ökonomische Perspektive auf das Gesundheitswesen stört. Auch viele in
der täglichen Versorgung Beschäftigte sorgen sich,
dass damit immer höhere Renditeerwartungen und
als Folge Nachteile für Patienten und Beschäftigte
verknüpft sind. Auch in Schleswig-Holstein wurde
diese Befürchtung in den vergangenen Jahren mehrfach artikuliert. Von einigen linken Gruppierungen
und Gewerkschaften in ganz Deutschland wurde
versucht, diese Sorge unter dem Motto „Gesundheit
ist keine Ware, Patienten sind keine Kunden“ zu bündeln.
Das ist aber nur eine Perspektive, mit der man sich
der Gesundheitswirtschaft nähern kann. Randy Lehmann versucht, mit den Themen auf dem Kieler Kongress mehr auf die Chancen abzuheben, die die
Branche auch und gerade der Gesundheitsversorgung bietet. Dazu zählen zum Beispiel die Prävention, aber auch die Möglichkeiten der Telemedizin
und des Internets.
Die Branche bietet nicht nur vielen Menschen Arbeit,
sondern auch die Chance, mit ihrem erworbenen
Wissen dauerhaft in diesem System beschäftigt zu
sein. Die Studie des IAB zeigt eine auffallend hohe
Berufstreue etwa von Krankenschwestern, Altenpflegekräften, Pharmazeutisch-technischen Assistenten
oder Krankengymnasten. Eine etwas höhere Abwanderung in andere Berufsfelder findet bei den Medizinischen Fachangestellten (MFA) statt. Auffällig ist,
dass nur die Hälfte der Apothekenhelfer im untersuchten Zeitraum zwischen 1993 und 2008 in einem
Gesundheitsberuf geblieben sind. Ein Grund dürfte
das im Vergleich zu anderen Berufen im Gesundheitswesen unterdurchschnittliche Gehalt sein.
Geld ist aber längst nicht die einzige Triebfeder.
Dies gilt nach Beobachtung von Industrie-Designer
Brennwald auch für viele Mitarbeiter in Unternehmen, mit denen er bislang im Gesundheitswesen zu
tun hatte. „Es geht nicht nur um das Geldverdienen.
Viele Beschäftigte wollen konkrete Verbesserungen
für die Menschen erreichen.“
Dirk Schnack
TITELTHEMA
Zahnarzt Günter Michl in seiner Produktionshalle in Kiel. (Fotos: di)
Innovation aus Kiel
Angefangen hat Günter Michl in seiner eigenen Garage. Das erste Unterwasserlaufband hat er dort entwickelt – für den eigenen Hund. Das war 1999. Inzwischen hat der in Schönberg praktizierende Zahnarzt und Diplom-Ingenieur
eine eigene Firma mit neun Angestellten und verkauft sein selbst entwickeltes
Produkt in die ganze Welt. Vierbeiner zwischen Kuwait und Sibirien laufen auf
seinen Laufbändern im Wasser. Zwischen 30 und 50 Stück verkauft er davon
pro Jahr. Für Hunde sind die Anlagen von überschaubarer Größe, für Pferde
haben sie andere Dimensionen. Als Prototyp steht ein solches Unterwasserlaufband für Pferde bereits in der Halle seiner Firma Physio-Tech in Kiel. Außerdem stammt ein Freiluftlaufband für Wölfe aus seiner Entwicklungsschmiede.
Ein Forschungsinstitut der Wiener Universität nutzt es in Österreich für Forschungszwecke. Auch eine Anfrage aus Anchorage hat es bereits gegeben – ob er das auch für Eisbären
entwickeln könnte? Michl könnte. Was das Ganze mit Gesundheitswirtschaft zu tun hat? „Was für Tiere funktioniert, sollte auch für Menschen möglich sein“, sagt Michl. Er hat ein Unterwasserlaufband für Menschen
entwickelt, 2015 kommt es auf den Markt. Ob er damit Erfolg haben wird, steht in den Sternen. 350.000 Euro
wird die Anlage kosten. Michls Zielgruppe sind Gesundheitseinrichtungen, die Menschen nach Verletzungen helfen, schnell wieder fit zu werden. Das können große Sportvereine mit professioneller medizinischer
Abteilung sein, aber auch Rehakliniken. Die Vorteile des Unterwasserlaufbands liegen auf der Hand: Die Verletzten können sich früher wieder bewegen und die Belastung kann genau dosiert werden, viel genauer als
etwa in einem Bewegungsbad. Der Nachteil aber ist ebenso offensichtlich: Die Kosten für die Entwicklung
und für die Herstellung waren so hoch, dass die Anschaffung extrem teuer ist. Michl stellt sein neues Produkt demnächst auf Messen im Gesundheitswesen vor, wird auch beim Kongress Vernetzte Gesundheit in
Kiel auf einem Podium präsent sein. Das Problem, vor dem er steht: „Im deutschen Gesundheitswesen sind
die Menschen es gewohnt, nichts bezahlen zu müssen.“ Dafür muss eine Leistung von der gesetzlichen
Krankenversicherung übernommen werden. Solange eine Leistung nicht abrechnungsfähig ist, gibt es nur
einen sehr überschaubaren Markt für eine so teure Anschaffung wie das Unterwasserlaufband. Michl hat für
die Entwicklung eine Unterstützung in Höhe von 200.000 Euro von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) GmbH erhalten; rund 800.000 Euro aber hat die Entwicklung der
Laufbänder für Pferde und Menschen verschlungen. Gewinn wirft sein Unternehmen derzeit nicht ab, seinen
Lebensunterhalt bestreitet der Tüftler mit seiner Zahnarztpraxis. Wenn sich Michls Entwicklung durchsetzt,
wäre die Gesundheitswirtschaft um eine Erfolgsgeschichte reicher. Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 17
Schleswig-Holstein
Kammerversammlung
Unverständnis über das geplante
Versorgungsstärkungsgesetz
Versorgungsstärkungsgesetz, Sanierung des Kammergebäudes, Notdienstumlage,
fair IGeLn – prall gefüllte Tagesordnung für die Kammerversammlung.
Das von der Politik geplante Versorgungsstärkungsgesetz sorgt unter vielen niedergelassenen Ärzten
für Verärgerung. Teile des Gesetzes werden in der
Ärzteschaft als unrealistisch und schädlich angesehen, wie in der jüngsten Kammerversammlung deutlich wurde.
18 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
„Was denken die sich dabei?“, fragte sich nicht nur
Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann in
Zusammenhang mit den geplanten Terminservicestellen, die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichtet werden sollen, damit jeder Patient
innerhalb von vier Wochen einen Wunschtermin
bei einem Facharzt bekommt. Schließlich, so
Bartmann, könne man
nicht einfach die Arbeitskraft der Ärzte durch ein
Gesetz erhöhen. Stattdessen bewirkten die
Servicestellen eine Kanalisierung der Patientenströme – und nicht
immer würden diese dahin gelenkt werden, wo
sie hinwollten.
Der Präsident ist überzeugt, dass die Terminservicestellen ein „Flop“
werden, weil die personellen
Ressourcen
auch in den Kliniken beKammerpräsident Dr.
Franz-Joseph Bartgrenzt sind. Bartmann
mann stellte den Kamschloss sich der in den
merabgeordneten das
Wochen vor der Kamneue Logo der Ärztekammer vor. Die Abgemerversammlung
von
ordneten hatten auch
ärztlicher
Seite
wiederihre Tagungsunterlagen im neuen Corporate holt geäußerten Kritik
Design der Kammer
zum Gesetzentwurf an
erhalten. Bei den Abgeund untermauerte dies
ordneten kam die Neumit den Worten: „Ich ungestaltung, die auch ein
Relaunch der Hometerschreibe das Meiste,
page und des Ärzteblatwas dazu vonseiten
tes (ab Januar) umfasst,
der Ärzte geschrieben
gut an.
(Fotos: di) wurde.“
Schleswig-Holstein
Die Kammerversammlung am 26. November erforderte Aufmerksamkeit zu zahlreichen Themen.
Als „schlecht und dramatisch“ empfindet der
Kammer­delegierte Dr. Frank Niebuhr den Gesetzentwurf. „Es findet eine klare Lenkung der Patientenströme statt“, sagte Niebuhr. Er befürchtet, dass
zunächst der ambulante fachärztliche, später der
hausärztliche Bereich aufgegeben werden soll. Damit sieht Niebuhr auch die freie Arztwahl in Gefahr.
Als „interessantes Phänomen“ bezeichnete der Lübecker Allgemeinmediziner den Plan der Großen
Koalition, zugleich KVen zum Praxisaufkauf in überversorgten Gebieten zu verpflichten. Das wird nach
seiner Einschätzung dazu führen, dass mittelfristig
immer mehr Leistungen durch Ärzte an Krankenhäusern erbracht werden müssen.
Insgesamt sieht er den Entwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz als „Speerspitze“ gegen selbstständig tätige Ärzte. Die Kritik fasste die Kammer in
einer Pressemitteilung zusammen (im Wortlaut im
Kasten auf Seite 21). Bartmann mahnte aber zugleich
auch Lösungsvorschläge der Selbstverwaltung zu
den Problemen und Besonnenheit in der Kritik an.
Er ist überzeugt, dass Teile des Gesetzes auch in der
Bevölkerung keinen Rückhalt finden, obwohl sie derzeit noch als vermeintliche Verbesserung für die Patienten gehandelt werden: „Wo Gesetze schlecht sind,
werden sie auch als schlecht identifiziert.“
Auf ein Thema, über das die Abgeordneten erst in
ihrer Sitzung im März kommenden Jahres entschei-
den werden, stimmten Bartmann und der Abgeordnete Dr. Hans-Joachim Commentz die Kollegen
schon vorab mit Informationen ein: Es geht um
eine gerechte Einbeziehung der 270 rein privatärztlich tätigen Ärzte in Schleswig-Holstein in die Umlage des ärztlichen Notdienstes. „Was ist gerecht“,
verwies Bartmann in Zusammenhang mit dem vergleichsweise geringen Durchschnittseinkommen
der ambulant tätigen Privatärzte auf den erforderlichen Meinungsbildungsprozess. Commentz lieferte
hierzu einige Daten. Insgesamt kostet die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes in SchleswigHolstein rund 26,8 Millionen Euro. Davon entfallen
rund 14 Millionen Euro auf das ärztliche Honorar,
ca. 7,5 Millionen Euro auf Klinikambulanzen und
ca. 5,3 Millionen Euro auf Strukturkosten, also Leitstelle und Anlaufpraxen. Rein rechnerisch beträgt
der erforderliche Anteil je Arzt damit im Durchschnitt
ca. 1.300 Euro im Jahr, rechnete Commentz vor.
Bei 270 privat ärztlich tätigen Ärzten könnten diese
also mit 351.000 Euro am Notdienst beteiligt werden. Angesichts eines niedrigen Einkommens dieser Gruppe können nach Auffassung von Commentz
nicht alle Ärzte dieser Gruppe mit dem durchschnittlichen Anteil belastet werden. Bis März soll dazu eine
Beschlussvorlage erarbeitet werden.
Traditionell stehen Finanzthemen auf der Tagesordnung der Novembersitzung. In diesem Jahr stach
Ausgabe 12 | Dezember 2014 19
Schleswig-Holstein
Dr. Svante Gehring
Bertram Bartel
Dr. Andreas Schmid
20 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
(Fotos: di)
aus den von Bertram Bartel als Vorsitzender des
Finanzausschusses vorgetragenen Themen eines heraus: die Finanzierung der unumgänglichen
Grundsanierung des Gebäudes in der Segeberger Bismarckallee. Das Kammergebäude ist rund
40 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Thermisch
und technisch auf einem problematischen Stand,
nicht barrierefrei, mit zu wenig Platz. Soweit die
schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Das Gebäude ist sanierungsfähig und eine Sanierung wäre
nach Stellungnahmen von Architekten auch wirtschaftlicher als ein Neubau. Die Kammerversammlung fasste hierzu im November einstimmig den
Beschluss, dass die Sanierung erfolgen soll. Ziel
ist es, im kommenden Jahr zu beginnen, zugleich
müsste die Kammerverwaltung in der voraussichtlich rund 18-monatigen Phase in ein Interimsdomizil umziehen. Hierfür bieten sich Büroflächen in Bad
Segeberg an. Die Kammerverwaltung geht von einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro
aus, hinzu kommt rund eine halbe Million Euro für
die Zwischenmiete. Da auch noch eine Restschuld
für das Akademiegebäude besteht, hat die Kammer
derzeit Bedarf für einen Kredit in Höhe von fünf Millionen Euro, die bei einer Laufzeit zwischen zehn
und 15 Jahren derzeit zu vergleichsweise günstigen
Zinsen zu finanzieren sind.
Ziel der Kammer ist es, den Kredit nach spätestens
25 Jahren abbezahlt zu haben, vorbehaltlich einer
schnelleren Lösung durch Sondertilgungen. Pro
Jahr fallen damit rund 300.000 Euro an Zins- und
Tilgungszahlungen an.
Wie das sanierte Gebäude künftig aussehen wird,
steht derzeit noch nicht fest. Der Kammer liegen verschiedene Entwürfe vor, von denen keiner eins zu
eins umgesetzt wird. Fest steht dagegen, dass das
Gebäude vergrößert werden muss, um dem gestiegenen Platzbedarf Rechnung tragen zu können. Die
Kammerabgeordneten zeigten sich von dem im Vergleich zu anderen Um- und Neubauten sparsamen
Konzept für die Sanierung beeindruckt und sprachen ihr Vertrauen aus, dass die Geschäftsführung
dies auch erfolgreich umsetzen lässt.
Die Vorsitzenden aus zwei Kernausschüssen der
Ärztekammer berichteten in der Versammlung über
deren Arbeit. Für den Ausschuss Qualitätsmanagement berichtete der Vorsitzende Dr. Andreas Schmid
aus Ratzeburg. Schmid stellte u. a. Leitsätze aus einem Strategiepapier der Ärztekammer Niedersach-
Schleswig-Holstein
sen vor. Hierzu wird es im Januar ein Treffen mit den
Kollegen aus Niedersachsen geben. Schmid berichtete außerdem von weiteren Tätigkeitsschwerpunkten des Ausschusses, u. a. zu den Themen
Normung, Vermeidung von Problemkeimen und von
Treffen der Ausschussmitglieder, die sich mit den
Chancen und Defiziten des deutschen Gesundheitssystems beschäftigen.
Für den Berufsordnungsausschuss stellte der Vorsitzende Dr. Svante Gehring Überlegungen für eine
Kampagne zum fairen IGeLn („Schleswig-Holstein
igelt fair“, kurz shif) vor. Dies könnte einen Verhaltenskodex für Ärzte genauso wie eine Patientenckeckliste
umfassen. „Die Kampagne soll einen Meinungsbildungsprozess anstoßen“, sagte Gehring. Ziel sei es,
auch andere ärztliche Institutionen, besonders die
KV und die Berufsverbände einzubeziehen. Der Ausschuss könne nur eine Arbeitsgrundlage bieten, betonte Gehring, nicht aber für einzelne Fachgebiete
entscheiden, was als IGeL taugt – hierzu sei die Mitarbeit der Fachverbände erforderlich. Andere Themen, mit denen sich der Ausschuss beschäftigt hat,
waren u. a. das Fernbehandlungsverbot, Gesetzesvorlagen zur Sterbehilfe und die (Teil-)Novellierung
der Muster-Berufsordnung.
Noch nicht entschieden wurde in der Novemberversammlung über eine Satzungsänderung der
Weiterbildungsordnung zum Thema Gleichwertigkeitsprüfung. Zwar ist der hierbei bestehende
Spielraum der Kammer eng begrenzt, weil Heilberufegesetz und Satzungsänderungen auf Bundesebene bereits angepasst wurden. Die Versammlung
will sich vor einer Entscheidung aber ein umfassendes Bild zur Thematik machen. Über den Abstimmungstermin gab es eine lange und kontroverse
Diskussion. Einzelne Abgeordnete wie Dr. Thomas
Maurer mahnten, dass kein falsches Bild entstehen dürfe: „Wir dürfen nicht so tun, als ob Horden
schlecht ausgebildeter Kollegen aus dem Ausland
über uns hereinbrechen“, warnte Maurer. Er gab zu
bedenken, dass die ausländischen Kollegen in aller
Regel dringend in der Versorgung benötigt werden.
Andere Abgeordnete fragten sich, warum sie über
ein Thema abstimmen sollen, das längst an anderer Stelle entschieden wurde. Hierzu wünschte sich
etwa Vorstandsmitglied Dr. Christian Sellschopp ein
Zeichen: „Später heißt es sonst, Ihr habt es doch
durchgewunken.“
Dirk Schnack
Ärzteparlament gegen Gesetzespläne und für Erhalt der
Freiberuflichkeit
Die schleswig-holsteinische Ärzteschaft wendet sich gegen Inhalte des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes, das die Bundesregierung für die
laufende Legislaturperiode plant. Das machte die
Diskussion im Plenum der Kammerversammlung
deutlich, die in dieser Woche in Bad Segeberg
tagte. Die Kammerversammlung ist als gewähltes
„Parlament der Ärzteschaft“ das oberste Gremium
der Ärztekammer Schleswig-Holstein.
Im Visier der Delegierten stand insbesondere die
Sorge um den Erhalt von Freiberuflichkeit und
Selbstständigkeit des Arztberufs. Der Referentenentwurf für das geplante Bundesgesetz, der seit
Oktober vorliegt, zielt unter anderem auf die verstärkte Einbeziehung von Krankenhäusern und
stationären Einrichtungen in die ambulante Patientenversorgung ab. Gleichzeitig sollen in zahlreichen Gebieten, die formal als „überversorgt“
gelten, Arztsitze niedergelassener Haus- und Fachärzte abgebaut werden.
Es könne nicht das Ziel sein, die ärztliche Versorgung im Land künftig mehr und mehr in die Hand
großer Medizinanbieter zu geben. Eine adäquate
Patientenversorgung brauche die freie Ausübung
des Arztberufs. Sie allein könne auch dem Patienten die freie Arztwahl zusichern und gewährleiste
ein Vertrauensverhältnis in der Arzt-Patienten-Beziehung, das in der Regel für den Behandlungsverlauf unerlässlich sei.
Als sinnlos und kontraproduktiv erachteten die Delegierten zudem die im Gesetzentwurf geplanten
Termin-Servicestellen. Auch sie könnten nicht erreichen, dass ein Patient in jedem Fall einen schnellen
Termin bei seinem Wunscharzt erhielte. Stattdessen
werde ihm – unter hohem Verwaltungsaufwand –
gegebenenfalls ein Termin bei einem anderen, ihm
unbekannten Facharzt vermittelt. Die Regelung,
so Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann,
diene lediglich der plumpen Befriedigung vermeintlicher Wählerinteressen, trage aber nichts zur Lösung des eigentlichen Problems bei.
(Pressemitteilung der Ärztekammer Schleswig-Holstein vom 27. November 2014)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 21
Schleswig-Holstein
Förderkreis Qualitätssicherung
Neue Rolle: Der Arzt als Begleiter
und Übersetzer für Patienten
Was erwartet die Gesundheitsversorger morgen? Zukunftsforscherin Jeanette
Huber skizzierte in Kiel die wichtigsten Entwicklungen.
Was sind die Megatrends im Gesundheitswesen?
Hierzu ließe sich ein stundenlanger Vortrag halten, gespickt mit Untersuchungsdaten und Zahlenreihen. Unter den Zuhörern würde sich nach
einiger Zeit Langeweile, später Unruhe ausbreiten.
Im schlimmsten Fall fallen einigen Zuhörern irgend-
Herbstsymposion unter dem Motto „Shift happens! ...
mit und ohne uns“ nach Kiel in die Sparkassenakademie geholt.
Nun kann auch an einem Zukunftsinstitut niemand
exakt vorhersagen oder wesentlich beeinflussen,
was künftig geschieht – wohl aber Entwicklungen
Moderator Bernd Segiun (links) befragte Teilnehmer
des Symposions nach ihren Eindrücken.
Dr. Doris Scharrel, Vorsitzende des Kieler Praxisnetzes.
wann die Augen zu. Bei Jeanette Huber dagegen
erleidet niemand den berüchtigten „Death by PowerPoint“, weil sie ihre Informationen anschaulich und
verständlich vermittelt und den Zuhörern zwischendurch immer wieder Gelegenheit gibt, sich in kleinen
Arbeitsgruppen zu den eben vorgetragenen Thesen
auszutauschen und diese Ergebnisse den anderen
Teilnehmern auch mitzuteilen.
Auch deshalb hatte der Förderkreis Qualitätssicherung Schleswig-Holstein (FKQS) Huber vom
Zukunftsinstitut Frankfurt als Referentin zu ihrem
benennen und Trends interpretieren. Sicher ist, das
hatte Ärztekammer-Präsident Dr. Franz-Joseph Bartmann schon in seiner Einladung zu diesem Abend
geschrieben, dass Veränderungen stattfinden – unabhängig davon, ob Ärzte sie nun wahrnehmen, ob
sie ihnen nutzen oder schaden, ob sie nun zu früh
oder zu spät erkannt werden.
Huber hat für die Gesundheitsversorgung zwei Megatrends ausgemacht:
Individualisierung: Erkennbar etwa im Marketing
an der variantenreichen, auf viele unterschied-
22 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Schleswig-Holstein
liche Bedarfe zugeschnittenen Produktzusammensetzung und -gestaltung beispielsweise bei
Nahrungsergänzungsmitteln. Nicht nur Kunden,
auch Patienten erwarten heute passgenaue Gesundheitslösungen. Folge: „Trends, die wir aus
den Konsumgütermärkten kennen, werden auch
im Gesundheitsmarkt zu wichtigen Kriterien: Design, Transparenz von Inhaltsstoffen, Nachhaltigkeit, Mobilität und Convenience jeder Art.“
Damit nicht genug: Die Freiheiten der individualistischen Lebensgestalter kommen im Doppelpack mit der Übernahme von Verantwortung auch
in der Gesundheit daher; immer mehr Menschen
achten auf ihren Lebensstil. Laut Huber prägt die
Individualisierung aber nicht nur das Angebot im
Gesundheitsmarkt, sondern auch das Gesundheitsverständnis. Ziel sei eine „persönliche Gesundheitszufriedenheit“. Gesundheit wird also
zum individuellen Gut und wird subjektiv erlebt.
Vernetzung: Dies ist in erster Linie digital gemeint.
35 Prozent der gesamten Weltbevölkerung und 98
Prozent der Deutschen zwischen 18 und 29 Jahren sind im Internet und haben damit „Zugang zu
Vielem und Vielen von überall“, wie es in der Präsentation Hubers hieß. Und damit natürlich auch
zu Informationen über die Gesundheit. Der Anteil
der Personen, die das Internet zur Beschaffung
gesundheitsrelevanter Informationen nutzen, ist in
Deutschland von 34 Prozent im Jahr 2005 auf 54
Prozent im Jahr 2011 gestiegen. Das hat gravierende Folgen. War Gesundheit früher reaktiv und
von Experten geprägt, lückenhaft und ausgelöst
durch Symptome, wird sie künftig von kontinuierlicher Datenerhebung und proaktiv geprägt sein,
den Einzelnen emanzipierend. Die Technologieaffinität steigt, die körperliche Distanz zu Technologie verringert sich, Diagnostik wird einfacher und
kostengünstiger. Damit befindet sich Gesundheit
in einem dynamischen Prozess: Der früher vorherrschende Reparaturgedanke wird abgelöst
durch das Streben nach einer persönlichen Potenzialsteigerung.
Damit, so Huber, brauchen Gesundheitsexperten
künftig neue Kompetenzen: „Sie sollten Übersetzungen in das Alltagsverständnis und Orientierungswissen verschaffen.“ Ärzte werden damit zu „Health
Coaches“, also zu Begleitern auf der Suche nach
mehr persönlicher Lebensqualität. Zugleich können
sie auf mehr und vielleicht auch bessere Daten zu-
greifen, wenn sie Patientendaten akzeptieren, und
können durch kontinuierliches Monitoring durch den
Patienten schon vor dem Auftreten starker Symp­
Jeanette Huber vom Zukunftsinstitut in Frankfurt
(Fotos: di)
tome eingreifen. Patienten, so die Einschätzung
der Zukunftsforscherin, verstünden sich als professionelle, datenbasierte und IT-gestützte „Health
Manager“. Huber prophezeite: „Sie machen den Gesundheitsversorgern die Steuerung des Gesundheitsprozesses streitig.“ Huber sprach in diesem
Zusammenhang von einer „Demokratisierung der
Gesundheit“, die weniger isolierte Fachkräfte und
mehr gut vernetzte Querdenker benötige.
Deutlich wurde in Hubers Vortrag auch, dass die innere Einstellung eine wichtige Rolle zur Bewältigung
von Veränderungen spielt. „Menschen mögen keinen
Wandel, sie ziehen die Komfortzone vor“, sagte Huber. Wer also Veränderungen einleiten wolle, müsse
dies berücksichtigen und für eine positive Einstellung sorgen. Bei vielen Teilnehmern sorgte der Blick
in die Zukunft für nachdenkliche Gesichter. Prof. Fritz
Beske stellte die Frage, wie ein solches System organisiert und finanziert werden könnte. Dr. Michael
Brandt, Präsident der Zahnärztekammer, sieht Massen von Datenmüll auf die Praxen zukommen. Wie
auch immer die Heilberufe mit diesen Herausforderungen umgehen werden – für Bartmann stand fest:
Dieser Vortrag hätte in einem gefüllten Audimax gehalten werden müssen.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 23
Schleswig-Holstein
Hochschulen
„Das Wunder von Lübeck“:
50 Jahre Universität
Festwoche und Amtseinführung für den neuen Präsidenten an der Lübecker
Universität. Rückblick auf Krisen.
Genau 50 Jahre nach Gründung der Medizinischen
Akademie am 3. November 1964 eröffnete die jetzige Universität zu Lübeck eine Festwoche mit zahlreichen Veranstaltungen zur Geschichte, Gegenwart
und Zukunft der Hochschule. Einiges war ganz anders als vor 50 Jahren und zeigte die Entwicklung hin
zu einer modernen, leistungsfähigen und selbstbewussten Universität. Schon die Begrüßung war nicht
gewohnt präsidial, sondern kam von einer munteren
Medizinstudentin im elften Semester, der AStA-Vorsitzenden. Dagegen waren 1964 die 14 Erststudierenden nicht einmal zur Gründungsfeier im Rathaus
zugelassen – hatten sich aber dennoch heimlich und
lange Jahre unentdeckt, wie der Bürgermeister verriet, in das Goldene Buch der Hansestadt eingetragen.
„Heute haben wir eine kleine, aber ausgesprochen
feine Hochschule“, erkannte Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Torsten Albig an. Lübeck habe
immer auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert (mit neuen Studiengängen) und sei stark
international ausgerichtet. Für die Landeshochschulrektorenkonferenz bekräftigte der Flensburger
Universitätspräsident Prof. Werner Reinhart dieses
große Lob, wies aber auch auf drückende Probleme
der Hochschulpolitik wie das Nord-Süd-Gefälle bei
der Wissenschaftsfinanzierung (wohl nicht nur in
dieser Hinsicht) und das nach seiner Ansicht wachsende Prekariat junger Wissenschaftler hin.
Der langjährige Förderer der Universität, Vorsitzender des Beirats und Ex-Ministerpräsident Björn
Engholm gab einen historischen Überblick über
die nicht einfachen Anfänge der Hochschulentstehung in einer merkantil orientierten Kaufmannsstadt.
Große Widerstände seien mehrmals aus der (rivalisierenden) Landeshauptstadt gekommen: am Anfang schon, dann 2003 durch eine Kampagne von
300 Kieler Professoren und im schwersten Jahr 2010
24 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
mit der Schließungsabsicht der damaligen Landesregierung. Die Rettung, das „Wunder von Lübeck“,
sei den gewaltigen Protestaktionen unter dem Motto
„Lübeck kämpft für seine Uni“ zu verdanken gewesen. Thomas Mann hätte am Ende geschrieben: „Es
putzt ungemein, eine solche Universität in unseren
Mauern zu haben.“
Der scheidende Universitätspräsident Prof. Peter
Dominiak sprach nicht über zurückliegende Leistungen, dazu sei schon manches gesagt. Als nunmehr mehr Zeit Habender sehe er die Probleme
vieler Menschen mit der Zeit. Zeit sei ein Luxusartikel geworden. Neue Kommunikationsmittel raubten
uns oft Zeit und könnten Krankheiten hervorrufen,
zum Burnout führen. „Ich wünsche Dir Zeit“, dies eindringliche Gedicht von Elli Michler beschloss seine
Rede.
Als letzter Redner skizzierte, nach seiner Vereidigung
und Übernahme der Amtskette, der neue Universitätspräsident Prof. Hendrik Lehnert einige Zukunftsperspektiven. Viele Fragen seien ihm in den letzten
Wochen gestellt worden – zu einigen nahm er Stellung. Das Verhältnis zum gemeinsamen Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit den beiden
Campi Kiel und Lübeck sehe er sehr entspannt. Die
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Universität zu Lübeck werde durch die Umwandlung in eine
Stiftungsuniversität ab 1. Januar 2015 entscheidend
gestärkt: „Ich sehe in der Etablierung der Stiftungsuniversität eine herausragende Chance, noch mehr
als bisher Freiheit von Forschung und Lehre sowie
Sicherung der Mitbestimmung und Leistungsfähigkeit des Hochschulsystems zu garantieren.“
Und das hauptsächliche Alleinstellungsmerkmal als
Universität der Lebenswissenschaften sei eine hervorragende Voraussetzung für die Zukunft. Eine weitere Fakultät, etwa für Geisteswissenschaften, sei
dafür nicht notwendig. Hingegen sei eine noch en-
Schleswig-Holstein
Der neue Uni-Präsident
Prof. Hendrik Lehnert
(links) mit seinem Vorgänger Prof. Peter Dominiak. Zum Festakt in die
St. Petri-Kirche waren
u. a. Ministerpräsident
Torsten Albig (Mitte) und
Ministerpräsident a. D.
Björn Engholm (rechts,
neben Wissenschaftsministerin Kristin Alheit)
gekommen. (Fotos: Labahn/Uni Lübeck)
gere Verzahnung der
Medizin mit den Naturwissenschaften
ein
wichtiges Ziel, hatte Lehnert bereits in einem Interview mit dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt
(7/2014, S. 22) gesagt. Die schon bisher einzigartige
enge Verbindung von Biomedizin, Informatik und
Naturwissenschaften war ja schon vor zwei Jahren
durch die Auflösung starrer Fakultätsgrenzen weiterentwickelt worden.
Wörtlich am Ende der Rede: „Was wir künftig vor allem brauchen, ist Phantasie – und das heißt nach
Thomas Mann nicht, sich etwas auszudenken, sondern aus den Dingen etwas zu machen.“
Dazu anschließend nach einer eigenverantwortlichen Verbesserung von Infrastruktur und Organisation besonders in Bereichen des Klinikums wie bei
der Krankenversorgung gefragt, verwies der neue
Präsident auf das zunächst zuständige UKSH, zeigte
sich aber bereit, neue Organisationsformen wie gemeinsame Einrichtungen der Kliniken ins Auge zu
fassen und zu fördern.
Fast gleichzeitig mit dem Festakt hat die Universität ihre lesenswerte Festschrift mit dem Titel:
„50 Jahre – Im Focus das Leben. 50 Jahre Universität zu Lübeck“ vorgelegt. Auf fast 200 Seiten werden
zunächst die Geschichte anschaulich geschildert,
dann 50 konkrete „Objekte der Wissenschaft“ vom
Augenlaser bis zur Zuckerstruktur vorgestellt und
schließlich bekannte Stimmen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zitiert. Das Buch (ISBN 978-300-047305-0) ist zum Preis von 30 Euro erhältlich.
Horst Kreussler
Ausgabe 12 | Dezember 2014 25
Schleswig-Holstein
Schmerztherapie
Patienten mit Visionen in einem
System, das Ärzten Grenzen setzt
Wie lässt sich ambulante Schmerztherapie flächendeckend sicherstellen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Ärzte, Kassenvertreter und Patienten in Kiel.
Interdisziplinäre Schmerzkonferenzen, eine intensive
Einbindung von Selbsthilfegruppen und eine bessere schmerzmedizinische Betreuung durch Hausärzte: Dies sind nur drei von mehreren Wünschen,
die Heike Norda vom Verein SchmerzLOS in ihrer Vision einer besseren schmerzmedizinischen Versorgung formulierte. Norda nahm als Vorsitzende des
Vereins und als Betroffene an der Veranstaltung „Sicherstellung der ambulanten flächendeckenden Versorgung von Schmerzpatienten“ teil. Dazu hatte das
Unternehmen mundipharma Ärzte, Vertreter von Körperschaften und Krankenkassen in die Kieler AOKZentrale eingeladen.
Deutlich wurde: Schleswig-Holstein ist nach Einschätzung von Experten in der Versorgung zwar vergleichsweise gut aufgestellt, aber Patienten nehmen
zahlreiche Versorgungslücken wahr. Als Möglichkeit, diese Lücken zu schließen, wurden Delegation
und Substitution diskutiert. KV-Chefin Dr. Monika
Schliffke sieht hierbei zwar Grenzen, die spezialisierte Ausbildung von Pflegekräften zu „Pain Nurses“, wie es sie im Projekt Schmerzfreie Stadt
Münster gibt, hält sie aber für ein Vorbild. Sie verwies
in diesem Zusammenhang darauf, dass speziell ausgebildete Pflegekräfte schon heute im palliativmedizinischen Sektor tätig sind.
Dr. Henrik Herrmann sieht in der Delegation und in
der Telemedizin Möglichkeiten, die schmerztherapeutische Versorgung zu stärken. Der Vizepräsident der Ärztekammer hält zugleich eine Stärkung
der schmerzmedizinischen Kompetenz in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung für notwendig.
„Jeder klinisch tätige Arzt muss mit dem schmerzmedizinischen Problem seiner Patienten vertraut
sein. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die
erfolgreiche Verankerung der Schmerzmedizin als
Pflichtlehr- und Prüfungsfach in der ärztlichen Approbationsordnung“, sagte Herrmann. Er warnte in
26 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Kiel eindringlich vor der Einführung eines Facharztes
für Schmerzmedizin: „Mit der Schaffung eines neuen
Gebietes nehmen wir einen Teil der Kenntnisse aus
den anderen patientenbezogenen Gebieten heraus
und erschweren damit auch evtl. Abrechnungsmodalitäten.“
Dr. Jochen Leifeld, Landesvorsitzender im Berufsverband der Ärzte und psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in
Deutschland (BVSD), verwies u. a. auf das Problem
der „doppelten Budgetierung“ und Abstaffelungen
für die Schmerztherapeuten. Denn aus QM-Gründen gibt es eine auch aus Sicht Leifelds „unerlässliche Fallzahlbegrenzung“ auf 300 Schmerzfälle je
Behandler im Quartal. Ein möglicher Ausweg für die
Schmerztherapeuten könnte nach seiner Ansicht in
Selektivverträgen liegen. Für Leifeld steht fest, dass
die künftige Versorgung auch in Schleswig-Holstein
eine enorme Herausforderung darstellt, denn das
Durchschnittsalter der niedergelassenen Schmerztherapeuten liegt mit fast 55 Jahren noch einmal
zwei Jahre über dem allgemeinen Durchschnittsalter
aller Praxisinhaber in Schleswig-Holstein.
Doch es gibt auch Lichtblicke im Land. Prof. Hartmut Göbel, Gründer und Inhaber der Schmerzklinik
in Kiel, verwies auf die im Vergleich zu anderen Bundesländern hohe Bereitschaft, neue Lösungen zu
erproben. Thomas Haeger, Leiter der AOK-Landesdirektion, nannte als Beispiel den schon 1997 abgeschlossenen Modellvertrag mit der Schmerzklinik,
der zehn Jahre später in einen Integrationsvertrag
überführt wurde. Armin Tank, Leiter der Landesvertretung der Ersatzkassen, richtete den Blick u. a. auf
die Eigenverantwortung der Patienten und forderte,
neue Erkenntnisse besser zu nutzen. Tank räumte
aber ein, dass viele Patienten eine professionelle
Schmerztherapie benötigen.
Dirk Schnack
Schleswig-Holstein
Tarifverhandlungen
Gewerkschaft strebt Entlastungen
bei Bereitschaftsdiensten an
Ab 18. Dezember wird über einen neuen Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen
Krankenhäusern verhandelt. Ziel: Attraktivere Rahmenbedingungen im Beruf.
Zwei Jahre liegt der Abschluss des letzten Tarifvertrages zwischen dem Marburger Bund (MB) und
der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zurück. In diesem Monat verhandeln
die beiden Tarifvertragspartner über einen neuen
Abschluss, der auch für zahlreiche Ärzte in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern Auswirkungen haben
wird. Auch für die Ärzte in Kliniken anderer Trägerschaft ist der Ausgang der Verhandlungen wichtig –
häufig hat der Abschluss im kommunalen Bereich
eine Signalwirkung auf andere Träger.
Die Ärztegewerkschaft geht mit drei zentralen Forderungen in die Verhandlungsrunde: Für die Ärzte­
gehälter strebt der MB eine lineare Erhöhung um
5,4 Prozent an. Bereitschaftsdienste sollen künftig höchstens noch an zwei statt wie bislang an vier
Wochenenden geleistet werden müssen. Die Bereitschaftsdienstentgelte sollen nach MB-Forderung
künftig differenziert werden, sodass die Berufserfahrung dabei angemessen berücksichtigt wird.
„Insbesondere die Forderung nach zwei bereitschaftsdienstfreien Wochenenden pro Monat stellt
eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte dar. Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein müssen
Krankenhäuser ihre Arbeitgeberattraktivität steigern,
um die offenen Stellen besetzen zu können“, sagt
Schleswig-Holsteins MB-Chef Dr. Henrik Herrmann.
Er gibt zu bedenken, dass die Arbeit im deutschen
Krankenhausbetrieb in Konkurrenz steht zu den oft
günstigeren Bedingungen im Ausland oder in der
Industrie. „Hinzu kommt, dass regelmäßiges Arbeiten in der Nacht und an den Wochenenden Entbehrungen im Privatleben bedeuten“, so Herrmann. Die
Reduzierung der Bereitschaftsdienste an den Wochenenden hält er deshalb für eine der wichtigsten
Forderungen, um die Arbeit an den Kliniken für junge
Ärzte attraktiv zu halten.
Dr. Henrik Herrmann
(Foto: ÄKSH)
Die VKA hatte die Forderungen des MB noch vor
dem Auftakt der in Düsseldorf angesetzten Verhandlungen zurückgewiesen. Das Forderungspaket der
Gewerkschaftsseite summiert sich nach VKA-Darstellung auf ein Kostenvolumen von 460 Millionen
Euro – dies entspreche einer Steigerung von rund
neun Prozent, so die VKA in einer Mitteilung. Große
Probleme sieht die VKA bei der Umsetzung der MBForderung nach Entlastungen beim Bereitschaftsdienst. „Seit es den Ärzte-Tarifvertrag gibt, fordert
der Marburger Bund in jeder Tarifrunde neben Verteuerungen auch immer weitere Einschränkungen
beim Bereitschaftsdienst. Wir brauchen in diesem
Punkt Verlässlichkeit. Es ist nicht akzeptabel, wenn
nach jeder Tarifrunde die Schichtpläne und Arbeitszeiten in den Abteilungen neu organisiert werden
müssen“, so die VKA.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 27
Schleswig-Holstein
Nationale Kohorte
Die größte Gesundheitsstudie ist
jetzt auch in Kiel gestartet
Früherkennung und Prävention von chronischen Erkrankungen sollen durch
Langzeitstudie vorangetrieben werden.
Der Startschuss ist gefallen: Die bisher größte nationale Gesundheitsstudie sammelt von nun an bis
2018 bundesweit in 18 Zentren persönliche Daten
von 200.000 Teilnehmern zwischen 20 und 69 Jahren. Die Gesamtdauer der Studie ist auf 20 bis 30
Jahre angelegt. Die Nationale Kohorte (NAKO) ist
ein gemeinsames interdisziplinäres Vorhaben von

Nationale Kohorte
 Bevölkerungsbezogene prospektive Kohorte
(Männer und Frauen)
 Alter 20 bis 69 Jahre
 Zufallsstichprobe von Einwohnern definierter
geografischer Regionen
 18 Studienzentren
 Level 1, n=200.000
 Level 2, n=40.000
 Level 3, n=variabel (Zusätzliche Forschungsfragen mit zusätzlicher Finanzierung)
 Magnetresonanztomographie
(MRT)-Programm, n=40.000
 Basisuntersuchung mit Interviews, FragebogenModulen, körperlicher Untersuchung, Tests der kognitiven Funktion, Sammlung von Bioproben
(Blut, Urin, Speichel, Nasenabstriche, Stuhl)
 2,5 Stunden Untersuchungsprogramm für Level 1 und vier Stunden intensiviertes Untersuchungsprogramm für Level 2
 Nach fünf Jahren Folgeuntersuchung bei allen
Studienteilnehmern
 Kalibrierungs-Substudie
(Messungswiederholungen sowohl innerhalb der Basisuntersuchung als auch der Folgeuntersuchung)
 Kombination von aktiver (postalische Fragebögen alle zwei bis drei Jahre) und passiver Nachbeobachtung (Verknüpfung mit Registern)
28 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Wissenschaftlern aus der Helmholtz-Gemeinschaft,
den Universitäten und insgesamt 25 Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland. Ihr Ziel ist es, die
Entstehung der wichtigsten chronischen Krankheiten (Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und
der Lunge, Diabetes, Krebs, neurodegenerative/
psychiatrische und Infektionskrankheiten), ihre subklinischen Vorstufen und auftretende funktionelle
Veränderungen zu untersuchen. Zusätzlich zu Interviews und Fragebogenerhebungen werden medizinische Untersuchungen vorgenommen und eine
Reihe von Bioproben gesammelt, die zukünftig auch
für weitere Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden sollen.
Wissenschafts- und Gesundheitsministerin Kristin
Alheit besuchte zum Auftakt in Schleswig-Holstein
das Studienzentrum in Kiel und ließ sich die Untersuchungsabläufe zeigen. Hier wurde für die NAKO ein
neues epidemiologisches Untersuchungszentrum
auf dem Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel eingerichtet (5. Etage der Kinderklinik). Projektleiter der Studie in Schleswig-Holstein
ist Professor Wolfgang Lieb, Direktor der Klinik für
Epidemiologie.
„Es kommt jetzt darauf an, dass möglichst viele Menschen im Land mitmachen. Der Erfolg der Studie
hängt maßgeblich von einer hohen Teilnahmebereitschaft ab“, sagte Alheit. In einer Pilotphase wurden
in den letzten Wochen bereits 3.000 Personen angeschrieben, von denen sich bislang rund 300 zu einer
Untersuchung angemeldet haben. In den kommenden vier Jahren werden rund 10.000 ausgewählte
Personen aus Kiel und Umgebung zur Teilnahme an
der Studie eingeladen.
Um eine hohe Teilnahme zu erreichen, wird vermehrt
Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden müssen. „Um
den Bekanntheitsgrad der Nationalen Kohorte in der
Bevölkerung zu erhöhen, sind wir auch auf die Mit-
Schleswig-Holstein
hilfe der niedergelassenen regionalen Ärzteschaft
angewiesen“, sagte Lieb.
Die Teilnehmer erhalten in einem persönlichen Gespräch umfassende Informationen über den Ablauf
der Befragungen und der Untersuchungen sowie
zum Datenschutz. Die Teilnahme ist freiwillig und
kann jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen
werden. Auch einzelne Untersuchungsteile können
abgelehnt werden. Das Basis-Untersuchungsprogramm dauert etwa 2,5 Stunden und setzt sich aus
folgenden Teiluntersuchungen zusammen: Befragungen zur Lebensweise, zu Vorerkrankungen und
sonstigen gesundheitlichen Faktoren sowie Lebensumständen (persönliches Interview), Erfassung der
Medikamenteneinnahme, Messung von Blutdruck
und Puls, Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, Untersuchung der Lungenfunktion, Kontrolle
der Zahngesundheit, Messung der Handgreifkraft,
von Körpergröße, Körpergewicht und Taillenumfang
und der Körperzusammensetzung, Blutzucker-Belastungstest, Gewinnung von Blut, Urin, Speichel,
Stuhl und Durchführung eines Nasenabstriches.
Zusätzlich erhält eine Gruppe der Teilnehmenden
ein erweitertes Programm, das eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und des Bauchfetts, eine
Zahnuntersuchung, Hör- und Riechtests, eine Augenuntersuchung sowie neurokognitive Tests umfasst.
Und was passiert mit pathologischen Befunden?
„Die Probanden werden im Ergebnisbrief individuell
über die Ergebnisse bestimmter Untersuchungen informiert“, beschreibt Marie Tempel, Studienärztin der
NAKO in Kiel, das Vorgehen. Bei auffälligen Ergebnissen wird empfohlen, diese mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Bei stark abweichenden
Ergebnissen wird der Proband von der Studienärztin
telefonisch zusätzlich kontaktiert. Die weiterführenden Analysen im Rahmen der Forschung erfolgen
mit anonymisierten Datensätzen. „Der sichere und
sensible Umgang mit den erhobenen Daten ist durch
Verschlüsselungsverfahren gewährleistet. Persönliche Daten werden von den klinischen getrennt und
an unterschiedlichen Orten archiviert. Dieses Vorgehen hat sich bereits vielfach als sicher erwiesen“,
erklärt Professor Michael Krawczak vom Institut für
Medizinische Informatik und Statistik der CAU.
Die Nationale Kohorte hat im Wesentlichen fünf
Hauptziele: Die Ursachen chronischer Krankheiten und ihren Zusammenhang mit genetischen, Le-
Ministerin Kristin Alheit zum Start der NAKO in Kiel.
(Foto: Eick)
bensstil- und Umweltfaktoren aufzuklären, neue
Risikofaktoren zu identifizieren und zur Aufklärung
der bestehenden geografischen und sozioökonomischen Ungleichheiten im Gesundheitszustand und
Krankheitsrisiko in Deutschland beizutragen, Risikovorhersagemodelle für chronische Erkrankungen zu
entwickeln und Wege einer wirksamen Vorbeugung
aufzuzeigen sowie Möglichkeiten zur Früherkennung chronischer Krankheiten zu identifizieren. Die
Nationale Kohorte zielt zudem darauf ab, ein breites Spektrum von Biomaterialien – auch wiederholt –
zu sammeln und für wissenschaftliche Analysen zur
Verfügung zu stellen.
Bund, Länder und Helmholtz-Gemeinschaft fördern
die Studie mit 210 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an dem Projekt mit 150.000 Euro pro Jahr.
Den Umbau der Räume in der Kinderklinik, in der das
Studienzentrum am Universitätsklinikum SchleswigHolstein eingerichtet wurde, hat das Land mit rund
284.000 Euro finanziert, die Medizinische Fakultät
stellt die nötige Infrastruktur bereit. Insgesamt zehn
Jahre unterstützt sie die NAKO-Studie mit Eigenleistungen von über zwei Millionen Euro. Chronische
Krankheiten sind in Deutschland ebenso wie in anderen westlichen Industrieländern die Haupttodesursache. Durch den demografischen Wandel wird
die Bedeutung dieser sogenannten Volkskrankheiten in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Judith Eick
Ausgabe 12 | Dezember 2014 29
Schleswig-Holstein
Aufklärung
„Viel spannender als der
normale Unterricht“
Seit über 60 Jahren informieren Ärztinnen im Auftrag des Vereins ÄGGF an
Schulen über Sexualität, Verhütung und Geschlechtskrankheiten.
Eigentlich sind sie ganz cool und abgeklärt. Eigentlich wissen sie schon alles. Naja, fast. Denn nach einer Weile kommen die Fragen dann doch: „Tut es
weh, eine Spirale einzusetzen?“, will Viktoria wissen.
Und alle interessiert, ob die Pille dick macht. Und Vivian weiß nicht genau, was denn nun das wichtigste
Der Geburtsvorgang fasziniert besonders kleinere
Mädchen. Die Babypuppe liegt in einem Sack, der in
etwa die Größe der Gebärmutter hat.
30 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Anzeichen dafür ist, dass eine Schwangerschaft vorliegen könnte: morgendliche Übelkeit? Appetit auf
seltsame Sachen? „Man bekommt die Tage nicht?“,
schlägt Chantal vor, und Dr. Meike Schumann-Bulda
nickt: „Genau – wenn die Regel ausbleibt, ist das ein
Hinweis.“
Die Frauenärztin steht in einem kleinen Unterrichtsraum der Gemeinschaftsschule Nortorf. Auf den Regalen an der Wand stehen Modelle der Erde und des
Planetensystems, aber Schumann-Bulda und die
Mädchen der Klasse 8 d beschäftigen sich an diesem Vormittag mit ganz anderen Themen als Sonne,
Mond und Sterne. Es geht um das, was in den Körpern der 13-jährigen Mädchen passiert, um Eisprung
und Regelblutung, Schwangerschaft und Verhütung.
Schumann-Bulda ist im Auftrag der Ärztlichen
Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF)
unterwegs. Seit über 60 Jahren bietet der Verein Informations- und Fragestunden in Schulen an. Nach
Geschlechtern getrennt, können die Kinder und Jugendlichen die Fragen loswerden, die sie zu Beginn
und mitten in der Pubertät beschäftigen. Aber die
Unterrichtsstunden sind nicht nur für die Jugendlichen spannend, sondern auch für die Ärztin: Im geschützten Klassenzimmer wird anders miteinander
geredet, als es in einer Praxis der Fall ist. Denn dort
fehle es manchmal an der Erfahrung, wie mit sehr
jungen Frauen umgegangen werden sollte, meint
Meike Schumann-Bulda.
Die „Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau“ wurde 1952 von der Gynäkologin Dr.
Judith Esser Mittag gegründet. Seit 1956 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt. Anfang 2014 verkürzte er seinen Namen zu „Ärztliche Gesellschaft
zur Gesundheitsförderung e. V.“ – der Verzicht auf
die Frauen bedeutet eine Ausweitung der Zielgruppe,
denn künftig will der Verein auch mehr Jungen erreichen und informieren. Das erscheint notwendig,
Schleswig-Holstein
Weichteil: Neben anatomischen Modellen aus Plastik hat Frauenärztin Meike Schumann-Bulda auch
die Plüschvariante einer Gebärmutter mit Eierstöcken dabei.
Die „Pille“ kennen die meisten Mädchen, in der Informationsstunde erfahren die Schülerinnen auch
etwas über andere Verhütungsmittel.
(Fotos: eg)
denn trotz oder vielleicht gerade wegen der gewaltigen Aufklärungsmaschine Internet sind die heutigen
Jugendlichen in vielen Fragen ebenso unwissend
wie ihre Eltern und Großeltern. Tatsächlich führt
„die unüberschaubare Fülle an Informationen unterschiedlichster Qualität oft zu Verwirrung und gefährlichem Falschwissen“, schreibt die Vorsitzende
der ÄGGF, Dr. Heike Kramer. „Es herrscht in unserer
Zielgruppe eine besonders ausgeprägte Unkenntnis
und somit Unterschätzung der Erkrankungsrisiken
vor, verbunden mit altersentsprechend typischen
Eigenschaften wie Selbstüberschätzung und Beratungsresistenz gegenüber Eltern und Lehrern.“
Auch Schumann-Bulda kann berichten, dass es
heute Themen und Probleme gibt, die frühere Jugendliche nicht kannten und zu deren Lösung daher auch die Eltern – selbst wenn sie ins Vertrauen
gezogen werden – wenig beitragen könnten. Sexting
etwa, das Machen und Verschicken intimer Bilder,
ist eines dieser neuen Themen. Auch der mühelose
Zugang zu pornografischen Filmen hat die Kluft zwischen scheinbarem und tatsächlichem Wissen über
sexuelle Spielarten eher vergrößert als verkleinert.
„Der Umgang mit Medien ist ein großes Thema“, weiß
Schumann-Bulda aus den Beratungsstunden. Sie ist
eine der vier Ärztinnen, die in Schleswig-Holstein für
die ÄGGF tätig sind, bundesweit sind 75 Ärzte in den
Schulen unterwegs. Das Ziel liegt bei doppelt so vielen Aktiven, die 180.000 Kinder und Jugendliche pro
Jahr erreichen, heißt es in der „Vision 2020“ des Vereins, der sich über Spenden finanziert. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei Haupt- oder vergleichbaren
Schulen, in Schleswig-Holstein also vor allem bei
den Gemeinschaftsschulen. Denn hier „werden auch
Jugendliche erreicht, die nicht von sich aus die Angebote unseres Gesundheitswesens wahrnehmen“,
so Heike Kramer.
Doch eben diese Schulen bekommen in den entscheidenden Jahren Besuch von zahlreichen Gruppen und Beratungsstellen. Daher sei es anfangs
schwierig, „einen Fuß in die Tür zu bekommen“ und
Schulen zu überreden, Unterrichtsstunden für ihr
Anliegen abzutreten, berichtet Schumann-Bulda.
„Doch inzwischen ist das Angebot bekannt und die
Schulen wissen, wie sinnvoll es ist. Dann ist es ein
Selbstgänger.“ Das bestätigt auch Sven Heinrichsen, Koordinierungslehrer für die Klassenstufen sieben und acht an der Nortorfer Gemeinschaftsschule.
Spannend sei, dass die Jungen sich über das Extra-Angebot für die Mädchen beschweren, berichtet
Heinrichsen: „Die Jungs wollen auch solche Stunden.“ Denn die fachärztliche Information werde ganz
anders aufgenommen als der normale Unterricht
durch Lehrkräfte. Das bestätigen die Mädchen der
8 d: „Das ist viel spannender als der Sexualkundeunterricht“, findet Viktoria. Die Ärztin sei einfach „sachlicher“.
Esther Geißlinger
Ausgabe 12 | Dezember 2014 31
Schleswig-Holstein
Demenz
Pflegende Angehörige wissen oft
nicht, wer Unterstützung leistet
Zweites Expertenforum der Barmer GEK in Schleswig-Holstein. Versorgung auf
dem Land und durch Hausärzte im Mittelpunkt.
Pflegende Angehörige von Demenzkranken haben
oft Probleme, Hilfen anzunehmen. Wenn sie sie aber
suchen, kennen sie häufig nicht die geeigneten Ansprechpartner und Unterstützungsmöglichkeiten in
ihrer Region. Oftmals nehmen sie aus beiden Gründen zu spät Hilfe in Anspruch und geraten deshalb in
Gefahr, sich zu überlasten.
Diese und weitere Probleme, die oft auch in Hausarztpraxen deutlich werden, arbeitete das zweite
„Expertenforum pflegende Angehörige von Demenzkranken“ der Barmer GEK Schleswig-Holstein
heraus. Angehörige verschiedener Berufsgruppen,
die mit Demenzkranken und ihren Angehörigen zu
tun haben, sehen bei den genannten Problemen
mehrere Akteure in der Verantwortung. So ist nach
Beobachtung vieler Teilnehmer nicht jeder Hausarzt
in der Lage, Angehörigen Hilfswege aufzuzeigen.
Hier würde nach einhelliger Auffassung zum Teil
schon ein Hinweis auf den nächstgelegenen Pflegestützpunkt Abhilfe schaffen. Dr. Ingeborg Kreuz
aus dem Vorstand des Landeshausärzteverbandes
32 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
plädierte in einem Vortrag während der Veranstaltung für eine breitere Information über diese und
weitere Hilfswege für pflegende Angehörige. Aber
auch Kommunen und Krankenkassen sind nach
übereinstimmender Auffassung in der Pflicht, besser zu informieren. Auch die Schaffung von RehaMöglichkeiten für Angehörige wurde mehrheitlich
begrüßt. Kreuz nannte außerdem Trainingskurse
für den Umgang mit Demenzkranken als Lösungsansatz. Hausärzte seien auch gefordert, frühzeitig
Entlastungsstrategien für und mit den pflegenden
Angehörigen zu entwickeln.
Ein weiteres zentrales Problem ist aus Sicht des Expertenforums die ländliche Versorgung. Hier ist es
nach Erfahrungen von Sozialpädagogin Marita Wollenweber weniger ein Problem, Ehrenamtliche zu finden, als sie über einen längeren Zeitraum bei der
Stange zu halten. Nach ihren Erfahrungen in Ostholstein braucht es dafür eine andere Anerkennungskultur des Ehrenamtes. Die Alzheimer Gesellschaft
Schleswig-Holstein kann sich vorstellen, dass eine
mobile Beratung einige Probleme in der ländlichen
Versorgung lösen könnte.
Nach Erfahrungen vieler Teilnehmer des Forums ist
Demenz auch heute noch für viele Menschen ein
Tabuthema. Abhilfe versprechen sie sich von einer
besseren Aufklärung über die Diagnose. Aber auch
eine differenzierte Berichterstattung über das Krankheitsbild könnte helfen: Häufig werde in den Medien
derzeit auf das schwierige Endstadium fokussiert.
Dass Erkrankte und Angehörige auch noch Lebensqualität spüren, werde selten thematisiert. Bei aller
Verantwortung für Ärzte, Kassen, Kommunen und
Medien: Klinikarzt Dr. Frank Helmig aus Flensburg
machte deutlich, dass nicht jedes Problem von externer Stelle gelöst werden kann – die Eigenverantwortung wird auch künftig unverzichtbar sein.
Dirk Schnack
Schleswig-Holstein
Kammerversammlung
Vermittelnde
Instanz
Dr. Dirk Marquardt,
Neumünster,
Facharzt für Augenheilkunde,
Jahrgang 1972
(Foto: ÄKSH)
Als Augenarzt ist Dr. Dirk Marquardt der einzige Vertreter seiner Fachgruppe in der Kammerversammlung.
Einsam fühlt sich der seit 2005 niedergelassene Arzt
aus Neumünster deswegen aber nicht: „Viele aktuelle Themen betreffen alle Ärzte über ihr Fachgebiet
hinaus gleichermaßen.“ Marquardt sieht seine Tätigkeit als Augenarzt auch als Vorteil für seine Arbeit als
Vorsitzender des Kreisausschusses Neumünster: Bei
unterschiedlichen Interessen zwischen den einzelnen Fachgruppen steht er aufgrund seiner Profession
meist etwas abseits des Konflikts. „Aber in Zukunft
würde ich dann gern als Mediator zur Vermittlung zur
Verfügung stehen.“ Der 42-Jährige, der auch im erweiterten Vorstand des Medizinischen Praxisnetzes Neumünster aktiv ist, sieht in seiner Fähigkeit, vermittelnd
zu wirken, auch einen Grund für seine erfolgreiche
Kandidatur als Kammerabgeordneter.
Von den ersten Sitzungen der Kammerversammlung
hat Marquardt ein positives Bild mitgenommen: „Ich
bin sehr gut aufgenommen worden und habe den
Eindruck, dass die Kollegen mit hohem Engagement
dabei sind und sich wirklich für etwas einsetzen möchten. Es wird rege diskutiert und aktuelle Themen werden konkret angesprochen. Die ehrenamtliche Arbeit
ist sehr interessant, da man Einblicke in die Entwicklungen schon in einem frühen Stadium bekommt und
die Gelegenheit erhält, sie selbst mit zu gestalten.“
In der berufspolitischen Selbstverwaltung ist es ihm
wichtig, für die selbstständigen Kollegen zu werben:
„Die freiberufliche Tätigkeit stellt trotz der Entwicklung
hin zu neuen Praxisformen die tragende Säule in der
flächendeckenden ambulanten Versorgung dar und
hat sich bestens bewährt. Sie hat eine zentrale Bedeutung, auch im internationalen Vergleich.“ Die persönliche Nähe zu den Menschen schätzt der dreifache
Vater an seinem Beruf besonders. „Vor einigen Jahren habe ich ein BWL-Aufbaustudium absolviert, aber
die Medizin hat mich nicht losgelassen. Ich würde
mich immer wieder dafür entscheiden. Der Beruf ist
wunderschön und bietet sehr viele Perspektiven. Die
Arbeit ist zudem sehr spannend. Es gibt rasante medizinische Fortschritte. Vor zehn Jahren konnten wir die
Patienten lange nicht so gut behandeln wie heute. Das
ist einfach faszinierend.“ Einen Wermutstropfen gibt
es aber doch: Neben Beruf und der Familie ist die Zeit
für Hobbies wie Segeln oder Klaviermusik doch etwas
knapp, „aber die nehme ich mir manchmal einfach!“
Anne Mey
Ausgabe 12 | Dezember 2014 33
Schleswig-Holstein
Ausstellung
1000-fach vergrößert,
diagnostiziert, registriert
Das Kieler Lymphknotenregister wird 50 Jahre alt. Die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung in Kiel widmet diesem Anlass eine Ausstellung.
Seit seiner Gründung im Sommer 1964 werden
im Kieler Lymphknotenregister Fälle seltener und
schwer zu diagnostizierender Lymphknotenkrankheiten von Experten untersucht. Täglich treffen Gewebeproben von Patienten ein, über 300.000 Fälle
wurden seit damals diagnostiziert, registriert und archiviert – und dabei wurde intensiv geforscht. Anfang
der 1970er-Jahre entwickelten Kieler Pathologen ein
schichte einer der ältesten modernen Biobanken
und ihre Bedeutung für die heutige Erforschung von
Krankheiten. Im Mittelpunkt steht ein kleines hochkomplexes Organ, von dem viele Menschen nicht
viel mehr wissen, als dass sie es in sich tragen: Der
Lymphknoten – die Schaltzentrale des Immunsystems. Was wir heute über seine Funktion wissen,
verdanken wir nicht zuletzt der Arbeit der Kieler Pathologen an den bösartigen Tumoren dieses
Organs.
Maligne Lymphome sind
relativ seltene Krankheiten. Dieser Umstand
war vor 50 Jahren das
zentrale Motiv für die
Gründung des Lymphknotenregisters
durch
den damaligen Leiter
der Kieler Pathologie
Prof. Karl Lennert (19212012). Lennert hatte seit
dem Studium Fälle seltener
Lymphknotenerkrankungen gesammelt.
Die Schnittpräparate und
Ausstellung in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung in Kiel.
Patientendaten
waren
Grundlage seiner erfolgvollkommen neues Verständnis der malignen Lymreichen Forschungsarbeiten. Allerdings erkannte
phome, der bösartigen Tumoren der Lymphknoten.
Lennert, dass er mit seiner eher informellen, privaten
Das führte zu neuen Diagnosebegriffen und einer
Sammeltätigkeit nicht mehr konkurrenzfähig war. Bei
neuen Systematik dieser Krankheiten. Die 1974 pubden malignen Lymphomen setzten amerikanische
lizierte „Kiel-Klassifikation“ fand weltweit Beachtung
Forscher ab den 1950er-Jahren neue Maßstäbe:
und war wegweisend für die moderne KrebsforWegweisende Studien wurden anhand der Daten
schung.
und Gewebeproben hunderter Patienten durchgeDie noch bis Ende Januar geöffnete Ausstellung bieführt.
tet Einblicke in den faszinierenden Mikrokosmos der
Solche Zahlen waren in Deutschland zunächst nicht
Gewebepathologie. Sie zeigt den Besuchern die Geerreichbar. Das Kieler Lymphknotenregister war Len34 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Schleswig-Holstein
nerts Strategie, diesen neuen Standards zu genügen. Im Sommer 1964 begann der Probelauf der
neuartigen Institution. Die Idee des Kieler Lymphknotenegisters: Verdachtsfälle aus ganz Deutschland werden an zentraler Stelle – in Kiel – von
Spezialisten diagnostiziert. Einheitliche Datenerfassung und einheitliche labortechnische Bearbeitung
der Gewebeproben vor Ort gewährleisten die Vergleichbarkeit der Fälle. Alle Fälle werden archiviert:
die Schnitte, die Daten und die Gewebeproben. Sie
stehen damit für zukünftige Forschungsfragen zur
Verfügung. Das Lymphknotenregister war damit eine
der ersten modernen Biobanken in Deutschland. Allein in den ersten fünf Jahren des Bestehens wurden
etwa 7.000 Fälle in Kiel untersucht und für die Forschung bereitgestellt. So konnten zum Beispiel erstmals statistische Daten über die absolute Häufigkeit
der malignen Lymphome in der Bevölkerung gewonnen werden.
Das Konzept des Lymphknotenregisters war ein Erfolg und ist es bis heute. Denn seine Grundidee hat
nichts an Aktualität verloren. Die biomedizinische
Krankheitsforschung bringt ständig neue methodische Differenzierungsmöglichkeiten. Heute werden
bereits über 60 Typen und Subtypen maligner Lymphome unterschieden. Angesichts dieser zunehmenden Spezifizierungen können statistisch signifikante
Fallzahlen nur durch umfangreiche Vernetzung sichergestellt werden. Das Kieler Lymphknotenregister war einst die Keimzelle dieser Entwicklung
– heute ist es ein Puzzleteil in den Infrastrukturen
moderner Krankheitsforschung. So etwa im Rahmen
des Kompetenznetzes Maligne Lymphome, in dem
Studiengruppen in enger Kooperation zusammenarbeiten.
Die Seltenheit der malignen Lymphome hat auch zur
Folge, dass diese Krankheiten in der Öffentlichkeit
wenig wahrgenommen werden. Die Ausstellungsmacher wollen hier Aufklärungsarbeit leisten und
verfolgen das Ziel, der Krankheit ein Gesicht zu geben und Menschen zu informieren – über Patienten, ihre Schicksale und Chancen, aber auch über
die Biologie der Krankheit und ihre Erforschung.
Die Medizingeschichte der 1832 durch den Londoner Arzt Thomas Hodgkin erstmals beschriebenen
Krankheit wird anhand von authentischen Patientengeschichten erzählt. Sie spannen einen Bogen
vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und verdeutlichen entscheidende Fortschritte bei den Dia-
Ein interaktives Poster vermittelt Einblicke in die
Biologie der Krankheiten und des lymphatischen
Systems.
(Fotos: Lorenz Oberdoerster)
gnoseverfahren, dem Verständnis vom Wesen der
Krankheiten und den Therapiemöglichkeiten. Die
Patientengeschichten machen die subjektive Krankheitserfahrung für den Besucher ein Stück weit
greifbar. Zugleich wird eine medizinische Erfolgsgeschichte sichtbar, die doch immer nur verhaltenen
Optimismus zulässt und deutlich macht, dass Ärzten und Wissenschaftlern auch in Zukunft noch unendlich viel zu tun bleibt. Lymphom-Diagnosen sind
immer noch lebensbedrohlich und damit ein existenzieller Einschnitt in das Leben der Patienten. Dennoch: Anders als vor 50 Jahren ist heute die Chance
auf Heilung eine realistische Perspektive geworden.
An dieser Entwicklung haben die Kieler Pathologen
mitgewirkt.
Ulrich Mechler, Prof. Wolfram Klapper, Kiel
Ausgabe 12 | Dezember 2014 35
Schleswig-Holstein
KVSH
„Missachtung und Gängelung“
der ärztlichen Arbeit
Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH): Tiefe Skepsis gegen Pläne der Bundesregierung.
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung für das im
neuen Jahr erwartete Versorgungsstärkungsgesetz
löst bei den niedergelassenen Ärzten in SchleswigHolstein tiefes Unbehagen aus. Neben konkreten
Punkten wie Terminservicestellen und Aufkauf von
Praxissitzen kritisierte die KV auf ihrer jüngsten Abgeordnetenversammlung ein nach ihrer Auffassung
im Wortlaut des Entwurfs zu spürendes tiefes Misstrauen der Politik gegenüber selbstständigen Ärzten
und ihren Körperschaften.
In einer Resolution der Abgeordneten wurde die tiefsitzende Skepsis gegenüber dem Entwurf deutlich.
„Die Politik gefährdet mit ihren Plänen die wohnortnahe ambulante Versorgung“, heißt es in dem einstimmig verabschiedeten Text. Im Kern richtet sich
die Kritik gegen die nach ihrer Auffassung immer stärker regulierend in die ärztliche Entscheidungskompetenz eingreifende Politik der Bundesregierung.
Die Abgeordneten betrachten dies als „Missachtung
und Gängelung“ der Arbeit der niedergelassenen
Ärzte und Psychotherapeuten.
Auch KV-Chefin Dr. Monika Schliffke beschäftigte
sich in weiten Teilen ihres Lageberichts mit den Auswirkungen der geplanten gesetzlichen Regelungen
auf die niedergelassenen Ärzte. „Man weiß, dass
man sie braucht, will sie aber wie Marionetten am
Gängelband führen, und zwar dahin, wo man sie
hinhaben will“, sagte Schliffke, die im Entwurf einen
Trend zur Planwirtschaft sieht. Nach ihrer Ansicht ist
im Entwurf eine klare Strategie erkennbar, die niedergelassenen Fachärzte zugunsten der Kliniken zu
schwächen und die Hausärzte zu beschwichtigen –
„ohne sie im Wesentlichen real zu stärken“.
Im Detail kritisierte sie u. a.:
Praxisaufkauf: Mit der Sollvorschrift stehen in Schleswig-Holstein 767 Zulassungen zur Disposition. Dies
verträgt sich nach KVSH-Meinung nicht mit den
Versorgungsengpässen in einigen Regionen. Sie
36 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
erwartet, dass sich die Kommunalpolitik und die Bevölkerung vor Ort bei einem Abbau von Praxissitzen
wehren werden: „Kein Abgeordneter wünscht sich
Diskussionen dieser Art in seinem Wahlkreis und das
werden wir nutzen.“
Terminservicestellen: Schnellere Termine bei gleichzeitiger Praxiszahlreduzierung hält Schliffke für absurd und inkongruent. Die KV müsste damit in die
unmittelbare Arzt-Patientenbeziehung und sogar in
die freie Arztwahl eingreifen. „In der politischen Diskussion geht dieser Aspekt im Moment mit dem populistischen Hervorheben der Servicefunktion völlig
unter und wahrscheinlich werden erst juristische
Auseinandersetzungen zeigen, gegen welche Gesetze damit noch verstoßen wird“, sagte Schliffke.
Bei der Suche nach Strategien plädierte KV-Vorstand Dr. rer. nat. Ralph Ennenbach dafür, weiter auf
die erst mittelfristig wirkenden Lösungsansätze in
Schleswig-Holstein zu setzen. Die Stärkung der Praxisnetze und der Ärztezentren in kommunaler Trägerschaft bräuchten aber Zeit. „Kurzfristige Lösungen
gibt es nicht“, sagte Ennenbach. Er sieht auch keinen Weg, eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene
Terminservicestelle zu verhindern. Wichtig sei dann
aber, diese nicht zur Wunschbörse für Patienten ausarten zu lassen, sondern nur wirkliche Härtefälle zu
vermitteln. Trotz der hohen Unzufriedenheit halten
die Ärzte im Norden Demonstrationen derzeit für die
falsche Taktik. Hausärztechef Dr. Thomas Maurer
empfahl: „Wir müssen zeigen, dass wir die Probleme
lösen können.“
Um Bundespolitik ging es auch in der zweiten Resolution, die die Abgeordneten an diesem Abend
verabschiedeten. Darin wehren sie sich gegen einen Beschluss des Bewertungsausschusses in Berlin. Hierbei geht es um die Verwendung zusätzlicher
hausärztlicher Honorare in Höhe von 120 Millionen
Euro. Diese Mittel sind gebunden an den Einsatz
Schleswig-Holstein
Nichtärztlicher Praxisassistenten, von denen es aber
derzeit nicht so viele gibt, dass die Mittel auch abgerufen werden können. „Dies wird dazu führen, dass
ein erheblicher Anteil der Hausärzte keine Zusatzvergütung bekommt und außerdem die Vergütung über
die Bundesländer nicht einheitlich sein wird“, heißt
es in der Resolution. Die Abgeordneten fordern,
dass die Mittel stattdessen als Chronikerpauschale
(GOP 03220) an die Hausärzte ausgeschüttet werden. Über die bürokratischen Hürden, die Hausärzte
zur Abrechnung der bereitgestellten Mittel überwinden müssen, schüttelten viele Abgeordnete den
Kopf. Die Reaktionen aus ihren Reihen reichten von
„unglaublich“ bis „bösartig“. Als Verantwortliche hatten sie erneut Regina Feldmann ausgemacht, die im
Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
für hausärztliche Belange verantwortlich ist. Besser ist die Regelung für die Verwendung der zusätzlichen Mittel aus Sicht der schleswig-holsteinischen
Abgeordneten bei den Fachärzten gelungen. „Während im fachärztlichen Versorgungsbereich Fachärzte durch einen pauschalen Zuschlag von den
zusätzlichen Honorarmitteln profitieren werden, ist
für die Hausärzte ein hochkomplexer Hürdenlauf vorgesehen“, heißt es in der Resolution.
Weiteres bundespolitisches Thema: Die ambulante
spezialfachärztliche Versorgung (ASV): Noch ist
nicht erkennbar, wie stark dieser Bereich einmal ausgebaut wird. „Zu verdienen ist bei statischer Betrachtung eher wenig“, sagte Ennenbach mit Blick auf den
Status quo. Es gibt aus seiner Sicht aber einige Argumente, die für einen Wachstumsmarkt sprechen. So
verfolgt die Politik nach seiner Beobachtung derzeit
die Idee, das Krankenhaus zulasten der ambulanten
Versorgung zu stärken. „Es genügt ein Federstrich,
um das ambulante Operieren und das Labor zur ASV
zu schieben“, sagte Ennenbach. Für die niedergelassenen Ärzte sieht er dabei einige Risiken: Krankenhäuser seien oft schneller vertragsfähig, Ärzte
müssten sich in Teamstrukturen erst einfinden und
sie seien womöglich schneller „eingekauft“, als dass
sie zu Gestaltern der Versorgungsform werden. Zu
den Chancen rechnete er dagegen, dass der Facharztstatus Ärzte zu begehrten „Gütern“ macht und
dass den selbstständigen Ärzten die Kreativität der
Ausgestaltung oft besser liegt als Krankenhäusern.
Um sich auf ein nicht ausgeschlossenes Wachstumsszenario einzustellen, präsentierte Ennenbach
die Idee einer gemeinsamen Dienstleistungsgesell-
schaft von KV und Berufsverbänden nach Paragraf
77a SGB V. Die neue Gesellschaft soll von einer Anschubfinanzierung der KV und dem Image der eher
finanzschwächeren Berufsverbände profitieren. Bei
Erfolg könnte die Gesellschaft Zug um Zug an die
Berufsverbände übergehen. Weil die KV Hamburg
die gleiche Idee verfolgt, ist die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft möglich. Ob dieser Plan
tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet sich erst im
kommenden Jahr.
Die Versammlung beschäftigte sich aber nicht nur
mit Bundesthemen. Schliffke ging auch auf den vorliegenden Gesetzentwurf für das Klinische Krebsregister in Schleswig-Holstein ein. „Die Konstruktion
dieses Entwurfs wird am Ende ihren Zweck nicht erfüllen können und Chancen sind vertan“, befürchtet
Schliffke. Sie kündigte eine mit den Berufsverbänden abgestimmte Stellungnahme und Interventionen
im Gesetzgebungsprozess an.
Ihre Kritik entzündet sich an der nach KV-Auffassung
fehlenden zeitnahen Bereitstellung von Daten für Behandler, Tumorboards und Fallkonferenzen. „Dazu
braucht man eine elektronische Tumorfallakte, die
OP-Daten, Histologie, Strahlentherapie, Chemotherapie etc. patientenbezogen beinhaltet“, sagte
Schliffke. Die genannten Items sind verpflichtende
Meldeanlässe und die technische Umsetzung wäre
möglich mit entsprechenden Behandler-Logins. Im
bisherigen Entwurf ist dies aber nicht vorgesehen –
im Gegensatz zum Krebsregistergesetz in Hamburg.
Schliffke nannte aber auch Niedersachsen und Berlin/Brandenburg als mögliche Vorbilder, wo das klinische Krebsregister als unabhängiges Modul in ein
Institut der Ärzteschaft eingebettet werden soll – wie
es auch in Schleswig-Holstein von der Ärzteschaft
vorgeschlagen war. Dieses Angebot, so Schliffke,
gelte weiterhin.
Sie vermisst am Gesetzentwurf außerdem Hinweise
auf die Etablierung von Fachkommissionen, die etwa
eine fachliche Steuerungsfunktion übernehmen
könnten. „Stattdessen beansprucht das Ministerium
für sich die Fachaufsicht und möchte sich dazu 2,5
Stellen von der GKV refinanzieren lassen. Das ist ein
Novum in der Gesetzeslandschaft und kaum nachvollziehbar“, sagte Schliffke in ihrem Lagebericht. Es
zeige aber auch, wie technisch, statistisch und epidemiologisch man die Sache sehe – und wie wenig
klinisch.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 37
Schleswig-Holstein
Schlaganfall
Aus dem Open Space in die
reale Hilfe für Betroffene
Von der Idee zur Umsetzung: Erste Vorstellungen, wie die Schlaganfallversorgung im Land verbessert werden könnte, werden nun realisiert.
„Man müsste mal …“ – am Ende der zweiten Kieler
Open-Space-Veranstaltung zum Thema Schlaganfall mangelte es erneut nicht an Ideen, wo Versorgungsprobleme liegen und wie sie gelöst werden
könnten. Man war sich aber auch einig, dass dieses für Ideensammlungen geeignete Format für das
Thema Schlaganfall in Kiel nicht noch einmal benö-

Schlaganfallnetz gegründet
Das Schlaganfallnetz Schleswig-Holstein ist im November an den Start gegangen. Zum Netz haben
sich die vier neurologischen Kliniken in Kiel, Neumünster, Rendsburg und Schleswig zusammengeschlossen. Die Mehrzahl der Patienten kann an
jedem der vier Standorte versorgt werden. Alle vier
verfügen über eine nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifizierte Stroke
Unit. Spezielle Operationen und neue Kathetertechniken sind aber nur am Neurozentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in
Kiel möglich. Übergroße Gerinnsel können nicht
mit Medikamenten aufgelöst werden und müssen
daher mit speziellen Eingriffen durch die Hirngefäße entfernt werden. Das Netz soll dafür sorgen,
dass Patienten, die diese Technik und Operationen
benötigen, aus den anderen Standorten nach Kiel
verlegt werden. Die gleichberechtigten Partnerkliniken wollen einheitliche medizinische Standards
etablieren, um die bestmögliche Versorgung der individuellen Erkrankung zu ermöglichen. „Dass die
beteiligten Kliniken mit Stroke Units ihre Standards
nun vereinheitlichen und Patienten, die der speziellen Intervention bedürfen, untereinander koordinieren, ist neu und bislang nirgendwo so konsequent
umgesetzt“, sagte Kiels Klinikdirektor Prof. Günther
Deuschl. (PM/Red)
38 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
tigt wird. Stattdessen, so die Meinung vieler Teilnehmer, sollten nun konkrete Schritte zur Umsetzung
einzelner Ideen folgen.
An Vorschlägen, was in der täglichen Versorgung alles verbessert werden könnte, mangelte es den über
40 Teilnehmern der vom Unternehmen Pfizer initiierten Ideenfabrik nicht. Das lag auch an der heterogenen Zusammensetzung der Runde: Neben Ärzten
aus Klinik und Praxis waren u. a. Patienten, Vertreter von Krankenkassen, Politik, Selbsthilfegruppen,
Pflege und verschiedene Therapeuten gekommen,
um sich an dem sektorenübergreifenden Austausch
zu beteiligen. Eine der Ideen betraf die soziale Teilhabe, für die nach Auffassung der Teilnehmer u. a.
Autonomie, Motivation, bessere Kommunikation und
Aufklärung erforderlich wären. Auch die Nachsorge,
die Berücksichtigung der knappen Ressourcen, die
Primärprävention, Sekundärprävention und ethische
Fragen gehörten zu den Themen, die die Teilnehmer in Kiel bewegten. Das inzwischen gegründete
Schlaganfallnetz Schleswig-Holstein (Kasten links)
wurde von Initiator Prof. Günther Deuschl auf der
Veranstaltung vorgestellt.
Dass es nicht bei Ideen bleiben muss, zeigt auch
das Thema Schlaganfallring. „Am Ende habe ich befürchtet, dass wir auseinandergehen und nichts bewegt sich“, erinnert sich Jürgen Langemeyer an die
erste Open-Space-Veranstaltung zur Schlaganfallversorgung in Kiel vor rund einem Jahr. Nichts tun
kam für den früheren Geschäftsführer und Unternehmensberater aber nicht infrage – auch nicht als
Schlaganfallpatient, der seit zehn Jahren mit den
Folgen der Erkrankung lebt. Er entwickelte nach der
ersten Open-Space-Veranstaltung eine Konzeptskizze für ein Schlaganfallnetz und verschickte sie
an eine Reihe von Teilnehmern. Die Reaktionen waren zunächst noch überschaubar. Er hätte sich damit
abfinden können und das Ganze als „netten Ver-
Schleswig-Holstein
such“ abhaken können. „Ich stand vor der Wahl, es
vor allem Disziplin und Fleiß für ein Training erforderdabei zu belassen oder richtig Gas zu geben“, sagt
lich sind, damit das Gehirn verlorene Funktionen neu
Langemeyer rückblickend. Er entschied sich für die
lernen kann. Langemeyer will das Angebot des Verzweite Möglichkeit und sprach zunächst potenzielle
eins u. a. über Flyer, die in Rettungswagen und KranSponsoren in der Industrie an. Vier große Firmen
kenhäusern den Angehörigen ausgehändigt werden
konnte er überzeugen, ein Budget für Publikatiosollen, bekannt machen.
nen, Website und weitere Instrumente der ÖffentInzwischen hat er das Thema sogar über die Grenzen
lichkeitsarbeit bereitzustellen. Im Herbst gründete
des Landes hinausgetragen. Auf einer Open-Spaceer zusammen mit sieben weiteren Betroffenen und
Veranstaltung zum gleichen Thema im niedersächAngehörigen den Schlaganfallring als Verein, um
sischen Oldenburg präsentierte Langemeyer das
auf bestehende Defizite
in der Versorgung aufmerksam zu machen und
darauf zu drängen, sie
zu verringern. Die Defizite kennt er aus eigener
Erfahrung: Es entstehen immer wieder Brüche beim Übergang von
der klinischen Versorgung in die Nachsorge.
Die ambulante Betreuung empfindet er oft als
ungeordnet, schlimmer
noch: „Jeder kämpft gegen jeden. Patienten
und Angehörige müssen sich um alles selbst
kümmern, ohne Unter- Jürgen Langemeyer und Stefanie Otte vom Verein Schlaganfall-Ring Schleswig(Foto: Privat)
stützung – und das für Holstein. Patienten, deren Leben
sich komplett geändert hat.“
Konzept des Schlaganfall-Rings und erfuhr mehr als
Die Betroffenen brauchen nach Langemeyers Erfahnur Interesse. Es haben sich schon Teilnehmer bei
rungen vor allem jemanden, der sich die Zeit nimmt,
ihm gemeldet, die sich ein vergleichbares Konzept
sie in ihrer neuen Rolle zu begleiten und zu beraten.
im Nachbarland vorstellen könnten.
Um Unterstützung zu bieten, wollen Langemeyer
Open Space ist ein Format ohne Vorträge. Die Theund seine Stellvertreterin Stefanie Otte Menschen
men für die vor Ort zu bildenden Arbeitsgruppen
zusammenbringen, die auf ehrenamtlicher Basis
bestimmen die Teilnehmer selbst und bringen sich
den Betroffenen helfen. Landesweit sollen Schlagdazu ein. Schlaganfall eignet sich für das Format weanfall-Coaches gewonnen und regelmäßige regigen des bestehenden Handlungsdrucks. In Deutschonale Sprechstunden abgehalten werden. Schon
land tritt alle drei Minuten ein Schlaganfall auf. Mit
heute leisten die Mitstreiter nach Bedarf individuelle
rund 265.000 Fällen pro Jahr ist der Schlaganfall die
persönliche Beratung, unterstützen Selbsthilfegruphäufigste neurologische Akuterkrankung und häufig
pen und haben ein Servicetelefon (04106 60679) einUrsache für Pflegebedürftigkeit und Behinderung. In
gerichtet. Patienten und Angehörige sieht er für die
Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben der DeutUnterstützung der Betroffenen am besten geeignet,
schen Schlaganfall-Gesellschaft jährlich rund 8.000
weil sie ihre eigenen Erfahrungen einbringen und
Schlaganfälle, zunehmend sind auch jüngere, noch
glaubhaft vermitteln können, dass zum Leben nach
berufstätige Menschen betroffen.
Schlaganfall neben einer Akzeptanz der Situation
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 39
Schleswig-Holstein
Frühförderung
Stigmatisierung von Kindern mit
Sprachauffälligkeiten vermeiden
2. Fortbildung der Fortbildungsreihe der AG Frühförderung bei der Ärztekammer: Sprachentwicklung im Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Therapie.
184 Teilnehmer aus allen Bereichen der Frühförderung waren nach Bad Segeberg zu Vorträgen von
Dietlinde Schrey–Dern (Lehrbeauftragte im Studiengang Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH
Aachen und des FH Janneum Graz), der Spracherwerbsforscherin Prof. Gisela Szagun und der
Sprachheilpädagoginnen Silvia John und Ulrike Malatantis-Ewert gekommen.
„Sprache hat eine große Bedeutung für viele weitere Entwicklungs- und Leistungsbereiche. Daher
ist es erforderlich, sprachliche Schwächen oder sogar eine Sprachentwicklungsstörung rechtzeitig zu
erkennen und angemessene Interventionen einzuleiten.“ Szagun machte damit deutlich, warum die
Sprachentwicklung hohe Aufmerksamkeit verdient.
Wie immer steckt aber der Teufel im Detail: Was ist
eine sprachliche Schwäche? Wann genau können
wir von einer Sprachentwicklungsstörung sprechen?
Wann ist welche Intervention „angemessen“?
Schrey-Dern referierte die interdisziplinäre S2–Leitlinie zur Diagnostik der Sprachenentwicklungsstörungen, angereichert mit Erfahrungen aus ihrer
umfangreichen therapeutischen und Lehrtätigkeit.
Sie lieferte Beispiele für den durch gruppenspezifische Idiome und Dialekte erweiterten Normalbereich, aber auch für Pathologien. Die normale
Sprach- und Sprechentwicklung zeigt eine hohe
Variabilität, abhängig von genetischen, persönlichen und externen Faktoren. Normale Varianten der
Sprachentwicklung, umgebungsbedingte Sprachauffälligkeiten und Sprachentwicklungsstörungen
können sehr ähnlich aussehen. Das „Auffällige“ ist
häufig nicht das „Gestörte“, Therapiebedürftige. Dialekte sind normal. Andere Sprachauffälligkeiten
bedürfen der Anregung und Förderung, nicht einer
medizinischen Therapie. Es gibt klare Kriterien zur
Unterscheidung der therapiebedürftigen Sprachentwicklungsstörungen von den förderungs- oder
40 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
beobachtungswürdigen Verzögerungen und Auffälligkeiten: Das gleichzeitige Vorliegen zeitlicher und
inhaltlicher Abweichungen von der normalen Entwicklung in mehreren sprachlich-kommunikativen
Bereichen und das Fehlen einer Aufholentwicklung
in einem definierten Beobachtungszeitraum sind
hier wegweisend. Zusätzlich bestehende Erkrankungen müssen bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden. Das Interventionsspektrum reicht
von Elterntraining bis zur fachgerechten logopädischen Therapie. Der Erfolg aller Maßnahmen ist an
eine hohe Qualifikation der fördernden und therapierenden Personen, eine konsequente Umsetzung und
den Einbezug und die Anleitung der Eltern gebunden. Positive Effekte wurden bei den expressiven
phonologischen und lexikalischen Störungen gezeigt. Die grammatischen und rezeptiven Störungen
seien weniger erfolgreich zu behandeln.
Szagun stellte den aktuellen Stand der Spracherwerbsforschung vor. Die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Leit- und Richtlinien für die
Unterscheidung zwischen normaler und gestörter Entwicklung ist wegen der Variationsbreite der
normalen Sprachentwicklung bis ins Schulalter hinein schwierig. Dabei variieren der Beginn des Erwerbs einer Sprachstruktur, die Geschwindigkeit der
Entwicklung und der Zeitpunkt des Erreichens der
90-prozentigen Korrektheit stark. Bis zum vierten
Geburtstag ist eine wissenschaftlichen Kriterien genügende Definition der unteren zehn Perzentile des
Entwicklungsbereiches nicht möglich. Daher gibt es
kein Testverfahren, das als sichere Grundlage einer
Therapieentscheidung dienen kann. Beispiel: Für
das diagnostische Etikett „late talker“ für zweijährige
Kinder, die weniger als 50 aus 260 Wörtern des ELFRA Sprachfragebogen sprechen, und das daraus
abgeleitete Risiko für die Sprachentwicklung sind
für die Vorhersagekraft des diagnostischen Kriteri-
Schleswig-Holstein
ums und die Wirksamkeit daraus abgeleiteter therapeutischer Interventionen nicht erwiesen. Ein oft
gefordertes generelles Screening mit dem Ziel therapeutischer Intervention ist zu diesem Zeitpunkt nicht
sinnvoll. Ein halbstandardisierter Überblick über die
expressiven und rezeptiven sprachlichen Fähigkeiten des Kindes ist jedoch als Ausgangspunkt für die
Beobachtung der weiteren Sprachentwicklung wichtig. Als wirksam bei vermuteter Entwicklungsverzögerung hat sich die Beratung und Anleitung der
Eltern zu sprachförderndem Verhalten erwiesen. Ab
dem vierten Geburtstag ist eine sichere Unterscheidung zwischen dem medizinischen Krankheitsbild
der umschriebenen Sprachentwicklungsstörung
USES und der Sprachentwicklungsverzögerung
aufgrund mangelnder Sprachbeherrschung möglich. Davon abzugrenzen ist scheinbar mangelnde
Sprachbeherrschung, beispielsweise der Gebrauch
eines Dialektes oder der Rückfall in Babysprache in
entsprechendem Umfeld. Nur die USES ist eine Indikation für die Heilmittelverordnung von Logopädie
zulasten der Versichertengemeinschaft. Abschließend stellten John und Malatantis-Ewert das integ-
rative Sprachbildungskonzept in Schleswig-Holstein
vor. Zentrale Punkte sind die durchgängige alltagsintegrierte Sprachbildung im vorschulischen Bereich
sowie die enge Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Schulen. Verschiedene Programme
gehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von
Kindern mit Sprachauffälligkeiten aufgrund eines ungünstigen sozioökonomischen oder Migrationshintergrundes ein. Der Übergang dieser Kinder in die
Schulen wird begleitet. Ihr Wunsch war die Qualifizierung aller in Kindertagesstätten tätigen Mitarbeiter zur Sprachanregung. Nach der Diskussion waren
sich Publikum und Vortragende einig: Die Stigmatisierung von Kindern mit Sprachauffälligkeiten sollte
vermieden werden. Die Herstellung eines kommunikations- und sprachförderlichen Klimas muss
Kernkompetenz in allen kinderbetreuenden Einrichtungen sein. Die Herstellung eines solchen Klimas
kann nur mit Einsatz professioneller Mittel und gezielter Qualifikation aller Beteiligten gelingen. Beratung, Anleitung und Einbeziehung der Eltern sind
wesentliche Voraussetzungen. Dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Dethleff Banthien
Ausgabe 12 | Dezember 2014 41
Mitteilungen der Akademie
Schleswig-Holstein
Akademie für medizinische Fortund Weiterbildung
Esmarchstr. 4
23795 Bad Segeberg
Leiterin: Helga Pecnik, M. A.
Kindernotfälle – Kindertrainings­
zirkel KiTZ
Die präklinische Versorgung von Kindern jeden Alters
stellt regelmäßig eine große Heraus­forderung dar. Da
Kinder keine „kleinen Erwachsenen“ sind, gilt es in allen Altersgruppen Besonderheiten zu berücksichtigen und Fall­stricke zu vermeiden. Glücklicherweise
erkran­ken Kinder im Vergleich zu Erwachsenen seltener schwer. Andererseits begünstigt die somit fehlende Routine Stress und Unsicherheit, sowie in der
Folge eine nicht optimale Versorgung pädiatrischer
Notfallpatienten. Aktuelle medizinische Handlungsempfehlungen deutscher wie internationaler Fachgremien sowie moderne Konzepte der Teamarbeit
und Stressbewältigung wurden von einer Experten­
gruppe der AGNN zu einem praxisnahen Trai­ning
(KiTZ) integriert. Anhand von simulierten Fallbeispielen erlernen die Teilnehmer das strukturierte Vorgehen bei Kindernotfällen, die dafür notwendigen
praktischen Fertigkeiten und wenden diese in Fallsimulationen an. Innerhalb eines Kalenderjahres finden
jeweils vier Veranstaltungen mit unterschiedlichem
Themenschwerpunkt (Atemstörungen, Kreislauf/Bewusstseinsstörungen, Trauma/akute Schmer­zen,
Wiederbelebung von Kindern – Basis- und erweiterte Maßnahmen nach den aktuellen internationalen
Leitlinien) statt. Hierbei werden Vorträge, praktische
Übungen (Atemwegssiche­rung, Beatmung, Kreislaufzugang u. a.) und Fallbeispiele kombiniert. Das
KiTZ-Training versteht sich als ergänzende Vertiefung, nicht aber als Ersatz für die umfangreicheren
Leitlinienkurse von AHA und ERC. Ideal – aber nicht
zwingend erforderlich – ist die Teilnahme an allen vier
Veranstaltungen.
Termine:
29. Januar 2015 Atemwege/Atmung (A/B-Probleme),
26. März 2015 Kreislauf/Bewusstsein (C/D-Probleme),
4. Juni 2015 Trauma/Akutschmerz/Brandverletzung,
5. November 2015 Wiederbelebung von Kindern
42 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Telefon 04551 8813 166
www.aeksh.de
akademie@aeksh.de
Veranstaltungen Januar 2015
9.-18. Januar, Beginn: 16:00 Uhr
Basiskurs Palliativmedizin
Warteliste
10. Januar, 9:00-13:00 Uhr
Kooperationsveranstaltung 25. Kieler Symposium für Operative Dermatologie und DermatoOnkologie
17. Januar, 9:30-16:45 Uhr, 2 Termine
Progressive Relaxation – Einführung
21. Januar, 16:30-19:45 Uhr, 8 Termine
Balint-Gruppe
21. Januar, 16:00-19:30 Uhr
Mukoviszidose in der Praxis – was ist neu, was
ist Standard? – Seminarreihe Allgemeinmedizin
24. Januar, 9:00-16:30 Uhr
Aktualisierung der Fachkunde im
Strahlenschutz
Warteliste
24. Januar, 9:15-12:00 Uhr
Das Symptom aus tiefenpsychologischer und
verhaltenstherapeutischer Sicht – eine Debatte
über die „richtige“ Technik
25. Januar, 9:30-16:30 Uhr, 4 Termine
Interaktionelle Fallarbeit (IFA-Gruppe)
29. Januar, 17:00-21:00 Uhr
Kindernotfälle – Kindertrainingszirkel (KiTZ) –
Atemwege/Atmung (A/B-Probleme)
30. Januar, Beginn: 15:00 Uhr, 3 Termine
Akupunktur – Block A
31. Januar, 9:30-17:00 Uhr
Notfalltherapie von Herzrhythmusstörungen in
der Praxis
31. Januar, 9:30-16:45 Uhr, 4 Termine
Balint-Gruppe
Warteliste
Schleswig-Holstein
Gesundheitsschutz im Alter
Ältere Beschäftigte wollen neues
Verhältnis von Arbeit und Freizeit
Tagung des Sozialrechtsverbundes Norddeutschland in Lübeck: Reicht der Gesundheits- und Sozialschutz für die „Silver Worker“ aus?
Viele im Rentenalter Beschäftigte geben als Motive
Freude an der Arbeit und soziale Kontakte an, das
Motiv der Notwendigkeit („Altersarmut“) ist aber
ebenfalls von Relevanz. Zugleich jedoch fehlt es für
diese Gruppe zum Teil an präventivem Schutz im Betrieb und an sozialrechtlichen Schutznormen, etwa
beim Rehabilitationsbedarf.
Ausgangspunkt der Tagung war die Beschreibung
des Paradigmenwechsels von der „großen Koalition
der Frühverrentung“ zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit – heute Ziel von Renten-, Arbeitsmarkt- und
Wirtschaftspolitik, wie Prof. Gerhard Naegele von
der TU Dortmund anmerkte. Dieser Umschwung sei
„hoch voraussetzungsvoll“ und erfordere Änderungen auf mehreren Ebenen, u. a. ein besseres „Age
Management“ im Betrieb. Dies liege auch an der Verschiedenheit der oft als „Silver Worker“ bezeichneten älteren Arbeitnehmer, die besonders bei höherer
Qualifikation weiter arbeiten wollten, überwiegend
in Teilzeit und selbstbestimmt – also nicht einfach
in Fortführung bisheriger Arbeit, sondern in einem
neuen Verhältnis von Arbeit und Freizeit, wie Prof. Sebastian Brandl aus Schwerin zu bedenken gab. Leider gebe es aber kaum Schutzvorschriften, die dem
geminderten Leistungsvermögen älterer Erwerbstätiger Rechnung trügen, sagte Prof. Hans-Joachim
Reinhard (Fulda/München). Und: „Die wenigen spezifischen Fördermöglichkeiten für die Eingliederung
älterer Menschen (Sozialgesetzbuch III) wurden entweder gestrichen oder laufen aus.“
Daher sei zu überlegen, ob die bestehenden sozialversicherungsrechtlichen Regelungen für Altersrentner nicht dem weithin betonten Bedürfnis nach
Weiterarbeit angepasst werden sollten, forderte Prof.
Maximilian Fuchs (Universität Eichstätt-Ingolstadt).
Speziell zur Gesundheitsversorgung wies Dr. Matthias Bethge vom Institut für Sozialmedizin und
Epidemiologie des UKSH in Lübeck auf die Unterver-
sorgung älterer Beschäftigter in der medizinischen
Rehabilitation hin. Jüngere Rehabilitanden würden
„verdeckt priorisiert“, obwohl Rehamaßnahmen bei
Älteren nachweisbar die Arbeitsfähigkeit verbesserten, Fehlzeiten verringerten und die Notwendigkeit
von Erwerbsminderungsrenten reduzierten. Besonders Rehaleistungen für Teilqualifikationen seien
hier wegen ihres individuellen Zuschnitts häufig
wirksamer als langdauernde Maßnahmen zur Vollqualifikation, wie bei Jüngeren üblich. Als „Lotsen“
für die Rehabilitation und eine stufenweise Wiedereingliederung stünden die Betriebs- und Werksärzte
zur Verfügung.
Vonseiten der Gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV) monierte Dr. Eckhard Bloch (DAG Gesundheit)
den Nachholbedarf: „Über die Prävention hinaus
müssen auch und gerade bei älteren Beschäftigten die Möglichkeiten der Vorsorge und Rehabilitation noch stärker genutzt werden.“ Die Gesundheit
älterer Beschäftigter hänge vom Zusammenwirken
verschiedener Akteure ab: vom Arbeitgeber, der Sozialversicherung und vom Versicherten selbst. Die
GKV leiste mit ihrem Anteil beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement einen wesentlichen Beitrag
– ebenso die Unfallversicherung, so Stephan Köhler
(Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege in Hamburg).
Am Ende stand die ehrenvolle Verabschiedung von
Prof. Gerhard Igl, des maßgeblichen Initiators des
Sozialrechtsverbundes Norddeutschland. Er scheidet altersbedingt als Direktor des Instituts für Sozialrecht der Kieler Universität aus. Sein renommiertes
Institut, das über fast einzigartige Erfahrungen z. B.
im Recht der Privaten Krankenversicherung verfügt,
wird geschlossen. Aber dem Tenor dieser Tagung
entsprechend dürfen wir auf seine weitere Aktivität
im Gesundheitswesen hoffen.
Horst Kreussler
Ausgabe 12 | Dezember 2014 43
Schleswig-Holstein
Postpartale psychische Störungen
Schnelle und unkomplizierte Hilfe
bei postpartalen Störungen
Hebammen und Psychotherapeuten diskutieren über neue psychotherapeutische
Versorgungsansätze für Eltern und Kinder.
Die Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung postpartaler psychischer Störungen stand
im Mittelpunkt des Workshops „Müttergesundheit –
Kindergesundheit“, initiiert vom Qualitätszirkel integrative Psychotherapie in Kiel. Ausgehend von der
Tatsache, dass bei frühen seelischen Auffälligkeiten
(„Schreibaby“, Störungen des Schlaf-, Wachrhythmus etc.) und einer verunsicherten Beziehung
zwischen Baby und Eltern therapeutische Interventionen äußerst erfolgversprechend sind, fand unter
Moderation von Gerhard Leinz in seiner Praxis ein intensiver und konstruktiver Austausch zwischen Hebammen und Psychotherapeuten statt.
Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Katja Pehlke aus Kiel gab zunächst einen Einblick in
ihren Berufsalltag: Bei älteren Kindern, die zur psychotherapeutischen Behandlung zu ihr kämen, sehe
sie häufig seelische Belastungen, deren Anfänge bereits in früher Kindheit im Miteinander von Eltern und
Baby zu finden seien. Dabei könnte ihrer Meinung
nach Kindern und Eltern viel Leid und Behandlungsaufwand erspart werden, wenn schon postpartal
psychotherapeutische Hilfestellungen für Mütter und
Väter gegeben wären. Auch die Hebammen schilderten ihre Beobachtung, dass Mütter immer seltener intuitiv auf ihre Säuglinge reagieren und weniger
den wichtigen Blickkontakt halten. Sie betonten vor
allem die Notwendigkeit kurzfristiger Hilfe in Krisensituation und riefen dazu auf, die Bedeutung der Väter nicht außer Acht zu lassen. Hier greift der von
Leinz präsentierte integrative psychotherapeutische
Ansatz: Hebammen sollten im Rahmen des bereits
bestehenden ambulanten Behandlungssystems die
Möglichkeit bekommen, bei Auffälligkeiten nach
Geburten frühzeitig die Weichen für eine psychotherapeutische Behandlung von Müttern und Kindern zu stellen. Passgenaue Behandlungsansätze
bei psychischen Störungen müssten entwickelt und
44 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
kurzfristig ohne bürokratischen Vorlauf umgesetzt
werden. Leinz grenzte diesen Behandlungsansatz
von der integrierten Versorgung ab, die häufig mit
einem langen Vorlauf von Vertragsverhandlung und
Ressourcen-Verschwendung einherginge. Zudem
würden dabei meist recht bürokratisch belastete
standardisierte Konstrukte entwickelt, die vor allem
auf Versorgung zielten und in denen die Psychotherapeuten oft nur untergeordnet beteiligt seien. Das
Ziel sei aber eine verzahnte Zusammenarbeit von
Psychotherapeuten in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung. Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut könnte sich beispielsweise mit
der Eltern-Kind-Interaktion beschäftigen und ein Erwachsenen-Therapeut die Behandlung psychischer
Störungen der Mütter übernehmen. Als bedeutsames Beispiel nannte der Moderator des Abends vor
allem die postpartale Depression.
Die Grundidee der Psychotherapie für Mütter besteht dabei aus einer kombinierten integrativen einzel- und gruppentherapeutischen Behandlung. So
könne zum einen die individuelle Betroffenheit der
Mütter in Einzelgesprächen bearbeitet und zum anderen auch Vernetzung und vertrauensvoller Austausch von betroffenen Müttern in kleinen Gruppen
erreicht werden. Die Workshop-Runde zeigte sich
in diesem Zusammenhang erfreut über einen Sondervertrag der Kassenärztlichen Vereinigung, der
die Möglichkeiten für kombinierte einzel- und gruppentherapeutische Behandlungen verbessert habe,
allerdings nur für Versicherte der Techniker Krankenkasse und der Barmer GEK.
Gastgeber Leinz stellte klar, dass er im Gesamtmix
seiner Praxis für die Mütter ein Zeitreservoir freihalten könne und auch die Väter einbezogen werden
sollten. Vonseiten der Hebammen wurde dieses Angebot begrüßt und der Wunsch nach einer Entwicklung der Zusammenarbeit geäußert. Anne Mey
Schleswig-Holstein
Gesundheitsreport
Diagnose psychische Erkrankung
bei jedem dritten Erwerbstätigen
Barmer GEK stellt aktuellen Gesundheitsreport vor. Diagnose Depression wird
bei Frauen doppelt so oft gestellt wie bei Männern.
Bei fast jedem dritten Erwerbstätigen wird innerhalb eines Jahres mindestens einmal eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Schleswig-Holstein
liegt dabei mit 30,2 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt (29,7 Prozent). Zu einer Arbeitsunfähigkeit führt die Diagnose zwar bei weniger als einem
Fünftel der betroffenen Erwerbstätigen, aber wenn,
dann dauert die Genesung mit 48,7 Tagen so lange
wie bei keiner anderen Erkrankung.
Diese und weitere Zahlen gab die Barmer GEK vergangenen Monat in ihrem aktuellen Gesundheitsreport bekannt. Für den Report waren die Daten von
151.000 Schleswig-Holsteinern ausgewertet worden.
Ein weiteres Ergebnis betrifft den Unterschied zwischen den Geschlechtern. „Frauen tauchen in den
Statistiken deutlich häufiger auf als Männer. Auf 100
versicherte erwerbstätige Frauen kommen 9,1 Arbeitsunfähigkeitsfälle und 442 Arbeitsunfähigkeitstage, während es bei Männern nur 5,5 Fälle und 275
Tage sind“, sagte Schleswig-Holsteins Barmer-Chef
Thomas Wortmann bei der Vorstellung des Reports.
Er führt dies u. a. darauf zurück, dass Frauen in aller Regel früher Hilfe suchen als Männer. Und: „Bei
Männern werden zudem die Symptome vielfach verkannt und sie gehen ja meist erst zum Arzt, wenn es
brennt“, sagte Wortmann.
Unter den psychischen Erkrankungen wird die Diagnose Depression am häufigsten gestellt – bei Frauen
doppelt so häufig wie bei Männern. Zweithäufigste
Diagnose sind somatoforme Störungen, gefolgt von
Reaktionen auf schwere Belastungen. „Psychische
Erkrankungen haben sich in Art und Häufigkeit verändert. Bestimmte Krankheitsbilder treten heute
deutlich vermehrt auf, manche sind auch vollkommen neu. Wir haben es dabei mit Depressionen,
Ängsten, Zwängen und Problemen bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen, zum Beispiel
schweren Erkrankungen oder Pflegesituationen zu
tun“, gab Diplom-Psychologe Heiko Borchers zu
bedenken. Borchers ist Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV).
„Das häufig thematisierte Burnout-Syndrom kommt
in den Daten der Krankenkassen nur selten vor, da
es hierfür keinen eigenständigen Diagnose-Schlüssel gibt. Dahinter stehen vielmehr Risikofaktoren für
dann im weiteren Verlauf auftretende psychische
Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen“,
sagte Wortmann dazu.
Ein weiterer Punkt aus dem Bericht betrifft den Zusammenhang zwischen Therapeutendichte und
Psychotherapien. „Dort, wo es die größte Therapeutendichte gibt, werden auch die höchsten Therapieraten festgestellt“, heißt es im Bericht. So erhielten
in Heidelberg bei 129 Psychotherapeuten je 100.000
Einwohner 6,7 Prozent der erwerbstätigen Versicherten eine Psychotherapie, in Dithmarschen bei
11,9 Therapeuten je 100.000 Einwohner nur 1,6 Prozent. In Lübeck, wo mit 49,3 Psychotherapeuten je
100.000 Einwohner die größte Behandlerdichte in
Schleswig-Holstein besteht, sind es vier Prozent.
Neben den psychischen Erkrankungen gibt der auch
für andere Bundesländer erstellte Report einen umfassenden Überblick zu Arzneimittelversordnungen
und Behandlungsdaten in Krankenhäusern. Auffällig ist, dass es im bundesweiten Vergleich nirgends
so viele Arbeitsunfähigkeitstage auf 100 Versicherte
gibt wie in Flensburg (472 Tage). Zu den 25 Kreisen
und Städten mit den meisten AU-Tagen in Deutschland zählen auch Neumünster (425 Tage), Kiel (398),
Lübeck (395), sowie Schleswig-Flensburg (393) und
Segeberg (392). Auch die sich wandelnde Arbeitswelt mit starkem Termin- und Leistungsdruck sowie
Arbeitsunterbrechungen werden als belastend für
die Gesundheit genannt.
Dirk Schnack
Ausgabe 11 | November 2014 45
Personalia
Geburtstage
Veröffentlicht sind nur die Namen der Jubilare, die
mit der Publikation einverstanden sind.
Dr. Manfred Berger, Schleswig,
feiert am 18.01. seinen 75. Geburtstag.
Jens Clasen, Bargteheide,
feierte am 01.12. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Angelika Stegemann, Lindau b. Kiel,
feiert am 19.01. ihren 70. Geburtstag.
Hans-Detlef Röhm, Schleswig,
feiert am 01.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Eckhard Fixson, Norderstedt,
feiert am 21.01. seinen 80. Geburtstag.
Priv.-Doz. Dr. Helmut Rogge, Thumby,
feiert am 01.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Hans Günther Horst, Ratzeburg,
feiert am 21.01. seinen 85. Geburtstag.
Dr. Bärbel Mahler, Breklum,
feiert am 04.01. ihren 75. Geburtstag.
Rainer Schmölz, St. Michaelisdonn,
feiert am 22.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Peter Thomsen, Bad Schwartau,
feiert am 06.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Jürgen Markhoff, Kronshagen,
feiert am 23.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Hans Heinrich Harder, Heide,
feiert am 08.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Meinhard Sziegoleit, Heidgraben,
feiert am 23.01. seinen 75. Geburtstag.
Dr. Peter Kahnt, Bargteheide,
feiert am 09.01. seinen 85. Geburtstag.
Dr. Karl-Wilhelm Prenz, Flensburg,
feiert am 25.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Hans-Jürgen Müller, Timmendorfer Strand,
feiert am 10.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Axel Mai, Altenholz,
feiert am 27.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Birgit von Minckwitz, Dobersdorf,
feiert am 13.01. ihren 70. Geburtstag.
Dr. Volker Warnke, Kiel,
feiert am 27.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Walther Riedel, Kiel,
feiert am 13.01. seinen 85. Geburtstag.
Johannes Garbe, Fehmarn,
feiert am 28.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Petros Pyriki, Bad Malente-Gremsmühlen,
feiert am 14.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Friedrun Jäde, Plön,
feiert am 28.01. ihren 75. Geburtstag.
Prof. Dr. Fred Schulze, Geesthacht,
feiert am 14.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Ingrid Hell, Kiel,
feiert am 30.01. ihren 90. Geburtstag.
Dr. Harald Schmidt, Tönning,
feiert am 15.01. seinen 70. Geburtstag.
Dr. Horia-Joan Tomutia, Preetz,
feiert am 31.01. seinen 75. Geburtstag.
Dr. Jürgen Rüther, Kiel,
feiert am 17.01. seinen 80. Geburtstag.
Dr. Ludger Triltsch, Bad Malente-Gremsmühlen,
feiert am 31.01. seinen 70. Geburtstag.
Wir gedenken der Verstorbenen
Dr. Wolfgang Pilz, Kaltenkirchen,
geboren am 18.12.1946, verstarb am 12.10.2014.
Dr. Bodo Grahl, Lauenburg/Elbe,
geboren am 20.10.1928, verstarb am 14.10.2014.
Michael Drescher, Lübeck,
geboren am 27.03.1979, verstarb zwischen dem
22.10. und dem 26.10.2014.
46 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Dr. Theresia Priebe, Lübeck,
geboren am 10.11.1915, verstarb am 31.10.2014.
Dr. Friederike Rebeski, Molfsee,
geboren am 26.01.1961, verstarb am 02.11.2014.
Dr. Hans-Jürgen Weigle, Lensahn,
geboren am 03.04.1923, verstarb am 14.11.2014.
Personalia
Kinderdiabetes-Lotsin für Schleswig-Holstein
Dr. Simone von Sengbusch wird Kinderdiabetes-Lotsin in Schleswig-Holstein. Die Oberärztin in der Klinik
für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck,
ist auch Leiterin der „Mobilen Diabetes-Schulung
Schleswig-Holstein“. Ihre neue Aufgabe übernimmt
sie zum 1. Januar 2015. Das Projekt ist nach Angaben
des UKSH in dieser Form einmalig in Deutschland. Es
läuft über drei Jahre und wird von der Damp-Stiftung
gefördert.
Als Kinderdiabetes-Lotsin möchte von Sengbusch
auf Institutionen des Gesundheitswesens, Behörden
und Ansprechpartner für Inklusion zugehen, die Kinder mit Diabetes Typ 1 betreuen. „Mein Ziel ist es, bestehende Hürden zu analysieren und sie gemeinsam
mit den Beteiligten durch fachlichen Austausch und
Optimierung der Prozesse zu überwinden“, sagte die
Kinderärztin, die 1999 die mobile Schulung zunächst
ebenfalls als Modellprojekt initiiert hatte. Durch die
mobile Schulung hat sich die Situation diabeteskranker Kinder im Land nach Beobachtung des UKSH
„deutlich verbessert“. So gibt es z. B. in jeder Kinderklinik des Landes heute ein qualifiziertes Diabetes­
team und einen einheitlichen Behandlungsstandard,
hieß es in einer Mitteilung.
Von Sengbusch sieht aber trotz erreichter Fortschritte weiterhin Handlungsbedarf: „Die Insulintherapie des Typ 1 Diabetes ist im Leben eines Kindes
immer präsent und stellt alle Beteiligten, die die Kinder im Tagesverlauf betreuen, z. B. in Kindergärten und Grundschulen, vor eine Herausforderung.
Insbesondere für Kinder, die eingeschult werden,
möchte ich mit allen Beteiligten ein Konzept entwickeln, das in ganz Schleswig-Holstein angewendet
werden kann.“
Ein weiteres Ziel der Kinderdiabetes-Lotsin: Die Eltern der betroffenen Kinder sollen in Zukunft besser informiert werden. „Sie wissen oft nicht, wo ihre
Ansprechpartner sitzen und welche Hilfen sie in Anspruch nehmen können. Das muss sich ändern“,
sagt von Sengbusch.
Im Aufbau befindet sich bereits eine Internetpräsenz,
die Eltern ebenso wie Kliniken und Institutionen im
Gesundheitswesen – bezogen auf Schleswig-Holstein – ein breites Spektrum an Informationen zum
Kinderdiabetes bieten soll. In Schleswig-Holstein leben laut Mitteilung des UKSH rund 1.000 Kinder und
Jugendliche unter 18 Jahren, die an Typ 1 Diabetes
leiden. Jedes Jahr erkranken 120 Kinder neu daran.
(PM/Red)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 47
Personalia
Nachruf Prof. Dr. Dr. jur. Reinhard Wille
Reinhard Wille (Foto: Bosinski)
Reinhard Wille wurde am 19. August 1930 als Sohn
eines Gerichtsmediziners in Berlin geboren. 1948 begann er sein Medizinstudium in Kiel und galt nach Erteilung der Approbation im Jahr 1953 seinerzeit als
der jüngste Arzt Deutschlands. Bis 1959 absolvierte
er ein Jurastudium in Hamburg, um 1961 mit einer
doppelten Promotion (in Medizin und Jura) zunächst
Assistent und später Oberarzt am Kieler Institut für
Gerichtliche und Soziale Medizin zu werden. 1970
bis 1971 war er (bundesweit einmalig: als Privatdozent) Dekan der Medizinischen Fakultät. Im Jahr 1973
wurde er Universitätsprofessor und Leiter der neu gegründeten Sexualmedizinischen Forschungs- und
Beratungsstelle am Klinikum der Universität Kiel.
Willes Schwerpunkt in Forschung, Lehre und Patientenversorgung war die Forensische Sexualmedizin.
Das zeigte sich schon in seiner Habilitationsschrift
im Jahr 1968: „Die forensische psychopathologische
Beurteilung der Exhibitionisten, Pädophilen, Inzestund Notzuchttäter“. Seine Erkenntnisse über motivationale Hintergründe und Verläufe verschiedener
Tätergruppen fanden Eingang in die Reform des Sexualstrafrechts im Jahr 1973, bei der erstmalig auch
explizit therapeutische Überlegungen vom Gesetzgeber berücksichtigt wurden. Als bundesweit gefragter
Sachverständiger in unzähligen Sexualstrafrechtsverfahren konnte er immer wieder belegen, „dass
kein Bereich menschlichen Verhaltens so weit entfernt ist von der rationalen Steuerung wie die Sexu48 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
alität“. Darüber hinaus hat Reinhard Wille im Laufe
seiner Tätigkeit hunderte Transsexuelle klinisch, wissenschaftlich und auch rechtspolitisch begleitet: Bereits 1964 wurde nach seiner Indikationsstellung die
nach dem Krieg deutschlandweit erste operative Geschlechtsumwandlung an der Kieler Universitätsklinik für Urologie durchgeführt. Wille begleitete diesen
Patienten auch bei seinem Gang durch alle Instanzen
und war schließlich maßgeblich an der Etablierung
des „Transsexuellengesetzes“ im Jahr 1980 beteiligt. Ausgehend von der immensen Bedeutung sexualmedizinischer Störungsbilder für den Einzelnen,
seine Partnerschaft und (zumal im Falle sexualdelinquenten Verhaltens) oft auch für die Gesellschaft, war
es stets Willes Bestreben, der Sexualmedizin einen
„sittlichen Platz“ im Konzert der anerkannten medizinischen Spezialisierungen zu sichern. Oft stieß er
dabei auf Unverständnis und Widerstände. Er blieb
jedoch hartnäckig, hatte ihm seine große klinische
Erfahrung doch immer wieder gezeigt, wie groß der
Mangel an sexualmedizinisch qualifizierten Sachverständigen und Therapeuten ist. Als Mitbegründer der
Gesellschaft für Praktische Sexualmedizin und der
Akademie für Sexualmedizin legte er die Grundlagen für die seit 2007 in der Weiterbildungsordnung
der Berliner LÄK verankerte und nun für die gesamtdeutsche (M)WBO angestrebte „Zusatzbezeichnung
Sexualmedizin“. Daneben war er langjähriger Vorsitzender der Landesstelle für Suchtgefahren und
AIDS-Beauftragter des Landes Schleswig-Holstein.
Für seine zahlreichen Verdienste wurde ihm 1994 das
Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Willes Vorlesungen waren bei Medizinern, Psychologen und Juristen gleichermaßen beliebt. Sein fundiertes Wissen fand seinen Niederschlag in 177
Veröffentlichungen. Neben über 70 von ihm betreuten medizinischen Dissertationen hat Reinhard Wille
als einziger deutscher Universitätsprofessor 1994
und 1997 zwei Ärzte zur Habilitation im Fach „Sexualmedizin“ geführt: Klaus M. Beier wurde 1996 Gründungsdirektor des Instituts für Sexualwissenschaft
und Sexualmedizin an der Berliner Charité; der Autor dieses Nachrufs leitete bis zu deren Auflösung im
Jahr 2013 die Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Reinhard Wille verstarb am 26. September 2014 im Alter
von 84 Jahren. (Hartmut A.G. Bosinski)
Personalia
Lübecker Wissenschaftspreise verliehen
Die Wissenschaftspreise der Universität Lübeck wurden in einer Feierstunde im Rathaus der Hansestadt
verliehen. Dr. rer. nat. Bernhard Gleich wurde mit
dem Professor-Otto-Roth-Preis ausgezeichnet. Damit wurde seine Doktorarbeit „Principles and Applications of Magnetic Particle Imaging“ gewürdigt, die
er am Institut für Medizintechnik der Universität angefertigt hat. In seiner Arbeit stellt Gleich eine neue
bildgebende Methode vor, die die dreidimensionale
Verteilung von magnetischem Material mit hoher
räumlicher und zeitlicher Auflösung bestimmt.
Dr. rer. nat. Christian Karsten erhielt den ebenfalls
mit 2.500 Euro dotierten Heinrich-Dräger-Wissenschaftspreis 2014. Er wurde damit für seine Fachveröffentlichung „Anti-inflammatory activity of IgG1
mediated by Fc galactosylation and association of
FcγRIIB and Dectin-1“ ausgezeichnet. In dieser Arbeit konnte Karsten einen bisher noch unbekannten
Mechanismus beschreiben, über den Antikörper in
der Lage sind, komplementvermittelte Immunreak-
tionen zu hemmen. Dieser Effekt ist stark von der
jeweiligen Struktur des Antikörpers abhängig. So
wirken lediglich diejenigen Antikörper hemmend,
die bestimmte Zuckerstrukturen aufweisen. Fehlen
diese Strukturen, ist der entzündungshemmende Effekt nicht mehr zu beobachten. Die von Karsten beobachteten Effekte liefern Erkenntnisse zur Rolle von
Antikörpern bei der Kontrolle von komplementvermittelten Entzündungsreaktionen und Autoimmunerkrankungen.
Die mit jeweils 1.500 Euro dotierten staatlichen Universitätspreise der Lübecker Universität wurden für
herausragende Doktorarbeiten aus den Sektionen
der Universität vergeben. Preisträger für die Sektion
Medizin ist Dr. Frederick Strang. Er erhielt den Preis
für seine Dissertation „Pentameric C-reactive protein
dissociation on microparticles following myocardial
infarction and in the pathogenesis of Alzheimer’s disease“, die er in der Medizinischen Klinik II angefertigt hat. (PM/Red)
Kieler Kinderkardiologen werden gefördert
Über eine Projektförderung der Deutschen Herzstiftung und eine wissenschaftliche Auszeichnung können sich zwei Mitarbeiter der Klinik für angeborene
Herzfehler und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel,
freuen. Den mit 5.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädia­trische
Kardiologie (DGPK) erhielt Dr. Jana Logoteta. Sie
wurde für die Arbeit mit dem Titel: „Differenzierte Untersuchung der Herzfunktion von Kindern mit dem
Hypoplastischen Linksherzsyndrom“ ausgezeichnet. Logoteta wurde insbesondere für eine Studie
zur spezialisierten HLHS-Diagnostik ausgezeichnet,
die im Jahr 2013 im International Journal of Cardiology veröffentlicht wurde. Sie konnte zeigen, dass die
Pumpfunktion der rechten Herzkammer von den Eigenschaften der „neuen“ Hauptschlagader wesentlich beeinflusst wird. Das rechtzeitige Erkennen einer
eingeschränkten Herzfunktion ist für die Therapie der
betroffenen Kinder entscheidend. Das Projekt von
Logoteta wurde von der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren finanziell unterstützt.
Philip Wegner, ebenfalls Assistenzarzt dieser Klinik,
erhält zudem die mit 60.000 Euro dotierte Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung. Er
erhält die Förderung für ein Projekt in der kardialen
Magnetresonanztomographie mit dem Titel „Atmung
oder Herzschlag? Untersuchung der treibenden
Kräfte des Blutflusses in der Fontan-Zirkulation“. Das
von der Deutschen Herzstiftung geförderte Projekt
hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis des Blutflusses in der Fontan-Zirkulation bei HLHS-Patienten
zu erweitern und die Hämodynamik in ihrer komplexen Abhängigkeit von Atemzyklus, Herzzyklus und
deren Interaktion zu verstehen. Hierfür kommen im
Projekt neue MRT-Methoden zum Einsatz (4D-FlussMRT), mit deren Hilfe es möglich ist, räumlich und
zeitlich aufgelöste Blutflussprofile und komplexe
Strömungsparameter zu bestimmen und visuell darzustellen. (PM/Red)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 49
Personalia
Motz führt Verein der Medizinrechtsanwälte
Dr. jur. Thomas Motz ist neuer Vorsitzender des Vereins Medizinrechtsanwälte. Der Fachanwalt für Medizinrecht aus Lübeck löst seine Kollegin Dr. jur. Britta
Specht ab. Motz war zuvor zehn Jahre stellvertretender Vorsitzender und gehört seit 2001 zu den Vertrauensanwälten des Medizinrechts-Beratungsnetzes.
Das vom Verein getragene Netzwerk bietet Patien-
ten und Ärzten bei Fragestellungen im Arzthaftungsrecht, medizinnahen Sozialrecht oder ärztlichen
Berufsrecht ein kostenfreies juristisches Orientierungsgespräch. Patienten nehmen das Medizinrechts-Beratungsnetz vornehmlich wegen vermuteter
Behandlungsfehler in Anspruch oder weil ihre Krankenkasse Leistungen ablehnt. (PM/Red)
Prof. Karl-Dietrich Sievert leitet UKSH-Urologie in Lübeck
Neuer Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus
Lübeck ist seit November Prof. Karl-Dietrich Sievert.
Der neue Klinikchef will u. a. die Expertise in der operativen Behandlung urologischer Tumorerkrankungen ausbauen. Bevor er dem Ruf nach Lübeck folgte,
war er stellvertretender Ärztlicher Direktor der Klinik
für Urologie am Universitätsklinikum Tübingen. Sievert absolvierte sein Studium an der Ruprecht-KarlsUniversität Heidelberg. Stationen seiner beruflichen
Laufbahn waren Rheda-Wiedenbrück, Bielefeld, San
Francisco UCSF Dep. of Urology, Mansoura Ghoneim
Urology and Nephrology Center, Ägypten und das
Universitätsklinikum Münster. (PM/Red)
Leitender Oberarzt Geriatrie verstorben
Dr. Thorsten Pelk ist vergangenen Monat plötzlich
und unerwartet verstorben. Der Oberarzt aus der Geriatrie im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster hinterlässt seine Ehefrau und zwei Söhne im
Dr. Thorsten Pelk
(Foto: Hofmann)
50 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Alter von 13 und 18 Jahren. Pelk begann seine ärztliche Laufbahn 1989 in der Geriatrie des Albertinenhauses Hamburg. In den Jahren 1991 bis 1993 kam
er im Rahmen seiner internistischen Weiterbildung
ins FEK, wo er 1997 leitender Oberarzt und Chefarztvertreter der Klinik für Geriatrie wurde. Ab 2011 wurde
er gleichzeitig Vertreter der Geriatrie im Klinikum Bad
Bramstedt, die unter der gleichen chefärztlichen Leitung steht.
Er brachte damit – über das Hamburger Albertinenhaus – die angelsächsische Grundphilosophie des
geriatrischen Behandlungsteams nach Neumünster
und verkörperte diese Philosophie in unvergesslicher
Weise. Er prägte die Geriatrie mit seiner Menschlichkeit, Herzenswärme und fachlichen Kompetenz.
Ganz besonders nahm er sich der Ausbildung junger Ärzte und der therapeutischen Berufsgruppen
an. Diese Erinnerungen bleiben bestehen. Erschüttert nehmen wir Abschied. Unser tiefes Mitgefühl gilt
seiner Familie.
(PD Dr. Werner Hofmann)
Personalia
Medizinisches Qualitätsnetz Westküste wählte Vorstand
Der neue Vorstand des MQW: Dirk Hoeft, Burkhard Sawade, Hayo Garrelts, Dr. Stefan Krüger, Klaus-Peter
Neizel-Tönnies, Frank Reisenbüchler (von links). (Foto: MQW/Kienitz)
Ein in Teilen neu gewählter Vorstand leitet künftig das
Medizinische Qualitätsnetz Westküste (MQW). Neben
den im Amt bestätigten Vorstandssprechern Burkhard Sawade (Chirurg und Hausarzt in Marne) und
Dr. Stefan Krüger (Internist in Brunsbüttel) gehören
künftig Frank Reisenbüchler (Hausarzt in Meldorf),
Klaus-Peter Neizel-Tönnies (Hausarzt in Marne), Dirk
Hoeft (Radiologe in Heide) und Hayo Garrelts (Chi-
rurg in Marne) dem Vorstand an. Außerdem wurde
ein Beiratsteam unter Leitung von Dr. Andrea BräuerBercx aus dem Kreis der rund 100 Netzärzte in Dithmarschen gebildet. Das MQW hat inzwischen mit
Susanne Pappert eine Netzmanagerin eingestellt,
die das Netzbüro leitet. Im kommenden Jahr hofft der
Verbund, möglichst viele Praxen in das KV Safenet
einbinden zu können. (PM/Red)
Wissenschaftspreis für Orthopädie ging erneut nach Kiel
PD Dr. Thoralf Liebs, Oberarzt der Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
(UKSH), Campus Kiel, ist anlässlich der 100. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie
und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) mit einem
Wissenschaftspreis der Fachgesellschaft ausgezeichnet worden. Der Preis für klinisch-orthopädische Forschung (ehemals Konrad-Biesalski Preis)
wird alle zwei Jahre verliehen und der besten wissenschaftlichen Arbeit aus klinisch-orthopädischer
Forschung zuerkannt. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde auf dem Deutschen Kongress für
Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin
überreicht. Liebs erhielt diese Auszeichnung nach
Angaben des UKSH bereits zum zweiten Mal. In seiner jetzt ausgezeichneten Arbeit unter dem Titel
„The significance of an asymmetric extension gap
on routine radiographs after total knee replacement:
A new sign and its clinical significance“ hat Liebs
ein neues radiologisches Zeichen bei 277 Patienten
mit Kniegelenksendoprothesen beschrieben. Ferner
hat er einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieses Befundes und der Lebensqualität der Betroffenen festgestellt. Sollten sich diese Ergebnisse
in Folgestudien bestätigen, ergäbe sich laut UKSH
ein Ansatzpunkt, mit dem sich die Lebensqualität
der Patienten nach Kniegelenksersatz weiter verbessern ließe. (PM/Red)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 51
Personalia
Lübecker Gynäkologin erhielt „Dr. Rockstroh-Preis 2014“
PD Dr. Constanze Banz-Jansen (Foto: UKSH)
PD Dr. Constanze Banz-Jansen (42), leitende Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
(UKSH), Campus Lübeck, wurde beim diesjährigen
Treffen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in München mit dem Preis der
„Stiftung Frau-Kind-Gesundheit Dr. Rockstroh 2014“
ausgezeichnet. Der Preis wurde Banz-Jansen für ihre
Arbeiten im Rahmen einer Studie verliehen, in der
die Behandlungsängste von Schwangeren und ihren Partnern untersucht wurden. Banz-Jansen ist seit
1999 an der Frauenklinik in Lübeck tätig. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe führt sie als leitende Oberärztin den Bereich des gynäkologischen
Tumorzentrums, der minimalinvasiven Chirurgie und
der Urogynäkologie. Neben der klinischen Tätigkeit
ist sie Lehrbeauftragte der Frauenklinik und koordiniert wissenschaftliche Projekte. (PM/Red)
Preise für Kieler Wissenschaftler
Gleich vier Forschungsprojekte des Fachbereichs für
Hormonerkrankungen und Diabetes bei Kindern und
Jugendlichen unter der Leitung von Prof. Paul-Martin
Holterhus aus der Klinik für Allgemeine Pädiatrie am
Kieler Standort des UKSH sowie der Medizinischen
Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
und aus dem Hormonzentrum Nord des UKSH sind
in jüngster Zeit mit Forschungspreisen ausgezeichnet worden.
Gemeinsam mit Prof. Dr. rer nat. Ole Ammerpohl aus
dem Institut für Humangenetik des UKSH in Kiel erhielt Holterhus anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und
Diabetologie (DGKED) in Leipzig den mit 5.000 Euro
dotierten Dietrich-Knorr-Preis. Gewürdigt wurde eine
Forschungsarbeit, in der erstmals mit modernsten
molekularen Verfahren gezeigt wurde, dass Testosteron umfassende „gen-programmierende“ Effekte
hat. Auf der gleichen Tagung erhielt Martin Ukat, der
als Medizinstudent bereits an seiner Doktorarbeit
forscht, den mit 500 Euro dotierten DGKED-Posterpreis für das beste wissenschaftliche Poster des Jahreskongresses. Ihm zur Seite steht als Projektleiterin
52 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
die Molekularbiologin des Teams, Dr. rer. nat. Nadine
Hornig. Die Forscher haben entdeckt, wie sich die
Wirkung des Testosterons in menschlichen Körperzellen messen und diagnostisch nutzen lässt. Bislang
ließ sich nur dessen Konzentration im Blut bestimmen. Die Forscher wollen nun einen Bio-Test für bestimmte Hormonerkrankungen entwickeln. Für den
Bereich Diabetes bei Kindern erhielt Nicole Lindemann, Kinderkrankenschwester und Diabetesberaterin an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie des UKSH,
den ebenfalls mit 500 Euro dotierten AGPD-AbstractAward für den besten kinderdiabetologischen Postervortrag des Leipziger Jahreskongresses. Die Arbeit
aus dem Bereich der Versorgungsforschung stellt
dar, wie im Flächenland Schleswig-Holstein vernetzte
Betreuungsstrukturen für Kinder und Jugendliche mit
Diabetes Typ 1 entstehen und ausgebaut werden
können. Unter anderem wurden über 800 Unterrichtsstunden für Erzieherinnen und Lehrerinnen, die Diabeteskinder in ihren Kita-Gruppen bzw. Schulklassen
betreuen, landesweit durchgeführt. Das Modellprojekt zeigt, was künftig für eine verbesserte Inklusion
von Diabeteskindern notwendig ist. (PM/Red)
Personalia
Lübecker Professor zum Ehrensenator in Ungarn ernannt
Prof. György Kovács, Leiter des Bereichs Interdisziplinäre Brachytherapie der Klinik für Strahlentherapie
an der Universität zu Lübeck und am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck,
hat vergangenen Monat die Würde des Ehrensenators (Senator honoris causa) der University of Szeged in Ungarn erhalten. Der 61-Jährige hält schon
seit Jahren als „Visiting Professor“ regelmäßig Lehrveranstaltungen im deutschsprachigen Unterrichtszweig der ungarischen Universität ab und ist darüber
hinaus auch beratend beim Aufbau der interdisziplinären interventionellen Strahlentherapie der Universität tätig.
Grundsätzlich erfolgt die Verleihung von Ehrengraden an Universitäten sehr zurückhaltend, sodass
je Kalenderjahr in der Regel nur ein Ehrengrad an
eine hochrangige Persönlichkeit verliehen werden
kann. Ehrensenatoren sind Personen, die wegen ihres akademischen Einsatzes mit der Hochschule
in besonderer Weise verbunden sind. Mit dem Titel
„Ehrensenator“ wird ihnen die Ehre eines Senators
(Mitglied des Senats der Universität) zuteil, ohne an
dieser Einrichtung eine Dienststellung eines Professors innezuhaben.
Die University of Szeged wurde ursprünglich 1581
in Siebenbürgen (Klausenburg/Kolozsvár) gegründet (Universitas Báthory) und siedelte 1921 wegen
der politischen Änderungen nach dem Ersten Weltkrieg nach Szeged um. Aktuell gehört sie zu den drei
Trägern des Titels „University of National Excellence“
in Ungarn. Sie wird im Hochschulranking „QS World
University Rankings 2014/2015“ unter den weltweit
besten vier Prozent der Universitäten und damit als
beste Universität in Ungarn geführt. (PM/Red)
Wissenschaftspreis für Forscher aus Borstel
Der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für
die Deutsche Wissenschaft „Gesellschaft braucht
Wissenschaft“ 2014 geht an Christoph Lange vom
Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für
Medizin und Biowissenschaften. Der Arzt und Biologe wurde damit für seine Anstrengungen im Kampf
gegen die Ausbreitung hochgradig antibiotikaresistenter Tuberkulose-Erreger gewürdigt.
Mit dem Wissenschaftspreis würdigt der Stifterverband die Arbeit zu Prävention, Diagnostik und
Therapie multiresistenter und extensiv-resistenter
Tuberkulose. Die Studie, die unter der Federführung
Langes entstand, erschien am Welt-Tuberkulose-Tag
2014 öffentlich zugänglich als Open-Access-Publikation im European Respiratory Journal. Die internationale Konsensempfehlung weist auf die drohende
Gefahr der Ausbreitung antibiotikaresistenter Tuberkulosebakterien hin und hilft Ärzten in allen Teilen
Europas, die Behandlung zu optimieren. Die Studie
entstand unter Mitwirkung von 40 internationalen Koautoren. Die Bedeutung von Langes Arbeit besteht
vor allem darin, in Ermangelung eines wirksamen
Impfstoffs und ohne geeignete neue Medikamente
bestehende Ressourcen zu optimieren und die Vor-
Christoph Lange (Foto: Forschungszentrum Borstel)
gehensweisen im Kampf gegen Tuberkulose grenzüberschreitend zu harmonisieren. Bemerkenswert
ist der Ansatz der anwendungsorientierten Wissensgenerierung, der sich einer durch fachliche Autorität
motivierten „Schwarmintelligenz“ von Experten im
TB-Management bedient und so ein Beispiel für eine
teamorientierte Bewältigung von Public-Health-Problemen darstellt. (PM/Red)
Ausgabe 12 | Dezember 2014 53
Medizin und Wissenschaft
Chronomedizin
Natürlicher Zeitrhythmus und
Gesundheit hängen zusammen
Prof. Henrik Oster leitet die Arbeitsgruppe Chronophysiologie an der Uni
Lübeck. Vortrag vor der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
Das alte Wissen von Leben in natürlichen Zeitrhythmen und vom Zusammenhang von Medizin und Zeit
wird erst seit wenigen Jahren wieder stärker wissenschaftlich beachtet. Auf die jedoch immer noch unterschätzte Bedeutung der „Chronomedizin“ wies
Prof. Henrik Oster, Lichtenberg-Professor und Leiter
der Arbeitsgruppe „Chronophysiologie“ an der Universität Lübeck, in einem Vortrag vor Mitgliedern der
Akademie der Wissenschaften in Hamburg hin.
Fast alle Lebewesen hätten „biologische Uhren“, die
Physiologie und Verhalten mit dem zirkadianen (24hTag-Nacht-) Rhythmus synchronisierten und damit
zur Selbsterhaltung beitrügen. Beim Menschen, so
Oster, sind dies vor allem die mit Sinneszellen in der
Netzhaut verbundene zentrale innere Uhr im Hypothalamus (nucleus suprachiasmaticus) und weitere
Uhren in peripheren Organen wie Leber und Nebennieren.
Medizinisch relevant sind Störungen der inneren Uhren, die die Entwicklung von Krankheiten und ihrer
Vorstufen begünstigen, z. B. Adipositas und Krebs.
Solche Störungen können durch Verschiebungen
der inneren Zeit entstehen. Häufig sind dies eine
oder mehrere Stunden zusätzlich pro Tag, also insgesamt etwa 25 bis 30 Stunden. Dadurch kann sich
der an sich gleichmäßige Rhythmus von Wachen und
Schlafen mit entsprechend gleichmäßig schwankenden Parametern wie der Körpertemperatur immer
weiter vom tatsächlichen Tagesverlauf entfernen.
Dies hätten die Bunkerexperimente mit studentischen Probanden im bayerischen Andechs gezeigt.
Die Ausschüttung von Hormonen kann dann zur falschen Zeit erfolgen, z. B. die des Schlafhormons Melatonin nicht in der ersten Schlafphase oder die des
Antriebshormons Cortisol zu spät am Tag.
Aber auch äußere Eingriffe wie die Zeitumstellung
(Sommer-/Winterzeit) oder der Jetlag nach Fernflügen erforderten eine bis zu einwöchige Anpassung,
54 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
je nach „Chronotyp“. In Deutschland seien auch regionale Unterschiede zu beobachten, so das frühere Aufstehen im Osten („Land der Frühaufsteher“,
Sachsen-Anhalt) wohl mitbedingt durch den früheren Sonnenaufgang.
Die Chronomedizin beobachtet die Wechselwirkungen im Dreieck Biologische Uhren – Krankheiten –
Therapien. Sie registriert metabolische Störungen
bei Schichtarbeitern, einer Studie zufolge ein deutlich höheres Brustkrebsrisiko bei Nachtschwestern, kognitive Einschränkungen bei Flugpersonal,
Schlafstörungen bei Schizophrenen. „Die Chronotherapien helfen, Krankheiten besser oder mit geringeren Nebenwirkungen zu behandeln“, betonte
Oster bei seinem Vortrag in Hamburg. Allerdings haben sie eine meist nur begrenzte Evidenz: Künstliches Licht bei Winterdepression in Skandinavien; ein
Krankenzimmer mit Ostfenster (Morgensonne) soll
die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen können; Zytostatika morgens mit besserer Wirkung und
weniger Nebenwirkungen als nachmittags (ChronoChemotherapie); Impfen dagegen wegen der höheren Antikörperbildung besser nachmittags (siehe
Festschrift 50 Jahre Universität zu Lübeck, 2014,
S. 146).
Die heutige Chronomedizin, bilanzierte der im Bereich der 1. Medizinischen Klinik (Prof. Hendrik Lehnert) tätige Referent auf Befragen, habe außer in der
Inneren Medizin (Schlaftherapie, tageszeitliche Hormontherapie) und Psychiatrie (tageszeitliche Medikation) noch nicht die adäquate Bedeutung. Er
erwarte für die Zukunft erhebliche neue Erkenntnisse aus der internationalen Forschung, z. B. Chronotherapeutika wie Melatoninrezeptor-Agonisten
und dann die praktische Anwendung in vielen weiteren medizinischen Bereichen wie Kardiologie, Onkologie oder Chirurgie.
Horst Kreussler
Medizin und Wissenschaft
Ernährungsmedizin
„Es fehlt noch an weiteren
überzeugenden Studien“
Gastvortrag in der Universität Hamburg: Prof. Peter Stehle zum Zusammenhang
zwischen Ernährung und Leistungsfähigkeit des Gehirns.
Nicht nur beim demografischen Großproblem Demenz stellt sich die Frage, ob und wieweit Gesundheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen
Gehirns präventiv und therapeutisch durch gute Ernährung gefördert werden können.
„Im Prinzip ja, zumindest manche Fehler können
vermieden werden, doch fehlt es noch an weiteren
überzeugenden Studien zum Bereich ,Diet-bodybrain‘, so lautete etwa die Botschaft des Bonner Ernährungswissenschaftlers Prof. Peter Stehle bei
einem Gastvortrag in der Universität Hamburg. Der
langjährige frühere Präsident der DGE (Deutsche
Gesellschaft für Ernährung) war eingeladen worden vom Koordinator der Food & Health Academy
(www.hsfs.org) und Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie Prof. Markus Fischer. Er stützte sich vor
ungewöhnlich vielen Zuhörern auf zahlreiche internationale Studien (z. B. in „Pediatrics“), die allerdings unterschiedliche Qualität aufweisen. Immerhin
könne als gesichert gelten, dass eine ausreichende
Ernährung nicht nur in der frühkindlichen, sondern
in der gesamten Entwicklungsphase des Menschen
für die jeweils genetisch erreichbare Gehirnfunktion
erforderlich sei.
Beobachtungen bei mangelhaft ernährten Schwangeren und Müttern hätten deutliche kognitive Defizite
bei den Kindern gezeigt. Dagegen habe eine nachträgliche Supplementierung nur mit Fischöl versus
Maisöl keine eindeutigen Verbesserungen gebracht.
Insbesondere Eisenmangel bei Kleinkindern sei später kaum noch aufzuholen und bedeute ein hohes
Risiko für eine anhaltendende Minderung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Dies gelte wohl auch für
eine unzureichende Bedarfsdeckung mit anderen
Mikronährstoffen, aber auch mit Proteinen.
Auf der anderen Seite stelle sich die Frage, ob therapeutisch oder präventiv eine Hochdosierung von
Nährstoffen nützlich sein könne. Dies sei nach bis-
herigen Erkenntnissen allerdings zweifelhaft. Zumal
bei Älteren diskutiert worden sei, ob eine Zufuhr von
Vitaminen (C, E, B 12 u. a.), von Omega 3-Fettsäuren
oder auch eine kalorische Restriktion die altersbedingt abnehmende Gehirnleistungsfähigkeit günstig
beeinflussen könne.
Eine koreanische Studie habe positive Wirkungen
durch Zufuhr von Folat und B12, aber auch durch
Reduktion von Homocystein gesehen. Als Folge verschiedener, nicht immer unabhängiger und kontrollierter Studien hat die Industrie offenbar zahlreiche
(teure) Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht und wirbt auch auf dem Etikett mit „Deckung
des Tagesbedarfs“ oder „optimale Nährstoffzufuhr“:
„Aber was ist denn der Bedarf? Jeder Mensch hat
doch je nach körperlichen Voraussetzungen, Lebensweise und Alter seinen eigenen, vom Durchschnitt abweichenden Bedarf“, kritisierte Stehle. Ein
bekanntes Präparat gegen Morbus Alzheimer im
Frühstadium werbe mit „Unterstützung der Synapsenbildung“ und enthalte über 100 (!) Inhaltsstoffe.
Ergebnis einer Studie dazu: Kein nachweisbarer Effekt. Auch sonst bleibe die protektive Wirkung einzelner Nähstoffe – im Unterschied zu kompletten
Ernährungsmustern wie Mittelmeerkost oder veganer Kost – noch unklar. Solche Ernährungsmuster
sind allerdings, so ist anzunehmen, nicht einheitlich
und damit schwer vergleichbar. Auch nicht eindeutig seien die Ergebnisse zur Frage, ob unbearbeitete,
naturnahe Lebensmittel einen höheren Nährwert
hätten.
Was aber heute feststeht: „Der altersbedingte Verlust an neuronalen Funktionen kann durch einen
adäquaten Lebensstil verringert und verlangsamt
werden, also körperliche Aktivität und energetisch
kontrollierte, nährstoff- und abwechslungsreiche Ernährung.“
Horst Kreussler
Ausgabe 12 | Dezember 2014 55
Medizin und Wissenschaft
Sportmedizin
Ein immer noch unterschätzter
Schutzfaktor für Körper und Seele
7. internationaler Sportkongress in Hamburg, auch für Mediziner. Themen
waren u. a. Stressbewältigung und betriebliche Gesundheitsförderung.
Der von großen Sportverbänden alle zwei Jahre in
der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften veranstaltete Kongress bietet nicht nur
Aus- und Fortbildung für viele Studenten, Sportlehrer und Funktionäre. Auch angehende Sportmediziner, Allgemeinmediziner oder sonst interessiertes
Medizinpersonal können hier Neuigkeiten erfahren,
u. a. aus den Bereichen Bewegen und Heilen, Betriebliche Gesundheitsförderung, gesunder Rücken,
Entspannung und Stressbewältigung.
Besonders der letzte Bereich stieß auf großes Interesse. Gesundheitspsychologe Prof. Gert Kaluza
(Marburg) referierte zum präventivmedizinischen
Thema „Was die Seele stark macht“: „Sport ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Körper und
Seele“, betonte er. Wenn das menschliche Leben
mit einem Fluss verglichen werde, stelle sich die
Frage, was Menschen zu guten Schwimmern in diesem Strom macht. Er sah in Anlehnung an das salutogenetische Konzept von Aaron Antonovsky vier
große Ressourcen: erstens die Selbstfürsorge (Balance zwischen An- und Entspannung, Grenzen akzeptieren, regenerative Gegenwelt zur Arbeitswelt).
Jedoch gebe es äußere Barrieren und „innere Saboteure“, z. B. eine dysfunktionale Loyalität bei einer
pflegenden Angehörigen: „Darf es mir denn besser
gehen als meiner pflegebedürftigen Mutter?“ Zweitens soziale Bindungen schon in der frühen Kindheit:
entscheidend für die Entwicklung des Gehirns mit
dem Stress-System. Die Bildung sozialer Netzwerke
sei bedroht durch eine hohe Mobilität, durch Einzelkämpferhaltung oder zu hohe Erwartungen gegenüber sich selbst und anderen. Dritte Ressource: die
„Selbstwirksamkeitserwartung“, d. h. der optimistische Ansatz, auch mit neuen Anforderungen fertig zu
werden, Niederlagen zu verarbeiten und gesundheitlich besser dazustehen als der Altersjahrgang. Ein
solches Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten stärke
56 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
das Immunsystem über die Psyche, lasse Schmerzen und chronische Krankheiten besser ertragen.
Schädlich hierbei: elterliche „over-protection“ sowie mangelnde Anerkennung im Beruf. Schließlich
als vierte Ressource die Sinnerfahrung (Antonovskys Kohärenz), also mit Viktor Frankl die Fähigkeit,
das Leben auch in schwierigen Situationen als verstehbar, gestaltbar und noch sinnvoll zu empfinden. Zur Entwicklung einer solchen Fähigkeit helfen,
so Kaluza, innere Werte wie Erlebniswerte (Natur),
schöpferische Werte, Einstellungswerte (z. B. Leiden
annehmen) und nicht zuletzt das Gefühl, für andere
sinnvolle Tätigkeiten auszuüben – wie es wohl bei
den helfenden und heilenden Berufen in besonderem Maße der Fall ist.
Die richtige sportliche Betätigung helfe nach ihrer
Erfahrung wirksam dabei, einem drohenden Burnout vorzubeugen, sagte die klinisch tätige Psychologin Dr. phil. Petra Mommert-Jauch. Die zunehmende
Problematik führte sie nicht primär auf größeren
Druck zurück, sondern auf die verbreitete „Sitzgesellschaft“: „Sitzen ist wie früher das Rauchen der
entscheidende Faktor: „Sitzen tötet“. Ihr Appell:
„Lass dich nicht gehen, gehe selbst!“ Wenn es zu
einer depressiven Episode komme, sei oft weniger
die auslösende Belastung entscheidend, sondern
das Fehlen einer gesunden Stimmungsregulation.
Bewegung könne hierbei helfen, sie führe zu besserer Körperwahrnehmung, hormonellen und neuronalen Verbesserungen, zu psychischer Umstimmung.
Ihre praktischen Tipps aus Erfahrung mit Patienten
einer Rehaklinik: Gruppenaktivitäten befriedigen
noch stärker (Mannschaftssport, aber auch Chorsingen), vor dem Frühstück täglich mindestens 30 Minuten und möglichst auch mal über 60 Minuten. Alles
möglichst draußen, mit motivierendem Laufstil und
schrittweise gesteigerten Zielen. Ihr Fazit: „Es ginge
alles besser, wenn wir mehr gingen.“ Horst Kreussler
Medizin und Wissenschaft
Jahrestagung
Augenheilkunde und Pathologie
gehen Hand in Hand
Die Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) trafen sich in Kiel.
Gute Zusammenarbeit zwischen Pathologie und Ophthalmologie.
Die Ophthalmopathologie, insbesondere die Histolorate, der histopathologische und molekulare Befund
gie des Auges, ist seit gut 150 Jahren fester Bestanderlaubte jedoch noch keine sichere Diagnose eines
teil der universitären Augenheilkunde. Auch die
Lymphoms in Abgrenzung gegenüber chronisch
Klinik für Ophthalmologie, Campus Kiel, verfügt über
entzündlichen Infiltraten. Deshalb wurde anfangs
ein Labor für Pathohistologie, aktuell unter der
Leitung von Dr. Stefan
Koinzer. Die Weiterentwicklung der allgemeinen Pathologie erfordert
eine Intensivierung und
Kultivierung des interdisziplinären
Austausches. So versammelten
sich auf Einladung der
Augenklinik und des
Instituts für Pathologie rund 50 Teilnehmer
zur 42. Jahrestagung Teilnehmer (des ersten Tages) der 42. Jahrestagung der Deutschsprachigen
der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen im Hörsaal des Institutes für Pathologie des UKSH
Campus Kiel (Foto: Marcus Berendes und Aleksander Glanz)
Ophthalmopathologen
im Mikroskopiersaal des
Instituts für Pathologie der Kieler Universität. In insnur eine abwartende und beobachtende Haltung
gesamt 27 Fallpräsentationen aus dem gesamten
eingenommen. Im Verlauf der Erkrankung kam es jeGebiet des Auges einschließlich der Orbita, der Lidoch zu einer Zunahme der prall elastischen Raumder und der Tränenwege wurden die mikroskopiforderung, eine erneut durchgeführte Biopsie ergab
schen Schnitte in Synopsis mit dem klinischem Bild,
jetzt ein manifestes extranodales Marginalzonender Therapie und dem Verlauf des jeweiligen Falles
lymphom mit plasmozytischer Differenzierung. Das
gezeigt und diskutiert. An jedem Platz stand ein Mionkologische Staging zeigte einen bilateralen, biopkroskop, sodass man die zusätzlich bereitgestelltisch gesicherten Befall der Lunge, weitere Organe
ten mikroskopischen Präparate in Ruhe studieren
waren nicht betroffen. Systemische Anti-CD20-Ankonnte. Hervorgehoben sei eine Präsentation, die
tikörper- und Chemotherapie führten zur Vollremisdie fortwährende, auch interdisziplinäre Bedeutung
sion, ein späteres isoliertes Rezidiv im Bereich der
der Ophthalmohistopathologie als diagnostisches
okulären Adnexe erforderte eine lokale Radiatio.
Verfahren belegt: PD Dr. Ilske Oschlies (Kiel) berichDie Besonderheit dieses Falles lag darin, dass das
tete über einen 80 Jahre alten Patienten mit einem
meistens auf die okuläre Adnexe beschränkte Marginicht verschieblichen Tumor des Oberlides. Die Binalzonenlymphom in diesem Fall auch eine systemiopsie zeigte auffällig dichte kleinzellige B-Zell-Infiltsche Manifestation zeigte. Udo Hennighausen
Ausgabe 12 | Dezember 2014 57
Gesundheits- und Sozialpolitik
HIV/AIDS
Konzept für ein Anti-AIDS-Projekt
in Uganda
(Foto: Kolenda)
Zweiter Teil der Serie über HIV/AIDS in Afrika von Prof. Klaus-Dieter
Kolenda. Verteilung der Medikamente noch immer ungelöstes Problem.
Nachdem im ersten Teil dieser Arbeit über die Situation von HIV/AIDS in Subsahara-Afrika, insbesondere
in Uganda und Südafrika, und die Auswirkungen der
HIV-Epidemie berichtet wurde, geht es im zweiten
Teil um das konkrete Konzept eines Anti-AIDS-Projekts für Rukararwe in Uganda.
Wie bereits ausgeführt, ist HIV/AIDS in Uganda weiterhin eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme
mit einer hohen Mortalitätsrate besonders unter jungen Erwachsenen. Uganda war Anfang der 80erJahre eines der ersten Länder in Subsahara-Afrika
mit einer sehr hohen HIV-Prävalenzrate in der erwachsenen Bevölkerung, die durch erfolgreiche Präventionskampagnen offensichtlich deutlich gesenkt
werden konnte, seit einigen Jahren aber wieder ansteigt.
Aufgrund von Spenden von internationalen Organisationen stehen antiretrovirale Medikamente seit
einigen Jahren auch in Uganda zur Verfügung. Verteilung und Zugang dazu sind für AIDS-Patienten
in den ländlichen Regionen, in denen rund 80 Prozent der Bevölkerung leben, aber ein ungelöstes
Problem. Das trifft auch für die Region zu, in der
Rukararwe liegt. Rukararwe ist ein Projekt zur För58 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
derung der ländlichen Entwicklung, das nahe der
Bezirkshauptstadt Bushenyi im Südwesten Ugandas liegt. Die NGO Rukararwe wurde 1986 von Nyine
Bitahwa, Dr. Klaus Onnasch, ehemaliger Pastor der
Christusgemeinde Kronshagen, und weiteren Freunden gegründet.
Auch auf dem Gebiet der Prävention von HIV-Infektionen, z. B. bei der Verhinderung der Infektion von
Neugeborenen und Kleinkindern von HIV-positiven
Müttern unter der Geburt und beim Stillen und bei
der Primärprävention der HIV-Infektion, die durch
den Gebrauch von Kondomen verhindert werden
kann, sind Fortschritte dringend erforderlich.
Aus diesen Vorbemerkungen lassen sich einige
wichtige Aufgaben ableiten, die sich für das Konzept
eines Anti-AIDS-Projektes in Rukararwe hinsichtlich Programm und Umsetzung ergeben. Ausgangspunkt sind die Erfahrungen, die einer der Autoren
über viele Jahre in der Ostseeklinik Schönberg-Holm
machen konnte1.
Das Anti-AIDS-Projekt in Rukarwe will einen Beitrag dazu leisten, eine effektive medikamentöse Behandlung von AIDS-Patienten mit antiretroviralen
Medikamenten sicherzustellen. Dazu müssen diese
Gesundheits- und Sozialpolitik
Medikamente für die Patienten in der Umgebung von
Rukararwe verfügbar gemacht werden und die Patienten müssen grundlegende Kenntnisse über die
HIV-Erkrankung und deren Behandlung einschließlich der Anwendung der Medikamente erwerben.
Die Diagnostik der HIV-Infektion, die Indikation für
die medikamentöse Behandlung bzw. die Festlegung
einer Änderung des individuellen Behandlungsregimes muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Alle
Patienten erhalten verständliche Informationen über
die HIV/AIDS-Erkrankung und deren Behandlung
und werden mit Empfehlungen für HIV-infizierte Patienten bekannt gemacht.
Zum Programm gehört auch eine gesunde Ernährung zur physischen Stabilisierung der Patienten.
Bei Vorliegen einer Lipodystrophie, einer nicht seltenen Nebenwirkung der antiretroviralen Therapie,
sollten Nahrungsmittel eingesetzt werden, die reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten.
Weiterhin ist eine psychotherapeutische/seelsorgerische Betreuung zur psychischen Stabilisierung
Teil des Programms, insbesondere bei Depressionen, zur Krankheits- und Stressbewältigung und zur
Trauer­begleitung.
Eine weitere wichtige Aufgabe sind Maßnahmen zur
Primärprävention der HIV-Infektion. Neben der Aufklärung über mögliche Infektionswege gehört dazu
vor allem die Sicherstellung der Verfügbarkeit und
der Akzeptanz von Kondomen, z. B. durch informative Gesprächskreise.
Die Erarbeitung und Veröffentlichung einer informativen Broschüre (Herausgabe Ende 2014) ist geplant.
Die Betreuung der Patienten bzw. Klienten im Rahmen des Anti-AIDS-Projekts wird ambulant durchgeführt und erfolgt u. a. in den Räumlichkeiten, die in
Rukararwe zur Verfügung stehen. Dazu gehört z. B.
auch das „Kronshagen-Haus“.
Die ärztliche Diagnostik und medizinische Behandlung wird durch die Medizinische Hochschule der
Kampala International University in Ishaka im Bezirk
Bushenyi sichergestellt, die auch den verantwortlichen medizinischen Leiter stellt.
Da einerseits in der Region Bushenyi kaum Ärzte
für die ambulante Betreuung der Bevölkerung zur
Verfügung stehen und andererseits die Heiler, die
in größerer Anzahl in Rukararwe tätig sind, bei der
Bevölkerung eine hohe Wertschätzung genießen,
soll die Umsetzung unseres Konzeptes in enger Zusammenarbeit mit den traditionellen Heilern in Ru-
kararwe erfolgen. Diese müssen allerdings für die
neuen Aufgaben besonders weitergebildet werden.
Inhalte und Durchführung der Weiterbildung obliegen der Medizinischen Hochschule in Ishaka.
In die Arbeit des Anti-AIDS-Projekts in Rukararwe
sollen Heiler, Sozialarbeiter, Lehrer, Pastoren,
Imame und andere Multiplikatoren einbezogen werden, ebenso auch Witwen, die ihre Männer durch
AIDS verloren haben. Methoden sollen entwickelt
werden, wie gegebenenfalls Trauerbegleitung mit
der HIV-Prävention verbunden werden kann. Eine
Zusammenarbeit mit entsprechender Arbeit in Tansania (Moshi Rural Area/Kirchenkreis Ost-Kilimanjaro) wird angestrebt.
Im September und Oktober 2014 fand ein Workshop
in Rukararwe statt, bei dem erste Schritte der Umsetzung unseres Anti-AIDS-Projektes diskutiert und
erarbeitet wurden. Teilnehmer waren u. a. Heiler aus
Rukararwe, Vertreter der Gemeinde Bushenyi/Ishaka, der NGO Rukararwe und Wissenschaftler und
Ärzte aus der Medizinischen Hochschule in Ishaka
sowie zwei Mitarbeiter aus Tansania (Moshi Rural
Area/Kirchenkreis Ost-Kilimanjaro) (siehe Foto). Auf
dem Workshop wurden auch Texte für die geplante
Broschüre vorgelegt und besprochen.
Auf dem Workshop wurde erreicht, dass Vorurteile
gegen Menschen mit HIV/AIDS, die oft als „Sünder“
angesehen werden, abgebaut werden konnten. Im
Abschluss-Seminar bekannten sich Heilerinnen
zum ersten Mal in der Öffentlichkeit dazu, selbst
HIV-infiziert zu sein, und begründeten damit ihre
Teilnahme am Workshop. Witwen führten ein bewegendes Theaterstück auf, in dem gezeigt wurde,
wie eine Frau mit HIV/AIDS medizinisch behandelt
und seelsorgerisch begleitet wird und in der Gemeinschaft mit anderen Frauen Rückhalt erfährt.
Ermutigende Lieder wurden für eine Anti-AIDSKampagne gedichtet. Sie wurden in mitreißendem
Rhythmus und im beschwingten Tanz, wie es der
afrikanischen Kultur entspricht, vorgetragen. Auf
diese Weise wird unser Anti-AIDS-Projekt in den
umliegenden Gemeinden, Dörfern und kleinen
Städten bekannt gemacht.
Literatur bei den Verfassern oder im Internet unter
www.aeksh.de
Prof. Dr. Klaus-Dieter Kolenda, Kronshagen
klaus-dieter.kolenda@gmx.de
Dr. Klaus Onnasch, Kronshagen
klaus.onnasch@t-online.de
Ausgabe 12 | Dezember 2014 59
Gesundheits- und Sozialpolitik
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16.01.
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60 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Gesundheits- und Sozialpolitik
Personalisierte Medizin
Medizin mit Risiken und nicht
abschätzbaren Nebenwirkungen
Über personalisierte Medizin wird derzeit viel diskutiert – und damit auch verunsichert. Eine Veranstaltung des Ersatzkassenverbandes sollte aufklären.
Eine Veranstaltung zum Thema biomarkerbasierte
Stratifizierung – wer wäre dazu wohl gekommen?
Bestenfalls eine Handvoll Experten vermutlich. Also
stellte der Hamburger Ersatzkassenverband seine
Veranstaltung unter die Überschrift „Personalisierte
Medizin“ – was aber falsch ist und viele Menschen in
die Irre führt, wie Prof. Wolf-Dieter Ludwig mahnte.
Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der
deutschen Ärzteschaft hält die missbräuchliche Verwendung des Begriffs schlicht für fahrlässig, „weil
er auch bei den Kollegen etwas suggeriert, was sie
nicht einhalten können“. Ludwig spielt damit auf die
große Erwartungshaltung an, die der Begriff personalisierte Medizin bei Patienten hervorruft. Kathrin
Herbst vom Ersatzkassenverband warnte denn
auch davor, personalisierte Medizin als neues Allheilmittel zu propagieren und damit entsprechenden Handlungsdruck zu erzeugen. „Es geht nicht
um die individuelle Zaubermedizin“, sagte sie.
Auch Hamburgs KV-Vize Dr. Stephan Hofmeister
sieht seine Kollegen deshalb in einem Spannungsfeld: „Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, mit diesem
Versprechen umzugehen“, sagt Hofmeister. Besonders niedergelassene Onkologen, Dermatologen
und andere Fachgebiete, in denen erkrankte Patienten nach irreführenden Informationen in den Medien mit großen Hoffnungen in die Praxen kommen,
sieht Hofmeister vor einer „intensiven und schwierigen Diskussion“.
Für Experten wie Ludwig steht fest: Das Potenzial der biomarkerbasierten Stratifizierung ist noch
nicht abschätzbar und es gibt jede Menge offener
Fragen: Welchen Nutzen werden die auf den Markt
gebrachten Produkte haben? Wer schützt uns vor
Scheininnovationen? Für wen erzeugen wir die bei
der Entwicklung anfallenden Datenmassen?
„Ich weiß nicht, ob Ärzte mit dem heutigen Wissen Patienten angemessen informieren können,
um eine Entscheidung zu treffen“, sagt Ludwig. Er
hält die Datenlage für zu unsicher, um existenzielle
Therapieentscheidungen zu treffen und die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren, für kaum
gegeben.
Allerdings sind Fortschritte in der biomarkerbasierten Stratifizierung vorhanden und viele Patienten
verlangen nach mehr Informationen. Ärzte können das im Gespräch mit den Patienten „nicht einfach als Quatsch aus dem Internet abtun“, wie Prof.
Christian Gerloff warnte. Der Neurologe und Klinikdirektor aus dem Universitätsklinikum HamburgEppendorf (UKE) relativierte den Erwartungsdruck:
„Wir erleben nicht, dass Patienten anklopfen und
sagen, wir hätten gern personalisierte Medizin.“
Ein weiteres Problem, das die Ärzte umtreibt: Wie
sollen die hohen Kosten für die biomarkerbasierte
Stratifizierung getragen werden, ohne an anderer
Stelle Einschnitte mit negativen Auswirkungen auf
die Gesundheit vorzunehmen? „Wir müssen die Finanzströme dahin lenken, wo sie am meisten gebraucht werden“, sagte Gerloff.
Die Position der Krankenkassen dazu ist eindeutig.
Herbst fordert „Innovationen, die einen echten Fortschritt bedeuten, einen Zusatznutzen aufweisen
und ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis haben.
Nur solche Fortschritte kann die Solidargemeinschaft mit gutem Gewissen finanzieren.“ Die von ihr
geforderten „nachweisbaren Verbesserungen“ statt
„leerer Versprechungen“ sind aber schwer zu erbringen, solange die Studien nicht auf die entsprechenden Patientenzahlen kommen. Ein weiteres
Problem ist das unbekannte Ausmaß, das die Identifizierung von genetischen Krankheitsrisiken eine
Tages haben wird. Neben den damit verbundenen
Chancen könnten als Folge gesunde Menschen zu
Kranken gemacht werden.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 61
Gesundheits- und Sozialpolitik
Pflege
Starke regionale Unterschiede bei
Anstieg der Pflegebedürftigkeit
Auch 2013 ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wieder gestiegen.
Um 3,5 Prozent hat ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr zugenommen.
Derzeit sind in Deutschland 2,5 Millionen Menschen
pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl
voraussichtlich auf 4,5 Millionen ansteigen. Derzeit haben wir eine Steigerungsrate von 3,5 Prozent
jährlich, allerdings mit sehr starken Schwankungen zwischen den Regionen. Hierauf machte Prof.
Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der
Uni Bremen im vergangenen Monat in Zusammenhang mit dem aktuellen Pflegereport der Barmer
GEK aufmerksam.
Wie unterschiedlich das Problem die einzelnen
Bundesländer betrifft, zeigt ein Beispiel: In Sachsen-Anhalt wird zwischen 2010 und 2050 ein Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen um 57 Prozent
erwartet, in Baden-Württemberg dagegen um 113
Prozent. Schleswig-Holstein hatte in den Jahren
zwischen 1999 und 2011 den geringsten Zuwachs
an Pflegebedürftigen unter allen Bundesländern. Im
Norden stieg die Zahl der Betroffenen um 5,6 Prozent, in Bayern im gleichen Zeitraum um 11,9 Prozent und in Brandenburg um 49,2 Prozent.
Einige weitere Daten aus Schleswig-Holstein: In
keinem anderen Bundesland ist der Anteil an Pflegebedürftigen, die in Heimen versorgt werden, so
hoch. In Schleswig-Holstein beträgt dieser Anteil
40,6 Prozent, in Brandenburg nur 23,2 Prozent. Mit
48,4 Heimplätzen auf 100 Pflegebedürftige gibt es
hierzulande die höchsten Heimkapazitäten, gefolgt
von Bayern (37,8 Plätze) und Hamburg (37,6). In
Schleswig-Holstein werden dagegen die wenigsten
Pflegebedürftigen durch ambulante Pflegedienste
versorgt, nämlich 19,9 Prozent. Ausschließlich
durch Angehörige werden 39,5 Prozent versorgt. Bis
2060 erwartet man für Schleswig-Holstein einen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen auf 146.000 –
dies entspricht einem Plus von 84,8 Prozent gegenüber 2010. Damit liegt Schleswig-Holstein nahezu
auf Bundesniveau.
62 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Der Report spricht in Zusammenhang mit der bundesweiten zahnmedizinischen Versorgung in den
Pflegeheimen von einer Unterversorgung. Für über
50 Prozent der Betroffenen liegt der letzte Gang
zum Zahnarzt laut Report knapp zwei Jahre oder
länger zurück. Es gibt aber weitaus schlimmere
Versäumnisse: „Aus Studien wissen wir, dass für
einige Pflegebedürftige der letzte Zahnarztbesuch
schon Jahrzehnte zurückliegt“, sagte Rothgang.
Als mögliche Ursache vermutet er, dass die aktuellen zahnmedizinischen Behandlungsleitlinien
kaum auf ältere und pflegebedürftige Menschen
eingingen. Der Versorgungsforscher berichtete außerdem: „Auch häufige psychische Störungen, insbesondere Demenz, werden nicht erwähnt.“ Zudem
sei die Möglichkeit der Patienten zur Mitarbeit gerade bei Pflegebedürftigen eingeschränkt. „Umso
wichtiger ist sicherzustellen, dass bei diesen Menschen die Zahngesundheit stetig beobachtet wird“,
forderte Rothgang.
Weitere Ergebnisse des Pflegereports:
Es gibt wichtige Hinweise auf die Wirksamkeit
der geriatrischen Rehabilitation. In den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg,
Bayern, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern gibt es besonders ausgeprägte Angebote
hierzu. Zugleich erhalten die Patienten dort auch
mehr Reha, insbesondere in Bayern und BadenWürttemberg. In diesen Ländern kann die Pflegebedürftigkeit verzögert werden.
Die spezifischen Leistungen des Sozialgesetzbuches XI, die Pflegebedürftige beim selbstständigen Wohnen zu Hause helfen sollen, werden
noch immer selten genutzt. Nur 0,48 Prozent –
das entspricht rund 12.000 Pflegebedürftigen –
wurden für das Leben in einer ambulant betreuten Wohngruppe unterstützt.
Dirk Schnack
Fortbildungen
Anästhesie
Thema
Thema
Rolle der neuen oralen Antikoagulanzien in
der Anästhesie: ein Update
Termin
Homöopathie
Alles Placebo? Methoden, Ergebnisse und
Rezeption der Homöopathieforschung
TERMIN
21. Januar 2015
13. Januar 2015
VERANSTALTER/Veranstaltungsort/KONTAKT
Thema
UKSH, Klinik für Anästhesiologie und
Operative Intensivmedizin, Arnold-HellerStr. 3, Haus 12, 24105 Kiel, Prof. Markus
Steinfath, Telefon 0431 597 2971, Fax -2230,
sonja.heinrich@uksh.de
Fachübergreifend/sonstige
Hundsgiftgewäche in der Homöopathie
TERMIN
20. Januar 2015
VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT
Arbeitskreis Homöopathie der CAU zu
Kiel e. V., Langer Holm 6, 24107 Kiel,
Christiane Bauer, Telefon 0431 86029,
cbhom@gmx.de
THEMA
Pumpe, Stimulator oder Tablette – aktuelle
Therapie des fortgeschrittenen
Parkinsonsyndroms
TERMIN
Thema
21. Januar 2015
VERANSTALTUNGSORT
Psychotherapie
Atlantic Hotel Lübeck,
Schmiedestr. 9-15, 23552 Lübeck
Der Vertrag zur Förderung der Gruppentherapie und die Patientenmotivation für
eine Gruppentherapie
TERMIN
VERANSTALTER/KONTAKT
VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT
UKSH, Klinik für Neurologie,
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
PD Dr. Norbert Brüggemann,
Telefon 0451 500 2926, Fax -5457,
norbert.brueggemann@neuro.uni-luebeck.de
14. Januar 2015
Praxis Leinz, Wilhelminenstr. 28, 24103 Kiel,
Telefon 0431 996 982 60,
info@praxis-leinz.de
Gynäkologie und Geburtshilfe
Thema
Thema
Gerinnungsstörungen in Gynäkologie und
Geburtshilfe
TERMIN
17. Januar 2015
VERANSTALTUNGSORT
17. Januar 2015
VERANSTALTER/VERANSTALTUNGSORT/KONTAKT
Weibliche Entwicklung im Lebenszyklus
TERMIN
UKSH, Klinik für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe, Ratzeburger Allee 160,
23538 Lübeck, Heidi Reger,
Telefon 0451 500 2140, Fax -2139,
heidi.reger@uksh.de
Curtius-Klinik, Neue Kampstr. 2,
23714 Bad Malente-Gremsmühlen
VERANSTALTER/KONTAKT
Norddeutsche Gesellschaft für angewandte
Tiefenpsychologie (NGaT),
Wadelssen@t-online.de
Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu den Veranstaltungen direkt an den Veranstalter.
Alle Angaben ohne Gewähr.
Ausgabe 12 | Dezember 2014 63
Nachbarn
Medizin und Internet
Der Arzt und sein Assistent
Dr. Google sollten sich arrangieren
16. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik. Wie beeinflusst das Internet
das Verhältnis zwischen Heilberufen und Patienten?
Für Informationen über Gesundheit und Erkrankungen gehen die Deutschen ins Internet. Über 40 Millionen Menschen in Deutschland nutzen nach
Angaben der Initiatoren des Eppendorfer Dialogs regelmäßig Websites, Apps, Foren und andere digitale
Angebote, um sich über Erkrankungen und Therapieoptionen zu informieren. Was das für Mediziner
und Apotheken bedeutet, diskutierten vier Experten
aus dem Heilberufebereich im vergangenen Monat
vor vollem Hörsaal mit Gastgeber Prof. Matthias Augustin im Hamburger UKE.
Einer von ihnen war Dr. Johannes Wimmer, der die
Videoplattform www.doktor-johannes.de ins Leben
gerufen hat. Der in der Notaufnahme einer großen
Hamburger Klinik tätige Mediziner hat sich mit seinen Videos und Blogs längst einen Namen gemacht
und kommt mit seinen Botschaften inzwischen auf
siebenstellige Abrufzahlen im Monat. Sein Credo:
Medizin wiederholt sich permanent – warum also
sollte ein Arzt alles immer wieder erklären, was sich
Patienten auch über ein Video im Internet erklären
lassen könnten?
Aus seiner Arbeit kennt Wimmer das Dilemma zwischen wenig Arztzeit und dem unbeeinflussbaren
Google-Algorithmus, der suchenden Patienten das
anbietet, was im Ranking bei der Begriffseingabe in
der Suchmaschine prominent platziert ist. Das kann
denn auch einmal dazu führen, dass ein Patient auf
die Eingaben „Fieber“ und „Hautausschlag“ die Diagnose Rocky Mountain spotted fever erhält und damit panisch beim Arzt erscheint.
Wozu aber kann das Internet aus seiner Sicht gut
sein? „Die Grundinformationen lassen sich auch
anders als über das persönliche Gespräch vermitteln“, sagte Wimmer in seinem Vortrag. Zehn Prozent
der Informationstiefe, so Wimmers Faustformel, für
100 Prozent der Patienten. Alle tiefergehenden Informationen hält Wimmer im persönlichen Gespräch
64 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
besser aufgehoben. In seiner unterhaltsamen Sprache umschrieb Wimmer dies so: „Wenn Content King
ist, ist Kontext Queen – und wir alle wissen, wer die
Hosen anhat.“ Ärzte, glaubt Wimmer, können sich
durch digitale Vorabinformationen mehr Freiräume
schaffen und hätten damit mehr Zeit – zum Beispiel
für den Patienten.
Arzt und Journalist Dr. Werner Bartens sieht die
Grenzen des Internets für medizinisch seriöse Informationen schon wegen der individuell sehr verschiedenen Krankheitsverläufe schnell erreicht. Auch das
Argument Zeitersparnis hält er für einen Mythos.
Wenn Medizin in erster Linie ein Wirtschaftsfaktor
ist, so Bartens, müsse man sich nicht wundern, dass
Menschen misstrauisch werden und eher digitalen
Informationskanälen vertrauten als dem Arzt, polemisierte Bartens. Er prangerte an, dass Beteiligte am
Gesundheitswesen immer auf der Suche nach mehr
Profit sind. Es würden Grenzwerte gesenkt, um Gesunde zu Kranken zu machen, neue Krankheiten erfunden, um Nachfrage zu stimulieren, unnötige oder
sinnlose Untersuchungen durchgeführt, um abrechnen zu können, und eher eine Magensonde gelegt,
als einen kranken langsam Essenden zu füttern. Der
mündige Patient zweifle zunehmend, ob das, was
der Arzt anbietet, ihm selbst guttut oder nur dem
Arzt bzw. dem Gesundheitssystem. In einer ökonomisierten Medizin fehlt laut Bartens die Patientenfürsorge. Die Patienten haben das Gefühl, nicht richtig
wahrgenommen zu werden. Hilfe, die in erster Linie
Schein-Hilfe ist, finde sich im World Wide Web.
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann, verwies auf
Untersuchungen, wonach jeder vierte Patient vor
oder nach dem Arztbesuch nach Informationen im
Internet sucht. Von Ärzten, so Plassmann, wird dies
keinesfalls immer als negativ empfunden – viele
glauben auch, dass dies zu einer verkürzten Be-
Nachbarn
Walter Plassmann (Kassenärztliche Vereinigung Hamburg), Dr. Werner Bartens, (Autor, Wissenschaftsjournalist), Prof. Matthias Augustin (Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei
Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Dr. Johannes Wimmer (Arzt, Betreiber der Online-Plattform „Doktor Johannes“), Kai-Peter Siemsen (Präsident der Apothekerkammer Hamburg) (v. l. n. r.)
(Fotos: Adriane Beck & Partner GmbH)
handlungszeit führen kann. Ein „Ersatz“ des Arzt-Patientengesprächs aber ist für Plassmann undenkbar:
„Heilung hat viel mit nicht digitalisierbaren Werten
zu tun: Vertrauen, Zuwendung, Glaube.“ Er plädierte
dafür, dass Ärzte das Internet konkret in ihre Therapie integrieren und den Patienten auf gute, seriöse
Informationsquellen hinweisen.
Auch Kai-Peter Siemsen, Präsident der Hamburger Apothekerkammer, machte seine Skepsis deutlich, ohne Patienten das Internet ausreden zu wollen.
„Ohne eine fundierte fachliche Ausbildung wird es
unmöglich, die richtigen von den falschen Informationen zu filtern und dann auch noch die grundsätzlich richtigen Informationen mit den individuellen
Gegebenheiten abzugleichen und zu bewerten“,
stellte Siemsen fest. Das fehlende Regelwerk macht
das Internet aus seiner Sicht riskant.
Bei aller Skepsis forderte Wimmer von seinen ärztlichen Berufskollegen aber, die Chancen des Internets für ihr Fach nicht zu unterschätzen und sich
vor Pauschalurteilen zu hüten. „Der Satz ,im Internet habe ich gelesen …‘ wird von Ärzten gerne als
Anzeichen des überlagerten, sprich emotional überforderten Patienten mit hochgradigem Nervpotenzial
für den Arzt gesehen.“ Wimmer warnte davor, diese
Patienteneinleitung als „dümmliches Fehlverhalten“
abzutun. Nach seiner Beobachtung sollten sich viele
Ärzte umstellen: „Anstatt die Patienten dort abzuholen, wo die sogenannte Patientenreise beginnt, nämlich online, wird das Internet als vorübergehende
Publikumsmagnet, 16. Auflage: Eppendorfer Dialog.
Erscheinung ähnlich einer Grippewelle angesehen,
die bald wieder vergeht.“
Zur einleitenden Frage, ob das Internet denn nun
„Fluch oder Segen“ für den Gesundheitsbereich ist,
gab es keine abschließende Antwort. „Im besten Fall
hilft es, dass der Arzt sich wieder mehr auf das persönliche Gespräch konzentrieren kann“, resümierte
Prof. Matthias Augustin. Fest stand für die Expertenrunde: Ohne den Arzt als Dialogpartner wird es auch
zukünftig nicht gehen. Der aber sollte sich mit seinem allzeit ansprechbaren Assistenten „Dr. Google“
arrangieren.
Dirk Schnack
Ausgabe 12 | Dezember 2014 65
Mitteilungen der Ärztekammer
Im III. Quartal 2014 wurden von der Ärztekammer Schleswig-Holstein aufgrund
erfüllter Voraussetzungen folgende Anerkennungen nach Weiterbildungsordnung ausgesprochen:
Facharztkompetenzen
Allgemeinchirurgie
Patrick Dethloff, Wentorf
Dr. Sabina Roesgen, Eckernförde
Allgemeinmedizin
Angela Allmuth Flügel, Timmendorfer Strand
Tobias Golz, Lübeck-Travemünde
Dr. Evelyn Kiehne, Lübeck
Dorothee Langan, Lübeck
Swantje Lehmann, Ostrohe
Dr. Oliver Martin, Hamburg
Dr. Daniela Meyer, Satrup
Dr. Andreas Rerich, Neumünster
Dr. Cornelia Rhode, Gelting
Dr. Olav Christian Erich Schaefer,
Kiel
Bernd Scharfe, Holm b. Süder­
lügum
Katrin Schmidt, Dorf Mecklenburg
Tanja Schösler, Itzehoe
Dr. Marko Alexander Seelig, Marne
Joachim Spies, Bornholt
Ursel Zumbroich, Mözen
Anästhesiologie
Holger Harbs, Kiel
Sabine Hoffmann, Heide
Heiko Weiß, Blumenthal
Arbeitsmedizin
Mark Basis, Wedel
Augenheilkunde
Mihaela Reinsberg, Lübeck
Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
Zeynep Cigdem Aslan, Glinde
Dr. Telja Pursche, Lübeck
Dr. Atefeh Rajabi-Wieckhorst, Kiel
Dr. Bastian Riebe, Kiel
Dr. Kathrin Rothbarth, Flensburg
Dr. Frauke Zabel, Kiel
66 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Gefäßchirurgie
Dr. Caroline Brinker, Wensin
Fabian Schwarze, Lübeck
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Dr. Sabrina Heinrichs, Lübeck
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Dr. Anna Lena Recke, Lübeck
Humangenetik
Dr. Susanne Bens, Kiel
Innere Medizin
Dr. Jovana Arand, Lübeck
Dr. Martina Block, Hamburg
Dr. Antje Christina Brattig, Kiel
Dr. Inga von Holdt, Lübeck
Thekla Schmidt, Ascheberg
Stefanie Spanka, Eberswalde
Dr. Friederike Wortmann, Lübeck
Kinder- und Jugendmedizin
Dr. Christiane Heydrich-Karsten,
Kiel
Olga Utecht, Glücksburg
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Danica Benninghoff, Kiel
Annette Bluhm, Schwentinental
Dr. Elke Mohme-Bannert, Klein
Rönnau
Klinische Pharmakologie
Dr. Ruwen David Böhm, Kiel
Neurochirurgie
Tobias Voigt, Harrislee
Neurologie
Dr. Daniel Alvarez Fischer, Lübeck
Dr. Jürgen Lambrecht, Lübeck
Orthopädie und
Unfallchirurgie
Joachim Dabelstein, Hamburg
Dr. Tim Drewes, Ahrensburg
Tobias Duwe, Itzehoe
Dr. Andreas Mundt, Hamburg
Dr. Gerrit Christian Prange, Kiel
Firas Sami Issa, Neumünster
Pathologie
Julia Müller, Hamburg
Physikalische und
Rehabilitative Medizin
Marion Kern, St. Peter-Ording
Psychiatrie und
Psycho­therapie
Seher Biber, Flensburg
Regina Jauch, Bad Segeberg
Dr. Bastian Willenborg, Lübeck
Dr. Daniela Willms, Kiel
Radiologie
Michael Peter Beldoch, Lübeck
Dr. Helmuth Martin Knabe, Kiel
Dr. Benjamin Erich Dominik Sattler, Stein b. Laboe
Strahlentherapie
Jasmin Nadine Evers, Lübeck
Thoraxchirurgie
Dr. Tim Büchner, Rendsburg
Visceralchirurgie
Meerashina Devi Gunaseelan,
Hamburg
Sven Kiefer, Kiel
Dr. Hannes Jón Lárusson, Rellingen
Lutz Scheele, Flensburg
Mitteilungen der Ärztekammer
Schwerpunktkompetenzen
Diabetologie
Birgit Jacobs, Kiel
SP Gastroenterologie
Dr. Sven Callsen, Lübeck
Dr. Uta Heinrich, Lütjenburg
Dr. Malte Kasparek, Kiel
Dr. Kerstin Anja Langenberg,
Flensburg
SP Hämatologie und
Internistische Onkologie
Karin Bendig, Husum
Dr. Björn-Niklas Heydrich, Kiel
SP Kardiologie
Dr. Christian Grotkop, Kiel
SP Kinder-Kardiologie
Dr. Kai Zbieranek, Kiel
SP Nephrologie
Dr. Philipp Sebastian Ewald,
Hamburg
SP Pneumologie
Dr. Susanne Rosenhahn,
Norderstedt
SP Spezielle Geburtshilfe
und Perinatalmedizin
Dr. Maike Manz, Hamburg
Zusatzweiterbildungen
Akupunktur
Dr. Kerstin Marina Bovenberg,
Bad Oldesloe
Thanh-Hoa Nguyen, Bad Schwartau
Dr. Marcus Alexander Rümmler,
Hamburg
Allergologie
Dr. Yvonne Frambach, Lübeck
Andrologie
Dr. Markus Schäfer, Lübeck
Geriatrie
Dr. Carsten Haas, Lübeck
Annika Mathieu, Lübeck
Gönke Renate Mumm, Husum
Dr. Oliver Pade, Nehms
Homöopathie
Dr. Frank Forquignon, Laboe
Dr. Anke Leverenz, Bargteheide
Infektiologie
Dr. Gunar Günther, Borstel
Intensivmedizin
Dorothee Baaß, Schashagen OT
Bensloe
Oleg Mitrofanov, Bad Segeberg
Dr. Kai Mortensen, Lübeck
Dr. Felix Schwartz, Kiel
Manuelle Medizin/
Chirotherapie
Reving Barwary, Kremperheide
Dr. Jens Blanke, Hamburg
Dr. Ralf Erik Hilgert, Schenefeld
Ulrike Hödel, Büdelsdorf
Dr. Lars Mieth, Kiel
Andrea Schmidt, Neuwittenbek
Naturheilverfahren
Dr. Silke Babinsky, Boostedt
Notfallmedizin
Dr. Bettina Gwendolyn Bruker,
Sylt, OT Westerland
Dr. Ramona Gosau, Buxtehude
Philip Gunnar Bodo Hauenstein,
Sörup
Wiebke Henschel, Flensburg
Mehmet Kirkgöz, Hamburg
Dirk Mechler, Lohe-Rickelshof
Dr. Markus Marinus Pleizier, Hamburg
Carina Schade, Sörup
Dr. Martina-Elisabeth Spehlmann,
Hamburg
Maren Sprude, Kummerfeld
Dr. Beatrice Thielmann, Kaltenkirchen
Palliativmedizin
Dr. Katharina Hoffmann, Börnsen
PD Dr. Niels Reinmuth, Hamburg
Sören Schmolling, Esgrus
Dr. Christian Timke, Kiel
Schlafmedizin
Dr. Paul Christian Baier, Kiel
Dr. Birthe Anne Grasteit, Lübeck
Sozialmedizin
Dr. Marion Arens, Schönberg
Dr. Silke Kleinschmidt, Sereetz
Dr. Timo Specht, Lübeck
Myriam Eugénie Marguerite
Vincent, Wyk/Föhr
Spezielle Orthopädische
Chirurgie
Dr. Rüdiger Ralf Ahrens, Eckernförde
Dr. Ulrich Neuschaefer, Harrislee
Spezielle Schmerztherapie
Dr. Tobias Drews, Süderbrarup
Christof Lamp, Borgdorf-Seedorf
Lutz Schoeneich, Lübeck
Sportmedizin
Dr. Mark Kaschwich, Nortorf
Suchtmedizinische Grundversorgung
Dr. Marc Birnbaum, Lübeck
Dr. Holger Petersen-Kubasch,
Lübeck
Dr. Mariana Wahdany, Bad
Schwartau
Die Liste ist nicht vollständig. Sie
enthält nur die Namen derjenigen
Ärztinnen und Ärzte, die sich mit
der Veröffentlichung einverstanden erklärt haben.
Ausgabe 12 | Dezember 2014 67
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein
Hinweise:
 Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg.
 Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen.
Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.
 Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!
 Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin
bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen.
 Es besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken.
Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß § 103 Abs. 4 SGB V
Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren
Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt.
Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter den Tel.-Nummern 04551 - 883 und den angegebenen
Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung:
(378)
Kreis Pinneberg
(596)
Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg, Kreis Herzogtum Lauenburg,
Kreis Stormarn
(258)
Stadt Lübeck, Kreis Ostholstein, Kreis Nordfriesland, Kreis Steinburg
(634)
Stadt Kiel, Kreis Dithmarschen, Kreis Plön, Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde
(462)
Kreis Segeberg
Fachgebiet/Arztgruppe
Planungs­bereich*
Praxisform
Bewerbungs­
frist**
Ausschreibungs­
nummer
Augenärzte -halbe Zulassung-
NMS/RD-E
BAG
31.12.2014
10661/2014
Chirurgen
Stormarn
BAG
31.12.2014
10766/2014
Chirurgen
Segeberg
EP
31.01.2015
10876/2014
Frauenärzte
Segeberg
EP
31.01.2015
9442/2014
Frauenärzte
Ostholstein
EP
31.01.2015
10744/2014
Frauenärzte -Umwandlung einer
halben Angestelltenstelle-
Dithmarschen
BAG
31.12.2014
13311/2014
Hals-Nasen-Ohrenärzte
Lübeck
BAG
31.01.2015
10530/2014
Hausärzte
MB Kiel
BAG
31.01.2015
10452/2014
Hausärzte
MB Bad Oldesloe
EP
31.01.2015
10045/2014
Hausärzte
MB Schleswig
EP
31.01.2015
10664/2014
68 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Hausärzte
MB Bad Segeberg/
Wahlstedt
BAG
31.12.2014
10780/2014
Hausärzte
MB Metropolregion
Südost
EP
31.01.2015
10926/2014
Hausärzte
MB Itzehoe
BAG
31.01.2015
11583/2014
Hausärzte
MB Neumünster
BAG
31.01.2015
11052/2014
Hausärzte
MB Metropolregion
Südwest
BAG
31.12.2014
10731/2014
Kinderärzte
-halbe Zulassung-
NMS/RD-E
BAG
31.12.2014
10449/2014
Kinderärzte
FL/SL-FL
BAG
31.12.2014
10842/2014
Kinderärzte
Stormarn
EP
31.01.2015
11053/2014
Kinderärzte
-Umwandlung einer halben
Angestelltenstelle-
Lübeck
BAG
31.12.2014
13402/2014
Kinder- und
Neumünster/RendsJugendlichenpsychotherapeuten burg-Eckernförde
-Sonderbedarf-
EP
31.01.2015
11191/2014
Psychotherapeuten
Steinburg
EP
31.01.2015
11056/2014
Psychotherapeuten
-halbe Zulassung-
Segeberg
EP
31.01.2015
10166/2014
Psychotherapeuten
-halbe Zulassung-
Pinneberg
EP
31.01.2015
12104/2014
Psychotherapeuten
Flensburg/Schleswig-Flensburg
EP
31.01.2015
11055/2014
Psychotherapeuten
-halbe Zulassung-
Segeberg
EP
31.01.2015
3492/2014
* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL).
** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die
innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so
gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die
Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.
Folgende Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze waren bereits
ausgeschrieben, jedoch hat sich innerhalb der Bewerbungsfrist niemand beworben, sodass Sie sich um diese Sitze weiterhin bewerben können:
Fachgebiet/Arztgruppe
Planungsbereich
Praxisform
Frauenärzte
FL/SL-FL
EP
Ausschreibungs­
nummer
6295/2014
Ausgabe 12 | Dezember 2014 69
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Frauenärzte
Pinneberg
BAG
13907/2013
Hausärzte
MB Bad Oldesloe
EP
13535/2013
Hausärzte
MB Flensburg
EP
11281/2013
Hausärzte
MB Itzehoe
EP
13989/2013
Hausärzte
MB Lübeck
EP
3305/2014
Hausärzte
MB Metropolregion
Südwest
EP
12805/2013
Hausärzte
MB Neumünster
BAG
14706/2013
Hausärzte
MB Neumünster
BAG
6001/2014
Hausärzte
MB Neustadt (Holstein)
BAG
8691/2013
Hausärzte
MB Neustadt (Holstein)
BAG
5744/2014
Hausärzte
MB Ratzeburg
EP
14367/2013
Hausärzte
MB Ratzeburg
EP
3286/2014
Hausärzte
MB Rendsburg
EP
13516/2013
Hausärzte
MB Rendsburg
EP
1326/2014
Hausärzte
MB Schleswig
EP
22/2014
Hausärzte
MB Schleswig
EP
4520/2014
Hausärzte -halbe Zulassung-
MB Schleswig
EP
4137/2014
HNO-Ärzte
Nordfriesland
EP
13787/2013
Internisten
SH Mitte
BAG
10884/2013
Internisten
SH Ost
EP
3339/2014
Nervenärzte
Nordfriesland
MVZ
2170/2014
Neurochirurgen
Schleswig-Holstein
EP
11851/2013
Psychotherapeuten
Nordfriesland
EP
1997/2014
Fortführung von ausgeschriebenen Vertragsarztsitzen als Zweigpraxen
Für folgende Vertragsarztsitze ist die Bewerbungsfrist seit einem Quartal abgelaufen, ohne dass eine Bewerbung eingegangen ist. Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein würde für die
hier aufgeführten Sitze eine Zweigpraxisgenehmigung erteilen, wenn sie von einem anderen Vertragsarzt als
Zweigpraxis fortgeführt werden sollen:
Fachgebiet/Arztgruppe
Planungsbereich
Hausärzte
MB Rendsburg
Ausschreibungsnummer
1326/2014
Das Statut über die Durchführung von Gemeinschaftsaufgaben und von Maßnahmen zur Sicherstellung der
vertragsärztlichen Versorgung in Schleswig-Holstein sieht unter II 3 a) ff. vor, dass eine finanzielle Förderung
für die Fortführung der ausgeschriebenen Vertragsarztsitze als Zweigpraxis möglich ist. Die finanzielle Förderung erfolgt durch einen einmaligen Zuschuss, der schriftlich beantragt werden muss. Für nähere Auskünfte
zu der Möglichkeit der Fortführung einer Praxis als Zweigpraxis setzen Sie sich bitte unter den oben genannten Telefonnummern mit der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein in Verbindung.
70 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Folgende Ärztin wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Dieser
Beschluss ist noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch
eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.
Name
Fachgruppe/Schwerp.
Niederlassungsort
Niederlassungsdatum
Dr. med. Yael BonninGruber
Innere Medizin Schwerpunkt Hämatologie
Internistische Onkologie
Eutin
01.01.2015
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de.):
Name
Fachgruppe
Ort
Dipl.-Psych. Dagmar Unland-Ponge
Psychologische Psychotherapeutin
Schwarzenbek
Prof. Dr. med. Diamant Thaci
Haut- und Geschlechtskrankheiten
Lübeck
Dr. med. Ernst Müller
Lungen- und Bronchialheilkunde
Borstel
Dr. med. Michael Seiche
Gastroenterologie
Neustadt
Dr. med. Klaus Westerbeck
Kinder- und Jugendmedizin
Kiel
Dipl.-Med. Mariedda Mertens
Gynäkologie
Neumünster
Alexander Selch
Gefäßchirurgie
Neumünster
Dr. med. Norbert Daffinger
Chirurgie, Orthopädie bzw.
Orthopädie und Unfallchirurgie
Henstedt-Ulzburg
Dr. med. Hans-Hermann Körner
Gefäßchirurgie
Westerland/Sylt
Dr. med. Jan Siegers
Chirurgie
Helgoland
Dr. med. Axel Falliner
Orthopädie
Schwentinental
Prof. Dr. med. Tillmann Loch
Urologie
Flensburg
Michael Preiß
Diagnostische Radiologie
Sylt
Dr. med. Carmen Timke
Strahlentherapie
Flensburg
Prof. Dr. med. Frank Moosig
Rheumatologie
Bad Bramstedt
Guido Csomós
Gastroenterologie
Pinneberg
Dr. med. Cornelia Kaufmann
Hämatologie und Internistische
Onkologie
Wyk/Föhr
René Saalmann
Gynäkologie
Eutin
Nadine Scheffler
Kinder- und Jugendmedizin
Itzehoe
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Christian
Commentz
Kinder- und Jugendmedizin
Itzehoe
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Susanna
Nikolaus
Innere Medizin Gastroenterologie
Kiel
Dr. med. Jürgen Hartig
Innere Medizin
Wedel
Prof. Dr. med. Diether Ludwig
Innere Medizin Gastroenterologie
Bad Segeberg
Ausgabe 12 | Dezember 2014 71
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um
Veröffentlichung gebeten:
Name
Ort
Fachgruppe
Beginn
Dipl.-Psych.
Christoph Wimmer
23769 Fehmarn OT
Meeschendorf,
Dorfstraße 3b
Psychologischer
Psychotherapeut
03.11.2014
Dipl.-Psych. Andreas
Baier
25335 Elmshorn,
Königstraße 53
Psychologischer
Psychotherapeut
01.12.2014
Dipl.-Psych. Gabriela
Elisabeth Krajc
25718 Friedrichs­
koog, Franzosensand 7a
Psychologische
Psychotherapeutin
01.12.2014
Rudi Gebhardt
25794 Pahlen,
Mühlenkamp 17G
Psychologischer
Psychotherapeut
05.01.2015
Dr. med. Ruth Maria
Heidorn
22880 Wedel, Bahnhofstraße 38/40
Psychiatrie und Psychotherapie Neurologie
01.01.2015
Meike Küstner
23795 Bad
Segeberg, Oldesloer
Straße 11-13
Allgemeinmedizin
01.01.2015
Kristina Kaiser
24855 Jübek, Geest
Anger 3
Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie
01.11.2014
Dr. med. Teresa
Hanß
24103 Kiel,
Holstenstraße 69-71
Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
04.01.2015
Dr. med. Ottoni
Habura-Flüh
Dr. med. Ulf Gärtner
23730 Neustadt,
Königstraße 4
hausärztlich tätiger
Facharzt für Innere
Medizin
01.01.2015
Dr. med. HeinzJürgen Noftz
Dr. med. Andreas
Volkmann
23758 Oldenburg,
Kuhtorstraße 1b
Chirurgie und
Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie
02.01.2015
Jürgen Domann
Dr. med. Arline
Hartig
24103 Kiel,
Hofholzallee 151
Kinder- und Jugendmedizin
05.01.2015
Dr. med. Sabine
Wallis
Rebecca Herrmann
25421 Pinneberg,
Damm 49
Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
05.01.2015
Margret Wilutzki
Dr. med. Eric
Fischer
23879 Mölln,
Wasserkrüger Weg 7
Kinder- und Jugendmedizin
02.01.2015
Dr. med. Hans-Dieter
Frahm
Xenia Engel
24589 Nortorf,
Kirchhofsallee 2
Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
02.01.2015
Dr. med. Klaus-Peter
Runte
Dr. med. Kathrin Ott
-halber Versorgungsauftrag-
23564 Lübeck,
Moltkestraße 2a
Kinder- und Jugendmedizin
02.01.2015
Dr. med. Josef
Althaus
Dr. med. Anne
Knopp -halber Versorgungsauftrag-
23564 Lübeck,
Moltkestraße 2a
Kinder- und Jugendmedizin
02.01.2015
Dr. med. Josef
Althaus
Dr. med. Korbinian
Gollnau
24768 Rendsburg,
Lornsenstraße 18
Innere Medizin
-hausärztlich-
05.01.2015
Holger Elbing
72 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Nachfolger von
Dipl.-Psych. Ralph
Kannen
Dr. med. Martina
Friese
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen
erhalten und um Veröffentlichung gebeten:
Name des anstellenden Arztes/MVZ
Ort
Fachgruppe
Beginn
Name des Angestellten
MVZ Praxisklinik
Mölln
Mölln
Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirugie
23.10.2014
Michael Kock
-halbtags-
MVZ Stormarn
GmbH
Reinbek
Innere Medizin und Hämatologie und
Onkologie
01.01.2015
Dr. med. Joachim
Dahlke -ganztags-
Dr. med. Human
Bolouri
Kiel
Innere Medizin Schwer- 01.01.2015
punkt Hämatologie
und Internistische Onkologie
Dr. med. Christina
Moosig -ganztags-
BAG Dr. Bosse und
Kollegen
Rendsburg
Hals-NasenOhrenheilkunde
23.10.2014
Dr. med. Markus
Scherl -halbtags-
Dr. med. Ulrike
Fischer
Kiel
Frauenheilkunde und
Geburtshilfe
01.11.2014
Dr. med. Silja Friedel
-halbtags-
Carolin Zeugke
Heikendorf
Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie
01.10.2014
Dr. med. Petra Döderlein Schmitz
-ganztags-
Michaela Kubsch
Geesthacht
Allgemeinmedizin
01.01.2015
Dr. med. Heike
Banger -halbtags-
Dr. med. Thomas
Maurer
Leck
Allgemeinmedizin
23.10.2014
Dr. med. Katrin Kallinowski -ganztags-
Joachim Schulz
Dr. med. Thorsten
Palluck
Malente
Allgemeinmedizin
27.10.2014
Dr. med. LenaFriederike Kauschen
-dreivierteltags-
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:
Name
Fachgruppe
von
nach
Datum
Dipl.-Psych. Ute Brast
Psychologische
Psychotherapeutin
23558 Lübeck,
Moislinger Allee 22a
23552 Lübeck,
Königstraße 101-105
01.01.2015
Dipl.-Psych. Sabine Löwe
Psychologische
Psychotherapeutin
Breite Straße 35
23552 Lübeck,
Königstraße 101-105
01.01.2015
Dr. med. Stephan Höhn
Haut- und
Geschlechtskrankheiten
25524 Itzehoe,
Lindenstraße 29
25524 Itzehoe,
Lornsenplatz 2-6
01.01.2015
Prof. Dr. med. Jürgen
Sperner
Kinder- und
Jugendmedizin,
Schwerpunkt
Neuropädiatrie
23552 Lübeck,
Fegefeuer 12
23568 Lübeck, Hei- 05.01.2015
ligen-Geist-Kamp 4a
Ausgabe 12 | Dezember 2014 73
Mitteilungen der Kassenärztlichen Vereinigung
Dr. med. Katja Kneip
Allgemeinmedizin
24103 Kiel, HerzogFriedrich-Straße 46
24103 Kiel, Sophien- 03.11.2014
blatt 12
Dr. med. Christine
Marquardt
Kinder- und
Jugendmedizin
21509 Glinde,
Markt 14
21509 Glinde,
Markt 8
Dr. med. Jochen Gerlach
Innere Medizin
Allgemeinmedizin
24568 Kaltenkirchen, 24568 Kaltenkirchen, 01.01.2015
Brauerstraße 1
Brauerstraße 7
Homayoun EbrahimiValdani
Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
22869 Schenefeld,
Altonaer Chaussee 55
22869 Schenefeld,
Altonaer Chaussee 28
22.12.2014
01.12.2014
Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 19. November 2014
Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Januar 2015
beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage
www.kvsh.de.
Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt,
Telefon: 04551 883 486.
74 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Stellen- und
Gelegenheitsanzeigen
Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de
Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-680
Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net
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mit Engagement und Freude angehe. Diese Leistung wird honoriert
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von Kindern und vieles mehr
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bietet Vertretungen an
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Tel. 04340-1858
Stellen- und
Gelegenheitsanzeigen
Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de
Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-680
Kiel: Tel: 0431/658 09 50, 0171 / 280 1947, helmut.hitze@kielnet.net
Stellenangebote/Stellengesuche
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(Gemeinschaftspraxis) mit
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FA / FÄ Psychiatrie/
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Stellen- und
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Berlin: Telefon 030 / 761 80-663, Telefax 030 / 761 80-680
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auf Honorarbasis mit Perspektive auf Festanstellung. Ihre Aufgabe ist es unsere Kunden
nach der DGUV Vorschrift 2 arbeitsmedizinisch zu betreuen
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Gelegenheitsanzeigen
Annahme: Samira Rummler, Rummler@quintessenz.de
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Tel: 04821/3913 oder 28/14, Fax:04821/2164, E-Mail: mvz@mvz-am-hc.de
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Holtenauer Straße 94
Richard-Wagner-Straße
6,
- Betriebswirtschaftliche
Beratung
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Lübeck
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Kiel
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Lübeck
- Liquiditätsanalyse
-planung
Tel.:
0451-48414-0 und
Tel.:
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Tel.: 0451- 4 84 14- 0
- Unterstützende
Begleitung von
Fax:
0451-48414-44
Fax: 0451- 4 84 14- 44
Existenzgründung www.rohwer-gut.de
- Finanz- und Lohnbuchführung
info@rohwer-gut.de
Telefonverzeichnis
Ansprechpartner der Ärztekammer
Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg,
Telefon 04551 803 0, Fax 04551 803 188,
info@aeksh.de,
www.aeksh.de
Vorstand
Dr. Franz-Joseph Bartmann (Präsident)
Dr. Henrik Herrmann (Vizepräsident)
Dr. Gisa Andresen
Dr. Svante Gehring
Petra Imme
Dr. Thomas Schang
Dr. Christian Sellschopp
Telefon 04551 803 125
Fax 04551 803 180
vorstand@aeksh.de
Geschäftsführung
Dr. Carsten Leffmann (Ärztl. Geschäftsführer)
Telefon 04551 803 125
Fax 04551 803 180
Karsten Brandstetter (Kaufm. Geschäftsführer)
Telefon 04551 803 125
Fax 04551 803 180
sekretariat@aeksh.de
Ärztliche Weiterbildung
Leitung: Manuela Brammer
Telefon 04551 803 143
Fax 04551 803 222
weiterbildung@aeksh.de
Rechtsabteilung
Leitung: Carsten Heppner (Justiziar)
Telefon 04551 803 151
Fax 04551 803 339
rechtsabteilung@aeksh.de
Qualitätsmanagement
Leitung: Dr. Uta Kunze
Telefon 04551 803 165
Fax 04551 803 231
qm@aeksh.de
Ärztliche Fortbildung
und Akademie für medizinische Fort- und
Weiterbildung
Leitung: Helga Pecnik
Telefon 04551 8813 146
Fax 04551 8813 194
akademie@aeksh.de
Medizinische Fachberufe
& Edmund-Christiani-Seminar
Leitung: Cornelia Mozr
Telefon 04551 8813 290
Fax 04551 8813 234
ecs@aeksh.de
Gästehaus „Lohmühle“
Leitung: Helena Willhöft
Telefon 04551 8813 178
Fax 04551 8813 234
gaestehaus@aeksh.de
Kommunikation
Leitung: Wolfram Scharenberg
Telefon 04551 803 190
Fax 04551 803 337
presse@aeksh.de
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Leitender Redakteur: Dirk Schnack
Telefon 04551 803 127
Fax 04551 803 188
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Mitgliederverzeichnis/Ärztestatistik
Leitung: Sandra Russow, Christine Gardner
Telefon 04551 803 236, 04551 803 170
Fax 04551 803 220
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Ausgabe 12 | Dezember 2014 81
Telefonverzeichnis
Finanzabteilung
Leitung: Kay Petruske
Telefon 04551 803 140
Fax 04551 803 239
buchhaltung@aeksh.de
Strahlenschutz/Ärztliche Stellen
Cornelia Ubert, Gabriele Kautz-Clasen
Telefon 04551 803 324, 04551 803 126
Fax 04551 803 231
aerztliche-stelle@aeksh.de
IT-Abteilung
Leitung: Wolfgang Dahncke
Telefon 04551 803 184
Fax 04551 803 284
it@aeksh.de
Krebsregister Schleswig-Holstein –
Vertrauensstelle
Leitung: Mirja Wendelken
Telefon 04551 803 104
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Personalabteilung
Leitung: Katrin Hartkopf
Telefon 04551 803 164
Fax 04551 803 316
personal@aeksh.de
Facility Management
Leitung: Helge Timmermann
Telefon 04551 803 320
Fax 04551 803 318
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Versorgungseinrichtung
der Ärztekammer Schleswig-Holstein
Bismarckallee 14-16, 23795 Bad Segeberg
Geschäftsführer: Harald Spiegel
Telefon 04551 803 300
Fax 04551 803 150
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Patientenberatung
Telefon 04551 803 308
Fax 04551 803 188
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Detaillierte Liste aller Ansprechpartner: www.aeksh.de (Wir über uns)
Impressum
Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
Herausgeber: Ärztekammer Schles­
wig-Holstein
V. i. S. d. P.: Dr. Franz-Joseph Bartmann
Die Redaktion gehört zur Abteilung
Kommunikation der Ärztekammer
Ltg.: Wolfram Scharenberg
Redaktion: Dirk Schnack (Ltg.),
Katja Willers, Anne Mey,
Telefon 04551 803 127, -119
Zuschriften redaktioneller Art bitte
an: Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt, Bismarck­allee 8-12, 23795 Bad
Segeberg oder an
aerzteblatt@aeksh.de
Die Beiträge geben die Auffassung
der namentlich genannten Autoren, nicht zwingend die der Redaktion wieder. Für unaufgefordert
eingereichte Beiträge werden keine Honorare bezahlt. Die Redak­
82 Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
tion behält sich das Recht vor, über
die Veröffent­lichung, die Gestal­-­
tung und ggf. redaktionelle Ände­run­
gen von Beiträgen zu entscheiden.
Dies betrifft auch Leserbriefe. Die
Redaktion freut sich über unverlangt
ein­gesandte Ma­nuskripte und bittet
um Verständnis, dass umfang­reiche
Arbeiten aufgrund des redaktio­
nellen Konzepts nicht be­rücksichtigt
werden kön­nen. Wenn aus Gründen
der Lesbarkeit die männliche Form
eines Wortes genutzt wird, ist hiermit
auch die weibliche Form gemeint.
Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Bei­träge und Ab­bil­dungen sind
urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zu­ge­las­senen
Fälle ist eine Verwertung ohne Ein­
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Verlag, Anzeigenverwaltung und Vertrieb: Quintessenz Verlags-GmbH,
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Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste
Nr. 54/2014 gültig.
Geschäftsleiter: Horst-Wolfgang
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Die Zeitschrift erscheint 12-mal im
Jahr je­weils zum 15. des Monats. Die
Zeitschrift wird von allen Ärzten in
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