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GESUNDHEIT IM BLICK - Presse - Barmer GEK

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GESUNDHEIT IM BLICK
NEWSLETTER FÜR JOURNALISTEN
 Ausgabe Januar 2015
Online-Fitness
Eine gute Alternative zu Sportstudios
Schlechtes Wetter, Stress auf der Arbeit, die Trainingszeiten im Fitnessstudio oder im Verein passen so gar nicht in den eigenen Tagesablauf? Trotzdem muss Sport in Zukunft nicht mehr ausfallen. Schließlich gibt es ja das
Internet. Nach Online-Shoppen, Online-Banking und Online-Partnersuche
hat sich inzwischen auch Online-Fitness etabliert. Das Training eignet sich
allerdings nur für Menschen mit Vorerfahrungen bei Fitnessübungen.
Umfragen zeigen es jedes Jahr: Mehr Sport treiben steht auf der Liste der
guten Vorsätze ganz weit oben. Und dank der zahlreichen Online-Fitnessangebote haben Ausreden wie schlechtes Wetter oder keine Zeit ausgedient.
Selbst finanzielle Gründe müssen keine Rolle spielen, denn neben kostenpflichtigen finden sich im Internet auch zahlreiche kostenlose Angebote.
Wichtiger als das Geld ist allerdings die Qualität. Und damit ist neben der
Ton- und Bildqualität der Videos vor allem die Qualifikation der Trainer
gemeint. „Die größten Anbieter der Online-Fitnessstudios in Deutschland
arbeiten alle mit ausgebildeten Trainern, Sportwissenschaftlern oder Sportmedizinern, die in den Videos Anleitungen geben“, sagt Klaus Möhlendick,
Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER GEK.
Übungen müssen richtig ausgeführt werden
Welcher Anbieter letztendlich ausgewählt wird, ist Geschmackssache, denn
jedes Portal deckt andere sportliche Bereiche ab. Von Cardio-Training, BauchBeine-Po, Pilates, Yoga bis hin zu Kampfsporteinheiten – die Angebotspalette ist breit. Allerdings ist der Sport vor dem PC oder Laptop nicht für jeden
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
Inhalt dieser Ausgabe
Seite 1
Online-Fitness
Eine gute Alternative zu Sportstudios
Seite 2
Sodbrennen
Hilfe gegen das Feuer in der Speiseröhre
Seite 3
Hausstauballergie
Wirksamer Schutz gegen lästige Mitbewohner
Seite 4
Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Wenn der Körper die Schilddrüse angreift
Seite 5
Wunsch und Wirklichkeit
Mit Diätpillen zur Traumfigur?
Seite 6
Ist das so?
Gesundheitsmythen unter der Lupe
Seite 1
geeignet. „Wer lange nicht trainiert hat oder noch nie viel Sport gemacht
hat, der sollte lieber eine Zeitlang unter fachkundiger Aufsicht trainieren,
beispielsweise in einem Fitnessstudio vor Ort“, rät Möhlendick. Denn wer die
Übungen nicht richtig ausführt, wird die gewünschten Effekte nicht erreichen
oder riskiert im schlimmsten Fall sogar Verletzungen oder Haltungsschäden.
Täglich zehn Minuten trainieren
Bei vielen Anbietern ist es möglich, das Angebot sieben Tage unverbindlich
zu testen. Erst dann sollte die Entscheidung für ein Abo fallen. Einzelne
Anbieter locken mit einer zusätzlichen Ernährungsberatung, die beim
Abnehmen oder Muskelaufbau unterstützen soll. „Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen ist diese Art der Beratung aber nicht geeignet.
Sie sollten sich lieber an einen Arzt oder eine individuelle Ernährungsberatung wenden“, so Möhlendick. Neben vielfachen Bezahlangeboten gibt
es im Internet auch zahlreiche kostenlose Anleitungen mit Videos oder
Fotos. Ob Rückenkräftigung, Morgengymnastik oder Schwangerschaftsgymnastik. Wer etwas Gutes für seinen Körper tun will, der kann sich mithilfe der Anleitungen zu Hause fit halten. „Wer nur zehn Minuten täglich
investiert, der wird sich schnell verbessern und wohler fühlen. So kann
man auch leicht seine guten Vorsätze durchhalten“, weiß Möhlendick.
Unser Tipp: Videos der Barmer GEK zum Thema Fit im Büro unter
www.barmer-gek.de/146925
Wer schon Erfahrungen mit Fitnessübungen hat, für den sind Online-Fitnessstudios oder Anleitungen aus dem
Internet gut geeignet.
Sodbrennen
Hilfe gegen das Feuer in der Speiseröhre
Es brennt unangenehm, sticht bis in den Hals hinauf und verursacht
Schmerzen hinter dem Brustbein: Sodbrennen. Etwa jeder dritte Deutsche
leidet regelmäßig oder zumindest gelegentlich darunter. Schnelle Hilfe gibt
es seit einiger Zeit zwar rezeptfrei in der Apotheke. Doch was kann sonst
noch gegen das Feuer in der Speiseröhre helfen? Und wann sollten Betroffene lieber einen Arzt aufsuchen? Antworten gibt Dr. Ursula Marschall,
leitende Medizinerin bei der BARMER GEK.
Gibt es eigentlich Möglichkeiten, Sodbrennen vorzubeugen?
Ja, denn die Ursachen sind oft harmlos und in den Lebensgewohnheiten zu
finden. So spielt Ernährung etwa ein große Rolle. Bestimmte Lebensmittel
wie zum Beispiel Schokolade, Kaffee, Scharfes, Fettes und Frittiertes gelten
als sogenannte „Säurelocker“, weil sie die Magensäureproduktion anregen.
Wer weiß, dass er darauf mit Sodbrennen reagiert, sollte diese Lebensmittel
einfach von seinem Speiseplan streichen. Gleiches gilt für Genussmittel wie
Nikotin, Alkohol oder Koffein. Wer vorbeugen möchte, kann außerdem über
den Tag verteilt kleine Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen nur leichte
Kost zu sich zu nehmen. Ein aktiver Lebensstil mit Sport und Entspannung
reduziert Stress – und der ist ein typischer Auslöser für Sodbrennen.
Wann sollten Betroffene mit den Beschwerden zum Arzt?
Tritt Sodbrennen ein oder zwei Mal pro Woche auf, ist es besser, wenn ein
Arzt den Ursachen auf den Grund geht. Mögliche Ursachen wie Herzerkrankungen sollten ausgeschlossen werden, denn Brennen und Druckgefühl im
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
Falsche Ernährung und Stress können
Auslöser für Sodbrennen sein.
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Brustbereich können genauso gut ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein.
Auch Beschwerden wie eine starke und schnelle Gewichtsabnahme, unerklärbares Erbrechen, schwarz gefärbter Stuhl oder Schluckbeschwerden
sind Alarmsymptome, die unbedingt abgeklärt werden sollten.
Welche Präparate gibt es rezeptfrei in der Apotheke?
Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten: Die Gruppe der Magensäurebinder neutralisiert die Säure im Magen. Die H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer verhindern, dass Magensäure gebildet wird. Wenn
die Ursachen für Sodbrennen eher harmlos sind, die Beschwerden also
beispielsweise durch ein schweres Essen verursacht wurden, kann man
sich vorübergehend gut mit den Medikamenten aus der Apotheke helfen.
Grundsätzlich sollte man die Präparate aber nur kurzfristig einnehmen.
Denn bei einer längeren Einnahme werden auch Symptome für eine möglicherweise ernsthafte Erkrankung unterdrückt. Außerdem können Betroffene in einen Teufelskreis hineinkommen. Sie empfinden es als unangenehm,
wenn nach dem Absetzen der Medikamente die normale Magensäureproduktion wieder einsetzt und greifen dann wieder zu den Präparaten.
 Hilfe bei Sodbrennen
• Ein großes Glas Wasser
trinken.
• Lebensmittel wie Kartoffeln
und Getreide enthalten viel
Stärke und können überschüssige Magensäure gut
binden.
• Ein Glas Milch oder Nüsse
können die Magensäure
neutralisieren.
• Nachts den Oberkörper
mit einem Keilkissen hoch
lagern.
• Regelmäßige Bewegung.
Welche Wechselwirkungen können auftreten?
Magensäurebinder können beispielsweise die Wirkstoffaufnahme anderer
Arzneimittel beeinflussen, daher ist eine Einnahme der Medikamente erst
in einem Abstand von zwei Stunden nach dem Magenmittel sinnvoll. Und
wer Johanniskraut einnimmt, sollte wissen, dass die Wirkung von manchen
Protonenpumpenhemmern gemindert werden kann. Bei Unsicherheiten
empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch den Apotheker.
Hausstauballergie
Wirksamer Schutz gegen lästige Mitbewohner
Während viele Pollenallergiker in der kalten Jahreszeit aufatmen können,
leiden Hausstauballergiker im Winter ganz besonders. Denn durch das
Heizen sinkt die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und Hausstaub wird verstärkt aufgewirbelt. Häufigeres Putzen hilft, doch auch darüber hinaus gibt
es Methoden, die Milben und deren Allergie auslösende Ausscheidungen
loszuwerden.
Allergiker leiden besonders in der Nacht, denn dann werden die Allergene
bei jeder Bewegung in die Luft geschleudert und sie gelangen durch die
Atmung in Nase und Lunge. „Etwa 30 Prozent des Tages verbringen wir im
Bett und verlieren pro Nacht ein bis zwei Gramm Hautschuppen“, erklärt
Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der BARMER GEK. „Pro Jahr kommt da
ein halbes Kilo zusammen. Für Milben sind das ideale Lebensbedingungen,
denn die Hautschuppen dienen ihnen als Nahrung, und das dunkle Bett ist
eine ideale Brutstätte.“
Putzen mit Köpfchen
Eine Matratzenreinigung kann nur kurzfristig helfen, Staub, Hautschuppen
und Milben zu entfernen. Sinnvoller ist ein milbendichter Matratzenbezug.
Dieses sogenannte Encasing hält die Allergene der Matratze vom Betrof-
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
Im Bett leiden Hausstauballergiker
besonders, weil hier die Milbendichte
am höchsten ist.
Seite 3
fenen fern. Allerdings muss dieser Bezug regelmäßig feucht abgewischt
werden, um neu angesammelte Allergene zu entfernen. „Wer ein Wasserbett hat, sollte wissen, dass die Encasings nicht über die Matratze passen.
Daher ist es sinnvoll, die Husse regelmäßig zu waschen, zumal sich die
Milben bei den Wasserbetttemperaturen von um die 24 Grad auch über
Tag sehr wohl fühlen“, rät Petzold. Und auch das Bettzeug sollte regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, denn Milben überleben
den Waschgang bei dieser Temperatur nicht und Ausscheidungen werden
ausgespült. „Nur so kann die Anzahl der Milben und ihrer Ausscheidungen
dauerhaft niedrig gehalten werden“, so Petzold.
Auch den Bodenbelag im Schlafzimmer können Betroffene überdenken:
Ein kurzfloriger Teppich, den man gut saugen kann, der aber herumwirbelnden Staub festhält, ist für Hausstauballergiker die beste Wahl. Glatte
Böden halten den Staub nicht fest und müssen oft und am besten feucht
gewischt werden. Und wer auf Staubfänger wie Gardinen, Kunstblumen
oder Stofftiere im Schlafzimmer verzichten kann, hilft seinem Immunsystem zusätzlich.
 Info
Im Schlafzimmer fühlen sich
Hausstaubmilben besonders
wohl. Ein Gramm Schlafzimmerstaub enthält durchschnittlich 1.000 Milben, ein
Gramm Bettstaub sogar 4.000.
Je weniger der von den Milben
begehrten Hautschuppen im
Schlafzimmer zur Verfügung
stehen, desto besser. Daher
sollten sich Betroffene besser
im Badezimmer kämmen und
umziehen und die getragene
Kleidung nicht im Schlafzimmer platzieren.
Für das richtige Raumklima sorgen
Milben fühlen sich besonders wohl bei Raumtemperaturen von mehr als
20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 55 Prozent. Ein
entsprechendes Schlafzimmerklima und regelmäßiges Lüften kann die
Zahl der Spinnentiere deutlich verringern. Falls die gemessene Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, kann es helfen, Topfpflanzen aus dem Raum zu entfernen. Allerdings sollte der Wert nicht unter 40 Prozent sinken, weil auch
das zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Wenn der Körper die Schilddrüse angreift
Es fängt an mit Nervosität, Schlaflosigkeit und Neigung zum Schwitzen.
Auch plötzliches Herzrasen, gefolgt von körperlicher Erschöpfung und
ständiger Müdigkeit sind häufig. Manchmal ist dies so schlimm, dass
Betroffene kaum noch aus dem Bett kommen. All das sind Symptome,
bei denen die meisten nicht zuerst an eine Erkrankung der Schilddrüse
denken. Doch bei jedem dritten Deutschen steckt genau dies dahinter.
Neben der Betreuung durch einen Facharzt können Betroffene jedoch
noch mehr zur Linderung der Beschwerden tun.
Die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste
Form der Schilddrüsenentzündung. Besonders Frauen sind davon betroffen, sie erkranken etwa neunmal häufiger als Männer. Durch die Entzündung sterben langsam die Schilddrüsenzellen ab, und es kommt zu einer
Unterfunktion.
Wenn Hashimoto nicht sofort beim Hausarzt erkannt wird, kann ein langer
Leidensweg folgen. Da die Schilddrüse sämtliche Hormone im Körper steuert,
können die Auswirkungen vielfältig sein. Ständiger Haarausfall, Gewichtszunahme, schlechte Haut und Stimmungsschwankungen sind nur ein paar der
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
Veränderungen an der Schilddrüse
kann ein Arzt mithilfe eines Ultraschalls
erkennen.
Seite 4
Beschwerden. Diese belasten jedoch Körper und Seele. „Mit einem Bluttest
kann der Hausarzt feststellen, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse vorliegt“,
erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK.
Hormonspiegel muss sich normalisieren
Liegt eine Diagnose vor, ist dies für Hashimoto-Patienten der erste Schritt
zur Besserung, denn die Erkrankung ist gut behandelbar. Damit das Organ
wieder richtig arbeiten kann, muss über Tabletten das fehlende Schilddrüsenhormon L-Thyroxin eingenommen werden. „Empfohlen wird eine
Einnahme auf nüchternen Magen, sonst kann das Hormon nicht richtig
aufgenommen werden“, so Marschall. Wichtig ist auch eine regelmäßige
Kontrolle der Blutwerte. „Gerade am Anfang muss sich der Hormonspiegel im Körper einpendeln. Bis die richtige Dosierung gefunden ist, kann es
ein paar Monate dauern. Aber auch im Verlauf kann es sein, dass sich die
Werte noch einmal ändern, so beispielsweise in der Pubertät, bei Schwangerschaften und auch in den Wechseljahren“, sagt Marschall.
Bei einer Schilddrüsenerkrankung empfiehlt sich die Betreuung durch
einen Facharzt (Endokrinologe). Sobald die Dosierung der Tabletteneinnahme richtig eingestellt ist, reicht es, zweimal im Jahr zur Kontrolle zu
gehen. Patienten, die sich allerdings nach einiger Zeit unwohl fühlen oder
bei denen die Beschwerden wieder zunehmen, sollten nicht auf Besserung
warten, sondern lieber direkt die Blutwerte kontrollieren lassen.
Auf Körpersignale achten
Durch die Einnahme der Tabletten bessern sich die Beschwerden, trotzdem
können Angespanntheit und Nervosität bleiben. „Hier kann das Erlernen von
Entspannungsübungen hilfreich sein. Techniken wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen‘ oder auch eine Phantasie- oder Bilderreise
können Betroffene selbstständig erlernen und zu Hause durchführen“, rät
die Medizinerin. Lange Spaziergänge an der frischen Luft können zudem helfen, die Stimmung aufzuhellen und aktivieren den Stoffwechsel. Wer durch
die Erkrankung viel an Gewicht zugenommen hat, für den ist es ratsam sich
eine Sportart zu suchen, bei der der Körper viel gefordert wird. Dazu gehören
unter anderem Rad fahren, Laufen, Schwimmen oder Tae-Bo. „Wer auf sich
und seinen Körper achtet, der wird schnell herausfinden, was ihm gut tut.
Ein Leben mit Hashimoto ist dann weniger problematisch“, so Marschall.
 Info
Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis bildet der Körper aus
noch unbekannter Ursache
Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe, was eine
chronische Entzündung zur
Folge hat. Auf Dauer wird so
das Schilddrüsengewebe zerstört. Aufgrund der zerstörten
Zellen produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Der
niedrige Hormonspiegel regt
wiederum die übergeordnete
Schaltzentrale im Gehirn an,
vermehrt Signale zur Hormonproduktion an die noch
gesunden Schilddrüsenzellen
zu senden. Diese erhöhen die
Anzahl der Botenstoffe und
verstärken so die Abwehrmechanismen. In der Folge
sterben immer mehr Schilddrüsenzellen ab.
Wunsch und Wirklichkeit
Mit Diätpillen zur Traumfigur?
In der Werbung sehen wir sie jeden Tag: Frauen mit der perfekten Bikinifigur.
Und die Werbung zeigt uns auch den vermeintlich leichten Weg dorthin. Mit
Diätpillen und anderen Abnehmprodukten aus der Drogerie oder Apotheke
sollen die Pfunde mühelos schmelzen. Aber helfen die Mittel wirklich beim
Gewichtsverlust oder sind sie eher schädlich für den Körper?
Es klingt verlockend: Ohne Diät oder regelmäßigem Sportprogramm, nur mit
Tabletten ein paar Kilo abnehmen. Die Hersteller von sogenannten Schlankheitspillen werben seit Jahren für dieses Konzept und haben im Laufe der
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
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Zeit eine breite Produktpalette entwickelt. Zu kaufen gibt es Appetitzügler,
Sättigungskapseln, die im Magen aufquellen, Fettblocker, die Fett aus der
Nahrung binden sollen, Kohlenhydratblocker oder Pillen, die die Fettverbrennung ankurbeln. Darüber hinaus sind Entwässerungstees im Angebot oder
Eiweißdrinks, die eine Mahlzeit ersetzen sollen. Die enttäuschende Nachricht:
Ohne Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung bringen die Tabletten nicht den gewünschten Erfolg. „Wer seine Ernährung nicht umstellt und
Dickmacher wie Zucker und Fett reduziert, der erreicht den Gewichtsverlust
auch nicht mit den Schlankheitsmitteln. Eher im Gegenteil, nach dem Absetzen folgt meistens der berühmte Jo-Jo-Effekt“, sagt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER GEK. Besonders bitter ist dies für den Geldbeutel, denn
die Mittel aus der Apotheke kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Packung.
Fettblocker sind wirkungslos
In manchen Fällen kann sich der Griff zu bestimmten Abnehmpräparaten jedoch durchaus auszahlen. Sättigunskapseln etwa, die im Magen aufquellen,
können eine Diät durchaus unterstützen, da sie das Hungergefühl reduzieren. Nur durch sie allein ist der Gewichtsverlust jedoch gering. Es geht also
kein Weg daran vorbei, wer abnehmen will, muss seine Kalorienaufnahme
reduzieren. „Außerdem muss darauf geachtet werden, die Kapseln mit viel
Flüssigkeit einzunehmen, sonst kann es zu Verstopfungen kommen“, so
Günther. Regelmäßige Bewegung hilft dabei, die Fettverbrennung anzukurbeln. Ein Effekt, den Fettblocker, die Fett aus der Nahrung binden sollen,
nicht dauerhaft bieten können. Hilfreich beim Abnehmen kann stattdessen
eine eiweißreiche Hauptmahlzeit am frühen Abend sein. Kommt trotzdem
mal Heißhunger auf, rät die Expertin: „Anstatt zur Schokolade lieber zu Nüssen oder Obst greifen. Das stillt die Lust auf Süßes, lässt aber den Blutzuckerspiegel schnell wieder abfallen und hat weniger Kalorien.“ Ohne Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung bringen Schlankheitsmittel nicht den gewünschten Erfolg.
Skeptisch ist Günther auch bei einem weiterem Hilfsmittel zum Abnehmen: Entwässerungstees, die aus Birken- oder Brennnesselblättern
bestehen. Doch wie der Name schon sagt, entziehen diese Tees dem
Körper lediglich Wasser, was sogar ungesund sein kann. „Wer nicht nur
abnehmen, sondern auch dauerhaft sein Gewicht halten will, der sollte
versuchen, seine Ernährung umzustellen“, sagt Günther. Wer Unterstützung beim Abnehmen braucht, sollte statt auf Wundermittel lieber auf eine
individuelle Ernährungsberatung setzen. BARMER GEK Versicherte können
sich im Internet über entsprechende Gesundheitskurse informieren:
www.barmer-gek.de/101017
Ist das so?
Gesundheitsmythen unter der Lupe
Um unsere Gesundheit und Ernährung ranken sich zahlreiche Mythen. Unsere
medizinischen Experten haben erneut drei davon unter die Lupe genommen.
Hilft Zinksalbe gegen Herpes?
Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER GEK: „Zinksalbe hilft tatsächlich bei Herpes, da sie die Bläschenflüssigkeit nach außen leitet und
die Wunde so schneller abtrocknen kann. Außerdem verhindern die Zink-
BARMER GEK I Gesundheit im Blick I Januar 2015
Seite 6
verbindungen eine bakterielle Infektion der Bläschen, lindern die Entzündung und fördern so die Wundheilung. Dies dauert allerdings seine Zeit.
Eine Ausbreitung des Virus können Zinksalben jedoch nicht verhindern.“
Stärkt Milch die Knochen?
Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK:
„Knochen benötigen Kalzium, um ihre feste Knochenstruktur aufzubauen.
Um eine hohe Knochendichte auch zu erhalten, ist die ständige Aufnahme
von Kalzium vor allem über die Nahrung erforderlich. Milch und Milchprodukte gelten als wichtige Kalziumlieferanten. Damit das Kalzium aus
der Nahrung in die Knochen eingebaut werden kann, braucht der Körper
jedoch Vitamin D. Dieses muss bei gesunden Menschen nicht über die
Nahrung ergänzt werden, da der Bedarf daran bereits durch die Produktion von körpereigenem Vitamin D gedeckt wird.“
Milch und Milprodukte enthalten viel
Kalzium, das für den Knochenaufbau
benötigt wird.
Ist rotes Fleisch schlecht fürs Herz?
Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER GEK:
„Hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Rotes Fleisch (Rind, Schwein, Kalb,
Schaf, Lamm, Ziege) enthält eine Substanz namens L-Carnitin. Neuere Studien fanden heraus, dass bestimmte Darmbakterien L-Carnitin
in das sogenannte Trimethyl-N-Oxid umbauen (kurz TMAO). Und das
kann Arteriosklerose, also die Verkalkung der Gefäße, vorantreiben. Eine
ausgewogene Ernährung ist daher wichtig für die Gesundheit. Experten
empfehlen, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro
Woche zu essen.“
Impressum
BARMER GEK
Verantwortlich
Athanasios Drougias
Abt. Unternehmenskommunikation
Redaktion
Nicole Flöper, Daniela Kluska,
Sunna Gieseke
E-Mail: presse@barmer-gek.de
Tel.: 0800 33 20 60 99 1422
Bildnachweis
fotolia / listercz / Dan Race /
Schlierner / Kirill Kedrinski / Gerhard Seybert / absolutimages /
Oksana Kuzmina
Unser Service für Journalisten
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www.barmer-gek-magazin.de  Die Mitgliederzeitschrift der BARMER GEK als E-Magazin
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