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Ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr - Lokalinfo AG

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GZA/PP 8048 Zürich
30. Jahrgang
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Nr. 51/52
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag Herausgeber: Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich Verlag Tel. 044 913 53 33, Fax 044 910 87 72 www.lokalinfo.ch
Foto: Sibylle Meier/ Pro Senectute
Ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Liebe Leserinnen und liebe Leser, Sie halten die letzte Num- ein Frohes Weihnachtsfest und natürlich einen guten Rutsch
mer in Ihren Händen. Die nächste Zeitungs-Ausgabe erscheint ins 2015.
Redaktion und Verlag
am 8. Januar 2015. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien
Neuer Spielplatz
Steuerdebatten
24 Jahre Friedensrichterin
Im Sommer 2013 wurde der Spielplatz im Küsnachter Horn
noch von der Gemeindeversammlung zurückgewiesen. Nun
stellt die Gemeinde ein neues Projekt vor, das wesentlich bescheidener ausfällt.
Seite 3
Während die Zumiker einer dreiprozentigen Steuererhöhung
zustimmen, konnten sich die Herrliberger bei ihrer Gemeindeversammlung nicht für einen höhren Steuerfuss erwärmen
– trotz Antrag der RPK.
Seite 5
Seit 24 Jahre ist Ursula Fellmann Fröhlich Friedensrichterin
in Küsnacht. Was sie im Amt erlebt hat und welche Eigenschaften eine gute Nachfolgerin oder ein Nachfolger mitbringen sollte, erzählt sie auf …
Seite 9
Ihr Fachgeschäft
für
Heilmittel,
gesunde Ernährung,
Liebe Kundschaft
jetzt ist alles fertig gebaut.
Ab sofort bedienen wir Sie
im neuen Gebäude.
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Körperpflege
und Sanitätsartikel.
2
Küsnachter
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
Küsnachter
AKTUELL
Nr. 51/52
Ein Tintenfisch für das Küsnachter Horn
Nun nimmt der neue Spielplatz schon bald Konturen
an: Das neue Projekt für
die Hornanlage in Küsnacht
passt besser in die Umgebung und ist deutlich günstiger als das alte. Deshalb
muss es nicht mehr vor die
Gemeindeversammlung.
Annina Just
Im Juni 2013 wurde an der Gemeindeversammlung Küsnacht das Projekt
der Architekten Schweingruber Zulauf
für die Erneuerung des Spielplatzes
im Küsnachter Horn zurückgewiesen.
Mit fast 800 000 Franken war es einer
Mehrheit der Stimmberechtigten offensichtlich zu teuer.
Nun legt das Tiefbauamt die neuen
Pläne vor und macht gleich Nägel mit
Köpfen: Das neue Projekt, ausgearbeitet von der Motorsänger GmbH aus
Männedorf, liegt mit knapp 250 000
Franken gerade noch unter der Kompetenzlimite, die eine Zustimmung der
Gemeindeversammlung
erfordert.
Diese Limite beträgt gemäss Gemeindeordnung bei einmaligen Ausgaben
genau 250 000 Franken .
Komplett neue Pläne
Das ursprüngliche Projekt ist vollständig gekippt worden. Das ausgediente
Boot der Seeretter, das im ersten Projekt als Spielelement gedient hätte, ist
in den neuen Plänen nicht mehr enthalten. Wie der verantwortliche Gemeinderat Walter Matti (parteilos)
sagt, habe man diese Idee aus Sicherheitsgründen streichen müssen.
Auch bei der Beschaffenheit machten die Planungsverantwortlichen eine
Kehrtwende: Anstatt aus Kunststoff
wird das Hauptelement des neuen
Spielplatzes Holz sein. Durch die Verwendung von Eichen- und Kastanienholz sowie unbehandelten Rundhölzern aus Robinien soll die Anlage har-
Das sogenannte
Hortbaräggli
Die Schulpflege will ein «Hortbaräggli» bauen, der dafür notwendigen Umzonung haben wir an der
Gemeindeversammlung schon zugestimmt. Schön wäre es natürlich,
das um 1750 gebaute, im Inventar
aufgeführte Alder-Haus mit seinem
Garten im heutigen Zustand zu erhalten, wie dies der Kulturpreisträger und Präsident des Vereins für
Ortsgeschichte Küsnacht, Alfred
Egli, an der Gemeindeversammlung
vorgeschlagen hat.
Die Zeit bleibt aber nicht stehen
und neue Aufgaben müssen bewältigt werden. Dazu gehört offensichtlich der vermehrte Platzbedarf des
ANZEIGEN
Philippa Schmidt
Eigentlich wollte ich eine Kolumne über Weihnachtstress schreiben, darüber, dass man diese Zeit
geniessen sollte. Einmal tief
durchatmen, statt auch am Heiligabend der absoluten Perfektion
nachzuhecheln ...
Doch dann steckte ich heute
Morgen im Zug fest – «Personenunfall» wie dies immer so euphemistisch genannt wird. Wie beim
Weihnachtsshopping
schwollen
auch hier einige Adern an, die
Ein einziges Gebilde
Ein Licht im Dunkeln
Ein Modell zeigt, wie der neue Spielplatz aussehen soll.
zum Alder-Haus im Süden des
Grundstücks (wozu keine Umzonung
nötig gewesen wäre) viel eher passen und würde einen grösseren Teil
des Gartens zum Nutzen der Kinder
erhalten.
Ich weiss, dass dies bei Architekten nicht beliebt ist, weil sich viele
von ihnen mit einer originellen Lösung profilieren wollen. Andererseits braucht Demokratie Kompromisse und Zustimmung möglichst
vieler Kreise – auch der Stimmbürger, die an der Gemeindeversammlung zur Umzonung Nein stimmten.
In diesem Sinne hoffe ich, dass
die Schulpflege einen der Umgebung
angepassten, harmonischen Vorschlag zur Abstimmung bringen
wird.
Christian Schmidt, Küsnacht
Fussgängerin schwer verletzt
Am Montagmorgen wurde eine Fussgängerin auf der Seestrasse angefahren und dabei schwer verletzt. «Eine
61-jährige Automobilistin fuhr kurz
vor 6.30 Uhr mit ihrem Personenwagen auf der Seestrasse Richtung Zürich. Zur gleichen Zeit betrat eine
Passantin von der Bahnhaltestelle
‹Winkel› her kommend neben der
Fussgängerunterführung die Strasse», schreibt die Kantonspolizei Zürich zum Unfallhergang. Aus unbekannten Gründen sei es zur frontalen
Kollision mit dem Auto gekommen.
Die 68-Jährige wurde zu Boden ge-
Foto: zvg
Die heutige Spielplatzanlage im Horn entspricht nicht mehr den neusten
Sicherheitsbestimmungen
. Foto: Annemarie Schmidt-Pfister
LESERBRIEF
Hortes. Anstelle des alten «Hortbaräggli» wurde eine Vorstudie unter
gleichem Namen präsentiert. Ein
dreistöckiges Haus (ebenso viele
Stockwerke wie das Alder-Haus) als
«Hortbaräggli» zu bezeichnen ist
mehr als dreist, nämlich eine demagogische Irreführung des Stimmbürgers. Und warum präsentiert man
eine hölzerne «Crèmeschnitte» mit
begrüntem Flachdach, die gut an einen Waldrand passen würde, an dieser Stelle jedoch wie ein Fremdkörper wirkt?
Wir sind indes hier nicht am
Waldrand, sondern mitten im Dorf.
Das historische Alder-Haus und alle
umliegenden Häuser, inklusive des
prominente Gwalter-Hauses im Osten, sind Giebelsteinhäuser. Also
würde ein Giebelsteinhaus parallel
3
APROPOS . . .
monisch in die Umgebung eingebettet
werden. Die neue Anlage wird genau
gleich viel Platz einnehmen wie die alte. Somit bleibt die Umgebung unverändert und der Bachbewuchs wird –
ungleich einer Variante des ursprünglichen Projekts, die viel Kritik von Naturschützern provozierte – nicht angetastet.
In Form eines überdimensionalen Tintenfischs mit acht Armen werden unterschiedliche Spielelemente wie Rutschen, Schaukeln, Gummimatten, Seile, Balancierstämme, Wasserspiele
und Hängematten angeordnet. So
wird ein Gebilde entstehen, das als
Ganzes bespielt werden kann und
nicht aus einzelnen Elementen besteht. Die Anlage soll den Bedürfnissen von Kindern unterschiedlichen Alters gerecht werden. Für die Kleinsten
ist zum Beispiel ein «Plansch-Bereich»
mit einer Wasserpumpe zum selber
Bedienen vorgesehen.
Die Idee für einen neuen Spielplatz
ist vor gut drei Jahren aufgekommen,
weil einzelne Elemente der aktuellen
Anlage nicht mehr den neusten Sicherheitsvorschriften entsprechen und
ersetzt werden müssten. Den veränderten Anforderungen wird nun mit
der kompletten Umgestaltung Rechnung getragen.
Wie die Gemeinde informiert, ist
die Kreditbewilligung durch die Baukommission bereits erfolgt und die
angrenzenden Eigentümer sind persönlich informiert worden. Die Reaktionen sind laut Walter Matti sehr positiv ausgefallen.
Nun fehlt nur noch die Baubewilligung, wofür das Gesuch am heutigen 18. Dezember ausgeschrieben
wird (siehe Amtliche Publikationen,
S.5). Ab sofort liegen die Unterlagen
auch auf dem Bauamtsekretariat im
Gemeindehaus zur Einsicht auf.
Sofern keine Einsprachen erfolgen,
können die Bauarbeiten schon im
ersten Halbjahr 2015 begonnen
werden.
18. Dezember 2014
worfen und blieb mit schweren Verletzungen liegen. «Sie musste nach
der Erstversorgung durch ein Ambulanzteam ins Spital gefahren werden», so die Meldung weiter.
Aufgrund des Unfalls musste die
Seestrasse zwei Stunden lang gesperrt werden. Eine Umleitung wurde von Angehörigen der Feuerwehr
signalisiert. Neben der Kapo standen
die Kommunalpolizei Meilen-Herrliberg-Erlenbach sowie die Feuerwehr
Meilen und Erlenbach und ein Ambulanzteam von Schutz & Rettung im
Einsatz. (pd./phs.)
Weihnachtskonzert der
Chöre in der Kirche
Am Sonntag, 21. Dezember, findet in
der festlich geschmückten katholischen Kirche in Küsnacht ein weihnachtliches Chorkonzert statt. Es
richtet sich an Jung und Alt, an die
ganze Familie und an alle, die Freude
an adventlichem und weihnachtlichem Singen zum Mitsingen und Geniessen haben. Die Kantorei St. Georg, das Vokalensemble «Ensemble
Bleu», ein Bläserquintett und Orgelbegleitung singen und musizieren.
Die Konzertbesucher erwarten viele
deutschsprachige
Adventsund
Weihnachtslieder: «Alle Jahre wieder», «Süsser die Glocken nie klingen», «Kling, Glöckchen, klingelingeling», «Tochter Zion, freue dich»,
«Vom Himmel hoch da komm ich
her», «Macht hoch die Tür», «Wie
schön leuchtet der Morgenstern»,
«Herbei, o ihr Gläubigen», «O du
fröhliche», «Stille Nacht», «O Tannenbaum» und andere mehr. (e).
Sonntag, 21. Dez., 17 Uhr, katholische Kirche Küsnacht. Eintritt frei, Kollekte.
ANZEIGEN
Rotnuancen einiger Köpfe stiegen
ins Bedrohliche, und andere Passagiere zischten Verwünschungen
in ihr Handy, über den «Tubel»,
der sich vor den Zug geworfen
habe.
Klar, ich freue mich auch
nicht, wenn ich morgens feststecke und Termine absagen muss,
doch was für eine Bedeutung hat
das, wenn ein Mensch sein Leben
verloren hat? Und ist es nicht besonders traurig, dass gerade vor
und an Weihnachten, in der Zeit,
in der die Nächstenliebe wichtig
sein sollte, die Suizidrate steigt?
Wenn unsereins das Festessen
mit der Familie plant und den
Baum möglichst perfekt schmücken will, bleiben Menschen andernorts allein. Nicht wenige
Männer und Frauen haben niemanden,
der
ihnen
etwas
schenkt, und auch keinen, den sie
beschenken könnten. Kennen Sie
vielleicht jemanden, der allein ist?
Wenn ja, der oder die würde sich
sicher über einen Anruf oder sogar über eine Einladung freuen!
Ein
grösseres
Weihnachtsgeschenk kann es wohl kaum geben.
Doch auch wer keine solche Einladung erhält, muss nicht allein
bleiben. Denn von der Cevi (13 bis
21 Uhr, Sihlstr. 33) über das Kulturhaus Helferei (ab 18 Uhr,
Kirchgasse 13) bis zur CaritasWeihnacht im Volkshaus (ab
17.30 Uhr, Stauffacherstr. 60) gibt
es am 24. Dezember in Zürich
zahlreiche Möglichkeiten, eine
warme Mahlzeit, ein Dach über
dem Kopf und vielleicht auch ein
offenes Ohr oder ein offenes Herz
zu finden. Viele weitere Angebote
ergänzen die genannten Einrichtungen. Wer nicht mehr weiter
weiss, dem seien die Nummern
143 (Dargebotene Hand) und 147
(Pro Juventute, für Kinder und Jugendliche in Notlagen) genannt.
Den Menschen, die eine solche
Betreuung möglich machen und
öffentliche Weihnachtfeiern am
24. Dezember anbieten, sei an
dieser Stelle ein ganz besonderer
Dank ausgesprochen: Sie sind die
wahren Weihnachtshelden. Und
wann, wenn nicht an Weihnachten, gilt das Sprichwort «Wenn Du
denkst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein
her».
4
Stadt Zürich
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
AKTUELL
Hommage an die Courage
Die bekannte Zürcher Autorin und Schillerpreis-Trägerin Susanna Schwager widmet ihr jüngstes Buch einer
bärenstarken Kämpferin im
Zürich der 80er Jahre.
Einblick in die russische Seele: Die Chorgruppe «Corale Ermitage».
Foto: zvg.
Gregorianische Gesänge im Fraumünster
Mit ihren ausdrucksstarken
und gefühlsvollen Stimmen
lädt die Chorgruppe «Corale
Ermitage» aus St. Petersburg zu einer einmaligen
spirituellen Reise ein.
Seit seiner Gründung 1996 reist das
vierköpfige Ensemble mit seiner russischen Musik regelmässig durch
Westeuropa. Zum facettenreichen
Repertoire gehören orthodox-geistliche Gesänge und traditionelle Klostermelodien aus Zeiten des russischen Barocks und Klassizismus.
Auch Werke berühmter russischer
Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts und Melodien aus dem
russischen Kulturgut werden zum
Besten gegeben. Passend zur Jahreszeit lässt der Chor den Konzertabend mit weltbekannten Weihnachtsliedern ausklingen.
Verstehen kann man «Corale Ermitage» auch ohne Russischkenntnisse, denn: Filigran und mächtig verschmelzen die vier schönen Stimmen
zu einer tragenden und behaglichen
Einheit. Ein Abend mit «Corale Ermitage» verspricht einen tiefen Einblick
in die russische Seele. (pd./mai.)
Sonntag, 28. Dezember, 19 Uhr, Kirche
Fraumünster Zürich.
Wettbewerb
Lokalinfo verlost 3x 2 Eintritte für
das Konzert von «Corale Ermitage», am Sonntag, 28. Dezember, 19
Uhr, im Fraumünster Zürich. Wer
sein Glück versuchen will, sendet
bis 22. Dezember eine Mail mit Betreffzeile «Corale Ermitage» an
lokalinfo@lokalinfo.ch
oder eine Postkarte an
Lokalinfo AG
Wettbewerb «Corale Ermitage»
Buckhauserstrasse 11
8048 Zürich
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb. Rechtsweg ausgeschlossen.
Universität Irchel entwickelt sich weiter
Für das gesamte Areal der
Universität Irchel besteht
ein dringlicher Ausbau- und
Erneuerungsbedarf. Der
Regierungsrat und der
Zürcher Stadtrat sowie die
Universität haben nun dem
Masterplan Campus Irchel
zugestimmt.
Vor rund vier Jahrzehnten eröffnete
die Universität Zürich ihren zweiten
Standort auf dem Irchel. Seither hat
sich die Zahl der Studierenden verdreifacht. Der Masterplan zeigt auf,
wie sich der Standort Zürich-Irchel
bis ins Jahr 2050 weiterentwickeln
kann. Er bildet zusammen mit dem
Masterplan Hochschulgebiet ZürichZentrum die Grundlage für die Umsetzung der Zweistandort-Strategie
de Universität Zürich.
Um die zukünftige Entwicklung
der Universität Irchel zu sichern, ist
eine adäquate Standortentwicklung
notwendig. Die Universität hat des-
Notrufnummer 144
Seit dem 2. Dezember nimmt die Einsatzzentrale von Schutz & Rettung
Zürich die Notrufe 144 aus dem Kanton Zug entgegen. Die Umstellung hat
problemlos geklappt, die ersten Erfahrungen sind positiv. Bis und mit
11. Dezember sind in Zürich 161 Anrufe aus dem Kanton Zug eingegangen. Der Rettungsdienst Zug (RDZ)
musste 139 Mal aufgeboten werden.
Alles verlief ohne grössere Schwierigkeiten. Beeindruckend seien für die
Rettungssanitäter an der Front die
schnellen Dispositionszeiten. Oft gehe
es keine 30 Sekunden vom Eingang
eines Anrufs bis zum Zeitpunkt, wo
die Retter für einen Einsatz aufgeboten werden. (pd.)
halb für ihre zwei Hauptstandorte
Hochschulgebiet Zürich-Zentrum und
Zürich-Irchel entsprechende räumliche Entwicklungsziele festgelegt. Für
das Hochschulgebiet Zentrum liegt
seit September ein Masterplan vor,
der die langfristige Entwicklung der
drei Institutionen Universität Zürich,
ETH und Universitätsspital aufzeigt.
Auch für den Campus Irchel ist eine
umfassende Erneuerung, Verdichtung und zeitgemässe Weiterentwicklung der Gesamtanlage geplant.
Das Amt für Raumentwicklung
der Baudirektion führte eine entsprechende Gebietsplanung im Auftrag
der Bildungsdirektion und der Universität Zürich sowie im Dialog mit
dem Staatsarchiv des Kantons Zürich
und der Stadt Zürich durch. Der nun
vorliegende Masterplan Campus Irchel, dem alle Projektbeteiligten zugestimmt haben, enthält die Leitplanken für die langfristige, integrale
räumliche Entwicklung des Standorts
Irchel. Er konkretisiert Leitideen
für die Teilräume «Mitte», «Süd»,
«Nord» und «Irchelpark», benennt
den Vertiefungsbedarf und die Mass-
nahmen zur Umsetzung. Mit dem
Masterplan ist ein wichtiger strategischer Schritt für die künftige infrastrukturelle Weiterentwicklung der
Universität Zürich gemacht. Das Vorhaben soll in Etappen realisiert werden und gewährleisten, dass auch
kommenden Generationen von Studierenden hochstehende Lehr- und
Forschungseinrichtungen zur Verfügung stehen.
Im Lauf der Gebietsplanung hat
sich eine konstruktive Zusammenarbeit der Projektpartner etabliert.
Durch ein Gebietsmanagement soll
nun gewährleistet werden, dass die
im Masterplan angestrebte Entwicklung auch umgesetzt wird. Als nächster Schritt sollen auf der Grundlage
des Masterplans die Eckwerte für die
Weiterentwicklung des Standorts Irchel im kantonalen Richtplan behördenverbindlich verankert werden.
Der Richtplan wird im Rahmen des
sogenannten «Richtplanpakets 2015»
angepasst, das voraussichtlich im
Herbst 2015 öffentlich aufgelegt und
bis Frühjahr 2016 dem Kantonsrat
überwiesen werden soll. (pd./pm.)
Publireportage
Last Minute Christmas Shopping
Weihnachten 2014 wird dank dem
Letzipark garantiert stressfrei: Das
Zürcher Einkaufszentrum lässt zum
ersten Mal an einem 23. Dezember
seine Türen bis um 22 Uhr offen und
lädt so zum entspannten Last Minute
Christmas Shopping. Dazu überraschen sechs stramme Nussknacker
die Kunden mit Gutscheinen für einen gratis Glühwein und ein feines
Schokoladengeschenk. Für die Kinder dreht wie gewohnt der Märlizug
seine Runden, und das Päcklihuus
offeriert seinen traditionellen Geschenkservice. (pd./pm.)
www.letzipark.ch
Hedy ist eine Frau mit Rätseln und
mehreren Leben. Eine schöne, quirlige Mutter und Femme fatale. Ihr Weg
führt von St. Gallen über den Maghreb
ins Zürcher Niederdorf. Hedy ist auch
die Gestalt hinter der Maske der Roten
Zora, die in der biederen Bankenstadt
der 80er Jahre für Bewegung sorgt.
Eine Abrechnung im Zuhälter-Milieu
überlebt sie nur mit einer ungeheuren
Portion Glück und dank eines Schutzengels in Polizeiuniform. Auch weitere
Schläge des Schicksals pariert sie mit
ihrer gewaltigen Lebenskraft. Und mit
der Hilfe ihres treuen Freundes Päuli.
Die Geschichte von Hedy und Päuli
wurde von Susanna Schwager aufgespürt, zusammengefügt und verdichtet. Die Ingredienzen dafür hat die
Schriftstellerin, wie immer in ihren
Büchern, im Realen, Erahnten und
Erfühlten gefunden. Schwagers Buch
ist ein Sittenbild aus dem Zürich der
80er Jahre. Ein Zweipersonenstück
um die alten Fragen von Frau und
Mann und um das, was sie im Innersten zusammenhält. Krimi, Erotikon
und Stadtgeschichte. Und eine Hymne
an die Courage. (pd./mai.)
Susanna Schwager, «Freudenfrau. Die Geschichte der Zora von Zürich», Wörterseh
Verlag, 2014. 200 Seiten, gebunden. ISBN:
978-3-03763-050-1.
Foto: zvg.
F.: A. Vollenweider
Wettbewerb
Lokalinfo verlost drei Exemplare von Susanna Schwagers «Freudenfrau». Wer eines gewinnen
möchte, schickt
bis spätestens
22. Dezember
eine E-Mail mit Betreffzeile
«Freudenfrau» an:
lokalinfo@lokalinfo.ch
oder eine Postkarte an:
Lokalinfo AG
Wettbewerb «Freudenfrau»
Buckhauserstrasse 11
8048 Zürich
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb. Rechtsweg ausgeschlossen.
GEWERBEVERBAND STADT ZÜRICH
Publireportage
Weihnachtswunder
Meine Kinder lesen noch wenig Zeitung, deshalb sei hier verraten: Als
Weihnachtsüberraschung bekommen
sie Sitzsäcke. Diese habe ich in der
Nähe vom Paradeplatz erstanden,
aber mit drei riesigen Säcken kann
man nicht aufs Tram. Somit habe ich
das Undenkbare gewagt, und das
«Zubringerdienst gestattet» auf eine
– für mich – erste Belastungsprobe
gestellt. Klopfenden Herzens steuerte
ich mein Auto durch die engen Gassen hinter dem Fraumünsterplatz,
immer im Zweifel, ob dies wirklich
rechtens sei. Und siehe da: Alles
klappte reibungslos. Ich verlud meine
Säcke und fand ohne Busse wieder
aus den engen Gassen heraus. Das
hat doch Wunderpotenzial!
Meine Mailänderli
Auf den Boden der Wirklichkeit riss
mich meine Tochter zurück. Ihre
Hausaufgabe von der Schule: Guetzli
backen. Das bedeutet Hausaufgaben
für die Mutter! Da ich schlecht backen kann, kann, griff ich zum «Fülscher», dem alten Standardwerk unserer Grossmütter für Kochen und
Backen. Dort stolperte ich über ein
Rezept für Spaghetti mit einer empfohlenen Garzeit von 20 bis 25 Minuten. Das ist nicht mehr ganz al dente.
Für die Guetzli griff ich mir darauf
doch lieber «Betti Bossi», zugegeben
eine etwas ältere Ausgabe. Auf Betti
Bossi verlässt sich die halbe Nation,
also stach ich die Mailänderli wie
vorgeschrieben fünf Millimeter dick
aus. Resultat: Ausgedörrte Trockenplätzchen. Mit einer grosszügigen Zuckerverzierung retteten wir die Aktion, denn wenn der Inhalt nicht
stimmt, muss wenigstens die Verpackung gut sein.
Mein Weihnachtswunsch
Einkaufen im Letzipark.
Susanna Schwager.
Apropos Verpackung: Im «20Minuten» war nachzulesen, dass die Stadt
Nicole Barandun-Gross.
Foto: zvg.
Zürich 17 000 Franken ausgegeben
hat für die Überprüfung der Ausstrahlung unserer Weihnachtsmärkte. Wen wunderts, dass wir schlechter abschneiden als Strassburg oder
Nürnberg. Das hätte ich auch so gewusst. Doch persönlich wünsche mir
sowieso, dass wir uns allgemein etwas mehr Imperfektion gönnen. Bunt
macht lebendig.
Es müssen ja nicht meine ausgedörrten Mailänderli sein, sympathisch sind auch die von der Cevi
oder vom Frauenverein. Das Schöne
kann erst richtig strahlen, wenn es
auch Halbbatziges gibt. Wie wir alle
wissen, ist das Christkind nicht im
5-Stern-Hotel auf die Welt gekommen, und trotzdem ist etwas aus ihm
geworden. Was für das Christkind gut
war, sollte uns normalen Menschen –
obwohl wir in Zürich wohnen – auch
reichen.
Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und viel Glück im neuen
Jahr!
Nicole Barandun-Gross,
Präsidentin Gewerbeverband der
Stadt Zürich
Küsnachter
POLITIK
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
5
Keine «freiwillige» Steuererhöhung in Herrliberg
Auch in der Gemeindeversammlung in Herrliberg war,
wie in allen Seegemeinden,
der Steuerfuss ein Thema –
allerdings nur kurz, denn
die von der RPK erhofften
Diskussionen blieben weitgehend aus.
Annina Just
Anders als in den meisten umliegenden Gemeinden, war es an der Gemeindeversammlung Herrliberg vom
10. Dezember nicht der Gemeinderat,
der eine Steuererhöhung beantragt
hat, sondern die Rechnungsprüfungskommission (RPK). Sie forderte eine
Erhöhung um 4 Prozent, während der
Gemeinderat dies (noch) nicht für nötig
hielt. Er setzte sich für einen gleichbleibenden Steuerfuss von 78 Prozent
ein. So legte Finanzvorstand Reto Furrer dar, dass das Jahr 2014 voraussichtlich um 2 Millionen Franken besser abschneiden werde als budgetiert.
Der Aufwandüberschuss wird somit
bei knapp 5 anstatt den budgetierten 7
Millionen Franken liegen.
Mitunter deshalb beurteilt der Gemeinderat die Steuersituation als stabil – trotz dem hohen Investitionsvolumen von durchschnittlich 10 Millionen
Franken pro Jahr im letzten Jahrzehnt, einem hohen Fremdkapital von
84 Millionen Franken mit steigenden
Zinsen und einem Mehraufwand von
Immerhin beim nachfolgenden Apéro wurde angeregt diskutiert.
1,1 Millionen Franken für die Bildung.
Aus all dem resultiert für 2015 ein Minus von 4,5 Millionen Franken. Immerhin ist dem Gemeinderat klar, so
beteuerte Furrer, dass der tiefe Steuerfuss bei den Ansprüchen, die Herrliberg hat, und den weiterhin hohen Investitionen längerfristig nicht gehalten
werden kann. Spätestens 2016 ist deshalb auch gemäss Furrer eine Steuerfusserhöhung von 4 Prozent unumgänglich.
Wenn es nach der RPK ginge, ist es
aber schon jetzt Zeit für die Erhöhung.
«Ein Gemeindehaushalt ist ein träger
Dampfer. Deshalb erachten wir den
jetzigen Zeitpunkt als richtig, um einzugreifen», versuchte Joel Gieringer,
Präsident der RPK, die Stimmbürger
Die Gemeinde Zumikon sagt
Ja zur Steuererhöhung
Vor einem Jahr wurde sie
noch abgelehnt, jetzt hat
die Gemeindeversammlung
einer Steuerfusserhöhung
um 3 Prozent zugestimmt.
Willy Neubauer
Es war wieder einmal eine lange Gemeindeversammlung mit vielen Teilnehmern, insgesamt waren 258
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger
anwesend und füllten den Gemeindesaal bis in die letzte Reihe. Den Stimmenzählern wurde ein wahres Marathonprogramm aufgebürdet, weil
über die Sparpakete einzeln abgestimmt werden musste.
Vorab orientierte Gemeindepräsident Jürg Eberhard (FDP) über eine
Neuheit: Ab sofort wird die Produktion des umfassenden Weisungsbüchleins abgeschafft. Es wird durch einen Flyer ersetzt, der den Stimmberechtigten zugeschickt wird. Interessierte können sich auf der Homepage
der Gemeinde detailliert über die einzelnen Geschäfte informieren.
Steuererhöhung durch vermehrtes
Sparen abschwächen
Finanzvorsteherin Barbara Messmer
(CVP) erläuterte die Lage der Gemeinde. Ein hoher Investitionsbedarf
(Sanierung Hallenbad, altes Gemeindehaus etc.) führe dazu, dass Zumikon zum ersten Mal seit zehn Jahren
das Geld ausgehe. Man müsse Geld
aufnehmen. Das Budget 2015 weist
einen Aufwand von 74,1 Millionen
Franken und einem Ertrag von 68,7
Millionen Franken aus, was ein Defizit von 5,4 Millionen Franken ergibt.
Dies erfordere eine Steuererhöhung,
die durch Sparmassnahmen abgeschwächt werden könnte.
RPK-Präsident Christoph Born
(CVP) lobte die Bemühungen des Gemeinderats, sah aber noch weitere
Einsparmöglichkeiten von 300 000
Franken. Der Souverän bestimmte,
dass der «Zumiker Bote» entgegen
der Empfehlung der RPK weiterhin
bestehen soll. Dafür wird der gärtnerische Unterhalt der Gemeinde um
50 000 Franken gekürzt. Der KinderSpielplatz «Dorfplatz» wird umgestaltet, das Budget für das Schulmobiliar
(in dem auch die Schul-PCs und andere Hilfsmittel enthalten sind) bleibt
bestehen. Die Erneuerung des Spielplatzes Schulhaus Farlifang, der
Rückbau des Lehrschwimmbeckens,
der Lifteinbau und die Erweiterung
der Parkplätze Schulhaus Juch wurden abgelehnt.
Steuerfuss neu bei 85 Prozent
Der Gemeinderat hatte eine Erhöhung des Steuerfusses um 4 Prozentpunkte beantragt, die RPK um 3 Prozent. Die SVP hatte sich für eine Beibehaltung des Steuerfusses eingesetzt. In der Schlussabstimmung fiel
zuerst der Antrag der SVP aus dem
Rennen. Schliesslich obsiegte der
RPK-Vorschlag mit 215 zu 80 Stimmen. Der Steuerfuss wird damit
nächstes Jahr 85 Prozent betragen.
Die Zumikerinnen und Zumiker
haben im Übrigen auf Antrag des Gemeinderats das Förderprogramm
Energiestadt mit einem Gesamtbetrag von jährlich 100 000 Franken
gestrichen.
Die
Energieberatung
durch Roland Vogel bleibt jedoch bestehen, das Label wird beibehalten.
Des Weiteren wurden die Gelder für
In- und Auslandhilfe von 350 000 auf
175 000 Franken jährlich gekürzt.
Die FDP plädierte dafür, dies für drei
Jahre festzulegen. Der Souverän folgte dem Vorschlag. Anträge zur gänzlichen Streichung wurden jedoch abgelehnt. Der Souverän entschied zudem, dass das Restaurant im sanierten Hallenbad Juch vorläufig drei
Jahre in eigener Regie geführt wird.
Ein entsprechender Kredit von
240 000 Franken wurde mit grosser
Mehrheit gesprochen.
Foto: aj
zu überzeugen. Damit könnte der
Cashflow schneller in den positiven
Bereich geführt, die Fremdverschuldung schneller abgebaut und ein strategisches Polster beibehalten werden.
Damit wollte er auch erreichen, dass
die Diskussion geführt wird, ob Herrliberg dazu bereit ist, mehr zu bezahlen, oder es vorzieht, zu sparen.
Warum zuerst Schulden erhöhen?
Als eine Diskussion kann das Nachfolgende aber nicht bezeichnet werden:
Lediglich zwei Stimmen wurden laut.
Franco Straub, Präsident der FDP
Fraktion Herrliberg, äusserte die Parole seiner Partei, nach der dem Gemeinderat zu folgen sei. Er befürchtete, wenn man mehr Geld gäbe, würde
4 der 59 eingeladenen Jungbürger nahmen ihre Stimmpflicht war. Damit
waren sie den restlichen Stimmbürgern anteilsmässig überlegen. Foto: zvg
auch mehr ausgegeben werden. Zuerst müsse deshalb diskutiert werden,
wo gespart werden kann.
Der parteilose und ehemalige Gemeinderatskandidat Marcel Maurer
plädierte für die Gegenposition. «Wieso die Verschuldung erhöhen bevor
bremsen?», fragte er. Damit gelang es
ihm jedoch auch nicht, die Mehrheit
der anwesenden 143 Stimmbürger
und Stimmbürgerinnen zu überzeugen. So wurde der Antrag der RPK mit
wenigen Gegenstimmen abgelehnt.
«Der RPK ging es darum, die Fakten auf den Tisch zu legen und eine
Auslegeordnung zu machen. Ich bin
jedoch enttäuscht, dass nicht zum
Thema «Sparen» diskutiert wurde.
Für mich zeigt dieses Verhalten, dass
es den Bürgern auch etwas gleichgültig ist, beziehungsweise, dass der
Druck noch zuwenig hoch ist. Ich bin
gespannt, wie es dann tönt, wenn die
Erhöhung Tatsache ist», zeigte sich
Gieringer ernüchtert.
Auch die weiteren Anträge verleiteten die anwesenden Stimmbürger
an diesem Abend nicht zu Diskussionen. Das Budget der gemeinsamen
Sekundarschule Erlenbach Herrliberg
(GSEH), die Teilrevision der Bau- und
Zonenordnung zugunsten eines neuen
Standorts für die Schrebergärten und
die Defizitgarantie für das Familienzentrum Robinson wurden mit vereinzelten Gegenstimmen gutgeheissen. .
Sich lieber für Chancengerechtigkeit als
für Chancengleichheit engagieren
Am traditionellen Pfannenstieltreff referierte EVP-Kantonsrat Johannes Zollinger
über die Herausforderungen
der Schule. Zudem wurde
die Kandidatenliste für die
Kantonsratswahlen 2015
verabschiedet.
Johannes Zollinger, Kantonsrat und
Stadtrat
(Schulpräsident)
von
Wädenswil, sprach über die Herausforderungen der Volksschule. Insbesondere setzte er sich mit der Frage
der Integration von Kindern mit speziellen Bedürfnissen auseinander.
Auch die Zürcher Volksschule versuche, durch die Integration solcher
Kinder in die Regelklassen deren
Chancen zu verbessern. Wegleitend
sei dabei die Unesco-Erklärung von
Salamanca von 1994, nach welcher
«Kinder mit besonderen Bedürfnissen Zugang zu regulären Schulen haben müssen, welche in der Lage sind,
den Bedürfnissen dieser Kinder gerecht zu werden und eine kindzentrierte Pädagogik anzubieten».
«Jeder Mensch kann etwas besser
als andere»
Reguläre Schulen, welche diese integrative Ausrichtung verfolgen, werden
beschrieben als «das beste Mittel (…),
um diskriminierende Haltungen zu
bekämpfen, um Gemeinschaften zu
schaffen, die alle willkommen heissen,
um eine integrierende Gesellschaft
aufzubauen und um Bildung für alle
zu erreichen. Darüber hinaus gewährleisten integrative Schulen eine effektive Bildung für den Grossteil aller Kinder und erhöhen die Effizienz sowie
schliesslich das Kosten-Nutzen-Verhältnis des gesamten Schulsystems.»
Als Schulpräsident kennt Zollinger
aber auch die Grenzen der integrativen Schulung. Er glaubt deshalb nicht
Das Spitzentrio auf der EVP-Liste für die Kantonsratswahlen: Ursi HänFoto: zvg.
ni-Hauser, Andreas Ziegler (r.) und André Tapernoux.
an eine Chancengleichheit, spricht
sich aber für Chancengerechtigkeit
aus. Diese könne unter Umständen
mit gezielter Sonderschulung besser
erreicht werden als mit Kind, Mitschüler und Lehrpersonen belastender
vollständiger Integration.
Der Referent liess allerdings auch
keinen Zweifel daran, dass Kinder mit
geistigen oder körperlichen Behinderungen in einer Regelklasse oft weniger Probleme bereiten als solche
Schüler, die mit ihrem Verhalten den
Unterricht stören.
Nicht alle seien gleich, sagte Zollinger, aber «Jeder Mensch kann etwas besser als andere» (Konrad
Hummler). Was dieses Etwas ist, versuche eine gute Schule zu erkennen,
mit Zuversicht und Sorgfalt, oft auch
mit Erfolg. Dabei gelte es, den Kindern genügend Zeit zu geben, um ihre
Stärken zu finden, ihre Fähigkeiten zu
entwickeln und ihre sozialen Kompetenzen zu üben. Aber, betonte Zollinger zum Schluss: «Nicht jeder
Mensch kann alles. Wir brauchen un-
terschiedliche Fähigkeiten, und unser
Wert besteht nicht nur aus Diplomen
und Titeln.» In der anschliessenden
Diskussion befürwortete Zollinger klar
den Lehrplan 21, wenn dieser auch
nach seiner Meinung noch etwas weiter abgespeckt werden könnte.
Kandidierende für Kantonsratswahlen 2015 nominiert
Im zweiten Teil des Abends wurde die
EVP-Liste für die Kantonsratswahlen
vom 12. April verabschiedet. Spitzenkandidatin ist wiederum Ursi HänniHauser, Uetikon am See, gefolgt von
Andreas Ziegler, Stäfa und André
Tapernoux, Küsnacht (RPK-Mitglied).
Auf den weiteren Plätzen kandidieren
Felix Wirz, Zollikerberg, Dominik
Schmid, Männedorf, Claudia FischKurzen, Hombrechtikon, Micha Weisshaupt, Zollikon, Ernst Mäder, Meilen,
Ruth Egg-Altorfer, Erlenbach, Robert
Baumgartner, Hombrechtikon, Ursula
Leemann, Zollikerberg, Lukas Relly,
Küsnacht und Erika Elmer, Feldbach.
(pd./mai.)
6
Küsnachter
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
AKTUELL
Wie London seine Pendlermassen im Griff hat
Als ÖV-verwöhnter Zürcher
hat man es zu Beginn
schwer in London, wo
die Distanzen riesig und
die Menschenmassen
schier unermesslich sind.
Daniel Ammann
Wenn es etwas gibt, worauf Zürcher
wirklich stolz sind, dann ist es das
beste ÖV-Netz der Welt. Egal, ob wir
von der Winkelriedstrasse zum Bezirksgebäude oder vom Hegibachplatz
zum Hallenstadion gelangen wollen:
Wir wissen, eine Armada von modernen blau-weissen Trams und Bussen
ist unterwegs, um uns pünktlich und
zuverlässig ans Ziel bringen. Wir ärgern uns über zweiminütige Verspätungen genauso wie über baustellenbedingte Umleitungen, denn wir sind
uns pure Perfektion gewöhnt.
London: Verstopft und teuer?
Nun, in London ist die Situation anders. Und zwar in jeder Hinsicht. Das
ÖV-Netz in der grössten Stadt Westeuropas stösst aufgrund der überwältigenden Masse an Pendlern tagtäglich
an seine Grenzen. 9,5 Millionen Personen werden an einem normalen
Werktag von «Tube» und Bussen befördert – das sind mehr Menschen,
als die Schweiz Einwohner hat! An
helvetische ÖV-Präzision ist bei diesen
Grössenordnungen natürlich nicht zu
denken. Die U-Bahnen fahren zu
Stosszeiten im Zwei-Minuten-Takt
und erinnern dennoch an vollgepresste Sardinenbüchsen. Die Busse brauchen je nach Verkehrsaufkommen für
eine 10-Minuten-Fahrt auch mal 35
Minuten. Spricht man mit Londonern
über den Verkehr,
so
bekommt
man
denn auch selten
Positives zu hören. Am meisten
ärgern sie sich
über die «Tube».
Zu überfüllt sei
sie, am Wochenende ständig geschlossen und –
vor allem – viel
zu teuer! Die
Preise sind tatsächlich happig.
Wer beispielsweise von der etwas
ausserhalb gelegenen Zone 5 ins
Stadtzentrum
pendelt, bezahlt
für sein Jahresabo umgerechnet
3300 Franken –
für
viele
ein
schmerzhafter
Betrag. In der Rund 9,5 Millionen Menschen – mehr als die ganze Schweizer Bevölkerung – macht sich tagSchweiz
be- täglich in der «Megalopolis» London auf den Weg zur Arbeit und zurück.
Foto: Daniel Ammann
kommt man dafür beinahe ein 2.-Klass-GA, womit Route die tiefste Entschädigung ver- staunlich gut. Die «Tube» ist das effiman nicht nur einen Stadtteil, son- langt und glaubhaft einen qualitativen zienteste Mittel, um weite Distanzen
Service garantieren kann. Bei den zurückzulegen. Und die über 700
dern ein ganzes Land bereisen kann!
Und noch etwas ist anders als bei Auktionen geht es jeweils um mehre- Buslinien, auf denen mehr als 9000
der stadtzürcherischen VBZ: Das Bus- re, je nach Route um Dutzende Millio- der berühmten roten Doppeldeckernetz in London ist vollständig privati- nen Pfund.
Busse verkehren, erreichen jeden
siert. Insgesamt zwölf verschiedene
Fleck der Stadt. Allein von meinem
private Firmen fahren mit ihren Bus- Doch es funktioniert
Wohnheim aus bringen mich vier versen durch die Themse-Metropole. Die Klar, ich kam zu Beginn mehrfach zu schiedene Busrouten direkt zur Uni,
Stadt verkauft die Tickets und be- spät an die Uni, da ich die Fahrzeit weshalb ich morgens kaum je länger
stimmt, welche Strecken wie oft be- meines Busses unterschätzte. Und na- als zwei Minuten an der Haltestelle
fahren werden müssen. In einer öf- türlich ärgere auch ich mich über die im Regen stehen muss. In einer andefentlichen Ausschreibung werden die hohen Ticketpreise. Nach gut zwei ren Kategorie lässt London die ÖVeinzelnen Busrouten dann im Fünf- Monaten in der Stadt muss ich jedoch Stadt Zürich gar weit hinter sich: Die
jahresvertrag versteigert. Es gewinnt ziemlich beeindruckt festhalten: Das «Black Cabs» sind nicht nur viel gedie Firma, die für den Betrieb der Londoner ÖV-System funktioniert er- räumiger und auch preiswerter als
Unser Mann
in London
Daniel Ammann (24) ist in Zürich
aufgewachsen und hat 2008 ein
Praktikum beim Verlag Lokalinfo
absolviert. Nach seinem Bachelorstudium an der Universität Zürich verbringt er aktuell ein Jahr
in London für seinen Wirtschafts-Master an der London
School of Economics (LSE). Für
den «Küsnachter» berichtet er
monatlich über Interessantes und
Auffälliges, Kurioses und Alltägliches aus dem britischen Grossstadtleben.
die überteuerten Zürcher Taxis, die
Taxifahrer trumpfen zudem auch immer mit Freundlichkeit und enormer
Stadtkenntnis auf. Als ich einem Fahrer gegenüber einmal meine Überraschung zum Ausdruck brachte, dass
er meine Zieladresse erneut ohne zu
zögern einordnen konnte, klärte er
mich nicht ohne Stolz auf: Jeder angehende Taxi Driver muss den
«Knowledge of London»-Test bestehen, wofür er 320 vielbefahrene Routen und über 25 000 Strassennamen
kennen muss. Da überlegt es sich
wohl jeder zweimal, ob er tatsächlich
Taxifahrer werden will.
Herrliberg: Warme Gospelklänge mit Christina Jaccard
Eine gute Portion Soul
brachte Christina Jaccard in
die altehrwürdigen Mauern
der Herrliberger Vogtei.
Beim offiziellen Weihnachtskonzert des Kulturkreis Herrliberg sang sie
Gospelklassiker wie «He‘s
got the whole world in his
hands» und «Just a closer
walk with thee».
Philippa Schmidt
Dass Herrliberger Publikum stellte für
die charismatische Sängerin eine ganz
schöne Herausforderung dar. So dauerte es ein bisschen, bis die ersten
Füsse wippten und das Publikum anfing mitzuklatschen. «Das ist kein
klassisches Konzert, sie dürfen ruhig
mitsingen», motivierte die Zürcher
Sängerin die Herrliberger, nachdem
auch beim Evergreen «What the
world needs now» kaum ein Ton die
Kehlen verlassen hatte. «Wir üben
noch ein bisschen fürs nächste Jahr»,
fügte sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Bei «Give me that old time religion», das auch schon von Mahalia Jackson, der grossen Lady des
Gospels, interpretiert wurde, brach
schliesslich das Eis.
Einen ganz besonderen Touch
brachte Daniel Pezzotti mit seinem
Cello rein: Wer dachte, Cello und Gospel passen nicht zusammen, wurde
von ihm eines Besseren belehrt. Wie
wandelbar dieses Instrument in den
richtigen Händen sein kann, bewies
Pezzotti beim Stück «Dit it rain». Sein
Solo zu Beginn liess die Regentropfen
Dave Ruosch, Daniel Pezzotti, Christina Jaccard, Lukas Gasser und Morgan Crowley (v.l.)überzeugten mit Gospelsongs.
nur so herunterperlen. «It does rain»,
kommentierte Jaccard mit einem
Schmunzeln.
Zwischen zart und rau
Beim Duett «I believe» kam die Stimme von Christina Jaccard besonders
gut heraus. Im eleganten, petrolfarbenen Abendkleid stand sie immer
im Mittelpunkt, eine formvollendete
Lady eben.
Auf schmalem Grat zwischen zart
und rau, zwischen macht- und gefühlvoll beeindruckte sie mit ihrer
Stimme. Als Bereicherung entpuppte
sich auch Morgan Crowley, der – aus
Irland eingeflogen – eine wertvolle
stimmliche Ergänzung darstellte. Berührend war die Schlussnummer
«Amazing Grace», welche der Sänger
anfangs a cappella performte – ein
absoluter Gänsehautmoment. Crowleys warme Stimme harmonierte vorzüglich mit dem traditionellen Kirchenlied.
Dass sie Rhythmus im Blut hat,
bewies Jaccard bei «Spirit in the
dark». Ein Song, bei dem vor allem
Drummer Lukas Gasser brillierte, der
immer mit Power und einem spitzbübischen Lächeln zugange war. «Wenn
es kein Licht hat, kommen die Wahr-
heiten hoch – aber schöne Wahrheiten», hatte Jaccard das Lied eingeleitet. Dass sie von formidablen Musikern begleitet wurde, stellten Pianist
Dave Ruosch und seine Kollegen bei
«Oh when the saints go marchin in»
in der Instrumentalversion unter Beweis.
Gefühlvoll wurde es, als die Sängerin «Donne moi ta main» für ihren
verstorbenen Vater anstimmte: «Das
ist speziell für meinen Vater, der gestorben ist, was ich sehr intensiv erlebt habe.» Besonders schwermütig
wurde der Song durch die Celloklänge. Mit «Give a hand, take a hand»
Foto: phs.
fügte Jaccard, begleitet von Crowley,
noch einen «Bee Gees»-Hit hinzu.
Und vielleicht war es nur Einbildung,
doch die Autorin beschlich das Gefühl, dass Morgan Crowleys Stimme
plötzlich eine Oktave höher rutschte.
Um eine Zugabe kamen Jaccard
und ihre Musiker nicht herum: Mit
«Just a closer walk with thee» und
dem schon erwähnten «Amazing grace» schickte die schwärzeste Stimme
Zürichs die geladenen Gäste in den
Apéro. Weihnachtliche Stimmung
war dank der warmen Gospelklänge
und der oft tiefgläubigen Texte allemal aufgekommen.
Küsnachter
AKTUELL
Auch ein Christbaumverkauf war zwischen den Marktständen zu finden.
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Die Stände lockten mit diversen Leckereien und schönen «Sächeli».
Weihnachtszöpfe von der Bäuerin.
Direkt aus Schweden: Produkte aus Rentierfell und -leder.
Hausgebackene Linzertorte.
Der Kinderchor von Simon Lämmle begeisterte mit kecken Liedern.
«Am Silvester» animierte die Zuhörer zum Mitwippen. Fotos: Annina Just
Weihnachtliche Düfte und Klänge in Herrliberg
Annina Just
Bei nahezu frühlingshaften Temperaturen konnten Besucher und Besucherinnen am Herrliberger Weihnachtsmarkt von Stand zu Stand
schlendern und dabei an fast jedem
eine andere Leckerei entdecken – das
grösstenteils kulinarische Angebot
war äusserst vielfältig!
Von Käse und Wurst bei professionellen Marktfahrern über Confi
und Linzertorten von Hausfrauen aus
der Region bis zu Backwaren vom
Hof Schlattgut in Herrliberg oder von
der Wirtschaft Kittenmühle gab es
die verschiedensten Köstlichkeiten,
allesamt sehr «anmächelig» präsentiert. Auch wer auf der Suche nach
Geschenken war, konnte leicht fündig
werden. Zum Beispiel bei Maxine Backus, die Produkte aus Rentierfell
und -leder verkaufte und gerne aufklärte, dass diese als Nebenprodukte
der Nutztierhaltung gewonnen und
nicht allein ihres Fells wegen geschlachtet werden. Oder auch am
Stand vom Blumengeschäft Ryffel aus
Herrliberg, wo spezielle Dekorationsartikel aus Naturgegenständen angeboten wurden.
Ein weiterer Grund, etwas länger
stehen zu bleiben, war auch der Kinderchor von Simon Lämmle. Die jungen Sängerinnen und Sänger zwischen sechs und elf Jahren begeister-
ten mit ihrem selbstbewussten Auftritt und konnten das Publikum mit
lustigen Liedertexten, wie zum Beispiel «Bim Guetzle», in ihre eigene
Kindheit zurückversetzen oder wie
beim lüpfigen «Am Silvester» zum
Mitwippen animieren. Alle Songs gehören zu Lämmles Kinderliederprogramm «Winterziit», das von ihm geschrieben, mit den Kindern eingesungen und auf CD aufgenommen wurde. Während ihres Auftritts zwischen
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den Marktständen begleitete der Musiker die sich abwechselnden jungen
Lead-Sänger und -Sängerinnen mit
der Gitarre, im Hintergrund wirkte
der Chor, unterstützt von Kontrabass
und Cajòn. Zuhören und Zuschauen
waren eine Freude, und dank dem
zeitweise strahlenden Sonnenschein
konnte der weihnachtliche Nachmittag ausnahmsweise sogar ohne eingefrorene Füsse und klappernde Zähne genossen werden.
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Pastoralmesse zu
Weihnachten
Die Kantorei St. Georg bringt an den
beiden Weihnachtstagen Haydns Nicolaimesse in der katholischen Kirche
Küsnacht zur Aufführung. Die Nicolaimesse wurde vermutlich am 6. Dezember 1772 – zum Namenstag von
Haydns Mäzen, Fürst Esterházy – uraufgeführt. Wie das im 18. Jahrhundert gängige Praxis war, nimmt das
«Agnus Dei» wieder Passagen des
«Kyrie» auf. Die Kantorei St. Georg
(mit Orchester) singt unter Leitung von
Kantor Andreas Gut. Solistinnen und
Solisten: Sonja Leutwyler, Sopran, Barbara Schroeder, Alt, Felix Rienth, Tenor, Thomas Weiss, Bass. (e./mai.)
Mitternachtsmesse: 24. Dezember, 23 Uhr.
Festtagsgottesdienst: 25. Dezember, 11
Uhr. Kath. Kirche St. Georg, Küsnacht.
Eintritt frei, Kollekte.
Brand in Erlenbach
Bei einem Brand entstand in Erlenbach am Freitagabend ein Sachschaden von 80 000 Franken, wie die
Kantonspolizei mitteilt. Verletzt wurde niemand.
«Ein Anwohner bemerkte kurz
nach 22.30 Uhr Rauch im Erdgeschoss der Liegenschaft und alarmierte die Feuerwehr. Die eintreffenden Löschkräfte stellten im Textilbetrieb eine starke Rauchentwicklung sowie Feuer fest», so die Kapo
in einer Meldung.
Die Ursache des Feuers wird von
Spezialisten des Brandermittlungsdienstes untersucht. Im Einsatz
standen die Feuerwehren aus Erlenbach, Küsnacht und Meilen sowie
die Kantonspolizei.
Vorsorglich war zudem ein Rettungswagen des Spitals Männedorf
vor Ort. (pd./phs.)
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AKTUELL
Küsnachter
Nr. 51/52
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«Manchmal geht plötzlich ein Törchen auf»
Ursula Fellmann Fröhlich ist
seit 24 Jahren Friedensrichterin in Küsnacht. Bei der Erneuerungswahl fürs Friedensrichteramt am 8. März 2015
wird die Juristin nicht mehr
antreten, dem «Küsnachter»
gab sie einen Einblick in ihre
spannende Tätigkeit.
wenn es eine Lösung gibt, die den
Parteien entspricht und somit für sie
gerecht ist. Manchmal kann man
eben Lösungen finden, die nicht zu
hundert Prozent vor Gericht «verheben». Ein Oberrichter hat einmal in
einer Weiterbildung bei uns gesagt:
«Lieber ein magerer Vergleich als ein
fetter Prozess». Das hat mir gefallen.
Was muss man denn für weitere Anforderungen als Friedensrichterin haben?
Ein guter Friedensrichter muss ein
gewisses Alter, Lebenserfahrung haben. Ich war erst Primarlehrerin und
habe erlebt, dass es nicht ganz einfach ist, wenn man mit 20 Jahren Elterngespräche führen muss. Ein Drittel der Zeit braucht man für die Administration. Und man muss Menschen gerne haben.
Interview: Philippa Schmidt
Ursula Fellmann Fröhlich, wie sind Sie
Friedensrichterin geworden?
Ich bin zum Amt gekommen wie die
Jungfrau zum Kind. 1991, als meine
Kinder damals sieben und neun waren, wollte ich mich für die Schulpflege bewerben. An einer FDP-Versammlung äusserte ich diesen
Wunsch. Am nächsten Morgen habe
ich ein Telefonat vom Parteipräsidenten bekommen, ob ich mir vorstellen
könnte, das Friedensrichteramt zu
übernehmen. Als Juristin war mir
klar, was dieses beinhaltet, aber meine erste Frage war: Ist das ein Vollzeitamt? Das wurde verneint und es
hiess, ich könne mich ja mit Amtsinhaber Hans Bögli in Verbindung setzen. Das habe ich getan und fand,
doch, das ist es. Ich war die einzige
Kandidatin, wurde gewählt und seither noch dreimal.
Es ist unglaublich: Sie sind seit 24 Jahren Friedensrichterin. Was hat Sie in
dieser Zeit am meisten beeindruckt?
Es hat sich einiges verändert. Ich
hätte die Arbeit nicht so lange gemacht, wenn sie mir nicht gefallen
hätte. Erstens ist es ein Teilzeitjob
von 50 bis 60 Prozent, man konnte es
gut mit der Familie verbinden. Und
auch später, als die Kinder ausgezogen waren, konnte ich es gut mit
meinen Interessen verbinden. Ich arbeite gerne mit Menschen, nicht nur
mit Papieren. Am Anfang habe ich allerdings noch viel mehr Rechtsgebiete betreut: Mietrecht, Scheidungen,
Ehrverletzungen.
Welche Fälle machen heute die Hauptsache aus?
Offene Rechnungen, das sind die
meisten Fälle, etwa 75 bis 80 Prozent. Der Rest sind nachbarschaftsrechtliche Streitigkeiten, Bäume, die
zu nahe gesetzt wurden, oder der
Sohn, der nachts um 23 Uhr Schlagzeug spielt. Auch Erbrechtliches und
anderes gehört dazu.
Sind die Leute empfindlicher geworden,
gibt es mehr Konflikte, die vom Friedensrichter geschlichtet werden müssen?
Nein, das denke ich nicht, aber man
weiss besser Bescheid, wie man zu
seinem Recht kommt. Früher hat
man vielleicht einiges eher im Gespräch geregelt, und heute rennt man
schneller zum Anwalt. Es kommt
aber immer auf die Leute an.
Die Friedensrichter sollen die Gerichte
entlasten. Für wie viele Konflikte finden
Sie eine Regelung?
Seit wir die neue eidgenössische Zivilprozessordnung haben, also seit
dem 1. Januar 2011, haben wir eine
höhere Erledigungsquote. Rund zwei
Drittel aller Fälle werden auf Friedensrichterebene geschlichtet, und
ein Drittel geht ans zuständige Gericht. Früher, als wir noch für Scheidungen zuständig waren, war die
Quote wesentlich geringer, da wars
etwa die Hälfte. Es gibt den Spruch
«Schlichten vor Richten», und das
trifft es ziemlich gut. Das Gericht ist
für die Parteien aufwendiger, sie
müssen sich Zeit nehmen und es kos-
Was wird Ihnen am meisten fehlen,
wenn sie auf die letzten 24 Jahre zurückblicken?
Ich habe den Entscheid, nicht mehr
anzutreten, jetzt gefällt. Was mir fehlen wird, werde ich dann noch sehen.
Die Kollegen kann man immer noch
treffen, man hat ja auch mit den Altfriedensrichtern noch Kontakt. Ich
habe jetzt schon einiges abgegeben,
im Kantonalverband war ich ja lange
im Vorstand. Am Obergericht habe
ich in einer Fachgruppe gearbeitet
und das Handbuch für Friedensrichter herausgegeben. Das sind alles
Etappen, die ich zum Abschluss gebracht habe. Im schweizerischen
Verband bin ich noch Delegierte bis
zur nächsten GV.
Ursula Fellmann Fröhlich hat in 24 Jahren als Küsnachter Friedensrichterin viel erlebt.
tet mehr vor Gericht. Der Friedensrichter ist niederschwelliger, man
versucht, eine Lösung im Gespräch
zu finden. Das ist das Faszinierende
an der Arbeit.
Haben Sie einen Trick, wie Sie die Leute
zum Einlenken bringen?
Wir haben mediative Elemente, die
wir anwenden, aber den einen Trick
gibt es nicht. Ich höre gerne erst einmal zu, und zwar beiden Seiten. Eine
alleine genügt nicht, dann ist die Geschichte meist eine völlig andere.
Manchmal mache ich eine Pause,
wenn ich denke, dass es gut wäre,
dass sich die Leute nochmals mit ihrer Begleitperson besprechen sollten.
Ein Fenster auf, ein wenig lüften,
fünf Minuten Pause, das hilft oft.
Tricks in dem Sinn gibt es nicht, ich
bin keine Zauberin.
Für manche Leute vielleicht schon?
Ja, manchmal ist es erstaunlich.
Dann hört man beiden Seiten zu und
denkt, das ist so verhärtet, da finden
wir keinen Weg, aber plötzlich geht
ein Törchen auf und man findet doch
einen Weg. Aber es braucht auch die
Mitwirkung aller Parteien.
Ist es nicht ärgerlich, wenn sich Konfliktparteien wegen einer Lappalie wie
einem Strauch, der einige Zentimeter
über den Zaun wächst, streiten?
Es ist ja nicht meine Sache, ich beteilige mich emotional nicht. Klar,
manchmal staunt man schon, worüber sich die Leute aufregen. Ich denke dann einfach, das ist dieser Person jetzt ein wichtiges Anliegen. Man
muss die Leute so nehmen, wie sie
sind, und auf diesem Weg eine Lösung finden, gerade wenn die Nachbarn Eigentümer sind. Da muss man
sagen: Wenn ihr länger nebeneinander leben wollt, müsst ihr langfristig
eine Lösung finden. Sonst muss der
eine letztlich das Haus verkaufen und
gehen. Bei Mietern ist das ein bisschen einfacher. Für mich ist es befriedigend, wenn man eine Lösung
finden kann. Wobei ich den Leuten
immer sage: Wenn Sie einen Vergleich vor dem Friedensrichteramt
schliessen, müssen sie einigermassen
zufrieden sein. Man muss bereit sein,
der anderen Partei entgegenzukommen und doch sagen können: So
stimmts. Wenn man noch nicht so
ganz zufrieden ist und ich spüre das,
dann machen wir einen Vergleich mit
Widerrufsvorbehalt. Das heisst, ich
gebe ihnen eine Zeit, in der sie überlegen können, ist das wirklich die
richtige Lösung.
Im Friedensrichterverband haben Sie engen Kontakt mit Kollegen. Wenn Sie sich
anschauen, was in Küsnacht verhandelt
wird und in anderen Orten im Kanton ...
... liegen manchmal Welten dazwischen.
Inwiefern?
Bei uns kann es um sehr grosse Forderungsbeträge gehen. Vielfach gibt
ein Anwalt das Schlichtungsgesuch
ein oder ist als Begleitung dabei, was
ich schätze. Alle Schlichtungsgesuche, die via Anwalt eingereicht werden, sind schön geordnet. Bei den
anderen muss man manchmal ein
wenig Struktur reinbringen. Bei uns
gibt es relativ wenig unentgeltliche
Prozessführung, was z.B. in einer
Stadt wie Winterthur anders ist.
Das bedeutet, dass eine Konfliktpartei
staatlich unterstützt wird?
Genau. Es kommt wirklich auf die
Bevölkerungsstruktur darauf an. Es
gibt Gemeinden, die mehr Industrie
haben, beispielsweise in Richtung
Limmattal. Das Bezirksgericht Meilen
ist das Gericht, das zwar immer noch
defizitär ist, aber finanziell am besten arbeitet im Kanton, weil die
Streitwerte bei uns hoch sind. Andelfingen beispielsweise ist viel ländlicher: Alle Friedensrichter im Bezirk
Andelfingen haben zusammen weniger Fälle als ich.
Sie sind studierte Juristin. Macht es
Foto: phs.
überhaupt Sinn, dass man Friedensrichter wird ohne Jurastudium?
Ja, natürlich macht es auch dann
Sinn. Mir hat es Sicherheit gegeben,
es war einfacher für mich, Fälle einzuordnen. Heute können wir Urteilsvorschläge bis 5000 Franken Streitwert machen, da ist es sicher von
Vorteil, wenn man einen juristischen
Hintergrund hat. Aber in einer Weiterbildung oder in der Grundausbildung, die vom kantonalen Verband
angeboten wird, kann man vieles
nachholen. Es gibt auch einige Notare, die Friedensrichter sind, was
auch eine sehr gute Grundlage ist.
Ich bin nicht die Verfechterin davon,
dass nur Juristen Friedenrichter sein
sollten.
Warum nicht?
Es kommt aufs Schlichten an. Mediatoren, Leute, die gut auf die Menschen eingehen können und ein Gespür für Lösungen haben, sind genauso gute Friedensrichter. Einem
Juristen steht vielleicht sogar das
Wissen im Weg. Es ist auch okay,
wenn man einen Vergleich schliesst,
der juristisch nicht hundertprozentig
wasserdicht ist, aber für die Parteien
stimmt. Man kann zu einer unkonventionellen Lösung kommen, die mit
einem Gerichtsurteil nicht möglich
wäre. Mir kommt ein Fall in den
Sinn, als eine offene Forderung mit
Gartenarbeit beglichen wurde – es
war keine Gärtnerrechnung. Das ginge vor Gericht nicht.
Was ist Gerechtigkeit, gibt es diese
überhaupt?
Das ist eine grosse Frage. Gerechtigkeit ist nicht für alle Leute das Gleiche. Vom Gericht darf man nicht Gerechtigkeit erwarten. Man darf erwarten, dass man angehört wird und
im Rahmen des Gesetzes ein korrektes Urteil gefällt wird.
Gibt es bei einem Friedensrichter eher
Gerechtigkeit?
Man könnte das vielleicht sagen,
Sie sind FDP-Mitglied, hat das Ihre Arbeit als Friedensrichterin beeinflusst?
Ich hoffe nicht, und dies darf es auch
gar nicht. Das Friedensrichteramt ist
kein politisches Amt. Ich bin damals
auf die Partei zugekommen, weil ich
gemerkt habe, dass es als Parteilose
schwierig ist, gewählt zu werden.
Sie wurden mehrmals wiedergewählt, haben Sie je einen Wahlkampf erlebt?
Nein, nie. Es ist ja auch ein Amt im
Stillen, man redet nicht gross darüber. In der Regel werden Friedensrichter, die sich erneut zur Wahl stellen, wiedergewählt.
Sind Sie optimistisch, dass sich eine
Nachfolgerin oder ein Nachfolger finden
wird?
Durchaus. Es ist auch wirklich ein interessantes Amt. So intensiv mit den
Leuten arbeiten zu können, ist etwas
Schönes. Wer sich interessiert, muss
sich bei der Gemeinde melden.
Wie läuft das denn, wenn ich als neue
Friedensrichterin anfange?
Wenn sie gewählt werden, gibt es eine 30-tägige Rekursfrist. Währenddessen wird der neue Friedensrichter
an den Schlichtungsverhandlungen
teilnehmen und sieht eins zu eins,
wie diese ablaufen. Dann gibt es eine
Grundausbildung vom Kantonalverband, die acht Tage dauert. Wir haben zudem eine Stellvertretung zwischen Zumikon, Zollikon und Küsnacht: Der Zolliker Friedensrichter
Peter Isler bleibt und wäre damit
auch Ansprechperson. Ausserdem
bin ich ja auch noch da.
Wofür haben Sie denn wieder mehr Zeit,
wenn Sie das Amt abgeben?
Für Familie und Freunde. Ich kann
wieder meine Interessen stärker pflegen, zum Beispiel vermehrt lesen.
Ursula Fellmann Fröhlich lebt mit ihrem
Mann seit 1980 in Küsnacht und ist seit
24 Jahren als Friedensrichterin in Küsnacht tätig. Sie ist studierte Juristin, ausgebildete Primarlehrerin und Mutter zweier erwachsener Töchter.
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Die Cowboys vom Zürichsee begeisterten in Herrliberg
«Tuff Enuff» gaben am
vergangenen Samstag in
der Vogtei Herrliberg ihr
Jahres-Schluss-Konzert.
Die Country-Band mischte
den Saal gehörig auf.
Willy Neubauer
Eigentlich sind «Tuff Enuff» ja eine
junge Band – die Gruppe wurde im
Juni 2008 gegründet. Aber jung ist eigentlich nur Schlagzeuger Thomas
Gisler, der auch über eine gute Stimme verfügt. Die anderen fünf gehören
eher in die Kategorie «reife Väter»
oder Grossväter. Aber sie spielen immer noch mit frischem, jugendlichem
Elan. Peter Burkhardt beispielsweise,
der mit seiner sonoren Stimme und
dem schwarzen Outfit ein wenig an
Johnny Cash erinnert. Oder Urs Marti,
Gitarre und stimmlicher Gegenpart
von Burkhardt, Dario Dall’Angelo mit
seinem Bass, Matthias von Orelli, der
das Keyboard bearbeitet. Nicht zu vergessen der Küsnachter Peps Dändliker, das Original mit dem Waschbrett
– aber ohne Waschbrett-Bauch.
Die Band mit dem Schädel eines
Longhorn-Rinds im Logo überzeugte
mit authentischer, ehrlicher CountryMusik. Und das wusste das Publikum,
das hauptsächlich aus Fans der Gruppe bestand, zu schätzen. Aus dem Zugerland angereist waren auch die Line-Dancers «Crazy Stampers», die
Die Band spielt authentische, ehrliche Country-Musik.
von Beginn weg lostanzten und ihre
Schrittfolgen vor der Bühne hinlegten,
die einem Ungeübten Knoten in die
Beine bescheren würde.
Country «beschreiben»
Und das alles mit dem Stetson auf
dem Kopf und vielfach in CowboyStiefeln. So fühlte man sich eher in einem Saloon irgendwo in Texas als in
der altehrwürdigen Vogtei in Herrliberg. Die «Crazy Stampers» kennen
«Tuff Enuff» übrigens von früheren
Konzerten und schätzen die Band,
weil man zu ihrer Musik gut tanzen
könne. Das Programm, durch das
Fotos: Willy Neubauer
Peps Dändliker gewohnt souverän
führte, setzte sich hauptsächlich aus
Titeln der CD «Keepin’It Rural», die
letztes Jahr auf den Markt kam, und
der CD «Enough Tough Stuff» zusammen. Bluesige Titel wechselten mit
rockigen – Dändliker war froh um die
langsameren Rhythmen, die schnellen würden ihn ausser Atem bringen,
er sei ja schliesslich kein Jungspund
mehr, wie er anmerkte.
Wobei er nicht nur sein Waschbrett bearbeitete, sondern einige Titel
auch im wahrsten Sinne des Wortes
«beschrieb». Er hämmerte den
Rhythmus auf einer alten Schreibma-
Peps Dändliker bearbeitet die Schreibmaschine mit Elan.
schine herunter. Zum Glück benutzte
er dabei nicht wie zu Zeiten des «Wilden Westens» Tinte und Feder, das
Publikum in den vorderen Rängen
wäre sonst nach Hause gegangen wie
Dalmatiner-Hunde, die im Volksmund
ja auch «Tintelumpe» genannt werden.
2015 schon 15 Shows
Nach zwei Sets mit lauter musikalischen Leckerbissen – «Honky Tonk
Blues» und «Last Living Cowboy»
versetzten einen in den tiefsten und
wildesten Westen, und «Route 66»
liess das Auditorium atemlos zurück
– spielten «Tuff Enuff» auch noch
Weihnachtslieder. «Let it Snow» oder
«Run Run Rudolph» leiteten direkt
zur Zugabe «Feliz Navidad». Sie
schloss ein Konzert ab, das die Fans
rundum begeisterte. Zufrieden war
auch Peps Dändliker. «Für diese Jahreszeit sind erstaunlich viele Leute
gekommen», lautete sein Fazit. «Für
2015 haben wir unser Ziel schon erreicht mit 15 gebuchten Konzerten.
Wir werden wieder im Albisgüetli
auftreten und gehen auch an ein riesiges Country-Festival in Berlin.» Das
sei nicht schlecht für eine Amateurband, fügt er an.
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5.- Bargeld beilegen und mit dem Coupon einsenden an: Lokalinfo
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sind nur für private Anbieter. Aufträge, die bis Freitag, 10.00 Uhr,
bei uns eintreffen, erscheinen in der nächsten Ausgabe. Den Text
bitte in Blockschrift ausfüllen (pro Feld 1 Buchstabe, Satzzeichen oder
Wortzwischenraum).
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Stadt Zürich
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
13
ZÜRICH INSIDE
Ursula Litmanowitsch
E-Mail: litmanowitsch@gmail.com
Rhythmus im Blut: Christine und
Pepe Lienhard.
Trotz opulenter Ballrobe von Merry’s liegt geschmeidiges Tanzen durchaus drin: Miss Schweiz Laetitia Guarino mit Freund Stefano Iodice.
Debütierende: Luisa Lämmel und
Dennis De Vree.
Ball–Kaiserin Marianne Kaiser gibt ihr ganzes Herzblut für den jährlichen
Auftritt und die Ausbildung der Debütantenpaare.
45. Kaiser Ball verzaubert und beschwingt VIPs
Es war der Ball der Herzen. Alles
sehr liebreizend und mit viel Gespür
und Gefühl für das leise Detail. Die
Eintrittspreise
waren
moderat.
Zwischen 60 Franken für Studierende und bis zu 420 Franken (teuerste
Kategorie mit inkludiertem Dinner
und Sitzplatz mit Sicht auf die Tanzfläche).
Rund 1200 Ballvergnügte liessen
sich den traditionellen Kaiser Ball im
Kongresshaus am Samstag nicht entgehen. Darunter auch Kinobesitzer
(Arena Cinemas) Edi Stöckli: «In der
Tanzschule Kaiser habe ich vor Jahrzehnten Cha-Cha-Cha und Rumba erlernt. Nun versuche ich es auf dem
Parkett mal mit Walzer.»
Seit 25 Jahren eröffnen Debütantenpaare den Ball, der seit 45 Jahren
durchgeführt wird. Alle Debütierenden gaben ihr Bestes und sahen blendend aus. Unter ihnen war auch Luisa Lämmel, die es beim letzten Elite
Modellook als Finalistin unter die Top
5 schaffte und Publikumsliebling
wurde. Regelmässige Besucherin dieses Balles sind Regierungsrätin Ursula und Ulrich E. Gut. Zum ersten
Mal dabei war Raiffeisen-CEO Pierin
Vincenz mit seiner Frau Nadja Ceregato. Bei «Alles Walzer !» blieb er allerdings erst mal in Reserve, wagte
sich aber später beschwingt aufs Parkett und drehte sich elegant und vollendet im Dreivierteltakt: «Es ist wie
mit dem Skifahren, entweder man
kann es, oder man kann es nicht»,
scherzte der Bündner.
Aufgefallen am Ball: ein junges
Paar in Appenzeller Tracht. Sibylle
Reimann aus Herrliberg konnte Eric
Fässler nur für den Ball gewinnen,
wenn der gebürtige Appenzeller in
traditioneller Kleidung kommen durfte. Sogar das typische «Lendauerli»
fehlte nicht, obgleich ja überall
Rauchverbot war und das «Rauchknebeli» nur als Requisite diente. Der
Erlös der Tombola im Gesamtwert
von über 70 000 Franken erging heuer an den «Verein Lebensfreude» für
Menschen mit einer geistigen Behinderung. Eine wohltätige Institution,
die von Christine Lienhard gegründet wurde: «Nach fast 10 Jahren Betreuung der Kaiser-Ball-Tombola
freue ich mich ausserordentlich,
dass, meine Organisation berücksichtigt wird.»
Studentin Sibylle Reimann, Eric Fässler.
Trittsicher: Hochseilartist Freddy
Nock und seine Gattin Ximena.
Stilsicher:
Hotelunternehmerin
Ljuba Manz mit Gatte Marco Conte.
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Tanzen gern: Alexane (l.) und Edy Stöckli mit
Nationalrätin Doris Fiala und Gatte Jan.
Selbstsicher: Raiffeisen-CEO Pierin
Vincenz und Nadja Ceregato.
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Küsnachter
Nr. 51/52
18. Dezember 2014
Veranstaltungen & Freizeit
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe in der Region
BUCHTIPP
Zürcher Pioniergeist
in 60 Porträts
In einem grosszügig bebilderten Buch hat
Wissenschaftsjournalist und
Buchautor Beat
Glogger (Hrsg.)
60 Persönlichkeiten in einfühlsamen, überraschenden und
auch humorvollen Porträts versammelt. Ihre Gemeinsamkeit ist
der unerschütterliche Glaube an
eine Idee. Nicht fehlen durften etwa Arzt Max Bircher-Benner oder
Else Züblin-Spiller mit dem
Schweizer Verband Volksdienst.
Hinzu kommen Vertreter jüngerer
Generationen wie die Brüder
Markus und Daniel Freitag oder
Denise Biellmann. Manche Errungenschaften sind ohne den Namen ihrer Erfinder zu einer
Selbstverständlichkeit geworden,
beispielsweise das Zellophan, die
WC-Ente oder der Stewi. Bei anderen dagegen ist ein Name allein
schon Geschichte, wie etwa Maggi
oder Yello, Franz Hohler, Radio
24 oder der Diogenes Verlag. Ein
paar wenige brachten sogar den
Nobelpreis in die Schweiz. Und
einige wurden nicht einmal berühmt: Sie blieben berüchtigt,
wurden verkannt oder gingen
vergessen.
Zürcher Pioniergeist, Beat Glogger (Hrsg.),
Lehrmittelverlag Zürich.
Die Morde,
die jeder begeht
Jan
Costin
Wagners Kimmo-JoentaaRoman ist eine
spannende und
intensive Elegie
auf den Tod in
einer aus den
Fugen geratenen Welt. Anfang Mai im finnischen Turku fällt der letzte
Schnee. Kimmo Joentaa wird
gleich zwei Mal gerufen: an einen
Unfallort, an dem eine Elfjährige
durch einen Unbekannten ums
Leben gekommen ist, und an einen Tatort, an dem zwei unbekannte Tote auf einer Parkbank
liegen, als würden sie schlafen.
Für den Vater des verstorbenen
Mädchens wird Joentaa zum Begleiter in der Trauer, während er
daran arbeitet, die Unfallflucht
und den Doppelmord aufzuklären. Die Ermittlung führt Joentaa
in ein fatales Beziehungsgeflecht,
das Menschen, die ursprünglich
nichts verband, schicksalhaft zusammengeführt hat: einen Architekten, der den festen Glauben an
die Symmetrie des Lebens verliert, einen Schüler, der unaufhaltsam auf einen Amoklauf zusteuert, eine junge Frau, die versucht, der Armut zu entkommen,
und einen Investmentbanker, der
sich im Dickicht seines Doppellebens verliert. Als Kimmo Joentaa
die Linien, die diese Menschen
verbinden, schliesslich zu erkennen beginnt, ist es fast zu spät.
Tage des letzten Schnees, Jan Costin Wagner, Galiani Verlag.
Donnerstag, 18. Dezember
11.00 21. Zürcher Christkindlimarkt: Über 160
Markthäuser, funkelnder Weihnachtsbaum, Emmentaler Stöckli und tolle Highlights. Bis 24. Dezember, täglich bis 21 Uhr, Donnerstag bis Samstag bis 22 Uhr. Gastronomie: Freitag/Samstag bis
23 Uhr. www.christkindlimarkt.ch. Hauptbahnhof
Zürich, Bahnhofplatz, Zürich.
8.00–17.00 Christbaumverkauf: Holzkorporation
Küsnacht gemeinsam mit der Clientis Regionalbank und dem Freihof. Neben Christbäumen
werden Misteln, Tannäste und Cheminéeholz angeboten. Forsthaus Küsnacht.
16.30 Weihnachtstheater: Fantasievoll, eigenwillig
und voller Anmut – auch dieses Jahr präsentieren
Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Martin Stiftung ihr grosses Talent auf der Bühne. Reformierte Kirche Erlenbach.
19.00–20.00 Ski-Fit 2014/15: Skiturnen für Jedermann und -frau, organisiert vom Bürgerturnverein Küsnacht. Jeden Donnerstag (ausser in den
Schulferien), Einstieg jederzeit möglich. Leitung/Infos: Nelly Voegeli-Sturzenegger, voegi@
ggaweb.ch, 044 912 08 33, www.btvk.ch. Turnhalle 2 bei der Heslihalle (Eingang Untere Heslibachstrasse 33, Seite Rapperswil), Küsnacht.
Freitag, 19. Dezember
15.00–17.00 Live Pianomusik: Tertianum Residenz
(Restaurant Rondo), Sennhofweg 23, Zollikerberg.
8.00–17.00 Christbaumverkauf: Auch am 20. Dezember zur selben Zeit. Forsthaus Küsnacht.
20.00 Weihnachtskonzert: Mit Schweizer Countryund Boogie-Grössen wie Max Stenz, Raymond
Fein und Rolf Raggenbass zusammen mit Band
und der Sängerin Larissa Baumann. Eintritt frei,
Kollekte. Ref. Kirche, Untere Heslibachstrasse 2,
Küsnacht.
Samstag, 20. Dezember
20.00 Konzert «Sound4Humanity»: Benefizveran-
staltung für die Flüchtlinge aus Rojava/Kobane.
Einlass ab 19.30 Uhr. www.wumen4human.com.
Volkshaus (Weisser Saal), Stauffacherstrasse 60,
Zürich.
Sonntag, 21. Dezember
17.00 Weihnachtskonzert mit der Beglingerphonie:
Die Formation Beglingerphonie lädt ihr Publikum
sympathisch zu einer virtuos interpretierten Musikreise ein und verbreitet dabei stets eine schöne
Stimmung. Eintritt frei, Kollekte. Ref. Kirche,
Hohfurenstrasse 1, Zollikerberg.
Sonntag, 4. Januar
11.00–13.30 Neujahrsapéro: Neujahrskonzert mit
dem Trio Opera, anschliessend Verleihung des
Gesellschaftspreises und Apéro. Alle Küsnachterinnen und Küsnachter sind herzlich willkommen. Es wird ein Kinderhütedienst angeboten.
Heslihalle, Küsnacht.
KIRCHEN
Katholisches Pfarramt
Küsnacht-Erlenbach
Küsnacht, St. Georg
Samstag, 20. Dezember
17.00 Eucharistiefeier
4. Adventssonntag
Sonntag, 21. Dezember
10.30 Eucharistiefeier
17.00 Weihnachtskonzert
der Chöre
18.00 Santa messa nella cripta
Heiligabend
Mittwoch, 24. Dezember
16.00 Familienweihnachtsfeier
mit Krippenspiel
23.00 Mitternachtsmesse
Weihnachten
Donnerstag, 25. Dezember
10.30 Festgottesdienst
Heilige Familie
Samstag, 27. Dezember
17.00 Vorabendgottesdienst
Sonntag, 28. Dezember
10.30 Wortgottesdienst
mit Kommunionsfeier
Heiliger Silvester
Samstag, 31. Dezember
17.00 Gottesdienst zum Jahresschluss
Erscheinung des Herrn
Samstag, 3. Januar
17.00 Vorabendgottesdienst
Sonntag, 4. Januar
10.30 Wortgottesdienst
mit Kommunionsfeier
Itschnach
Friedhofkapelle Hinterriet
Sonntag, 21. Dezember
9.00 Eucharistiefeier
Weihnachten
Donnerstag, 25. Dezember
9.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 28. Dezember
9.00 Wortgottesdienst
mit Kommunionfeier
Sonntag, 4. Januar
9.00 Wortgottesdienst
mit Kommunionfeier
Erlenbach
Kirchenzentrum St. Agnes
Samstag, 20. Dezember
18.30 Eucharistiefeier
Heiligabend
Mittwoch, 24. Dezember
18.30 Familienweihnachtsfeier mit
Krippenspiel und Eucharistiefeier
23.00 Vigilia di Natale
Freitag, 26. Dezember
10.00 Gottesdienst
Samstag, 27. Dezember
18.30 Vorabendgottesdienst
Samstag, 3. Januar
18.30 Vorabendgottesdienst
Reformierte Kirchgemeinde
Küsnacht
Donnerstag, 18. Dezember
15.15 Seniorenheim am See, Villa
Heimgottesdienst
Pfr. Brigitte Crummenerl
Sonntag, 21. Dezember
10.00 Kirche: Gottesdienst zum
4. Advent, Pfr. René Weisstanner
Musik: Harmonie Eintracht,
Küsnacht, anschliessend Apéro
Mittwoch, 24. Dezember
17.00 Kirche: Familiengottesdienst,
Pfr. René Weisstanner
Musik: Ad-hoc-Kinderchor
Mittwoch, 24. Dezember
22.00 Kirche: Christnachtfeier
Pfr. Judith Wyss, Musik: 3. Teil des
Weihnachtsoratoriums von
J. S. Bach mit der Jürgen-Kantorei,
Vokalsolisten und einer Bläser- und
Streichergruppe
Donnerstag, 25. Dezember
10.00 Kirche: Weihnachtsgottesdienst
mit Abendmahl
Pfr. Brigitte Crummenerl
Musik: Kirchenchor
10.15 Pflegeresidenz Bethesda
Heimgottesdienst
Pfr.. Katharina Zellweger
Weihnachten mit Abendmahl
Freitag, 26. Dezember
10.00 Schulhaus Limberg: Gottesdienst zum Stephanstag mit Abendmahl, Pfr. Brigitte Crummenerl
Musik: Martin Wettstein
Anschliessend Apéro
Sonntag, 28. Dezember
10.00 Kirche: Gottesdienst
Pfr. Andrea Marco Bianca
Anschliessend Kirchenkaffee
10.15 Pflegeresidenz Bethesda
Heimgottesdienst
Pfr. Jürg Blösch
Dienstag, 30. Dezember
10.30 Seniorenheim am See,
Pavillon, Heimgottesdienst mit
Abendmahl, Pfr. Brigitte
Crummenerl
15.15 Seniorenheim am See, Villa
Heimgottesdienst mit Abendmahl,
Pfr. Brigitte Crummenerl
16.30 Seniorenheim am See,
Raum Seeblick, Heimgottesdienst
mit Abendmahl, Pfr. Brigitte
Crummenerl
18.15 Seniorenheim Wangensbach
Heimgottesdienst mit Abendmahl
Pfrn. Brigitte Crummenerl
Mittwoch, 31. Dezember
17.00 Kirche: Abendgottesdienst zu
Silvester, Pfr. Brigitte Crummenerl
Neujahr, Donnerstag, 1. Januar
Ökumenischer Neujahrsgottesdiens
10:00 Uhr, Kirche
Pfr. René Weisstanner und Diakon
Zeljko Calusic
Sonntag, 4. Januar
10:00 Uhr, Kirche
Pfr. Andrea Marco Bianca
Anschliessend Neujahrs-Apéro in
der Heslihalle
Mittwoch, 7. Januar
6nach6 Kurzgottesdienst
18:06 bis 18:26 Uhr, Kirche
Pfr. Judith Wyss
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Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag
Auflage: 12’327 (Wemf beglaubigt)
Jahresabonnement: Fr. 90.–
Inserate: Fr. 1.06/mm-Spalte
Anzeigenschluss:
Freitagmorgen, 10 Uhr
Geschäftsleitung/Verlag:
Liliane Müggenburg
Redaktion: Philippa Schmidt (phs.),
E-Mail: kuesnachter@lokalinfo.ch
Redaktionelle Sonderthemen:
Pia Meier (pm.), Lisa Maire (mai.)
Ständige Mitarbeiter:
Willi Glogger (glo.), Willy Neubauer (wn.),
Nicole Isele (is.)
Sport: Hanspeter Rathgeb (hr.)
Anzeigenverwaltung: Andrea Kehl,
Mayjoy Föhn, Tel. 044 913 53 33
Anzeigenverkauf:
Heidi Haltiner, Tel. 044 910 88 26,
haltineh@bluewin.ch
Produktion: AZ Verlagsservice AG, 5001 Aarau
Abonnementsdienst: Tel. 044 913 53 33,
abo@lokalinfo.ch
Redaktion/Verlag, Vertrieb: Lokalinfo AG,
Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich, Tel. 044
913 53 33, Fax 044 910 87 72
E-Mail: lokalinfo@lokalinfo.ch,
www.lokalinfo.ch
Druck: NZZ Print, Schlieren
Küsnachter
Veranstaltungen & Freizeit
Spielen ihre Konzerte auswendig und schaffen so eine publikumsnahe Atmosphäre: Jakob Beglinger, Antonia
Christen Beglinger, Salome Egloff, Gurgen Kakoyan (v.l.) spielen in der reformierten Kirche Zollikerberg.Collage: zvg.
Weihnachtskonzert mit anmutiger Musik
Die «BeglingerPhonie» führt
am kommenden Sonntag
in der reformierten Kirche
Zollikerberg ein besonderes
Weihnachtskonzert auf.
Für dieses Konzert in der mit Kerzenlicht stimmungsvoll geschmückten Kirche hat Jakob Beglinger einige sehr anmutige Kompositionen geschrieben, die auch weihnächtliche
Gefühle in uns aufkommen lassen.
Hinter dem Namen «BeglingerPhonie» steckt einerseits der Komponist Jakob Beglinger mit seiner
aussergewöhnlichen
kompositori-
schen Schöpferkraft, und andererseits der Begriff «Phonie» im Sinn
von Laut, Ton oder Stimme, und zusammen ergibt es die 2011 gegründete Formation BeglingerPhonie, die
ihr Publikum sympathisch zu einer
virtuos interpretierten Musikreise
einlädt und dabei stets eine schöne
Stimmung verbreitet.
Mit Querflöte (Anna Gordos), Klarinette (Gurgen Kakoyan), Violine
(Antonia Christen Beglinger), Akkordeon (Salome Egloff) und Gitarre
(Jakob Beglinger) hat der Komponist
die ideale Besetzung für seinen Musikstil gefunden, der sich nicht in eine der gängigen Musikschubladen
zwängen lässt. Bei Konzerten mit
der «BeglingerPhonie» wird es einem nie langweilig. Immer wieder
wird man überrascht von der Andersartigkeit der sich folgenden Stücke. Jakob Beglinger versteht es,
verschiedene Elemente der Klassik,
des Jazz und der internationalen
Volksmusik miteinander klangvoll zu
verbinden. Seine Werke berühren,
faszinieren und treffen oft mitten ins
Herz. Die Konzerte werden bewusst
nicht durch eine längere Pause unterbrochen und dauern eine gute Stunde. (e./mai.)
Sonntag, 21. Dezember, um 17 Uhr in der
reformierten Kirche Zollikerberg. Eintritt
frei, Kollekte.
Küsnachter Neujahrsapéro mit Musik
Die Gemeinde Küsnacht lädt am
Sonntag, 4. Januar, zum traditionellen
Neujahrsapéro in der Heslihalle. Los
gehts um 11 Uhr mit einem Konzert
des «Trio Opera» mit Danielle Zuber
und Jeffrey Byers. Danach folgen die
Begrüssung und die Ansprache durch
den Gemeindepräsidenten Markus
Ernst sowie die offizielle Feier zur Rezertifizierung des Labels «Energiestadt Gold». Schliesslich werden Benno und Marianne Lüthi für ihren pionierhaften Einsatz im Bereich des
Tierschutzes mit dem Gesellschaftspreis 2014 geehrt. (mai.)
Die Sopranistin Danielle Zuber und der Bariton Jeffery Byers aus Küsnacht
bilden gemeinsam mit wechselnden Pianisten das Trio Opera.
Foto: zvg.
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Dreikönigsapéro mit
Überraschungskuchen
Der Männerchor Erlenbach lädt zum
öffentlichen Neujahrsapéro am Dreikönigstag. Der Anlass, organisiert mit
Hilfe des Frauenchors und mit Unterstützung von Gemeinde sowie Handwerks- und Gewerbeverein, wird
zum ersten Mal durchgeführt. Man
darf sich freuen auf einen gemütlichen Abend bei Wein (oder Wasser)
und Dreikönigskuchen mit überraschendem Inhalt. Im Gebäck versteckt werden nämlich einige Goldvreneli. Auf sie beissen kann, wer zuvor ein Kuchenteil zum «Spottpreis»
von 10 Franken kauft. (e./mai.)
Dienstag, 6. Januar, 18 Uhr, Erlibacherhof, Seestrasse 83, Erlenbach.
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Stadt Zürich
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AU TO M O B I L
S500 – ein Wunderding in jeder Beziehung
Mercedes will immer wieder
nach den Sternen greifen
und die Spitze markieren.
Jetzt startet der PremiumHersteller mit einer Plugin-Hybrid-Offensive.
Den Anfang macht wie
immer die neue S-Klasse.
Gas könnte, worauf der Plug-in-Hybrid in einen Segelmodus wechselt.
Schon fast normal sind die Batterieüberwachung und die Vorklimatisierung inklusive Sitze, Lenkrad, Armauflagen und Kühlfach per Smartphone.
2,8 Liter Verbrauch auf Normkurs
Der Normtestverbrauch dieser 2,2Tonnen-Luxuslimousine beträgt nach
NEFZ 2,8 Liter auf 100 Kilometer;
der Verbrennungsmotor würde alleine 6,8 Liter verbrennen. In unsere
erste Testfahrt in der Region von
Malmö (S) investierten wir rund 8,6
Liter pro 100 Kilometer. Beim unrealistischen, aber von allen Herstellern
als Basis genommenen Normverbrauch wird man sogar bei Mercedes
rot. Tatsache ist aber, dass Pendler
mit einem Arbeitsweg von 30 Kilometern während der Woche sogar
mit 0 Litern unterwegs sein können.
Aufgeladen wird innert zwei bis
vier Stunden mittels Wallbox oder
normaler Steckdose. Schon bald soll
man bei Mercedes induktiv laden
können – also Plug-in «unplugged» –,
und auch die Batteriedichte soll
schon bald für 50 elektrische Kilometer reichen.
Stefan Lüscher
Es ist kein Zufall, dass Mercedes das
umweltfreundliche Topmodell der
Flaggschiff-Baureihe S-Klasse in Kopenhagen präsentiert. Die charmante, jugendliche Hauptstadt von Dänemark ist 2014 die Umwelthauptstadt
Europas. Hier fahren Zehntausende
Einwohner mit dem Fahrrad ebenso
emissionsfrei und leise durch die Innenstadt wie wir mit dem ab sofort
bestellbaren S 500 Plug-in-Hybrid.
Mercedes hat zwar lange auf
Brennstoffzellen gesetzt und betreffend (japanischer) Hybridmodelle die
Nase gerümpft. Nachdem man einsehen musste, dass die Welt nach wie
vor weit von einer Wasserstoff-Infrastruktur entfernt ist und die Behörden global die Verbrauchsschraube
dramatisch anziehen, musste man
einlenken.
Hoher Preis
Viel Platz und auch Luxus bietet die neue S-Klasse von Mercedes. Hier als Plug-in-Hybrid im Test.
Fotos: zvg.
Plug-in-Hybrid hats in sich
Vorreiter dieser neuen Welle ist nun
der S 500 Plug-in-Hybrid, ein Wunderding in jeder Beziehung. Das
leichtfüssige Handling, das die Grösse vergessen macht. Das einzigartige
Platz- und Luxusangebot bis hin zur
Hot-Stone-Massagefunktion der Sitze
und der aktiven Beduftung im Interieur, das einen wie im Traum auf einer Wolke durch den Alltag schweben lässt. Das wundersame Fahrwerk Magic Ride Control, das Unebenheiten schlicht wegzaubert. Die
endlose Liste cleverer Assistenten bis
hin zur Distronic Plus, die in einem
gewissen Rahmen sogar selbstständig
lenken, Gas geben und bis zum Stillstand bremsen kann. Und schliesslich die souveräne Performance aller
Modellvarianten, die im kürzlich lancierten S 65 AMG mit 630 PS gipfelt.
Nun kommt mit dem Plug-in-Hybrid die effizienteste und intelligenteste Variante dazu. Sie hat einen 3-Liter-V6-Benziner mit 333 PS und 480
Newtonmetern zwischen 1600 und
4000 Umdrehungen an Bord. Dazu
kommt ein in die Siebengangautomatik integrierter Elektroantrieb mit
116 PS und 340 Newtonmeter Drehmoment. Das ergibt eine Systemleistung von 442 PS. Rein elektrisches
Fahren, ohne Schiebe- und Bremsphasen, in denen Energie zurückgewonnen wird, ist gemäss Hersteller
über 33 Kilometer möglich; dazu ist
eine quer auf der Hinterachse montierte Batterie mit 8,7 Kilowattstun-
den Kapazität montiert. Sie wiegt 114
Kilogramm und beschneidet den Kofferraum um 96 auf 395 Liter – die
einzige Konzession an das System.
So weit, so gut. Mercedes geht mit
seinem System einen Schritt weiter
und verleiht ihm mit Hilfe von vier
Energieprogrammen, drei Fahrprogrammen und der Vernetzung mit
der Navigation mehr Cleverness. Der
Fahrer kann wie bisher sportlich fahren, komfortabel oder besonders
ökologisch. Er kann selbst bestimmen, ob er elektrisch fahren will, ob
er Strom für die City aufsparen will
oder ob sich die leeren Batterien
während der Fahrt aufladen sollen.
Er kann aber auch das System rechnen lassen. Mithilfe der vorgewählten
Route wird nun streckenbasiert der
insgesamt sparsamste Betriebsmodus
gewählt. Auch die Topografie wird
mit einbezogen. Bergauf unterstützt
die Batterie, bergab wird sie geladen,
und am Ende der Fahrt soll sie leer
sein, um wieder an die Steckdose gehen zu können.
Clever und bisher einzigartig ist
auch das haptische Fahrpedal (Gaspedal war gestern). Bei elektrischer
Fahrt setzt es exakt dort einen Widerstand, wo der Verbrennungsmotor zuschalten würde. Wenn man das
will, muss man ihn bewusst überdrücken. Und beim Auffahren auf einen
Vordermann wackelt das Fahrpedal
radarbasiert dezent am Fuss, um
darauf hinzuweisen, dass man vom
Mit der modular aufgebauten Plugin-Hybrid-Technologie, die auch in
Verbindung mit Vierzylindermotoren, mit Benzinern und später mit
Diesel kommen wird, will Mercedes
bis 2017 zehn Plug-in-Hybrid-Modelle in allen Segmenten auf den
Markt bringen, darunter auch Kombi- und Allradvarianten. Auf die SKlasse folgen ab 2015 C- und EKlasse, was die Technologie noch
zahlbarer machen soll.
Der nur mit langem Radstand erhältliche S 500 Plug-in-Hybrid (Gesamtlänge 5,25 Meter) kostet ab
146 200 Franken inklusive Garantie
bis 100 000 Kilometer auf alle Plugin-Hybrid-Komponenten. Damit kostet er exakt gleich viel wie der entsprechende S 500 mit 4,6-Liter-V8
und 455 PS.
F-Type-typisch: Viel Freude am Fahren
Die jüngsten Verkaufserfolge von Jaguar kommen
nicht von ungefähr. Dank
finanzieller Unterstützung
aus Indien erinnern sich
die britischen Autobauer
wieder ihrer früheren Fähigkeiten. Ein Beispiel dafür
ist der F-Type Coupé R.
Peter Lattmann
Die Senioren bleiben stehen, die
Jungs strecken anerkennend den
Daumen nach oben, und selbst Frauen jüngeren Datums wagen einen forschen Blick: Der Jaguar F-Type Coupé R sorgt auf dem Parkplatz für unglaubliches Aufsehen. Der Lenker im
besten Alter bleibt deshalb nach dem
unnötigen Gasstoss vor dem Abstellen des 550 PS starken V8-Kompressormotors erst einmal sitzen und beschäftigt sich mit dem Handy. Es
muss ja nicht jeder sehen, wie er sich
aus dem perfekt anpassbaren Sportsitz schälen muss. Eine derart attraktive Erscheinung sollte ebenso dynamischen Schönheiten vorbehalten
bleiben. Zwei Voraussetzungen müssten aber auch sie erfüllen: das notwendige Rüstzeug, um die unvernünftigen Qualitäten des spektakulär
Edles Ambiente, starke Motoren, viel Fahrspass: Der neue Jaguar F-Type Coupé R.
geformten Coupés geniessen zu können, und den notwendigen monetären Rückhalt, um sich das Auto leisten zu können. Dabei ist der jüngste
Sportwagen der bei Ford extrem vernachlässigten, unter dem schützenden Dach des indischen Tata-Konzerns rasch wieder aufblühenden
Traditionsmarke fast schon ein
Schnäppchen im Vergleich zu den
ungefähr gleich viel Power und Hightech anbietenden Konkurrenten aus
Deutschland.
Das auf dem F-Type Cabriolet basierende und genauso straff abgestimmte Coupé ist in der Basisausführung schon für knapp 90 000
Franken zu haben. Die besonders
reizvolle Topversion R gibt es ab
134 500 Franken. Mit einem zehn-
prozentigen Aufschlag sind zudem alle wünschbaren und wichtigen Optionen inbegriffen. Ob es die beeindruckende Carbon-Keramikbremsanlage
auch braucht, ist Ermessenssache. In
die preisliche Nähe zu einem Audi R8
Plus oder einem Porsche 911 Turbo
kommt der Jaguar auch damit nicht.
V8-Getriebe macht satten Sound
Das Fünf-Liter-V8-Kompressor-Triebwerk beginnt sein Tagwerk mit einem Urschrei, der einem Jaguar alle
Ehre macht und die Fenster in der
ganzen Nachbarschaft erzittern lässt.
Da die auch manuell bedienbare
Acht-Stufen-Getriebeautomatik nach
dem Losfahren jedoch fleissig hochschaltet, wird der Geräuschpegel innen und aussen bald einmal ganz
Fotos: zvg.
passabel. Das ändert sich erst wieder,
wenn der V8 zu Mehrarbeit gezwungen wird. Wer die stattlichen 1,7 Tonnen Eigengewicht in 4,2 Sekunden
aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigen will, muss mit
einem Verbrauch von über 12 Liter
Benzin für 100 Kilometer leben.
So brachial der legitime Nachfolger des legendären E-Type loslegt, so
ungestüm geht er auf die Kurvenjagd.
Traktionskontrolle und modernste
Assistenzsysteme können es nicht
verhindern: Ein Gasstoss zu viel
reicht, um das angetriebene Heck
ausbrechen zu lassen. Dass es spielend leicht wieder eingefangen werden kann, bringt den Lenker zur
Überzeugung, jeden Jaguar bändigen
zu können. Zu weiteren Experimen-
ten wie dem Ausschalten des ESP
sollte er sich vor allem auf nasser
Fahrbahn trotzdem nicht verleiten
lassen. Ausgelassene Freude am Fahren ergibt sich im tollen Ambiente
des knapp bemessenen, aber nobel
ausgestatteten
Innenraums
von
selbst.
Und wem die geballte Power auf
die Hinterachse zu viel ist: Jaguar hat
unlängst eine Allradvariante des FType angekündigt, die im Spätsommer 2015 erwartet wird. Der Jaguar
F-Type Coupé R fordert, aber überfordert den Fahrer nicht. Werden
dem rasch einlenkenden, unerhört
agilen Briten richtig die Sporen gegeben, fühlt er sich ebenso wohl wie
sein Namensgeber in der freien Wildbahn.
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Seele and Geist
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