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Leseprobe zum Titel: Handelsblatt (16.12.2014) - Die Onleihe

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US Staat
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Stand: 22h00
G 02531 NR. 242 / PREIS 2,50 €
DIENSTAG, 16. DEZEMBER 2014
DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG
2
Die Vermesser der Welt
THEMEN DES TAGES
Von der digitalen Revolution bis zum Terror im Namen einer Religion – die
Welt ist unübersichtlich geworden. Das Handelsblatt hat 25 der klügsten
Denker besucht. Das Ziel: Ordnung schaffen im allgegenwärtigen Chaos.
Die Wirtschaft des afrikanischen
Kontinents boomt, Experten erwarten zwischen 4,8 und 5,5 Prozent Wachstum für dieses Jahr.
Und es könnte noch deutlich höher
ausfallen, wenn die Infrastruktur
besser wäre. Das haben deutsche
Unternehmer erkannt und wollen
ihr Engagement auf dem Kontinent deutlich ausbauen. Seite 10
Sven Prange, Torsten Riecke
Düsseldorf, Berlin
Getty Images, ddp, laif [M]
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Tschechien 115,00 CZK Ungarn 1100,00 FT
S
ergio Marchionne wagt ein großes ExHistoriker
periment: Aus zwei Konzernen, Fiat
Francis
und Chrysler, formt er einen neuen
Fukuyama
Riesen. Ein gigantisches Gebilde mit
226 000 Mitarbeitern entsteht. Es ist
ein großes Experiment, dessen Gelingen auch
von einer klugen, ausgeruhten Strategie abhängt. Marchionne aber sagt: „Ich mag es nachzudenken, aber das ist nicht immer möglich in
meinem Job.“
Ganz ähnlich argumentiert ein
anderer Firmenlenker. „Die Dinge
beschleunigen sich. Wir leben in eiÖkonomin
ner Hochgeschwindigkeitswelt. AlDambisa
les verändert sich“, sagt Mark ParMoyo
ker, der Vorstandschef von Nike.
Und in der Politik? Außenminister Frank-Walter Steinmeier findet:
„Die Kalkulierbarkeit ist abhandengekommen.“ Und auch Kanzlerin
Angela Merkel pflegt zu sagen, sie
fahre bei ihren Entscheidungen lediglich auf Sicht.
Die Macher der Welt, sie kommen ins Grübeln. „Die Welt gerät
aus den Fugen“, sagen unsere Politiker. „Wir haben keine Zeit zum
Nachdenken“, sagen unsere Manager.
Tempo und Komplexität der Entscheidungen
haben sich exponentiell vervielfacht. „Die heutigen Vorstandschefs sind meist 20 Tage im Monat
unterwegs“, sagt Jeffrey Sonnenfeld von der Uni
Yale – und fragt: „Wer soll angesichts dieser Reisestrapazen auf der Höhe der Zeit sein?“
Mit der Unordnung wachsen die Ungewissheiten. Und damit wächst der Zweifel an den großen
alten Lehren darüber, wie die Welt funktioniert.
Klar ist: Die Zeit der großen Theorien, die den
Anspruch hatten, auch die Aufgaben für Manager und Politiker beherrschbar zu machen, ist
Philosoph
Jaron
Lanier
vorbei. Die Instrumente der Ökonomie? Werden
seit der Finanzkrise hinterfragt. Jahrzehntealte
Leitsätze aus dem Lehrbuch der BWL? Vom digitalen Wandel dahingerafft. Die Theorie vom Sieg
der Demokratie über andere Staatsformen? Vom
Aufstieg Chinas und Arabiens hinweggefegt.
Da aber der Mensch nicht ohne Leitbild leben
will, sucht er sich statt der einen, allumfassenden Denkschule lieber ein Potpourri an Gedanken. Das Leitbild wird eigenhändig zusammengefügt – aus den bekannten Zutaten entsteht etwas Neues, Eigenes. Und womöglich ist dieser
Vorgang zwangsläufig in einer fragmentierten
Gesellschaft, in der sich das Kollektiv auflöst, Google und Wikipedia
die Illusion von Orientierung geben
und nicht mehr der Brockhaus
oder die Kirche. Lebensentwürfe
wie auch Autoritäten demonstrieren zwar Flexibilität, sind aber
auch chronisch gefährdet.
Das Handelsblatt hat deshalb 25
der weltweit klügsten und einflussreichsten aktuellen Denker besucht: Nobelpreisträger wie den
Psychologen Daniel Kahneman
und Robert Shiller, die die neue Irrationalität auf den Finanzmärkten
erklären; Physiker wie Stephen
Hawking, der vor den Gefahren der
künstlichen Intelligenz warnt; und Historiker wie
Niall Ferguson, der die Erosion der westlichen
Institutionen beschreibt.
Die Serie beginnt mit Nassim Nicholas Taleb.
Er steht wie kaum ein Zweiter auch persönlich
für diese neue Unübersichtlichkeit. Der gebürtige Libanese mit amerikanischem Pass ist gleichermaßen Ökonom, Philosoph und Psychologe. Talebs Botschaft: Das einzig Sichere in unserer Zeit ist die Unsicherheit.
Lernen wir, mit ihr zu leben.
Von Denkern und Machern Seiten 4 - 7
BER sucht den nächsten Mehdorn
Berlins Flughafenchef wirft nach etlichen Fehden mit seinem Aufsichtsrat hin.
H.-J. Jakobs, S. Kersting
Berlin
B
erlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn kapituliert vor
den permanenten Auseinandersetzungen mit den drei Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und
dem Bund. Der umstrittene Airportmanager gab am Montag seine
Entscheidung bekannt, sein Amt
spätestens zum 30. Juni 2015 niederzulegen, teilte die Flughafenge-
sellschaft mit. Mehdorn wird in der
Mitteilung mit den Worten zitiert,
dass trotz der Fortschritte beim geplanten Großflughafen BER „Spekulationen zu meiner Person angestellt wurden, die das für mich vertretbare Maß überstiegen“.
Zuletzt hatten zwei der Eigentümer, Berlin und Brandenburg, die
Suche nach einem Nachfolger des
jetzigen Chefs gestartet. Mehdorns
Vertrag läuft im Februar 2016 aus.
Über eine Verlängerung hätte im
kommenden Frühjahr entschieden werden müssen.
Der 72-jährige Ex-Bahn- und ExAir-Berlin-Chef hatte die Geschäftsführung der Berliner Flughäfen im
März 2013 übernommen. Seitdem
gab es immer wieder Streit mit den
Eigentümern. Im Mai 2012 war der
Start des Flughafens wegen Problemen an der Brandschutzanlage abgesagt worden. Danach platzten
weitere Eröffnungstermine. Mehdorn erklärte zuletzt zwar, man ha-
be das Projekt Großflughafen inzwischen technisch im Griff und es
werde eine Eröffnung des Airports
im zweiten Halbjahr 2017 angestrebt. Der Aufsichtsrat aber hat offensichtlich die Geduld mit dem
Manager verloren.
Statt Hartmut Mehdorn muss
nun ein anderer Manager das Berliner Pannenprojekt doch noch in
einen Erfolg verwandeln.
Bericht Seite 8, Kommentar Seite 14
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Deutsche Unternehmen
entdecken Afrika
Die digitalen
Tagelöhner
Ganz gleich ob Putzen, Handwerken oder Babysitten – nach dem
Siegeszug des E-Commerce sind
Dienstleistungen im Internet das
nächste große Ding. Prägten bisher Start-ups die neue Branche,
haben jetzt auch große Konzerne
wie etwa der Mobilfunker Vodafone die Jobbörsen für sich und
die Kunden entdeckt. Seite 16
Achenbach macht
reinen Tisch
Der ehemalige Kunsthändler Helge
Achenbach hat vor Gericht ein
umfassendes Geständnis abgelegt.
Er habe bei der Vermittlung von
Kunstwerken an den Aldi-Erben
Berthold Albrecht Rechnungen gefälscht und unberechtigte Aufschläge kassiert, sagte Achenbach
vor dem Essener Landgericht und
zeigte sich reuig. Seite 18
Alcoa setzt auf Titan
aus Deutschland
Der US-Aluminiumkonzern Alcoa
kauft den deutschen Mittelständler
Tital, um das Geschäft mit der
Flugzeugindustrie auszubauen. Mit
der Akquisition rückt Alcoa deutlich näher an seine europäischen
Kunden. Am Umsatz gemessen ist
der Zukauf im Sauerland zwar nur
ein kleiner Fang. Alcoa-Chef Klaus
Kleinfeld wertet den Deal aber
dennoch als eine echte Schlüsselübernahme. Seite 22
Lebensversicherer-Pleite
schockiert die Branche
Die Dauer-Niedrigzinsen fordern
ihr erstes Opfer. Zenith ist der erste Schweizer Lebensversicherer,
den die anhaltende Flut billigen
Geldes in die Pleite getrieben hat.
Da die Probleme der Branche
ähnlich gelagert sind wie im
Nachbarland Deutschland, könnte
das Aus von Zenith den Auftakt
einer Serie von Schieflagen bedeuten. Versicherungsexperten
warnen bereits vor einem Teufelskreis in der Assekuranzbranche.
Seite 28
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